Nr. 136.- 33. Jahrg.
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Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Herniprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.
Donnerstag, den 18. Mai 1916.
genannten gemeinnützigen Gesellschaften, die bisher bestrebt
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Der„ Lebensmittel- Diktator" waren, bestimmten Streiſen billigen Mittagstisch zu besorgen, Helfferich über die Steuerverständigung.
und die Massenspeisung.
fönnen der Aufgabe nicht gewachsen sein; sie würden allerdings den Kommunalverwaltungen ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen können.
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Jm Steuerausschuß des Reichstags gab der Staatssekretär des Reichsschatamtes Dr. Helfferich nachstehende Erklärung ab:
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Würde
Die entscheidende Frage ist, ob man sich diese MassenWie es heißt, sollen wir einen Diktator erhalten, der die Gestern und vorgestern haben Verhandlungen mit Frage der Volksernährung entscheiden soll. Das Wort„ Diftator" fpeisung als allgemeingültig denkt, so daß sich alle ohne Aus- den Finanzministern der Bundesstaaten über scheint uns so unglücklich wie möglich gewählt, denn soviel sollte nahme aus den kommunalen Küchen beköstigen, oder nur als die schwebenden Steuerfragen stattgefunden. Die Ergebman doch endlich wissen, daß gerade auf diesem Gebiete der Ergänzung der Einzelwirtschaft. Im letzten Falle bliebe es nisse der Beratungen lassen erhoffen, daß die bisher noch Einzelne, und wenn er ein Genie ist, nichts ausrichten kann, Flickwerk, das zu keinem Resultat führen kann. Es würde ungeklärten Fragen zu einer Lösung geführt werden Angesichts des engen Zusammenhanges der verwenn nicht alle im Volke vorhandenen organisierten Kräfte auf dem Markt der Lebensmittel der Kampf geführt werden können. mitwirken, und ein solches Mitwirken ist durch den Zwang, zwischen den Kommunalverwaltungen, die für ihre Speise- schiedenen Steuervorlagen erscheint es, bevor der Steuerdurch die Diktatur ganz sicher nicht zu erreichen. Boran es anstalten einkaufen, und den Händlern, die die Einzelhaus ausschuß seine Beratungen fortsetzt, nützlich abzuwarten, inbisher fehlte, daß war nicht nur die Einheitlichkeit in der obersten halte versorgen, und damit würde die Preistreiberei und das wieweit sich die Hoffnung hinsichtlich der verschiedenen Punkte, Verwaltung, sondern in weit höherem Maße noch die Heran- mit mehr oder minder unsauberen Mitteln betriebene Mani- die mit dem Gesetz über die Seriegssteuer im Zusammenziehung sachverständiger und von Gemeinsinn beseelter pulieren des Marktes" durch die Ringe der Großhändler erst hang stehen, erfüllt. Der Hauptausschuß des Reichstages Leute in Stadt und Land, die das ganze komplizierte Ge- recht auf die Spize getrieben. Erfolg könnte man sich nur wird morgen die zweite Lesung des Striegssteuergesetzes vortriebe einer rationellen Bewirtschaftung der vorhandenen dann versprechen, wenn der Verkauf aller Gegenstände des nehmen. Fleisch, Fische, Gemüse aller Art, HülsenSolche MassenkonsumsKräfte und Vorräte in Schwung bringen würden. Auf Vorschlag des Vorsitzenden vertagte sich darauf der Helfer wird ein„ Diktator" nicht finden, sondern nur ein ver- früchte, Fett und dergleichen an Private überhaupt auf- Steuerausschuß auf Freitag vormittag. Tagesordnung: Sämtliche ständnisinniger Leiter, der das unbedingte Vertrauen der hörte, die Kommunen als alleinige Stäufer auftreten würden, Steuervorlagen. Die Ministerpräsidenten und Finanzminister der Bundesstaaten Voltsmassen findet. Warten wir also ab, was eigentlich ge- wobei ihnen das durch die Zentralstelle kontrollierte Recht der plant ist und was sich hinter dem unklaren Worte verbirgt. Beschlagnahme zu bestimmten Preisen zustehen müßte. Damit haben sich, wie die B. 3." erfährt, in