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Nr.157.- 33.Jahrg.

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Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin ".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.

Schluß im Reichstage.

Freitag, den 9. Juni 1916.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplag, Nr. 151 90-151 97.

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auch beim Lederwucher letzten Endes das privatkapita- der Antrag mit einer vom Fürstbischof Dr. Bertram begründeten listische Profitsystem die Ursache ist und er schloß mit Benderung angenommen. Es folgte dann ein Antrag des Prof. der Versicherung, daß unser Kampf auch fernerhin der Be Hillebrandt- Breslau , der verlangt, daß das Studium ausländischer Jm Reichstage wurde gestern die Schlußsigung des feitigung der kapitalistischen Gesellschafts- Sprachen und Verhältnisse auf den höheren Schulen verbessert werde. Oberbürgermeister Dr. Rißmüller- Osnabrück benutzte diese diesmaligen Tagungsabschnittes abgehalten. Die Frage der ordnung gelten werde. Voltsernährung und Rohstoffversorgung, gerlichen Parteien bei der schwachen Besetzung des Hauses zu verlangen. Der Kultusminister erklärte, daß für grundstürzende Für einen Schlußantrag Spahn brachten die bür- Gelegenheit, um für die Friedenszeit eine gründliche Schulreform die tags vorher angeschnitten worden war, wurde zu nicht mehr die nötigen 30 Mann zur Unterstützung auf, und lenderungen unseres ausgezeichnet bewährten Schulwesens ein Der erste Redner war der Führer des liberalen Bauern. so kam. noch der Antisemit Werner Gießen zum Wort, Anlaß nicht vorliege, und daß der Antrag selbst zwar wohlwollend bundes, Herr Dr. Böhme. Er wetterte zwar gegen den Wucher, der eine längere Rede über allerlei Wucherpraktiken in der geprüft werden solle, daß aber im Striege eine Aenderung nicht Darauf wurde auch dieser Antrag angenommen. bezeichnete Preußen als den Stein des Anstoßes in der plan. Lederbranche hielt. Es sprachen schließlich noch zwei Verstattfinden werde. treter des Kriegsministeriums furz zu diesen mäßigen Regelung der Ernährungsfrage und forderte ein ,, ener Dingen, die im Prinzip ebenfalls die Wucherei verurteilten gisches Eingreifen in die Produktion", warnte aber im selben und in mancherlei Punkten Abhilfe zusagten. Damit war die Stürmische Kammerfitzung in Frankreich . Atemzuge vor allzu durchgreifenden Mitteln, wie der allgemeinen Debatte geschlossen. Die Anträge der Budgetkom. Beschlagnahme der Lebensmittel und segelte in langen Partien

Ende beraten.

