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der Seekrieg. Ei» deutsches V-Boot in holländische» Gewässer« angehalten und wieder freigeben. Haag, IS. Januar. Amtlich. Am Sonntag ungefähr 4 Uhr tS Minuten nachmittags ist etwa eine Seemeile innerhalb der niederländischen territorialen Gewässer ein deutsche» C-Boot an­getroffen worden, das infolge des Nebels und der Flut auZ dem Kurs geraren war. Durch ein Fahrzeug des holländischen Unter- suchungsdienstes wurde dem C-Boot befohlen zu ankern und die Entschließung der Regierung abzuwarten. Die Regierung hat. nach- dem der C-Boot-Kommandant die schriftliche Erklärung abgegeben hatte, daß er den ganzen Tag über nicht mit feindlichen Srreitträften in Fühlung gewesen sei und die Anwesenheit inner- halb der territorialen Gewässer nicht die Folge einer Verfolgung durch feindliche Streitkräfte gewesen fei, dem C-Boot gestattet, wieder in See zu gehen. Die Regierung hat dieses in der Erwägung getan, daß die Witterungsverhältniffe die Ursache für die unbewußte Anwesenheit auf niederländischem Gebiet waren. Aus Vlisfingen wird hierzu gemeldet, daß das C-Boot von holländischen Marinefahrzeugen wieder außerhalb der territorialen Gewässer gebracht worden ist. Lazarettschiffe als Truppeutransportdampfer. Köln , 16. Januar. Tie.�kölnische Zeitung" schreibt offiziös: Es sei immer wieder darauf hingewiesen, daß die Feinde nach wie vor ihr« Lazarettschiffe zu Truppentrausporten mißbrauchen. Dieses de« Bölkerrecht und der Menschlichkeit gewiffermaßen ins Gesicht 'chlagende Verfahren konnte in der letzte» Zeit wieder ganz besonders im englischen Kanal beobachtet werde». » Versenkt. Lloyds meldet: Ter britische T-ampserBrook- Wood�(3093 Tonnen) und der norwegische Dampfer ..Tnolma" l18S6 Tonnen) sollen versenkt worden sein. Der nor- w e g i s ch e DampferG r a a f j e l d" stieß auf eine Mine und flog in die Luft. Fünf Matrosen wurden gerettet, die anderen ünd verloren. Lyoner Blätter melden die Versenkung des f r a n- zösischen SeglersSaint Michel"(174 Tonnen). Tie Be­satzung wurde gerettet.

politische Ueberflcht. Abgeordnetenhaus. Die Einbringung des Etats. Vor gut besetztem Hause brachte am Dienstag der �iuanzminisler L e n tz e den preußischen Etat ein. Seine Rede bietet ein übersichtliches Bild der Finanzen, wie sie sich durch den Krieg gestaltet haben. Daß die Einwirkungen des Krieges sich in erster Linie bei den Staatsfinanzen bemerkbar macheu würden, war von vornherein einleuchtend. Wenn, wie es zu Anfang des Krieges der Fall war. das ganze Wirt- schaftsleben stockt, wenn die Einnahmen zurückgehen und die Ausgaben steigen, dann geraten naturgemäß auch die besten geordneten Finanzen in Unordnung. Deshalb braucht man das Defizit von 106 Millionen, mit dem das Rechnungsjahr für 1913 abschließt, nicht allzu tragisch zu nehmen, um so weniger, als 100 Millionen davon durch die erhöhten Steuerzuschläge wieder gedeckt sind, die der Landtag vor Jahresfrist beschlossen hat. Bedenklicher ist es scyon, daß die Eisenbahn- einnahmen aus dem Personenverkehr im Jahre 1913 all- monatlich hinter dem Voranschlag zurückgeblieben sind und daß der Eisenbahnetat Mndererträge von 96 Millionen Mark aufweist. Da der Ausgleichsfonds bis auf 6,2 Millionen Mark erschöpft ist. so fehlen also 89,8 Millionen, die auf Dcftzitanleihe genommen Iverden müssen und dauernd den Staatshaushalt belasten. Trotz.alledem kann man, wenn man alle Verhältnisse berüch'ichtigt, mit dem Abschluß für 1915 noch zufrieden sein. Das Jahr 1916 hat in vieler Hinsicht die gleiche Eni- Wickelung genommen. Das Steuersoll hat sich gegen 1913 sogar erheblich verbessert, ein Beweis dafür, daß sehr viele Einkommen in die Höhe gegangen sind. Vor- crnssichtlich wird das Ergebnis abgesehen von den hundert Millionen aus den erhöhten Steuerzuschlägcn noch um 60 Millionen Mark über den Loranschlag hinausgehen. Die übrigen Einnahmequellen lassen leider derartige angenehme Keberraschungen nicht erwarten, sie bleiben teilweise tief hinter dem Voranschlag zurück, und es besteht auch keine Aussicht, daß sie im Laufe des Jahres in die Höhe gehen werden. Die Besprechung des Etats beginnt am Donnerstag, sie wird spätestens am Freitag beendet sein. » Tie nationalliberalen Abgg. Fritsch und Genosse» haben dem Abgeordnelenhause den folgenden Gesetzentwurf zur Aufhebung des TisziplinarmiUels der Arreststrase eingereicht: Z 1. Alle gesetzlichen Bestimmungen, welche die Verhängung der Arreststrase als zulässige? Disziplinarmittel gegen untere Be- amte der Staats- und der Gemeindebehörden innerhalb der Mou« archis vorsehen, werden ausgehoben. § S. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage der Verkündung in Kraft.

