Br. 309. 33. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 9. November 1916.
An unsere Leser!
Wir bitten wiederholt und dringend, uns etwaigen Unregelmäßigkeiten in der Zustellung ,, Vorwärts" ungesäumt benachrichtigen zu wollen.
von
des
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Bei dem umfassenden Geständnis der Angeklagten konnte auf Kleinhandelspreise für frische Seefische bester Qualität einen Teil der Zeugen verzichtet werden. Auch von der Erstattung für Donnerstag, den 9. November 1916. eines Gutachtens des Sachverständigen Dr. Magnus Hirschfeld sah der Gerichtshof ab. Schellfische, flein( bis 34 Pfund) 1,90 M., mittel( von 3/4 bis Auf Befragen des Rechtsanw. Dr. Davidsohn bekundete der Vater der Angeklagten, daß deren Großvater große( von 1½½ Pfund und mehr) 2,50 M.; Sabeljau, flein( bis 1 Bfund) 2,20 m., großmittel( von 1 bis 1½ Pfund) 2,30 M., Selbstmord begangen und die Mutter fchwachfinnig 1, Pfund) 1,90 M., mittel( von 1 bis 4 Pfund) 2,15 M., große gewesen sei. Auch Richard sei geistig schwach, so daß er auch nicht die Gemeindeschule, sondern nur eine Hilfsschule besuchen Schollen, fleine( bis zu 12 Pfund) 1,25 M.( Zufuhr ungenügend.) ( von 4 Pfund und mehr) 2,15 M., ohne Kopf( im Ausschnitt) 2,90 M.;
fonnte. Verlag und Expedition des Vorwärts".
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Jugendliche Raubmörder.
15 Jahre Gefängnis.
Die beiden jugendlichen Raubmörder vom Maybachufer in Neukölln wurden gestern zur Aburteilung der Straffammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Dr. Forstmann vorgeführt.
einen
Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt Drthmann gegen beide Angeklagte die höchstzulässige Strafe: je 15 Jahre Gefängnis. Für Richard Klaus machte Justizrat Stopnit, für Otto Klaus der Rechtsanwalt Dr. Davidsohn einige Gesichtspunkte geltend, die zu einer Herabminderung der Strafe führen könnten. Das Gericht verurteilte nach ganz kurzer Beratung beide Angeklagte zu je 15 Jahren Gefängnis, wobei der Vorsitzende bemerkte, daß nach Ansicht des Gerichts der jüngere Angeklagte, Otto St., die Seele des Unternehmens gewesen ist.
Aus Groß- Berlin.
Unter der Erde.
Vom Sparzwang der Jugendlichen.
Das Oberkommando in den Marken teilt mit, daß eine Reihe von Fällen zu seiner Kenntnis gelangt sind, in denen Arbeitgeber entgegen den Vorschriften der Bekanntmachung vom 18. März 1916 über den Sparzwang für Jugendliche es unterlassen haben, die vorgeschriebenen Sparabzüge von dem sparpflichtigen Lohn zu machen oder aber die Abzüge nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist von fünf Tagen an eine öffentliche Sparkasse eingezahlt haben. In allen diesen Fällen ist die Strafverfolgung eingeleitet. Die Polizeibehörden sind angewiesen, derartige Vergehen nachdrücklichst zu verfolgen.
Laube, in welches, ein hochgeschossener, magerer, blaffer, junger unter die Spreesohle in den Tunnel hinein über Leitern, tamen jedoch.
