lichen Verhältnis mit Serbien bringen; aber ob sie den letzten Kern der serbischen Frredenta erreichen könnte, ist recht fraglich. Die leidenschaftliche Empörung, die in Serbien nach der Annexion ausbrach, zeigt wohl, daß die Serben die Großmacht im Wesen darum hassen, weil sie ihnen Bosnien und die Herzegowina, und vielleicht auch andere Gebiete, wo in Destereich- Ungarn Serben wohnen, vorenthält, und die Erfüllung des Dranges nach nationaler Einigung und Einheit
hindert.
Wandlungen des englischen
Liberalismus.
die Annahme der Resolution Luxemburg und des Antrages Adolf Hoffmann zur Laft gelegt und darin ein Vergehen gegen§ 110 des Strafgesehbuchs erblickt. Der Strafantrag steller gibt zwar zu, daß eine unmittelbare Aufforderung zum Massenstreit nicht vorliege, will aber die Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze damit begründen, daß der Das bemerkenswerteste Ereignis in der inneren Politik Englands Massenstreit nach polizeilichem Schema- ohne Gewaltder letzten Zeit ist die Kapitulation der liberalen Regierung vor afte und Umsturz nun einmal nicht denkbar sei. Verantwortlich ihren reichen Anhängern in der Frage des Budgets. Das vor vernommen und angeklagt sollen alle Genossen werden, die einigen Wochen mit lauten Trompetenstößen angekündigte Budget für die Resolution Luremburg oder den Antrag Hoffmann geIn diesem Zusammenhang ist dieses Verhältnis des des Schazkanzlers, in dem die höheren Einkommen neu belastet, stimmt haben. Der zu erwartende Prozeß wird, falls die Hasses zwischen Serbien und Desterreich eine schwere Gefahr die Extraeinkommensteuer und die Erbschaftssteuern erhöht wurden Staatsanwaltschaft den Verzweiflungsmut bis zum Antrag für ganz Europa . Was die große Militärmacht dazu führt, und dessen Kern die höheren Staatszuschüsse für die be- auf Eröffnung des Hauptverfahrens treiben wird, einen auf den serbischen Nachbar mit einem Gefühl von Furcht zu drängten Gemeinden waren, ist unter dem Ansturm der„ liberalen schönen Anlaß bieten, der polizeilichen Vorstellung vom blicken, ist die Tatsache, daß Serbien so leicht ein Exponent Millionäre", wie man die liberalen Gegner des Budgets genannt Massenstreit die Wahrheit und die sozialdemokratische AufRußlands, ein Werkzeug des Panslawismus werden kann. Es hat, fläglich in die Brüche gegangen. Nach einem verwickelten fassung in ihrem ganzen Umfange entgegenzustellen. wird wohl eine Ueberschäßung sein, der sich Serbien hingibt, Manöver gelang es diesen Herren, die Regierung dazu wenn es vermeint, daß Rußland in jedem Falle seine schüßende zu bringen, die erhöhten Staatszuschüsse für die Gemeinden Hand über die slawischen" Brüder halten müßte; aber daß die Einkommensteuer der reichsten ein Krieg, in den Oesterreich verwickelt wird, auch ein Krieg 2eute herabzusetzen. Bemerkenswert an dem Ereignis war ferner Herr v. Zedlig versteht aus allen Blüten Honig zu mit Rußland würde, der dann ganz Europa erschüttern müßte, auch die Tarsache, daß das Haupt der Fronde der reiche liberale faugen. An eine Besprechung des Artikels Heines knüpft ist nicht zu bezweifeln. Und überdies fann Rußland durch das Reeder Holt war, der sich im vorigen Jahre als Borsigender eines er folgende Schlußfolgerung: serbische Werkzeug über Desterreich- Ungarn jene schwere Be- Ausschusses, der den am färglichsten entlohnten Postbeamten die so unruhigung breiten, die zu immer wahnsinnigeren Rüstungen nötige Gehaltsaufbefferung aberkannte, einen wenig beneidenswerten treibt und schon dadurch die Gefahren für ganz Europa mehrt; Ruf erwarb. Man wird sich erinnern, daß die englischen Bostbeamten in dem Verhältnis Serbiens zu Desterreich steckt also eine zu Weihnachten in den Streit zu treten drohten, weil sie die lächerQuelle ständiger Unruhe, ständiger Gefahren. Ohne Zweifel lichen Zugeständnisse des Holtschen Ausschusses als eine Beleidigung ist es ein groteskes Mißverhältnis, daß der Appetit Serbiens und Verhöhnung empfanden. Es sind Leute von dem Kaliber des nach Bosnien die ganze europäische Zivilisation in Erschütte- Reeders Holt, die soeben der Regierung ihre Macht bewiesen haben rung bringt und daß ganz Europa unter dem Drange der und sich jetzt anschicken, die Lloyd Georgefche Finanzpolitik, die sich Serben nach nationaler Einheit erzittert; aber die Mordtat als das wirksamste Mittel zur Durchführung der liberalen Reformen von Sarajewo zwingt alle, der Tatsache ins Auge zu blicken erwiesen hat, dauernd zu überwachen". Somit kann man an und verdeutlicht die Schwere dieser Bedrohung des Friedens nehmen, daß der rechte Flügel der liberalen Partei, an dessen in Europa . Spitze der Premierminister steht, die Führung wieder über nommen hat.
