Nr. 234. 33. Jahrg.
Bezirks- Beilage des„ Vorwärts" für Süden- Westen.
Aus Groß- Berlin.
Werders Obstversand.
26. August 1916.
halte man vor allen Dingen jede offene Flamme fern, sorge durch abends an der Kasse verkauft. Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. Deffnen der Fenster für reichlichen Luftwechsel und gehe erst dann an Kasseneröffnung 7 Uhr.
es sich, den Haupthahn an der Gasuhr zu schließen und die Untersuchung
Aus den Gemeinden.
Sozialdemokratisches Schuldeputationsmitglied
die Untersuchung der Gasleitung. In der Dunkelheit, wenn die Ursache der Gasausströmung nicht sofort gefunden werden kann, empfiehlt ein Hotelbefizer in einem Fahrstuhle eingesperrt worden war. Es Die Feuerwehr wurde nach der Dorotheenstr. 29 gerufen, wo Ueber den Umfang des diesjährigen Obstversandes nach auf den kommenden Tag zu verschieben. Im Zweifelfalle über die gelang den„ Gefangenen" zu befreien. Berlin geben die Versandziffern der Werderschen Obstzüchter- Ursache von Gasausströmungen empfiehlt es sich stets, sofort die Genossenschaft, die ausnahmslos nach Berlin liefert, einen Gaswerke eventuell in ganz dringenden Fällen auch die Feuerwehr Anhalt. Im ersten Fahrtmonat betrug die Lieferung nach zu benachrichtigen. Die zuständigen Revierinspektionen der GasBerlin 883 184 Pfund, im zweiten 1 199 457 und im dritten werke sind im Sommer von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends, im ( erst zur Hälfte erreicht) 472 271 Pfund. Die Gesamtlieferung Winter von 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends erreichbar ,. für die der Obstzüchter- Genossenschaft beläuft sich bisher auf 2 554 922 Nachtſtunden ist in Charlottenburg auf dem Gaswert I( Fernsprecher Pfund. Diese Zahl verrät die wirtschaftliche Bedeutung Wache vorhanden. Wilhelm 78 und 5641) eine eigens für diesen Zweck eingerichtete Leichte Gasausströmungen durch undichte Als Mitglied der Schuldeputation wurde Genoffe Otto. des Werderschen Obstbaues, der durch sie noch nicht voll er- Leitungen, berlöschte Zündflammen usw. werden nur in Schmidt bestätigt, der vor einiger Zeit von der Pankower Gefaßt ist, da die Bahnversender nicht inbegriffen sind. Außer- besonders ungünstigen Fällen zu Vergiftungen oder gar meindevertretung einstimmig gewählt worden war. dem zählen zum Werderschen Obstbaugebiet im weiteren Sinne Explosionen führen, meil die natürliche Ventilation in die Obstanlagen der Umgebung, deren Besitzer eine besondere Räumen die Ansammlung genügend großer Gasmengen erschwert Bezugsscheinformulare für den Einkauf von Web-, Verfrachtung eingerichtet haben. und weil lange bevor die Ausströmung gefährlich wird, sich der GasWirks und Strickwaren. geruch bemerkbar macht. Sonst würden die im Verhältnis zu der Entgegen der vielfach vorhandenen Auffaffung, wonach beim EinDer Bezug von Sahne in Krankheitsfällen ist nicht mehr wie ungeheuren Verbreitung des Gases sehr seltenen Unfälle zweifel- kauf von Web-, Wirk- und Strickwaren für Berlin und die Nachbarfrüher bei der Polizei zu beantragen, sondern ebenso wie die übrigen los viel häufiger vorkommen. Trotzdem sollte sich grundsäßlich gemeinden ausschließlich die Bezugsscheine B gelten, macht uns die Sonderbewilligungen für Kranke auf Grund eines ärztlichen Attestes niemand durch die Seltenheit solcher Vorkommnisse zu einer Un- Gemeinde Stegliz darauf aufmerksam, daß für ihren Bezirk der nach dem üblichen Vordrucke beim Magistrat, Zentralstelle für vorsichtigkeit verleiten