Die auf Mord lautende Anklage richtet sich gegen den ArbeitsDie Liebestragödie in der Chausseestraße, über die wir schon burschen Richard Klaus, der am Tage nach der Tat das furz berichteten, ist jetzt ganz aufgeflärt. Der Garde- Grenadier 18. Lebensjahr erreichte, und dessen Bruder, den 16 Jahre alten Hoffmann und seine Geliebte Martha Walzer kehrten in dem Hotel Laufburschen Otto Klaus. Beide sind ehemalige Fürsorge icon am Sonntagabend ein und gaben sich für ein Ehepaar aus. aöglinge, die ihren Arbeitgebern in Parez entlaufen waren und fich dann tagelang in Berlin herumgetrieben hatten. Die Arbeiten für die Untergrundbahn schreiten fort, wenn auch Sie trugen auch Trauringe. Es steht jetzt fest, daß Tötung mit Sie haben am 25. September d. J. einer ihrer Familie Bekannten, der langsam. Der Tunnel Unter den Linden dürfte im nächsten Monat Einverständnis des Mädchens und Selbstmord vorliegt. In einem 53 Jahre alten Blumenhändlerin Anna Rudolphi schon in Benutzung genommen werden können. Besonders schwierig Briefe an seine Eltern in Prädikau bei Prägel schrieb der junge Besuch in ihrer Wohnung Maybachufer 2 abgestattet und sie plög- gestalten sich die Arbeiten zur Untertunnelung der Spree an der Mann, daß er wegen unheilbarer Strankheit und widriger Verhält lich überfallen und durch Messerstiche in den Kopf und den Hals Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße geben die Bodenverhältnisse den Mädchen unterschrieb diesen Brief. Nachdem beide alle ihre WertWeidendamm- Brücke und in der weiteren Umgebung. In der nisse mit seiner Geliebten aus dem Leben scheiden wolle. Auch das getötet. Sie haben eine Gitarre, eine Schlagzither, eine ganz kleine Technikern manche schwere Aufgabe zu lösen. Dort befindet sich Geldsumme und eine Markttasche geraubt und haben sich dann zwei nämlich ein 60 Meter langes Moorloch. Anfänglich plante man, sachen versetzt hatten, schritten sie zur Ausführung ihres Planes. Tage lang vor der Polizei verborgen gehalten. Sie hielten sich in der Laubenkolonie„ Wild- Amerika" in einer Laube, in welche sie ein- dieses Moorloch mit einer Brücke aus Nickelstahl zu überbrücken. Sie öffneten alle Gashähne in ihrem Zimmer, nachdem sie die. Dieser Plan Fenster und Thürrigen verstopft und die Tür von innen verschlossen brachen und sich vor Entdeckung gesichert glaubten, auf, bis sie durch Auf dieser Brücke sollte der Tunnel ruhen. mußte schließlich aufgegeben werden. Die Erde, Schlamm und verriegelt und auch noch mit Möbelstücken verstellt hatten. eine Frau bemerkt und durch den Dachdeckermeister Mohr festgenommen wurden. Sie wurden nach dem Neuköllner Polizei- und Moor werden jetzt abgefahren, wozu eine besondere Feld- Hoffmann schoß dann seiner im Bett liegenden Geliebten eine Kugel präsidium gebracht. Dort gaben sie zu, die Mörder der Rudolphi bahn und ein eigener Tunnel bis zur Spree benutzt wird. Durch hinter dem linken Ohr in den Kopf. Hierauf tötete er sich selbst zu sein. Nach ihrem ersten Geständnis war die Rudolphi gerade eine besondere Eisenkonstruktion in Rahmen wird dort die Funda- vor dem Bette durch einen Schuß in die rechte Schläfe. damit beschäftigt, sich ihr Haar zurecht zu machen, als Richard wände die Baugrube gegen den Seitendruck gefestigt ist. Die Mitmentierung gesichert, nachdem mittels mächtiger eiferner Spundsie am Hale packte und auf das Bett stieß. Er rief dann Der Schutz der Brotlarten wird jetzt von Schuhleuten ausgeübt, dem jüngeren Bruder zu, ein Messer zu holen, dieser tat es und Führung des Vorsitzenden den Stand der Arbeiten. Die Fortschritte der Dieffenbachstraße hatten es zwei Einbrecher auf die 29. Kom glieder der städtischen Tiefbaudeputation besichtigten gestern unter die auf die Bureaus der Kommissionen besonders achten sollen. In stieß das Messer mit voller Kraft der Frau in den Nacken. Nach der Tat kauften sie sich Brot, nachdem sie die Gitarre verkauft hatten am Bau des Tunnels unter der Weidendamm- Brücke und die Ar- mission abgesehen, die in dem Gebäude der 163. und 192. Gemeindeund gingen dann nach dem