Kristiania , 26. Oktober. (SS. T. B.) Die Mannschaft vom PorZ- grunder Dampfer, K a t h i n k a" ist heule mit einem englischen Dampfer hier angekommen.» K a t h i n k a' wurde am letzten Donnerstag 126 Seemeilen von der norwegischen Küste von einem deutschen Ö-Boot in Brand gesteckt. DaS Schiff war mit Gruben- holz beladen. Berlin , 27. Oktober. (W. T. B.) Bon deutschen U-Booten wurden nachstehende feindliche Dampfer versenkt: Englischer Dampfer.Lotusmere'(8911 Tonnens, mit 7009 Tonnen Kohlen nach Archangelsk , am 2. Oktober; russischer Dampfer .Erika"(2139 Tonnen), mit 3699 Tonnen Kohlen von Leilh nach Archangelsk und englischer Dampfer.Brantingham" s2ö17 Tonnen) mit Grubenholz von Archangelks nach England am 1. Oktober.
Cm britischer Minensucher versenkt. London , 26. Oktober. (W. T. B.) Amtlich. Der bri- tische Minensucher„ G e n i st a" ist von einem feindlichen U-Boot torpediert und versenkt worden; alle Offiziere und 73 Mann find umgekommen, zwölf Mann wurden gerettet. »« » London , 27. Oktober. (W. T. B.) Amtlich. Die A d m i r a- Ii tat teilt mit: Letzte Nacht versuchten zehn feindliche Zerstörer einen Ueberfall auf unseren Transportdienst im Kanal. Der Ver- such mißglückte. Ein leeres Transportschiff w-rde ver- senkt, die Besatzung wurde gerettet. Zwei feindliche Zerstörer wurden versenkt, die anderen wurden vertrieben. Man fürchtet daß ein britischer Zerstörer verloren ging. Neun Mann der Besatzung wurden gerettet. Ein anderer Zerstörer wurde torpediert und an Strand gesetzt.
Die norwegischen Schiffsverluste. Kristiania , 26. Oktober. (SS. T. 83.) Meldung des Ritzauschen Bureaus. Der gesamte Kriegsverlust der norwegischen Handelsflotte beträgt bisher 263 134 Brutw-Registertonnen, deren Versicherung?- summe sich auf 192 915 139 Kronen beläuft. 149 Seeleute sind dabei umgekommen. Rotterdam , 26. Oktober. (28. T. 23.)»Nieuwe Rotterdcnnsche Eourant" meldet, daß von deutscher Seite angeordnet worden ist, daß in den Niederlanden an norwegischen Schiffen keine Reparaturen mit aus Deutschland stammen» dem Eisen mehr vorgenommen werden dürfen. Anmerkung vom W. T. B.: Diese Anordnung kommt nur für solch« Schiffe in Frage, die für Deutschlands Feinde beschäftigt sind. Kein deutsches Ultimatum. Kristiania , 27. Oktober. (W. T. B.) Um den umlaufenden Gerüchten von einem deutschen Ultimatum entgegenzutreten, schreibt„Aftenposten" unter der Ueberschrift„Gerüchte", daß die norwegische Regierung erst nächste Woche auf die deutsche Note antworten werde, und daff bis dahin nichts geschehen könne, wenn die Allgemeinheit ihre Ruhe und Besonnenheit bewahre. Norwegen unö Deutschlanö. Während die gesamte bürgerliche Presse Norwegens sich in heftigen Ausdrücken gegenüber dem Protest Deutschlands ergeht, bringt das Zentralorgan unserer norwegischen Bruderpartei „S o c i a l de m o k r a t e n" in der Nummer vom 26. d. M, einen Leitartikel, der die Streitfrage in ruhiger, objektiver Weise erörtert und gegen die heimischen Säbelras seler Front macht. Das Blatt schreibt u. a.