lassen, die, wie der Vorfall in der Wall- Bezugsschein A, wie überhaupt im Streise Teltow, eingeführt sei. Krankenernährung, Fischerstraße 39/42( Medizinalamt). Die Bestraße, die furchtbarsten Folgen haben kann. Es wäre sehr Ferner weist sie bei dieser Gelegenheit darauf hin, daß der Bewilligungen können nur in dringenden Fällen geschehen. wünschenswert, wenn solche für das tägliche Leben wichtigen Verzugsschein in ganz Groß- Berlin stets auf den Namen( Vor- und Zu Es empfiehlt sich, für die Anträge den schriftlichen Weg zu haltungsmaßregeln bereits den Kindern in der Schule fest eingeprägt namen) des Familienhauptes ausgefüllt werden muß, auch wenn der gewünschte Gegenstand für ein anderes Mitglied der Familie be Tod im Straßenbahnwagen. In einem Straßenbahnwagen ist stimmt ist. Im Haushalt befindliche, aber nicht zur Familie geam Donnerstag der Bureaudiätar Erich Milenz aus der Kleinen hörende Personen, haben einen Schein auf ihren eigenen Namen Hamburger Straße vom Tode ereilt worden. M. hatte gegen vorzulegen, ebenso erwachsene Familienangehörige, die ihren Lebens12 Uhr mittags einen Wagen der Linie M benutzt und wurde am unterhalt selbst bestreiten. Für jede Warengattung ist ein besonderer Großen Stern plötzlich ohnmächtig und verstarb, ehe ein Arzt hinzu- Bezugsschein auszufüllen, auch ist genau anzugeben, für wen die gerufen werden konnte. Die Leiche wurde nach dem Krankenhause Beschaffung erfolgen soll, bei Kindern muß außerdem das Alter Endlich ist ein Ausweis vorzulegen, aus dem Bestend gebracht, wo festgestellt wurde, daß Milenz einem Herz- angegeben werden. schlage erlegen ist. hervorgeht, daß die Antragstellerin in dem betreffenden Bezirk wohnt.
wählen.
Wer braucht sich zur Nachmusterung nicht zu stellen? Mit Rücksicht auf die jetzt angesetzten Nachmusterungstermine bestehen vielfach irrige Meinungen darüber, wer zu erscheinen hat und wer sich nicht zu stellen braucht. Um die falschen Ansichten zu zerstreuen, sei auf Grund amtlicher Auslassungen darauf hingewiesen, daß sich zur Nachmusterung nicht zu stellen brauchen:
a) die gedienten Leute;
b) die ungedienten Landsturmpflichtigen 2. Aufgebotes der Jahrgänge 1875-69, die sich im Besize des gelben Ausmusterungsscheines befinden; c) die vor dem 4. Dezember 1869 geborenen ungedienten Landsturmpflichtigen; d) die ungedienten Landsturmpflichtigen aller Jahrgänge, die bereits zweimal die Entscheidung„ D. U." erhalten e) die ungedienten Landsturmpflichtigen und Militärpflichtigen, die bereits eine endgültige Entscheidung über ihr Militärverhältnis befizen, wie beispielsweise als Infanterie t. v. oder g. v., Trainfahrer, 2. o. W. A. 2. o. W. Schreiber, 2. o. W. Ingenieur. 2. o. W. Eisenbahnarbeiter, Dekonomiehandwerker, D. g. v. Bureau und ähnliches.
haben;
Als militärpflichtig sind alle diejenigen jungen Leute zu verstehen, die meist im Anfange der 20er Jahre stehen und auch im Frieden regelmäßig in den Frühjahrs- und Sommermonaten gemustert wurden.
Lohnender Verdienst.
In der Morgenpost" ist folgendes Inserat zu lefen: Kriegsbeschädigter Unteroffizier,
im Bureaudienst erfahren, sofort gesucht. Monatsgehalt etta 100,-Mart. Vorstellung 9-11 Uhr.
Invalidendant, Unter den Linden 24. Erfahrungen im Bureaudienst soll der Striegsbeschädigte mit bringen, Unteroffizier soll er auch noch sein, erst dann ist er würdig, das fürstliche Gehalt von monatlich 100 Mart in diesen teuren Zeiten zu beziehen. Wird der so entlohnte Kriegsbeschädigte nicht zu üppig
werden?
