Explosion in einer Pulverfabrik. Die Pacific Pulverfabrik in
Ein weiterer Umstand, der die Leistungsfähigkeit der Kranken- landen und in Wien auf und hat dort verschiedene Straftaten be- solcher Ueberfälle" zufammen 520 Eimer Wodka entführt wurden, kassen während des Krieges sicherstellte, war das Herabfinten des gangen. Im Jahre 1909 fehrte er nach Berlin zurück, nachdem er von denen 300 an die Schankwirte der umliegenden Städte verkauft Krankenbestandes. Nach einer vom Hauptverband deutscher Orts vorher einer Wiener Dame 40 000 kronen abgenommen hatte. Hier worden waren. Kaum hatte man dies entdeckt, jo erfolgte aber ein noch frankenkassen aufgenommenen Statistik waren bei 351 Ortskranken- Stile ein, mit einem verführerisch ausgestatteten Privatkontor, wurde nämlich ein ganzer Eisenbahnwagen, der mit in Berlin richtete er sich am Enfeplatz eine Druckerei in großem großzügiger angelegtes Unternehmen. Auf der Schwarzmeerbahn fassen am 1. Januar 1914: 3,83 Proz. der männlichen und 2,89 Proz trug einen kostbaren Belz und wertvolle Ringe und trat in jeder Branntwein gefüllt war, gestohlen. Die Bahnbeamten der weiblichen, zusammen 3,46 Proz. der Mitglieder arbeitsunfähig Beziehung als Mann von Welt auf. Durch dieses Auftreten ver- lösten ihn an einer verabredeten Stelle von einem fahrenden Zug; frant; am 1. Januar 1915 dagegen waren nur 2,73 Proz. der männ- stand er es, nach und nach eine Reihe von heiratslustigen Damen, am nächsten Morgen fand die Polizei den Wagen wieder, aber leer. lichen und 2,47 Proz. der weiblichen, zusammen 2,59 Proz. der Mit denen er sich zumeist durch Heiratsannoncen genähert hatte, zu Da das transkaukasische Gebiet bisher außerhalb des Wirkungsglieder arbeitsunfähig frank. Der Krankenbestand ist also um ein ödern und ihnen recht hohe Summen abzunehmen. Er gab sich bereichs des staatlichen Alkoholmonopols geblieben ist, darf dort auch Viertel desjenigen zu Friedenszeiten herabgesunken. als Junggeselle aus und stellte sich den Damen stets als gut- jetzt noch Branntwein verkauft werden; natürlich werden über die Durch die beiden Notgesetze zur Krankenversicherung wurden fituierter Buchdruckereibefizer und als ideal und korrekt denkender Kaukasuspässe große Mengen nach dem Kubangebiet eingeschleppt. Mann vor. aber die Beiträge wesentlich erhöht und die Leistungen gefaperten Frau, erließ er wieder Heiratsannoncen, wenn er von ihren überkommenen Sitten nicht abzuweichen. Noch während des Verkehrs mit der einen von ihm Die in der Heimat verbliebenen Kosaten brauchen also einstweilen herabgesetzt. Der Beitrag sollte allgemein 4 Proz. vom Grundlohn betragen. Während vor dem Kriege nur ein Viertel der Mitglieder einen so hohen Beitrag zahlte, mußten nach Erlaß des Notgesetzes zwei Drittel der Mitglieder diesen erhöhten Beitrag leisten. Die Leistungen der Kassen wurden allgemein auf die Regel Teistungen herabgesetzt, doch wurde es den Kassen gestattet, wenn ihre Leistungsfähigkeit sicher schien, die Mehrleistungen bei zubehalten. Nach dem Ergebnis dem Umfrage des Hauptvorstandes wurden vor dem Kriege die Regelleistungen für 59 Proz. der Versicherten gewährt, während für 41 Proz. der Versicherten Mehrleistungen der verschiedensten Art gewährt wurden. Nach dem Stande vom 1. Januar 1915 wurden jedoch nur an 28,6 Proz, der Versicherten Mehrleistungen gewährt. Allerdings treten ergänzend hinzu die Leistungen der Kriegswochenbeihilfe, die einen wesentlichen Teil der Mehrleistungen ausmachen. Ueber die Weitergewährung einiger der wichtigsten Gewährleistungen mögen folgende Zahlen Aufschluß Familienhilfe irgendwelcher Art wurde am 1. Januar 1914 76,3 Proz., am 1. Januar 1915 nur noch 55,3 Proz. der Mitglieder gewährt. Mehr wie 26 Wochen Krankengeld wurde am 1. Januar 1914 an 26,3 Pro3., am 1. Januar 1915 nur noch an 7,6 Proz. der Mitglieder gezahlt. Die Wartezeit für den Bezug von Krankengeld war am 1. Jan. 1914 herabgesezt oder beseitigt für 62,7 Proz., am 1. Januar 1915 nur noch für 16,7 Proz. der Witglieder. Ein erhöhtes Sterbegeld wurde am 1. Januar 1914 für 57,8 Proz., am 1. Januar nur noch an 40,9 Proz. der Mitglieder gewährt.
