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Nr. 193. 31. Jahrgang.

2. Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Parteiangelegenheiten.

Zweiter Wahlkreis. Großes Voltsfest morgen, Sonn­

Nein, ich bin der älteste!" antwortete der Zehnjährige. Wie viel Kinder seid Ihr?"

Acht."

" Ich fragte nicht weiter. Ich wußte genug. Die Kleinen tag, bon 3 lhr an in der Berliner Bodbrauerei, amogen ihres Wegs. Lange noch blidte ich den beiden nach. Tempelhofer Berg. Gartenkonzert, Liedervorträge, Turner- und Freuten sich diese Kinder auch auf die Ferien? Waren Radleraufführungen, Kinderspiele, Kaffeeküche usw. Bei Eintritt der diese auch für sie eine Erholung? Dunkelheit Kinematograph. Von 6 Uhr an im Saale : Großer Ball. Immer, wenn ich jetzt von Ferien höre oder lese, muß ( Tanzgebühr für Herren 50 Pf.) ich an diese beiden Knaben denken und stets klingt es mir in den Dhren: " Fliegenfänger!"

Billettvorverlauf an den bekannten Stellen 20 f., an der Kaffe 30 Pf. Programm gratis.

Der Bildungsausschus. Bierter Wahlkreis. Die Mitglieder der 19. Abteilung ber­anstalten am Sonntag, den 19. Juli, vormittags 10 Uhr, einen Ausflug nach Friedrichsfelde , Lindenpart. Beginn der Kinderspiele pünktlich 2 Uhr nachmittags.

11.30 Uhr.

Neukölln. Die Erlursionspartie der Jugendsektion nach Chorin findet am Sonntag, den 19. d. Mts., statt. Treffpunkt Stettiner Bahnhof; Abfahrt Sonnabend, den 18. d. Mts., abends pünktlich trag. Abfahrt: Bahnhof Lichtenberg- Friedrichsfelde 8.45 morgens Lichtenberg , 19. Abt. Morgen Sonntag: Ausflug nach Heide­nach Biesdorf. Treffpunkt für Nachzügler: 1 Uhr Heidekrug. Hohen- Schönhausen. Am Montag, den 20. d. Mts., findet ein gemeinsamer Ausflug der Genoffinnen nach Tegel statt. Treffpunkt früh 8 Uhr bei Reyher , Berliner Str. 93. Für Nachzügler Restaurant Seeschlößchen, Tegel . Bei ungünstigem Wetter findet die Bartie acht Tage später statt.

Biesborf. Die Genoffen, welche im Befitz von Teilnehmertarten zum Besuch des Botanischen Gartens find, treffen sich Sonntag, mittags 1 Uhr, am Bahnhof Biesdorf .

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Berliner Nachrichten.

Brillant- Feuerwerk.

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Verschwundenes Radium.

Sonnabend, 18. Juli 1914.

nach Lage der Sache geschafft werden können. Beschränkt sich der Verein lediglich hierauf, so erfüllt er einen guten 8wed und auch wir werden dem Verein unsere Sympathie zuwenden. Berfolgt er aber eine Zendens, die sich gegen die aufstrebende Arbeiterschaft wendet, so werden wir ihn unter allen Umständen bekämpfen.