Zwei tödliche Straßenunfälle ereigneten fich Donnerstag nach mittag im Westen und im Süden der Stadt. In der Kulmstraße vor dem Hause Nr. 13 geriet der drei Jahre alte Sohn Wilhelm des Maurers Bachmann aus dem Hause Nr. 9, an der Ecke der Wiener und Grünauer Straße die 66 Jahre alte Metallarbeiterfrau Anna Bugge aus der Warschauer Straße 49 beim Ueberschreiten des Dammes unter einen Geschäftswagen. Beide wurden überfahren und so schwer verlegt, daß sie auf der Stelle verschieden. Die Leichen wurden beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht.
Ein mutmaßlicher Kindesmord wird aus dem Osten der Stadt gemeldet. Leute, die auf einem Laubengelände an der Hohenlohestraße beschäftigt waren, fahen, wie eine Frau im Vorübergehen ein Batet über den Zaun warf. Halb im Scherz riefen sie ihr nach: Junge Frau, Sie haben etwas verloren. Die Frau fümmerte sich aber darum nicht und ging weiter. Jetzt wurden die Leute neugierig, holten das Paket, öffneten es und fanden darin die Leiche eines neugeborenen Kindes. Die Frau war unterdessen spurlos verschwunden. Das Paket wurde der Revierpolizei übergeben.
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Zu der Explosionstatastrophe in der Wallstraße in Charlotten burg erfahren wir, daß sich der Zustand der noch im Krankenhause Westend untergebrachten Verunglückten nicht geändert hat. Wenn auch das Befinden der beiden Kinder Wichert nach wie vor sehr bedenklich ist, so besteht doch jetzt Hoffnung, fie am Leben erhalten zu können. Ueber die Ursache des furchtbaren Unglüds laufen übrigens in Charlottenburg ganz unsinnige Gerüchte um. verbreitet worden, die Katastrophe sei nicht durch eine Gasexplosion, sondern durch eine Fliegerbombe, die ein feindlicher Flieger abgeworfen habe, verursacht worden. Andere wieder behaupten, daß die Explosion eines sogenannten Blindgängers, den ein Urlauber mit gebracht habe, Schuld an dem Unglück sei. Demgegenüber kann nur darauf hingewiesen werden, daß alle diese Gerüchte falsch find. Die Katastrophe ist, wie einwandfrei amtlich festgestellt worden ist, lediglich auf eine Gaserplosion zurückzuführen.
bon Charlottenburg:
würden.
Die Zentrale für private Fürsorge schreibt uns: „ Einige Blätter bringen eine Notiz unter der Ueberschrift„ Die Gasexplosion in Charlottenburg ", in der der Hilfsbund „ Mein Margaretenstr. 8, bittet, ihm Geldmittel oder Naturalien für die Berunglückten zur Verfügung zu stellen. Der Verein gehört zu den neuen Kriegsgründungen, die ohne Bedürfnis sich zu irgendeinem 3wed gebildet haben und garnicht berechtigt find, Mittel allein gegen 1 Millionen Mart. Stelle, die in der Lage ist, hier ausreichend eingreifen zu können, für Wohlfahrtspflege zu zu sammeln. Die einzig zuständige ist die Bereinigung der Wohltätigteitsbestre. bungen E. V., Charlottenburg , Berliner Str. 137. Im Interesse der Voltsernährung scheint es direkt gefährlich, eine wahllose Anhäufung von Lebensmitteln einer Stelle zuzuführen, die gar nicht in der Lage ist, diese verständig zu verteilen."
Zwei Jahre Kriegskosten für Charlottenburg . Deutschland ", Verein für freiwillige vaterländische Arbeit, Berlin W, bis Ende Juli d. J. gegen 21 Millionen Mart für Kriegerfamilien Die Charlottenburger Stadtverwaltung hat seit Kriegsbeginn beren Familien ausgegeben, das bedeutet für den Monat Juli d. J. und über eine halbe Million Mart für Nichtkriegsteilnehmer und
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Neue Lebensmittelkarten in Steglitz .