Es ist natürlich auch nicht überraschend, daß sich Serbiens Anspruch, der aus der Tiefe des nationalen Bewußtseins zu fommen scheint, dem Betrachter sozusagen als der ethischere darstellt; ethischer als die Unversehrtheit des habsburgischen Imperiums, in dem die Annexionsländer überdies als ein zweckloses Anhängsel erscheinen. Indessen ist mit einer solchen Wertung nichts getan; denn daß die Großmacht nicht friedlich zur Liquidation ihres serbischen Hab und Gutes schreiten werde, daß diese nur in einem Weltkrieg erzwungen werden könnte, ist selbstverständlich; gegen die eherne Gewalt der Tatsachen kommt man hier mit den Richtmaßen der nationalen Gerechtigkeit" nicht aus. Die Eristenz Desterreichs zwingt noch andere Nationen als bloß die Serben zur Resignation; und die Erhaltung des Friedens, von der die Möglichkeit alles demokratischen Fortschrittes abhängt, nimmt es als ethisches Gut mit der Berechtigung des serbischen Erpanfionsbedürfnisses immerhin noch auf. Auch wäre zu erwägen, wie stark damit die Stoß- und Siegeskraft des Banjlamismus gesteigert würde; so glatt lassen sich die großserbischen Wünsche in die europäische Staatenordnung nicht einfügen, als es scheint, wenn als berechtigter Drang lediglich und ausschließlich der serbische nach nationalstaatlicher Einheit eingestellt wird.
Die Geringschäßung, der Desterreich- Ungarn in der demoTratischen Ideologie verfallen ist, verführt dazu, daß die Unterjuchung gemeinhin nicht bis zum Ende geht, und bei der brutalen Unterdrückungspolitif" Desterreichs stehen bleibt; aber die Untersuchung, der es um die Wahrheit zu tun ist, muß auch den letzten Schritt machen und feststellen, daß in den großserbischen Ansprüchen, in der großserbischen Frredenta, ein erheblicher Teil der Kriegsgefahr liegt, von der Europa sich bedroht fühlt.
fallen zu lassen
der Sammlungsillusionist.
Bezeugen nun urteilsfähige Mitglieder der sozialdemokratischen Partei selbst, daß die Sammlung der bürgerlichen Parteien die denkbar schwerste Gefahr für die Entwicklung der Sozialdemokratie enthält, so sollte die gemeinsame Ueberzeugung sich unter dem Eindrud dieser Kundgebung in die Tat umsehen. Der Zeitpunkt für die praktische Durchführung des Sammlungsgedankens ist daher gekommen. Ihn unbenugt vorübergehen zu lassen, wäre einer der verhängnisvollsten politischen Fehler und belastet diejenigen, welche daran die Schuld tragen, mit einer überaus schweren Verantwortung gegenüber dem Vaterland."
würde eine solche Sammlung" der proletarischen Kräfte zur Herr v. Zedlitz irrt. Die Sammlung der Bürgerlichen Folge haben, daß letzten Endes die Sammlungspolitiker eine sehr unangenehme Enttäuschung erfahren würden.
Der offenherzige Nautikus.