Neuerwerbungen des Reichs- Postmuseums. Neuerwerbungen zu verzeichnen. Der Automobilbetrieb der Das Reichs- Postmuseum hat zahlreiche und interessante Post wird jetzt durch zwei Modelle veranschaulicht, den eines Wagens für 12 Reisende und den eines elektrisch betriebenen dreirädigen Briefwagens, wie er nicht blos in Berlin , sondern Im vorigen Monat warf in einem Charlottenburger Sana- neuerdings auch in Köln , Düsseldorf , Leipzig , Breslau und torium ein Diener unvorsichtigerweise für 20 000 M. Radium in anderen Großstädten von der Reichspost verwendet wird. den Ausguz. Trotz allen Suchen konnte man das wertvolle Heil- Auch die neuen 17 Meter langen vierachsigen Bahnpostwagen mittel nicht wieder herbeischaffen. Für 20 000 m. gibt es nicht viel mit Schutzabteilen find jetzt durch ein Modell vertreten. Aus Radium. Am Mittwoch warf ein Batient der Charité unbewußter- dem modernen Betrieb ist ferner eine Universal- Briefstempel­weise für 16 000 m. Radium in einen Abort. Obwohl die Direktion maschine ausgestellt, die Halbstempel auf der rechten oberen fofor talle Abflugrohre sperren ließ, ist es nicht gelungen, das Radium Hälfte der Brieffendungen liefert. Beim Telegraphenbau Dr. Maser folgende Mitteilungen über den Berlust gemacht:" Der direktionsgebäude in Düsseldorf und in Posen sowie des wieder aufzufinden. Der Vossischen Zeitung" hat der Oberarzt findet man jetzt das Muster eines Kabelwagens für Straßen­ Der berkehr. Die Posthausmodelle sind durch die Ober- Boft­Verlust des Radiums wurde gegen 12 Uhr mittags entdeckt. Dem Patienten waren am Tage zuvor 50 Milligramm Radium in den Bostamts in Daressalam vermehrt. Das Verkehrsleben der Darm auf die übliche Weise eingeführt worden. Der Batient hatte deutschen Schutzgebiete zeigt eine Sammlung von 250 Bildern. die Anweisung erhalten, unter feinen Umständen das Bett zu ver- Die Bildersammlung hat wertvolle Ergänzungen durch eine laffen. Diese Vorschrift hat er jedoch nicht beachtet. Mittags ausgezeichnete Arbeit von Otto Antoine , die Postberladestelle gegen 12 Uhr fuchte er einen Abort auf. Der Patient hat dann am Schlesischen Bahnhof , und ein Bild von Franz v. Lenbach Neut ausgestellt sind Abdrücke eines römischen das Hefapflaster gewaltsam abgerissen und das Radium in die erhalten. Abflußröhre geworfen oder gleiten lassen. Er gibt an, über die Siegels, schwedische Dienstabzeichen, ein Bild der Zentral­Bedeutung des Radiums und seinen Wert nicht unterrichtet gewesen Telegraphenstation" in Berlin von 1862 usw. zu sein. Eine große Anzahl von Arbeitern suchten sofort nach Bekanntwerden des Verlustes die Abflußröhren ab, doch hatten ihre Bemühungen bisher keinen Erfolg. Das verloren gegangene Radium besitzt einen Wert von nahezu 16 000 M."

Frisch gestrichen.

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Es wäre dech anerkennenswert, wenn auf das Bublifum Rüdsicht genommen würde, zumal im Osten, der meist von Proletariern frequentiert wird. Denn deren Lumpen", die sie am Leibe tragen, find teurer und bitterer erstanden als Samt und Seide der Reichen. Daß bei so startem. Verkehr und so mangel­hafter Schutzvorrichtung ein Schaden sich nicht bermeiden läßt, werden nicht nur meine Prinzen" bezeugen tönnen."

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Tödlicher Unfall auf dem Bahnhof Wuftermart.

Ein Opfer seines Berufes ist der 27jährige Rangierer Ewald Klatt aus der Ruhlebener Straße 3 in Spandau geworden. R., der auf dem Rangierbahnhof Bustermart angestellt war, hatte in der letzten Nacht Rangierdienst und hatte mehrere auf verschiedenen Schienensträngen befindliche Personenwagen zusammenzufoppeln. Beim Ueberschreiten der Gleise kam der Rangierer in der Dunkelheit au Fall, als eine Lokomotive auf demselben Gleis herannahte. Un­glüdlicherweise blieb K. mit dem Stiefel in der Weiche steden und bermochte fich trok verzweifelter Anstrengungen nicht mehr recht­geitig zu befreien. Er wurde von der Maschine überfahren und buchstäblich germalmt, sodaß der Tod auf der Stelle eintrat.

Opfer des Badens.

sonalien noch nicht ermittelt werden konnten. Es handelt sich um Bei Pichelswerder sind zwei Männer ertrunken, deren Per einen etwa 24jährigen und um einen 60jährigen Mann, von denen der erstere im Freibad bei Pichelswerber, der andere beim joge­nannten Gemünde am Leuchtturm gebadet hatte. Beide scheinen einem Herzschlage erlegen zu sein. Die Leiche des jüngeren Ber­unglüdten fonnte noch nicht gelandet werden. In der Ortschaft Schöpfurth bei. Eberswalde wollte der 17jährige Sohn des Be­fizers Bartel in einer Tongrube ein Bad nehmen. Kaum war er ins Wasser gegangen, als er vor den Augen mehrerer Bekannter lautlos unterging. Obwohl unverzüglich Rettungsversuche gea macht wurden, tam die Hilfe zu spät. B. fonnte zwar bald, jedoch nur noch als Leiche geborgen werden. Ebenfalls in einer Ton grube extrunten ist gestern der 2jährige Gärtnergehilfe Ernst Brundtte aus Borgsdorf . Der junge Mann hatte in den dortigen Tongruben der Boden- Aktien- Gesellschaft ein Bad genommen und war im Begriff, das Wasser zu verlassen, als er plöglich mit lautem Aufschrei versant. Seine Leiche fonnte erst nach längerem Suchen gelandet werden. Beim Schwimmen in der Havel fand der 10jährige Sohn des Arbeiters Bück aus Havelberg den Tod im Wasser. Der Knabe hatte mit anderen Schultameraden ge= badet, und beim Schwimmen überschäßte er seine Leistungsfähig­unter und ertrant. 3m Straussee mußte der 16 Jahre alte feit. Es verließen ihn plötzlich die Kräfte, und der Knabe ging Bureaulehrling Ernst Urban sein junges Leben lassen. U. ertrant in der Nähe der Badeanstalt.

