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Nr. 180.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt.

31. Jahrg.

Die Infertions- Gebühr

beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 60 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins­und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Hnzeigen", das fettgedrudie Wort 20 Pig.( zulässig 2 fettgedrudie Worte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buch­staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.

Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritplak, Nr. 1983.

Hie Rom , hie Zentrum!

Sonntag, den 5. Juli 1914.

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Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Moritzplatz , Nr. 1984.

der München - Gladbacher Zentrale oder ihre Vereinshäupter und ferner forderte sie, daß in Vertretung ihrer kapitalistischen der Häresie beschuldigt und auf den Inder gesetzt werden. Wirtschaftsinteressen das Zentrum sich nicht, wie einst im Diese Verschärfung des Kampfes und das direkte Ein- Kulturkampf, gegen das protestantische und neuheidnische" greifen Roms in ihn ist begreiflich, handelt es sich doch keines- Unternehmertum abschließe, sondern den neuen Verhältnissen wegs in dem Streit, wie die Köln . Voltsztg." glauben machen Rechnung trage, das heißt dem mehr oder minder Als der Bischof Stopp, der bisher in dem das kleritale will, nur um bloße Nörgelei und Strakeelsucht der Berliner " liberalen Unternehmertum die Hand biete Lager entzweienden Richtungsstreit als Protektor und Heer- und ihrer im Lande verstreuten Anhänger, auch nicht bloß um zur Sammlung gegen die immer anspruchs- rufer der sogenannten Berliner Richtung gegolten hatte, zu die christliche Gewerkschaftsfrage, sondern um materielle Macht voller werdende sozialdemokratische Ar­Grabe getragen wurde und an seiner Stelle der bisherige und Interessenfragen, die für die römische Kurie von höchster beiterschaft. Daher der Schrei der Zentrumsblätter Bischof Bertram von Hildesheim zum Fürstbischof von Bedeutung sind. nach Wahrung der Parität bei der Besetzung der Breslau erwählt wurde, glaubte nicht nur so manches libe- Seit die römische Kirche im vorigen Jahrhundert neues Staatsposten! Daher auch der immer wieder auftauchende rale Blatt, sondern auch mancher Zentrumspolitiker, der Leben in ihren welten Gliedern verspürte, ist sie bemüht ge- Ruf nach Sammlung aller konservativen und gemäßigt- libe­Kampf zwischen Kölnerei" und" Berlinerei" werde wesen, ihre Kolonnen fest zu formieren, den Einfluß aller ralen Gruppen gegen die destruktiven Elemente", wie ihn alsbald gemäßigtere Formen annehmen und schließlich viel freieren liberalen heute fagt man, modernistischen" An- fich das Hauptblatt der Kölnerei", die Kölnische Volksztg.", Teicht gar einschlafen. Recht schöne, aber irrige Hoffnungen. schauungen auf diese durch möglichste Abschließung der jegt alle Naselang leistet! Der Streit hat, wenn auch das Kampffeld sich veränderte, Gläubigen zu brechen und der sogenannten heidnisch- liberalen Dieser Politik steht aber die fonfessionelle Abgeschlossenheit im Gegenteil noch heftigere, rücksichtslosere Formen ange- Philosophie, besonders der liberalen Gesellschafts- und Staats- der Zentrumspartei entgegen, ihr spezifischer Charakter als nommen. Hielt Romt sich bisher mehr im Hintergrunde und theoretit, eine feste dogmatische Glaubenslehre entgegenzustellen einer rein katholischen Partei, eines Instruments Roms zur ließ es seine vorgeschickten Tirailleure für seine Machtan- die Kirche also als eine gegen den modernen Geist gefeite, in sich Durchfeßung römischer firchenpolitischer Interessen. Deshalb fprüche fämpfen, so ist es jetzt selbst auf den Kampf- geschlossene Macht zu stabilieren. Diesem Zweck diente nicht Bachems Aufruf: Heraus aus dem Turm!" play getreten. Während im Zentrum die Kölnerei", nur ein der liberalen Aufklärung bewußt entgegengesetter Solche verschiedenen Interessen sind es, die das Auf und der Bachemismus", immer mehr Einfluß erlangt hat Ausbau der alten Dogmatit( erinnert sei hier nur an das Ab im fleritalen Streit bestimmen. Der Kampf zwischen und es ihr durch terroristische Pression nicht nur Dogma von der unbefleckten Empfängnis Mariä und von Berlinerei" und Kölnerei" ist demnach im Grunde genommen gelungen ist, die Zentrumsfrattion des Reichstages unter ihr der Unfehlbarkeit des Papstes) und die strenge Verpflichtung ein Streit zwischen den Machtansprüchen der römischen Sturie och zu beugen, sondern auch die frondierenden Elemente im aller katholischen Priester und Lehrer auf diese Dogmatit, und den Bourgeoiselementen des Zentrums, die größtenteils Lande so ziemlich zum Schweigen zu bringen, setzt die nicht nur die völlige Beugung des höheren und niederen politisch noch weit reaktionärer sind als das nationalliberale römische Inderkongregation eine gegen die Berliner " Quer- auswärtigen Klerus unter den neuvertündeten päpstlichen Unternehmertum. treiber" gerichtete Broschüre eines der hervorragendsten Zen- Universalepistopat, sondern auch das fortgesetzte Eingreifen trumsführer auf den Inder, des anerkannten Zeiters des des Papstes durch Enzykliken( Rundschreiben) in die welt­badischen Zentrums und hochgeschätzten Mitarbeiters der lichen Streitfragen. Vornehmlich wird darin in immer ziel­tölnischen Volksztg.", des Geistlichen Rates, Pfarrers und bewußterer Weise die kirchliche Lehre verkündet, daß nicht Gymnasiallehrers Th. Wacker, der mehr als ein Menschenleben nur der Papst über die das sogenannte Seelenheit be- Ein Triumph der Sozialdemokratie. hindurch für die Herrschaft des Kleritalismus in Südwest- treffenden Glaubensfäge zu befinden habe, sondern auch den deutschland gekämpft hat. Und warum? Weil Wacker am Statholifen ihre politischen Anschauungen und Handlungen In sehr ausführlicher Weise nimmt die bürgerliche Presse 15. Februar d. 33. in einer gegen die Quertreibereien" ein- vorschreiben fönne. So heißt es 3. B. in der Enzykitka Stellung zu den bisherigen Ergebnissen des Soldatenmiß­berufenen Eſſener Protestversammlung die Worte gesprochen De civitatum constitutione christiana"( über die christliche handlungsprozesses. Einen Triumph der Sozial. hat, die er nachher auch in seiner Schrift( einem ergänzenden Staatsordnung) vom 1. November 1885: demokratie" konstatiert die Vossische Zeitung". Bericht seiner Rede) aufnahm: Das Zentrum fann keine Sie höhnt den Kriegsminister: fonfessionelle Partei sein, die der Autorität der Kirchlichen Würdenträger unterſtellt ist. Bei allem Respett und bei aller Ergebenheit gegen die Kirche und ihre Führer müssen wir mit aller Deutlichkeit sagen: Das geht nicht um der Kirche selbst willen".

