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Nr. 211. 33. Jahrgang.

Beilage des Vorwärts " Berliner Volksblatt.

Chronik des Weltkrieges.

3. August 1914.

Eine amtliche Mitteilung meldet, daß der deutsche Botschafter in Paris angewiesen worden sei, seine Pässe zu fordern, da Frank reich durch Patrouillenangriffe und Bombenabwürfe von Fliegern in Baden und Bayern den Kriegszustand eröffnet habe. Nach einer Petersburger Meldung werden durch Kaiserlichen Utas Reichsduma und Staatsrat einberufen und ein Moratorium angeordnet. Großfürst Nikolai Nikolajewitsch ist zum Generaliffi­mus der russischen Streitkräfte ernannt worden.

Die Schweiz und Schweden erklären ihre Neutralität und treffen militärische Vorbereitungen zu ihrem Schutze. Auch die Türkei be­fchließt eine teilweise Mobilisierung.

Italien gibt die amtliche Erklärung ab, daß es gemäß dem Geist und Wortlaut des Dreibundvertrages Neutralität beobachten werde. Die Seuche der Sensationsnachrichten feßt ein. Aus Met wird. gemeldet, daß ein französischer Arzt, der mit Hilfe französischer Offi­ziere versucht habe, Brunnen mit Cholerabazillen zu vergiften, stand rechtlich erschossen worden sei. W. L. B. dementiert spät abends die Nachricht.

Von der Ostfront wird amtlich die Besetzung von Czenstochau, Bendzin und Kalisch durch deutsche Truppen gemeldet. Die fozialdemokratische Frattion beschloß in einer Sitzung, für die Kriegskredite zu stimmen. 3. August 1915.

Im Westen kleinere Kämpfe in der Champagne , den Argonnen und den Bogesen Im Often an der ganzen Front Fortdauer des Vormarsches der verbündeten Armeen, wobei insgesamt rund 10 000 Gefangene ein gebracht werden. An der Tiroler Front die üblichen Stellungsgefechte. Eine amtliche deutsche Meldung bestätigt die Kapitulation der Schuhtruppe von Südwestafrita. m

Aus der Schweiz kommt die Nachricht, daß es England gelungen sei, durch eiserne Riesenschuhnehe den Kanal zwischen Dover und Calais abzusperren und gegen Angriffe aller Art zu sichern. Der ruffische Botschafter in London gibt die ausdrückliche Er­flärung ab, daß Rußland nur gemeinsam mit England Frieden schließen werde.

Zur Ausländerfrage in den Gewerkschaften.

Donnerstag, 3. August 1916.

Staat den weitgehendsten Schuh und stellen denen, die Amerikanern, wie z. B. Sunter, und von den Australiern bea sich ihrer Disziplin nicht unterwerfen wollen, fräftige Schläge in fürwortet, von den Deutschen dagegen bekämpft wurde. Aussicht. Es ist gut, sich dies für alle fünftigen Unterhandlungen Die Haltung des Grundstein" sei namentlich im gegenwärti zu merken." gen Moment, wo der Krieg eine so mächtige Schranke zwischen

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Zu diesem Pronunziamento des Monitore" nahm im Avanti" den Arbeitern aller Länder aufgerichtet hat, besonders unver vom 20. Juni der Chefredakteur Genosse Serrati das Wort. zeihlich. So könne es zwischen den Anhängern Zimmerwalds Auch er fand es peinlich, daß der Grundstein nach staatlichen und der deutschen Gewerkschaftsmehrheit nur einen strikten Gegen Schuhmaßnahmen rust, er wendete sich aber bei dieser Ge- jab theoretisch wie praktisch geben, denn die Zimmerwälder schen Gewerkschaftszentrale, der zusammen mit Quaglio und mus. Wenn jedoch der Grundstein" diese Haltung einnehme, jo legenheit auch gegen Rigola, den Generalsekretär der italieni - verwerfen jeden neo- nationalistischen Opportunisa dem Abg. Cabrini an der Pariser Gewerkschaftskonferenz teil sei dies noch lange fein Grund mit der Bataille" zu paftieren, die genommen hatte. Sollte jo führte er aus die erregte Antwort den französischen Zimmerwäldern ebenso fernsteht wie der Grund­auf den Artikel des Grundstein" nur die Verteidigung eines stein" den deutschen . Nationalismus gegen einen anderen sein, so wäre das nicht die Art, den sozialistischen Prinzipien Treue zu halten und die Inters effen der Auswanderer zu vertreten. Nach dem Kriege wird die Arbeit der internationalen Erziehung der Arbeiter mit neuer Energie wieder aufgenommen werden müssen, dazu aber werde es nötig sein, gegenüber allen nationalistischen Getverk­schaften die völlige Unabhängigkeit zu wahren, und daher wollen wir uns sowohl von Verlin wie von Paris fernhalten".