(laut einem telegraphischen Bericht der .Franks. Ztg." aus Kristiania ): »Es sieht so aus, als ob die deutschen Tauchboots die wich- rigsten Strecken der norwegischen Küste blockierten. Sie liegen außerhalb der Territorialgrenge und paffen jedem Schiff auf, das sich aus den Territorialgewässern herausbegibt. Es hat also den Anschein, daß der Ta u ch bo o t- E r l a ß der norwegischen Regierung, soweit er das norwegische Seeterri- torium betrifft, die Stellung der norwegischen Schiffahrt außer- halb der Territorialgewässer nicht verbessert hat. Wenn wir so- mit der Mitteilung der Regierung an die Oeffentlichkeit nach den fürchterlichen Berienkungen im Eismeer mit ihren Verlusten an Menschenleben zugestimmt haben, so wäre es doch wohl möglich, daß die F r o m des Tauchbootverbotes glücklicher gewählt sein könnte. Das Blatt bemerkt weiter: im Prinzip sei das Verbot wohl richtig; denn man könne nicht zugeben, daß Deutsch- land das Recht habe, zu sagen, das Verbot jtehe im Widerspruch mit dem Völkerrecht. Aber das kecke Säbelras feln hätte die norwegische Regierung unterlassen können, la sie hätte es unterlassen müssen; denn es hätte nur herausfordernd wirken können, ohne den Respekt vor dem kleinen Norwegen zu vergrößern. Wie die Verhältnisse jetzt lägen, müsse die norme- gische Regierung jedesmal, wenn die norwegischen Interessen un- rechtmäßig verletzt wären, sich begnügen, im?!amen des Rechts und der Moral einen klaren, deutlichen Protest niederzulegen und darauf aufmerksam zu machen, welche Folgen derartige llebergriffe auf die allgemein« Stimmung hätten. Für Norwegen sei das Prinzip. Macht gegen Macht zu setzen, nur lächerlich. Der Umstand, daß Teutschland der norwegischen Regterung einen .nachdrücklichen" Protest überreicht habe, genüge ja zur Beur- ieilung der Situation. .Socialdemokraten" bestreitet sodann die Berechtigung deS Protestes, beruft sich dabei auf die schwedische Presse und fährt fort: Wir können eS uns nicht anders denken, als daß es det norwegischen Regierung glücken wird, der deutschen Regierung begreiflich zu machen, daß das Tauchbootverbot nicht mehr gegen Deutschland als gegen alle anderen Kriegführenden gerichtet ist, und daß es der bestimmte Wille der norwegischen Regierung ist, eine unparteiische Neutralität nach allen Seiten chss ZU bewahren. Die augenblickliche Spannung zwischen den Helden Ländern wird deshalb nicht noch straffer werden können, im chegniteil gehen wir davon aus, daß die nächsten Tage eine gewisse Erleichterung bringen. Auf eines aber muß die norwe- gliche Regierung in diesem Zusammenhang ihre Aufmerksamkeit gerichtet haben, und dos ist die Tätigkeit der Schiffsreeder in dieser Zeit. Wir� haben früher betont, daß die Reeder selbst zum großen Teil schuld an dem rücksichtslosen Krieg gegen unsere Schiffe sind durch den ausgedehnten Bannwarcnverkehr, den sie treiben. Unser Parteiorgan in Drontheim , das diesem Handel aus näherem Umkreis folgen kann, verlangt eine gründ- iche Untersuchung dieser Verbältnisse, damit die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden können. Wir sind darin einig. Sohl können wir die jetzigen Kontrebandelisten der Kriegführcn- en nicht akzeptieren, aber jenen Schiffsreedern, die 23a reu verlachten. die auch vor dem Kriege als unbedingte Kontre- > a n de angesehen wurden, muß klar gemacht werden, daß dieser tustand aufzuhören hat. Der Staat kann sich nicht in 'ie größten und gefährlich st en Schwierigkeiten ahren lassen, nur weil einigeSchifssreeder Gelegenheit bekommen sollen, ungeheure Ver- aögen an der gefährlichsten Kontrebande zu verdienen." Die Stellung unserer norwegischen Genossen zu der fetzigen Streitfrage geht aus den obigen Ausführungen klar hervor. Im Prinzip stimmen sie dem Verbot der norwegischen Regierung zu
