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Artikel

Gewerkschaftliches.

Krieg und Geschäft.

Nach der Bestürzung und Kopflosigkeit der ersten Tage und Wochen ist eine ruhigere Beurteilung der Lage eingetreten.

Die Zeutrale der Auskunftsstellen ist das Berliner Arbeiter­sekretariat, Berlin SO. 16, Engelnfer 15. Fernsprecher: Amt Morigplak Nr. 3733. Sprechzeit von 11 bis 12% und 6 bis 7 Uhr.

Die Adressen der übrigen Auskunftsstellen sind folgende:

Benau so wie in dem geschilderten Falle liegt es, wenn es 1 Mengen, die bor bent Kriege bon der Eisenbahn berfandt wurden, demokratischen Wahlvereine beschlossen, Auskunftsstellen zu fich um eine Alage handelt, bie auf Einhaltung eines erft zum befördert werden können. Durch die Mobilmachung find den errichten, um den Tausenden und Abertausenden, die über ihre 1. Oktober geschlossenen Mietvertrages handelt. Bechen Arbeitskräfte entzogen, die im Durchschnitt mindestens auf Rechtsverhältnisse in bezug auf staatliche und kommunale Darüber, wie es in dem Fall steht, wo der Mieter nicht zur ein Drittel der Belegschaft geschätzt werden können. Mit einem Unterstützung aus Anlaß des Krieges; über ihre Rechte und Arbeitermangel bon mindestens diesem Umfange ist für Fahne einberufen ist, aber infolge des Krieges und der damit vers die ganze Dauer des Krieges zu rechnen, da es bei der Eigenart lichten im Miets, Arbeits- und Dienstvertrage und anderer bundenen Arbeitslosigkeit in Not geraten ist, in einem späteren des Bergbaubetriebes nicht möglich ist, die unter den Waffen bürgerlicher Verhältnisse sich im Unklaren und Ungewissen be­stehenden Bergleute durch Arbeiter aus anderen Industriezweigen finden, Auftlärung zu fchaffen und den Angehörigen und Ar­oder durch ungelernte Arbeiter zu erseßen. Mit der plöblichen beitslosen mit persönlichem Rat zu helfen. Verminderung der Arbeitskräfte ist naturgemäß ein fofortiger Arbeitsvermittelung und Auszahlung von Unterstützungen Rückgang der Förderung verbunden gewesen, und wenn auch die findet an diesen Stellen nicht statt. Zechen in den nächsten Monaten alle für Aus- und Vorrichtung notwendigen Arbeiten möglichst beschränken und ihre Kräfte bor­nehmlich auf die Kohlenförderung richten, so muß doch mit einem erheblichen Rückgang des durchschnittlichen Arbeitseffettes der Be­legschaften gerechnet werden. Da die Lieferungen des Kohlensyn­dikats an das Ausland seit dem Beginn des Krieges fortgefallen find, könnte man zu der Auffassung gelangen, daß die jetzige För dermenge vielleicht ausreichen würde, den durch den Krieg erheblich verminderten Bedarf der meisten inländischen Gewerbezweige zu decken. Diese Annahme dürfte aber nicht zutreffen. Vor allem muß darauf hingewiesen werden, daß unsere hei­mischen Rechen, bevor sie den Bedarf der Industrie usw. befriedigen tönnen, zunächst die Ansprüche der Striegsmarine, der Eisenbahnen und der Kriegsmaterial aller Art und Lebensmittel Herstellenden Gewerbezweige decken müssen. Erst der nach Abzug dieser ge= waltigen Mengen verbleibende Rest kann den sonstigen privaten Verbrauchern zur Verfügung gestellt werden. Es ist daher wohl mit Sicherheit zu erwarten, daß für diese Verbraucher die Zufuhren von Kohlen auch fernerhin nicht wunschgemäß eintreffen werden, weshalb die Verbraucher gut tun werden, sich schon frühzeitig darauf einzurichten. Da also in den nächsten Monaten Kohlen voraussichtlich knapp werden, Koks dagegen in hinreichenden Mengen vorhanden sein wird, sollten sich die Kohlenverbraucher schon jetzt mit dem Gedanken vertraut machen, soweit es angängig ist, zur Deckung ihres Verbrauches statt der Kohle oder neben dieser auch Kots in größeren Mengen zu verwenden.

