Nr. 101. 32. Jahrgang.
Die andere Wirkung.
Man schreibt uns:
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Dienstag, 13. April 1915.
Verantwortung sich bewußtes Herz hätte das nicht gewirkt? Reichsstelle berechtigt sein, in die bei Inkrafttreten dieser VerordSebastian Faure schreibt:" In diesem Augenblick, ich will nung laufenden Lieferungsverträge als Erwerber einzutreten. Bon I das nicht verschweigen, weil es die Wahrheit iſt, war ich auf diesem Rechte wird im allgemeinen jedoch nur mit aller gebotenen das tiefste erschüttert. Ein größerer, mächtiger Schmerz Vorsicht Gebrauch gemacht werden.
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ergriff mein Herz und Tränen famen in meine Augen. Die Kommunalverbände können im übrigen alle zur VersorIn der ersten Beilage des Vorwärts" vom 7. April war welche Gewissensbisse mußte ich bei dem Gedanken erleben, gung der minderbemittelten Bevölkerung mit Kartoffeln erforderunter der obigen Ueberschrift Bezug genommen auf die im daß andere für mich bestraft werden sollen. Denn, wenn es lichen Maßnahmen in ähnlicher Weise treffen, wie sie bei der RegeJanuar dieses Jahres in Frankreich veröffentlichten Friedens- einen Schuldigen gibt, dann bin ich der Schuldige. Und lung des Verkehrs mit Getreide und Mehl zulässig sind. Erwähnt aufrufe von Sebastian Faure und Pierre Monatte . wenn jemand bestraft und gerichtet werden solle, so bin ich sei hierbei ausdrücklich, daß Ausfuhrverbote von Kartoffeln aus dem Der Friedensaufruf Sebastian Faures hat nun eine ganz es allein. Ich bin es, ich, der ich niemanden in eine Falle Bezirke eines Kommunalverbandes sich nicht erstrecken dürfen auf sonderbare andere Wirkung noch gehabt nämlich die, daß bringen, der die ganze Verantwortung auf mich nehmen Mengen, die im Eigentum des Reiches, eines Bundesstaates, der Faure gegenwärtig von einer weiteren Friedenspropaganda wollte, indem ich als einziger meinen Aufruf unterzeichnete." Militärverwaltungen, eines Kommunalverbandes, der TrockenAbstand nimmt. Herr Malvy hatte gut gewählt. Er hatte das Herz ge- kartoffel- Verwertungsgesellschaft oder der ZentraleinkaufsgesellIch kenne Sebastian Faure. Ich weiß, daß er ein troffen. Er beruhigte Faure . Im Ministerium gäbe es schaft in Berlin stehen, oder auf Mengen, die zur Erfüllung von Charakter ist; aber auch ein Mensch mit edlem Herzen, gefühl- Männer, die grundsägliche Gegner aller schroffen Maßnah- Berträgen erforderlich sind, wenn diese Verträge vor Inkrafttreten voll und vor allem voll Verantwortlichkeitssinn für seine men, der Feldgerichte und des abgekürzten Verfahrens seien. Dieser Verordnung abgeschlossen und ihr Inhalt bis zum 26. April Handlungen. Wie kam Faure dazu, troß seiner Erkenntnis Diese Männer hätten sich entschieden gegen alle rigorosen 1915 dem Kommunalverband, in dem die zu liefernden Kartoffeln von der Notwendigkeit einer Friedenspropaganda