und lehnen die deutsche Auffassung ab. In der Praxis jedoch ver- langen sie. daß die Regierung sich mit einem Protest begnügen und jede Herausforderung vermeiden soll, da eine andere Handlung?- weise nur dazu führen könne, Norwegen in den Krieg zu ver- stricken. Aus den Worten des„Socialdemokrat ":»für Norwegen fei das Prinzip, Macht gegen Macht zu setzen, nur lächerlich", geht hervor, daß unsere norwegische Bruderpartei, in Anbetracht der be- sonderen Lage Norwegens zwischen den beiden kämpfenden Mächte- gruppen, das Machtprinzip aus dem Bereich der norwegischen Politik völlig ausgeschaltet wissen möchte. Beachtenswert ist schließlich die scharfe Kampfansage»Socialdemo- kratens" an die K r i e g s s p e k u l a n t e n, vor allem an die Schiffsreeder, die von skrupelloser Gewinnsucht geleitet davor nicht zurückschrecken, das Land in kriegerische Verwickelungen zu stürzen. Die norwegische Sozialdemokratie sieht als Wortführerin der Ar- beiterklasse ihre höchste Aufgabe darin, alles zu tun, um das Land vor den Stürmen des Weltkriegs zu bewahren» Kiagen über öen Mangel an Einheit bei üer Entente. Genf , 26. Oktober. (W.T.B.)»Journal de GönSve" fordert im Leitartikel wiederum eine einheitliche Leitung der gesamten Ententearmeen mit dem Hinweis darauf, welche großen Ersolge die Mittelmächte durch das einheitliche Kom- mando unter Hindenburg erztelt hätten. In dem einen Lager werde kommandiert, in dem anderen überlegt und verhandelt. Die Balkanereignisse hätten von neuem diesen Mangel einer Kommando- einheit der Entente gezeigt. Die Entente sei natürlich nicht durch Rumäniens Kriegseintritt überrascht worden, die Mittel« mächte dagegen feien es gewesen oder hätten wenigstens so getan. Man habe sich also gesagt: wenn der sehr ge- schickte Herr Bratianu sich entscheidet, dann tut er e«. weil Sarrail für die Offensive bereit ist und die Russen eine Armee zur Vernichtung Bulgariens verfügbar haben. Die Ereignisse hätten das Gegenteil bewiesen. In dem einen Lager habe der Kaiser Hindenburg kommen lassen, der einfach den FeldzugZplan angeordnet habe, und dessen Befehle überallhin gingen, und das Resultat kenne man. Auf der anderen Seite sei die Aktion SarrailS in den ersten Anfängen stecken geblieben. Man habe den Eindruck, daß nur die unglücklichen Serben sich wirklich Mühe gäben. Die russische Odcsiaarmee scheine bisher nur ein Mythus zu sein. Die Rumänen könnten FalkenhaynS und Mackensens Armeen nicht siandhalten. ES scheine, daß die Entente von den Ereignissen überrascht worden sei und daß sie herumtaste und einen Weg suche, und daß Rußland nicht die erwarteten Anstrengungen mache. /lsquith über öie Hilfe für Rumänien . London . 26. Oktober. (W. T. B.) Metdung des Reuterschen BurcauS. Unterhaus. A S q uith sagte in Beantwortung einer Anfrage EarsonS über die L a g e in Rumänien : Ich halte cL nicht für möglich oder wünschenswert, im gegenwärtigen Augenblick mehr zu iagen, alS daß die miiilärische Lage Rumäniens die sorg- samsre Aufmerksamkeit der britischen Regierung und aller ihrer Ver- bündeien in Anspruch nimmt. Wir haben seit vielen Wochen jeden möglichen Schritt unternommen und tun ei noch, um unsere tapferen Kameraden in Rumänien bei dem mutigen Kampf, den sie führen, zu unterstützen. Ich hoffe, daß wir uns nicht zu übertriebenem Pessimismus verleiten lassen. In Frankreich , Rußland , Groß« brilannien und Italien wurden und werden noch gcmemsame Maß- regeln ergriffen, bei denen jeder von uns alles, wa» in seiner Macht liegt, tut, um Rumänien in seinem Kampfe um die