Da scheint es auch an der Zeit, darauf hinzuweisen, daß jetzt noch vieles gutgemacht werden kann, was in den ersten Tagen versehen worden ist. Bahlreiche Geschäfte haben ihren An­gestellten sofort gekündigt, zahlreiche Firmen alle Hilfskräfte sofort auf halbes Gehalt gefekt und zahlreiche Angestellte sind in Un­kenntnis der rechtlichen Verhältnisse auf unbillige Forderungen eingegangen. Es soll nicht verkannt werden, daß es für viele Ge­schäfte, die völlig lahmgelegt sind, ein großes Opfer bedeutet, ihren Angestellten das Gehalt oder einen erheblichen Teil desselben weiterzuzahlen, und daß es für alle schwierig ist, ihren Verpflich tungen nachzukommen. Aber auch sonst müssen geschäftliche Schwierigkeiten überwunden werden. Es geht nicht an, nur den Angestellten Opfer aufzuerlegen und selbst nichts zu leisten oder gar wohltätig fein auf Kosten der Angestellten. Eine bedeutende Schokoladenfirma, die durch den Krieg wenig oder gar nicht ge­schädigt wird, verlangt von ihren Angestellten, daß sie vom 1. August ab für das halbe Gehalt arbeiten sollen. Wie die Filial­Noch ein weiterer Grund dürfte dabei für sie bestimmend sein. Teiterinnen, die bekanntlich sehr mäßig bezahlt werden, das machen Durch Rückgang der Förderung und des Arbeitseffektes haben die sollen, sagt sie nicht. Ein mehrfacher Hausbefiber, der eine Sefre- Bechen mit verhältnismäßig ftart gestiegenen Selbstkosten zu rech tärin für die Verwaltung braucht, will sie ebenfalls nur mit halbem nen. Die meisten Bechen, die bei ihrer Förderung vor Ausbruch Gehalt weiterbeschäftigen und kündigt ihr, weil sie erft vom 1. Odgang ber Förderung bei gleichbleibenden Sohlenpreisen mit des Krieges einen Gewinn erzielen konnten, werden nach dem Zu­tober ab auf eine Kürzung eingehen will. Gine große Automobil und Flugzeugfabrik, die in ihrem erheblichen Verlusten abschließen müssen, weil es nicht möglich Verkaufskontor zwar nichts, desto mehr aber in ihrer Fabrik für Selbstkosten zu ermäßigen. Deshalb werden die Kohlenverbraucher die Heeresverwaltung zu tun hat und sehr wohl in der Lage wäre, fich darauf einrichten müssen, daß die Kohlenpreise eine ihre Angestellten durchzuhalten, kündigt ihnen und vermehrt die steigende Richtung einschlagen, wenn auch das Kohlensyn Schar der Arbeitslosen. dikat für die jetzt noch laufenden Vertragsmengen, die allerdings Aber es geht besser auch anders. Ein großes Haus der durch die Mobilmachung die in den Lieferungsbedingungen vor­Wäschebranche fürzt seinen Angestellten auch die Gehälter, gesehene Derabsehung erfahren werben, eine Preiserhöhung nicht aber erst vom 1. September ab und eintreten läßt. Die Entwickelung des Ruhrkohlenmarktes wird sich nur in mäßigen daher in der nächsten Zeit unter den jezigen Verhältnissen in der Grenzen, bei kleinen Gehältern um 10 Proz., bei den höheren Richtung bewegen, daß so blen knapp und teuerwerben, ſteigend bis 33% Proz., aber nicht darüber. Dafür verspricht es während Sofs in hinreichenden Mengen vorhanden ist. Es wäre. ben Angestellten aber, sie durchzuhalten und setzt sich in für die Brennstoffverbraucher nicht unvorteilhaft, sich schon jekt wohltuenden Gegensatz zu einem Belshause, das erst die Gehälter mit diesem Gedanken vertraut au machen. um zwei Drittel fürst und die Angestellten nachher doch entläßt. Eine große Konfektionsfirma, die unter der Kriegslage schwer Teidet, beschäftigt ihre Angestellten weiter, indem sie Kinderkleidchen anfertigen läßt, die billig abgegeben werden. Außerdem hat sie einen Bosten Wolle angetauft und läßt die unbeschäftigten weib­lichen Angestellten für die Krieger striden. Man spricht davon zwar nicht soviel wie von einer großen Geldspende an das Rote Kreuz; aber solche Handlungsweise ist doppelt wertvoll, weil sie Not berhindert.

