Sitzung der Verhandlungskommissionen der Gruppen" Solidaritaet" und" Relief for the German Victims", 28. Januar 1946.
Anwesend fuer" Soli".: Jola, Juchacz , Kadmon, Eva Lewinsky." Relief": Groetsch, Wickel, Wollenberg.
Gegenstand der Verhandlung war der Vorschlag der Gruppe" Relief", anstelledes auf der Besprechung vom 2.Januar empfohlenen Koordinations- Ausschussesdie volle Ver schmelzung durch Anschluss der Gruppe Soli and Relief durchzu-fuehren.
Gen. Juchacz teilt mit, dass Soli diesen Vorschlag ablehnt. Das heisse nicht,dass Soli die Zusammenarbeit nicht ernsthaft wuensche. Haupt-gründefuer die Ablehnung seien:
1) die Gruppe Soli ist der Ansicht, dass sie auf demGebiet der individuellen Unter stuetzung noch einige Sonder-aufgaben zu er fuellen habe, die bei einer voelligen Ver schmel-zungx vielleicht nicht gewahrt werden koennten.
2) die Vertrauensbasis zwischen beiden Gruppen sei nochnicht genuegend gefestigt. Der Beschluss der Gruppe Relief,in der Angelegenheit der Schweizer Arbeiterhilfe getrenntvor zugehen, habe darin auch einen Rueckschlag gebracht. Essind bei Soli Befuerchtungen vorhanden, dass eine generelleArbeit in einer gemeinsamen Organisation unter Umstaenden zupolitischen Beguenstigungen fuehr en koennten.
3) Die von Soli speziell angestrebten individuellenPatenschaften koennen durchaus zu erheblichen Er sparungen fuerdie allgemeine Arbeiter wohlfahrt fuehren, dax die so betreutenFamilien aus dem Fuer sorgeber eich der AW herausfallen wuerden.Es muesse daher fuer diese speziellen Probleme von Solizunaechst ein Arrangement getroffen werden, befor demVer schmelzungsplan naeher getreten werden koenne.
Aus all diesen Erwaegungen kommt Soli zu dem Vorschlag, stattder Verschmelzung vorlaeufig eine Zusammenarbeit von Fall zuFall zu organisieren, in der die Gruppen ihre Selbstaendigkeitbewahren und Soli ihre Sonderaufgaben er fuellen kann. DieGruppe Soli ist darueber hinaus bereit, sich an gemeinsamenAktionen, Aufrufen, oeffentlichen Kundgebungen etc, zu beteiligen.
Gen. Groetsch nimmt diese Vorschlaege zur Kenntnis, um sie dem Relief- Aus-schuss vor zutragen. Im uebrigen begruendet er die Haltung
des" elief-Ausschusses in der Angelegenheit Schweizer Arbeiter-hilfe.
Allgemeine Debatte, an der sich alle Anwesenden beteiligen, ergibt, dass dasZiel nach wie vor die Ver schmel zung sein muesse. Der VorschlagSoli wird darum dahin ergaenzt, dass die Faxxx Zusammenarbeitin der losen Form der Koordinierung als Interims zustand aufdrei Monate begrenzt wird.