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In den letzten Jahren haben viele scheinbar das Bestehen eines rechten Flügels des Liberalismus vergessen. Die englischen Rechtsliberalen verspürten feine Luft, sich unnötigerweise bemerkbar zu machen; fie zogen es bor , sich mit ihren Freunden von der Linken Erst in den letzten Tagen hat der englische Minister des Aus in der Popularität des Schazkanzlers zu sonnen. Nur wenn Fragen wärtigen, Sir Edward Grey , auf eine Anfrage im Parlament era des Imperialismus und des Rüstungswesens auf der Tagesordnung flärt, er sei ganz überrascht zu hören, daß man im Jahre 1911 erschienen, verlangten sie ihr volles Pfund Fleisch und überließen dicht vor der Entscheidung über Krieg oder Frieden den Linksliberalen die komische Rolle des bürgerlichen Friedens- gestanden haben jolle. Wohl habe es damals viele Sorgen apostels, der schließlich unter Wehtlagen dem Klingelbeutel des und schwere Tage gegeben, um die verfahrene Marokkosache wieder Kriegsgottes dennoch seinen Tribut zollt. Nun regen sie sich auch ins Lot zu bringen und um zu einer dauerhaften Regelung zu ge wieder in der inneren Politik. Sie sind zur Ansicht ge- langen, aber eine unmittelbare Kriegsgefahr hat zu feiner Zeit bes tommen, daß mau mit der Sozialreform, bie die verstanden. Demgegenüber ist es von Interesse, daß der vielleicht nicht gangene Regierungsepoche des englischen Liberalismus charakterifiert, ein Ende machen muß; die Sache wird ihnen zu amtliche, aber in amtlichen Zimmern hergestellte und unter amtlichen fostspielig. Ursprünglich war die liberale Sozialreform ein Kind Auspizien gedruckte soeben erschienene neue" Nautikus"( Ora der Furcht, die beide bürgerliche Parteien Englands empfanden, als gan für Deutschlands Seeinteressen) auf Seite 360 ausdrüdlich fest nach den Wahlen des Jahres 1906 plöglich eine ansehnliche Arbeiter- ftellt: 1911 ft anden wir dicht vor der Entscheidung." partei auf dem Plane erschien. In späteren Jahren wurde sie Der Gegensatz zwischen beiden Aeußerungen, der englischen und der weiter betrieben, weil die Liberalen zur Aufrechterhaltung des Frei- deutschen, läßt sich nur durch die Annahme aus der Welt schaffen handelssystems und zur Durchführung langerstrebter liberaler Re- das ist eine Folgerung zwingender Logik, daß im Jahre 1911 formen die Unterstützung der Arbeiterschaft nötig hatte. Aber die So- die leitenden Kreise Deutschlands einen Augenblid lang in der zialreform, soll sie etwas taugen, tostet Geld. Die Kosten durch in- Tat ernstlich daran gedacht haben, die Marokkofrage durch das direkte Steuern decken, ging unter den herrschenden Verhältnissen nicht Schwert, das heißt durch einen Krieg mit Frankreich und England an; die Finanzwirtschaft des englischen Staates läßt auch eine der( wozu natürlich) Rußland getreten wäre) einer gewaltsamen Lösung artige Aufbringung der Mittel schwerlich zu. Man schlug daher entgegenzuführen. Erst im letzten Augenblid muß die bessere Einden natürlichsten Weg ein, der zu den Geldschränken der Reichen ficht gefiegt haben. Ueber diese bedrohliche Stimmung der deutschen führte. Den Kapitalisten der liberalen Partei machte man mit Regierung scheint man bis zum heutigen Tage nicht genügend unter der Aussicht, daß der Grundbesitz in Zukunft stärker zu den Steuer- richtet gewesen zu sein. Erst der jüngste Nautifus" bringt uns leistungen herangezogen werden würde, Hoffnung und die durch das darüber eine auch jetzt noch interessante Klarheit, Budget des Jahres 1909 angeordnete Anlegung eines allgemeinen Katasters schien diese Hoffnung auch zu rechtfertigen. Zum Gelingen Der Kaiser und die Werftarbeiter. Dieser Gefahr fann nur begegnet werden, wenn erstens der liberalen Sozialreform trug auch nicht wenig die gute GeschäftsBeim Stapellauf des neuesten Riesendampfers der Hamburge Oesterreich mit mehr Verstand regiert wird, als es bisher ge- lage der letzten Jahre bei, in denen die Unternehmer gewaltige Amerika- Linie haben sich auf der Werft vom Blohm u. Voß ents zeigt hat, also ein Verhältnis der vielen Nationen, die ein Gewinne einheimſten und nicht gut über die Brosamen flagen feßliche Dinge zugetragen. Patriotische Gemüter, die darüber aufs unerbittliches Schicksal hier zum Zusammenleben