Bern , 7. Juni. ( W., T. B.) Petit Journal" be­

Ministerpräsident

feiner fast zweistündigen Ausführungen start im agrarischen Fahr- mission zur Ernährungsfrage wurden sämtlich angerichtet über die gestrige Sigung der französischen wasser. Der folgende Redner, Herr Dr. Roeside, der nommen, darunter auch gegen die Stimmen der Fortschritt Rammer: Zu Beginn der Sigung brachte Albert Direktor des Bundes der Landwirte, hielt natürlich eine von ler und der beiden sozialdemokratischen Fraktionen ein agra abre unter allgemeiner Bewegung eine Interpellation Anfang bis zum Ende überagrarische Rede. Er polemisierte rischer Liebesgabenantrag auf Zahlung erhöhter her die Verantwortlichkeiten ein, die sich aus der gegen­heftig gegen die ausgezeichnete Rede des Genossen Hoffmann Haferpreise mit rüdwirkender Kraft. Der Rest der Tages wärtigen militärischen Lage ergeben. vom Tage vorher, die er in wenig verblümter Weise eine ordnung, Resolutionen und Petitionen wurde abgesetzt. Damit war das Ende der Sizung gekommen. Nachdem Briand forderte vom Redner Verzicht auf die Erörterung " Hezrede" nannte. Er glaubte, die deutschen Kapitalisten und der Vizekanzler. Dr. Selffer ich die Order über die Ver- seiner Interpellation unter( Hinweis auf die im Heeres­Großgrundbesizer vor dem Vorwurf der Ausbeutung in tagung des Reichstages bis zum 26. September verlesen, hielt ausschuß möglichen Aufklärungen. Favre lehnte dies ab Schuß nehmen zu sollen. Er bedauerte, daß vor dem Präsident Kaempf die übliche Schlußrede, bei der nur und erklärte, es müsse endlich einmal frei herausgesprochen Kriege die Schutzöllnerei nicht auch auf Futtermittel aus- etwa zwanzig Abgeordnete der sozialdemokratischen Fraktion werden. Es handle sich hier nicht nur um eine spekulative gedehnt war und suchte die Erhöhung der Startoffelpreise im Saale blieben. Um 6 Uhr wurde die Sigung geschlossen mehr, fuhr der Redner fort, aus gewissen Feststellungen 6% Erörterung der Vorgänge bei Verdun . Wir wollen viel­im Frühjahr zu rechtfertigen. Zum Schlusse ritt er auf dem und der Reichstag in die Sommerferien entlassen. Umwege über England eine Attacke gegen den Reichskanzler. gewisse Schlüsse ziehen, die gewisse Entscheidungen mit Nachdem darauf Unterstaatssekretär Dr. Stein die Gerste­sich bringen.( Wiederholter Beifall links.) Den Verhand­verwertungsgesellschaft gegenüber dem Genossen Hoffmann in Abgeordnetenhaus und Lebensmittelfragen. Lungen im Heeresausschuß vermag ich keinen ernsthaften Schutz genommen hatte, hielt auch noch der Antisemit Rupp Hintergrund zuzuerkennen; was gefordert wird, wird nie Das preußische Abgeordnetenhaus nahm am Donnerstag gewährt, so daß z. B. der Berichterstatter des Ausschusses eine agrarische Rede. Genosse Wurm als Redner der Sozialdemokratischen den Bericht seiner verstärkten Haushaltskommission über die Abel Ferry sein Amt lieber niederlegte, als sich zu einem Arbeitsgemeinschaft ging darauf scharf ins Gericht mit der Lebensmittelfragen entgegen. Ursprünglich bestand die Absicht, solchen Wechselspiele herzugeben.( Bewegung.) Solche Ver­ganzen Lebensmittelpolitik der Regierung. Er ergänzte und nur die beiden Berichterstatter, die Abgg. Dr. Hoesch( t.) schleppungsmanöver find weber Briands noch unserer selbst unterstrich in nachdrücklicher Weise die tags vorher vom Ge- und Lippmann( Vp.), die von uns bereits mitgeteilten würdig.( Beifall auch rechts.) Jede Stunde ist für das Heil nossen Hoffmann geübte Generalfritif, indem er zu den einzelnen Kommiſſionsanträge begründen zu lassen und dann ohne jede des Landes wichtig. Wir haben genug von dieser verderblichen Fragen der Voltsernährung eine Fülle beweisträftigen Anklage- Erörterung zur Abstimmung zu schreiten. Diesen Plan, der Atmosphäre, diesem drückenden Alb. Wir wollen Wahrheit, materials borbrachte, so zur Brotversorgung, zur Kartoffel- den berechtigten Interessen und Wünschen der Bevölkerung die Kammer hat ein Recht darauf.( Andauernde Bewegung.) versorgung, zur Fleisch- und Fettversorgung, zur Höchstpreis- widerspricht, durchkreuzte Genosse Hofer, der in groß an- Briands Verschleppungsmanöver würden uns dahin führen, politik usw. In den Wein der Begeisterung für den neuen Präfi- gelegter, von Sachkunde getragener Rede die ganze Lebens- über den Krieg zu reden, wenn er zu Ende ist.( Lebhafter benten des Kriegsernährungsamtes goß Genosse Wurm das mittelpolitik im Reiche und in Preußen einer vernichtenden Beifall.) Waffer der Ernüchterung durch die Feststellung, daß Stellen dadurch, daß sie die Vorschläge der sozialdemokratischen Matin" noch folgende Einzelheiten: Als der Redner davon Kritit unterzog und schlagend nachwies, daß die maßgebenden Zu der Interpellation Favres in der Kammer bringt Herr b. Batocti als Oberpräsident der Provinz Ostpreußen den Bauern die Zurückhaltung Partei und der Gewerkschaften nicht beachtet haben, die heute sprach, daß es sich für ihn um keine strategische Erörterung der Speisekartoffeln mit einem Wink auf unhaltbar gewordenen Zustände verschuldet haben. Wenn der Lage bei Verdun handle, sondern einfach um eine Be­zu erwartende höhere Breise empfohlen hat. Er fennzeichnete Hofer auch zugab, daß die landwirtschaftlichen Pro- sprechung, welche Methoden den Deutschen entgegenzusetzen weiter δας gleichgerichtete Wirken des Herrn buttionskosten gestiegen sind, so bestritt er doch, daß die seien, sagte er u. a. Weil wir wissen, daß dem ersten von Oldenburg- Januschau , der die Landwirte Steigerung zu so hohen Preissteigerungen berechtigt, wie wir Kanonenschuß vor Verdun eine lange Vorbereitung seitens gegenüber der Drohung mit der Kartoffelbeschlagnahme mit sie heute vor uns sehen, um so weniger, da die länd- der Deutschen vorherging, beabsichtigen wir zu prüfen, was Gemütstiefe an die Tatsachen erinnert hat, daß Papier ge- lichen Arbeitskräfte im Kriege sogar billiger geworden unsererseits dagegen getan wurde.( Beifall auf einigen duldig, der preußische Landwirtschaftsminister ein Agrarier sind. Unser Genosse begnügte sich natürlich nicht mit bloßen Bänken.) Die Gerüchte werden immer stärker, daß die und die Landratskaste als Ausführungsorgan durchaus ver- Behauptungen, sondern er war auch imſtande, schlüssige Beschweren Verluste, die wir erlitten, gewissen Nachlässigkeiten weise für jedes seiner Worte zu erbringen. Scharfe und und mangelnder Voraussicht zur Last fallen.( Beifall.) Bei