Unabhängigkeit zu unterstützen., Teuerung in Englanö. Der Bericht, den doS von der englischen Regierung eingesetzte NahiungSmittelpreiSkomitee veröffentlicht hat, stößt im ganzen Lande auf Erstaunen und Unwillen. Er befriedigt nach keiner Richtung hin, nicht einmal die englische Regierung selbst, die vetmutlich er- wartete, daß die Untersuchungen den Nachweis erbringen würden, daß das Kabinett nichts anderes habe tun können, als was es getan habe. Die Mehrheit des Komitees stellt jedoch fest, daß die Re« gierung in ihrer Fürsorge für die Beschaffung von Lebensmitteln für die Zivilbevölkerung nicht so auf dem Posten gewesen sei wie daS Kriegsamt und das Mmiitionkministerium bei ihren Bemühungen für die Versorgung des Heeres mit Nahrungsmitteln und allen anderen notwendigen Waren. Mr. Nunciman, als Präsident des Handelsomies, hat nach jeder Richtung hin versagt. Es ist klar, daß diese Talsache besonders in den minder- bemittelten Kreisen eine sehr gereizte Stimmung hervorrufen mutzte, und wir sehen denn auch, wie sowohl der»New StateSman ", das Blatt der englischen Fabier, als auch.Justice". die Wochenschrift der englischen nationalistischen Sozialisten, in äußerst heftiger Weis« der Regierung Vorwürfe machen, ganz besonders bemerkenswert ist die Schärfe des Tones in der»Justice". Sie legen der Regierung zur Last, daß sie die Hände im Schoß alle! gehen ließ wie es wollte, obwohl sie sah, daß durch die Aktion deS Kriegsamles für die Armee ungeheure Ersparnisse erzielt wurden dadurch, daß genügend Schiffsraum gechartert und die Frachten fest- gesetzt wurden, daß tolossale Ankäufe in den ProduktionSländern ge- tätigt, oft der ganz« ausführbare Ueberschuß angekauft wurde, und schließlich durch die Verteilung der Einfuhr entweder direkt an die Departements oder unter Festlegung von Höchstpreisen au die Großhändler. Diese Umsicht kamen Heer und Märine zugute. Herr Runciman ober weigerte sich, für die Zivilbevölkerung ähnliche Schritte zu unternehmen, und es wird ihm der Vorwurf gemacht, daß er nicht einmal Ankäufe von Fleisch und Welzen ge- macht habe, als die australische und indische Regierung den Export- Handel selbst übernahmen und die wichtigsten Lebensmittel nach Eng» land brachten. Die Folge mußie eine große Preissteigerung sein, besonder? auch, weil die englischen Landwirte sich bei den von den Konsumenten geforderten Preisen für die angeblich viel zu niedrig festgesetzten Preise deS Kriegsamtes für daS Heer schadlos zu halten suchten. Die Vorsa..ägc, die daS Komitee der Regierung für die Zukunft unterbreitet, bewegen sich auf folgender Linie: Eintauf und Im« port von Nahrungsmitteln aus eigene Rechnung, Begrenzung der Gewinne der Händler, Einrichtung kommunaler Verkaufsstelleu durch die lokalen Autoritäten, Verbot des ScvlachtenS von Milch- küben und offizielle Registrierung der von den Landwirten verkauften Milchmengen und ihr Preis, sowie die Ermutigung der Kommunen, selbst die sozialen Einrichiungen mit Milch zu versorgen, so daß vor allem die Kindermilch dem privaten Handel entzogen wird. Werden diese Vorschläge tatkräftig durchgeführt, woran jedoch der „New StateSman " zweifelt, so mögen sie gewisse Erleichterungen bringen, aber eine vollkommene Abhilfe der besiehenden Mißslände können sie nicht sein, schon aus dem Grunde nicht, weil die zwei Jahre tatenlosen Zuschauens nicht mehr ausgeglichen werden können. Ein weitere» Hinschleppen des gegenwärtigen ZustandeS ist aber auch nicht möglich. Unzusriedenheil macht sich überall im Lande bemerkbar. Die Arbeiter verlangen eine ander« Festsetzung der