Es erbe» ffch Gesetz und Rechte... Die preußische Regierung will dem Landtag das Gesetz über die F i d e i k o m m i s s e wieder vorlegen. Von sozialdemokratischer Seite ist das. ganze Fideikommißwesen, das heutzutage einen be- trächllichen Teil der preußischen Grundfläche(mehr als die Provinz Hannover !) in den Händen weniger Familien bindet, schon oft als völlig überlebt bezeichnet worden. Im Jahre 1848 waren die Fidei- kommisse schon einmal gänzlich beseitigt, in der folgenden Realtions- zeit wurden sie wieder hergestellt. Die preußische Regierung steht auch jetzt auf dem Standpunkt, die Bildung von Fideikommissen nicht etwa hintanzuhalten, sondern zu begünstigen i diesen Zweck verfolgt auch die angekündigte Vorlage. ImB. T." weichet �sich ein Mitglied eines der obersten preußischen Gerichtshöfe mit'bc- achtenswerter Schärfe gegen diese Absicht. In dieser Zuschrift wird darauf hingewiesen, daß es jetzt doch wohl nicht die passende Zeit sei, die gesetzgebenden Körperschaften mit solch verhältnismäßig nebensächlichen, nur den Interessen einer zwar bisher sehr einfloß- reichen, ober dünnen Oberschicht des Volkes dienenden Borlagen zu beschästigen. Unseres Erachtens gehört die Frage der Fideilommisse zu denen, die allerdings bei einer Neuorientierung eine gründliche Beachtung verdienen, aber nicht im Sinne der preußischen Re- gierung. Professor v. TchmoUers Zwar und Aber. Professor v. Schmoller. dessen Ausführungen über die staatsbürgerliche Gleichberechtigung der Juden in seinen Jahr- büchern Gegenstand heftiger öffentlicher Kritik waren, nimmt