Laubengelände am Nottbuser Damm, beiten für diesen Brückenbau, der bis heute ohne Wassereinbruch ichule untergebracht ist. Im letzten Augenblick merkten sie, daß ein wo sie in der Kolonie Wild- Amerika", die zwischen Fulda - und weit vorgeschritten ist, zeigte Geh. Nat Krause. Dieser Bau erfolgt Schutzmann Wache hielt, sahen von der Durchführung ihres Planes Elbestraße in Neukölln liegt, durch das offenstehende Fenster der in drei von einander getrennten Abschnitten. Der erste Abschnitt ab und ergriffen die Flucht. Der Beamte gab zwei Lärmschüsse liegt auf der Nordseite. fie festgenommen wurden, stiegen. Die Herren letterten bis 16 Meter ab, um Leute draußen aufmerksam zu machen; die Einbrecher ent Richard Menich, ist zweimal wegen Diebstahls, der viel kleinere Dtto drei Gerüste und Treppen. Dort unten sorgen starte Motore und Ein schweres Explosionsunglück, bei dem ein Knabe schwer, ein mal wegen Diebstahls und Unterschlagung vorbestraft. Beide sind, Maschinen für Trockenhaltung. Andere werden dort zum Mischen von Beton benutzt. An der einen Stelle wurden eine anderer leichter verletzt wurde, hat sich am trigen Mittwochmittag weil sie hinter die Schule gingen und stahlen, in die Erziehungs- Menge Eifenteile mit Sauerstoff autogen geschweißt. Arbeiterinnen im Osten der Stadt ereignet. Am Petersburger Plaz spielten mehrere anstalt Lichtenberg gebracht worden. Auf die Frage, ob sie die Tat begangen haben, antwortete dichteten die Mauern mit Teer und Lötlampen gegen Waffer. Feld- Knaben, darunter auch der neunjährige Kurt Krauß aus der Matternbahnen beförderten die Materialien hin und schafften Erde usw. straße 4. Als dieser sich an einem großen Feuerwerkskörper, den er Richard ohne jede Scheu mit, a!" Von der Erziehungsanstalt aus sind sie nach Parez in Stellung heraus, während von oben die dumpf dröhnenden Geräusche der angeblich auf dem Plaze gefunden haben will, zu schaffen machte, gegeben worden, und zwar Richard bei dem Bäckermeister Grünefels agen und des Straßengetriebes deutlich zu vernehmen waren. explodierte der Körper mit großem Knall. Strauß erlitt schwere Verund Otto bei dem Materialwarenhändler Grünefeld. Richard ist der Ueberall stößt man dort auf gewaltige fertig behauene Quadern aus festem Granit, ungeheuere Eisenbetonmauern, Fangdämme und britte, to war der jüngste Sohn unter 7 Geschwistern; der älteste eiserne Spundwände; Maschinen für die Entfernung des GrundSohn steht im Felde. Beide Angeklagte verabredeten sich, aus Parez zu entfliehen. wassers sowie des Sicker- und Regenwassers. Der zweite BauSie trafen sich morgens 5 Uhr. Sie hatten zusammen 1,35 M. im abschnitt, schon angefangen, liegt auf der Südseite und der dritte, Besiz, außerdem hatte Richard seinem Meister zwei Brote und etwas noch nicht begonnene, bildet die Mitte der Spree . Kuchen gestohlen. Ein Brot verkauften sie für 60 Pf. und fuhren dann mit der Bahn nach Berlin , wo sie mit 5 Pf. in der Tasche anfamen. Hier begaben sie sich zunächst zu einer ihnen bekannten Frau Böse, die ihnen zu essen gab, ihnen aber zuredete, sich wieder nach Barez zurückzubegeben. Dasselbe taten ihre Eltern, die sie alsdann aufsuchten. Sie versprachen auch, wieder zurückzugehen, taten es aber nicht, sondern blieben weiter in Berlin und verbrachten zu nächst die Nacht in einem Möbelwagen. Dann nahmen sie Quartier in der Laube, in welcher sie schließlich verhaftet worden sind. Nach ber weiteren Darstellung der beiden Angeklagten haben sie sich durch Nahrungsmitteln versehen. Aepfel genährt und sind dann zu der Rudolphi gegangen, der sie borredeten, daß Otto bei einem Bauern sei und die Möglichkeit babe. Butter zu besorgen. Die anwesende Schwester der Rudolphi, Maria Rudolphi, gab ihnen denn auch 2 M., die sie sehr bald ausgaben. Am 25. September vormittags gegen 11 Uhr famen fie wieder dorthin und erzählten, daß die Butter schon angekommen fei und Maria Rudolphi fie bei ihren Eltern abholen könne. Sie aßen dann mit den beiden Schwestern Mittagbrot und warteten mit der Ausführung der Tat, bis die Maria sich