Löhne; so verhandeln die Eisenbahner mit der Regierung über eine gleitende Lohnskala, die die 699 999 Eisenbahnangestelllcn vor einem Sinken ihres wirklichen Einkommens bewahren soll, wenn die Re- gierung nicht imstande ist, die Preise zu regulieren. Die Berg- arbeiter werden folgen, und wohl oder übel wird die Ltegierung auch die Unterstützungen der Kricgerfamilien erhöben müssen. Dazu kommen noch sechs oder sieben Millionen, die nach dem Munitionsgesey weder streiken nech einen höheren Lohn als den von der Regierung vorgeschriebenen erlangen können. Wenn man bedenkt, daß unter diesen wie das Departementskomitee schreibt »noch erwachsene Frauen sind, die an Negrerungsaufträgen bei voller Arbeitszeit zu Löhnen unter 14 Schilling pro Woche arbeilen, und denen gesetzlich verboten ist, ihre Arbeil zu verlassen", so erhält man einen Begriff davon, daß auch in England die Frage der Lebens- mittelpreise brennend wird, obwohl diese im Durchschnitt bei weirem nicht so stark gestiegen sind, als in Deutschland . Eine Erklärung für die Verschleppung der Preisregulierung, die nur gleichzeitig mit einer starken Verminderung der Frachtkosten stattfinden kann, gibt uns.Justice", die daran erinnert, daß Herr Walter Runciman, der Präsident deS Handelsamtcs, der Hauptvertreter der mächtigen Schiffahrtsintcressen im englischen Kabinett ist. Was wunder, daß er die staatlichen Eingriffe in die Schiffahrt nicht fördert, sondern hintertreibt. Das Handclsamt wird von»Justice" überhaupt der korrupteste Körper im öffentlichen Dienst Englands genannt. In dem Komitee für Nahrungsmittelpreise sitzen auch zwei Arbeitcrvertreter, der nationalistische ClyncS und der inter - nationale Anderson. Beide konnten nickrS ausrichten, sie waren in der absoluten Minderheit, und sie müssen sich nun gefallen lassen, daß man ihnen sagt, daß ihre Kräfte an anderer Stelle wert« volleres hätten leisten können. �lus üer französischen Kammer. Bern , 26. Oktober. (W. T. B.) Die französische Kammer hat gestern den Antrag aus Gewährung einer Prämie von drei Franken von Regrerungs wegen für jeden Doppelzentner der Getreidcernte 1917 beraten. Die Abgeordneten, die diesen Antrag unterstützten, wiesen auf die heurige Mißernte hin. Jobett fand die geplante Maßregel verspätet. Der Ackerbaumrnlstcr erklärte, daß der Antrag von der Regierung gebilligt werde; er wies sodann insbesondere auf die Unzuträglichkeiten in der Beschaffung und Verteilung von Kunstdünger hin. Wie„Temps" zu der Llammersitzung am Mittwoch ausführt, besteht die Gefahr, daß die Ernte von 1917 noch geringer aus- fällt als die heurige, wenn die Saatarbeitcn nicht unterstützt werden. Nachmusterung in Irankreich. Bern , 26. Oktober. (W. T. B.) Die Heereskommission deS französischen Senats hat nach einer Beratung wegen der Mannschaftsbestände beschlossen, zu dieser Frage möglichst bald die Regierung zu hören. Die zurückgestellten und militärfreien Leute der Jahrgänge 1913 bis 1917 haben Befehl bekommen, sich spätestens binnen 19 Tagen zur Nachuntersuchung zu stellen. Abgeordneter F e r o y hat im Namen der parlamentarischen Heereskommission eine Denkschrift zugunsten einer Vorlage übergeben. die JahreStlasse 1918 bereits jetzt auszumustern. das Urteil im bulgaristhen Hochverratsprozeß Sofia , 23. Oktober. (23. T. 23.) Meldung der Bulgarischen