geben:
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merkte, daß die Geldquellen seiner jeweiligen Freundin erschöpft waren. Er suchte und fand dann bald Wege, um lettere wieder los zu werden. Ein solches Mittel war beispielsweise folgendes: er ließ in der Wohnung der Freundin bzw. Verlobten anscheinend Louisville ( Kentucky ) ist durch eine Explosion vollkommen zerunabsichtlich seine Brieftasche liegen, in der sich eine Anzahl Briefe stört worden. Bisher wurden drei Tote unter den Trümmern von Heiratsvermittlern und von Damen, die ihn zum Mittagessen hervorgezogen. einluden, befanden. Darüber kam es dann natürlich zum Krach Großfeuer in einem unterfränkischen Dorfe. In der Ortschaft und zur Trennung. Inzwischen hatte der Angeklagte seine Neze Burgbernheim ( Unterfranken ) fehlte es ihm nie. Der einen Dame warf er vor, daß sie einen schon nach einer anderen ausgeworfen. An Gründen zum Bruch 17 Gebäulichkeiten eingeäschert. durch Großfeuer unehelichen Sohn habe, von einer anderen fühlte er sich enttäuscht, Von einem französischen Gefangenen gerettet. In der Nähe der weil sie, wie er sagte, einen kahlen Kopf und falsche Zähne hatte, Sommerwirtschaft Wienburg bei Münster war ein Snabe beim die sie in zwei Wassergläsern unterbrachte. Der Angeklagte hat Spielen in einen tiefen, völlig verschlammten Wassertümpel gefallen. seinerzeit seine Buchdruckerei, welche sich hauptsächlich mit Her- Ein in der Nähe arbeitender französischer Kriegsgefangener stürzte stellung kunstvoller Postkarten beschäftigte, in eine G. m. b. H. ver- sich entschlossen ihm nach nnd rettete den bereits bis über die wandelt und nach dem Hause Schönhauser Allee 149 verlegt. Be- Schultern im Schlamm versunkenen Knaben. gaunerung von Frauen trieb er auch hier. Eine Frau hat ihm andere 5275 M., einer früheren Lehrerin nahm er ihr ganzes Ver- frühere Buchbinder Johann Gymnich wurde von der Kölner auf Nimmerwiedersehen 4880 M. als Darlehen gegeben, eine Ein Siebenundachtzigjähriger im Zuchthaus. Der 87 Jahre alte mögen von 38,000 M. ab und verpfändete ihr dafür seine Druckerei- Straffammer wegen Sachendiebstahls zu 3 Jahren Zuchthaus vereinrichtung und 1½ Millionen Postkarten; einer Baronin, die ihm urteilt. Er ist im ganzen 35 Jahre in Zuchthäusern 5000 M. Darlehen gegeben hatte, verpfändete er ohne langes Be- gewesen. sinnen das Inventar seiner Kunstbuchdruckerei noch einmal.
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Briefkasten der Redaktion.
Die juristische Sprechstunde findet für Abonnenten Lindenstr. 3, IV. Sof
Nach Schluß der vielstündigen Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt Gutjahr gegen den von Rechtsanwalt Bahn verteidigten Angeklagten 4 Jahre Zuchthaus und 450 M. Geldstrafe, kannte unter Freisprechung in einem Falle auf 3 Jahre Zuchthaus, rechts, parterre, am Montag bis Freitag von 4 bis 7 Uhr, am Sonnaben sowie Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Das Gericht er450 M. Geldstrafe und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Drei von 5 bis 6 Uhr statt. Jeder für den Brieftast en bestimmten Anfrage Monate der Untersuchungshaft wurden als verbüßt auf die Strafe ist ein Buchstabe und eine Bahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche angerechnet.
