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Nr. 105. 33. Jahrgang.

Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Noch eine Antwort.

Ich halte es für notwendig, ehe ich die Diskussion schließe, fie wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurückzuführen und dessen Be­heutung zu zeigen, die allein den Aufwand von Raum rechts fertigt, den wir in Anspruch nehmen. Scheidemann berief sich auf einen angeblichen Brief Jaurès ', der wenn er echt wäre, belviese, daß die französische Regierung zum Kriege hetzte, daß aber auch

richtiggestellt.

Sonnabend, 15. April 1916.

satorische Einheit der Partei als notwendig an. Sie weisen ent- Dienstgrade in Uniform Alkohol in Form von Frucht­schieden die Annahme zurück, daß aus der Spaltung der sozial- wein nicht verabreicht werden, weder auf eigene Bestellung demokratischen Reichstagsfraktion, die sie lebhaft bedauern, die noch auf Veranlassung anderer Personen. schaft der Partei, der Parteitag, eine Entscheidung zu fällen in der Jahre, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mit Spaltung der Organisation folgen müsse. Bis die oberste Körper- Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis bis zu einem Lage ist, haben alle Genossen, Organe und Instanzen auf dem Boden Jahre, bei Vorliegen mildernder Umstände mit Haft oder mit der Demokratie und Meinungsfreiheit für die Einheit, Geschlossenheit Geldstrafe bis zu 1500 M. bestraft und können außerdem die und den Ausbau der Parteiorganisation zu sorgen. Schließung der Wirtschaft zur Folge haben.

Von der schweizerischen Sozialdemokratie.

Daneben bleibt das Verbot vom 15. Februar 1915 be­stehen, daß an Militärpersonen aller Dienstgrade in Uniform die französischen Sozialisten eine schwere Schuld auf sich luden, Die schweizerische Parteipresse berichtet aus der legten Sitzung Alkohol in Form von Branntwein, Likören, Rum, Arraf, die jene Regierung unterstützten. Für unsere internationalen Be- des Parteivorstandes, daß die Unterschriftensammlung für die Kognak oder aus diesen Stoffen bereiteten Getränken nicht Militärjustizinitiative einen befriedigenden Verlauf nimmt. ziehungen ist also die Frage der Echtheit dieses Briefes von nächster Zeit soll auch die Militärfrage aufgerollt und insbesondere In verabreicht werden darf. äußerster Wichtigkeit. zum Verteidigungsfrieg eine flare Entscheidung genommen werden. Der Sparzwang für Jugendliche. Da fragte ich: Woher Hat Scheidemann die Gewißheit dieser Wenn möglich sollen schon dem nächsten schweizerischen Parteitag Aus dem Rathause wird mitgeteilt: Das Vormundschaftsamt Echtheit gewonnen? bezügliche Vorschläge unterbreitet werden. Durch Kreisschreiben der Stadt Berlin , das den durch Erlaß des Oberkommandos in den Das war die Frage, die zu beantworten war. find die kantonalen Geschäftsleitungen aufgefordert worden, das Statt das zu tun, brachte Scheidemann immer wieder alle möglichen Frauenstimmrecht und die wählbarkeit der Frauen in ihr praftisches Marken eingeführten Sparz w ang für Jugendliche, soweit Behauptungen vor, die mit der Hauptfrage nach der Herkunft Altionsprogramm aufzunehmen und die nötigen Schritte für die Freigabeanträge gestellt werden, bearbeitet, hat bemerkt, daß über den Erlaß noch irrige Auffassungen bestehen. Offenbar haben die des Briefes nichts zu tun haben. Auch sein neuestes Argument be- entsprechende Revision der kantonalen Verfassungen einzuleiten. Für die zweite internationale Konferenz wählte der Partei- Arbeitgeber der ihnen obliegenden Pflicht, zwei Drittel des 18 M. deutet nur eine Ablenkung von der Hauptsache. Doch sei es kurz vorstand die Genossen Graber, Nobs, Platten und Dr. Studer, übersteigenden Arbeitsverdienstes jedes Jugendlichen einzubehalten, ferner die Genossin Frl. Robmann als Delegierte. nicht in allen Fällen genügt, es auch zum Teil unterlassen, den Eine Resolution protestiert gegen die in jüngster Zeit durch einbehaltenen Betrag binnen fünf Tagen nach dem schweizerische Behörden begangene Verlegungen des Aſhlrechts und 2öhnungsabschnitt an eine öffentliche Sparkasse abzuführen; fordert von den Bundesbehörden die Wiederherstellung dieser idealen besonders häufig ist aber vergessen worden, dem Jugendlichen bei Institution. der Löhnung eine Bescheinigung zu erteilen, aus der sich Der sozialdemokratische Frauentag in der Schweiz . ergibt, an welche Sparkasse der Betrag abgeführt Die diesmal auf die drei Sonntage vom 19. und 26. März fo- ist. Ohne diese Bescheinigung lassen sich aber Anträge auf wie 2. April verteilten sozialdemokratischen Frauenversammlungen Freigabe nicht erledigen. Für alle Beteiligten sei noch hervor beschäftigten sich in einheitlicher Weise mit dem sehr zeitgemäßen Thema" Politische Gleichberechtigung der Frauen mit den Männern gehoben, daß eine Befreiung vom Sparzwange nicht und gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Nach den Berichten der Partei- möglich ist. Nur von einem vorhandenen Zwangssparguthaben kann presse waren die Versammlungen, in denen je eine Genoffin und ein einmalige Freigabe eines Betrages erfolgen, nachdem ein­Genosse referierten, gut besucht und fand überall eine einheitliche Er- gehende Ermittelungen angestellt sind. Freigaben dürfen nur flärung für den Frieden und die sozialistische Internationale ein- die Ausnahme bilden; grundsäßlich soll dem Jugendlichen das stimmige Aufnahme. Die sozialdemokratische Frauenbewegung der von der Sparkasse verzinste Guthaben für die Friedenszeit verbleiben. Schweiz hat durch die diesjährigen Frauenversammlungen neue För- Die Jugendlichen müssen mit 18 M. und dem ihnen zustehenden derung und Stärkung erfahren.

