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friedliche
Mitarbeit am europäischen Aufbau zu sichern.
Died deutschen Sozialisten wissen jedoch, dass Aendeungendes ökonomischen Systems und der sozialen Struktикx Machtverteilungeine demokratische Entwicklung nur gewährleisten können, wenn siemit der Sicherung der Freiheitsrechte der demokratischen Kontrolleund der lebendigen Selbstverwaltung für das deutsche Volk berbundensind. An erster Stelle steht hier der Wiederaufbau der gewerkschaft-lichen und betrieblichen Selbstverwaltung der deutschen Arbeiterschaft,die nicht nur die zahlreichste Klasse bildet, sondern allein unter al-len Volkschichten eine lebendige Tradition des Kampfes für die Demo-kratie besitzt. Die Bauernschaft wird, von der Bevormundung durch denReichsnährstand befreit, ihre kommunalen und genossenschaftlichen gSelbstverwaltungsorgane neu beleben. Und auch das deutsche Bürger-
tum würde, wenn es nicht mehr zu seiner traditionellen raktionärenFührung aufblicken kann, zum ersten Male seit 1848 die Möglichkeit ha-ben,sich zu einer aufrichtigen Bejahung der Demokratie durchzuringen.Wenn die demokratische Revolution gegen Hitler diese ökonomi-schen, sozialen und politischen Ziele verwirklicht, dann und nur dannwird sie auch der Ausgangspunkt für den Aufbau eines freiheitlichenSozialismus in Deutschland sein.
IV. Deutschlands europäische Aufgabe.
Die deutschen Sozialisten müssen mit der Möglichkeit rech n,dass der Sturz des Hitlerregimes und die demokratische Revolution zuweitgehenden sozialen Umwälzungen in Deutschland führt, ohne dassähnlich weitgehenden Umwälzungen in den übrigen europäischen Ländernerfolgen. Sie müssen also damit rechnen, dass ein sozialist ischesDeutschland sich einer kapitalistischen Umwelt gegenübersieht.
Die deutschen Sozialisten sind überzeugt, dass Deutschland auchin diesem Fall auf europäische Zusammenarbeit angewiesen bleibt. Di eErfahrung des Hitlersystems hat die Selbstverständlichkeit erneut be-wiesen, dass für ein hochentwickeltes Industrieland wie Deutschland dieAutarkie unmöglich ist- Die Zusammenarbeit der Stalinschen Diktaturmit Hitler und der Beginn ihrer gewaltsamen territorialen Ausdehnunghat überdies gezeigt, dass für demokratische Sozialisten trotz derplanwirtschaftlichen Grundlagen des russischen Aufbaues keine Möglich-keiten der eins eitigen Anlehnung an das heutige russische Regime besteht.In einem Europa , wo verbleibende kapitalistische und machtpoli-tische Sonderinteressen die Verwirklichung der vollen Foedration un-möglich machen, die wir erstreben, werden die deutschen Sozialisten je-den Teilschritt zur Foedration begrüssen und fördern, der nicht zueiner Einmischung anderer Mächte in die innere soziale EntwicklungDeutschlands führt, und der nicht die Einreihung Deutschlands in einenmachtpolitischen Block gegenüber aussenstehenden Staaten zur Folge hatSie werden politisch für di Schaffung eines internationalen Schiedsge-richtssystems und eines internationalen Minderheitenrechtes eintreten,dass bindende Entscheidungen ermöglicht. Sie werden ökonomisch denAufbau regionaler Zolluniénen oder Praeferenzsysteme überall fördern,wo diese konkret mit den wirtschaftlichen Lebensbedingungen Deutschlands vereinbar sind, und werden allgemein für die Uebernahme gesamteuropä-ischer wirtschaftlicher Aufgaben, wie im Währungs- und Verkehrswesen,durch internationale öffentliche Körperschaften eintreten. Sie werdenmilitärisch jedem Schritt zur internationalen Abrüstung, insbesonderezur internationalen Abschaffung der Offensivwaffen oder zur Monopolisierung der Luftwaffe für eine internationale Exekutive zustimmen undallgemein die Entwicklung eines internationalen Sicherheitssystems för-dern. Sie werden dabei darauf achten, dass die Abrüstung Deutschlands nicht wieder eine Form annimmt, die die Bildung einer priviligiertenMilitärkaste begünstigt, und dass ein durch den Krieg geschwächtes