Bettriechereien.
Die Leistungen der Kasse können noch jetzt jederzeit, sobald es der Stand der Stasse gestattet, durch Beschluß des Kassenvorstandes mit Genehmigung des Versicherungsamtes erhöht werden. Dabei Unter der Anklage der Verlegung des Briefgeheimnisses ist allerdings zu beachten, daß die Kassenleistungen nach Beendigung und der intellektuellen Urkundenfälschung hatte sich die Frau des Krieges in viel höherem Maße als jemals vorher beansprucht Frida Reichmann vor dem Strafrichter zu berantwerden dürften. Wenn auch jetzt die Leistungen für verwundete oder worten. gefallene Soldaten die Kassen, von Ausnahmen abgesehen, nicht sehr Der Ehemann der Angeklagten befindet sich seit Kriegsbeginn stark belasten, so ist das doch für die Zukunft nicht maßgebend. Die ge- im Felde, ebenso der Ehemann ihrer Schwester, einer Frau Marringe Belastung der Krankenkassen durch Kriegsteilnehmer erklärt garete Bilmau. Schon seit längerer Zeit hatte die R. ohne jeden Grund ihre Schwester in dem Verdacht, es mit der ehelichen Treue sich daraus, daß nach einer Umfrage des Hauptverbandes deutscher nicht allzu genau zu nehmen. Ihr heimliches Spionieren erbrachte Drtskrankenkassen während des ersten Kriegsvierteljahres sich nur jedoch nichts, was diesen Verdacht bekräftigen konnte. In der 12 Proz. der zum Heeresdienste eingezogenen Mitglieder weiter ver- Absicht irgend etwas ungünstiges über ihre Schwester herauszusicherten. Infolgedessen ist die Mehrbelastung von den beteiligten bekommen, dachte sich die Angeklagte folgendes gemeine Manöver Kassen im Durchschnitt auf 10 Proz. geschäzt worden. Am Kranken- aus. Sie richtete im Namen der Schwester an das für deren geld war eine eigentliche Mehrbelastung bei der Mehrzahl der Kassen Wohnung zuständige Postamt einen Brief, in welchem sie den faum zu beobachten. Dagegen hatten sich die Leistungen an Sterbe- Antrag stellte, die Briefe nicht mehr in ihre Wohnung zu schicken, geld verzehnfacht. da sie die sämtlichen Postsachen von jetzt ab selbst vom Postamt abholen wolle. Als sie dann auf dem Postamt erschien, mußte sie, einen zweiten Antrag unterschreiben, den sie ebenfalls mit dem da ein derartiger Antrag persönlich gestellt werden muß, noch Namen der Schwester unterzeichnete. Jetzt erhielt sie zwei Briefe und zwei Karten ausgehändigt. Die Briefe waren ganz harmloser Natur, während auf den Karten die Frau P. als„ Liebchen" angeredet wurde. Es stellte sich aber später heraus, daß diese Karten von einem verwitweten Schwager herrührten, der häufig derartige Kosenamen anwendet. Die beiden verdächtigen" Postkarten wurden von der Angeklagten ihrem Schwager ins Feld geschickt, der sie dann seiner Frau zurückschickte. Diese stellte sofort Ermittelungen an und erfuhr, daß ihr die eigene Schwester diesen häßlichen Streich gespielt habe.
Im Gegensatz zu den Pessimisten sind wir nach wie vor der Ansicht: das Krankenkassennotgesetz war ein überflüssiger, in der Uebereilung geschehener Schritt. Seine Beseitigung durch den Reichstag , und damit die Beseitigung der Mehr belastung der Arbeiter mit 1 Broz. Einkommensteuer und der Unternehmer mit einer allerdings erheblich kleineren Quote und vor allem die Wiederherstellung der Mehrleistungen ist im Allgemeininteresse dringend zu wünschen.
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Gerichtszeitung.
Versuchte Einengung des Versammlungsrechts.
Vor dem Reichsgericht wurde am Mittwoch eine Revision verhandelt, die sich darum drehte, ob der Geschäftsführer des Deutschen Transportarbeiterverbandes Karl Sängerlaub den§ 9b des Belagerungsgesezes verlegt habe.
Antwort wird nicht erteilt. Anfragen, denen keine Abonnements quittung beigefügt ist, werden nicht beantwortet. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Verträge, Schriftstücke und dergleichen bringe man in die
Sprechstunde mit.
