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Soweit Hermann Müller . In dem von Anna Blos 1930 bei Kaden und Co.,Dresden herausgegebenen Buch" Die Frauenfrage im Lichte desSozialismus" berichtet Adele Schreiber in ihrer Abhandlung über" Die Sozialdemokratin als Staatsbürgerin" auf Seite 104 ebenfallsüber diese Versammlung. Sie nennt als Rednerinnen noch ihreneigenen Namen und den von Gertrud Hanna , die offiziell als Ver-treterin der Deutschen Gewerkschaften sprach.

Es wird Sie in diesem Zusammenhang interessieren, dass Minna Cauer und Marie Stritt als Beauftragte ihrer beiden Frauenstimm-rechtsverbände an den Vorverhandlungen zu dieser Kundgebungteilnahmen. Von den Gewerkschaften war Gertrud Hanna beauftragt,für die Sozialdemokratie, zu deren Vorstand ich seit 1917 gehörte,nahm ich daran teil. Wir entwarfen ein Schreiben an den Reichs-kanzler Prinz Max von Baden und sandten ein Exemplar davon anden Vizekanzler, Herrn von Payer, den wir u.a. auch um eine Unter-redung baten. Es wurde nicht mehr beantwortet, die Ereignisseüberstürzten sich. Der Bund Deutscher Frauenvereine beteiligtesich nicht an dieser Aktion. Sowohl von Minna Cauer wie von Marie Stritt wurde uns überzeugend begründet, dass Gertrud Bäumer beider Zusammensetzung des Bundes gar nicht in der Lage wäre, fürdas Allgemeine Frauenwahlrecht einzutreten.

Auf Seite 218 Ihres Buches sprechen Sie von einem überparteilichenFrauenwerbeausschuss, dem nach Ihrem Erinnern die" eigene Wegesuchende Sozialdemokratinnen" ferngeblieben seien. Ich kann michnicht erinnern, dass man damals mit einem solchen Angebot an unsherangetreten wäre. Aber ich weiss, dass 1918/19 die Frauen derArbeiterschichten politisch so angeregt waren, dass sie in hellenScharen in unsere Versammlungen kamen. So sahen wir unsere drin-gendste Aufgabe darin, mit ihnen in ein direktes politischesGespräch zu kommen. Zu etwas anderem blieb damals weder Zeit nochKraft, es wäre auch zwecklos gewesen. Aber das nur am Rande.

Ich glaube, dass es auch in Ihrem Interesse liegt, den bösengeschichtlichen Fehler zu berichtigen.

Ich hoffe, von Ihnen zu hören.

Mit vorzüglicher Hochachtung