für Frank Maßnahmen gegen die Gesinnungsgenossen Faures ausgelagern, mitgeteilt ist. reich gegenwärtig von dieser Propaganda Abstand zu nehmen? sprochen. Er Malvy- habe erreicht, daß alle Dokumente Der Ankauf der Kartoffeln wird zu Preisen erfolgen müssen, Sebastian Faure beantwortet die Frage selbst in einem Arin dieser Angelegenheit, Berichte, Briefe und Protokolle ihm die dem Landwirt neben dem Höchstpreis ein Entgelt tikel:" Ich erkläre meinen Freunden, weshalb ich gegen- übergeben worden seien. Alles sei verbrannt, sei in Asche ver- für Aufbewahrung, Behandlung und Risiko wärtig von einer Friedenspropaganda Abstand nehme." Der wandelt. bietet. Diese Preise werden vielfach für die minder= Artikel wirft ein eigentümliches Schlaglicht auf die Verhält- Herr Malvy gab Sebastian Faure sein Ehrenwort, daß bemittelte Bevölkerung zu hoch sein. Die Reich 8= nisse in Frankreich und besonders auf die Verhältnisse im alles bverbrannt sei. Daraufhin gab Faure sein Wort, von der finanzverwaltung wird daher den Kommunalverbänden französischen Heere. Skizzieren wir den Artikel kurz: weiteren Friedenspropaganda gegenwärtig Abstand zu beim Erwerb von Kartoffeln, der zur Versorgung ihrer minderNach dem Erscheinen des Faureschen Flugblattes Iud nehmen. bemittelten Bevölkerung durch die Reichsstelle erfolgt, die Mehrder französische Minister des Innern Malvy den Verfasser Sebastian Faure hat den Bericht über seine Unterhalto it en erseßen, die durch die genannte Sondervergütung den für den 26. Januar zu einer Unterredung ein. Herr Maloy tung mit Herrn Malvy noch am gleichen Tage nieder- Landwirten über den Höchstpreis gezahlt werden. Dadurch werden streute zu Beginn der Unterhaltung seinem Gaste einige geschrieben. Er wollte eine Erklärung geben, weshalb er die Kommunalverbände in die Lage gesetzt, diese Kartoffeln zu dem Blumen des Lobes und kam dann auf den Friedensaufruf zu gegenwärtig von der Fortsetzung seiner Friedensbropaganda felben Preise abzugeben, wie sie sich nach den gegenwärtigen Höchstsprechen, den er trotz der großmütigen und lobenswerten Ab- Abstand nimmt. Weiter nichts. Die Erklärung ist einfach preisen für Landwirte zuzüglich der Fracht und der hinzutretenden ficht gefährlich und schädlich nannte. Warum? Frankreich und klar. Und dennoch, auch sie wird ihre andere Wirkung geringen Spesen stellen. habe den Krieg nicht gewollt; er sei ihm aufgezwungen haben. worden; das Ende des Krieges könne nicht beschleunigt werden, bevor der Sieg nicht errungen sei. Der Friede sei wünschenswert; doch die Zeit dafür noch nicht gekommen. Faure solle also in diesem Augenblick jede Propaganda zu gunsten des Friedens einstellen. Nicht für immer. Er- Herr Malvy bitte darum, nicht als Mitglied der Regierung, sondern als Demokrat und Freidenker.
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Politische Uebersicht.
Die Kartoffelversorgung.