Soziales.

Krieg ein Entlassungsgrund?

In ihrer legten Sigung hat auch die 5. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts unserer früher dargelegten Auf­fassung entsprechend erklärt, daß der Kriegsausbruch kein Entlassungsgrund ist.

Berlin . Juristische Sprechstunde des Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Berliner Verbandsbureau, Berlin SW. 68, Lindenftr. 8, III. Hof, Auf­gang IV, 3 Treppen( Fahrstuhl). Fernsprecher: Amt Morigplak Mr. 4740 und 4741. Sprechzeit von 9 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Winterfeldstr. 24. Fernsprecher: Amt Lützow 6488. Winterfeldstr. 24. Fernsprecher: Amt Lützow 6488. Sprechzeit von 9 bis

vorn 4 Treppen( Fahrstuhl), von 4-7 Uhr.

Bureau des Verbandes der Gemeinde- und Staatsarbeiter, W. 57,

4 Uhr.

Restaurant Johannes Thomsen. SW. 29, Gneisenaustr. 80. Fern sprecher: Amt Moritplatz 1408. Sprechzeit von 9-12 Uhr vormittags.

Bureau des Verbandes der Buchbinder, S. 59, Urbanstr. 63. Fern sprecher: Amt Morigplatz 8653. Sprechzeit von 10-2 Uhr. Bureau des Verbandes der, Schneider, S. 14, Sebastianſtr. 87/38. Fernsprecher: Amt Morigplat 9737. Sprechzeit. bon 9-1 Uhr.

Bureau des Verbandes der Maschinisten und Heizer, SO. 33, Stalizer

Straße 47/48. Fernsprecher: Amt Morikplatz 844, Sprechzeit von 2 bis 6 Uhr.

Bureau des Wahlvereins, Berlin IV, O. 17, Stralauer Plak 10/11.

Fernsprecher: Amt Königstadt 3759. Sprechzeit von 9-12 und 5-7 Uhr.

Bureau des Verbandes der Tertilarbeiter. O. 27, Andreasstr. 61. Fern Sprecher: Amt Königstadt 1076. Sprechzeit von 9-12 und 4-6 Uhr. Beitungsspedition Petersburger Play 4. Sprechzeit von 9-1 mb O. 27, Dirdjenſtr. 4. Fernsprecher: Amt stönigstadt 6170. Sprechzeit von Bureau des Verbandes der Bureau- und Krankenkassenangestellten, 9-3 Uhr.

Sof, of I, lufgang F, 1 Treppe. Fernsprecher: Amt Norben 2583. Sprech Bureau des Verbandes der Dachdecker, O. 54, Sophienftr. 6, Badefcher zeit von 9-1 und 4-7 Uhr.

Bureau des Verbandes der Braueret und Mühlenarbeiter, O. 64, Sprechzeit von 9-1 und 6-8 Uhr. Fernsprecher: Amt Norden 11 304. Sprechzeit von 10-2 und 4-7 Uhr. Bureau des Verbandes der Friseure, N. 113, Bornholmer Straße 89. Bureau des Wahlvereins Berlin 6, N. 39, Gerichtstr. 71. Fernsprecher: Amt Norden 2137. Sprechzeit von 9-1 und 4-7 Uhr. Zeitungsspedition Wilhelmshavener Str. 48. Sprechzeit von 2-7 Uhr. Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg.

