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Aus Groß- Berlin.

Belle- Alliance- Platz.

Die auf hohen Säulen, umringt von grünem Rasen, stehen, diese flügelschwingenden Göttinnen des Sieges, sie sind Herrlich gestellt. Das veichste Licht fließt ihnen zu, und Stürme, Stürme umbrausen sie groß.

Aber das Leben der Menschen rollt drunten tief. Die Ge­flügelten stehen einsam. Schwer nur finden die Augen hinauf. Und fassen sie einmal ihre Höhe, immer sehen sie dann die Gebilde, die so Großes bedeuten wollen, fern, undeutlich und winzig nur. Weltab schweben droben die Göttinnen, die den Kranz des Ruhmes tragen. Erhöht zum Gedächtnis vergangener Tat, sind sie getrennt vom schweren Drange der Gegenwart. Das Band, das nah verknüpft, hat sich gelängt und wurde schlaff.

Das schreitende, weitende Leben aber, es duldet nicht in seiner Mitte Vergangenes, das stumm und fremd wird. Es kommt ein Tag, der greift das Erstarrende an. Er haucht ihm anderen Odem ein und nimmt es anders als zuvor wieder in seinen Kreis. Es kommt ein Tag, der leidet nicht mehr die Rasen, die Büsche, die Bäume auf ihrem alten Platz. Einst war der Plaz ein Abschluß der Stadt, ein grüner Grenzfleck zum Ruhen und Schauen. Aus der Mitte hob sich die Säule mit der Göttin des Sieges, die schwebend grüßte ins Herz der Stadt. Aber dann quoll der Häuserschwall über die alten Grenzen hinweg, stieg im Ring riesig empor, daß der Plak zwergig einfant, spann das zitternde Straßennes hinter ihm weiter, pflasterte mit Stein und Eisen und stürmte auf Schienen in freischenden Bögen heran und vorbei.

Mbe Wege, still und klein, hielten sich eine Zeitlang noch, als ginge der laute Strom sie nichts an. Im Zickzack strichen sie müßig hin, als gäbe es in einer Stadt, wo alles Ziel sich weit verstreckt, Minuten, Sekunden zu vertun. Aber dann kam ein Tag, der die Wege sperrte, die Rasen abnahm, Bäume legte, Maschinen schob und Baubuden stellte und um all das Gewirr und Getöse einen Strengen Bretterzaun schloß. In den Boden hinab, mitten durch den Blaz, schneidet ein Schacht; den werden Bahnzüge donnernd durch­rasen. Nun muß auch die Säule, die hohe, nieder, die Säule mit der Göttin des Sieges!

Zwischen Gebüsch, unter Baumgezweig, dröhnt, stampft, schikt vergliederte Arbeit. Den grünen Sommer schon hindurch, in den grauen starrenden Herbst hinein. Palken, Sandmassen, Eisen­werk lagern umber. Wo Rasenzier war, schreitet Arbeit, gradaus, ohne Umweg. Und Luftschienen, Sturzrammen, Hebegerüst strecken sich auf, da, drüben, dort, wie die Tat sie braucht. Aber seitab, unter Bäume gestellt, auf nackten Grund, vagt über den Bretter­zaun dunkel und hoch, mit Haupt und Flügeln, die einst dort oben auf nun verschwundener Säule stand. Auz ferner Höhe niedergebracht, steht sie nun nahe, schön und groß. Ein Glanz auf feinem Angesicht, die edlen Schwingen zum Flug geschvellt, reicht die schwebende Hand den Kranz. Wen doch suchte der Kranz? Hier ist dröhnende Gegenwart, hier schwand die vergangene Tat. Alltag ist hier und hämmert und schleppt. Friedens­wert! Friedenswert! Von derben Fäusten herabgeholt, beiseite­

gestellt, streckt die Göttin sehnend den Arm. Ringen ist hier und Schaffen und Sieg. Im ehernen Busen quillt die Lust, die nach Leben glüht. Sie will mitten hinein. Das Herz ging auf für den großen Ruhm, der im Alltag reift, und ins Graben und Bauen reicht sie den Kranz. Den Kriegeskranz, den Siegesfranz! Nimm

ihn, du Arbeit, zum Siege!

wann

as Tie Eröffnung des Lindentunnels. Sonntag Mittag um 12 Uhr erfolgte die Eröffnung des Linden­tunnels durch eine schlichte Feier der Gemeindebehörden. Der Ma­giftrat mit Oberbürgermeister Wermuth und Bürgermeister Dr. Reide sowie die Stadtverordneten mit ihren Vorstehern Michelet , Cassel und Heimann waren nahezu vollzählig erschienen. Stadtbau­rat Krause gab Erläuterungen über den Bau des Lindentunnels und der zur gleichen Zeit mit errichteten neuen eisernen Brücke. Beide Werke wurden besichtigt. Danach dankte Oberbürgermeister Wermuth in einer kurzen Ansprache dem Stadtbaurat Krause und seinen Mit­arbeitern und übergab den Lindentunnel dem öffentlichen Verkehr. Eine Durchfahrt durch den Tunnel beendete die Feier.