Amtlich. Berlin , 12. April. ( W. T. B.) Um den Kartoffelbedarf namentlich der minderbemittelten Bevölkerung in den Sebastian Faure sprach nun als Franzose daß er größeren Städten für Frühjahr und Sommer 1915 unbedingt selbstverständlich keinen Frieden um jeden Preis, keinen Frie- ficherzustellen, muß eine angemessene Kartoffelmenge aus dem den, der Frankreich demütige, wolle, sondern einen Frieden, Verkehr gezogen und festgelegt werden. Die Reichsverwaltung hat der den früheren Zustand wieder herstelle, der eine ruhige, den Ankauf möglichst großer Vorräte daher in die Wege geleitet. friedliche Entwickelung Europas gewährleiste, wenn er auch Außerdem hat der Bundesrat in seiner Sizung vom 12. April 1915 nicht gleich die Vereinigten Staaten Europas mit sich bringe. weitere Maßregeln beschlossen. Zur Durchführung der KartoffelHerr Malvy beeilte sich zu versichern, daß die französische Re- verteilung ist eine Behörde vorgesehen unter dem Namen„ Reich 8- gierung dasselbe wolle. Aber jetzt von einem solchen Frieden stelle für Kartoffelversorgung", die dem Reichskanzler reden, heiße entnerven, das Nationalgefühl schwächen, die unterstellt ist. Sie soll aus einem Reichskommissar und mindestens patriotische Begeisterung entkräften. Faure erläuterte nun zwei Mitgliedern bestehen. Der Behörde steht ein Beirat zur das Ziel seines Friedensaufrufes. Er habe die Köpfe an die Seite, der sich aus Vertretern der Landwirtschaft, der Städte, des Möglichkeit gewöhnen wollen, daß in nächster Zukunft der Handels und der Verbraucher zusammenseßt. Das Zwischenglied furchtbaren Tragödie ein Ende gemacht werden müsse, damit zwischen der Reichsstelle und den Verbrauchern sollen die Kom= man diesen Gedanken nicht mit Voreingenommenheit zurück- munalverbände bilden, die ähnliche Aufgaben bereits auf stoße. Er wollte ein Wort der Menschlichkeit erklingen lassen, anderen Gebieten mit Erfolg übertragen erhalten haben. weil er es schädlich halte für die Völker, monatelang in einer Atmosphäre des Hasses zu leben.
Von einer allgemeinen Beschlagnahme der Kartoffeln wie beim Getreide ist wegen technischer Schwierigkeiten und Herr Malvy führte nun ein schärferes Geschütz auf. Er wegen der Gefahr der Verderbens bei ungenügender Behandlung wollte zeigen, daß eine Friedenspropaganda in Frankreich und Aufbewahrung der beschlagnahmten Kartoffeln abgesehen. im Interesse Deutschlands läge. Er tat, als glaube er an Insoweit die zur Ernährung der Bevölkerung notwendigen Kardas Märchen, deutsche Spione agitierten in Südfrankreich für toffeln nicht innerhalb des Bezirks vorhanden sind, melden die Komden Frieden. Faure opponierte dagegen heftig. Da fuhr der munalverbände den Fehlbetrag, der durch freihändigen Ankauf Herr Minister sein stärkstes Geschütz auf. Er stellte dar, daß nicht gedeckt werden kann, unter eingehender Begründung seiner der Aufruf von den Soldaten in den Schüßengräben eifrigst Höhe bei der Reichsstelle an, die darüber entscheidet, ob die Angelesen werde und von Hand zu Hand ginge. Es müsse be- meldungen zu berücksichtigen sind oder nicht. Die Reichsstelle fürchtet werden, daß die Ideen des Aufrufes mit Begeiste- tann die Ueberweisung von Kartoffelmengen aus einem Kommurung von den Soldaten aufgenommen würden. Die franzö- nalverband an einen anderen Kommunalverband oder an die fischen Soldaten brennten vor Ungeduld heimzukehren; fie Reichsstelle verlangen. Die Kommunalverbände, aus denen Karträumten vom Ende des Krieges. Die Offiziere wußten, toffeln abzugeben sind, können diese Mengen freihändig ankaufen, daß der Aufruf in den Schüßengräben gelesen und lebhaft fie nötigenfalls auch zwangsweise sicherstellen. Auf Mengen, die besprochen werde. Eine stille Untersuchung sei eingeleitet zur Erfüllung von Verträgen erforderlich sind, darf nicht zurückworden. Es habe sich ergeben, daß viele Soldaten an Faure gegriffen werden, wenn diese Verträge nachweislich vor dem Ingeschrieben hätten; in den Händen der Militärbehörde be- krafttreten dieser Verordnung abgeschlossen worden sind und wenn fände sich ein großes Anklagematerial. Es sei erwogen ihr Inhalt von einem der Vertragschließenden bis zum 26. April worden, ob nicht die Briefschreiber zur Abschreckung anderer 1915 einschließlich dem Kommunalverband, in dem die zu liefern erschossen werden sollten.. den Kartoffeln lagern, mitgeteilt ist. Der Rückgriff ist zulässig, Das sagte Herr Malvy. Auf wessen menschliches, der wenn die Reichsstelle es genehmigt oder verlangt. Auch soll die
Wenn die Russen kommen!