Muladſtr. 10 I. Fernsprecher: Amt Norden 4518.

Zentralstelle für den Wahlkreis ist das Parteisekretariat, Berlin SW. 68,

Lindenſtr. 3, 2. Dof, Aufgang III, 4 Treppen( Fahrstuhl). Fernsprecher: imt Morigplatz 14714. Sprechzeit von 9-1 und 4-7 lhr.

Adlershof : Bismardstr. 31( Jugendheim). Sprechzeit von 2-8 Uhr. Baumschulenweg: Star! Müller, Baumschulenstr. 14( Bigarrengeschäft). Sprechzeit von 9-1 und 3-8 Uhr.

Bohnsdorf : Paul Schifffe, Paradiesstr. 6. Sprechzeit von 6-8 Uhr. Briz: Frau Schuch, Hannemannstr. 32a( Löwenhaus). Sprechzeit bon 9-12 und 4-7 Uhr.

Groß- Lichterfelde : Kurt Heinig , Karlstr. 80. Sprechzeit von 8 bis 12 Uhr vormittags. Kaspar Wenzel, Chauffeeftr. 62. Sprechz. von 6 bis 8 Uhr nachmittags. D. Dsburg, Raiserstr. 10. Sprechz. von 8-10 und

6-8 Uhr. Starl Bints, Zorgingstraße 34, zu jeder Zeit.

Grünau : Hampel, Jägerstr. 19. Sprechzeit von 6-8 Uhr. Röpenick: Emil Wißler, Kiezer Str. 6. Sprechzeit von 9-12 und Mariendorf : Herm. Reichardt, Kurfürstenstr. 84. Neukölln Bureau. des Wohlvereins, Nedarstr. 8. Sprechzeit bon

4-8 thr.

Alle, die es können und es find glüdlicherweise eine große Anzahl -sollten jetzt, da piebereinkündigungs- Der Inhaber eines Engrosgeschäfts für Herrenkonfektion be9t1 und 4-7 Uhr. termin vor der Tür steht, bedenken, ob es ihnen nicht boch möglich absichtigte, eine Verfandabteilung für Monatsgarderobe einzu Schöneberg : Albin Mohs, Gbersfir. 12a. Sprechselt von 6-8%, ubt. ist, ihre Angestellten durchzuhalten! Alle bie aber, bie jebt Not richten und engagierte zur Leitung dieser Abteilung und gleich- Beitungsspedition, Martin- Luther- Str. 69. Sprechzeit 11-1 und 4-7 Uhr. zeitig als Verkäufer den Kläger mit einem Gehalt von 200 m. Steglitz : arl Liehr, Südende, Lichterfelder Str. 36( Konsum) oder Unkenntnis ausbeuten, sollen bedenken, daß wir gewiß find: Das Engagement wurde am 31. Juli d. J. fest abgeschlossen. Am Sprechzeit von 8-1 und 3-8 Uhr. Gustav Schwan, Albrechtstr. 115 im Frieden wird nicht werden, wie 8-1 3–8 Uhr. A. Keimling, Forſtſtr. 17 I.

worden ist.

Berlin und Umgegend.

Arbeitsregelung im Lichtdruckgewerbe.

Das Tarifamt für das deutsche Lichtdruckgewerbe hat an die Brinzipals- und Gehilfenmitglieder folgendes Rundschreiben ver­

fandt:

Durch die schweren Kämpfe, die unser Vaterland zu bestehen hat, ist auch unser Gewerbe in Mitleidenschaft gezogen worden. Fast alle Betriebe werden Einschränkungen vornehmen müssen, wenn nicht gar vollständige Stillegung erfolgt.