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Der Staatsanwalt beantragte, da es sich um ein recht raffiniertes Vorgehen handele, 4 Monate Gefängnis. Das Gericht be- hr Sohn frankenversicherungspflichtig ist. Wir möchten Ihnen daher emprücksichtigte die bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten und verurteilte sie nur zu 1 Monat Gefängnis.
Ein falscher ostpreußischer Flüchtling.
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H. 5. Alle Realschulen Berlins haben im allgemeinen denselben Lehrplan. Schulgeld 80 M. pro Jahr. F. St. 1876. Zu unserem Bes dauern waren wir nicht in der Lage, von dem Vorfall Notiz nehmen zu fönnen. F. Sch. 1898. Auf geschäftliche Nachweisungen können wir uns grundsählich nicht einlassen. Gerbereien finden Sie im Teil 4, Band 2 des Berliner Adreßbuches. A. B. C. Die einzige Möglichkeit ist, daß der Mann sich krank meldet. Ob der Truppenarzt ihn als frant anerkennt, läßt sich nicht sagen. Ein Eingreifen von dritter Seite ist ganz zwecklos. A. 726. Damit müssen wir Sie an den Arzt verweisen. Köpenick . Vielleicht könnte Sie der Drogist in diesem Falle am besten beraten. 5. 5. 99. 1. Asthmatische Beschwerden höheren Grades; dienstSie feine Kirchensteuern zu zahlen. untauglich. 2. Wahrscheinlich nicht. R. 14. Für das Jahr 1915 brauchen N. 42. Landsturm ohne Waffe; Armierungssoldat. A. B. C. 21. 1. Ja. 2. Nein. Adam 1. Nervenleiden; landsturmpflichtig. C. M. 103. Nein. R. 2. 30. Die Stasse, bei der Ihr Mann vor seiner Einberufsung Mitglied war. A. K. 71. Die ersten zwei Buchstaben haben Sie jedenfalls verhört, es soll sicher B heißen. Die erste Ziffer bedeutet Bruchanlage, die zweite und dritte Ziffer bezieht sich auf Augenleiden; Sie sind aber dienstfähig. D. K. 50. 1. und 2. Ja. 3. 28. Die Frau hat keinen Anspruch haben, eine solche Bezeichnung gibt es nicht. auf Unterstügung. B. M. 50. Sie müssen die Nummer verhört 5.. 33. Geringer Herzfehler; dienstfähig. Ihre Einberufung wird schon noch erfolgen. R. 1. 8. Sie haben den ersten Buchstaben sicher verhört; Sie find als dienstuntauglich ausgemustert. A. S. 78. Beantragen Sie bei der Jda 32. Wegen der zuständigen Steuerkasse eine Unterſtügung. zweiten Beleidigung des Hauswirts müssen Sie den Betreffenden nochmals vor den Schiedsrichter laden und dann event. Klage beim Schöffengericht J. 7. 1. und 2. Ja. gegen ihn einleiten. F. G. 7. und 2. D. 54. Ueber den Höchstpreis hinaus dürfen Sie nicht verlangen, sonst machen Sie sich strafbar. Schließlich muß Ihnen der Lieferant den Preis ermäßigen. W. J. 11. 6. Der Antrag ist durch den Feldwebel zu stellen; die Charge als Gefreiter muß Ihnen erst wieder zuerkannt werden 23. G. 100. Nach Ihren Darlegungen dürfen wir annehmen, daß fehlen, zunächst den Arzt zu Rate zu ziehen. Wenn dieser Ihre Ansicht teilt, so können Sie sich an die„ Zentralfommission der Krankenkassen", Alexanderstr. 39-40, wenden. Diese wird Ihnen dann ein am zwed mäßigsten erscheinendes Institut nachweisen. A. K. 46. Soweit sich hierüber etwas sagen läßt, dürften Sie am besten Auskunft erhalten im Bureau des Bundes der technisch industriellen Beamten", Berlin NW. , Die Verbrechen eines falschen ostpreußischen Flüchtlings, Werftstr. 