H. SCHOEMANN
bitte zurück zuchacz
BRUXELLES, LE 11. Mai 1947.
50, AVENUE EUGENE PLASKY
TELEPH. 34.22.63
Liebe Genossin Juchhacz,
Zurueckkommend auf mein Schreiben v. 3. Maerz sendeich Ihnen heute durch Einschreibebrief eine Menge Material,das ich in diesen Tagen durch die AW Koeln erhielt. Ich be-merkte schon in meinem Begleitschreiben dass ich mich dazuentschlossen habe, Ihnen dieses Material bestehend aus Be-richten, Photos, Kinderbriefen usw. geschlossen zukommen zulassen, da Sie dort mehr Auswertungsmoeglichkeiten wie ichhierfuer haben, da wir ja schliesslich in Bruessel nur ganzwenige Personen sind, die sich fuer unsere Solidaritaetsaktion
interessieren.
Wenn einige unserer belgischen Genossen unserer Arbeit mitgrosser Sympathie gegenueberstehen, so habe ich doch sehrwenig Hoffnung, eine offizielle Hilfe der PSB fuer unsereAktion zu erhalten, da die finanzielle Lage der Partei sehrschlecht ist und von dieser Seite also sehr wenig zu eTRENerwarten sein duerfte. Selbst der Unterstuetzungsfonds derPSB, der Fonds Mattéotti verfuegt ueber keine Mittel und dieHilfen, die er ausgezahlt hat, stammen aus dem Budget, dass derIRRC ir fuer Belgien bis Ende vorigen Jahres ausgesetzt hatte.Andererseits sehe ich, dass die hiesigen katholischen Blementedem deutschen katholischen Fluechtlingskomité, mit dem wirviel aktiveruebrigens freundschaftlich zusammenarbeiten 9helfen, als das fuer uns der Fall ist. Einliegend sende ichIhnen einen Artikel aus der Bruesseler bedeutenden Tageszeitung" Le Soir " der Ihnen von dieser" katholischen Solidaritaet" eingutes Beispiel liefert. Vor kurzen ist wieder ein, Quakertrans-port nach Koeln abegangen und ich konnte immerhin einige 100 kgHaferflocken und Erbsen hinzufuegen, xawxixx( in Ganzen etwa500 kg), sowie einige Saecke von Kleidungsstuecken, die ichvon dem kath. Comité fuer die AW erhalten konnte.uIch wuerde gerne Ihre Meinung wissen, ob ich nicht einmalversuchen soll, mich offiziell an die Fuehrer der PSB zuwenden, un evtl. doch eine Hilfe fuer die AW zu erhalten. Indiesem Falle moechte ich jedoch hieriuer durch die Auslands-organisation der AW ernaechtigt sein und eine entsprechendeVollmacht erhalten. Ich werde dann zusehen, eine Unterredungmit Louis de Brouckère zu haben, der immerhin noch einen sehrgrossen Einfluss ausuebt. Ich bekomme auch eine Einfuehrungbei de Brouckère durch den Gen. Jules Messines, den ehemaligenSekretaer und Cabinetschef von Vandervelde , mit dem ich sehrbefreundet bin und mit dem ich waehrend der Besatzungsjahrezusammengearbeitet habe.
istie
Ich wuerde gerne ueber diese Fragen Ihre Meinung wissen, dennwenn ich auch recht skeptisch bin, glaube ich doch, dass maneinen Versuch machen muesste, zu einem positiven Ergebnis zukommen.2.BLATT