Tele- graphen-Agentur. Am 21. Oktober 6 Uhr abends wurde vor dem Kriegsgericht in Sofia im Prozeß Ghenadiew das Urteil verlesen. Danach werden die Angeklagten, der frühere Minister Nikolaus Ghenadiew, Dordan Donow, Iwan Halatschew, Michel Patcw, Staiko Nemsky, Paul Ghenadiew, der Bruder des früheren Ministers, Iwan Angelow, Georg Durtow, Marko Torlakow, Andreas Charenkow, Raiko Daskalow, Gregor Dojadjew, Maiden Komanow und Nedeltscho Gheorgiew für schuldig erklärt und verurteilt wegen Vergehungen gegen das Strafgesetz in zwei Punkten. Diese beziehen sich auf Verschwörung zum Zweck des Hochverrats. Ghenadiew wurde zu 19 Jahren Zwangsarbert und Verlust der staatsbürgerlichen Rechte auf weitere 5 Jahre verurteilt. Alle anderen Angeklagten wurden zu je 8 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, ebenfalls unter Entziehung der Rechte auf die Dauer von 6 Jahren nach Abbüßung der Hauptstrafe. Alle Angeklagten haben die Prozeßkosten gemeinsam zu tragen. Fünf Angeklagte wurden freigesprochen. Die 14 Verurteilten wurden sofort in Hast genom- men, gemäß einem nach der Urteilsfällung erlassenen Beschluß. Außerdem werden zugunsten des Staatsschatzes als Mittel, die zur Ausführung des Verbrechens dienen sollten, alle LandeSerzeug- nisse beschlagnahmt, die vom Gelde der Organisation DeSclosieres angeschafft worden waren. Zudem werden eingezogen alle von der Organisation DeSclosieres gelieferten Summen zum Ankauf von Getreide und anderen Dingen sowie die bei den Angeklagten be- schlagnahmten oder in ihrem Namen bei der bulgarischen Handels- dank hinterlegten Summen. Wilfon für eme vöikerliga zur Erhaltusg ües Friedens. Elncinnati, 26. Oktober. (W. T. B.) Wilson sagte in einer Rede, in der er sich über die Bildung einer Völkerliga zur Erhaltung des Friedens nach diesem Kriege aus- sprach, dies sei der letzte Weltkrieg, den die Vereinigten Staaten vermeiden könnten. Die Nation sollte bereit sein, wenn nötig, sich ihrer physischen Kraft zu bedienen, um zukünftige Kriege verhindern zu helfen. Zuweilen seien unter Verhältnissen, wie den jetzig«,. die Pflichten der Neutralität äußerst schwierig zu erfüllen. Mexiko unü öie amerikanisthea präsiöentschüftsMahien. Washington, 26. Oktober. (W. T. B.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Das Kriegsdepartement teilt mit, eS habe die sichere Nachricht erhalten, daß Gegner der Politik der Regierung gegenüber Mexiko mit Villa uiw anderen Banditen einen Scheinangriff auf die amerikanischen Truppen an der Grenze oder auf eine Grenz- stadt vor Beginn der Präsidentschaftswahlen verabredet haben, um Stimmung gegen die Negierung zu machen. DaS Kriegsdeparte- ment fetzte die amerikanischen Koinmandanten an der Grenze, deren Truppen in 2Zereitschaft gehalten werden, von den Einzelheiten in Kenntnis.
Leiste Nachrichten. Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia , 27. Oktober. (W. T. B.) Amtlicher Heeres- b e r i ch t. Mazedonische Front. Die Lage ist unverändert. Der Tag verlief verhältnismäßig ruhig. Zwischen Prespasee und Doiransee schwaches Geschützfeuer. Am Fuße der Bela- sica Planina Ruhe. An der S t r n m a f r o n t schwaches Ar- tilleriefeuer. An der ä g ä i s ch e n K ü st e beschoß die feind- liche Flotte die Höhen bei Orfano. Rumänische Front: An der Küste des Schwarzen Meeres Ruhe. In der D o b r u d s ch a verfolgen die ver- bündeten Truppen den besiegten Feind. Wir haben die Stadt Harsova besetzt. Längs der Donau Ruhe.