Scheidemann behauptet, ich sei das Opfer eines schweren Frr tums über den Aufenthaltsort Jaurès ' am 30. Juli geworden. Um gefehrt liegt die Sache. Ein Irrtum Scheidemanns gab mir Ver­lassung darüber zu sprechen. Er behauptete im Reichstag, zwei Tage vor seinem Tode habe Jaurès den Brief geschrieben. Ich wies ihm nach, gerade zu der Zeit habe Jaurès das Gegenteil dessen, was ihn der Brief sagen läßt, in Brüssel gesprochen.

Dagegen fann Scheidemann kein Wort erwidern. Nun fügte ich freilich hinzu, daß ich auch noch am 30. Juli mit Jaurès und Vandervelde zusammen in Brüssel war. Scheidemann aber weist mir nach, daß Jaurès am gleichen Tag in Paris wirkte. Wie ist das möglich?

Sehr einfach. Es gibt Eisenbahnen. Die letzte Sitzung des Internationalen Bureaus in Brüssel fand am Vormittag des 30. Juli statt. Danach gingen wir auseinander. Jaurès fuhr um 1 Uhr ab und konnte schon gegen 6 Uhr abends in Paris sein, die " Humanité" besuchen und der Fraktionssitung beiwohnen.

In seinen Gedächtnisartikeln für den großen Toten schrieb Vandervelde, der Adressat des angeblichen Briefes, über die letzte Sigung des Bureaus und die letzten Worte, die er mit Jaurès wechselte:

"

Es wird noch auf und ab gehen", sagte er mir. Aber diese Krisis wird ihre Lösung finden wie die anderen. Es bleibt mir eine Stunde, lieber Freund, ehe ich zum Bahnhof gehe, kommen Sie mit mir in das Nationalmuseum der alten Meister, einige Ihrer alten Blämen anzusehen!"

man ihn."

