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nur als Schwäche ausgelegt werden, und wird den etwaigen vom 1. August ab an eine behördliche Erlaubnis ge- Wenn nun bis zum 10. August die Produzentenpreise von 18 m. Frieden nur zu einem vorübergehenden Waffenstillstand machen. bunden, und zwar auch für solche Personen, die schon vor diesem für 1 Doppelzentner festgehalten werden und dann eine geringe Er­Wir können demnach alle nur hoffen, daß die sanften Heinriche" Tage mit den erwähnten Waren Handel getrieben haben. Ohne mäßigung eintritt, dann ist Gefahr vorhanden, daß, bevor der Preis und echten deutschen Michel" gar nichts mit den Frie- solche Erlaubnis ist der Handel verboten und strafbar, soweit nicht von 8 M. für 1 Doppelzentner erreicht ist, ein großer Teil der Star­densverhandlungen zu tun haben werden. Aber die Verordnung selbst Ausnahmen zuläßt. Für die Ueber- toffeln in nicht ausgereiftem Zustande aus dem Boden genommen ist vorläufig ist es verfrüht, über solche auch nur nachzudenten. gangszeit ist bis zum 1. September 1916 durch eine nach- und dann verdirbt. Noch beherrscht Mars die Stunde!" trägliche Verordnung des Reichskanzlers eine Erleichterung geschaffen. Wir würden empfehlen, daß möglichst schnell Maßregeln er­Danach darf derjenige, der den Antrag bis zum 1. August bei der griffen werden, den Verkehr mit Kartoffeln so zu regeln, daß Liefe Bulassungsstelle eingereicht hat, seinen Handelsbetrieb zunächst ohne rung und Verbrauch sich decken. Vorläufig wird durch schleunige Erlaubnis fortsetzen, bis über seinen Antrag entschieden ist, jedoch Herabsetzung der Preise dem wilden Angebot entgegengewirkt werden nicht über den 1. September hinaus. Bis zu diesem können." Tage müssen alle Anträge erledigt sein.

Dr. Peters sagt hier im Grunde nichts anderes, als was die gesamte von den Aldeutschen beeinflußte Presse seit Monaten mehr oder minder offen propagiert. Man muß ihm aber troßdem Dant wissen, daß er mit der ihm eigenen Unverblümtheit, die lebhaft an die Methoden seiner kolonialen Praxis und ihre spätere Verherr­lichung erinnert, unverhüllt ausspricht, wohin die Reise geht.( z)

Der Reichskanzler in Wien . Amtlich. Berlin , 10. August. ( W. T. B.) Der Reichs­fanzler ist mit dem Staatssekretär von Jagow nach Wien abgereist, um den Besuch des Ministers Baron Burian in Berlin zu erwidern und die Besprechungen über die Ordnung der Angelegenheiten der von den Verbündeten gemeinsam be­fekten Gebiete fortzusetzen.

Ein Unterschied

Auch kartoffelmehlhaltiges Puddingpulver ist anzumelden.

Die Trockenfartoffel Verwertungs- Gesell­schaft m. b. H. Berlin( Tela) macht darauf aufmerksam, daß auch tartoffelmehlhaltiges Puddingpulver den Bestim­mungen der Bundesratsverordnung vom 30. November 1915 unter­

liegt, wonach alle Erzeugnisse der Kartoffeltrocknerei und Kartoffel­stärtefabrikation bei der Teka anzumelden find.

