besser fortgekommen als jene, deren naehere Schicksalumstaendewir nicht nacher kannten und infolgedessen nur mit einer vagenEmpfehlung ausstatten konnten.
2.Dort wo an den Absender ein freundlicher Dankbrief, mit Schil-derung der Freude, der Schwierigkeiten und Sorgen, die man zuueberwinden hat( ohne Bettelei natuerlich) einlief, hat sich eineArt von freundlichem Dauerzustand herausgbildet usw.
Ich gebe Euch nachstehend ein Beispiel fuer die Adressen:Ehepaar- Alant fluechtete 1933 aus D.kam nach Pr.Mann wurde Appttt vonDeutschen deportiert, war im Lager--- 4oder) wurde zu Zuchthaus verurteilt--- oder, kaempfte bei den Maquis---- oder,/ musste sich verborgen hal-ten bis die Amerikaner kamen----- Gesundheitszustand: krank( woran) oder,geschwaecht durch Unterernaehrung, oder, usw.Kinder, Alter, Knaben, MaedchenSchule,---- Schwierigkeiten des Erwerbs in Fr.fuer Fremde oder zu geringerVerdienst. Alles verloren--- Fuer Einzelpersonen etwas aehnliches.Wennbesonders Kleider gewuenscht vordon, auch die Groessenverhaeltnisse un-gefaehr angeben. Alter und Beruf nicht vergessen.
Ich weiss, dass es schwer ist.Es ist fuer uns hier aber auch schwer.WennIhr Euch die Mushe machen koennt- am guten willen zweifle ich nicht, dannmuss man hier eine Kartothek anlegen und in Ordnung halten. Das kostetArbeit und aufmerksamkeit hier und den. Dabei kann ich noch nicht einmalversprechen ob nicht die Stimmung soweit umschlaegt, dass sich die Haupt-aufmerksamkeit( nach dieser langen psychologisch bedingten AblehnungDeutschlands ) in kurzer Zeit nach D. wendet.Auch im Hinblick darauf wuerdeich Buch empfehlen die Arbeit zu machen, wenn sie ueberhaupt moeglich ist.Bei der Debatte ueber die ganze Materie sprach man in unserem Soli- Aus-schuss den Gedanken aus, doch einmal diese Frage mit Ruth Fabian zu be-sprechen.Ich stelle Euch das aber ganz anheim.Es soll nicht so sein, dasswir auf etwas draengen, was dort vielleicht nicht moeglich ist. Wir empfin-den es nur als eine gebietende Pflicht Euch auf etwas aufmerksam zumachen, was von hier aus gesehen, moeglich erscheint. Mit der Uebersen-dung einer solchen Adressenliste uebernehmt Ihr selbstverstaendlich auchdie Verpflichtung und immer die Adressenaenderungen mitzuteilen, damitdas Material hier in Ordnung gehalten werden kann.
Biner Antwort entgegen sehend mitfreundlichen Gruessen
Freundschaft
M. J.