Nr. 9. 32. Jahrgang.
Verlustlisten.
Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt.
Die Verlustliste Nr. 120 der preußischen Armee enthält Verluste folgender Truppen: Neitendes Feldjägertorps; 2. Garde- Ersatz- Inf. und 2. Garde Ref.- Inf.- Reg.; Garde- Gren.- Reg. Elisabeth; Garde- Reserve- JägerBat.; Lehr- Inf.- Reg.; Grenadier - bzw. Infanterie- bzw. FüsilierRegimenter Nr. 2, 3, 5, 8, 9, 12, 16, 22, 23, 24, 26, 30, 31, 32, 35, 37, 38, 44, 45, 47, 49, 53, 54, 55, 59, 61, 67, 70, 72, 75, 84, 85, 87, 88, 89, 93, 97, 111, 113, 115, 116, 132, 135, 140, 144, 146, 148, 151, 153, 157, 159, 161, 163, 165, 169, 170, 171, 172, 178, 175; Grjay- Reg. Königsberg I und II; Ref.- Inf.- Regimenter Nr. 5, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 16, 17, 19, 20, 22, 23, 25, 26, 30, 31, 32, 35, 37, 38, 39, 46, 48, 51, 53, 56, 71, 72, 75, 80, 84, 86, 87, 88, 109, 204, 206, 207, 208, 212, 217, 219, 236; Ref.- Erjab- Regimenter Nr. 1, 4; Landw.- Inf.- Regimenter Nr. 5, 6, 8, 10, 18, 19, 20, 21, 23, 24, 26, 31, 33, 34, 35, 36, 37, 49, 51, 53, 55, 75, 81, 82, 99; Landwehr- Ersatz- Bat. Kulmi; Brig.Ersatz- Bataillone Nr. 5, 6, 8, 9, 14, 41, 43, 50, 76, 83; Landsturm Bataillone Aachen, Beuthen i. Oberschl., II. Deutsch- Eylau , Eisenach , Glogau , Hardersdorf, Heidelberg , I. Karlsruhe, I. Mosbach , Münster II, II. Neustrelit, Striegau , Waldenburg, Worms ; JägerBataillone Nr. 2, 10; Rej.- Jäger- Bataillone Nr. 1, 2, 5, 18, 23, 24; Festungs- Maschinengewehr- Abteilungen Nr. 4, 14.
2. Garde- Dragoner ; Kürassiere Nr. 2, 4; Schwere Res.- Reiter Nr. 2; Grenadiere zu Pferde Nr. 3; Dragoner Nr. 4, 10, 15; Sufaren Mr. 10, 12, 14, 17; Rej.- Husaren Nr. 4, 9; Husaren- Reg. v. Buttlar; lilanen Nr. 8, 11, 12; Jäger zu Pferde Nr. 1, 2, 10; Erjah- Kav.- Reg. des I. Referveforps; Res.- Erfah- Eskadron des XX. Armeekorps; 3. Landsturm- Jäger- Eskadron, 4. Landsturm- Eskadron des XVIII. Armeekorps. 3. Garde- Feldart.- Reg.; Feldart.- Regimenter Nr. 2, 5, 18, 19, 22, 33, 34, 35, 36, 46, 47, 56, 59, 63, 74, 81; Regiment Wittich; Ref. Feldart.- Regimenter Nr. 6, 7, 11, 12, 25.
2. Garde- Rej.- Fußart.- Reg.; Fußart.- Regimenter Nr. 5, 7, 10, 13, 15; Res. Fußart.- Regimenter Nr. 2, 7, 9, 18. Pionier- Regimenter Nr. 23, 25; Pionier- Bataillone: II. Nr. 3, I. Nr. 4, II. Nr. 5, I. Nr. 7, I und II. Nr. 8. II. Nr. 10, II. Nr. 15; Scheinwerferzug des VII. Armeekorps. Ref.- Eisenbahn- Baufomp. Nr. 20; Fernsprech- Abteilung des XVI. Armeekorps; Feld- Luftschiffer- Abteilung des XXIII. Armee. forps; Feldfliegertruppe; Etappen- Kraftwagen - Kolonne Nr. 16 der IV. Etappen- Inspektion.