Wir halten es für unsere Pflicht, auch unter den jetzigen schwierigen Verhältniffen jedem Prinzipal und Gehilfen die Tarif­gemeinschaft ans Herz zu legen, um zu versuchen, den Brinzipalen die Fortführung des Betriebes zu ermöglichen und den Gehilfen Gelegenheit zur Beschäftigung zu geben. Db dies durch Verkürzung der Arbeitszeit oder durch Wechsel der Schichten erreicht werden fann, mug der Berständigung der Prinzipale mit den Gehilfen über­laffen bleiben.

Auch gegen eine Aenderung der Kündigungsfrist wird das Tarif­amt nichts einwenden, soforn zwischen Prinzipalen und Gehilfen eine Einigemg hierüber stattfindet.

Sollten über die zu treffenden Bereinbarungen zwischen Bringi palen und Gehilfen Rüdfragen erfolgen, so bitten wir, diese dem Zarifamt zu unterbreiten.

Wir hoffen, daß alle Beteiligten sich bemühen werden, nach befter Möglichkeit eine weitere Stillegung von Betrieben zu ver­hüten."

Die Hilfe der Gewerkschaften bei der Arbeitsvermittelung. Vermittelung der Arbeitslosen in Breslau durch den städtischen Arbeitsnachweis geschieht unter Hinzuziehung von vier Gewerkschafts­angestellten, die ihre Fachkenntnis in den Dienst der Sache stellen und die Lohn- und Arbeitsbedingungen überwachen.

Arieg ausgebrochen war, erhielt der Gehilfe die Kündigung per 1. September. Fünf Tage später wurde er fofort entlaffen. Aus diesem Grunde verlangt der Kläger das Gehalt für August und September. Der Beklagte meinte, er habe am 31. Juli immer noch auf eine friedliche Entspannung der politischen Lage gehofft, sonst hätte er die Anstellung bestimmt nicht vorgenommen. Nach Kriegsausbruch habe er naturgemäß die neue Abteilung aufgeben müssen, und der Kläger habe müßig herumgestanden. Nach einer, des Beklagten, Ansicht rechtfertigten die hier vorliegenden besonderen Umstände die sofortige Entlassung.

Sprechzeit von 4-7 Uhr.

Tempelhof : Dito Boigt, Oberlandftr. 2. Sprechzeit von 7-8 Uhr. Paul Barth, Friedrich- Wilhelm- Str. 29. Sprechzeit von 7-9 Uhr. Treptow : Rudolf Wissell , Plesser Str. 2 III. Sprechzeit 6-8 Uhr. Nieder- Barnim .

Zentralstelle für den Wahlkreis ist das Parteifelretariat, Lichtenberg ,

Neue Bahnhofstr. 31 am Bahnhof Stralau- Rummelsburg, Postbezirk O. 112. Fernfprecher: Amt Stönigstadt 3912. Sprechzeit von 9-1 und 4-7 Uhr. Bernau : Heinrich Brose, Mühlenstr. 5. Sprechzeit 8-10 und 4-6 Uhr. Bruno Schneider, Staiserstr. 83. Sprechzeit 6-9 Uhr abends. Borsigwalde - Wittenan: Paul Stienast, Näuschstr. 10. Ertner: Georg Ostertag, Catholystr. 37. Friedrichsfelde : Emil Dehlert, Prinzenallee 12. Sprechz. bon 7-8 Uhr vormittags und 2-3 Uhr nachmittags, Sonntags 9-12 Uhr. Friedrichshagen : Konsumgenossenschaft, Drachholzstr. 2. mittags von 4 Uhr ab. Hohen- Schönhausen: Mar Thiele, Steffenstr. 4. Sprechzelt nach.

Das Kaufmannsgericht trat der Auffassung des Beklagten nicht bei, es hielt vielmehr die fofortige Entlassung für unberechtigt. Der Beklagte habe von seinem Interessenstandpunkt aus" grob fahrlässig gehandelt, wenn er am 31. Juli noch ein Engagement bornahm, noch dazu für eine neu einzurichtende Bersandabteilung. Wenn Beklagter am 31. Juli noch nicht gewußt haben will, wie fich die Dinge politisch entwickeln, dann ist er ein weißer Rabe" gewesen, jedes Kind hätte ihn eines besseren belehren können. Wie noch der Vorsitzende, Magistratsassessor Dr. Henschel, hervorhob, sind sich die Kammervorsigenden des Berliner Kaufmannsgerichtsstraße 31. barüber einig, daß der Krieg an sich den Prinzipal noch nicht be­rechtigt, das Personal sofort zu entlassen.