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Politische Uebersicht.

Wann ist der Krieg verloren?

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Zu der Polemik des Berliner Tageblattes" gegen die Aeußerung des Fürsten Salm: Der Strieg fei verloren, wenn Graf R Deutschland nicht Belgien annettiere", schreibt Graf te ventlow in der Deutschen Tageszeitung":

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Diesen Ausführungen Serratis frat Rigola im Avanti" vom 23. Juni entgegen. Er zitierte zunächst die Aeußerungen des Im Grunde handelt es sich natürlich beim Fürsten Salm um schweizerischen Gewerkschaftsorgans über den Grundstein" Artikel: Der Ruf nach gesesgeberischen Maßnahmen gegen die die Ueberzeugung und Behauptung, daß die Beherrschung der Einwanderung von ausländischen Arbeitern sei reaffionär, flandrischen Küste durch Deutschland eine der vom Reichs­andern Länder würden mit den gleichen Maßnahmen auch gegen Bewegungsfreiheit nach Westen sowie für eine deutsche Freiheit der einseitig und kurasichtig; denn die Regierungen der tanzler angedeuteten realen Garantien für die Sicherheit und die Einwanderung von deutschen Arbeitern antworten. Die Meere bilde.... Da nun diese reale Garantie- neben den anderen Maßnahmen würden so zweischneidige Schwerter sein, die auch die zu verlangenden eine Lebensnotwendigkeit des Deute deutschen Arbeiter verwunden würden. Der Artikelschreiber ver­