Ein Leser schreibt uns:" Auf der Station Stralau- Rummels­Die alte Sitte, aur Volksbeluftigung an schönen Sommer- burg, Bahnsteig D, werden Malerarbeiten ausgeführt. Frisch abenden ein Feuerwerk abzubrennen, ist noch nicht aus- gestrichen!" zeigen gelbe Bettel an, deren awei an jedem neu ge­gestorben. Es gab vor Jahrzehnten eine Periode, in der gestrichenen Pfeiler befestigt sind. Leider reicht die Breite dieser wisse große Vorortslokale, bespielsweise der Sterneder" in Bettel nicht um einen ganzen Pfeiler, z. B. ist Süd" und" Nord" Weißensee und der Spandauer Bock" hinter Westend , durch bebedt, so starrt aus Ost" und West" das frische Schwarzgrau ihre großartigen Feuerwerke, die durch die örtliche Lage der schadenfroh hervor und freut sich der Fliegen", die daran fleben Lokale sehr begünstigt waren, einen Ruf genossen. Der Bod" bleiben fönnten. Zwei dieser Fliegen waren meine Jungen, denen schwamm an diesen Abenden in einem Meer von buntem Licht, Mutter zur Feier des schönen Ferientages die hellen Anzüge so in dem sich die Wipfel des nahen Grunewaldes pittoresk ab- nobel hergerichtet hatte, daß man diese kleinen Herren, wenn sie zeichneten. Auch der dem Berliner Norden vorgelagerte mit" besserem Gefolge" versehen gewesen wären, beinahe für Weiße See " eignete sich in tiefer Lage, von hohen Bäumen Prinzen gehalten hätte. Nun mußten sie, da fie teine Prinzen umrahmt, vorzüglich für solche Lichteffekte. Immer neue find, mit dem von einem preußischen Eisenbahnpfeiler ihnen auf Tausende zogen gen Nord und West und wurden nicht müde, den Popo aufgedrückten Schandmale der schönen Waldlandschaft die Lichtwunder der pyrotechnischen Kunst zu bestaunen. von Friedrichshagen , die unser Ziel war, und anderen Menschen­Mit dem Siegeslauf des elektrischen Lichts kam es anders. findern zeigen, wie liebevoll preußische Eisenbahnpfeiler die Güte Es schien, als ob das Publikum von Feuerwerk übersättigt ihrer Farben empfehlen. Ich möchte die Eisenbahndirektion war oder in den elektrischen Lichtfluten, die ja heute auch in fragen: Ist es nicht möglich, die Arbeiten des Nachts ausführen allen Farben schillern, einen viel schöneren Ersatz fand. Erst zu lassen? Bei dieser Witterung wäre dann morgens doch alles neuerdings wieder ist aber die Sitte mehr zu Ehren ge- getrocknet. Wenn nicht: Können diese Pfeiler( es kommen immer kommen. In der Zwischenzeit haben die Feuerwerksfünstler nur einzelne in Betracht) nicht mit dem so billigen Drahtgeflecht große Anstrengungen gemacht, haben nichts vergeffen und umgeben werden? manches hinzugelernt. Wasser muß natürlich dabei sein, um die Szenerie zu beleben, anders gehts faum, wenn Massen publikum angezogen werden soll. Statt des leichtgebauten Flosses, mit dem man sich früher behalf, fahren ein paar zum Ausschlachten bestimmte alte Spreezillen vor, die sich mit Hilfe von Kulissen in ein regelrechtes Panorama verwandeln. So kann die Pyrotechnik einen Ausbruch des Vesuv ", einen Sturm auf Port Arthur", den Untergang von Messina" oder sonst etwas Historisches vortäuschen, das immer noch die Illusionen empfänglicher Gemüter entzückt. Die Kunst, Leuchtfugeln und Raketen in mächtigen Bündeln in die Luft Botanische Garten in Dahlem in feinen mächtigen So biel Schönes und Interessantes auch gegenwärtig der sprühen zu lassen, hat sich erstaunlich entwickelt, so daß man Freilandkulturen, pflanzengeographischen Anlagen usw. bietet, auch bei großen Ansprüchen an solchem modernen Schauspiel so empfiehlt sich doch gerade in der jetzigen Zeit auch ein feine Freude haben kann. Die Sonnen" find zu feurigen Besuch der