Ich war nicht frei, er ging allein. Am nächsten Tage tötete Hier haben wir das, was Vandervelde über diese legten Augen blice mitteilt. Kein Wort von einem Brief, den Jaurès ihm noch geschrieben habe. Wo liegt also der schwere Irrtum, dem ich zum Opfer gefallen sein soll?

Aus Groß- Berlin. Berlins Obstkammer.

Drittel des 18 M. übersteigenden Betrages auszukommen suchen. Freigabeanträge sollen nur dann gestellt werden, wenn diese Summe nicht ausreicht, um den Jugendlichen oder seine Angehörigen vor Not zu bewahren. Bei Stellung des Antrages ist die Bescheinigung des Arbeitgebers, bei welcher Sparkasse die Einzahlung erfolgt ist, unbedingt erforderlich. Freigabeanträge sind möglichst nur einmal in jedem Monat zu stellen.

Die Buttererfagmittel haben zumeist 50 Proz. Wassergehalt, be­stehen im übrigen aus Magermilch oder Kartoffelmehl und weisen sämtlich nur einen geringen Prozentjag von 12,81-17,18 Fett, da­gegen einen Wassergehalt von 49,50-61,54 Proz. auf. Der Salat­ölerfaz besteht aus 98-99 Proz. Wasser und 1-2 Proz. pflanzlicher Stoffe, die das Wasser sämig machen und färben. Die Preise für die angebotenen Ersatzmittel bewegen sich zwischen 1,50-2,00 M. pro Liter bezw. Pfund. Das Publikum wird also beim Einkauf solcher Ersagmittel erheblich geschädigt.

In einer Sigung des Striegsausschusses, an der die Kommissare aus dem Reichsgesundheitsamt, dem Kriegsministerium, dem Mi­nisterium des Innern und dem Reichsamt des Innern teilnahmen, wurde die Wertlosigkeit dieser Produkte von Sachverständigen noch­mals hervorgehoben und dabei insbesondere betont, daß alle dieje Mittel geeignet sind, in der wärmeren Jahreszeit als Krankheits­träger zu dienen, da sie in hohem Grade einen Nährboden für alle Bakterien darstellen. Bisher ist dank der getroffenen Vorkehrungen der Ausbruch von jeglichen Seuchen in der Heimat während des Strieges vollkommen verhindert worden, um so mehr muß auf die bier drohende Gefahr für die Gesundheit unseres Volkes mit allem Nachdruck hingewiesen werden.