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geffe auch, daß in den letzten Jahren vor dem Kriege die aus- fchen Reiches und Boltes bildet, so ist die Folgerung un ländischen Arbeiter reichlich Ursache hatten, mit den deutschen Ar- ausweichlich, daß bei Richterfüllung einer solchen Lebens­beitern unzufrieden zu sein; denn deutsche Arbeiter waren es, die notwendigkeit der Krieg für Deutschland ein ver als organisierte Streitbrecher kolonnen in allen forener sein würde, tros allem Heldenmute und aller Ländern erschienen, wo einheimische Arbeiter im Kampfe Ausdauer, trotz allen Erfolgen und Siegen unserer Armeen... mit dem Unternehmertum standen, und sie um ihre Erfolge Eine Politik, wie sie das Berliner Lageblatt" befürwortet, ebenso brachten. Gewiß waren die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter Herr Prof. Delbrüd u. a. m., würde den Krieg, als Ganzes be­in Deutschland damit nicht einverstanden, ja sie litten selbst schwer trachtet, zu einem verlorenen machen... Ebenso ist es doch darunter; aber die Tatsache der organisierten deutschen Streif brecherkolonnen in allen Ländern werde dadurch nicht beseitigt. wohl etwas unvorsichtig, daß das Berliner Tageblatt" den Gedanken Uebrigens sei die Forderung staatlicher Maßnahmen utopisch. deutscher Beherrschung flanderischer Küste als einen Annegions­Keine Klaffenregierung opfere die Unternehmerinteressen denen traum" bezeichnet... Die Auffassung des Fürsten Salm ist kein des Proletariats. Und dann fuhr Rigola fort: Soll den Italienern Traum" auch kein Annegionistentraum", sondern die nüchterne ein Proteit verwehrt sein, der den Schweizern erlaubt ist? Nicht Formulierung einer der realen Garantien, deren Deutschland unbe die Forderung der Schußmaßnahmen sei es, die am" Grundstein"-dingt bedarf, wenn ihm der Krieg nicht ein verlorener sein soll. Artikel in Erstaunen sebe, sondern der vornehm gering- wie eine solche Beherrschung der flandrischen Küste auszusehen schäßige Ton dieses Blattes, zumal da es in einem Lande er hätte, inhaltlich und formal, ist eine Tat- und Detailfrage, ist keine scheine, an dem der Matel des Streifbrechertums flebe und deffen prinzipielle Frage, sondern eine solche der praktischen Verwirklichung Haltung so wenig im Einklang stehe mit den internationalen ist nicht Selbstawed, sondern Mittel zur Erreichung des Zweckes, In seiner Erwiderung auf diese Ausführungen Rigolas fragte daß die Garantie eine wirklich reale fei, also allen Anforde Serrati( Avanti" vom 24. Juni): Wenn Rigola der Ansicht rungen der Machtfrage mit Sicherheit Genüge leisten werde." sei, daß keine Klassenregierung die Intereffen der Unternehmer denen des Proletariats opfere und nach dem Kriege kein anderes Mittel gegen das Streitbrechertum der Einwanderer übrigbleibe als Propaganda und Organisation, warum habe er, Rigola, zu= sammen mit Jouhaug und Appleton gegen Merrheim und Bourderon die Klaffenregierungen Frankreichs und Eng. lands zu gesesgeberischen Maßnahmen zugunsten der Auswanderer aufgefordert?

Prinzipien.

Die Frage der Zuwanderung ausländischer Arbeiter nach dem Ariege findet in der Presse und den Arbeiterorganisationen des Ju­und Auslandes in steigendem Maße Beachtung. Diese Frage war befanntlich Gegenstand der Beratungen der Pariser Konferenz der franzöfifchen, belgischen und italienischen Gewerkschaftsvertreter im verfloffenen Frühjahr und hat auch den französischen Gewerkschafts­bund zur Ausarbeitung bestimmter Leitfäße zur Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen der zugewanderten Arbeiter und zum Schuß ihres Koalitionsrechts veranlaßt. Eine Stellungnahme der deutschen Gewerkschaften zu dieser Frage liegt eigentlich noch nicht vor. Bloß im Grundstein", dem Organ des Bau­arbeiterverbandes, ist dieses Problem in zwei Artikeln behandelt worden, die namentlich in der italienischen Arbeiterpresse leb­hafte Beachtung gefunden haben. Daß die Diskussion über die Ausländerfrage gerade hier eingesetzt hat, erklärt sich wohl daraus, daß nach der Berufsstatistik von 1907 14 Proz. der Arbeiter im deutschen Baugewerbe Ausländer waren, von denen wiederum der überwiegende Teil auf italienische Zuwanderer entfiel. Ein näheres Gingehen auf diese Diskussion hat deshalb neben theoretischen Interesse auch eine eminent praktische Bedetung. Den Anstoß für die Diskusjon gaben, wie gesagt, zwei Artikel im Grundstein", und zwar vor allem eine Einsendung aus den Mitgliederkreisen, die die Redaktion an leitender Stelle abdruckte, Boden des Nationalismus stelle, so hoffe er, Rigola, doch immer

