Akte 
Korrespondenz
Entstehung
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Beschlüsse der Verhandlungskommissionen der Gruppe" Solidarität"des Workmen's Circle und der Gruppe Relief for the German Victims.of Nazism am 2. Januar 1946.

Anwesend von" Solidarität":

J.Lang, Juchacz , Kadmon, E.Lewinsky.von Gruppe" Relief":

Grötsch, Schumann, Wickel, Wollenberg.

Vorsitz: Gen. Marie Juchacz .

Protokoll: H.Wickel-

Gen. Grötsch leitet die Verhandlung ein und gibt die beiden Vor-schläge der Gruppe" Relief" bekannt, die entweder eine völligeVerschmelzung, wobei über die Quoten noch gesondert verhandeltwerden müssten vorsehen, oder die Einsetzung eines Koordinierungs-Ausschusses und Delegierung eines Vertreters der Gruppe Reliefzu den Sitzungen von Solidaritat sowie umgekehrt, eines Vertretersvon Solidarität zu den Sitzungen der Gruppe Relief.

Verschmelzung wird als noch nicht zeitgemäss nicht diskutiert.Koordinierungsausschuss in's Auge gefasst, jedoch soll erst allge-meine Zielsetzung debattiert werden.

Folgende Zielsetzung wird einstimmig beschlossen:

Die Aufgabe der Organisation ist, in engster Zusammenarbeitmit der deutschen Arbeiter- Wohlfahrt den sozialistischen undgewerkschaftlichen Opfern Hitlers in Deutschland Hilfe zubringen. Sobald wie möglich sollen die Arbeiter- Wohlfahrts-Ausschusse in Deutschland aufgefordert werden, die Namen beson-ders bedürftiger Genossen mitzuteilen, damit zusätzliche indivi-duelle Betreuung für sie vermittelt werden kann.

Der letzte Satz des Beschlusses wurde angefügt, um den vielfachauftretenden Wünschen nach individuellen Patenschaften Rechnungzu tragen und es nicht dem Zufall zu überlassen, wer Nutzniesserdieser individuellen Hilfsbereitschaft wird.

Organisatorisch: Vorschlag auf Verschmelzung wird vorerst abge-lehnt. Koordienierungs- Ausschuss wird vorgeschlagen, jedoch ohnegegenseitige Vertretung bei den Sitzungen der beiden Gruppen. Diebeiden Verhandlungskommissionen schlagen ihren Gruppen Tediglichdie Einsetzung eines ständigen Koordienierungs- Ausschusses von je4 Vertretern beider Gruppen vor, der in erster Linie für die Ver-meidung von Ueberschneidungen in der Werbung durch gegenseitigesVergleichen der Listen und coordiniertes Auftreten gegenüberanderen Organisationen wie Gewerkschaften etc. sorgen soll. Ge-meinsame Durchführung sonstiger Aktionen müsste der Ausschuss vonFall zu Fall beschliessen.

Die Vertreter beider Gruppen einigen sich auf folgende Formulierung:Die Verhandlungskommission schlägt die Schaffung eines paritätisch-en Ausschusses zur Koordnierung der Tätigkeit und Vorbereitungeines engeren Zusammenschlusses vor.