7. Liese 20. Wenden Sie sich direkt an den Truppenteil Der stellvertretende kommandierende General des 19. Armee - der auch von Stettin aus wegen Raubmordes steckbrieflich Ihres Sohnes( Regiment oder Bataillon). Ja. J. S. 21. In dieser korps hatte für Leipzig am 22. Februar eine Verordnung erlassen, verfolgt wird, bildete den Gegenstand einer Anklage, welche Sache läßt sich nichts machen. nach der alle öffentlichen und solche nicht öffentlichen Versamm gestern die 3. Ferienstraffammer des Landgerichts III unter lungen 48 Stunden zuvor anzumelden sind, die zur Erörterung militärischer, politischer, sozialpolitischer und religiöser Angelegen- Vorsitz des Landgerichtsdirektors Wer beschäftigte. heiten abgehalten werden. Die Polizei erstattete Strafanzeige Aus der Untersuchungshaft wurde der Arbeiter" Dionysius und mäßig warm mit öfter wiederholten, meist geringeren Regenfällen. gegen Sängerlaub, da er eine Versammlung der Postaushelfer nicht Wisnewski vorgeführt, um sich wegen Betruges und schweren DiebDer schon angemeldet hatte, die sozialpolitische Angelegenheiten" habe er- stahls im strafschärfenden Rückfalle zu verantworten. örtern sollen. Tatsächlich sollte die stattgehabte Versammlung der vielfach vorbestrafte Angeklagte tauchte vor einiger Zeit in Berlin Erlangung statistischen Materials zum Zwecke einer Lohnerhöhung in der Rolle eines ostpreußischen Flüchtlings auf. Er erhielt die dienen. Gelegentlich hat dabei der Angeklagte auch für seine üblichen Unterstübungen und auch ein Logis zugewiesen, in dem Organisation Propaganda gemacht. Das Landgericht Leipzig hat er sich mehrere Tage aufhielt. Unter der Angabe, er könne in ihn freigesprochen, weil ihm nicht nachzuweisen war, daß er von Duisburg gute Arbeit annehmen, erschwindelte er sich einen Freivornherein die Absicht gehabt habe, für die Organisation zu werben. fahrtschein nach dort. Nach verschiedenen Jrrfahrten kam W. Er habe vielmehr nur die Erlangung statistischen Materials im schließlich nach Stettin , wo er einen Raubmord verübt haben soll, Nach Verübung dieses Auge gehabt, um dieses bei einer späteren anzumeldenden Ver- der zum Erlaß des Steckbriefes führte. sammlung benutzen zu können. Auch seien sozialpolitische Dinge Verbrechens mußte er nur notdürftig bekleidet fliehen, und um nicht erörtert. Der Reichsanwalt hielt die Revision der Staats- fich die notwendigen Kleidungsstücke zu beschaffen, verübte er einen anwaltschaft für begründet. Indessen verwarf das Reichsgericht Einbruchsdiebstahl in eine Baubude. Außerdem entwendete er am Mittwoch die Revision aus folgenden Gründen: Das Land- in Bernau , wo gerade Aushebung war, das Fahrrad eines LandMit Rücksicht auf die vielfachen Vorstrafen des gericht habe sich nicht in einem Rechtsirrtum darüber befunden, sturmpflichtigen. daß es sich nicht um sozialpolitische Dinge gehandelt hat. Es fehle Angeklagten erkannte die Straffammer dem Antrage des Staatsam Nachweis der Verfehlung. Die Notwendigkeit der Anmeldung anwalts gemäß auf 3 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und der Versammlung liegt nur vor, wenn sozialpolitische Dinge er- Stellung unter Polizeiaufsicht. örtert werden sollen; aber der Angeklagte hat keineswegs den Zweck verfolgt, Dinge zur Erörterung zu bringen, die als sozialpolitische Angelegenheiten von der Staatsanwaltschaft bezeichnet worden sind. Es kann dahingestellt bleiben, ob die Anregung, die Aushelfer möchten sich der Organisation anschließen, eine sozialpolitische Angelegenheit sei. Es steht aber fest, daß diese Erörterungen nicht bezweckt waren, sondern sie sind nur gelegentlich gemacht worden, deshalb hat eine Notwendigkeit der Anmeldung nicht vorgelegen. Wenn der Angeklagte solche Grörterungen angestellt hat, so handelt es sich nicht um einen Fehler, der unter Strafe gestellt ist.
Heiratsschwindel.
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Aus aller Welt.
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Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Sonnabendmittag. Zeitweise auftlarend, aber noch vorherrschend bewölkt
Allen Bekannten und Parteigenossen die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau
Anna Becker
geb. Hempel im Alter von 56 Jahren am Mittwoch, den 14. Juli, plöglich verstorben ist.
Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme im Namen der Hinterbliebenen an
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Paul Becker, Gastwirt,
Berl.- Weißensee, Kronprinzenſtr. 8. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Juli, nachmittags 5, Uhr, vom Geme inde Friedhof, Noeldestraße, aus statt.
Sozialdemokrat. Kreiswahlverein
Bezirk Weißensee. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere langjährige Genossin Frau Anna Becker Kronprinzenstv. 8, am Mittwoch, den 14. Juli, verstorben ist.
Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 17. Juli, nachmittags 52 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes, Roelde18/10 straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Bezirksleitung.
Sozialdemokratischer Wahlverein Neukölln .
Am 14. Juli verstarb in Merse burg unser Parteigenosse Karl Storchmann Berliner Straße 74.( 5. Bezirk.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 16. Juli, in Merse burg auf dem Unteroldenburger Friedhof statt. Der Vorstand.
Deutscher Bauarbeiter- Verband. Zweigverein Berlin .
Am 14. Juli starb in Merseburg infolge eines Schlaganfalles unser Mitglied, der Isolierer
Karl Storchmann
Freie Turnerchaft
NeuköllnBritz
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Dem Freien Gastwirt" entnehmen wir nachstehenden lesenswerten Artikel: Das russische Branntweinverbot hat natürlich zu den spitfindigsten Formen der Gesetzesübertretung geführt, da man in Rußland an derartige Künste gewöhnt ist und des Schnapses nicht entbehren mag. Geradezu groteske Formen nimmt der Kampf um den Branntwein aber im Kubangebiet an, wo die Kosaken von jeher die besten Kunden des Alkoholfiskus waren. Branntda die Preise unheimWegen Heiratsschwindels stand der Buchd ruderei- vein mußte beschafft werden, und Lohnte es sich, auch gewagte Stücke besizer Mar Jahn vor der 6. Straffammer des Land- lich schnell unternehmen. Zunächst fing man damit daß gerichts I, die gestern gegen ihn bis in die zehnte Abend die Fuhrleute, die aus den Dörfern den Branntwein nach den stunde zu verhandeln hatte. Der Angeklagte ist der Typ jener Bezirkshauptstädten bringen sollten, unterwegs die Flaschen Halunken, die Verliebtheit, Eitelkeit und vor allem Welt- zerbrachen", d. h. sie bezahlten dem Staat den Preis für anunerfahrenheit und Dummheit von Frauen benutzen, um sie geblich zerbrochene Flaschen und deren Inhalt, während sie den um ihr ganzes Vermögen zu bringen. Schnaps ruhig weiterverkauften. Bald fiel die überraschend hohe Der Angeklagte hat schon eine bewegte Vergangenheit hinter Zahl von Flaschenbrüchen auf, und man mußte zu anderen Man erfand den„ räuberischen fich und außer mehreren Gefängnisstrafen auch eine Zuchthaus- Systemen greifen. Die Schnapskutscher wurden gebunden strafe in seinem Strafregister aufzuweisen. Im Jahre 1896 hatte Ueberfall". dem beraubten Wagen auf der Landstraße aufer geheiratet und nach kaum einem Jahre wurde er geschieden. neben Seine Ehefrau hatte u. a. gegen ihn geltend gemacht, daß er die gefunden. Sie hatten sich mit den Räubern" verabredet, Die gesamte von ihr eingebrachte Wirtschaft im Werte von 18 000 m. d. h. mit den Unternehmern, die sich zur Ueberführung des BranntWochenschrift für Arbeiterfamilien und ihre Gold- und Schmucksachen veräußert und das Geld für sich weins verpflichtet hatten, und die nun die kostbare Flüssigkeit auf verbraucht habe. Er hielt sich dann abwechselnd in den Rhein - den Markt brachten. Die Polizei stellte fest, daß bei mehreren Wöchentlich 1 Heft für 10 Pf. Verantwortlicher Redakteur: Alfred Wielepp, Neukölln . Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin . Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.
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Mitg. d. Arb.
Turn. Bd.
Als Opfer des Krieges fiel am 16. Mai unser Turngenosse
In Freien Stunden Alfred Lau.
Sein reges Interesse für den Verein sichert ihm ein ehrendes Andenken. 185/14
Der Vorstand.