Den wiederholten Anträgen der sozialdemokratischen Gemeindevertreter entsprechend werden vom 1. September ab neue Lebensmittelfarten eingeführt. Die bisherigen Ausweistarten" waren als Kontrollmittel völlig zwecklos, so daß immer nur ein Teil der Bevölkerung die von der Gemeinde beschafften
Lebensmittel erhielt. Die neuen Karten haben, wie beim
Die Verfügung des Charlottenburger Polizeipräsidenten gegen die Fleischbezug, die Kundenliste zur Grundlage und werden durch Abtrennen bestimmter Abschnitte entwertet. Auch der EierNachtlokale gelangte in der letzten Sigung des Vereins der Kaffee- verkauf findet nur noch nach diesen Karten statt, so daß hausbesizer Groß- Berlins und der Provinz Brandenburg zur Er- auch hier eine gerechtere Verteilung ermöglicht wird. Die be örterung. Es wurde mitgeteilt, daß sofort nach Erlaß der Anord- teiligten Geschäftsleute find verpflichtet, durch Aushang ihre Kunden nung auf Veranlassung des Vereinsvorstandes durch die Bezirks in bestimmter Reihenfolge zum Kauf aufzurufen, wie dies jetzt schon vorsitzenden eine Revision der Lokale vorgenommen worden sei, bei durch die Schlächter geschieht. Die Kundenlisten liegen am 29. der jedoch überall der Betrieb als einwandfrei befunden worden wäre. und 30. August in den durch Platate gekennzeichneten Geschäften Einzelne Ausnahmen seien festgestellt worden, doch handelte es sich hierbei um Lokale, die eigentlich als außerhalb des Gewerbes stehend lebhaft beklagten Unzuträglichkeiten beseitigt. Hoffentlich werden durch die Neuregelung die bisher immer anzusehen seien. Uebereinstimmend war man der Ansicht, daß die genaue Befolgung der polizeilichen Verordnung gar nicht durchführbar sei. Die Versammlung war auch der Ansicht, daß der Erlaß des Charlottenburger Polizeipräsidenten nicht rechtskräftig set, weil er nicht im Rahmen einer gesetzlichen Verfügung gehalten sei und auch keine Strafandrohung für eine Uebertretung enthalte.
aus.-
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Nach Eröffnung der Sigung ehrten die Gemeindeverordneten zunächst das Andenken des verstorbenen Schöffen und ehemaligen Neuendorfer Gemeindevorstehers Obst. Nach Mitteilung des den Borsiz führenden Syndikus Rosenthal hat die Eisenbahndirektion Ein großes Schadenfeuer wütete in Neubrüd bei Hennigsdorf den an sie gerichteten Wunsch auf Wiedereinlegung des früher auf dem Grundstück der dortigen Pianofabrik. Auf bisher noch nicht 11 Uhr 50 Minuten von Potsdam nach Berlin abgelassenen aufgeflärte Weise brach im Fabrikgebäude Feuer aus, das mit Zuges aus technischen Gründen abschlägig beschieden. rajender Schnelligkeit um sich griff, da die Flammen an den großen Ferner hat sich der Syndikus wegen Wiedereröffnung des Holzvorräten reiche Nahrung fanden. Im Nu griff der Brand auf östlichen Bahnhofszuganges mit dem Minister der öffent die in der Nähe befindlichen Stallungen und Lagerschuppen über und lichen Arbeiten in Verbindung gesezt und die Eisenbahnbald stand auch das Wohnhaus in hellen Flammen. Die Feuer- direktion um Beantwortung seiner Beschwerde ersucht. Für den wehren der ganzen Umgebung erschienen an der Brandsielle, doch Anschluß weiterer Räume des Rathauses an die elektrische Beleuch vermochten, jie gegenüber dem verherenden Elemente nur wenig tung wurden 1500 