der Reichsvermögenssteuer Vielleicht ist es angebracht, das törichte Gerede würde freilich für die einzelnen Haushalte die Möglichkeit auf einen Vorschlag geeinigt, der vom Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich selbst ausgehen soll. Dieser Vorschlag stellt eine zu streifen, wonach von einem Militär das Heil fortfallen, Mahlzeiten im Hause zu bereiten. zu erwarten ist. Daß ein solches System den Unwillen der Wohlhabenden, eigenartige Verbindung von Steuer und ValutaSelbst ein Mann, wie Professor Erklär- die auch in dieser Zeit der Not bisher sich nicht gerade viel Minderung dar, um die Zuwachssteuer" auch auf solche Rubner ist ja dieser Suggestion verfallen. zu fönnen, die in Wirklichkeit nicht lich mag das sein: man sieht, daß in der militärischen abgehen ließen, hervorrufen würde, ist anzunehmen, aber vermögen erstrecken und vielleicht wäre es gut, wenn gestiegen sind. Die Wertminderung der Valuta würde bei Organisation alles vorzüglich klappt", während die Zivil- nicht zu ändern verwaltung in einer der Lebensfragen, eben der Versorgung mancher Amandus Großmaul und manche Trude Fettwanst, der steuerlichen Einschätzung des Vermögens dadurch berücksichtigt des Volkes mit Lebensmitteln, eine erstaunliche Unentschlossen- die für den Krieg schwärmen, am eigenen Bäuchlein spürten, werben, daß von vornherein von der Friedenshöhe des Vermögens ein Abschlag von etwa 10 Proz. gemacht werden würde. heit zeigte. Indessen wäre doch zu betonen, daß das Chaos daß Krieg ist. Ob ein solches System der Massenspeisung sich durchführen zum Beispiel jemand im Frieden ein Vermögen von 100 000 M. auf diesem Gebiete durch die Militärverwaltung ungewollt verschuldet ist. Diese ist nämlich von Kriegsbeginn an der läßt? Die technischen Möglichkeiten liegen sicher vor. Als Be- gehabt haben, so würde es bei der steuerlichen Einschäzung zunächst stärkste Käufer auf dem Lebensmittelmarkte; ihr Bedarf ist triebsstätten der Speisenbereitung fämen die zahlreichen Küchen nur mit dem Betrage von 90 000 W. veranschlagt werden. Beträgt dringend und die betreffenden Herren haben pflichtgemäß da- der Gastwirtschaften und Hotels in Betracht, und von hier aus es nun tatsächlich, ziffernmäßig, heute 95 000 W., io kämen die für gesorgt, daß das Heer erhält, was es braucht. Daß sie würde auch die Verteilung der Portionen an die Abnehmer überschießenden 5000 m. als Wertzuwachs für die Besteuerung in sich dabei nicht viel mit den komplizierten Zusammenhängen erfolgen, von denen die weitaus meisten wohl vorziehen würden, Betracht. Wie die„ Germania " von zuverlässiger Seite hört, haben die zwischen Produktion und Verbrauch befassen konnten, noch die Speisen abzuholen und daheim zu verzehren. Viele Vorauch mit den Fragen der Preisbildung, ist verständlich. Nur arbeiten würden sich auch in den Werkstätten der Schlächter Verhandlungen im Bundesrat mit den Finanzministern der Einzelleider mußte die Folge sein, daß, sobald die Militärverwaltung und in Anlagen der Großbetriebe der Lebensmittelbranche, staaten über die Steuervorschläge zu einer Verständigung geführt. notgedrungen hohe Preise bewilligte, bei denen die Liefe- die zum Teil maschinelle Einrichtungen haben, verrichten lassen. Sie schreibt: An indirekten Steuern werden nach dem Kompromiß zur Er Stangen Goldes" verdienten, dies auch auf den Arbeitskräfte würden in Hülle und Fülle zur Verfügung stehen, übrigen Markt zurückwirken mußte. Auch dürfte bei dieser da viele Hausfrauen, von der Last des Kochens im Hause be- ledigung gelangen; die Erhöhung der Postgebühren in Kriegswirtschaft nur zu oft die Rücksicht auf die Produktions- freit, in diesen Betrieben Beschäftigung suchen würden. Eine etwas geänderter Form; der Frachturkundenstempel und verhältnisse gar zu sehr außer acht gelassen worden sein. Es andere Frage ist freilich, ob die organisatorischen Kräfte zur auch die