Nr. 112.- 32. Jahrg.
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Sonnabend, den 24. April 1915.|
Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morikplay, Nr. 151 90-151 97.
Erfolgreicher deutscher Vorftoss bei Ypern .
Die Meldung des Großen Hauptquartiers.
Amtlich. Großes Hauptquartier, den 23. April 1915.( W. T. B.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
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In den gestrigen Abendstunden stießen wir aus unserer Front Steenstraate östlich Langemarck gegen die feindlichen Stellungen nördlich und nordöstlich von Ypern vor. In einem Anlauf drangen unsere Truppen in neun Kilometer Breite bis auf die Höhen südlich von Pilkem und öftlich davon vor. Gleichzeitig erzwangen fie fich in hartnäckigem Kampf den Uebergang über den Ypernkanal bei Steenstraate und Het Sas, wo sie sich auf dem westlichen Ufer festsegten. Die Orte Langemarck , Steenstraate, Het Sas und Pilkem wurden genommen. Mindestens 1600 Franzosen und Engländer und 30 Geschütze, darunter vier schwere englische, fielen in unsere Hände.
Zwischen Maas und Mosel war die Gefechtstätigkeit wieder lebhafter. Artilleriekämpfe waren besonders heftig bei Combres, St. Mihiel , Apremont und nordöstlich Flirey. Feindliche Infanterieangriffe erfolgten nur im Waldgelände zwischen Ailly und Apremont, hier drangen die Franzosen an einzelnen Stellen in unsere vordersten Gräben ein, wurden aber zum Teil wieder hinausgeworfen. Die Nahkämpfe sind noch im Gange. Der von uns genommene Ort Embermenil westlich von Avricourt, der gestern von den Franzosen in Brand geschossen wurde, ist von unseren Vorposten geräumt; die Höhen nördlich und füdlich des Ortes werden gehalten.
Sestlicher Kriegsschauplaz.
Die Lage im Osten ist unverändert.
Oberste Heeresleitung.
Kriegsrenten
und Hinterbliebenen- Fürsorge.
Die Verhandlungen und Beschlüsse der Budgetkommission des Reichstags über die Aenderungen der Militärrenten- und hinterbliebenengeseße sind vielfach falsch aufgefaßt worden, nämlich so, als ob wiederum die Aenderungen der angeführten Geseze auf die lange Bank geschoben sei. Dies hat in weiten Kreisen der Bevölkerung, die leider damit zu rechnen haben, daß sie auf die Leistungen jener Gefeße angewiesen sein könnten, große Unruhe hervorgerufen. Dazu liegt aber kein Grund vor.
Schon im vorigen Monat, als die Budgetkommission des Reichstags an die Beratung dieser Angelegenheit herantrat, zeigte sich, daß alle Parteien und die Regierungen die Notwendigkeit, jene Geseze zu verbessern, durchaus anerkennen. Allerdings sind die Geseze erst im Jahre 1906 und 1907 erlassen worden und haben manche Verbesserung der früheren Bestimmungen gebracht. Aber schon damals hat unsere Partei auf die Mängel der Gesetze aufmerksam gemacht. In dem Bericht unserer Reichstagsfraktion an den Parteitag im Jahre 1906 wird hervorgehoben, daß unsere Vertreter für das Mannschafts- Pensionsgesetz, aber gegen das Offizier 3- Pensionsgesez gestimmt haben. Die Mann schaften erhalten, so heißt es in dem Bericht weiter, eine viel zu geringe Rente. Ein Antrag der Sozialdemokraten auf Erhöhung der Renten für die Mannschaft sei abgelehnt worden. So sind Gesetze zustande gekommen, die schon damals ungenügend
maren.