M. bewilligt und die Arbeiten dem Unternehmer auszurichten. Sie mußten sich darauf beschränken, die wenigen Sommer zur baldigen Jnangriffnahme übertragen. Da das Ge übrigen Gebäude zu schüßen. Die gesamten Fabrikanlagen, das meindegrundstück in der Kreuzstraße verkauft worden ist, macht Wohnhaus, Schuppen und Lagerräume mit großen Holzvorräten sich Ser Neubau eines Ersazichuppens mit Räumen für wurden ein Raub der Flammen. Der durch das Feuer verursachte die vier Pferde sowie für Futtervorräte und Wagen notwendig. Schaden wird auf mehrere Hunderttausend Mark geschäßt und ist Der dafür in Vorschlag gebrachte Plag auf der Südseite der nur zum Teil durch Versicherung gedeckt. Maschinenraum ausgekommen zu sein. Das Feuer scheint im Gemeindegärtnerei, der durch Ertverb von Nebengrundstücken erweiterungsfähig ist, wurde als passend befunden und die Bausumme von etwa 10 000 m. bewilligt. Der Schuppen soll auch dem Arbeitspersonal Unterkunft gewähren und außer einer Kleiderablage auch eine Bade- und Toiletteneinrichtung erhalten. Dem Wunsche des Ratskellerwirtes auf Entbindung von dem Bachtvertrage zum Im Berliner Aquarium ist jetzt in den kleinen Terrarien Nr. 29 1. Oftober d. J. wurde stattgegeben. Die freiwerdenden Räume bis 35 des zweiten Stockwertes zahlreiches junges Seriech- sollen ohne irgendwelche Veränderung für Kriegsfürsorgezwecke Vertierbolt ausgestellt. Von unseren heimischen Schlangen sind da wendung finden. neugeborene Glatte Nattern und frisch dem Ei entschlüpfte Ringelnattern, von den deutschen Eidechsen neugeborene Blindschleichen und frisch ausgekrochene Bauneidechsen zu sehen. Die Nachzucht eines prächtigen südrussischen Würfelnatterpaares ist schon einige Monate alt, winzige dalmatinische Smaragdeidechsen, die noch nicht lange das Ei verlassen haben, fallen besonders dadurch auf, daß sie noch wenig von dem leuchtenden Grün ihrer Eltern zeigen. Fast noch merkwürdiger ist das Aussehen kleiner, hier gezüchteter brasi gezeichneten Schlangenart. Die Jungen weichen in der Färbung so lianischer Goldnattern, einer im Alter prächtig schwarz und gelb erheblich von den Alten ab, daß man sie fast für Ringelnattern halten möchte. Wahrscheinlich werden zu all' diesen Reptilienfindern in den nächsten Tagen noch neugeborene Streuzottern und Bergeidechsen hinzukommen, beides Formen, die wie die Glatte Natter und Blindschleiche nicht Eier legen, sondern lebend gebären.
Der Berliner Radrennfahrer Bruno Demte ist infolge eines Unfalls am Donnerstag plöglich ums Leben gekommen. Demte war auf allen deutschen Rennbahnen eine bekannte Persönlichkeit.
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Soziales.
Der verweigerte Krankenschein.
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Solange das Dienstverhältnis noch besteht, darf der Krankenschein dem Angestellten nicht verweigert werden. In diesem Sinne sprach sich auch die I. Kammer des Berliner Kaufmannsgerichts aus.
Der Reisende einer Instrumentenfabrik hatte sich wegen nerböser Beschwerden krank melden müssen und erhielt auch das erſte= Beit wiederum einen Schein erbat, wurde er ihm diesmal vorentmal auf seinen Wunsch den Krankenschein. Als er sich nach einiger halten. Die Firma war der Ansicht, daß der Angestellte, nur um
Selbstgeschaffene Gefahr.