An dem südwestlich von Potsdam liegenden Städtchen Jaurès wußte, daß man in Frankreich den Krieg nicht wollte... Gegen 11 Uhr vormittags trennten wir uns, nach- Werder, der sogenannten Obstkammer Berlins , lassen sich dem wir auf Vorschlag der Deutschen beschlossen hatten, den zwei Teile unterscheiden. Der fleinere, das eigentliche Städt Warnung vor Butter- und Salatöl- Ersatzpräparaten. Vom Kriegsausschuß für Dele und Fette wird uns Internationalen Kongreß in Paris am 9. August abzuhalten. chen, wird ganz von der Havel , ihrem linken Üfer sehr nahe, Ich verließ das Boltshaus mit Jaurès . Neuig- umspült. Was auf diesem liegt, erscheint wie eine Vorstadt. folgendes mitgeteilt: feiten, die er erhalten über die laufenden Verhandlungen, hatten Zwischen beiden Zeilen bildet die Straße Unter den Linden " der letzten Wochen Erzeugnisse auf den Markt gebracht worden, die Infolge der Knappheit an Fetten und Speiseölen sind im Laufe seine Zuversicht verstärkt. eine Art Mittelglied. Der Bahnhof befindet sich in der Vor- fich Salatöl- Ersatz, Butter- Erfaz, Aufstrich- Mittel, Andarin u. a. stadt. Von ihm aus gelangt man in die" Bahnhofsstraße", benennen. Diese Erzeugnisse sollen nach den Ankündigungen geeignet die in die schier endlos lange" Potsdamer Straße " ein- fein, Butter, bezw. Salatöl voll zu erfegen. Eingehende Unter­mündet. Ungefähr in dieser Richtung mit diesen zwei fuchungen sämtlicher Mittel haben jedoch ergeben, daß bei allen Straßen, die man die Hauptader der Vorstadt nennen von einem Ersatz nicht die Rede sein kann, daß sie vielmehr als fönnte, läuft eine Hügelreihe hin. Sie ist die Hauptstätte Nährmittel vollständig wertlos find. des Obstbaus. Man liegt seiner Pflege aber auch unten ob. In der Bahnhofs- und der Potsdamer Straße gehört fast zu jedem Hause oder Häuschen ein Garten oder Gärtchen, worin Obst, vielfach am Spalier, gezogen wird. Auf der an die Erhebung gelehnten Straßenseite gehen diese Anlagen Glauben Sie etwa, Genosse Scheidemann, die bloße Tatsache, teilweise in die eigentlichen Obstgärten über. Doch auch an daß Jaurès am Abend des 30. Juli in Paris war, genüge schon, anderen Punkten der Vorstadt und im eigentlichen Städtchen Ihnen das Recht zu geben, ein von einem Unbekannten präsentiertes wird die Obstzucht betrieben. Nähert man sich letzterem zur Schriftstüd als ein von Jaurès verfaßtes anzuerkennen, weil es am Zeit der Baumblüte von der Wasserseite her, so erscheint es gleichen Tage verfaßt sein soll? Haben Sie im Verlauf der Dis- wie mit einem luftigen weißen Kranz umgeben. Auf der An­fussion irgend einen Beweis dafür beigebracht, daß Jaurès den höhe kommen die Bäume etwas später als unten zur Blüte. Brief wirklich geschrieben hat? Nicht einmal den Versuch dazu Wenn hier bereits alles in vollſtem Frühlingsschnee prangt, haben Sie unternommen. Und dabei haben Sie aus höchst trüber zeigt sich dieser dort erst noch vereinzelt und teilweise. Quelle geschöpft. Werder zieht die verschiedenen Arten des Stein, Kern­Der angebliche Jaurèssche Brief wurde ohne Angabe der Person und Beerenobstes und schickt seine Früchte überwiegend nach des Herausgebers zuerst von zwei alldeutsch imperialistischen Berlin . zwei alldeutsch imperialistischen Berlin . Das Obst wächst aus einem völlig sandigen Boden Blättern veröffentlicht. Die jeßige Diskussion hat über die Herkunft auf. Zwischen den einzelnen Baumstämmen sieht der sehr des Schriftstücks nicht den mindesten Aufschluß gebracht. sauber gehaltene Boden so aus, als ob er mit Sand bestreut Sollte nach diesem negativen Ergebnis noch jemand wagen, den wäre. Nur hin und wieder ist er mit Erdbeerpflanzen oder Die Bevölkerung wird daher in ihrem eigensten Interesse ein­Jaurèsschen Brief ohne weiteres als politisches Beweismaterial zu Gras bedeckt. Um ihn aber möglichst auszunuzen, hat man bringlichst davorgewarnt, Buttererfagmittel oder Salatölerjazz zu kaufen. benutzen, würde er sich sträflicher Leichtfertigkeit schuldig machen. auch vielfach unter dem Stein- und Kernobst, meistens in Es mag besonders darauf hingewiesen werden, daß Hersteller Und wir dürfen erwarten, daß auch die angeblichen Sembatschen Form fleiner Bäumchen, Stachel- und Johannisbeeren an- des Buttererfagmittels wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel­Aeußerungen, die unsere Minderheit fompromittieren wollten, nun gepflanzt, die also gleichsam im Schutz und Schirm des ersteren gefeß mit schwerer Haft und Geldstrafen bedacht worden sind. Die geeigneten Maßnahmen seitens der Behörden sind bereits ihren Kredit verlieren werden, nachdem Genosse Scheidemann über gedeihen. seinen Gewährsmann