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Die traurigen Erfahrungen des jeßigen Krieges zeigen, daß die Beanstandungen der Sozialdemokraten nur zu berechtigt waren. Die Entschädigungen der Familien, die durch den Krieg ihren Grnährer verloren haben, sind so gering, daß sie nicht einmal dem Verdienste eines schlecht bezahlten Arbeiters entsprechen; sie bleiben aber hinter einer angemessenen Entschädigung um so mehr zurück, je höher der Arbeitslohn des Gefallenen oder Verwundeten war. Daher muß eine Erhöhung der Entschädigung so, daß sie wenigstens einigermaßen im Einklang mit dem früheren Arbeitsverdienst steht, für die Familien erfolgen, die zur Bestreitung ihres Lebensunterhaltes auf die Entschädigung angewiesen sind.
Maßgebend für den Verlauf der Verhandlungen über diese
als die gestern angegebenen Zahlen. Im Abschnitt von Reims Artilleriekampf. In den Argonnen bei Bagatelle fand ein wenig bedeutender, übrigens zurückgeworfener deut scher Angriff statt. Bei St. Mihiel im Walde von Apremont erstürmten wir am Kuhkopf zwei hintereinander Amtlich. Berlin , 23. April. ( W. T. B.) Die deutsche Hochseeflotte hat in letzter Zeit mehrfach liegende Reihen von Schüßengräben. Der Kuhkopf bildete Angelegenheit war es, daß beim Beginn der Beratung in der März Kreuzfahrten in der Nordsee ausgeführt und ist einen Vorsprung in unsere Stellungen, der uns ernstlich bedabei bis in die englischen Gewässer vor- hinderte. Sehr viele deutsche Leichname blieben auf dem gestoßen. Auf keiner der Fahrten wurden englische See- rüdten wir fortdauernd auf beiden Ufern der Fecht vor und Wir machten etwa 50 Gefangene. Jm Elsaß streitkräfte angetroffen. auf beiden Ufern seines linken Nebenflusses, der Wurmsa. Jm Süden erreichten wir Schießloch und gewannen so Gelände gegen Dsten in der Richtung auf Mezeral.
Der stellvertretende Chef des Admiralstabes. gez. Behncke.
Der österreichische Generalstabsbericht. Wien , 23. April. ( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 23. April 1915:
Gelände.
Die Bombardierung von Bailleul durch einen Zeppelin.
Sigung der Budgetkommission der Vertreter der Militärverwaltung erklärte: im Kriegsministerium wird bereits ein Entwurf zur bereitet; sobald der Krieg zu Ende ist und ein UeberBerbesserung der Militärrenten- und Hinterbliebenengesetze vorblick über die Zahl der zu entschädigenden Familien und über die daraus erwachsende Belastung des Reichs möglich wird, wird das Kriegsministerium seine Vorschläge zur Verbesserung der angeführ ten Gesetze möglichst schnell der Gesetzgebung unterbreiten.
Demgegenüber forderten die Sozialdemokraten, daß wenigstens die notwendigsten Verbesserungen noch während dem Kriege, und zwar so bald wie nur irgend möglich durchgeführt werden. So kam es, daß sich die ganze Aussprache in der Budgetkommission sowohl in der Märzsizung als auch im April einzig und allein auf die Frage bezog, wann die Geseze verbessert und allein auf die Frage bezog, wann die Gesetze verbessert werden sollen, ob erst nach dem Striege, oder bereits in der