Bei der Vielgestaltigkeit des wirtschaftlichen Lebens sind in den beteiligten Kreisen mancherlei Zweifel über die Tragweite der Ver­ordnung aufgetaucht. In solchen Fällen empfiehlt es sich, sich an die für die Erteilung der Erlaubnis zuständige Stelle mit der Bitte um Auskunfterteilung zu wenden. zwischen notwendigen und nicht notwendigen Lebensmitteln ist in der Verordnung nicht ge= macht und würde auch in keiner Weise durchzuführen sein, so daß also auch der Handel mit solchen Lebensmitteln, die mehr oder weniger Genußmittel sind,( Kaviar, Austern, Schaumwein usw.) der Erlaubnispflicht unterliegt. Auch der Handel mit sogenannten Kriegsgesellschaft für Teichfischverwertung. diätetischen Näbi mitteln( Somatose, Sanatogen, Haematogen usw.) Amtlich wird gemeldet: Die Höchstpreisfestsetzungen ist fonzessionspflichtig. Ferner erstreckt sich die Verordnung auch auf für Fische haben nicht in jeder Beziehung erfreuliche Erfolge ge­In der Provinz Ostpreußen wird zurzeit vor allen Dingen alle diejenigen Erzeugnisse, aus denen Lebens- oder Futtermittel zeitigt. Einmal haben sie verhindert, daß Fische in starkem Maße darauf gesehen, daß die Verkehrseinrichtungen wieder völlig in hergestellt werden; dazu find auch alle Stoffe zu rechnen, in die großen Konjumzentren gelangten; die Fische sind vielmehr in stand gesetzt werden. In den Kreisen Johannesburg , Lyd, Olezko die Lebensmitteln zugesetzt werden, wie Zitronensäure, Wein- der Hauptsache auf dem Lande verzehrt worden. Die entsprechende und Annaburg sind die meisten zerstörten Bahnhöfe wieder her- steinsäure, Suppenwürfel, Puddingpulver, Salz, Gewürze aller Abstufung zwischen den Preisen auf dem Lande und in den Städten, gestellt und bereits wieder in Benutzung genommen worden. Auch Art usw. Auch die mannigfachen Arten der sogenannten die eine ausreichende Fischzufuhr in den Städten gewährleisten der Wiederaufbau der Ortschaften macht erfreuliche Fortschritte. Von Eriagmittel( Salatöl- Erjazz, Kunsthonig usw.) fallen darunter. würde, läßt sich sehr schwer durchführen, weil die Händler zu den den Flüchtlingen, deren Zahl auf etwa 300 000 geschägt wurde, sind Ausgenommen sind lediglich solche Genußmittel, die in keiner Weise Stadtpreisen bertaufen, aber wegen der auf dem Lande herrschenden bisher 280 000 in ihre Heimat zurückgekehrt. unter den Begriff Lebensmittel" gebracht werden können, wie Höchstpreise doch nicht die entsprechenden Preise anlegen dürfen. 3. B. Bigarren, Zigaretten, Tabak. Der Fisch ist daher zum größten Teil auf dem platten Lande ge­blieben.

Der Wiederaufbau Ostpreußens .

Landesversicherungsanstalten und Krieg.

Die Landesversicherungsanstalt Westfalens veröffentlicht den Rechnungsbericht für 1915. Es geht daraus hervor, daß die Bei tragsleistung um 4 Millionen Mark gegenüber 1913, dem letzten Friedensjahre, zurückgegangen sind, von 15% Millionen Mark auf 11% Millionen Mark. Im zweiten Kriegsjahre ist aber auch die Ausgabe für das Heilverfahren, dessen ja besonders Lugenleidende teilhaftig wurden, von Millionen Mark auf 1 Millionen Mark zurückgegangen. Für 1916 wird mit einem Ausfall an Beiträgen von 5 Millionen Mark gerechnet.

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Soweit es sich um Teichfische handelt, die zu einem be­

stimmten Zeitpunkt gefangen werden, hat sich gezeigt, daß infolge der Höchstpreise die Fische mit einem Male auf den Markt geworfen werden, da eine Preissteigerung infolge der Höchstpreise nicht mehr zu erwarten ist und daher der Händler kein Entgelt für längere Aufbewahrung erhält.

Das hat insbesondere bei Karpfen und Schleien zu einem un­wirtschaftlich schnellen Verzehren der Fische geführt.