so still geworden ist. Werder gegenüber, auf der anderen Havelseite, liegt der in die Wege geleitet worden, um solche Präparate aus dem Handel Wildpark ", wo die" Entenfängerberge" entzückende Ausblicke verschwinden zu laffen. auf die so anmutig gelegene Obstkammer gewähren. Ganz besonders schön ist's hier zur Zeit der Baumblüte. Was die Die beiden Mörderinnen Johanna Ullmann und Anna Sonnen­Dichter vom Blütenschnee, von einem Blütenmeer fingen und berg wurden vor ihrer lleberführung in das Untersuchungsgefängnis sagen, wird an dieser Stätte zur Handgreiflichkeit. Das Auge von der Kriminalpolizei einander noch einmal gegenübergestellt. versenkt sich in duftige, schimmernde, wie von Feenhänden Dabei kam es noch wiederholt zu sehr bewegten Auftritten, zum hervorgezauberte Gebilde und Blüten. Blüten und immer Teil mit Tränenergüssen auf beiden Seiten. Auch gestern morgen wieder Blüten begegnen ihm, wohin er sich in trunkener Wonne noch schob eine der anderen die Anstiftung und die Hauptschuld zu. auch wendet. Die Triebfeder scheint aber doch die Ullmann zu sein, die die ge­Eisenbahnzüge und Dampfer bringen während dieser Zeit riebenere Verbrecherin ist. Bei diesen gegenseitigen Vorwürfen Hunderte und Hunderte von Menschen nach Werder . An tamen dann auch noch Dinge zum Vorschein, die die furchtbare Tat Schon zu Beginn der Ausführungen des Genossen Gradnauer, mehr als einer Stelle werden den Ankommenden Blüten- in Einzelheiten noch weiter aufklärten. Da ergaben sich auch noch die die Volksfeindlichkeit der neuen Steuern fennzeichnen sollten, tam zweige, Früchte, kleine Sträußchen feilgeboten, und die Gast- erhebliche Abweichungen von der Darstellung, wie die bisherigen es durch einen auf die Haltung Gradnauers in der Striegsfrage be- wirtschaften sind bemüht, auf die Vorzüge des von ihren Geständnisse sie geliefert hatten. Die beiden Weiber hatten züglichen Zwischenruf zu einem heftigen Zusammenprall der Vertreter Aussichtstürmen gewährten Rundblicks gebührend hinzuweisen. sich nicht nur mit Revolver, Drosselschnur und Nasiermesser versehen, beider Richtungen in der Partei; durch gegenseitige Burufe, scharfe Aus- Natürlich harrt unweigerlich und ausnahmslos an jedem der sondern auch noch mit einem Schlagring. Diesen benutte die einandersetzungen vieler Gruppen im ganzen Saale entstand ein solcher Tumult, daß es dem Redner 10 Minuten lang nicht möglich war, gepriesenen Punkte der höchste oder allerhöchste Aussichtsturm, uamann, nachdem die Sonnenberg mit der Schnur das Opfer zu solcher Tumult, daß es dem Redner 10 Minuten lang nicht möglich war, zu sprechen. Diese Szenen wiederholten sich während des andert der schönste oder großartigste Rundblick, der in allen Be- Boden gezogen hatte. Es schlug mit dem Werkzeug unbarmherzig halbstündigen Vortrages noch öfter. Nachdem in der anschließenden ziehungen angenehmste Aufenthalt des Gastes. In den Bann auf die Franzte ein, die sich heftig wehrte. Die eine behauptet auch Debatte zwei Redner den Standpunkt der Minorität vertreten und freis der höchsten oder allerhöchsten Aussichtstürme gelangt von der anderen, daß sie das Opfer an den Haaren festgehalten barauf hingewiesen hatten, daß die zu bewilligenden Steuern in man aber nur gegen Eintrittsgeld. Während der dem Auf- habe, und dann soll endlich die Sonnenberg zum Stasiermesser ge­der Kriegführung ihre Ursache haben und deshalb grund- brechen der Blüten vorangehenden Tage herrscht an den griffen haben. So fagt jetzt die amann, aber die Sonnenberg fäßlich zu verwerfen feien, sollte der Abgeordnete Genosse Aussichtstürmen usw. eine sehr rege Tätigkeit. Man bereitet bestreitet das ebenso entschieden. Nur eins ist durchaus sicher. Alle Rühle zum Wort tommen. Ibm wurde jedoch zunääst durch sich vor auf den Empfang der Gäste. Diese strömen herbei, gegenseitigen Vorwürfe und Beschuldigungen offenbaren immer nur lebhafte Zwischenrufe der Mehrheitsanhänger das Sprechen unmög- sobald in Berlin und der Umgegend Bekanntmachungen ver- neue Beweise einer unbeschreiblichen Verworfenheit und Roheit der lich gemacht. Als er dann einige Worte jagen konnte und mit der Feststellung der Tatsache begann, daß am 4. August 1914 unsere fünden: Baumblüte in Werder!" Fraktion durch Zusammengehen mit den bürgerlichen Parteien die Bahn des Sozialismus verlassen habe, sprang in großer Erregung Genosse Gradnauer auf und schrie Rühle zu: Sie sind ein Ver­leumder!" Rühle antwortete ihm: Und Sie sind ein Boltsverräter!" Die Versammlung geriet in eine ungeheure Erregung, und der über wachende Beamte glaubte die Gelegenheit gekommen, die Versamm lung auflösen zu müssen.