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Die Gegenrechnung.
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Die Freie Vaterländische Vereinigung will nach ihrem etwas verschwommenen Programm die in der Kriegszeit fruchtbar gewordenen Kräfte auch in Friedenszeiten hinüberretten und politisch wirksam machen. Der Reichskanzler hat sich dazu bekanntlich verbindlich zustimmend geäußert, während die bürgerlichen Parteien sich zurüchielten. Jeht wendet sich der konservative Professor Ehrenberg im„ Tag" gegen das Programm der Vereinigung, weil es ihm, kurz gesagt, zu viel Rücksicht auf die Bestrebungen nimmt, gegen die Professor Ehrenberg stets Stellung genommen hat. Er schreibt:
Der erste Grundsatz lautet:„ Dem Deutschen darf niemand näher stehen als sein Reichsgenosse." Darüber gibt es seit Ausbruch des Krieges hoffentlich leine Meinungsverschiedenheit mehr. Dem ersten Grundsatz schließt sich die erste Forderung an:„ Wer fich dazu bekennt, hat auf rückhaltlofe Anerkennung feiner nationalen Gesinnung Anspruch. Von diesem Gesichtspunkt aus ist das geltende Recht einer Durchficht zu unterziehen." Diese Forderung wird ebens falls rückhaltlose Zustimmung finden, wenn vorausgesetzt werden kann, daß das„ Bekenntnis" zu jenem Grundsatze auch dessen Betätigung im täglichen Kampfe der Meinungen, Parteien, Interessent erfordert, daß also nicht wieder eine Kampfweise einreißt, die jenem Grundsatze widerstreitet. Gewiß hält die Vereinigung zum Beispiel den Klassenbaß und seine Betätigung nicht für vereinbar mit dem Grundsatz, der an der Spitze ihrer Erklärung steht. Im Kriege ist er sofort zurüdgedrängt worden; im Frieden darf er ebenso wenig wieder geduldet werden. Mit Recht verlangt er von den Unternehmern, daß sie die Arbeiter als„ Reichsgenossen" rüdhaltlos anerkennen und diese Gesinnung unausgesezt betätigen; ist das aber möglich, wenn die gleiche Gesinnung nicht auch auf seiten der organisierten Arbeiter betätigt wird? War es nicht nötig, das gerade hier zu sagen, statt in einem versteckten Winkel am Schlusse der ganzen Erklärung? Und wäre es nicht notwendig, es jetzt wenigstens mit brüderlichem Freimut zu sagen? Wer war es denn, der den Geist des Hasses in unser öffentliches Leben brachte?"
An Euch, meine Eltern, denke ich, Und Euch zu sehen wünsche ich.
Wir werden den Deutschen, den Feigling, verhaun, Dann kehre ich zu, Euch zurück.