entfernte, um nach ihrer Arbeitsstätte zu gehen. Auf Vorhalt erflärten sie, daß, als sie, von Man bedente, der junge Mann ist am Drte, ist polizeilich anHunger geplagt, das Haus betraten, sie sich schon vorgenommen hatten, Anna Rudolphi zu töten, um Geld zu erhalten; der Gedanke gemeldet, er ist also da und muß doch leben. Aber die Abmeldung soll von dem jüngeren Bruder ausgegangen sein. Angeblich hätten vom legten Wohnort fehlt und so lange die nicht beigebracht ist, fie aber von dem Gedanken wieder Abstand genommen, wenn es gibt es feine Brot-, Butter- und andere Karten. Wer wohl begreift ihnen gelungen wäre, noch einmal auf den Buttertrick Geld zu er- eine solche Bestimmung? Wenn nun nicht die Wirtsleute ihren halten, was ihnen aber nicht gelang. Ueber die Tat selbst befunden Mieter von ihrem färglichen Quantum mit durchschleppen helfen, beide ziemlich übereinstimmend: Die Anna R. machte sich nach dem tönnte der junge Mann tatsächlich von der Luft leben. Muß das so Weggang der Maria dann in der Stube zum Ausgehen fertig, um sein und warum? Vielleicht äußert sich die zuständige Stelle über die versprochene Butter bon den Eltern Klaus' zu holen, und die diese Anordnung. beiden Brüder gingen inzwischen in die Küche. Als sie dann wieder
war.
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Bureaukratie in der Brotkommission.
letzungen an den Armen und am Stopfe, ein zweiter Knabe Schulz erlitt ebenfalls Verlegungen und Brandwunden. Die beiden Verunglückten wurden von Augenzeugen des Unglücks nach der nahen Unfallstation in der Warschauer Straße gebracht, wo sie Notverbände erhielten. Von dort aus mußte Krauß nach dem Krankenhause Friedrichshain gebracht werden, wo er in bedenklichem Zustande daniederliegt. Der andere Knabe konnte nach der elterlichen Wohnung gebracht werden.
Wie bureaukratisch oft die Geschäfte in der Brottommiffion ge- Charlotte se. und Elise M., die aus ordentlichen Familien stammen, Den Nahrungsmittelschwindel betrieben zwei junge Mädchen, führt werden, dafür liefert folgender Fall einen neuen Beleg. Ein aber feine Lust zur Arbeit hatten. Nachdem sie sich in einem kleinen junger Mann kommt von auswärts nach Berlin , um Arbeit zu Gasthof am Schlesischen Bahnhof niedergelassen hatten, ging die K. suchen. Er findet solche auch. Leider aber hat er seine Abmeldung auf Werbung von Kundschaft für Nahrungsmittel aller Art aus. noch nicht mitgebracht. Am Freitag fängt er zu arbeiten an. Die Sie erzählte den Leuten, daß ihre Eltern auf dem Lande gestorben ersten Tage hatte Mutter den jungen Mann noch mit einigen seien und daß sie mit ihrer Schwester die Wirtschaft aufgeben müsse. polizeilich anmelden, tommt aber zu spät und bolt das am Montag Frauen, die auf das billige Angebot eingingen, wies fie nach Am Sonntag will der Zugezogene sich um alle Vorräte, auch an Nahrungsmitteln, Fett, Sped usw. zu verkaufen, feien sie jetzt nach Berlin gekommen. Die nach. Am Dienstag geht der Wirt, bei dem der Arbeiter wohnt, zur bem Hotel, wo ihre Schwester" wohne. Die Schwester, die sich Brotkommission, um für den„ Brotlosen" die ihm zustehenden Karten einfach wie ein Landmädchen gekleidet hatte, empfing die Kundinnen in Empfang zu nehmen. Das war aber nicht so leicht. Der bor - und bestätigte alles, was die Reisende" ihnen erzählt hatte. Die gezeigte polizeiliche Anmeldeschein genüge nicht, es müsse die Ab- unternehmenden Mädchen beschränkten sich dann auch darauf, die meldung vom letzten Wohnort vorgelegt werden, meinte die an- berlangten Anzahlungen einzustecken. Zu liefern hatten sie nichts. wesende Dame, die Bestimmung laute so und davon könne nicht Gestern zog Charlotte. wieder umher und bot Tilsiter Käse aus abgegangen werden. der aufgelösten väterlichen Wirtschaft an. Dabei begegnete ihr das Bekannte schon gewarnt worden war. Diese ließ sie kurzerhand festMißgeschick, an eine Frau zu geraten, die durch eine betrogene nehmen und so kam der ganze Schwindel an den Tag. Die beiden Betrügerinnen wurden von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorgeführt.
