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Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Beriln".

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernivrecher: Amt Morisplas, Nr. 151 90-151 97.

Mittwoch, den 15. November 1916.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97.

Schwere Kämpfe an der Ancre.

Russisches Weichen im Ghergho- Gebirge. Monastir und Cerna.

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Flugzeugbeute.

Amtlich. Großes Hauptquartier, 14. No­bember 1916.( W. T. B.)

Weftlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Beiderseits der Ancre spielten sich gestern erbitterte Kämpfe ab.

Durch konzentrisches Fener schwerster Kaliber vor­bereitet, erfolgten gegen unsere im Winkel nach Südwesten vorspringenden Stellungen starke englische Angriffe, bei denen es dem Gegner unter beträchtlichen Opfern gelang, uns aus Beaumont- Hamel und St. Pierre- Divion mit den seitlichen Anschlußlinien in eine vorbereitete Riegelstellung zurückzudrängen. Zähe Verteidigung brachte auch uns

erhebliche Verluste.

An anderen Stellen der Angriffsfront von östlich Hebn­terne bis südlich Grandcourt wurden die Engländer, wo fie eingedrungen waren, durch frische Gegenstöße unserer Infanterie hinausgeworfen.

Französische Angriffe im Abschnitt von Sailly- Saillifel scheiterten.

Heeresgruppe Kronpring.

Auf dem östlichen Maas - Ufer war die Artillerie tätigkeit in den Abendstunden lebhaft; Erkundungsvorstöße der Franzosen gegen unsere Hardanmont- Linien wurden abgewiesen.

Deftlicher Kriegsschauplah.

Front des Generalfeldmarschalls Brinz Leopold von Bayern .

Reine besonderen Gefechtshandlungen. Front des Generaloberst Erzherzog Carl Nordöstlich von Jakobeny in den Waldkarpathen wurden russische Abteilungen aus dem Vorgelände unserer Stellungen durch Fener vertrieben.

Vor den Angriffen deutscher und österreichisch- ungarischer Truppen ist im Gyergyo - Gebirge der Russe gegen die Grenze zurückgegangen; auch füdlich des Toelgyes- Paffes machten tros hartnäckiger Gegenwehr Bayern und öfter­reichisch- ungarische Bataillone Fortschritte.

Beiderseits des Ditos- Tales haben auch gestern fleinere Gefechte um einzelne Höhen stattgefunden.

An der Südfront von Siebenbürgen dauern die Kämpfe für uns erfolgreich an. Es wurden wieder mehrere hundert Gefangene gemacht, am Roten- Turm- Baß allein 6 Offiziere und 650 Mann.

Balkan - Kriegsschauplah.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls bon Madensen.

Ju der Dobrudscha nichts Neues.

Die bewährten österreichisch ungarischen Monitore brachten nach Fenergefecht vom rumänischen Donan- Ufer bei Giurgiu 7 Schleppkähne, davon 5 beladene, ein. Mazedonische Front.

Ju der Gegend von Korca kam es erneut zu Schar mügeln unserer Seitenabteilungen mit französischer In

H.-U. Deutschland " abgefahren. Haag, 14. November. Die Times" meldet aus New York : Das deutsche Handelstauchboot Deutschland " ist bereits abgefahren.( Frff. 8tg.")

Fliegerangriff auf Dünkirchen.

fanterie und Kavallerie. Der Angriff der Entente- Truppen in der Ebene von Monastir and nördlich der Cerna dauert an. Die Rämpfe find noch nicht zum Abschluß gekommen.

Mit großem Erfolg hat auch im Monat Oktober unsere Fliegertruppe ihre vornehmlich auf dem westlichen Kriegs­schauplatz schweren und vielseitigen Aufgaben erfüllt.

Insbesondere gebührt den Beobachtungsfliegern der Artillerie und Infanterie Anerkennung und Dank. Ihr wirksamer Schuh war durch die Kampfflieger, die auch ihre Sonderaufgaben glänzend erfüllten, und durch das Fener unserer Flugabwehrkanonen voll gewährleistet.

Wir haben 17 Flugzenge verloren.

Unsere Gegner im Westen, Often und auf dem Balkan büßten 104 Flugzeuge ein, davon im Luftkampf 83, durch Abschuß von der Erde 15, durch unfreiwillige Landung hinter unseren Linien 6.

In unserem Besitz befinden sich 60 feindliche Flingzenge, jenseits der Linien sind 44 erkennbar abgestürzt. Der Erste Generalquartiermeister.

Ludendorff.

Der österreichische Bericht.