fetzt in derTäglichen Rundschau" zu einer längeren Ver- teidigung seines Standpunktes das Wort. Seine Darlegungen sind mit fortgesetztenZwar-Aber" undEinerscits-Anderer- seits" eine Blüte jener gemäßigt-professoralen Vorsichtspolitik, die ängstlich jeder klaren Darstellung aus dem Wege geht. In Schmollers Darlegungen stehen einige durchaus vernünftige Sätze, doch die Freude über jeden von ihnen ist nur kurz, denn hinter jedem erhebt sich ein drohendes Aber", um das eben Gesagte wieder zu 73 Proz. für un- gültig zu erklären. Einige Beispiele: Schmoller erklärt das westdeutsche Judentum für eineglückliche Zugabe zur germanischen Rasse," aber es schließt doch seine geschäftliche Ueberlegenheit, die es oft durch zweifelhaste Mittel ausnutze, dieGefahr sozialer Verstimmungen und Kämpfe" ein. Der jüdische Wucher habe zwar stark abgenommen, aber vorhanden sei er immer noch. Die NichtWahl von tüchtigen Juden zum Reserveoffizier ist gewiß ein Verstoß gegen die verfassungsmäßig garan- tierte Rechtsgleichheit," aber es erscheint heute noch nicht angezeigt, das freie Wahlrecht des Offizier- korps aufzuheben. Daß ein jüdischer Offizierskandidat. folbald er sich taufen läßt, in der Regel gewählt wird,em- Port die Gefühle aller freier Denkenden", aber es darf auch nicht übersehen werden, daß die strengen und orthodoxen Christen an eine innerlich umbildende Wirkung der Taufe glauben. Ter Freidenker findet zwar mit Recht,daß es meist die charakterlosen Juden sind, die sich aus äußerlichen Gründen taufen lassen", aberwer auf mystisch- orthodoxem Standpunkt steht, wie ein Teil unserer öst- lichen Landaristokratie, ein großer Teil unserer Offiziere. kann nicht so urteilen". In hundert Jahren werde das Meiste, was die besten Männer auf beiden Seiten heute beklagen, beseitigt oder doch stark gemildert sein, aber von heute auf morgen lassen sich bestehende Massenüber- zeugungen und entsprechende Sitten nicht ändern." Das ist eben der Kardinalfehler von Männern wie Schmollcr und seinesgleichen, daß sie immer für den Fortschritt und die Weiterentwicklung eintreten, vorausgesetzt, daß es bis zur Erreichung der nächsten Etappe noch hundert Jahr dauert. Vor jeder raschen Entwicklung verspüren sie dieselbe Angst wie jener Hauptmann in Georg BüchnersWozzeck ", der entsetzt seinen Burschen fragt, womit er denn die vielen Minuten und Sekunden seines Lebens ausfüllen wolle, wenn er mit dem Rasieren zu früh fertig wird. An einer anderen Stelle seiner Darlegung beklagt Schmoller, daß die«ZOO 000 deutschen Juden nicht nur-aus Nathan-Naturen beständen, dann gäbe es überhaupt keine Judenftage mehr.Aber wir haben auch noch Shylock - Naturen, und die Mehrzahl der Juden steht vielleicht zwischen diesen beiden Extremen in der Mitte." Schmoller ist aller- dings gescheit genug, gleich hinzuzufügen:Ganz ebenso ist es freilich auf christlicher Seite." Für einen Sozial- demokrateu sagt Professor Schmoller nur etwas Selbst- verständliches. Wir wissen, daß keine Rasse. Nation oder soziale Schicht nur aus lauter Engeln oder aus lauter Böse- wichteru besteht, sondern in der Hauptsache aus Mittelnaturen. Aber eben deswegen ist es unsinnig, zu verlangen, daß jeder Jude ein Mann wie LessingsNathan der Weise" sein soll. Es ist ja auch nicht jeder Deutsche der Wirkliche Geheimrat Exzellenz Professor Gustav v. Schmoller.

Demokratie med Demagogie. Unser AussatzDemokratie und Kriegführung"(Nr. 14 d. Bl.) hat in der Presse der Rechten einen ungewöhnlichen Sturm der Entrüstung erregt. Es scheint somit, daß sich die Herren an ihrem empfindlichsten Punkt getroffen fühlen. Darauf läßt auch die Art ihrer Polemik schließen, die in abenteuerlicher Verdrehung unserer Ausführungen darauf hinausläuft, zu behaupten, tvi'? hätten gewünscht, daß die Befürworter einer gewissen Kriegsmethode ins Zuchthaus gesperrt würden! In Wirklichkeit haben wir aber nur auseinandergesetzt, was den Herren passieren würde, wenn wirklich noch die von ihnen gepriesenenGrundlagen" bestünden,auf denen der Staat groß geworden ist", und wir haben deutlich genug hinzugefügt, daß niemand wegen seiner Meinungsäußerung ins Zuchthaus gesperrt werden soll. Aber zugleich haben wir auf den Widerspruch hingewiesen, der darin besteht, daß die- selben Leute, die als Gegner der Demokratie operieren, das Volk zur Entscheidung über die heikelste Frage der deutschen Kriegführung anrufen. Wer während eines Krieges von Wirtshaus zu Wirtshaus zieht, um auf die Regierung zu schimpfen, und toer in einer Frage, die nur nach ruhigster Ucberlegung auf Grund genauester Kenntnis der Unterlagen entschieden werden kann, an die Leidenschaft der Massen appelliert, der mag durch sein Verhalten Segen stiften oder Schaden aririchten, gleichviel auf keinen Fall kann er andern einen Vorwurf daraus machen, daß sie g r u n d- sätzliche und konsequente Demokraten sind. Jedes Wort, das von dieser Seite noch gegen die Demokratie gesprochen würde, wäre die unehrlichste Demagogie der Welt.