Ich benachrichtige Euch, daß ich Gott sei Dank gesund bin, was
Tapfere Kerle sind die russischen Soldaten,
Darin liegt der Anspruch, daß die Sozialdemokratie ihre auf die wissenschaftliche Arbeit von Marx und Engels sich gründenden sozialen und historischen Anschauungen zu widerrufen habe, falls unsere Partei Anspruch darauf erhebe, von Herrn Professor Ehrenberg als Reichsgenosse" behandelt Tausende von Ostpreußen durchkosteten das Flüchtlingselend, ein barischer Rosaken und ihnen gleichwertiger Truppen soll natürlich großer Teil von ihnen mußte sogar den Kelch der Leiden mehrere nichts in die Heimat berichtet werden. Male leeren. Von vielen, die bei der ersten Invasion der Russen Damit die Soldatenbriefe zur Hebung der erwünschten Stim nicht geflüchtet waren, hörte ich, daß sie um keinen Preis zum mung beitragen, werden den russischen Heeresangehörigen gedruckte zweiten Male zurückbleiben würden. Wenn sie die erste Zeit der Briefmuster zugesteckt, die sie als Unterlage für ihre Schreiben M., 3. April 1915. Russenherrschaft auch ohne direkte Schädigung an Gesundheit und in die Heimat benußen sollen. Ein solcher gedruckter, von mir Das Elend der Flüchtlinge in seiner bittersten und härtesten Leben überstanden hatten, wenn sie auch der Gefahr des Ver- auf dem Schlachtfelde aufgehobener Musterbrief lautet in ziemlich Form hat nun auch die Bevölkerung des nordöstlichen Zipfels von schlepptwerdens entronnen waren, die ausgestandenen Schrecken wörtlicher Uebersetzung: Deutschland tennen gelernt. Wie wenn der Wolf die Herde wollte niemand noch einmal durchmachen. Zudem fürchtete man,„ Meine geehrten und lieben Eltern! Ich sende Euch einen scheucht, so trieben die nach Memel vorrückenden Russen friedliche die zweite Herrschaft der Russen würde schrecklicher werden als untertänigen Gruß und schreibe von mir und meinem Leben. Wir Einwohner vor sich her: Männer, Frauen, Greise und Kinder! schon die erste gewesen war. Solche Befürchtungen haben sich befinden uns jetzt in den Stellungen. So groß ist der Schrecken, den des Zaren Krieger vor sich her leider als nur zu berechtigt erwiesen. Fast überall hatten demoverbreiten, daß ein Gerücht von ihrem Herannahen genügt, um ralisierte Truppen die Oberhand; entgegenstehende Befehle der unter den vermeintlich Bedrohten eine wilde Panik hervorzurufen. Kommandeure und die Bemühungen der besseren Elemente unter Zuviel des Entsetzlichen hat man schon erlebt, als daß der Ruf: den russischen Soldaten konnten Brutalitäten schlimmster Art, Raub, " Die Russen kommen!" nicht bei jedem die Vorstellung von Raub, sinnlose Zerstörung und Brandstiftung nicht verhindern. Wenn Mord, Vergewaltigung und Brand erwecken könnte. Ich sah Ost- man auf diese Folgen des Krieges hinweist, taucht die Frage auf: ich auch Euch von Herzen wünsche. Wir hatten ein Gefecht und preußen auf der Flucht in seiner Hast, Angst und Kopflosigkeit, die mitten die Bewohner russischen Gebiets nicht Gott schenkte uns einen großen Sieg. das Elend und die Not über das durch die Umstände gegebene in der gleichen Weise unter der Invasion der Maß hinaus steigerten. Dann erlebte ich, wie in das Hin- und Deutschen?" Soweit meine eigenen Erfahrungen und WahrHerfluten der Flüchtlinge ein Moment der Ruhe, Gelassenheit und nehmungen reichen, muß ich auf eine solche Frage mit einem Ordnung hineintam. Solche Milderung des Glends oder das Ver- glatten Nein antworten. Selbstverständlich hatte der Einmarsch hindern unnötiger Schmerzen und Qualen muß durch Erfahrun- der Deutschen in Polen für die dortigen Bewohner ebenfalls Begen traurigster und peinigendster Art erkauft werden. Diesen