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Noch einmal ergriff Rigola zu einer Erwiderung das Wort. Er wünsche gwar, daß die Auswanderung nach dem Kriege gang aufhöre, doch glaube er, daß besonders in Frankreich als dem Schau plaß der friegerischen Greignisse die Bautätigkeit nach dem Kriege sehr zunehmen werde, daher müßte daran gedacht werden, wie die Intereffen der Bauarbeiter zu schüßen feien. Seine Zustimmung zur 3immerwalder Resolution bedeute nicht den Ver­zicht, auch weiter mit solchen Arbeiterorganisationen zu verhandeln, die am Burgfrieden teilgenommen hätten. Er habe den Grund­stein" zitiert, weil der gereizte Ton der Zeitschrift ihm charak­teristisch erschienen wäre. Er selbst wüßte sehr wohl zwischen den regierenden lassen in Deutschland und dem deutschen Proletariat zu unterscheiden und könnte beweisen, daß er stets bemüht gewesen sei, auch den Deutschen gegenüber strengste Unpar­teilichkeit zu wahren. Der Grundstein" scheine sagen zu wollen, das Prinzip der Organisation allein genüge nicht mehr, daher seien Maßnahmen nötig, die das Schweizer Organ als reaktionär, einseitig und turzsichtig bezeichne. Troßdem habe er gesagt: Wenn sich auch der Grundstein" auf den

Das Zentrum und die Neuorientierung". Die Zentrumspartei zeigt recht wenig Neigung, an die Neu­orientierung" heranzugehen. Neuerdings schreibt das Blatt des Reichstagsabgeordneten Dr. Marcour, die Koblenzer Boltszeitung" ( Nr. 357):

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Unberechtigt ist auch das immer noch wiederkehrende Berlangen, die wiederholt in Aussicht gestellte innerpolitische Neuorientierung schon jetzt während des Krieges eintreten zu lassen. Es liegt doch auf der Hand, daß, wenn zum Zwede der Neugestaltung unferer innerpolitischen Verhältnisie mit geset geberischen Maßnahmen heute schon vorgegangen würde, dannit. biel Zwist und Hader im Parlament wie im Lande ausgelöst werden müßte, denn es gibi Parteien, welche eine Reuorientierung für überflüssig und schädlich halten, weil sie bei den gegenwärtigen Verhältnissen sich ganz behaglich fühlen, während anderen, denen es weniger nach Wunsch geht, die Neuorientierung gar nicht radikal und einschneidend genug ausfallen könnte. Da läßt man die Dinge im Interesse des inneren Friedens doch am besten vorläufig ruhen; nach dem großen Kriege wird eine innerpolitische Auseinandersezung, vie sie nun einmal unvermeidlich ist, jedenfalls viel weniger bc­denklich und gefährlich sein."

Kriegsziele eines Arbeiterabgeordneten.

In der Essener Voltszeitung" vom 1. August wird über eine

lernen bestehe.

Das Verlangen nach Versammlungsfreiheit. Die Deutsche Friedensgesellschaft, Drtsgruppe Berlin , hat bei der Reichsregierung, unter Hinweis auf das Vorgehen des National­ausschusses", beantragt, ihr die Erörterung von Friedenszielen und die Veranstaltung von Versammlungen zu diesem Zwede ebenfalls freizugeben.

Eine Rechtfertigung.

