26. Oktober 1947
Sun
Ollenheime
Heine Rückpracy
To
3/4. Wh
bitte entschuldigt diesen Brief. Ihr wart beide so freundlich,Emil und mir, die von uns erbetene Stunde in unserem Hause zuschenken. Wir waren und sind sehr dankbar dafuer. Das, undausserdem die verschiedenen Veranstaltungen haetten uns vollkommengenuegt, um uns eine gute Erinnerung und einen neuen Auftrieb fuerunsere bescheidene Arbeit im Interesse unserer deutschen Gesinnungs-freunde zu geben. Es war nicht unsere Absicht in irgend welcheorganisatorischen Dinge hinein zu reden.
Ich hielt es bestimmt nicht fuer richtig Euch mit Quisquilien zubehelligen, die wir besser hier allein austragen sollten. Es hatmir die ganze Zeit sehr leid getan, wie sehr Ihr beide, besondersaber Sie lieber Kurt ueber Gebuehr mit Dingen in Atem gehaltenwurdet, die vielleicht im persoenlichen Interesse der verschiedenenBesucher lagen, aber mit einer vernuenftigen Verwendung Euererphysischen und psychischen Kraefte wenig zu tun hatten. Deshalbwird es mir sehr schwer, die dringende Bitte, die ich zu Dir lieberFritz schon muendlich geaeussert habe, zu wiederholen. Ich hatteDich gebeten, mir im Einverstaendnis mit Kurt Schumacher noch ein-mal eine ungestoerte Stunde zu geben. Ich will sie nur dazu be-nuetzen, um Euch ein Bild der hiesigen Zusammenhaenge zu zeichnen,wie ich es aus der Erfahrung kenne.
Die sachliche Entscheidung liegt bei Euch. Nur damit Ihr dafueralles wisst, was Ihr notwendig habt, um mit dieser Entscheidungdas menschenmoeglich Beste zu treffen, bitte ich um eine Unter-haltung und stehe zur Verfuegung, wann und wo Ihr es wuenscht.Ich erwarte Euren Anruf und danke Euch.
Herzlichen Gruss
Eure