zunächst umstrittene Tabak- und Zigarrensteuer wurde z. B. im Herbst und Winter 1914 aus bestimmten Land- Verfügung stehen. Denn daß eine solche Organisation sich( einschließlich der Zigarettensteuer). Auch die vom Steuerausschußz strichen Hafer und Gerste in großen Mengen entnommen, tro- nicht aus dem Handgelenk schütteln läßt, ist klar. Zumal die beschlossene Umsatzsteuer ist nunmehr gesichert, nachdem der dem gerade dort kein Ueberschuß war; die Folge war, daß die Land- Gleichmacherei nicht so weit gehen darf, daß man die Be- Bundesrat seine Zustimmung beschlossen hat. wirte ohne Saatgut blieben und dieses für die Frühjahrsbestellung dürfnisse der Kranken und der Kinder einfach ignoriert. nicht rechtzeitig beschaffen konnten. Aehnlich haben die Auf- Auch auf die Arbeitsbedingungen der zu beköstigenden malige Abgabe vom Vermögen. Man geht dabei von müßte Rücksicht genommen werden. Die der Annahme aus, daß 10 Proz. aller Vermögen dem Kriegsgewinn fäufer, um schnell an die Militärverwaltung zu liefern, viel- Menschen die Zuteilung an die gleich zu erachten sind. Von diesen 10 Proz. aller Vermögen von fach Jungvich zur Schlachtbank gebracht, während in anderen, Herbeischaffung der Produkte, die Ueberwachung dieser Betriebe 20 000 m. aufwärts soll eine einmalige Abgabe von 10 Proz. erallerdings entlegenen Gebieten schlachtreifes Vich zur Genüge einzelnen Betriebe, vorhanden war. Ein Militär nun, der in dem System der in wirtschaftlicher und in hygienischer Richtung, die Vorsorge hoben werden. Diese einmalige Vermögensabgabe wird in die Heeresversorgung ein Meister ist, braucht deshalb noch lange für eine richtige Arbeitsteilung, die Bewältigung des Massen- Kriegsgewinnsteuer hineingearbeitet, die als 2. direkte Steuer nicht der überlegene Geist zu sein, der die wirtschaftlichen Zu- andranges in bestimmten Tagesstunden, das alles fezt eine fommen wird. Die Gesamteinnahme aus den genannten indirekten fammenhänge überschaut und für die fortlaufende Ver- Unsumme von organisatorischer Arbeit voraus, zu deren forgung der Bevölkerung, auf die es hier ankommt, zu sorgen Leiſtung den Kommunalverwaltungen keineswegs übermäßig Steuern und aus der einmaligen Vermögensabgabe wird auf rund viel Kräfte zur Verfügung stehen. Sie wären zu finden, 750 Millionen Mark veranschlagt. Mit der Kriegssteuervorlage hatte der Ausschuß bekanntlich auch wenn man den Amisschimmel auf die Weide schickt und Männer und Frauen, die das unbedingte Vertrauen der Be- die Besteuerung des Einkommenszuwachses beschlossen. Gegen diesen völkerung genießen, herbeiruft. Davon würde vieles, wenn Beschluß hat der Bundesrat Widerspruch erhoben, ebenso gegen die Wiederholung des Wehrbeitrages. Dieser letztere kommt daher nicht Sicher liegt da ein gesunder Stern zugrunde. Es unter- nicht alles abhängen. Und schließlich entscheidet über die Möglichkeit eines mehr in Frage, und ebenso sind aus der Kriegsgewinnsteuervorlage liegt gar feinem Zweifel, daß bei der Bereitung von Speisen im Massenbetrieb ganz enorme Ersparnisse an Lebensmitteln solchen Systems der tatsächliche Bestand der wirklich dis- die Beschlüsse betreffend den Einkommenszuwachs wieder gestrichen Die Kriegsgewinnsteuer soll erhoben werden von jedem in der rohen Form erzielt werden können im Vergleich zu der poniblen Nahrungsmittel. Man hat bisher vorgezogen, die worden. Wirtschaft im Einzelhaushalt. Doch kommt natürlich alles breite Oeffentlichkeit hierüber in Ungewißheit zu halten, und Zuwachs des Vermögens von 3000 Mart aufwärts." auf die Durchführung an und ein Universalmittel, das allen diese zu den übelsten bureaukratischen Gepflogenheiten zählende Geheimniskrämerei hat nachgerade genug Schaden angerichtet. Nöten ein Ende macht, ist es sicher nicht.
weiß.
Nun zu dem zweiten Thema: der Einrichtung der Massensveisung wird sowohl von Privaten als von halbamtlichen Stellen das Wort geredet.