trauenswürdig sei.

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Besonders angelegen sein ließ sich Genosse Wurm die schwere Anklagen erhob er gegen den Wucher, ohne jedoch auf diesen Worten beugte sich der Kammerpräsident Deschanel zum Verteidigung der Gemeindeverwaltungen der anderen Seite zu verkennen, daß die Landwirtschaft jetzt den Redner, anscheinend um ihm Mäßigung anzuraten, was zahl gegen die vielen Borwürfe, daß sie in der Lebensmittelver. Bucher als Prügelknaben benutzt, um das Volk darüber hinreiche Abgeordnete zu heftigen Zurufen veranlaßte: Sie haben forgung versagt hätten, während in Wirklichkeit die unter wegzutäuschen, daß es 40 Jahre lang umsonst die Agrarzölle fein Recht, Favre das Wort abzuschneiden! Der Redner fuhr agrarischem Einfluß stehenden Regierungsorgane die Ver- gezahlt hat. Der Friedens appell, mit dem unser Genosse fort: Es handelt sich um gewisse Methoden im Kommando, antwortlichen seien; diese Kreise möchten den Unwillen seine Rede schloß, gab den beiden Berichterstattern, die, da die in dieser Debatte ein für allemal verurteilt werden der Bebölferung auf die Gemeindeverwal- sonstige Redner nicht das Wort ergriffen, sofort nach ihm zu müssen, ebenso wie die Führer, die sich ihrer bedienten. Der tungen ablenfen. Sehr treffend hob Genosse Wurm Worte tamen, Veranlassung, sich in hochtönenden Reden Redner geißelte schließlich die Haltung Briands zu dem An­die Angriffen gegen hervor, daß der Krieg der Frauenwelt mit furchtbarer Ein- und Sozialdemokratie trag auf Abhaltung einer Geheimsizung. Dem Matin" bringlichkeit gelehrt habe, wie eng soch top fund Poli- gehen- ein Versuch, den Genosse Hirsch als mißbräuchliche zufolge war der Zwischenfall nach einem nochmaligen Ein­tit miteinander in Beziehung stehen, woraus sich hoffentlich Ueberschreitung der Befugnisse der Referenten kennzeichnete. greifen Briands erledigt, worauf die Kammer eine Geheim­nach dem Kriege eine regere Anteilnahme der Frauen am Die Abstimmung ergab die einmütige Annahme der Ausschuß- fizung für den 16. Juni beschloß. öffentlichen Leben ergeben werde. Er schloß mit dem Wunsche, anträge.

Im preußischen Herrenhaus,

er­zu

Die Anträge Turatis abgelehnt. Rom , 8. Juni. ( W. T. B.) Meldung der Agenzia Stefani. Die ammer hat nach zweitägiger Debatte über die Anträge Euratis und Gen. betreffend vie Internierung verdächtiger Bürger und nach einer mit Beifall aufgenommenen Rede Salandras gemäß seinem Wunsche den Antrag Turatis in namentlicher Ab­ftimmung mit 211 gegen 45 Stimmen abgelehnt. Bern , 8. Juni. ( W. T. B.) Italienischen Blättern zufolge wird der Senat am Dienstag zu einer öffentlichen Sigung zusammen­

treten.