Auf Anraten des Gerichts kam der Kläger dem Beklagten ent­gegen, indem er sich mit einem Monatsgehalt von 200 M. begnügte.

Ausgehzeit- Ueberschreitung.

Die falsche Ansicht, daß ein Chef berechtigt sei, feine An­gestellte sofort zu entlassen, wenn diese die ärztlich ihr ge­stattete Ausgehzeit überschreitet, wies am Freitag das hiesige Kaufmannsgericht gebührend zurück.

Karlshorst : Otto Binseler, Gundelfinger- Str. 17. Sprechzeit nach­mittags 4-6 Uhr. Lichtenberg : August Beder, Frenenstr. 14, Eingang Rosenfelderstraße. Sprechzeit 6-8 Uhr abends. Baul Brühl, Partetfekretariat, Neue Bahnhof­enzner, Lüdstr. 76. Frau Mirus, Rittergutftr. 25. Beterhansel, Mühlisch­

Sprechzeit 9-1 und 4-7 Uhr. Rössel, Oderftr. 12. Robert

straße 12/13. Sprechzeit 6-8 Uhr abends.

Niederschönhausen : Ernst Hellrich, Kaifer- Wilhelm- Str. 49. Sprech zeit 7-9 Uhr abends. Anna Matschte, Blücherstr. 18. Sprechzeit 10-12 und 3-6 Uhr. Albert Müller, Schloßallee 36. Sprechzeit von 8 Uhr

abends ab.

Oranienburg : Emil Schumann, Waldstr. 32. Sprechzeit 8-1 Uhr 3-8

bis 8 ubr. br. Robert Strobel, Havelſtr. 5. Sprechzeit 8-1 und 3% Oberschöneweide : Friz Warnede, Wilhelminenhofstr. 18. Bureau des Metallarbeiter- Berbandes, Wilhelminenhofstr. 44a, geöffnet von 5-7 Uhr.

Pankow : Wilhelm Graßmann, Kreuzftr. 14. Otto Mißmann, Mühlen­straße 30( Vorwärts" Spedition). Sprechzeit von 11-1, Uhr vorm. und alstr. 17. Richard Danziger, Klausthalstr. 1. 4-7 Uhr nachmittags. Paul Larsen, Brehmestr. 47/48. Artur Neumann,

Schöneiche , Fichtenau u. Umg.: Mar Tobias, Fichtenau , Moltkes Straße 14. Hans Rühl, Schöneiche , Moltkestraße. Sprechstunden für belde: Abends von 7%, Uhr ab.

Reinickendorf Oft: Genossenschaftsbäderet, Billestr. 62. Konsum Genossenschaft, Holländerftr. 126. Hoppestr. 16. Reinickendorf West: Franz Bahr, Berliner Str. 4. Anna Diesel, Eichbornftr. 87. Rofenthal: Gustav Milbrodt, Walderfeestr. 5. Sprechzeit von 9-12 und 4-9 Uhr. Ortsteil Niederschönhausen -West: Breitmann, Teutonen­straße 16. Sprechzeit von 9-12 und 3-7 Uhr.

Eine Lageristin war bei der Firma S. Dzialoszinski beschäftigt. Sie ertrantie an Lungenspibentatarrh. Der behandelnde Arzt schrieb sie haustrant und verordnete ihr, recht viel an die frische Luft zu gehen. Ein Angestellter der Firma will die Klägerin wäh­ren ihrer Krankheit mehrmals nach 9 Uhr abends im Garten der Brauerei Friedrichshain gesehen haben, troßdem dieselbe nur bis 7 Uhr Ausgehezeit hatte; das teilte der brave Mann dem Chef mit. Darauf entließ die Firma sofort die Lageristin. Diese flagte nun Beim Buchbinderverband waren am 22. Auguft gemeldet als auf Zahlung ihres Gehalts. In der Verhandlung gab sie zu, daß arbeitslos 11 500 Mitglieder, als einberufen 2250. fie einmal nach neun Uhr in der Brauerei Friedrichshain gewesen war. Sie sei dorthin gegangen, um sich den Schlüssel zur Schlaf- Weißensee : Robert Fendel, Lehderstr. 122. Bureau des deutschen stube zu holen, den ihre Eltern, die dort zum Konzert waren, irr- Holzarbeiterverbandes. Werktäglich von 4-6 Uhr nachmittags. Fräulein tümlich mitgenommen hatten. Das gericht verurteilte die Firma Luise Schlee, Langhansstr. 136. Werftäglich von 7-8 Uhr. zur Zahlung. Es führte aus: Ein Ueberschreiten der Ausgehe Jugendsekretariat Lindenstr. 3, III. Hof, Aufgang IV, 3 Treppen, Sprech zeit ist noch lange fein Entlassungsgrund. Im übrigen sei festzeit von 9-5 Uhr. Mittwochs und Freitags von 9-1 und abends bon gestellt, daß die Klägerin nur wenige Tage trant war, so daß der Einwand der Firma, daß durch die Ueberschreitung der Ausgehezeit die Gesundheit der Klägerin noch mehr gefährdet worden sei, voll­ständig hinfällig ist; im Gegenteil, der Aufenthalt in dem dicht am Friedrichshain gelegenen Garten des Lokals sei speziell in der frag­lichen Zeit, in der eine unerträgliche Hike herrschte, der Gesund­heit eher dienlich gewesen.

Aus Industrie und Handel.

Kohlen knapp und teuer.

Für jugendliche Arbeiter und Arbeiterinnen wird Auskunft erteilt im

1/ 26-29 Uhr.

Wir bitten, diese Liste aufzuheben, da sie nicht wiederholt werden kann.

Eingegangene Druckschriften.

Ueber die mutmaßliche Entwickelung des Ruhrkohlenmarktes wird der Rhein - Westf. 3tg." geschrieben: Der Ausbruch des Strieges hat tiefgreifende wirtschaftliche Wirkungen auf den Steinkohlenbergbau ausgeübt, die gleich bom Anfang der Mobilmachung an in der Einstellung des Eisenbahn­berfandes bon Brennstoffen und in ber Einberufung eines großen Teiles der Bergleute zur Fahne zum Ausdrud tamen. Der Ber­fand von Brennstoffen mit der Eisenbahn, ohne den der Betrieb unjerer Steinkohlenzechen in kurzer Zeit lahm gelegt werden würde, ist zwar, nachdem er in den ersten beiden Wochen der Mobilmachung bis auf die Lieferung an die Eisenbahn und für den Bedarf der Armee und Marine fast ganz unterbunden war, in der vorigen Woche wieder langsam in Gang gelommen, doch arbeitslos geworden sind, haben die Berliner Gewerkschafts- und deshalb Abkühlung; weiter binnenwärts heiter, warm und vielfach barf man borläufig nur bamit rechnen, daß etta ein Drittel der

Auskunftsstellen.

Der Völkerkrieg. Heft 1 und 2. Chronik der Ereignisse seit dem 1. Juli 1914. Einzelh. 30 Pf. S. Hoffmann, Stuttgart . Oesterreichischer Arbeiter- Notizkalender. 1915. Taschenformat. 80 Heller. J. Brand u. Co., Wien 6.

Für die Angehörigen der zu den Fahnen einberufenen Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Mannschaften und für diejenigen, die infolge des Krieges Montagmittag: Im Norden, besonders an der Küste zeitweise bewölkt fommission und der Sentralvorstand des Verbandes der sozial- etwas dunstig; nirgends erhebliche Niederschläge.