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Diese wenigen Worte, die zudem gar nicht als eine ernst­liche, offene Auflehnung gegen die Gewalt der Kirche in zeitlichen Dingen" und die von Rom beanspruchte Aufsicht über das Verhalten der, katholischen" Parteien zu be­trachten sind, sondern rein tattischen Erwägungen entsprangen, genügten der römischen Kurie, die Wackersche kleine Schrift am 1. Juni d. J. auf den Inder zu setzen, d. h. sie als ein Schriftwerk zu fennzeichnen, daß durch seinen der fatholischen Kirchenlehre widersprechen­den teherischen Inhalt das Seelenheil der Satholiten gefährdet und deshalb vom fatholischen Zaien nicht gelesen werden darf.

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Was ihre( der Katholiken) Meinung angeht, so haben sie allem und jeglichem ohne jeden 3 weifel beizu­stimmen, was immer die römischen Päpste ge= lehrt haben oder noch lehren werden, und auch in der Deffentlichkeit, wo dieses erforderlich ist, sich dazu zu be­fennen. Namentlich aber sollen sie bezüglich der sogenannten freiheitlichen Errungenschaften der Neuzeit auf den Ausspruch des Apostolischen Stuhles hören und alle, ohne Ausnahme, sich nach seinem Urteile richten."

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Und in der 1890 erschienenen Enzyflifa De praecipipuis civium christianorum officiis"( von den wichtigsten Pflichten christlicher Bürger) wird erklärt:

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Sonach besteht die politische Klugheit der Privatpersonen wesentlich darin, die Anordnung der rechtmäßigen Gewalt ge­wissenhaft zu vollziehen. Dieses wohlgeordnete Verhältnis muß umsomehr in der Kirche herrschen, je zahlreicher die Gegenstände sind, welche die politische Slugheit des Papstes umfaßt. Er hat ja nicht bloß die Kirche zu regieren, sondern allgemein auf die Handlungen ihrer Mitglieder, Christen, ordnend einzuwirken, damit diese Hoff­nung schöpfen fönnen, dadurch wirklich das ewige Ziel zu er langen. Hieraus folgt, daß außer der größten Einmütigkeit im Denfen und Handeln auch das achtungsvolle Vertrauen zur Weis­heit der Stirchengewalt in der Behandlung politischer Angelegen­heiten eine Pflicht ist."