zwingt, her- konnten, die von ihrem Tische fielen. Der Schazkanzler konnte, ohne tiefste empört sind, haben erst nachträglich genügend Fassung gebeigeführt wird, bei dem sie alle die Bürgschaften ihrer natio- auf großen Widerstand zu stoßen, die Steuerreformvorschläge unserer funden, die Vorgänge zu schildern. Wie es kam, darüber gehen nalen Entfaltung haben und die Möglichkeit ihrer natio- englischen Genossen zur Anwendung bringen: die Erbschaftssteuern freilich die Berichte der Augenzeugen auseinander. In nordnalen Entwickelung finden; daß von dem Traume des„ Bun erhöhen, einen Unterschied zwischen verdienten und unverdienten deutschen und mitteldeutschen Zeitungen ist zunächst mitgeteilt des der freien Völker" in Desterreich- Ungarn ebensoviel reali- Einkommen machen und die höchsten Einkommen besonders belasten. worden, der Kaiser habe beim Gang zur Tauftanzel die Arbeiter, fiert wird, als in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung Doch diese Methode, die Steuerschraube anzuspannen, muß in einer die sich an ihn herandrängten, feines Blides gewürdigt. Andere möglich ist. Wie werktätig die Sozialdemokratie in Habs- Partei, die wie die liberale Partei Englands aus den großen Augenzeugen haben darauf erwidert, dieses Verhalten des Kaisers burgs Landen an dieser Umformung arbeitet, weiß die Inter - Geldbeuteln reicher Leute unterhalten wird, bald Unstimmigkeiten fei die Antwort darauf gewesen, daß die Arbeiter, als er an ihnen nationale; ein Stück auf diesem Wege ist ohne Zweifel auch erzeugen. Daher die Revolte, die von dem reichen Reeder angeführt vorüberschritt, die Hände in den Hosentaschen und die schon erreicht worden. Aber dadurch erwächst auch wieder der wird. Diese Leute hegen wie ihre Klaſſengenossen im fonservativen Müße auf dem Kopf behielten. Das habe auf den Kaiser ergesamten Internationale die Pflicht, keinen Zweifel darüber Lager die Ansicht, daß die ständige Erhöhung der Einkommensteuer sichtlich einen peinlichen Eindruck gemacht; er habe sich ostentativ zu lassen, daß sie die Erhaltung des Weltfriedens den groß- die finanzielle Sicherheit des Landes untergräbt. Sie weisen darauf von den Arbeitern ab- und den Senatoren, Direttoren und Beserbischen Aspirationen nicht zu opfern gedenkt und die hin, daß die englische Einkommensteuer ursprünglich eine Kriegssteuer amten zugewendet, die ihn mit dem Zylinder in der Hand und serbische Beunruhigungspolitik ebenso ber- war, und meinen, man dürfe diese Steuer in Friedenszeiten nicht zu mit tiefem Bückling empfingen. dammt wie die schwarzgelbe Unterdrückungs.boch ansezen, wenn man im Kriege nicht mittel- und ratlos dastehen Ungefähr so mag sich der Vorfall mirklich abgespielt haben. Die wolle. Mit diesem pfiffigen, patriotisch flingenden Argument suchen Werftarbeiter haben im Hamburger Echo" sich dahin geäußert, sie zu beweisen, daß es die Pflicht jedes rechtschaffenen Schatz- daß der Kaiserbesuch in der Tat ihnen keine Freude bereite. Sie fanzlers sein müsse, die Einkommensteuer recht niedrig zu halten, verlieren durch die damit verbundenen Feierlichkeiten nur Arbeitsdamit die Finanzkraft des Landes in Kriegszeiten nicht so schnell verdienst und werden beim Stapellauf des aus ihren Händen erschöpft werde. hervorgegangenen Schiffes in den Hintergrund gedrängt. Der Wien , 3. Juli. Die Demonstrationen vor der serbiDie Rebolte der„ liberalen Millionäre" kann nicht als eine Gedanke an die vielen auf der Werft verunglückten Kameraden, schen Gesandtschaft dauerten bis in die frühen Morgen- vorübergehende Erscheinung angesehen werden. Sie kommt zu einer für die nur unzureichend gesorgt sei, stimme sie auch nicht heiterer, stunden. Eine nach vielen Tausenden zählende Volksmenge forderte bemerkbar macht. Mit den Ueberschüssen, die sich aus der glänzenden dabei erinnern. Es lag also Grund genug zu jener stummen Zeit, da sich der wirtschaftliche Niedergang schon empfindlich zumal wenn sie sich bekannter Aeußerungen Wilhelms II. unter ohrenbetäubendem Lärm die Entfernung der von dem Konjunktur der letzten Jahre ergaben, wird der Schazkanzler in der Demonstration bor , an der übrigens auch dann nichts ausBalkon des Gesandtschaftspalais herabhängende auf halbmaft nächsten Zukunft nicht zu rechnen haben, und um das halb