Mangel an Kleinwohnungen nach dem Kriege. Eine Wohnungsnot in Groß- Berlin nach dem Kriege wird nicht allgemein als bedrohlich angesehen, weil interessierte Kreise auf die hohe Zahl der leerstehenden Wohnungen hin­weisen. Jedoch ist diese Zahl gegen die vorlegte Zählung im Jahre 1910 beträchtlich gesunken. Außerdem ist zu beachten, daß sich die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Berlin selbst fast ausschließlich auf mittlere und größere Wohnungen beschränkt. Bedenkt man schließlich noch, daß eine Wohnungsaufnahme jett fein richtiges Bild von dem Wohnungsbedürfnis bei Friedens­schluß gibt, da zahlreiche Kriegerfamilien ihre Wohnungen zusammengelegt, die zahlreichen friegsgetrauten Ehepaare aber eine Wohnung noch nicht genommen haben, und daß ficher eine große Zahl Wohnungen im Kern von Berlin als minderwertig feine Bewerber finden, wofür schon die Ab­wanderung nach anderen Stadtteilen oder in die Vororte spricht, so ergibt sich nach dem Kriege eine riesige Nachfrage nach Kleinwohnungen, zumal da auch mit einer starken Abwanderung aus größeren Wohnungen in fleinere zu rechnen ist. Aus alledem erweist sich die Not­wendigkeit, schon jetzt alles zu unternehmen, um der drohenden Wohnungsnot zu begegnen.

Licht und Kohlenverschwendung!

Die Snappheit an Kohlen hat dazu geführt, den Lichtverbrauch einzuschränken, die Läden und Vergnügungslokale früher zu schließen und den Bahnbetrieb zu vermindern. Diese Maßnahmen sind gewiß zu billigen. Sollte es nun aber nicht angezeigt erscheinen, auch alle überflüssige Beleuchtung von Privatwoh­nungen einzuschränken? Uns ist bekannt, daß zahlreiche Familien noch 40ferzige Brenner benugen, wo 10- und 20ferzige vollständig genügen würden. In vielen 6- Zimmerwohnungen bes trägt der Verbrauc an elektrischem Strom monatlich noch 60-75 M., während in anderen nur 10 m. auf die Rechnung fommen. Mit Gas ist es genau so. Wir meinen, daß gerade im Privatverbrauch am ersten und ohne Nachteil gespart werden könnte. Mit der Heizung ist es noch schlimmer bestellt. Ist es notwendig, daß im Westen zahlreiche Treppenaufgänge, Ror

ribore,

Klosetts, Klosetts, Nebenräume, fogar Teere mal einen reichlich fiskalischen" Charakter. Zum mindesten könnte 3immer zentralgeheizt werden, während im man doch wohl verlangen, daß die St. E. B. die nicht abgehobenen Norden die Familien in Wohnzimmern mit Kachel- Kautionen nach Jahresfrist an den Inhaber durch die Post zurück­öfen frieren müssen? senden!

Warnung vor dem Bezug von Lebensmitteln aus dem Auslande.