Nach dem Prozeß.

Es ist ganz anders gekommen, als sich der Kriegs­minister hat träumen lassen. Das Unglück, das er bei seiner ersten Zabern - Rede hatte, ist ihm bei seinem ersten Versuch im Gerichtssaal treu geblieben. Oder war es der zweite Versuch? Richtig, das hoffnungsvolle Debut war ja wohl der Remonte= prozeß, der plöblich inmitten einer peinlichen Beweisauf­nahme abgebrochen werden mußte, weil ein Oberstleutnant, dessen Zeugnis mit Spannung erwartet wurde, auf absehbare Zeit bernehmungsunfähig geworden war. Die Ergebnisse der Ber handlung waren derart, daß die treuzztg." bittere. Worte ver­öffentlichen fonnte, nicht gegen die Sozialdemokratie, sondern gegen die Organe der Militärverwaltung. Und nun ist der zweite Prozeß ebenfalls abgebrochen worden, und man weiß nicht, wann er wiederaufgenommen wird, und die Sozialdemokratie freut sich eines Triumphes, während nationale" Blätter schivere Vorwürfe gegen den Kriegs­minister und den Reichskanzler erheben, daß sie die rote Prima­donna vor den Kadi zitierten und als Heldin, als neue Jung­frau von Orleans misten auf die Szene stellten"."

Und diese Blamage, meint das Blatt, war doch völlig unnötig. Nur ein Teil der Mißhandlungen komme zur Kenntnis der Militärbehörde. Deshalb mußte vorausgesehen werden, daß die Angeklagte einen sehr umfangreichen Ent­lastungsbeweis antreten, der unter Umständen zu ihrer Frei­sprechung führen werde. Aber selbst eine Verurteilung hätte den Schaden nicht wett gemacht, den die langwierige öffent­liche Feststellung der einzelnen Weißhandlungen machen müſſe eine Bemerkung, die freilich nicht liberal ist. Denn die Aufdeckung der Mißhandlungsfälle kann feinen Schaden, sondern nur Nußen für die Bekämpfung des militaristischen Systems und seiner Folgen bringen.

Dann fonstatiert das Blatt, daß die Verschleppung des Verfahrens nicht der Verteidigung zuzuschreiben sei, während der Staatsanwalt auf der Vertagung bestand, um sich schließlich mit berechtigter Schärfe gegen den Versuch des Kriegsministers zu wenden, dem Gericht Vorschriften über den Umfang der Zeugenvernehmung zu machen. Zum Schluß sagt das Blatt:

Eine schwere Diskreditierung des siebzigjährigen Zen­trumsführers und zugleich seiner Partei. Und gegen dieſe Bloßstellung und Anklage der versteckten Häresie( der kezeri­jchen Irrlehre) wagte der mutige Löwe von Zähringen " und feine Partei ein Zeichen der völligen Ab­hängigkeit von Rom - nicht den geringsten Einspruch. Wacker erklärte vielmehr, als gehorsamer Sohn seiner Kirche Bemerkenswert ist, daß nach den Angaben der Unita füge er sich dem vom Papst gutgeheißenen Verbot seiner Cattolica" die Schrift Waders vornehmlich wegen Schrift, finde aber darin keinen Anlaß, nicht seinen Stampf Verstoßes gegen diese beiden Enzykliten auf für die heiligen Rechte der katholischen Kirche in Baden den In der gefeht worden ist. fortzusetzen, während die badische Zentrumsfraktion in Außerdem juchte die römische Kurie in den verschiedenen iveiser Vorsicht jede Zustimmungserklärung zu der konstitutionellen Staaten die Bildung sogen. katholischer Par­bon Bader ausgesprochenen Meinung über die Selbständig- teien zu fördern, die unter der Direktive Roms die speziellen teit des Zentrums als politische Partei vermied und sich katholisch- firchlichen Interessen vertraten und Rom einen indi­lediglich darauf beschränkte, ihrem alten Führer ihr Vertrauen retten Einfluß auf das Staatsregiment sicherten: ein Bestreben, zu versichern. das sich um so mehr geltend machte, je mehr Rom seinen Doch diese, der Kölnerei" erteilte deutliche Lektion ge- früheren direkten Einfluß auf die Regierungen Frankreichs , nügte dem Vatikan nicht. Er fand nicht nur keinen Anlaß, Spaniens , Portugals und Desterreichs verlor. einzuschreiten, als die vatikanische Presse, voran die Unita Mit dieser Abficht, von Rom aus vermittelst katholischer Cattolica", an die Aufnahme von Wackers Schrift unter die Parteien ihre politischen Machtansprüche durchzusehen, mußte verbotenen fegerischen Schriften allerlei das Zentrum ver- aber die römische Kurie notwendig in einen Gegensatz zu der dächtigende Erläuterungen fnüpfte, der Papst schrieb auch, Zentrumspolitik geraten, als das Zentrum, das einst energisch als der Bischof Archi von Como sich in einem Hirtenbrief die Reaktion der städtischen katholischen Mittelschichten und allerlei zwar formell an die Adresse des Liberalismus, tat- der katholischen Bauernschaft gegen die aufsteigende kapita­fächlich aber gegen die deutsche Zentrumspartei gerichtete An- listische Wirtschaftsweise vertreten hatte, nach Beendigung des griffe und Verdächtigungen erlaubte, diesem Kampfluſtigen ita- Stulturkampfes zu einer großen politischen Partei wurde, in lienischen Bischof einen Brief, in dem er ihm seine besondere deren Reihen sich immer mehr eine kapitalistische katholische Unerkennung und sein Wohlwollen aussprach. Und doch heißt Bourgeoisie entwickelte, die, vor allem im industriellen Rhein­es in diesem Hirtenbrief ohne Umschweise, daß der Reichs- land, die Befriedigung ihrer speziellen Interessen forderte. ausschuß der Zentrumspartei Deutschlands Sie hatte nichts dagegen, wenn der Kampf auch für die erfüllt sei vom Geiste des Ungehorsams, sogen. Rechte der Kirche geführt wurde; in erster Reihe falscher Freiheit und Unabhängigkeit"! follte aber die Macht des Zentrums dazu Eine indirekte Verurteilung des bekannten Erlasses des ausgenugt werden, den wohlhabenden entrumsparteilichen Reichsausschusses, der höchsten Zentrums- fa tholischen Zentrumspolitikern eine ähn­instanz, gegen die Quertreiber. Und mit diesen dem Zentrum liche und seinen Leitern applizierten Ohrfeigen scheint Rom sich zu noch nicht begnügen zu wollen. Wenn nicht gewisse Anzeichen bisher diesen in und Posten vorbehalten, so verlangte nun v. Falkenhayn sich auf dem Rüdzuge befindet:

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borteilhafte Stellung i m Staat berschaffen wic den Konservativen. Blieben alle befferen Staatsanstellungen, alle

bereins für das katholische Deutschland in München- Gladbach, geoisie, daß auch ihre Sprößlinge in gleicher

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das

an einen direkten Schlag gegen die Zentrale des Volts- die im Zentrum zur Vorherrschaft gelangte katholische Bour­bachemitische Generalstabsquartier der fölnischen Richtung. Weise bei der Besetzung der staatlichen und erleben wir es demnächst, daß sogar einige Schriften kommunalen Posten berücksichtigt würden.

Bielleicht

" Und wie denkt sich der Herr Erste Staatsanwalt die weitere Entwicklung?" So fragte der Vorsißende. Eine bin­dende Erklärung kann ich nicht abgeben," erwiderte der Vertreter der Anklage. Er hat aber die bestimmte Erwartung", daß als= bald nach den Gerichtsferien eine Aufnahme der Verhandlung möglich sei. Die bestimmte Erwartung" wird be= stimmt unerfüllt bleiben. Und wenn es über kurz oder lang wirklich zur Fortsetzung kommt, wie soll dieser Pro­zeß enden? Die 1013 Zeugen fönnen um abermals 1013 vermehrt werden; auf die eine Vertagung kann die zweite und dritte folgen, unabsehbare Gerichtsdramen über die Kasernen­dramen, zum Schaden für die Armee, zum Schaden für das Reich und dabei ohne jede Gewißheit, daß eine Verurteilung der Angeklagten erfolgt. In der Tat, die Sozialdemo= fratic hat Glück, und nicht sie sieht der Fort= sezung des Prozesses mit Sorgen entgegen, sondern die Regierung und insonderheit der starke Mann", der übel beraten war, als er sich an den Staatsanwalt wandte.'

Auch die Morgenpost" konstatiert, daß Herr

Herr v. Faltenhahn war nicht gut beraten, als er diesen Prozeß anstrengen ließ. Wollte etiva Herr v. Falkenhayn auf dem Wege eines Beleidigungsprozesses das Heer von der schweren Anklage reinigen, daß in seiner Mitte sich schwere Miß­handlungen ereignen? Ein Versuch mit untauglichen Mitteln.