Konzessionspflichtig sind nicht nur Eigenhändler, sondern auch Kommissionäre und Agenten aller Art einschließlich der Gelegenheitsvermittler, soweit sie am Handel mit Lebens und Futtermitteln beteiligt sind. An gestellte( Handlungsgehilfen) bedürfen einer besonderen Erlaubnis nicht. Unter den Erlaubnisschein fallen, wie besonders hervor gehoben werden muß, neben dem Handel im engeren Sinne auch alle Arten von Herstellern und Fabrikanten, die Rohstoffe zu Lebens- oder Futtermitteln verarbeiten, um sie dann in den Handel zu bringen, wie z. B. Konserven- und Kunst- Endlich muß bei Festseßung von Höchstpreisen, wenn man feinen honigfabriken, Brauereien und die vielen anderen Fabriken der Teil der Produzenten und der Händler schädigen will, immer auf Nahrungs- und Futtermittelzweige. die ungünstigen Verhältnisse Rücksicht genommen werden. Das ver­Kriegsfragen im ungarischen Abgeordnetenhause. Der Verkauf selbst gewonnener Erzeugnisse der teuert für den Konsumenten die Fische, ohne dem Produzenten Budapest , 9. August. ( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. and und Forstwirtschaft, des Garten- und Obst ernstlich zu helfen. Abgeordneter Graf Michael Karolyi berwies auf sein schon baues, der Geflügel und Bienenzucht, sowie der Jagd und Der Reichstanzler hat daher auf Antrag des Kriegs­früher betontes Bestreben, eine Richtung in der auswärtigen Politit Fischerei ist freigelassen. Ebenso find freigelassen die Klein ernährungsamtes eine Bekanntmachung erlassen, durch die für zu befolgen, die nicht nur zu den Verbündeten, sondern zu allen handelsbetriebe, in denen Lebens- oder Futtermittel nurse arpfen und Schleien an Stelle des Höchstpreises eine Syn­Mächten günstige Beziehungen unterhalte, Denn nur dadurch unmittelbar an die Verbraucher abgesetzt werden. Regelmäßig bizierung gesetzt wird, die eine ausreichende Ueberwachung könnten Reibungen, die zum Kriege führen, aus der Welt geschafft fallen hierunter die Ladengeschäfte; betreibt jedoch der In- des Preises gewährleistet und daneben möglich macht, die werden. Als Ungar und als zivilifierter Mensch wünsche er einen haber eines solchen, z. B. einer Weinhandlung, zugleich Teichfische in diejenigen Gebiete zu bringen, in denen sie zweck­baldigen Frieden. Er sagte sodann: Damit jedoch der furchtbare Großhandel, so bedarf er für den gesamten Geschäfts- mäßig verzehrt werden sollen, nämlich in die großen Konsum­Weltkrieg den erwünschten Erfolg habe, fönnen wir nur einen betrieb der Erlaubnis. Neben diesen beiden wichtigsten Aus- zentren. dauernden Frieden wünschen. Im Interesse des nahmen sind noch zwei weitere Ausnahmen zugelassen. Zu diesem Zwecke ist, unter scharfer Reichsaufsicht, die Kriegs. Friedens würde es liegen, wenn sich die Regierung über die reits auf Grund anderer während des Krieges erlassener Vor- gefellschaft für Teichfisch verwertung m. b. H. in Kriegsziele und Friedensbedingungen äußern idriften eine behördliche Erlaubnis zum Handel mit einzelnen Berlin W, Königin- Augustastraße 21, Geschäftsführer Herr Klee, wollte. Im Hinblick auf den Vorwurf, Rumänien Lebens- oder Futtermitteln hat, z. B. für Handel mit Vieh- und gegründet worden. fönnte in seiner Haltung eine Kräftigung aggressiver Ten Saattartoffeln, in einzelnen Bundesstaaten für Honig, Der Absatz von Karpfen und Schleien ist fortan an die Ge­denzen erblicken, erklärte Karolhi: Solange ein Üngar atmet, werden Obst und Eier, braucht hierfür feine weitere Erlaubnis, so- nehmigung dieser Gesellschaft gebunden. Von der Genehmigungs­wir unentwegt für die Integrität Ungarns und weit er in den Grenzen der Erlaubnis Handel treibt. Ist diese je pflicht sind lediglich diejenigen Karpfen und Schleien ausgenommen, für die Verteidigung Siebenbürgens tämpfen. doch örtlich beschränkt, und will er seinen Handel darüber hinaus die aus inländischen Wildgewässern oder aus inländischen Teichwirts Abgeordneter Graf Albert Apponyi sagte, er und seine ausdehnen, so muß er die Erlaubnis einholen; 3. B. bedarf schaften unter 3 Heftar stammen. Die Gesellschaft wird den Absaz Gesinnungsgenossen bekennten sich zu demselben Pro- der in Württemberg zugelassene Eierhändler zum Eierhandel in der Karpfen und Schleien mit Hilfe von Kommunen und Handel gramm wie starolyi. Auch er wünsche einen dauernden Preußen der Erlaubnis nach der Verordnung vom 24. Juni. End- vornehmen. Sie wird unter Aufsicht eines durch den Reichskanzler Frieden, welcher gegenwärtig nur mit Machtmitteln gesichert lich bedürfen der Erlaubnis nicht solche Personen, denen amtlich die zu ernennenden Bevollmächtigten für die Regelung des Absatzes und werden könne. Die beste Bürgschaft dafür sehe er in der Festi- Beschaffung und Verteilung übertragen ist; gedacht ist dabei an die für eine angemessene Preisbildung Sorge tragen. gung des gegenwärtigen Bündnisses.( Stürmischer Striegsstellen und Gesellschaften. Beifall rechts und links.)

zu richten.