Karl Kautsky .

Aus der Partei.

Aufgelöfte Volksversammlung in Dresden .

In einer am Mittwoch abgehaltenen, sehr stark besuchten Volks versammlung für den 5. sächsischen Wahlkreis( Dresden Altstadt), wo der Abgeordnete des Kreises, Genosse Dr. Grad­nauer, über Der Reichstag und die neuen Steuern" sprach, kam es zu ſehr lebhaften Zusammenstößen zwischen den Anhängern der Fraktionsmehrheit und minderheit.

Stellungnahme zur Fraktionsspaltung. Borstand, Bezirksführer und Bezirksführerinnen des Sozial­demokratischen Vereins für Elberfeld- Barmen unterbreiten den Mitgliedern des Vereins einmütig folgende Resolution: Bezirksführer, Bezirksführerinnen und Vorstand des Sozial­demokratischen Vereins für Elberfeld- Barmen erkennen die organi­

Soweit Militärpersonen die Blütenlandschaften besuchen, ist auf eine Bekanntmachung des Oberkommandos aufmerksam zu machen, die soeben erlassen ist und die folgen­den Wortlaut hat:

beiden Mörderinnen.

Zum Frauenmord.

Selbstmord eines Ehepaares.

Wegen einer Gasvergiftung wurde die Berliner Feuerwehr am Freitag früh nach der Choriner Straße 32 gerufen. Dort hatte sich ein Ehepaar S. vergiftet. Wiederbelebungsversuche waren leider er­Für das Gebiet der Gemeinden Werder a. H., Glindow , folglos. Nach dem Befund muß sich das Ehepaar schon in der Nacht Caputh und Ferch( sämtlich im Kreise Zauch- Belzig ) sowie für vergiftet haben. Der herbeigerufene Arzt stellte fest, daß der Tod das Gebiet der Gemeinde Geltow ( Alt- Geltow, Neu- Geltow schon vor einigen Stunden eingetreten war. Auch waren alle Räume und Baumgartenbrück) im Kreise Dsthavelland bestimme ich start mit Gas gefüllt. Die Leichen wurden von der Polizei be­schlagnahmt. hiermit auf Grund des§ 9b des Gefeßes über den Belage­rungszustand vom 4. Juni 1851:

Schwerer Unfall eines Landwehrmannes. Das Opfer eines In der Zeit vom 15. April bis einschließlich 15. Juni 1916 schweren Straßenunfalles ist gestern der 38jährige Landwehrmann darf in Gast- und Schankwirtschaften an Militärpersonen aller Mag Partenheimer geworden. P. war vor kurzem auf Urlaub nach