nicht arbeiten zu müssen, seine Beschwerden übertreibe. In WirfUnbekannte Frauenleiche. In der Nacht zum 22. August d. J. lichkeit war er aber, wie das Zeugnis des Kaffenarztes ergab, stürzte sich eine unbekannte Frauensperson aus dem Fenster des frant und arbeitsunfähig gewefen. Auf Antrag des KläZum Explosionsunglück in Charlottenburg meldet der Magiftrat zweiten Stockwerks eines Privathotels in der Dorotheenstraße, gera berurteilte das Kaufmannsgericht die be= welches sie mit einem unbekannt gebliebenen Manne aufgesucht hatte, Iagte Fabrit zur Zahlung von 197 Mart RestUm bezüglich der schweren Gaserplosion vom 22. August in der auf den Hof hinab und verstarb sofort infolge Schädelbruchs. Die gehalt. Die Beklagte hatte, so heißt es in der Begründung, nicht Wallstr. 95 zu Charlottenburg Legendenbildungen vorzubeugen, sei Berstorbene ist etwa 22-28 Jahre alt, hat hellblondes Haar, die Berechtigung, dem Kläger den zweiten Krankenschein vorzudarauf hingewiesen, daß bereits seit dem 14. Juli d. J. die be- niedrige Stirn, blonde Augenbrauen, hellbraune Augen, vollständige enthalten. treffende Wohnung ohne Gasversorgung war. An diesem Tage Bähne, länglich- spiges Gesicht, schlanke Gestalt und auf beiden Handwurde der Gasmesser durch Angestellte des Gaswerts entfernt und rücken sowie im Gesicht Sommersprossen. Bekleidet war die Leiche die Gaszuleitung in vorschriftsmäßiger Weise durch eine Kappe mit Rüschen besetzt, schwarzen Seidenstrümpfen, schwarzen halben botswidriges Handeln schließt die Annahme eines Betriebsmit schwarzem Taftkleid mit Stuarttragen, Stragen und Rockstoff § 544 der Reichsversicherungsordnung schreibt vor„ berfest verschraubt. Seitdem haben Angestellte des Gaswerks die Wohnung dienstlich nicht mehr betreten. Durch Entfernung Stoffschnürschuhen, schwarzem Strohhut mit schwarzem Band und dieser Kappe, die jetzt fehlt und deren Entfernung übrigens für weißem Hemd. Nachrichten über die Persönlichkeit der Leiche nimmt unfalles nicht aus". Diese Vorschrift ist erforderlich, um der Nichtsachverständige feineswegs ganz leicht ist, ist eine plögliche die Striminalpolizei, 12. Kriminal- Bezirt zu 2371. IV. 55. 16 ent- Gewöhnung der Arbeiter an die Betriebsgefahr und der Hast, starle Gausausströmung erfolgt, so daß sich in ganz furzer Zeit ein gegen, Fernsprecher: Amt Zentrum 1440, Hausanruf Nr. 422, sowie durch die leider oft Unfälle herbeigeführt werden, in etwas explosives Gasluftgemisch bilden mußte, das durch eine offene auch jedes Polizeirevier. Rechnung zu tragen. Das Reichsversicherungsamt hat die Flamme etwa eine Petroleumlampe oder Streichholz Das nächste Konzert des Philharmonischen Orchesters findet am Frage, ob die Vorschrift des§ 544 auf alle im Interesse des zündung gekommen ist. Aus diesem Tatbestand erhellt einwandfrei, Sonnabend, den 26. August, in der Neuen Philharmonie, Stöpenider Betriebes vorgenommenen Handlungen sich beziehen, auch daß die Verwaltung der Gaswerte an dem Zustandekommen des Uns Straße 96/97 statt. Beginn des Konzerts 8 Uhr. wenn dieselben außerhalb der Betriebsstätte stattfinden, falls in feiner Weise beteiligt ist. Die Katastrophe gibt aber Veran- Der Vorverkauf zu den Volkstonzerten findet statt in verneint. lassung, nochmals auf zweckmäßiges Verhalten bei Gasausströmungen der Berliner Gewerkschaftsfommission, Engelufer 15, Zimmer 16, Ein Werkführer Hatte im Auftrage feines Arbeitgebers, eines hinzuweisen. Gasausströmungen machen sich durch den Geruch leicht außer Sonnabends nachmittags, und in den betreffenden Konzert Steinmetzbetriebes, die Arbeiten auf verschiedenen Bautex au fonbemerkbar. Tritt irgendwo in einer Wohnung Gasgeruch auf, so sälen. Die im Vorverkauf nicht untergebrachten Karten werden trollieren. Am 20. Mai 1914 verließ er einen Neubau is des
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zur Ent