Kartoffelmangel im Kreise Teltow.
ein. Die zur Beseitigung der Störung erforderlichen Arbeiten geEine Betriebsstörung im Weißenfeer Elektrizitätswerk trat gestern stalten sich so umfangreich, daß die Wiederaufnahme des Betriebes im bisherigen Umfange taum vor etwa vierzehn Tagen möglich sein dürfte. Das Weißenseer Elektrizitätswert ist übrigens erst bor kurzem von der Gemeinde Weißensee an die von der Provinz Bran denburg begründete Märkische Elektrizitätszentrale verkauft worden, so daß also Weißenfee für den den Abnehmern entstandenen erheblichen Schaden nicht haftet.
der Strecken vom Großen Stern, über Fajanerie- und LichtensteinUmleitung von Straßenbahnlinien. Infolge Außerbetrieblegung allee. Corneliusstraße, Corneliusbrücke, Kurfürstendamm bis Kurfürstenstraße und in der Wichmannstraße werden vom 15. November dieses Jahres ab folgende Linienumleitungen vorgenommen: a) die Linien 4, G, O vom Großen Stern über Hofjägerallee, Friedrich Wilhelm- Straße, Herkulesbrüde, Schillstraße, Kurfürstenstraße, Kurfürstendamm .
b) die Linien P und R vom Süzowplatz ab statt durch die Wichmannstraße ebenfalls durch die Schill- und Kurfürstenstraße, c) die Linie L vom Großen Stern über Hofjägerallee, Fried rich Wilhelm- Straße, Herkulesbrücke, Schillstraße, Nettelbeckstraße, Kleiststraße, Tauenzienstraße, Nürnberger Straße.
in die Stube hineingerufen wurden, stand sie vor dem Bett und machte sich das Haar. Vorf.: Und was geschah nun?- Richard Klaus: Otto sprang auf sie zu, packte sie erst von der Seite Wie sich jetzt herausgestellt hat, ist die Kartoffelernte im Streife und dann an die Kehle. Er ließ sie aber bald wieder los und Teltow bei den vorgenommenen Abschätzungen viel zu hoch angejetzt fam ich und drückte die N. mit dem Kopf auf das Bett. nommen worden, so daß mit einem Mangel an Kartoffeln zu Dann rief ich dem Otto zu, er solle einen Gegenstand nehmen und rechnen ist. Der Landrat des Kreises Teltow v. Achenbach hat aus der N.„ eins geben". Dito nahm nun ein Messer und hat gleich diesem Anlaß einen Aufruf an die Landwirte seines Verwaltungsreingestochen. Vorf.: Wie geschah das? Otto R. Ich traute mich nicht recht, aber Richard rief mir zu:„ Stich zu, sonst sind wir bezirkes erlassen, dem wir folgendes entnehmen;„ Die Kartoffelernte verloren!" Ich habe aber erst zugestochen, als sie schon ziemlich tot des Kreises Teltow ist weniger gut ausgefallen, wie nach den Vori.: Was habt Ihr darauf gemacht?- Richard K.: Wir Schätzungen Anfang Oftober dieses Jahres angenommen werden haben der N. ein Kissen über den Kopf geworfen, damit sie ganz ums fonnte. Der Fehlbedarf des Kreises an Kartoffeln ist deshalb noch Leben täme. Nach der Tat haben die beiden Angeklagten die bedeutend höher, als seinerzeit bei der Anmeldung des Bedarfs bei Wohnung durchlucht nach Geld. Sie stahlen aus dem Gasautomaten der Reichstartoffelstelle im Juli dieses Jahres übersehen werden 1,20 M., aus verschiedenen anderen Behältern noch 1,15 M. Außerdem konnte. Durch Zuweisungen von Kartoffeln aus anderen Kreisen der nahmen sie eine Reihe von Sachen mit, wie Schlafdecken, 3 Brotfarten, eine filberne Taschenuhr. eine Gitarre ſowie zwei Paar Stiefel. Provinz Brandenburg und der Monarchie fann nur in beschränktem Die Gitarre ſowie ein Paar Stiefel verkauften sie und von dem Umfange Abhilfe geschaffen werden. Da ist es in besonderem Maße Gelde lebten fie bis zu ihrer Verhaftung. Zum Schluß ihrer