Wer be

Reichs- Gerstengesellschaft.

Für die Erteilung und Entziehung der Erlaubnis sowie die Ministerpräsident Graf Tisza erklärte, er wolle Untersagung des Handels sind von den Verwaltungen der Einzel­nur fonstatieren, daß befanntlich ein sehr lärmender Teil der rumäni- staaten besondere Stellen errichtet worden, bei deren Entscheidungen Am 3. August 1916 ist unter Beteiligung des Reiches, der schen Presse seit Ausbruch des Krieges alles Mögliche tue, um auch Vertreter des Handels mitwirken. In Preußen find in den Bundesstaaten, der Preußischen Landes- Futtermittelgesellschaft sowie Rumänien in den Krieg mit Desterreich- Ungarn hineinzubezen. Stadtfreisen die Drtspolizeibehörden, im übrigen die Landratsämter der Gerste verarbeitenden Industrien und des Handels die Reichs. Diese Presse stelle die Gründung der Fraktion Karolyi fo bar, als zuständig. Für den Landespolizeibezirk Berlin ist eine besondere Gerstengesellschaft m. b. H. mit der Aufgabe der Bewirt­ob Starolyi Frieden um jeden Preis und einen Sonderfrieden mit Stelle bei dem Königlichen Polizeipräsidium in Berlin gebildet. An schaftung der Gerste innerhalb des Reichsgebietes gegründet worden. Rußland erstrebe. Starolyi sei dieser Auffassung mit Recht ent- die genannten Stellen sind alle Anträge sowie auch etwaige Anfragen In der Gesellschaftsversammlung sind die bisherigen Leiter der in gegengetreten. Liquidation befindlichen Gersten- Verwertungs- Gesellschaft m. b. H., Graf Tisza fagte weiter: Wir alle wissen sehr gut, daß ihm Gegen die Entscheidung der Zulassungsstelle steht dem Antrag die Direktoren Waldemar Sperling, Carl Weingart, Starl Scheuer, solche Absichten fernliegen, und daß er auch nicht in der Lage wäre, fteller die Beschwerde zu, über die in Preußen der Regierungs - Wilhelm Beigel und Georg Lindner zu Geschäftsführern( Direktoren) folche Absichten, falls er sie hätte, zu verwirklichen. Es ist aber präsident und im Landespolizeibezirk Berlin der Oberpräsident der der Reichs- Gerstengesellschaft m. b. H. bestellt worden. Zur Wahrs Tatsache, daß diese lächerliche Verleumdung einen gewiffen Eindruck Provinz Brandenburg entscheidet. Die Beschwerde hat aber feine nehmung der staatlichen Interessen bei der Geschäftsführung ist der in der rumänischen öffentlichen Meinung und bei der Entente ge- aufschiebende Wirkung. Für den Fall der Veriagung hat der Kom- Landrat Dr. Hagedorn im Preußischen Ministerium des Innern zum munalverband etwaige Vorräte an Lebens- und Futtermitteln zu Geschäftsführer und gleichzeitig Vorsitzenden des Vorstandes der übernehmen und auf Rechnung des Antragstellers zu verwerten. Reichs- Gerstengesellschaft m. b. H. vom Präsidenten des Kriegs­ernährungsamtes bestellt worden.

macht hat.

tät gerichtet.

Das tägliche Brot.

Die hohen Kartoffelpreise.

