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Entstehung
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erweckt, dass ich darauf hinwies, dass die Quaker dort in Belgien wohlunterrichtet seien, sie stellten sogar den Wagen zur Verfuegung usw.Ich habe auch Eva Lewinski Ihre Bitte unterbreitet( ich spreche nochimmer von Ihrem vorleten Anliegen.Sie hat das Material durch ihrenganzen Freundeskreis passieren lassen und sandte es mir dann nach ei-niger Zeit mit einem negativen Ergebnis zurueck. Damit waren meineMoeglichkeiten erschoepft.Ich habe Ihnen das damals( aus Zeitmangelund aus anderen Gruenden) nicht so ausfuehrlich geschrieben. Aber nunmusste ich es ja wohl doch tun.

Nun zu Ihrem Schreiben vom 11.Mai. Zuerst danke ich fuer die Bilderund Berichte.Ich habe die Bilder sofort an anseren Vorsitzenden ge-geben, der eine transportable, kleine Austellung( sehr praktisch) ge-baut hat und jede Gelegenheit wahrnimmt, um die Tafeln bei Veranstal-tungen aufzustellen. Es war grade hier eine Konvention der Krankenkas-sen( freiwillige Hilfskassen der Arbeiter) fuer das ganze Land.Sie fin-det nur alle 4 Jahre statt.So war es eine grosse Gelegenheit, mit derAusstellung 14 Tage zu werben.Wenn es auch hier keinen grossen Effekthatte, so sind wir doch den" branches" im Lande noch vertrauter gewor-den und wir versprechen uns etwas davon. Ich habe inzwischen die Bil-der noch einmal ueber London bekommen und schicke Ihnen diese zu, miteiner Ausnahme, der einzelne Junge, den ich noch hoffe in einen Ar-beit verwerten zu koennen.Sobald ich die dazu gehoerenden Berichtewieder bekomme, schicke ich Ihnen diese ebenfalls zu, ich habe sie imAugenblick noch nicht zur Hand. Ich danke Ihnen fuer die Zusendungganz herzlich.

Nun wollten Sie meinen Rat, wegen des Herantretens an PSB und an denGenossen Louis de Broucere persoenlich. Gegen einen derartigen Ver-such bin ich natuerlich nicht, im Gegenteil.Auch ich bin der Ansichtwie Sie, dass man nichts unversucht lassen soll.-- Aber-- als Auslands-vertretung der AW Deutschlands haben wir uns noch nie aufgetan.Na-tuerlich wuerde man mir auf eine solche Bitte hin- diese Vollmachtgegeben haben.Unsere Autoritaet als Arbeiter- Wohlfahrt in USA ist janiemals angezweifelt worden und weiter haben wir nichts gewollt. Wennwir das machen wollten, dann muessten wir natuerlich erst in Hannover anfragen. Denn korrekt muss man doch bleiben. Da waere es doch vielrichtiger, Sie schrieben selber an: Frau Lotte Lemke , Hannover , Frie-drichstr.15 und baeten Sie Ihnen zu bescheinigen dass Sie usw.DerGenosse Robert Goerlinger ist in Kassel auf der ersten interzonalenKonferenz der AW wieder als Vorsitzender gewählt worden. Wenn Sie ihmeine Abschrift von dem Brief an die Geschaeftsfuehrerin und ein paarBegleitzeilen schicken, haben Sie eine Einfuehrung, wie Sie sie wuen-schen viel schneller.--- Ich koennte Ihnen fuer den Genossen Br.hoech-stens ein persoenliches Schreiben schicken,-in der Hoffnung, dass ersich ueberhaupt noch auf mich besinnen kann. Doch darueber warte ichIhre Antwort ab, aber noch einmal, viel richtiger ist es, einen Empfeh-lungsbrief aus Deutschland selber zu haben- auch schneller.

Indem ich fuer die lange Pause in der Beantwortung dieses Briefes umEntschuldigung bitte bin ich mit freundlichen Fruessen Ihre

M. J.