Bien, 14. November 1916.( 2. Z. B.) Amtlich wird verlautbart:

Deftlicher Kriegsschauplat. Qeeresfront bes Generalfelbmarschalls von Madensen.

Unsere Donau - Monitore erbeuteten nächst Giurgiu bei stärkster feindlicher Gegenwirkung 7 teils beladene Schlepper. Heeresfront des Generalobersten Erzherzog Carl.

Bei Orsova säuberten wir das rechte Cerna- Ufer. Im Norden der Walachei verlaufen die Kämpfe dauerud günstig. In den legten zwei Tagen haben wir hier 1600 Gefangene, 9 Maschinen­gewehre und 1 Geschüß eingebracht. Am Ditoz- Paß setzten die Rumänen ihre Angriffe fort. Im Abschnitt von Toelgyes wurden die Ruffen gezwungen, mehrere Höhen westlich der Grenze aufzu­geben. Nördlich von Jakobeny scheiterte ein russischer Borstoß. Seeresfront des Generalfeldmarschalls Prinz Leopold von Bayern.

Nichts Neues.

Italienischer und Südöstlicher Kriegsschauplab. Keine Ereignisse von Belang.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes.

v. vefer, Feldmarschalleutnant.

Ereignisse zur See.

In der Nacht vom 13. auf den 14. d. M. hat eines nnserer Seeflugzeuggeschwader militärische Objekte von Doberdo und das feindliche Abwehrflugfeld von Beligna mit Spreng- und Brand­bomben sehr wirkungsvoll belegt. Mehrere Hangars wurden voll getroffen und ein großer Brand erzeugt. Trotz heftiger Be­schießung kehrten alle Flugzeuge unversehrt zurüd.

Flottentommands.

entschiedenste. Vor allem wendet sich das Blatt gegen die Reeder und Bergwerksbefizer, denen es, vorwirft, daß sie die Störung der Versammlung mit vorbereitet hätten.

Socialdemokraten" zur norwegischen Angelegenheit.

Verteidigung und Frieden.

Bon Philipp Scheidemann .

Das deutsche Volk führt diesen Krieg als Verteidi. gungsfrieg zur Sicherung seines nationalen Daseins und seiner freien Fortentwicklung. Niemals ist etwas an­deres von uns behauptet, etwas anderes gewollt worden." So der Reichskanzler im Hauptausschuß des Reichstages am 9. November. Er bestätigt damit, was von sozialdemokra­tischer Seite in Parlament und Presse unzählige Male gesagt worden ist. Im Grundsäßlichen besteht also Uebereinstim mung von den Spizen des Staatswesens bis zu seinem Fun­dament.

Wie lange soll noch der furchtbare, ganz Europa ver­Heerende Kampf fortdauern? Das ist der Gedanke, der alle beherrscht. Alle erklären: So lange bis feststeht, daß die Opfer nicht umsonst gebracht sind, bis gewiß ist, daß ein solcher Krieg nicht noch einmal die Menschheit heimsucht. Diese Sicherheit wollen alle.

Wann ist diese Sicherheit erreicht? Wenn alle Völker sich verblutet haben? Gibt es wirklich noch einen so kurz­sichtigen Menschen, der in der Einbildung lebt, der einen Mächtegruppe werde es doch noch gelingen, die andere so ver­nichtend zu schlagen, daß ihr der Frieden diktiert und dadurch die Sicherheit gegen eine Wiederholung des Krieges geschaffen werden kann?

Ein Narr, wer das glaubt, nachdem der Kampf im 28. Monat tobt.

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Viele bei uns sowohl wie, in den feindlichen Staaten haben immer noch nicht die Bedeutung dieses Koalitions­frieges erkannt. Wohl konnte im Deutsch - Französischen Kriege, im Russisch- Japanischen und erst recht natürlich im Kriege Englands gegen die Buren eine klare Entscheidung herbeigeführt werden. Eine solche Entscheidung ist nicht mög­lich, wenn sich zwei so ungeheure einander das Gleichgewicht haltende Mächtegruppen gegenüberstehen, wie in diesem bei­spiellosen Ringen.

Die ganze nationale Wirtschaft ist in den Kriegsdienst gestellt. Und wie in andern Ländern soll auch bei uns die Munitionserzeugung noch gewaltig gesteigert werden. Alle Völker sind entschlossen, den letzten Hauch dranzusetzen, um, eine Niederlage zu verhüten.