ohne sich aber mit allen Ausführungen des Verfassers einverstanden noch, daß es einmal möglich sein werde, die Internationale Rede berichtet, die der Zentrumsabgeordnete Giesberts am zu erklären. Der Verfasser will von der bisherigen lagen fassung der Ausländerfragen in den deutschen Gewerkschaften nichts Sirette gewerkschaftliche Aktion allein unzureichend zielforderungen auf: Wir werden uns auf keinen Fall mit dem be faffung der Ausländerfragen in den deutschen Gewerkschaften nichtsrefonstruieren. In Paris sei erklärt worden, wenn die 29. Juli in Effen gehalten hat. Er stellte darin folgende Kriegs­wiffen. Es sei höchste Zeit, eher zu spät als zu früh, daß die deut- jei, die Unternehmer an der Einführung fremder Streifbrecher zu gnügen, was wir vor dem Kriege besaßen. Wir müssen uns dies schen Arbeiter gegen die Masseneinwanderung aus­ländischer Arbeitskräfte Front machen, die auf dem hindern, so müsse die Einsetzung eines Kontrollorgans deutschen Arbeitsmarkte die Arbeitslöhne herabdrücken und die son- und Unternehmern zusammengesetzt ist und die Einwanderung über- fall, wie dem diesmaligen, schüßen. Wir werden Belgien nicht durch den Staat gefordert werden, das paritätisch aus Arbeitern jenigen Stüßpunkte sichern, die uns für alle Zeiten vor einem Ueber­stigen Arbeitsbedingungen verschlechtern, aber für die gewerkschaft­en Bestrebungen der deutschen Arbeiter nicht zu gewinnen seien. wacht. Zugleich wurde die gewerkschaftliche und juri wieder zum Vorort Englands werden lassen. Die Balkanstaaten Die Theorien der Weber- Internationalisten dürften uns nicht mehr stische Gleichberechtigung der Ausländer verlangt, müssen von dem englischen Geldbeutel und von gewissenlosen Königen abhalten, die eigenen Intereffen gebührend zu vertreten. Dann damit diese nicht in Gefahr fämen, wegen Beteiligung an den und Großfürsten befreit werden. Im weiteren betonte der Redner, fährt er fort: Organisationen und der Agitation ausgewiesen zu werden. Wolle daß unsere bewährte Wirtschaftspolitik selbstverständlich nach dem Kommen wir zu Ende. Die deutschen Gewerk der Grundstein" etwas Aehnliches nun wohl- so wäre er Kriege beizubehalten sei. Alle Anschauungen der christlichen Gewerk­fchaften müssen ihre seitherige Haltung in der bereit, ihn zu unterstützen. Ausländerfrage von Grund aus ändern. Sie In einem weiteren Artikel erklärte dann noch Rigola: Der schaften hätten sich bewährt, so daß für sie fein Grund zum Um­müssen einmal ihren Einfluß bei der Regierung gel- Arieg habe ihn nicht in seinem Gefühl internationaler tend machen zur Erreichung von gefekgeberischen Maß- Solidarität beirrt. Die italienischen Arbeiter hätten stets nahmen, die die Einfuhr ausländischer Arbeitskräfte so regeln, jede Lehre, von welcher Seite sie käme, dankbar angenommen, und daß den Einheimischen fein Schaden erwächst. Sodann müssen das werde auch ferner so sein. In Italien sei lange Zeit hin­die Tarifverträge zur Lösung der schwierigen Frage herangezogen durch das Streifbrechertum durch Gewaltmittel und durch werden, indem in ihnen das selbstverständliche Recht der deut einen oft grausamen und unbarmherzigen Boykott bekämpft wor­schen Arbeiterschaft auf Bevorzugung bei Besetzung der den. Dagegen sei es das deutsche Prinzip gewesen, dem Arbeitspläte festgelegt wird. Und endlich müssen die deutschen Streifbrecher nichts zuleide zu tun, sondern ihn entweder zu iso­Gewerkschaften dazu übergehen, der Ausländerfrage oder beffer lieren oder ihn zu bessern und zu belehren. Die Italiener gesagt plage ohne die herkömmliche Sentimentalität gegenüber hätten fich vor diesem Kriege diese Methoden zu eigen gemacht, zutreten. Wir wollen in Zukunft jeden Ausländer, der mit in den wichtigsten Auswanderungszentren eine intensive Propa­dem Verbandsbuch seiner heimatlichen Orga= ganda entfaltet, und das gleiche hätten die französischen Genossen Die Boisis de 8tg." wendet sich, unier Bezugnahme auf nisation zu uns tommt, so wie bisher mit getan. So wurde schließlich erreicht, daß