Bei der Abstimmung der Kammer über den Antrag Turati betreffend die Internierten enthielten sich Corriere della Sera " zufolge sämtliche Katholiken der Abstimmung. Ungefähr 20 Abgeordnete, darunter auch Republikaner, verließen bei Beginn 20 Abgeordnete, darunter auch Republikaner, verließen bei Beginn der Abstimmung die Kammer.

daß das Volk selber bald Gelegenheit bekommen möge, mit Debattelos erledigte das Haus sodann noch durch Kenntnis­dieser ganzen Politik abzurechnen, die so wie bisher un- nahme die Denkschrift über Ostpreußen und ge möglich weitergehen könne. nehmigte einige auf Grund des Artikels 63 der Verfassungs­Ein Schlußantrag schnitt nunmehr der gemeldeten urkunde erlassenen Verordnungen. Zu Beginn der Sigung zweiten Rednerserie das Wort ab. Genosse Sa a se verwies hatte es dem Antrage der Regierung auf Vertagung des dann zur Geschäftsordnung darauf, daß nach einer Aeußerung Landtags vom 9. Juni bis zum 14. November zugestimmt, des Berichterstatters, des Grafen West arp, noch eine ge- doch wird die Vertagung infolge des zu der Steuervorlage fonderte Debatte über die Lederfrage stattfinden müsse, gefaßten Beschlusses des Herrenhauses erst Ende d. M. ein­zu der Genosse Simon, der Vorsitzende des Deutschen treten fönnen. Schuhmacherverbandes, zu reden beabsichtigt hatte. Auch Ge­Heute Freitag findet die letzte Sigung vor Pfingsten statt. nosse Scheidemann sprach im selben Sinne und Genosse Ledebour stellte einen entsprechenden Antrag. Nach an­fänglichem Sträuben der bürgerlichen Parteien wurde diesem Verlangen schließlich stattgegeben. Vorher mußte das Haus das am Donnerstag wieder zusammentrat, erklärte der Präsident aber noch ein halbstündiges, wenig burgfriedliches perfon- Graf Arnim zunächst, daß der Antrag der Regierung auf Bertagung liches Gezänt zwischen den fortschrittlichen Agrariern vom 9. Juni bis 14. November nur den frühesten Termin für die Dr. Wendorff und egter auf der einen und Herrn Bertagung bestimme, aber das Herrenhaus nicht in seiner Freiheit Dr. Roeside auf der anderen Seite anhören. Genosse hindern könne, auch nach Pfingsten zusammenzutreten. Das Haus offmann machte sodann einige persönliche Bewerbe auch von dieser Freiheit Gebrauch machen. So wird es in mertungen, wobei er besonders gegenüber den ihm per- der Tat auch sein, denn am Schluß der Donnerstagfißung vertagte fönlich gemachten Vorwürfen feststellte, daß er im Einver- sich das Herrenhaus auf den 20. Juni, um dann die vom Ab­ständnis mit seiner Fraktion gesprochen habe. geordnetenhaus bereits angenommene Vorlage über die Erhöhung Sodann hielt Genosse Simon eine scharfe Rede gegen der Steuerzuschläge zu beraten, die vom Herrenhaus abgeändert den unerhörten Lederwucher, bei dem eine Handvoll werden sollen. " Das Verhalten der Sozialdemokratie Serbiens , schreibt er, Großkapitalisten Millionengewinne eingeheimst hat, Aus der Donnerstagsizung selbst ist mitzuteilen, daß Freiherr war bis zum legten Augenblicke friedensfreundlich. Die während der Zivilbevölkerung geradezu unerschwing- v. Bissing seinen Antrag auf planmäßige Bekämpfung der Geschlechts- Arbeiter- Zeitung", die später nach dem Verbote der Regierung lich hohe Schuh. und Lederpreise abgepreßt frankheiten, insbesondere durch Aufklärung der Jugend, begründete. unter dem Titel" Zukunft" erschien, fand trotz der Zensur noch worden sind. Genosse Simon übte auch an der Kriegs. Der Kultusminister hatte jedoch Bedenken gegen die Mitwirkung der immer den Weg gegen den Krieg Stimmung zu machen und ihr Iederattiengesellschaft herbe Kritik, die völlig von Schule; er will diese Aufgabe in erster Linie dem Elternhaus und Wort wurde bis in die Schüßengräben hinein tapitalistischen Intereffenten beherrscht werde. Er zeigte, wie den Kräften der Moral und Religion zuweisen. Schließlich wurde gehört. Die nach Nisch verlegte Redaktion des serbischen Partei­

Zur Haltung der serbischen Sozialisten. Einem Belgrader Bericht des Kriegsberichterstatters der Buda­pester Boltsstimme, Franz Göndör, entnehmen wir einige wei tere Einzelheiten über den Kampf und die jebige Haltung der serbischen Sozialdemokratie.

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