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Der Sieg aber, der bringen soll, was von phantasie.. begabten Helden der Feder und der Zunge in allen Län­dern gefordert worden ist, dieser Sieg war nur ein Traum, der ausgeträumt sein sollte überall: diesseits wie jenseits der Vogesen , diesseits und jenseits des Kanals. Die Eroberung Elsaß - Lothringens , die Verschiebung der deutsch - französischen Grenze an den Rhein - das war ein ebenso wiister Traum wie es die Kriegsziele der deutschen sechs Verbände und die russische Sehnsucht nach Schlesien und Ostpreußen gewesen sind. Für Deutschland ist die Abwehr einer ungeheuren Ueber­macht Sieg genug. Denn dieser Sieg bedeutet, daß das Reichsgebiet unversehrt bleibt, daß die politische Selbständig. keit des Reiches ebenso unangetastet bleibt, wie seine wirt­schaftliche Entwicklungsfreiheit. Was wollten wir mehr? Wir sind in diesen Krieg nur zur Verteidigung gegangen und stehen noch immer im Zeichen des Worts, das am An­fange dieses Krieges stand: Uns treibt nicht Eroberungs­lust!" Deutlicher noch als bisher hat der Reichskanzler am 9. November verkündet, daß er niemals daran gedacht habe. Belgien zu annektieren. Daß er noch weniger daran gedacht hat, den Franzosen Landgebiet zu entreißen, ist selbstver­ständlich.

Freilich hat Herr v. Bethmann Hollweg früher einmal von realen Garantien" im Westen gesprochen. Schon vor Jahr und Tag habe ich darauf hingewiesen, daß solche Ga­rantien am besten durch einen Vertrag gegeben werden, auf den sich ein dauernder Frieden gründen kann. In diesem Sinne sind ja auch aus allen kriegführenden Ländern heraus Kristiania , 14. November. ( W. T. B.) Zu der deutsch - im Laufe dieser Kriegsjahre internationale Abmachungen Amtlich. Berlin , 14. November. ( W. T. B.) Am norwegischen Auseinandersetzung nimmt ausführlich heute nur verlangt worden, die Garantien gegen die Wiederkehr eines 13. November belegte eines unserer Marineflugzeuge den" Sozialdemokraten" Stellung, der von neuem der Regierung Krieges bieten sollen. Luftschiffhafen M und Flugplatz St. Pol bei Dünkirchen mit vorwirft, daß sie nicht gegen den Bannwarenhandel der nor- In Deutschland hat man sich mit dieser Frage öffentlich Bomben. Es wurden einwandfrei Treffer auf eine Fabrif- wegischen Schiffsreeder eingeschritten sei, und nochmals die vielleicht am wenigsten beschäftigt. Sie lebt aber und wirbt anlage und einige Gebäude beobachtet. Das Flugzeug ist unglückliche Form der norwegischen U- Bootsverfügung vom immer neue Anhänger in der ganzen Welt. Und auch der unbeschädigt zurückgekehrt.

13. Oktober unterstreicht. Eine bessere Form ohne Androhung deutsche Reichskanzler hat sich in seiner Rede vom 9. Nc­von Waffengewalt bei Handhabung des Verbots würde Nor- vember als Anhänger des von Wilson und Grey propagierten Cardiff - Nachwirkungen. wegen nicht in die gegenwärtigen Schwierigkeiten mit Deutsch - Internationalen Bundes zur Bewahrung des Friedens" be­land gebracht haben. Daß Norwegen um jeden Preis Frieden kannt. Wenn Herr v. Bethmann Hollweg in seiner Rede die Rotterdam , 13. November. ( W. T. B.) Nieuwe Rotterdamsche zu bewahren wünsche und die norwegische Regierung alles Freiheit der Meere verlangt hat, so ist auch dies eine An­Courant" melbet aus London , daß die Vereinigung zur Verteidigung mögliche tun werde, dies zu erzielen, sei unzweifelhaft. gelegenheit, die in letter Linie nicht auf dem grünen Feld, ber bürgerlichen Freiheit morgen im Unterhause wegen der Spren- Andererseits fönnte aber die eine oder die andere der krieg- sondern nur am grünen Tisch der Friedensverhandlungen gung der pazifistischen Versammlung in Cardiff am Sonnabend eine führenden Parteien versuchen, Norwegen in den Krieg hinein- geordnet werden kann. Anfrage an die Regierung richten wolle. Manchester Guardian" zuziehen, indessen sei vorläufig fein Grund zu dieser Be­berurteilt in einem Leitartikel die Sprengung der Versammlung aufs fürchtung vorhanden.

Man kann die Ausführungen des Reichskanzlers in vier Bunkte zusammenfassen: