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Nr. 248.- 31. Jahrg.

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Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands.

Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69.

Fernsprecher: Amt Morigplatz, Nr. 1983.

Freitag, den 11. September 1914.

Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt Morikplatz, Mr. 1984.

Erfolgreiche Angriffe auf die Bosition von Berdun. Die Ruffen in Ostpreußen   geschlagen.

Großes Hauptquartier, 10. September. 10 Uhr 44 Min.( W. T. B.) Der deutsche Kronprinz hat heute mit seiner Armee die befestigte feindliche Stellung südwestlich Verdun   genommen. Teile der Armee greifen die südlich Verdun   liegenden Sperrforts an. Die Forts werden seit gestern durch schwere Artillerie beschossen.

General von Hindenburg   hat mit dem Ostheer den linken Flügel der noch in Ostpreußen   befindlichen russischen Armee geschlagen und sich dadurch den Zugang in den Rücken des Feindes geöffnet. Der Feind hat den Kampf aufgegeben und befindet sich in vollem Rückzug. Das Ostheer verfolgt ihn in nordöstlicher Richtung gegen den Njemen.

Der Generalquartiermeister

von Stein.

deutschen   Grenze vorgeschobenen Punkt des Festungsdreiecks die Befestigungen von Verdun   und dem Sperrfortgürtel süd­Verdun Toul- Nancy  . Diesem Festungsdreieck lich der Festung. Ob andere deutsche Armeen an anderen tommt jegt eine wesentlich andere Rolle zu, als sie ihm von Punkten des oben geschilderten Dreiecks im Stampfe stehen, den Franzosen bei der Erbauung zugeschrieben war. Stein geht aus der kurzen Meldung nicht hervor, ist aber anzu­Staat Europas   hat für den Ausbau der Festungen so schwere nehmen. Es hat sich nicht begnügt, Opfer gebracht wie Frankreich  .

Westlicher Kriegsschauplah. Eine Schlacht in der Nähe von Paris  . Großes Hauptquartier, 10. September.  ( W.T.B.) Die östlich Paris   in der Verfolgung an und über die Marne Verdun selbst ist eine Festung ersten Ranges. Jin norgedrungenen Heeresteile sind aus Paris   und zwischen einzelne Grenzfestungen zu bauen, wie sie Deutschland   an Westen und Often begleiten Höhenzüge das Tal der Maas  , Meaux   und Montmirail von überlegenen Kräften an- Meg, Diedenhofen   und Straßburg   besist, sondern es hat im Osten zieht sich ein wenige Stilometer breiter, meist be­gegriffen. Sie haben in schweren zweitägigen Kämpfen den ganze zusammenhängende Ketten von Lagerfestungen und waldeter Rücken hin, der nach der Ebene von Woëvre abfällt. Gegner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht; als der Sperrforts errichtet. Die nordöstliche Kette ist nach Fall der Dieser Rücken ist in der Front in zwei Linien durch mehrere Anmarsch neuer starker feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, Feftung Maubeuge   vollständig in den Händen der Deutschen  . Forts und andere Befestigungsanlagen stark verschanzt. ist ihr Flügel zurüdgenommen worden. Der Feind Der wichtigste Teil der gesamten östlichen Befestigungslinie Auf den Höhen westlich von Verdun   liegen im Norden folgte an teiner Stelle. Als Siegesbeute dieser Kämpfe sind wird aber dargestellt durch die Befestigungen an den Fluß- die starken Forts de Marne und des Bois Bourrus bisher fünfzig Geschütze und einige tausend Gefangene ge- läufen der oberen Mosel und der mittleren Maas  . Hier sind und in der Mitte die Werke des Sartelles ausgebaut die beiden Gruppen Toul- Verdun- Nanch dem du Regret mit vorgeschobenen Batterien, im Süden deutschen   Lothringen   gegenüber, Belfort   und Epinal   die Forts de Landrecourt und de Dugny. Redouten dem Elsaß   gegenüber. Dichte Ketten von Sperrforts ver und eingebaute Batterien, Infanterieunterstände usw. knüpfen diese Festungen untereinander und schließen jede füllen den Raum zwischen den einzelnen Werken. Auf die Bahn, jede Straße, jeden Uebergang. Von Toul   geht diese zuletzt genannten Befestigungen dürfte der Angriff der kron­Sperrkette nach Osten vor und schließt Nanch ein, die große prinzlichen Armeen erfolgt sein. Auch die ganz im Süden Bahnlinie Straßburg- Paris   deckend. Von Toul   zieht nord- liegenden Forts de Houdainville und du Rozelliers dürf­wärts eine zweite Linie von Sperrforts bis Verdun  . Zwischen ten in den Angriff mit einbegriffen gewesen sein. Toul   und Epinal   ist eine Lüde von etwa 70 Kilometer Breite Zwischen Toul   und Berdun umfaßt die Sperrfortkette offen gelassen. Südlich dieser Lücke verläuft dann von Epinal   ungefähr zehn starke Ginzelwerke, die aber mit der Zeit das bis Belfort  , das gegenüber Mülhausen   liegt und das un- Schicksal der nordöstlichen Sperrforts erleiden dürften. mittelbare Ausfalltor nach Oberelsaß bildet, eine dritte Fort­

meldet.

Die westlich Verdun   kämpfenden Heeresteile befinden sich in fortschreitendem Kampfe. In Lothringen   und in den Vogesen   ist die Lage Auf dem östlichen Kriegsschauplas hat der Kampf wieder begonnen.

unverändert.

Der Generalquartiermeister v. Steiu.

Berlin  , 10. September.  ( W. T. B.) Seine Königliche Hoheit Prinz Joachim von Preußen   ist gestern durch einen Schrappnellschuß verwundet worden. Die Kugel ging durch den rechten Oberschenkel, ohne den Knochen zu verlegen. Der Prinz fette, die von Belfort   südwärts über Montbéliard   bis zur

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wurde,

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Die

und

war als Ordonnanzoffizier auf dem Gefechtsfelde tätig gewesen. Schweizer   Grenze führt. Der strategische Gedanke der Nicht minder wichtig ist, was der Generalstab vom öst. Er ist in das nächstliegende Garnisonlazarett übergeführt worden. maßgebenden militaristischen Kreise Frankreichs   ein lichen Kriegsschauplaze meldet. Wir ersehen daraus, Gedanke, der bor   allem bon Jaurès   bekämpft daß in Ostpreußen   seit mehreren Tagen eine große Schlacht im ivar, geschützt durch diesen Fortgürtel Die Schlacht, die der Generalstab meldet, hat ungefähr die eigene Mobilisierung ungestört zu vollziehen. Gange war und daß es sich dabei um sehr starke russische Streit­70 bis 80 Stilometer östlich von Paris   stattgefunden und Rücke zwischen Epinal   und Toul   sollte die französische   Offensiv von Hindenburg  , der vielleicht in einem großen Flankenangriff kräfte gehandelt haben muß. Der Sieg des Generalobersten scheint sich auf einem verhältnismäßig breiten Raum abgespielt armee füllen. Das ergab nach der Meinung der Franzosen   den linken russischen Flügel aufgerollt und geschlagen hat, be­zu haben. Daß der deutsche Vorstoß angesichts starter feind eine Verteidigungsstellung, die kein deutsches Angriffsheer droht die Rückzugslinien des russischen Zentrums und rechten licher Streitkräfte zum Stehen gebracht wurde, hat für die durchstoßen konnte. Und in der Tat hat ein großer Teil der Kriegslage nur wenig zu bedeuten, zumal wenn man sich zu deutschen   Streitkräfte den Umweg über Belgien   genommen. Flügels und wird dadurch die ganze russische Armee zun Die Franzosen   aber vollzogen programmmäßig ihre Dffensive aus dem Fortgürtel in Französisch- Lothringen und holten sich

der Annahme berechtigt glaubt, daß gegen Paris   zurzeit nur cinige Heeresteile der Armeen des deutschen   rechten Flügels

operieren. Der Hauptteil dieser Armeen dürfte nach voll­zogener Schwenkung auf dem Lothringischen Ope­

ihre Niederlagen.

Die artilleristische Ueberlegenheit der deutschen   Invasions­

Burückgehen zwingen können. Allerdings läßt die überaus Rückschlüsse auf Beginn, Verlauf und Ausgang der Kämpfe in

knappe Meldung des Generalquartiermeisters nur sehr wenig

Ostpreußen   zu.

Bordeaux  , 10. September. Ein gestern vormittag zu­

rationsabschnitt eingesetzt werden, wo sich in armeen   wird wohl auch dem Feitungsgürtel Verdun  - Toul­nächster Zeit der zweite der zweite Aft des Kampfes gegen Nancy- Epinal viel von seinem Verteidigungswert nehmen. Zeit Frankreichs   letter Mannschaftserfah. Frankreich   abspielen wird. Erst von dem Ausgange der wird der Stampf hier in dieser Gegend noch kosten. So schreibt Stämpfe in Lothringen   dürfte der weitere Verlauf des Krieges heute General z. D. v. Blume: Aber immer aufs neue fammengetretener Mini sterrat unterbreitete dem Präsidenten abhängen. Erst wenn die französischen   Armeen mit ihren muß daran erinnert werden, daß der Weg zum Ziele noch Boincaré zur Unterschrift einen Erlak, durch den diejenigen starten Stützpunkten Nancy  , Toul  , Epinal   und Verdun   aus weit ist, daß wir erst am Anfang der Opfer und Leiden stehen, Männer, die bisher dienstuntauglich oder zurückgestellt waren, Lothringen   verdrängt sind, wird man mit einer großzügigen die wir noch zu tragen haben werden, damit das Ende des aufgefordert werden, sich einer neuen ärztlichen Untersuchung zu Einschließung von Paris   rechnen können. Dann wird sich auch Strieges seinem Anfange entspreche. Die Gefahr, daß dies unterziehen. Diejenigen, die als diensttauglich befunden werden, entscheiden, ob daneben noch ein langwieriger Volks- und nicht genügend scharf im Auge behalten werde, ist besonders Erlaß nicht stellen, werden als diensttauglich angesehen werden. Stleinfrieg in Mittel- und Südfrankreich geführt werden muß. deshalb so groß, weil wir durch den ununterbrochenen Sieges. Daß wir solche Kriegsmöglichkeiten im Intereſſe des deutschen   Tauf von 1870/71 verwöhnt sind. Wie sehr, das geht recht Pariser   Vorbereitungen für die Belagerung. wie des französischen   Volkes bedauern, haben wir schon mehr deutlich aus der vor kurzem vernommenen Klage hervor, es mals betont. Und wir können nur wiederholen, daß die sei doch bisher noch nicht gelungen, auch nur eine feindliche friedliche Stulturarbeit beider Nationen und nur durch diese Armee zur Rapitulation zu zwingen." fann das Glück und der Fortschritt der Völker gedeihen

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durch einen gegenseitigen Vernichtungskrieg auf Jahre hinaus Tahmgelegt wird.

sollen unverzüglich ausgehoben werden, diejenigen, die sich nach dem

Die Frankfurter   8tg." meldet aus Paris  : Paris   fährt fort, sich auf die Belagerung vorzubereiten. Fortwährend trifft frisches Vieh in Paris   ein, das in den Parks auf die Weide geschickt wird. Auch werden große Mengen von Futtermitteln aufgestapelt. Be­Das gestern abend um 1 Uhr eingetroffene Telegramm fondere Sorgfalt wenden die Behörden darauf, dem eingetretenen Der Name Nancy   repräsentiert den Hauptpunkt auf des Generalquartiermeisters lüftet ein wenig den Schleier, Milchmangel abzuhelfen. Alle Personen, die sich auf Viehversorgen dem Lothringischen Operationsabschnitt. Dabei handelt es sich der bisher über den Kriegsereignissen im lothrin- und Welten verstehen, werden aufgefordert, sich zur Arbeit zu selbstverständlich nicht um die Stadt im engeren Sinne. gischen Operationsabschnitte hing. Wir erfahren melden. Sodann wurden zwei Millionen Kilo kanadisches und Nancy   bildet den am weitesten nach Osten, also nach der daraus zunächst nur von Angriffen der Kronprinzen- Armee auf largentinisches Gefrierfleisch bezogen. Um die besonders große Not