Stürmische Versammlung in Hamburg . Hamburg , 9. August. ( W. T. B.) Vor etwa dreitausend Zuhörern gab Dr. August Müller, Vorstandsmitglied des Kriegsernährungsamts, Berlin , am Mittwochabend im großen Saal des Sagebielschen Gasthauses eine Darlegung der

Der Ministerpräsident schloß sich nachdrücklich den Ausführungen Karolhis an, daß solange ein Ungarn lebe, die ungarische Nation jedem Angriff gegen ihre Integrität bis zum äußersten entgegentreten werde( Stürmischer Beifall), und fuhr fort: Ich spreche hier nicht von Rumänien . Denn dort stehen wir ja heute einer feindlichen Strömung unverantwort licher Faktoren gegenüber. Ich spreche von unseren Fein den. Ich spreche davon, daß wir diesen Krieg, der gegen Die sozialdemokratischen Mitglieder des parlamentarischen Er­uns geführt wird, und den nicht wir entfeffelt haben, weiter nährungsbeirates, die Genossen Bauer, Ebert, Molkenbuhr führen müssen, tenn wir unsere Integrität verteidigen und Robert Schmidt haben dieser Tage beim Kriegsernährungs wollen, denn dieser Krieg ist gegen unsere Integriamt die fofortige Herabietung des Kartoffelpreises riegsernährungsschwierigkeiten, ihrer wirtschaftlichen Ur­sachen und der vom Kriegsernährungsamt eingeleiteten Maß­( Zustimmung.) Es wird ja auch heute noch beantragt. Der Antrag ist wie folgt begründet worden: ganz offen verkündet, daß man es auf die Zerstückelung der Mon- Wiederholt haben wir im Beirat für Ernährungsfragen die nahmen, um das Problem der Volfsernährung während der archie und besonders des ungarischen Staates abgesehen hat. Ganz Kartoffelpreisfestsetzungen bemängelt. Jetzt zeigt sich, daß eine Kriegszeit zu lösen. Die Versammlung nahm bereits während offen wird verkündet, daß man sich in die blutigen Fezzen unseres schleunige Aenderung der Preise geboten ist, wenn man nicht in des Vortrags durch andauernde Zwischenrufe und diesen ent­Leibes teilen will.( Zustimmung.) Solange wir einer folchen ungeheuren Mengen Kartoffeln dem Verderben überliefern will. gegentretende Beifallskundgebungen einen sehr bewegten Lage gegenüberstehen, soll in diesem Hause nicht von Frieden, Aus vielen Gegenden wird geklagt, daß jetzt schon erhebliche Mengen erlauf, der sich zum Schluß des Berichtes zu einem lange sondern vom Siege gesprochen werden( anhaltender, stürmischer verdorben sind. Jeder Landmann will möglichst viel Kartoffeln Beifall); denn nur der Sieg wird der ungarischen Nation ihren zu dem jetzt geltenden Preise verkaufen und bringt nun Mengen anhaltendem ärm steigerte, und während der Ansprache Ein des dritten Redners so ausartete, daß der Vorsitzende die Ver­tünftigen Frieden, ihre fünftige Ruhe und ihre fünftige Sicherheit an den Markt, wofür wirklich kein Abiaz zu finden ist. berbürgen. Nur er wird ihr den rechtschaffenen Frieden in Ehren typisches Beispiel möge das beweisen. Zu den Streisen, die an jammlung schließen mußte, ohne daß die vorgemerkten geben, für den diese ungarische Nation mit übermenschlicher Helden Berlin- Schöneberg liefern, gehört der Kreis Prenzlau. Dieser Streis weiteren zehn Redner zu Worte kamen. mütigfeit wie ein Mann fämpfen wird, solange als unsere Feinde lieferte durchschnittlich pro Tag 700 gentner. Mitte Juli erhöhte er, uns zu diesem Kampfe zwingen.( Zustimmung.) ohne daß es gewünscht war, sein Quantum. Da bei den hohen Preisen der Abiaz hinter dem sonstigen Durchschnittsverbrauch zurückblieb, wurde der Landrat verständigt, die Lieferung etwas herabzusetzen. Als dann in den nächsten Tagen mehr statt weniger tamen, wurde am 23. Juli telegraphiert, nun für zwei Tage gar feine Kartoffeln zu liefern. Statt dessen brachte der Kreis für Berlin­Schöneberg zur Verladung

Jedermann weiß, daß nicht wir diesen Krieg begonnen haben. Alle Welt weiß, daß wir auch in den Tagen der Kriegserklärung noch und auch seither im Laufe des Krieges jederzeit zu ehr lichem Frieden bereit waren.( Beifall.) Allein die Aufgabe des gegenwärtigen Augenblicks, und hierin glaube ich, tann es feinen Meinungsunterschied in diesem Hause geben, wie es auch teinen draußen im Lande gibt, die Aufgabe und Pflicht des gegen­wärtigen Augenblicks ist, mit Anspannung aller unserer Kräfte den mannhaften Sampf bis zum endgültigen Siege fortzusehen.( Langanhaltender lebhafter Beifall.)