großartigen Gewächshausanlagen und insbesondere Riefenrädern geworden, die Kanonenschläge krachen wie aus des herrlichen großen Tropenhauses, das uns in einer hundert Feuerschlünden, geben eine ganz fleine Vorstellung Bollendung und Ausdehnung, die auf der ganzen Welt nicht Eine erregte Szene spielte sich am Mittwoch in Treptow ab. von der massenmordenden Kriegsfurie, die mit Sekunden- ihres gleichen haben, das echte Bild eines tropischen Ur- Seit acht Monaten war der Schlosser Spieß mit seiner 26 Jahre schnelle Hunderte von Menschenleibern in Stücke zerspringt. waldes vor Augen führt. Unter den dort befindlichen alten Ehefrau Margarete verheiratet und wohnte seitdem in der Und dazwischen, um die aufgepeitschten Nerven zu beruhigen, Tropengewächsen darf gegenwärtig ganz besonderes Interesse Köpenider Landstraße 147. Die Ehe war von Anbeginn unglücklich. wieder etwas Harmloses: am Red vollführt ein aus mehr- ein Eremplar der Pflanze Heliconia humilis mit ihrer Wiederholt verließ die Frau auf furze Zeit ihren Mann. Nachdem farbigen Feuerwerkskörpern gebildeter Kraftmensch die seltenen wundervollen Blüte beanspruchen. Diese Pflanze fie jest wieder 14 Tage weggewesen war, lehrte sie Mittwoch nach Nur den patriotischen und nationalen Alimbim nebenbei gehört zu den nur in den Tropen vorkommenden so- mittag gegen 4 Uhr heim. Plötzlich öffnete fich das Fenster des Nur den patriotischen und nationalen Klimbim nebenbei genannten ornithophilen Blumen oder Vogel- Speisezimmers im dritten Stock und Frau Spieß sprang auf den fann man sich noch immer nicht abgewöhnen. Die feurigen Blumen. Während bei uns, wie allgemein bekannt, Hof hinab, wo sie schwer verletzt liegen blieb. Im Kreiskranken­Kronen und Breußenadler sind mehr als abgedroschen, fönnen die Befruchtung der Blüten zumeist durch die Insekten erfolgt, hause Brig , wo sie die Besinnung wiedererlangte, beschuldigte sie allenfalls noch den Jungdeutschlandbündlern mit obligater geschieht dies bei den Vogelblütlern der Tropen durch die ihren Mann, daß er fie bedroht habe, und daß sie aus Furcht aus Schlachtmusik vorgesetzt werden. Unsere regierenden Stolibris und Honigvögel, die den Pollen von Blüte zu Blüte dem Fenster gesprungen sei. Infolgedessen wurde der Mann von Nationalen, die auf dem Pulverfaß fizen, machen doch schon tragen. Der Nettar dieser Blumen ist tief geborgen und fann der Treptower Polizei einstweilen in Haft genommen. genug patriotisches Brillantfeuerwerf, allen voran der schmurr- nur durch die langen dünnen Schnäbel dieser Vögel erreicht bärtige Kriegs- Pyrotechniker aus der Leipziger Straße , der werden. Die schöne Blüte dieser Tropenpflanze, die eine ganz Im Schwimmbad ertrunken ist der 14 Jahre alte Fortbildungs­sich an seinen verpuffenden Raketen eben erst so hübsch die eigenartige zwischen Karmoisin und Purpur stehende leuchtende schüler Otto Windisch aus Charlottenburg , Kaiserdamm 17. Der Finger verbrannt hat. Farbe aufweist, besteht eigentlich aus fünf etagenweise aus Snabe nahm als Mitglied des Vereins Jungdeutschland" mit einander emporgewachsenen Blüten; mehr Etagen gestattet anderen Knaben Schwimmunterricht in der Badeanstalt der Garde auch hier die Bauordnung nicht. Diese feltene Blume allein pioniere in der Köpenider Straße. Als am Mittwochabend die An­ist es schon wert, daß man jezt dem großen Tropenhaus einen ftalt geschlossen wurde, entdeckte man, daß die Kleider des Knaben noch am Riegel hingen, er aber verschwunden war. Donnerstag abend Besuch abstattet. nun wurde die Leiche geborgen, von der Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.