vollendete zusetzen wäre, wenn sie lediglich der allgemeinen Stellung der gesetzte serbische Fahne. Es kam zu wiederholten Zusammen- Wert der liberalen sozialen Reformen vollenden zu können, wird Arbeiterschaft zur Monarchie hätte Ausdruck geben sollen. stößen mit den in ungewöhnlich großer Zahl aufgebotenen er an seinen reichen Parteifreunden die schmerzhaftesten Bachmännern zu Pferde und zu Fuß. Die Demonstranten Operationen vornehmen müssen. Man spricht deshalb schon von wehrten sich gegen die Attacken der Bachleute, indem sie sie mit einer neuen Sezession im liberalen Lager, die der ähnlich Steinen und Holzstücken bewarfen. Es wurden mehrere Ver- wäre, die bor fast dreißig Jahren unter der Führung Drei Tage lang wimmelte die Scharfmacherpresse von Haftungen vorgenommen. Daß diese Idee von Das Haus des Gesandten steht unaus- Joseph Chamberlains stattfand. den Anspielungen und Andeutungen über die Gesinnung und die gesezt unter Bewachung eines starken Polizeiaufgebots. Die Ver- Konservativen fleißig genährt wird, versteht sich von selbst. Die Motive der Attentäter von Sarajewo , die die Ermordung Konservativen umschwärmen die Rechtsliberalen und versuchen ihnen des österreichischen Thronfolgers mit der suche der Manifestanten, auch vor die russische Botschaft zu ziehen begreiflich zu machen, daß die Regierung die heiligsten Grundsäge Sozialdemokratie in Zusammenhang bringen sollten. und zu demonstrieren, fonnten rechtzeitig von der Polizei verhindert Gladstones in bezug auf das Finanzwesen schnöde verraten habe. Diese Angaben stammten zum Teil aus serbischen Quellen, Das brünstige Werben erhöht wiederum die Wichtigkeit und den die ein Interesse daran hatten, die nationalistischen Einfluß der Fronde in der liberalen Partei, die in eine unhaltbare Motive der Attentate zu verschleiern. Jetzt macht die KölWien, 3. Juli. Das„ Neue Wiener Tagblatt" meldet aus Pofition gerät, aus der sie sich, wie manche meinen, recht bald durch nische Volkszeitung" dem eingangs erwähnten Doch was Schwindel, an dem sie sich zunächst selber beteiligt hatte, ein Stanislau, daß dort gestern antideutsche Demonstrationen statt eine Barlamentsauflösung zu retten versuchen wird. gefunden haben. Eine tausendköpfige Menge warf Steine gegen die auch eintreten mag. der Arbeiterpartei kann diese Entwickelung und Eude. Das Zentrumsblatt schreibt in Nr. 590 u. a.: Wohnung des Pfarrers Rödler, des Führers der Deutschen in Alärung nur willfommen sein. Schon jetzt läßt sich voraussagen, daß Galizien , und zertrümmerte die meisten Fensterscheiben im Pfarr- die Regierung infolge ihrer Kapitulation vor den liberalen hause, in der evangelischen Schule und den unter Leitung des Pfarrers Millionären" mehrere Sige verlieren wird. stehenden Wohltätigkeitsanstalten; auch die evangelische Kirche blieb nicht berschont. Ferner wurde das Geschäft eines deutschen Kaufmanns verwüftet. Die Polizei verhaftete mehrere Unruheftifter. Die Demonstration soll eine Rache für das den Polen in Bieliz angeblich zugefügte Unrecht sein.
politik.
werden.
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Politische Uebersicht.
Der Maffenftreik prozeß.
Das Ende des Schwindels.
Nun darf man sich auch weiter nicht beirren lassen durch die allzu oft auftretende Kennzeichnung des Mordes als eine sozialdemokratische oder anarchistische Tat. Der Doppelmord ift ein nationalistisches Verbrechen, gerichtet gegen. Defter reich, gegen das Germanentum. Es ist ein großserbisches, ein panslawistisches Verbrechen. Die Italia " spricht von einem duplice attentato panslavista , der halbamtliche Petit Parisien" hält es für erwiesen, daß der Doppelmord eine Frucht der Berschwörung der großserbischen Partei ist, derjenigen, die Bosnien für Serbien verlangt. Die Daily Mail" bezeichnet die Er. mordeten als Opfer einer slawischen Verschwörung." Außerordentlich bemerkenswert ist auch, was die gleichultramontane Augsburger Postzeitung
Die Justiz ist mit den Schlappen, die sie sich in den legten Prozessen geholt hat, nicht zufrieden, fie sucht nach weiteren Siegen". Gestern ist als Angeklagter im Massenstreitprozeß neben der Genossin Luxemburg Genosse Kurt Rosenfeld vernommen worden. Auch ihm wird falls
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