die Mitglieder der Bau- die von uns in Nr. 207 wiedergegebene Glossierung ihres Bericht­offenen Armen aufnehmen. Aber die unorganisierte gewerkschaft bei ihrer Einwanderung in andere Länder ohne Obligo erstatters May Theodor Behrmann in der Wiener Arbeiter Masse der Ausländer wollen wir als das betrachten, was sie in einer Einschreibgebühr in die dortigen Gewerkschaften aufgenommen Zeitung", an uns mit einer Zuschrift, in der sie darauf hinweist, Wirklichkeit ist, als Gegner, denen wir überall und bei jeder wurden; hätte der Krieg diese friedliche Arbeit nicht unter- daß Herr Wehrmann keineswegs erst in der Kriegszeit auf Gelegenheit diichtslos entgegentreten wollen. Wir brochen, so wären solche Vereinbarungen auch in anderen Län- getaucht", sondern beinahe ein Jahrzehnt der Petersburger Kor­werden damit nur das tun, was in anderen Ländern: in Eng- dern, z. B. mit Nord- Amerika , zustandegekommen. Die einige, respondent der Täglichen Rundschau" gewesen sei. Zu dem land, Frankreich und Amerita schon lange von den Gewerkschaften einzige Gewerkschaft, die alle Nationen umfaßt diese kritisierten Artikel habe Herr Behrmann gleichzeitig die faksimilierten geübt worden ist." große Idee ist nun nach der Ansicht des Grundstein" gescheitert, Briefe des Grafen Witte" mitgesandt( in dem Artikel war Zu diesen Ausführungen bemerkte das Correspondenzblatt der und die deutschen Gewerkschaften fündigen jest an, daß sie ihr übrigens nur von einem Briefe Wittes die Nebe), die Rebation Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands "( Nr. 20 vom Verhalten und ihre Taktik grundsäßlich ändern wollen. Damit habe aber von der Veröffentlichung der Faksimilia" Abstand ge­13. Mai 1916): schließt die Diskussion, soweit sie auf die Auswandererfrage Be- nommen. Wir nehmen von dieser Zuschrift gern Notiz, müssen aber ge­zug hat. Als interessantes Schlußwort zu dieser Auseinandersetzung stehen, daß sie weder die Kritif der Wiener Arbeiterzeitung " an bringt der" Avanti" am 5. Jult noch einen Artikel der Genosin dem allgemeinen Charakter des Behrmannschen Artikels wider­Angelica Balabanoff. Nach einer Bemerkung, daß sie sich legt, noch die wesentlichste Frage beantwortet, weshalb Herr Behr­bereits lange vor dem Kriege die Ungnade der deutschen Gewerk- mann diesen für die Beurteilung der russischen Politit so wichtigen Das Organ der italienischen" Confederatione generale del schaftsmehrheit zugezogen hätte, erklärt sie, fie halte die pro- Brief Wittes erst jest, also fast zwei Jahre nach dem Tode Lavoro" schrieb über den Grundstein"-Artikel: tektionistischen Theorien des" Grundstein" jür ebenso wittes, zu veröffentlichen für gut befunden hat. Es ist der Grundstein", der so spricht, d. h. die Ge- verderblich wie das Schweizer Bruderorgan. Jene deutschen werkschaft der Bauarbeiter, die die meisten Beziehungen Sozialisten, die in Deutschland wie in anderen Ländern un zu unseren Arbeitern hat. Und während die Franzosen , ob sie praktisch" und utopistisch" genannt würden, bekämpften nun Zimmerwälder sind oder nicht, einstimmig die Besei alle derartigen Versuche, die Einwanderung zu unterbinden, und tigung aller gejeklichen Einschränkungen der Freizügigkeit und zwar nicht nur aus praktischen, sondern aus prinzipiellen Stelle des verstorbenen Amtsrats Schrewe der konservative Ritter­die Gleichstellung der fremben mit den ein- Gründen. Sic erinnere sich, daß z. B. auf dem Stuttgarter gutsbefizer v. Boddien Leisezienen, zurzeit im Felde, mit heimischen beitern verlangen, fordern die Deutschen vom Kongreß ein noch entschiedenerer Protektionismus von den allen abgegebenen( 215) Stimmen gewählt.

Gleich der Redaktion des Grundstein" können wir uns nicht mit jedem Wort des Verfassers einverstanden erklären, aber die Grundtendenz seiner Ausführungen ist jedenfalls der Beachtung wert."

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Landtagserfahwahl.

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Bei der Landtagswahl in Labiau Wehlau wurde an