Riesenwelle.

Ferien!

Vom Anfang der Schulferien an höre ich jetzt jeden Morgen um die bestimmte Zeit auf dem Hofe eine Kinder­stimme rufen: Fliegenfänger! Stück fünf Pfennige!"

Ich trete ans Fenster und sehe auf dem Hofe zwei

Sagt mal, Kinder," begann ich zu fragen, wer schickt Euch

denn?"

Niemand," antworteten die beiden.

Eine feltene Blüte.

Nochmals der Schuhverband der Schwerhörigen. In seinem letzten Monatsblättchen unternimmt der Schußverband

Ehetragödie in Treptow.

Ein Opfer der Klatschsucht.

Ein schwerer Straßenunfall ereignete fich gestern nachmittag am Knaben im Alter von vielleicht zehn und acht Jahren. Wahr der Schwerhörigen den Bersuch, unfere Kritik über die Tendenz des Halleschen Zor. Als dort der 16 jährige Schlosserlehrling Emil scheinlich sind es Brüder. Ihre Kleidung ist sehr ärmlich. Bereins als abwegig hinzustellen. Hennig aus der Wassertorstr. 16 den Fahrdamm überschreiten Beide tragen über der Schulter eine Stange, an der die Leim- Vereins als abwegig hinzustellen. Das tut das Blättchen, ohne wollte, wurde er von einer Automobilbroschte erfaßt. Dabei er­tüten befestigt sind. Die Blicke der Kleinen irren von Fenster auch nur im geringsten die von uns geführten Tatsachen ernstlich au litt er einen derartigen Stoß, daß er unter den Vorderperron zu Fenster der Mietstaserne, feines aber öffnet sich und so widerlegen. Es lohnt nicht, darauf einzugehen. Was da geschrieben eines gerade vorüberfahrenden Straßenbahnwagens geschleudert ziehen die jugendlichen Händler weiter. wird, ist leeres Gerede, bestimmt, den Kern der Sache zu ver- wurde. Im schwerverlegten Zustande wurde er in ein Krankenhaus Vor kurzem erwartete ich sie. schleiern. Gegen die Hauptaufgabe des Verbandes, die jüngere gebracht. zu erziehen, hätten wir gewiß nichts einzuwenden gehabt, aber die Generation zu frohen, törperlich und geistig leistungsfähigen Menschen Säge, gegen die sich in der Hauptsache unsere Stritit richtete, ber- Bäfterzungen haben wieder einmal großes Unheil angerichtet. schweigt der Verband in seiner Erwiderung gefliffentlich. Die Die in Hohenschönhausen wohnhafte Ehefrau des Schlossermeisters Erziehung zur Gottesfurcht, heimat und Water- Mieride hatte sich Klatschereien, die in der Nachbarschaft un­Iandsliebe sind die Symptome die Symptome des Hurra gerechterweise über fie geführt worden waren, derart zu Herzen patriotismus, die die Jugend zu willenlosen genommen, daß in ihr der Entschluß reifte, sich das Leben zu und unfreien Menschen zu erziehen geeignet nehmen. Die Bedauernswerte vergiftete sich mit Salzsäure und sind und gegen die wir, soweit die arbeitende wurde in besinnungslosem Zustand nach dem Krankenhaus am Jugend in Frage Frage tommt, Einspruch erheben Friedrichshain gebracht, wo sie aber bald nach ihrer Einlieferung müffen. den Wirkungen des Giftes erlag. Bill der Verein ben Schwerhörigen nügen, fo muß er sich frei- Würde sich jeder zum Grundsatz machen, in Privatangelegen­halten von jeder politischen Tendenz und muß fich darauf be- heiten anderer sich nicht einzumischen, weil sie ihn nichts angehen, schränken, den Schwerhörigen die Erleichterungen zu schaffen, die würde manches bejser sein. Die Klatschfeuche scheint aber un

" Na warum geht Ihr denn dann mit diesen Fliegenfängern haufieren?"

Um Gelb zu verdienen."

Berdient Euer Bater kein Geld?"

Wir haben teinen Bater."

Wo ist er denn?"

Lot."

Und was macht Eure Mutter?"

Die ist trant.

Habt Ihr Geschwister?"

Ja."

Sind diese älter als Ihr?"