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An direkten Steuern werden kommen: 1. eine ein
Eine Friedensmahnung. Vor allem wird auch bei der Massenspeisung keine Zauberei Will man damit fortfahren, so ist jede Hoffnung auf Erfolg Kopenhagen , 17. Mai. ( W. T. B.) Professor Georg getrieben werden können. Mit Wochenrationen pro Kopf von vergebens. Daß ein solches System der Massenspeisung mit Sozialis- Brandes richtet in Politiken " an die kriegführenden 14 Pfund Fleisch,/ Pfund Butter, zwei Eier und 7 Pfund Startoffeln, bei Mangel an Hülsenfrüchten und Fett, kann mus ebenso wenig zu tun hat, wie etwa die Beköstigung der Mächte eine Friedensmahnung und führt unter anderem aus: auch im Großbetriebe keine nahrhafte Soft geliefert werden. Soldaten in der Kaserne oder der Insassen der Gefängnisse, Jede der kämpfenden Großmächte behauptet, daß der Krieg, Aus nichts wird nichts. Indessen ist uns ja beständig ver- dürfte für Leute, die nicht am Umlernekoller leiden, selbst- den sie führt, Notwehr sei. Alle sind überfallen, alle kämpfen sichert worden, daß genügend Lebensmittel im Lande sind und verständlich sein. Es wäre einfach die notgedrungene An- fie für ihr Dasein, für alle ist Morden Notwehr, wie alle der Mangel vor allem auf die fehlerhafte Verteilung zurück- wendung der Prinzipien, die in einer belagerten Festung Lügen Notlügen sind. Wenn also keine Macht den Krieg gezuführen ist. Wir wollen hoffen, daß dem so ist. Dann wäre gelten, auf ein ganzes Land. Welche Folgen sich für die wollt hat, warum schließen sie nicht Frieden. Nach 22 Moalso die erste Aufgabe der neu zu errichtenden Zentralstelle, Bukunft einstellen, wenn erst der Zwang gewichen ist, bliebe naten Strieg scheint indessen der Frieden ferner denn je zuvor diese Verteilung rationell zu gestalten. Da aber Ueberfluß eine offene Frage. ganz bestimmt nicht vorhanden ist, sondern sorgfältigstes Haushalten unbedingt geboten erscheint, so wäre die Massenspeisung aus dem genannten Grunde allerdings angebracht und sogar unentbehrlich.
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Delbrücks Nachfolger.
zu sein.
In den neutralen Ländern fühlt sich die Oeffentlichkeit Dic nicht berechtigt, sich für den Frieden auszusprechen. öffentliche Meinung hält es entweder mit der einen oder der Die bürgerliche Presse beschäftigt sich fortgesetzt mit der anderen der streitenden Parteien und vergißt darüber, ihr Unter allen Umständen sind zwei Dinge zu vermeiden: Frage, wer an die Stelle Delbrüds und wer auf den Posten Gewicht für den Frieden in die Wagschale zu werfen. Unter Es darf nicht einmal der Schatten von Wohltätigkeit" auf- des neuen Nahrungsmittelministers" berufen werden wird. Den neutralen Mächten gibt es eine, die größere Bedeutung kommen, die Konsumenten dürfen niemals den Eindruck er- Es hat wenig Sinn, alle diese Vermutungen wiederzugeben. hat als alle anderen zusammengenommen. Ziehen es die halten, daß sie zu Almosenempfängern degradiert werden, Bisher sind nicht weniger als zwei Dugend Namen genannt Vereinigten Staaten von Amerika vor, am menn sie sich ihre Mahlzeit aus diesen Speiseanstalten holen, worden. Als ernsthaftere Kandidaten scheinen der jegige Kriege Geld zu verdienen oder ihren Einfluß für den sondern sie müssen das Bewußtsein haben, daß ihnen ein Reichsschatzsekretär Dr. Helfferich für den Posten im Frieden zu verwenden? Gibt es überhaupt niemand, der für Recht zusteht, in diesen Anstalten für ihr gutes Geld gute Reichsamt des Innern und der Oberpräsident der Provinz Frieden ist, ausgenommen die gesunde Vernunft und das geNahrung zu verlangen. Ferner muß absolut ausgeschlossen Pommern von Waldo w für das Amt des Nahrungsmittel- sunde Gefühl? Was wir erleben, ist, daß die weiße Rasse bleiben, daß der Betrieb dieser Speiseanstalten zu einer Profit- ministers in Frage zu kommen. Nach der„ Germania " soll als selbst die Vorstellung von ihrer Ueberlegenheit bei den quelle für Unternehmer wird. Nachfolger Helfferichs im Reichsschatzamt der Direktor der All- schwarzen, braunen und gelben Menschen vernichtet. Sie hat Das letztere ist nur zu vermeiden, wenn die Speise- gemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft Dr. Walter Rathenau ihre Hilfe in Anspruch genommen, hat sie gepriesen für ihr anstalten in tommunaler Regie betrieben werden. Die so- lausersehen sein. Niedermachen der Weißen, Das muß sich rächen. Die