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Berichtigung. Das Debut des In unserem gestrigen Leitartikel Nationalausschusses" ist irrtümlich gesagt, daß die Parole Georg Bernhards Land oder Geld!" den Beifall der Kriegs­Zeitung" gefunden habe. Es muß an dieser Stelle heißen: der Kreuz geitung".

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Der Erlaubniszwang für den Handel mit Lebens- und Futtermitteln.

Der Nachrichtendienst für das Ernährungswesen schreibt: Am 1. August dieses Jahres ist der Erlaubniszwang für den Handel mit Lebens- und Futtermitteln auf Grund der Verordnung bom 24. Juni 1916 in Wirksamkeit getreten, die als eine der ersten und einschneidendsten Maßnahmen auf dem Gebiete des Lebens­mittelhandels aus der Tätigkeit des Kriegsernährungsamts herbor gegangen ist. Danach ist der Handel mit Lebens- und Futtermitteln

am 24. Juli

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1640 Zentner 835 2492 1878

also statt der sonstigen Durchschnittslieferung von 2800 Zentner in 4 Tagen jetzt 6850 Bentner. Da die Kartoffeln nicht sorgfältig aus gesucht und offenbar schon beim Verladen kranke Startoffel darunter gelassen wurden, macht das weitere Verderben rasche Fortschritte. Wird nicht schleunigst eingegriffen und folgen die Preise in ihrer Bewegung nicht den Friedenspreisen, dann ist Gefahr vorhanden, daß große Mengen Kartoffeln verderben und wir im Laufe des Winters in eine direkte Hungersnot geraten Wie wenig man sich an die Preisbewegungen der Friedenspreise angeschlossen hat, möge folgende Uebersicht zeigen. Auf dem Markt am Winterfeldplay waren die Kleinhandelspreise wie folgt: Tag des höchsten Preises Preis für 1 kg Klein­

Preis für 1 kg am 5. resp. 6. VI. 7-10 Pf.

1908 1909

16. Juli

10.

handelspreis 10-14 Pf. 10-15

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1910 1911 17. 1912

18.

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8-12 13-16

7-9 5-7

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17

13-15

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22.

12-14

9-11

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1913

9.

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10-13

20

Stadtverordnetenversammlung.

17. Sigung vom Donnerstag, den 10. August 1916, nachmittags 5 Uhr.

Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung nach Uhr mit einem ehrenden Nachruf für den Anfang August in Schreiberhau verstorbenen Stadtv. Salinger( Linke). Die Versammlung ehrt das Andenken des Dahingeschiedenen durch Erheben von den Sißen. Die Wahl zweier Ausschüsse von je 15 Mitgliedern für die Vor­lagen betr. 1. den Neubau von Gemeindedoppelschulen an der Christiania - und an der Grellstraße, 2. die Schaffung einer neuen Stadtratsstelle wird vollzogen. Der Ausschuß zu 2 wird noch heute nach der öffentlichen Sißung zur Beratung zusammentreten und der Versammlung Bericht erstatten.

Der Magistrat schlägt der Versammlung die Uebernahme der Kaun- Eupelschen Privatmittelschule am Grünen Weg 16 in städtische Verwaltung vor. Es soll damit der Versuch gemacht werden, von Stadt wegen auch Mittelschulen ein­zurichten. Die Uebernahme soll am 1. Oktober d. J. erfolgen.

Stadtv. Caffel( Linke): Eine gründliche prinzipielle Erörterung der Fragen, die die Vorlage anregt, wird in dieser Hochsommerzeit kaum möglich sein. Die Vorlage ist aber tatsächlich sehr dringlich; soll die Schule nicht eingehen, so muß die Stadt sie übernehmen, denn sie ist für den Osten ein Bedürfnis. Zu den programmatischen Ausführungen des Magistrats bei dieser Gelegenheit von unserem Standpunkt aus hier Stellung zu nehmen, ist aber nicht leicht. Unter feinen Umständen darf das Aufblühen der Volksschule für unsere Mädchen beeinträchtigt werden. Den Gemeindeschulen darf das gute Schülermaterial auch nicht vorzeitig entzogen werden. Weiter spielt