Brussels III, den 15.April 1946.
heute kann ich Ihnen endlich den lange fälligenAbschlussbericht nebst Rechnungslegung über die erhaltenen und verwen-deten Gelder für die beiden ersten Aktionen senden.( Die Originale die-ser Abrechnungen sowie die Unterlagen dazu gab ich nach einigem Ueber-legen an die AW Köln, da dort am besten die Uebereinstimmung von Liefe-rungen und Aufstellungen festgestellt werden kann, und wir uns ausser-dem nicht klarwerden konnten, an wen diese, falls sie nach dort gesandtworden wären, zu behändigen seien, an das IRRC," The Workmen's Circle"oder Euren AW- Ausschuss. Um auch diesen evtl. Schwierigkeiten aus demWeg zu gehen, war m. E. die erste Lösung in jeder Hinsicht die Beste.)Die Abrechnungen wurden von mir aufgestellt und sind von demGenossen Hans Schoemann, dem für Belgien zuständigen Vertrauensmann deswie ebenfallsIRRC, geprüft, für richtig befunden und in diesem Sinnedieser Bericht. gegengezeichnet. Je ein Durchschlag der Abrechnungengehen auch dem IRRC nebst einem Bericht durch H.Schoemann zu.-Damit wären diese beiden Aktionen auch buchungsmässig klargestellt undabgeschlossen.-
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Den Bericht über die erste Aktion enthielt bereits mein Briefvom 2.März, so dass ein nochmaliges Eingehen darauf nicht nötig ist.-Die Abrechnung der Aktion I ergab einen nicht verwendeten Saldo vonFrs.13.015.55, der bis auf Frs.1.575.75 restlos für die zweite Aktionverwendet wurde.
Dabei ergibt die Uebersicht über diese Kassenabrechnung nun klar,dass nur Dank Eurer Hilfe die zweite Aktion so kurz nach der erstenein Erfolg wurde, da die Genossen und Freunde hier vom ersten Male hernoch zu sehr in ihren Mitteln erschöpft waren, um gleich wieder aufsNeue geben zu können.-
Das praktische Ergebnis der zweiten Aktion geht aus der so be-zeichneten Unterlage hervor und ist in Anbetracht der hiesigen Verhält-nisse und Möglichkeiten sehr schön zu nennen, vor allem, was die untera) aufgeführten eingekauften Lebensmittel betrifft, die wir Dank derHilfe der sozialistischen Cooperative teils sogar unter Selbstkosten-preis erhalten konnten( so zeigte z.B. ein Vergleich von Lieferscheinund Rechnung eine Differenz von Frs.2.400.-- zu unseren Gunsten!).Die Haltung der Cooperative stellt einen schönen Solidaritätsbeweis derbelgischen Genossen gegenüber den deutschen Naziopfern dar, der umsohöher zu bewerten ist, als die Angestellten der Cooperative selbst dieLebensmittelmarken aufgebracht haben, um hierdurch die rationiertenLebensmittel liefern zu können, und es sich um solche Kreise handelt,die während der deutschen Besatzungszeit den grössten Verfolgungen sei-tens der Gestapo und ihrer Helfer ausgesetzt waren. Aus begreiflichenGründen legen wir jedoch Wert darauf, dass hiervon im gegenwärtigenAugenblick nach aussen hin noch kein Gebrauch gemacht wird.
Das Gegengewicht dazu stellen die 91 Paar Kinderschuhe, wovon75 Paar von der Leiterin eines jüdischen Kinderheims hier gespendet
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