Ver- Pflicht aller Landwirie des Kreifes Teltow, alle irgend entbehrlichen nehmung fragt der Voriipende die Angeklagten, was sie sich Startoffeln abzuliefern. Wir müssen unbedingt die für die Bevölkedenn nun über die Strafe gedacht haben, die sie treffen würde. rung der zum Kreise gehörigen Vororte Berlins notwendigen KarRichard: Ich dachte, daß ich vielleicht 2 Jahre Buchthaus be- toffeln von unserem Teile nach Möglichkeit bereitstellen. Ein jeder täme. Vori.: Und Otto? tto R.: Mein Bruder hatte muß sich willig den Einschränkungen unterwerfen, die durch die mir gesagt, ich bekäme höchstens 12 Jahre Gefängnis. Nechtsanwalt Dr. Davidjohn läßt sich durch den Angeklagten Otto N. Befanntmachung des Herrn Reichskanzlers vom 14. Oftober d. J. bestätigen, daß er viele Sch und romane gelesen habe. Otto be- gegeben sind. Sparsamstes Umgehen mit den Kartoffeln ist notwendig. Der Brand einer Lackiererei beschäftigte in der vergangenen hauptet, daß er dieie Bücher von seinem Bruder Richard erhalten Bur menschlichen Nahrung oder zu Fabrikkartoffeln geeignete Kar Nacht die Berliner Feuerwehr in der Stettiner Str. 43 längere Zeit. habe, der sie seinerseits von seinem Werkmeister bekommen habe. toffeln dürfen feinesfalls verfüttert werden. Mit der Ablieferung Dort brannten besonders Dele und Lacke, Wagen und ein Schuppen, so Neue zeigten die Angeklagten nicht. der von den einzelnen Gemeinden und Gutsbezirken geforderten daß fräftig gelöicht werden mußte. Durch die Explosion einer In der Beweisaufnahme gab Paftor Bier dem älteren Kartoffeln ist es nicht getan. Es müssen alle Wirtschaften mit- Benzinflasche entstand in der Königsberger Str. 36 ein Brand, wo Angeklagten im ganzen fein ungünstiges Zeugnis, während ihm der helfen, der Not zu steuern, und es muß alles, was nicht für den bei ein Arbeiter Drews Brandwunden am rechten Bein und den jüngere unsympathiider war. Beide besuten ziemlich eigenen Bedarf des Besizers, insbesondere für Saatzwecke erforder- Händen erlitt, die ihm von Samaritern der Wehr verbunden wurden. regelmäßig den Jünglingsverein; Otto Klaus, der lich ist, zur Abgabe angeboten werden. Es kann nicht angehen, daß, jede Gelegenheit benußte, um 8igaretten zu rauchen, war geistig In großer Lebensgefahr schwebten am Mittwoch die Kinder der viel reger als der ältere. Auch der Lehrherr des Dito schilderte wie in früheren Jahren, größere Mengen Kartoffeln zwecks späterer Gheleute R. Buschke in der Köllnischenstr. 4. In deren Wohnung im diesen als einen jungen Menschen, der mit dem Munde sehr schnell Auslese der Saat in den Mieten bleiben, sondern es muß die Aus- ersten Stock des Vorderhauses war in Abwesenheit der Eltern Feuer bei der Hand war und bei Belehrungen immer alles besser wissen lese schon jetzt erfolgen, damit die dort vorhandenen Speisekartoffeln ausgekommen, das an den Möbeln schnell Nahrung gefunden hatte. zur Abgabe gelangen können." Hausbewohner, die durch den Qualm aufmerksam geworden waren,
wollte.
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Die Fahrpläne ändern sich bis auf geringfügige Verschiebungen der Abfahrtzeiten von den Endpunkten der Linien G, O und L nicht. plag, Ecke Schillstraße". Die Teilstrecke für Zeitfarten zum Preise An Stelle des Teilstreckenpunktes Corneliusbrücke" tritt„ Lützowvon 7,70 9. auf der Linie L, Händelplatz- Kurfürstendamm, Ecke Kurfürstenstraße, erstreckt sich auf dem neuen Wege bis zum Wittenbergplak.