Einen empfindlichen Verlust erlitt am Donnerstag voriger Woche der Postunterbeamte Karl Duldig . Er verlor zwischen 5 und 6 Uhr Von zuständiger Stelle teilt man uns mit: In den neutralen nachmittags auf dem Wege vom Hause Ritterstr. 49 nach dem Ver­Ländern, besonders Holland und Dänemark hat sich seit Monaten lagshaus Ulstein in der Kochstraße eine Brieftasche mit 750 M. ein schwunghafter Handel entwickelt, der sich mit der Versen Inhalt. Das Geld bestand aus 6 Einhundert-, 2 Fünfzig-, 2 Zwanzig­dung von Lebensmitteln in Postpaketen an private markscheinen und aus einigen kleinen Scheinen. Die Tasche war Besteller in Deutschland befaßt. Verlockende Inserate, in denen mit der vollen Adresse des Verlierers, Karl Duldig , Neukölln, Boddin­Butter, Eier, Fleisch, Speck usw. angeboten werden, erscheinen in straße 46/47, versehen. Der Verlust trifft D. deswegen besonders hart, weil der größte Teil der Summe aus einkassierten Vereins­deutschen Zeitungen und finden nur zu willige Beachtung. Das deutsche Publikum kann nicht dringend genug davor ge- geldern bestand, für die er ersatzpflichtig ist. Für die Herbeischaf­warnt werden, sich auf diese Anpreisungen einzulassen, und zwar fung der Summe ist eine Belohnung von 100 M. ausgesetzt. aus folgenden Gründen: Auf der einen Seite sind viele der Firmen, Ein dreister Raub wurde am Sonnabend auf dem Postamt 56 die die Waren anbieten, einfach Schwindelgeschäfte. Sie in der Französischenstraße 33d verübt. Das Bankgeschäft von Heck­verlangen von den Bestellern die vorherige Einsendung einer An- mann u. Co., Hinter der katholischen Kirche, sandte den 14jährigen zahlung und lassen nichts mehr von sich hören, sobald sie das Geld Boten Walter Krause mit 300 M. zum Einzahlen nach dem Bostamt. erhalten haben. Auf der anderen Seite können die Lebensmittel, Der Bote kam dort kurz vor 28 Uhr an. Er mußte etwas warten selbst wenn sie richtig abgeschickt werden, nicht in die Hände der und stand mit dem Papiergeld in der linken und seinem Postbuch in Besteller gelangen, denn, soweit es sich um zentralisierte Waren der rechten Hand vor dem Schalter. Kurz bevor die Reihe der Ab­Fleisch und Fleischwaren, Heringe, Kaffee, Tee, Kakao, kondensierte das Geld aus der Hand, entfloh damit und entkam, obgleich er sofort handelt( Butter, Käse, Eier, Margarine, Schmalz, Hülsenfrüchte, fertigung an ihn tam, riß ihm plötzlich ein unbekannter Bursche Milch), müssen die mit der Durchführung der Zentralisierung be- verfolgt wurde. Der Räuber ist etwa 17-18 Jahre alt, etwa 1,80 auftragten Gesellschaften der ihr vom Gesez übertragenen Pflicht Meter groß und bartlos, hat ein blasses rundes Gesicht und trug genügen und die aus dem Auslande kommenden Lebensmittel mit Beschlag belegen, auch wenn es nur die geringen Mengen eines einen blauen Jackettanzug und einen blauen weichen Filzhut. Postpaketes sind. Die Entschädigung, die der Besteller dann erhält, bleibt meist unter dem der ausländischen Firma bezahlten exorbi­tanten Preise.

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Einbrecherbanden. Mit ungewöhnlicher Dreistigkeit ging eine fechsköpfige Bande auf dem Anhalter Güterbahnhof vor. Während ein Mann Schmiere stand, machten sich die anderen fünf daran, die Sammelstelle zu plündern. Leute, die gegenüber wohnen, sahen die fünf bei der eifrigen Arbeit und machten die Polizei aufmerksam. Der Schmieresteher hatte aber wohl etwas gemerkt. Er gab einen Warnungsschuß ab, und als nun die Schußmänner von der Revier­wache kamen, waren er und die ganze Bande schon verschwunden. Es handelt sich hier vielleicht um dieselbe Bande, die aus Lichtenberg verscheucht wurde. Hier wurde der Inhaber einer Lederzuschneiderei, die Soldatenstiefel herstellte, durch das Anschlagen des Wachhundes geweckt. Er sah fünf Einbrecher damit beschäftigt, Leder zum Weg­schleppen zu verpacken. Der Geschäftsinhaber feuerte einen blinden Schuß ab, um vielleicht Hilfe zu bekommen. Die Einbrecher entflohen darauf über eine Mauer. Aus Wut über die Störung wandten sie sich, als sie sich in Sicherheit wußten, um und eröffneten ein wahres Kugeln trafen aber nur die Mauer, die zwischen diesem und den Trommelfeuer aus ihren Revolvern auf den Geschäftsinhaber. Die Verbrechern stand.