Sanitäts- Komp. Nr. 2 des VII. Armeekorps; Feldlazarett Nr. 3 des XVII. Armeekorps. Train- Abteilung Nr. 3; Feldbäckerei- Kolonne der 8. ErsatzFeldpost- Kraftwagenpart Nr. 7.
Division.
Die baherische Verluſtliſte Nr. 134 bringt Verluste des Ref.- Inf.- Reg. Nr. 20, des Brig.- Erjaz- Bat. Nr. 2, des Res.- Feldartillerie- Regiments Nr. 6, des 2. Pionier- Bat. und der Nes.Pionier- Komp. Nr. 6.
Die sächsische Verlustliste Nr. 89 enthält Verluste der Gre nadier - bezw. Infanterie- Regimenter Nr. 102, 106, 108, 133, 134, 178, 179, 182; der Res- Inf.- Regimenter Nr. 101, 106, 107; der Landwehr- Inf.- Regimenter Nr. 101, 107.
Kriegskrüppelfürsorge.
Jur Reichstagsgebäude ist zurzeit eine Ausstellung für Verwundeten und Krantenfürsorge im Kriege eingerichtet, die sich begreiflicherweise starken Zuspruchs erfreut. Die mannigfachen Darstellungen, welche die Mittel zum Transport, zur Pflege und Heilung der Verletzten veranschaulichen, sind auch äußerst interessant. Der Laie staunt über die sinnreichen Einzelvorrichtungen und das ganze System der Fürsorge für die unmittelbaren Opfer des Krieges. Zweifellos hat der menschliche Erfindungsgeist nicht nur auf dem Gebiete der Zerstörungswerkzeuge große Fortschritte gemacht, auch die Vorkehrungen zur Heilung der vom Kriege geschlagenen Wunden sind in hohem Maze vervollkommnet worden. Ob allerdings auf letterem Gebiete der höchstmöglichste Grad von Vollkommenheit erreicht ist and ob all die sinnreich erdachten Maßnahmen auch in der Praris in wünschenswerter Weise funktionieren, entzieht sich der Beurteilung durch den Laien.
Ein verhältnismäßig fleiner Teil der Ausstellung ist der Kriegstrüppelfürsorge gewidmet. Es sind hier einige Cbjekte ausgestellt, aber sie betreffen ein Gebiet, welches das regite Interesse verdient. Wird doch hier der Versuch gemacht, die Frage zu beantworten: Was wird aus den vielen Invaliden werden, die infolge Verlustes von Gliedmaßen aus ihrer Laufbahn geworfen sind? In und nach früheren Kriegen hat diese Frage den verantwortlichen Stellen nicht viel Kopfschmerzen verurjacht. Der Soldat hat vor dem Feinde seine Schuldigkeit getan; im Lazarett wurden seine Wunden notdürftig geheilt, nachher mochte er sehen, wie er durchkommt. Der Vers:
Nun Bruder, nimm den Bettelstab,
Soldat bist Du gewest,
Sonnabend, 9. Januar 1915.
reichsgesetzlichen Unfallversicherung. Die Krüppelfürsorge daß überhaupt ein Verbot nötig war! Wieviel närrischer, hat bisher in bescheidenem Rahmen großartiges geleistet; der Krieg daß es noch Leute gibt bei uns, die sich zu entrüften wagen schafft ihr nun eine riesige Vergrößerung ihres Arbeitsgebietes. über ihr gestörtes Vergnügen! Wohl ist es betrübsam, daß Der Grundgedante dieser Fürsorge ist, in dem Menschen, der sich auch auf diesem Gebiete wieder viele kleine Eristenzen unt nicht mehr des Besizes seiner gesunden Gliedmaßen erfreut, gar den ihnen zu gönnenden Verdienst der Karnevalszeit kommen, nicht den Gedanken aufkommen zu lassen, daß er nun tein nü- doch größere Rücksichten, die an die innersten Gefühle unseres liches Glied der menschlichen Gesellschaft mehr sei. Es wird ihm Kulturvolkes greifen, müssen solchen sozialen Bedenken vorangezeigt, daß und wie er es lernen kann, die noch vorhandenen Reste gehen. feiner Glieder wieder zu gebrauchen. Daß hierbei glänzende Er= folge erzielt werden können, wird in der Ausstellun ,, im Reichs tagsgebäude an einer Reihe zum Teil wunderbar anmutender Beispiele gezeigt.
Die goldglizernden Festsäle sollen keinen Narrenlärm hören, keinen Flitterstaat sehen. Die Geigen und Flöten schweigen, die Mastenkostüme und die Sektflaschen verstauben. Die Freude an der Tollheit ist verbannt unter der zwingenden Da ist, um nur eins zu nennen, die Darstellung eines heute Macht der Verhältnisse. Wird es überall so sein? Wird der Geist der Zeit auch noch lebenden Mannes zu nennen, der beide Hände und Füße verloren hat. Durch zweckmäßige Ersagteile und in die Privathäuser dringen, wo man so gern Feste feiert, Es ist zu fleißige lebung hat er es soweit gebracht, daß er sich nicht nur ohne unbekümmert um die Sorgen da draußen? fremde Hilfe ankleiden und reinigen kann, er fann auch seinem hoffen, daß auch Hausbälle und häusliche Maskenfeste in Beruf als Drechsler nachgehen und bekleidet die Stellung dieser schreckerfüllten Saison nicht den Zorn der Kritik als Vorsteher der Drechslerwerkstatt im Krüppelheim in Königs- herausfordern. Wir wollen uns nicht die Freude rauben berg i. Pr. lassen an gelegentlichen Genüssen edler Kunst, wollen unsere Seele für wenige Stunden aufheitern an den bleibenden Altären unserer Dichter und Denker, aber für rauschende Vergnügungen in tollender Lust ist unsere Zeit zu ernst. Das mögen sich auch alle gesagt sein lassen, die immer noch ihre findliche Freude finden an den zum Kindischen und Widerlichen ausgearteten Bockbierfesten, um deren Begräbnis mit dem Striege es wahrlich nicht schade wäre.
Von den Kriegskrüppeln wird alles ferngehalten werden müssen, was in ihnen das Gefühl nährt, daß sie auf das Mitleid ihrer Nebenmenschen und deren Almosen angewiesen seien. Sie sollen, soweit nur irgend möglich, in die Lage versezt werden, sich ihr Brot selbst zu verdienen. In dieser Beziehung ähnelt die Aufgabe, die gegenüber den Kriegskrüppeln zu leisten ist, der Tätigkeit der Organe der reichsgesehlichen Unfallfürsorge. Sie wird sich aber fehr wesentlich von der hier geübten Braris unterscheiden müssen, wenn sie ihren 3wed erreichen soll. Die meisten Berufsge= nossenschaften erblicken ihre Hauptaufgabe darin, den Unfallverletzten ihre Renten zu kürzen. Der Kampf um die ente ist ein umfangreiches, aber nichts weniger als erhebendes Kapitel in der Geschichte der deutschen Sozialpolitik. Im Interesse der Helden, die im Dienste des Vaterlandes zu Krüppeln geworden find, wird man von vornherein darauf achten müssen, daß ihnen das Niederdrückende, das dem Kampf um die Rente notwendig an haftet, erspart bleibt.
Ein schwieriges Problem wird auch die Wiederein führung des verkrüppelten, aber durch die Kunst des Orthopäden wieder erwerbsfähig gemachten Arbeiters in das Wirt schaftsleben sein. Es soll versucht werden, jeden möglichst in feinem erlernten Beruf, nötigenfalls in einem verwandten Beruf wieder leistungsfähig zu machen. Bei aller Achtung vor den in dieser Hinsicht durch geeignete Behandlung erzielten Erfolgen wird doch bezweifelt werden müssen, daß mit den künstlichen Gliedmaßen die volle Leistungsfähigkeit wieder erlangt werden kann. Die Arbeits bermittelung für die in Frage kommenden Versonen wird sehr sorgfältig erwogen werden müssen. Es wäre verfehlt, sich auf die patriotische Woge zu verlassen, die das deutsche Bolt erfaßt hat und die auch manchen Unternehmer veranlassen dürfte, solche Kriegskrüppel in ihren Betrieb einzustellen. Das Gefühl der Dankbarkeit verblaßt nur zu schnell, es ist keine gute Grundlage für ein Bauwerk, das längeren Bestand haben soll. Man ist leicht geneigt, in der Unterbringung der fraglichen Perfonen in staatlichen Betrieben die beste Lösung des Problems zu sehen. Aber auch hier wird es Bedenken und Schwierig feiten geben. In den erwerbstätigen Kriegsinvaliden soll nicht das Gefühl Plak greifen, daß sie nur geduldet sind und das Gnaden Ihre persönliche Freiheit und unab brot essen. hängigkeit muß ihnen in jeder Beziehung gewährleistet sein. Sie sollen gegen unberechtigte Entlassungen möglichst geschützt sein, dabei aber in gutem Ginvernehmen mit ihren Nebenarbeitern bleiben. Eine spezielle Arbeitsvermittelung für Kriegsinvaliden schmeckt sehr stark nach Wohltätigkeit"; bei der Vermittelung durch den allgemeinen Arbeitsnachweis erfordern die Bedürfnisse der Invaliden eine besondere Berücksichtigung, die aber doch wiederum nicht zu auffällig in Erscheinung treten darf.
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Diese Andeutungen, bei welchen aber bei weitem nicht alle in Betracht kommenden Punkte berührt sind, dürften genügen, um zu zeigen, mit welchen Schwierigkeiten die Kriegskrüppelfürsorge zu fämpfen haben wird. Wird es schon viel Mühe und Fleiß er fordern, den einzelnen Invaliden soweit zu bringen, daß er sich der verletzten Glieder und ihrer Ersatzteile mit der erforderlichen Geschicklichkeit bedienen kann, so fördert die Einordnung der wiederhergestellten Invaliden in das Wirtschaftsleben noch einen großen Stompler von Fragen zutage. Es handelt sich um ein Gebiet der Kriegsfürsorgetätigteit, an welchem sich notwendiger weise auch die Gewerkschaften beteiligen müssen, ja, das ohne deren Mitarbeit gar nicht in befriedigender Weise gelöst werden kann. Es soll bereits eine Organisation gebildet sein, die sich die Fürsorge für die Kriegsinvaliden und die Förderung ihrer Erwerbsfähigkeit zur Aufgabe gemacht hat. Die Personen, die dort mitarbeiten, mögen von den besten Absichten beseelt sein; wenn diesen Körperschaften nicht berufene Vertreter der Arbeiterschaft angehören, dann wird ihrem Wirken in starkem Maße das Odium der„ Wohltätigkeit" anhaften. Das muß aber gerade hier, im Interesse der Objekte der Fürsorge nach Möglich feit vermieden werden.
Aus Groß- Berlin.
Der verbannte Karneval.
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Nicht nur Worte, sondern Taten. Uns wird geschrieben:
„ Es ist schon verschiedentlich auf die Notwendigkeit und die Pflicht hingewiesen worden, mit allem, was uns zur Verfügung steht, für möglichste Ausnüßung aller Mittel, die Boltsernährung während des Krieges zu pflegen, Sorge zu tragen. Auch auf die notwendige rationelle Nutzbarmachung der Küchenabgänge wurde hingewiesen. Getan ist in Berlin , so weit bisher Umschau danach gehalten wurde, noch nichts. Täglich gehen in der Millionenstadt Werte in die Müllkästen, die, richtig beachtet, im Jahre Millionen ausmachen würden. Was nüßt es, wenn auf diese Tatsache immer wieder hingewiesen wird und alles beim alten bleibt! Ist es nicht möglich, in Berlin dem Beispiel Charlottenburgs zu folgen? Es würde sich für die Stadt Berlin nicht erst um Tastversuche handeln, da ja die in Charlottenburg gesammelten Erfahrungen, soweit sie sich praktisch erwiesen, sofort auf Berlin angewendet werden könnten. Auch die Stadt Berlin , oder vielmehr ihre Verwaltung, müßte sich doch endlich dazu herbeilassen, hier etwas zu tun, was geradezu eine notwendige Pflicht jeder Stadtbehörde ist. Es wird in dieser 3eit so viel, und mit großem Recht, auf die Pflicht des Volkes, sparsam in allem zu sein, was zur Voltsernährung dient, umzus gehen, hingewiesen. Warum müssen noch so ungeheure Werte im Müllkasten verkommen, die, richtig verwendet, dem Volke von großem Nuben sein könnten? Der einzelne kann dabei wenig tun; hier muß die Gemeinde handeln! Sie ist es, der die Pflicht obliegt, die Angelegenheit in Fluß zu bringen. Den Hausbefizern muß es zur Pflicht gemacht werden, Gefäße zur Aufnahme der Küchenabgänge auf den Höfen zur Verfügung zu stellen. Für Abfuhr und Verwertung des Materials muß die Gemeinde sorgen. Am richtigsten nimmt sie die Sache in eigene Regie, wobei ihr Fachleute gewiß mit Rat zur Seite stehen werden. Zweckmäßige Konservierung der Abgänge und Verfütterung in eigenen Schweinezüchtereien, wozu der Gemeinde ja ausgedehnte Ländereien zur Verfügung stehen, wäre der weitere Schritt.
Einige Hausbesißer und Einwohner in den Vororten Berlins haben bereits praktische Versuche gemacht. Sie haben Behälter zur Aufnahme der Abfälle den Hausbewohnern bereitgestellt, und es hat sich ergeben, daß das Resultat ein recht erfreuliches war. Leute, die vordem Körnerfutter für die Hühner und Schrot und Kleie für die Kaninchen einkaufen mußten, behelfen sich jetzt in der Kriegsnot auf die Weise, daß sie die Küchenabgänge verfüttern. Sie sind recht zufrieden mit dem Erfolg ihrer Versuche. Was hier im Kleinen geht, sollte das nicht im Großen auch möglich sein? Natürlich heißt es schnell handeln, denn wenn Zeit Geld ist, dann hier ganz be fonders; jeder Tag der Verfäumnis schädigt das Wohl des Ganzen."
Wir können diesen Darlegungen nur zustimmen. Berlin haf in der Tat auf dem Gebiete der Verwertung von Küchenabfällen bisher vollständig versagt. Die ministeriellen Anweisungen auf Teilung des Hausmülls sind wirkungslos verhallt; mehr noch, in Grundbesitzervereinen hat man sich dagegen gewendet.. Es ist aber höchste Zeit, daß die Gemeinde endlich eingreift und die Abfälle praktischer Verwendung zuführt.
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Schriftsteller Sebaldt im Irrenhause! An die bekannte Boffener Schießplagaffäre und das mißglückte Verrückterklärungsverfahren gegen den jetzt in Thüringen amtieren den Pastor Stier Mogen schlossen sich öffentliche Angriffe des Schriftstellers May Sebaldt aus Steglitz , des Sohnes eines che maligen Ministers in türkischen Diensten, gegen beamtete Personen, so auch gegen den Kriegsgerichtsrat Sell. Sebaldt war daraufhin wegen Beleidigung mehrmals zu längerer Gefängnisstrafe verurteilt worden, deren Verbüßung ihm durch die Amnestie bei Kriegsausbruch erspart blieb. Vor dem Kriege war Sebaldt nach der Schweiz entflohen, weil man ihn warnte bor der EinSperrung im Irrenhause, wurde später in Straßburg durch frappierende Aehnlichkeit mit dem Reichskanzler er
hatte in nur zu vielen Fällen seine buchstäbliche Bedeutung. Der Kriegsinvalide mit der Drehorgel war lange Zeit eine Erscheinung, die durch ihr Auftreten nicht gerade zur Verkündung des Ruhmes des dankbaren Vaterlandes beitrug. Darüber sind sich glücklicherweise alle maßgebenden Stellen einig, daß das unwürdige Bild des kriegsinvaliden Reierkastenmannes auf unjeren Straßen ebensowenig wieder erscheinen darf, wie das des friegsinvaliden Hausierers. Auch Prinzen haben ihre Schicksale. Der leichtlebige feine Die Frage ist nur, auf welchem Wege das verhütet werden Prinz mit Schelle und Narrenkappe ist wegen seiner allzu fannt und verhaftet, aber bald wieder freigelaffen. Anfangs soll? Mit der schmalen Pension, die dem Invaliden gereicht wird, losen Streiche in die Verbannung geschickt worden. Die Striegs- Dezember sollte abermals gegen Sebaldt verhandelt werden. Diesist es nicht getan, auch wenn die Pensionen gesetzlich erheblich er- furie hat ihm, der selbst gerne Schläge austeilt, einen Slaps mal hatte der Teltower Landrat v. Achenbach Strafantrag wegen höht werden sollten. Die Fürsorge für die Kriegstrüppel muß verseht, von dem er sich vor Jahresfrist nicht wieder erholen Beleidigung und versuchter Erpressung gestellt. Der Termin wurde außerdem weitsichtiger