Paris , 23. April. ( T. U.) Ueber die Bombardierung Die allgemeine Lage ist unverändert. von Bailleul durch einen Zeppelin berichtet ,, Petit Parisien" An der Karpathen front vereinzelt Geschützkampf, noch folgende Einzelheiten: Das Luftschiff tam gegen 11 Uhr wobei unsere Artillerie im Abschnitte Nagypolany, deutsche 35 Min. an und schleuderte auf die Altstadt zehn Bomben. Artillerie bei Koziowa mit Erfolg wirkte. Vor den Stellungen Ein Geschoß fiel in der Rue de Moulin nieder, zerstörte zwei am Uzjoker Paß, nach dem abgeschlagenen Sturmangriff der Häuser völlig, tötete zwei Personen und verwundete eine dritte Mai- Tagung des Reichstags. Russen, verhältnismäßig Ruhe. Alle Gefangenen bestätigten Berson. Eine andere Bombe schleuderte Pflastersteine Für die Vertagung bis nach dem Kriege sprach sich besonders die schweren Verluste des Gegners. Destlich des Passes 150 Meter hoch und riß Löcher von drei Meter Tiefe, sechs ein vielbeschäftigter Zentrumsabgeordneter aus. Er führte dafür wurde gestern ein starker Stützpunkt des Feindes Meter Breite in die Straße. Ein Haus wurde vom Dach die folgenden zwei Gründe an. Erstens sei die völlige Umarbeitung bis zum Erdgeschoß durchschlagen, ein englischer Soldat der Geseke so schwierig und langwierig, daß der Reichstag diese In Südost galizien und in der Bukowina schwer verletzt und mehrere Pferde der englischen Armee Arbeit unmöglich während dem Kriege fertig machen könne. Daher getötet. sei es wichtiger, diese Arbeit zurückzustellen und der Miltärverwaltung die Befugnis zu geben, die Lücken des Gesetzes in besonderen
erobert.
keine Veränderung.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Westlicher Kriegsschauplatz.
g
Deutsch - französischer Invalidenaustausch Fällen durch außergewöhnliche Leistungen auszufüllen.- Die Seit einigen Tagen verkehren, wie der„ Vossischen Zeitung" anderen Parteien erkannten diese Schwierigkeiten durchaus an aus Basel berichtet wird, auf der Strecke Karlsruhe - Offenburg - und stimmten auch für alle Fälle dem letzten Vorschlage, also den Konstanz wieder zahlreiche Ertrazüge, die durchweg mit französischen außergewöhnlichen Leistungen in besonderen Fällen zu. Jedoch Ein Zug befördert etwa 300 Ver- wurde festgestellt, daß niemand eine so I che Umarbeitun Schwerverwundeten besetzt sind. der Der französische Tagesbericht. wundete. Die deutsche Regierung hat der französischen einen zweiten Geseze verlangt, wie sie der Zentrumsabgeordnete als abschreckenParis, 23. April. ( W. T. B.) Der gestern abendum Austausch Schwerverwundeter für den 1. Mai und die folgenden des Beispiel vorgeführt hatte, sondern daß es sich nur um einige 11 Uhr ausgegebene amtliche Bericht lautet: Bei Lange- Tage vorgeschlagen. Bis jetzt sind in Konstanz bereits 2200 ichier wenige, allerdings wichtige Verbesserungen handelt, die leicht in mard nördlich pern warfen englische Truppen zwei An- verwundete Franzosen angekommen, und ihre Gesamtzahl dürfte die jeßigen Gefeße eingefügt werden können. etwa 3600 betragen. An die schweizerische Regierung wurde deutschergriffe an der Höhe 60 bei Zwartelen zurück. Die deutschen seits das Ersuchen um ibre Mithilfe und an das schweizerische Note Auf diese Weise können die schlimmsten Mißstände besser und Gegenangriffe, deren Heftigkeit sich durch den Wunsch zu Kreuz das Ersuchen um Stellung von Lazarettzügen beim Transport sicherer beseitigt werden als allein durch die außergewönlichen Leierklären scheint, die von den amtlichen Tagesberichten des von Konstanz nach Frankreich und umgekehrt gerichtet. Die Ant stungen, die der Abgeordnete angeregt hatte. Alle weiteren, nicht Kaiserlichen Generalstabes geleugnete Schlappe wettzumachen, worten aus Frankreich wie auch des schweizerischen Bundesrats so dringenden Verbesserungen müßten in der Tat einer späteren mißlangen endgültig. Die Verluste des Feindes sind höher stehen noch aus. Zeit vorbehalten bleiben.