Auf jeden Fall hat also das Publikum, das sich auf privátem Wege Lebensmittel aus dem Auslande beschaffen will, nur Schaden davon. Wer sich vor diesem Schaden bewahren will, wird gut tun, den ausländischen Anpreisungen keinerlei Beachtung zu schenken. Die nahrhafte Büchersendung ,,. Liebliche Gerüche führten gestern auf dem Ostbahnhof wieder zur Entlarvung einer Lebensmittelschiebung. Eine Eilgutsendung Bücher war aus dem Osten für einen Herrn in der Bregenzer Straße angekommen. Die fünf Kisten dufteten fein nach frischen Räucherwaren und allerhand Gewürzen. Das war verdächtig, und noch mehr, daß aus einer Kiste ein unbestimmbares Naß heraus­tropfte. Weil man Bücher nicht zu räuchern und noch weniger naß der geistigen allerhand schöne und schmackhafte le ibliche Nahrung. zu versenden pflegt, so öffnete man die Kisten und fand darin statt Eine Kiste enthielt fünf geräucherte Schinken und frisches Rind-, Kalb- und Schweinefleisch. In anderen Das Opfer einer Gasvergiftung ist die 58 Jahre alte Kauf­fand man Büchsen mit allerhand Konserven, Butter, Schmalz, mannswitwe Karoline Scheffer aus der Pappelallee 73 geworden. Mehl, Haferfloden, Tee, Zucker, Hülsenfrüchten, Die Frau war gestern allein zu Hause. Während sie in der Küche kurz alles, was man jetzt so nötig braucht, und doch nur so schwer zu tun hatte, löjte sich, ohne daß sie es merkte, der schadhaft ge­bekommen kann. Daneben aber enthielt die Büchersendung auch wordene Schlauch des Kochers und fiel herunter. Der Frau wurde noch Spielwaren, Herren- und Damenstiefel und allerhand Schmuck- unwohl, ohne daß sie sich die Ursache erklären konnte. Sie sant sachen. Die undefinierbaren Tropfen aber rührten von Eiern her, dann hilflos auf einen Stuhl. Als ihr Sohn nachmittags nach die unterwegs leider start gefnidt waren. Die Sendung war Hause kam, fand er sie in der mit Gas gefüllten Küche tot dasiken. von Eydtkuhnen nach Berlin gerichtet. Sie wurde von der Polizei beschlagnahmt.

Neue Kautionsbestimmungen bei den St. E. W. treten am 1. Januar 1917 in Kraft. Hiernach sind die städtischen Elektrizitäts­werke Berlin u. a. berechtigt, sich für den Fall nicht pünktlicher Er­füllung der Verpflichtungen des Stromabnehmers oder feiner Rechts­nachfolger ohne jedes gerichtliche Verfahren sofort aus der Kaution zu befriedigen sowie die Kaution binnen Jahresfrist nach Einstellung

Brand in einem Zeitungsbetrieb. Die Berliner Feuerwehr hatte in der Nacht zum Sonntag längere Zeit in der Schüßen­straße 24/25 zu tun, wo in den Kellereien von Rudolf Mosse Papierballen, Regale, Fenster, Packmaterial, elektrische Lei­tungen u. a. in Flammen standen und tüchtig gelöscht werden mußte, um eine weitere Ausdehnung des gefährlichen Brandes zu berhüten.

als verfallen zu betrachter Stromlieferung erfolgt ist. tag mittag. Beitweise heiter, jedoch ziemlich fühl. Vorherrschend

deren Abhebung nicht Wetteraussichten für das mittlere Norddeutschland bis Diens­Unserer Ansicht nach tragen diese neuen Bestimmungen wieder ein- wolfig und an den meisten Orten geringe Niederschläge.

Sozialdemokratischer Wahlverein

Friedrichshagen .

Bei dem schweren Eisenbahn­unglüd am 7. Dezember hat auch unsere Genoffin

Anna Krabel

ihr Leben lassen müssen.

In treuer Pflichterfüllung ihres Kriegsberufes bei der Post fand fie einen schnellen Tod.

Ehre ihrem Andenken! Die gemeinsame Beerdigung aller Berunglüdten findet am Dienstag, den 12. Dezember, nachmittags 22 Uhr, auf dem hiesigen Friedhofe statt.

Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand.

Allen Freunden und Bekann ten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und treu­sorgender Vater seiner einzigen Tochter, der Schlosser

Franz Thom

im 38. Lebensjahie nach langer, schwerer Krantheit am 7. De zember verstorben ist. Dies zeigen tieibetrübt die trauernde Battin

an

Else Thom nebst Tochter. Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. Dezember, nachmittag 3, Uhr, von der Leichenhalle des Tegeler Friedhofes aus statt.

Ruhe sanft in Frieden.

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