2.
mitgeteilt, dass der Genosse Mueller durch eine schwere Ischias voll-kommen hilflos geworden ist, seine Frau ist ebenfalls schwer krank,die 15 jaehrige Tochter nach Kraeften bemueht fuer die Familie zusorgen, was sie natuerlich nicht schaffen kann.
Es versteht sich, dass Ihr sowie es frusher schon vereinbart war, beider Verteilung Euch nach den Moeglichkeiten zu richten habt, die Ihr Adort besser usbersehen konnt als wir hier.
Hoffentlich hat die Ende Dezember abgegangene Sendung ein freundliche-res Schicksal als die frueheren.Zur zweiten Sendung, auf deren Bestae-tigung wir immer noch warten, haben wir im Spaetsommer 1945 aufgegeben.Absender war das" Jewish Labor Committee hier, Empfaenger dasgleiche Committe in Paris , also die gleiche Stelle wie bei der erstenSendung.Einige Zeit nach der Erteilung des Auftrags erfuhren wir, dassder Auftrag nicht gleich ausgefuehrt werden konnte.Man war in den gro-ssen Dockarbeiterstreik hinein geraten.Nach Erledigung des Streikswurde uns mitgeteilt, dass die Pakete verschifft seien.Wir wartetenauf einen Bericht von Euch, er blieb aus.( ur nebenbei: auch in meinemerwachnten Brief vom 22.Jan.erwachne ich das Fehlen des Berichtes)Jetzt wurde uns mitgeteilt, dess in Fr.irgend etwas mit dieser Bendungpassiert sein muesse- aufgehalten? Irre geleitet? Was es war oder ist,konnten wir nicht erfahren. Ihr wuerdet gut tun einmal selber dort vor-zusprechen, um Euch nach dem Schicksal dieser Sendung zu erkundigen.
Nach der letzten Sitzung des" workman's- Circle, Solidaritaets- Ausschuss"bin ich beauftragt Euch mitzuteilen, dass es die letzte, Sammelsendungist, die Ende Dezember an Euch abgegangen ist. Das beilegende Zirkular,das ich zu meiner technischen Erleichterung Euch zur Information mitanfuege, zeigt Euch am besten, wie die Dinge mun hier liegen.Ich binueberzeugt, dass Ihr Verstaendniss dafuer haben werdet.
Aber- es duerfte Euch durch den zeitweiligen Unterbruch der brieflichenVerbindungen nicht vollkommen bekannt geworden sein, dass wir in denZeiten zwischen den Sendungen eine grosse Anzahl von Einzelsendungenan Genossen veranlassen konnten. Es handelt sich dabei um spontane XKKAktionen von Amerikanern: Schulen, Organisationen, Einzelpersoenlich-keiten.In einem Fall handelt es sich um eine Organisation, die aufinternationaler Basis wirkt und fuer Sozialisten( antifaschistischeKaempfer) eino. Art von Patenschaften vermittelt.Wir haben uns bei denganz ploetzlich an uns herantretenden Gelegenheiten mit den vorhandenen Adressen behelfen muessen, so gut es ging.( Das heisst: bei derdurch die Verhaeltnisse bedingten heftigen Fluktuation unserer Freundein Frankreich werden viele Adressen nicht mehr gestimmt haben, was fueruns einigermassen fatal und peinlich ist, well weltfremde Menschen, diesich garnicht hinein denken koennen in unsere und Eure Schwierigkeiten,nur die Entaueschung empfinden, sich manchmal betrogen fuehlen, weil siekeine Antwort von dem Empfaenger bekommen.)--- Es ist anzunehmen, dassauf diese Weise verschiedene hundert collies von Privatpersonen anunsere Freunde geschickt wurden. In einigen Faellen teilte man unsmit, dass Bestaetigungsbriefe eingegangen seien. In einem Fall teilteuns eine amerikanische Freundin mit, dass durch ihre private Initiativein kurzer Zeit von Einzelpersonen 200 Pakete abgeschickt worden seien.
Was zeigt nun die Erfahrung:
1.Die Personen oder Familien, ueber die wir mit der Adressenvermittlung zugleich etwas naeheres ueber Schicksal undUnstaende sagen konnten sind bei der Belieferung viel