und großzügiger gestaltet werden. Erfreu- wird. Recht so! Der tolle Prinz ist ja international und in legter Stunde vertagt. Jest fommt aus Bayern die Nachricht, licherweise kann konstatiert werden, daß die Ansätze zu einer solchen in allen Gassen zu Hause, aber bei uns, die wir seit Monaten daß Sebaldt in Bayreuth verhaftet und in der dortigen Königlichen weitsichtigen Fürsorge bereits vorhanden sind. Die Ausstellung mit so viel Leid bepackt sind, hat er diesmal wirklich nichts Heil- und Pflegeanstalt( Frrenanstalt) interniert worden ist. In geigt einige Mittel, deren man sich dabei bedienen will. Die Tätig zu suchen. Nun sigt er einsam auf dem angesägten eingeweihten Streifen hat man diese Entwickelung erwartet. Es war keit des Arztes darf sich nicht darauf beschränken, die Heilung Theaterthrönlein und vertreibt sich die Zeit mit philosophischen längst offenes Geheimnis, daß ein Aftengutachten des Geheimen der Wunden zu fördern, er muß den Heilungsprozeß so zu Betrachtungen. Ist es nicht eine närrische Welt? Ist sie Medizinalrats Leppmann vorliegen soll, nach dem Sebaldt„ gemeinlenken suchen, daß die Gebrauchsfähigkeit der Glieder nicht närrischer, als ich Obervergnügungsrat selbst es bin? gefährlich und internierungsbedürftig" ist. Mit der Internierung nach Möglichkeit erhalten bleibt. In vielen Fällen, wo dieses Ziel Bocksprünge wie ein Satyr macht der außer Betrieb gesetzte dürfte der Sebaldt- Prozeß endgültig begraben sein. während der Dauer der eigentlichen Wundbehandlung nicht zu er- Narrenprinz im stillen Kämmerlein. Er fennt seine Pappenreichen ist, läßt sich durch nachträgliche Operationen doch noch eine heimer. ziemlich weitgehende Gebrauchsfähigkeit des verletzten Gliedes Der Führer durch die deutsche Verlustliste, auf den bereits viele Da versprizen Hunderttausende für das Vaterland ihr herbeiführen. Neben blutigen Eingriffen spielt hier die Behand- Blut, Zehntausende wandern hinüber in das Land, aus dem briefliche Bestellungen eingelaufen sind, wird zunächst noch nicht lung mit Seißluft und Elektrizität, vor allem aber die mediko- noch niemand zurückkehrte, in zahllosen Familien herrscht erscheinen, sondern es wird am Ende des Feldzuges ein ent mechanische Behandlung eine große Rolle. Hinzu tritt der Gr- tiefste Trauer um Menschenopfer, und das alles hätte sprechendes Werk herausgegeben werden. Eine Beantwortung der fab verlorener Glieder durch künstliche Ersatzstüde. Tausende, die nicht viel zu denken und desto mehr einzelnen Bestellungen in diesem Sinne ist dem Kriegsministerium leider nicht möglich. Dieses ganze Gebiet ist auch schon im Frieden kultiviert worden. zu genießen gewohnt sind, dem nicht gehindert, Einerseits in der Krüppelfürsorge, die es sich vornehm- lustigen Prinzen auch in diesem Jahre zu huldigen, lich zur Aufgabe macht, verkrüppelte Krieger so zu fördern, daß sie wenn nicht die preußische Staatsregierung mit einem einen Platz im Erwerbsleben ausfüllen können, andererseits in der weisen Verbot dazwischengefahren wäre. Wie närrisch,
Kein Führer durch die deutsche Verlustliste.
Aufklärung der schweren Bluttat.
Vor mehreren Tagen meldeten wir, daß der 35 Jahre alte Lederarbeiter Walter Krause zur Nachtzeit am Schönholzer Weg aus