schwerden, Leiden und Schädigungen im Gefolge, wie sie eben Preis hatten die kürzlich von der Russenangst gepadten Memeler mit einem Kriege untrennbar verbunden sind: Einquartierungen, noch nicht bezahlt. Die Schreckenstage im vergangenen Monat Störung des Berufslebens, Einschränkungen in der Lebenshaltung, haben sie mit dem Tribut reichlich belastet. Schnee lag noch auf bedingt durch das Knappwerden von Nahrungsmitteln, das alles den Feldern, als die russischen Heerscharen sich heranwälzten. Es gehört sicher nicht zu den Annehmlichkeiten des Daseins. Auch viele Feinde zu uns in Gefangenschaft begeben, und nach dem war bitter falt und naß zugleich. Von den Grenzdörfern her mögen einzelne Ausschreitungen vorgekommen sein; daß jedoch die letzten Gefecht mußten wir wieder einen Trupp Soldaten nehmen. wälzte sich die Woge der Flüchtlinge, vorwiegend Frauen und Deutschen auch nur entfernt so böse gehaust hätten wie die Russen Weiß der Teufel, wohin wir sie stecken sollen. Sehnt Euch nicht Kinder, auf Memel zu. Ein Teil blieb hier, glaubte in Memel in Ostpreußen, das wird niemand auch von Feindesseite behaupten nach mir, meine verehrten Eltern. Bald werde ich zurückkehren vor Gefahren gesichert zu sein; andere hasteten weiter und rissen können. Die Polen und Juden im Grenzgebiet werden auch nicht und Euch erzählen: viele Einwohner der Stadt in ivildem Strudel mit sich fort. Die durch die Angst vor den Deutschen in die Flucht getrieben. Fast meisten der Flüchtlinge suchten die Nehrung zu gewinnen. überall blieb der größte Teil der Bevölkerung im Heimatsort, Hier gab es aber nur für eine geringe Anzahl Unterkunft. Auch wenn deutsche Truppen heranrückten. Man floh vielleicht aus Befehlte es an Lebensmitteln. In der Haft und Aufregung dachte sorgnis vor den Folgen der Kämpfe um ihr Dorf oder aus Angst man nicht daran, sich mit Vorräten zu versehen. Man begab sich vor den Russen. Nach dem ersten Auszug der Deutschen aus dem recht. notdürftig bekleidet auf die Flucht. Tausende litten infolgedessen besetzten russischen Gebiet hat es eine Reihe von Leuten bitter große Entbehrungen; einige Kinder erfroren. Ohne es in der büßen müssen, wenn Denunziationen oder bloßer Verdacht sic der qualvollen Aufregung und tollen Hebe zu bemerken, verlor eine Deutschfreundlichkeit bezichtigte. Solchen Verlegenheiten ging Mutter unterivegs ihr Kind, das sie in etwas Bettzeug verpackt im mancher durch die Flucht ins Innere Rußlands aus dem Wege, der Arm trug. Andere Kinder wurden im Gedränge von der Seite sonst sicherlich ruhig in seinem Heim geblieben wäre. Die Tatsache, ihrer Angehörigen gerissen und irrten jammernd umher; hilflose daß die Zivilbevölkerung sowohl in Rußland als auch in Deutsch- Dieses Geise und Greifinnen schleppten sich mühsam dahin. Viele wußten land im allgemeinen aus Angst vor den Nussen floh, ist ein schiedener, läßt ahnen, was das russische Volk über den Skrieg ernicht wohin. Die Angst trieb sie weiter. Dergleichen Bilder des sprechender Beweis für die Verschiedenartigkeit des Verhaltens fährt. Schreckens sah ich oft im Laufe der letzten acht Monate. Viele deutscher und russischer Truppen. Von den„ Heldentaten" bar
Sie spucken auf die Kugeln und Granaten.
Sie sind Scharfschützen:
Sobald sie nur laden,
Fallen die Deutschen wie gemäht.
Bei ihrem Wilhelm ist der Schnurrbart gedreht, Und von Kummer dreht sich sein Verstand.
Ich kann Euch, meine verehrten Eltern, auch erzählen, daß sich
Sie sollen wissen,
Mit ivem sie es anfangen. Sie wollten uns verhann, Aber sieh, sie rennen davon, Daß die Erde bebt."
Briefmuster, es gibt deren eine ganze Anzahl ver
Düwell, Kriegsberichterstatter.