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Entstehung
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-Blatt 2- 26Merz 1946

sich zu vereinigen.Eva Lewinski, ich und Karl Breuning arbeiten im ver-waltenden Ausschuss mit, die Mitarbeit unserer Freunde wird nach und nachgeregelt, es wird viel zu tun geben.--- Ich lege Ihnen noch einen Zeituns-ausschnitt bei. Anlage I. SSS Siehe Bemerkung unten.x

Ich habe dem Arbeiter- Wohlfahrtsausschuss New York , das ist der deutscheName fuer das" Relief" Ihren Brief zur Kenntniss gebracht, habe natuerlichauch zur Erwaegung gestellt, ob man Ihrer dortigen Aktion nicht doch nocheinmal helfen koenne.Man haette es auch gerne getan, aber es war wirklichnicht moeglich. Auch den Freunden von der" Solidaritaet habe ich denBrief zur Kenntniss gebracht.Wir werden noch eine Schlussitzung haben,wo noch einmal ueber diese Aktion gesprochen wird.-- Aber Sie werdensich fuer Ihre Maerzaktion wohl schon ohne uns eingerichtet haben undmuessen wahrscheinlich nun entscheiden, ob Sie noch einmal in der Lagesind etwas derartiges zu tun, was wir unseren Koelner Kindern wohlwuenschen moechten, das es geschehen koennte.

SSS. Ich hatte oben noch etwas vergessen anzufuegen, naemlich den Grundunserer Vereinigung.In unserem Beschluss heisst es" In Anbetracht deraeussersten Dringlichkeit der schleunigen Zusammenfassung aller Kraeftefuer dieHilfsarbeit fuer Deutschland spricht der Ausschuss des Work-men's- Circle" Solidaritaet" seine Bereitschaft aus, sich auf diesen Ge-biet mit der" Relief for the German Victims of Nazism" zu vereinigen,um ein Maximum an Erfolg zu sichern.

Wenn Sie sich dabei vorstellen, dass sich zwei Organisationen an diegleichen Kreise gewendet haetten, wenden mussten, wenn die Arbeit aufeine breitere Grundlage gestellt werden musste, ist Ihnen diese Not-wendigkeit sicher ganz klar.

Ich brauche Ihnen wohl kaum die Versicherung abgeben, dass ich- undEva Lewinski mit mir, natuerlich auch andere Freunde- aufpassen werden,ob sich nicht doch noch irgend eine Moeglichkeit ergibt, die eine oderdie andere gesunde Einzelaktion oder eine individuelle Hilfeleistungmit Mitteln zu versehen. Wir muessten deshalb in Verbindung bleiben,auch dann, wenn Sie nach Koeln gegangen sind.

Darf ich Ihnen noch sagen, dass ich Ihren Mann von Saarbruecken her imGedaechtnis habe, wo ich meine erste Emigration von Mai 33 bis zur Ab-stimmung verlebte.An Emil Kirschmann - meinen Schwager- wird sich IhrMann von Koeln und von Saarbruecken her erinnern.-- Ich habe von 1913-1916 in Koeln gelebt, meine Kinder sind dann dort bis zum Schluss in dieSchule gegangen und haben dort ihre Heimat gefunden, wenigstens gefuehls-maessig, wenn sie auch spaeter vom Schicksal an eine andere Stelleplaziert wurden.-- Ich schreibe Ihnen das eigentlich nur, um zu sagen,dass mir das ehemals so schoene Koeln und vor allem seine Menschenwirklich am Herzen liegen.Deshalb wurde mir der Brief doch reichlichschwer,---- Bitte beachten Sie die Anlage II, vielleicht koennen Sie oderIhr Mann nach der zweiten Aktion und auch sonst ueber seine Arbeitetwas schreiben?

Mit sozialistischen Gruessen Ihre