Tagung des Frauenbeirats des Kriegsernährungsamts. Am. Januar trat dar Fraucnbeirat des Kriegsernährungs- amies zu seiner dritten Sitzung im KriegöernährungSamt zu- sammen. Herr v. Batocti sprach über die Ernährungsschwierig- keilen und die Maßnahmen, welche getroffen, sind, um ihnen zu begegnen. Ein Arbeitsplan, der die Aufgaben des Frauenbeirals bestimmt, wurde genehmigt.' Ferner referierte der Vorsitzende der Reichsstelle für Gemüse und Obst über Anbau und Verteilung von Gemüse und Obst.__

Doch ein Volk von Händlern. Auf einer Versammlung des Bundes der Landwirte in Höft- grübe, über welche dieDeutsche Tageszeitung" sehr eingehend be- richtet, sprach Dr. Diederich Hahn. Er zog o Ironie der Zeiten mit großer Heftigkeit gegen denAssessorismus und Kor- poralismuS" zu Felde, allerdings nur in den Kriegswirtschafts- stellen, deren preisregelnde Tätigkeit vom Bund der Landwirte be- kanntlich stark bekämpft wird. Herr Diederich Hahn will von jenen überhaupt nichts wissen, er verlangt,die Verteilung und Versor- gung mit landwirffchaftlichen Erzeugnissen müsse in den Händen der Erzeuger und Händler bleiben, die damit umzugehen ver- ständen". DieDeutsche Tageszeitung" wirst uns mit Vorliebe vor. wir betrachteten in diesem Kriege das deutsche Volk vom Händlerstandpunkt, während sie es als Boll von Helden bewerte. Der ihr nahestehende Dr. Dioderich Hahn sieht aber doch, nach dieser Aeußerung zu schließen, zum mindesten in der deutschen Landwirt- schaft mehr ein Voll von Händlern als von entsagungsfreudigen Helden. An einer anderen Stelle seiner Rede heißt es auch:Man solle weise kontingentieren und rationieren, aber ohne daß der

Bauer Schaden erleid e". Wie paßt das zu dem Gelöbnis. das der Bund der Landwirte erst jüngst in seiner HuldigungSadresse an den Kaiser abgelegt hat, jedes Opscr und jode Entbehrung auf sich nehmen zu wollen? In einem anderen Teil seiner Rode forderte Dr. Hahn, daß der U-Boot-Krieg unter, nicht über Wasser geführt werde. Die Versammlung nahm eine entsprechende Resolution an.

EineStaats-Arbeiter"-Kandidatur in Spandau - Osthavelland. Während die Verhandlungen zwischen Liberalen und Kons«- vaiiven zwecks Aufstellung einer bürgerlichen Sammellandidatur in Spandau -OsthotHfland anscheinend auf dem toten Punkt angelangt sind, taucht inzwischen eine neue Kandidatur ganz eigenartiger Färbung auf. Wie uns aus Spandau gemeldet wird, hat die Deutsche Staatshandwerker- und Arbeiterge- m e i n s ch a f t", die in Spandau durch fünf Verbände auf den Militärtechnischen Instituten vertreten ist, beschlossen, bei der be- vorstehenden Ersatzwahl einen Kandidaten aus ihren eigenen Reihen aufzustellen, und zwar den ersten Vorsitzenden Eugen F o r t e n- b a ch c r aus Spandau . DieArbeitergemeinschaft" Hai mit den anderen bürgerlichen Parteien Verhandlungen gepflogen, um sie zur Zurückziehung ihrer Kandidaturen zugunsten derArbeiter- gemeinschast" zu bewegen, bisher ohne Erfolg. Doch werden die Verhandlungen fortgesetzt. Jedenfalls will dieArbeitergemein- schaft" ihre Kandidatur unter allen Umständen aufrecht- erhalten; sie erfolgt unker dem Gesichtspunkte, daß Fortenbacher im Fall seiner Wahl sich keiner Partei anschließt, sondern Wilder bleibt. Zu den Vorgängen im bürgerlichen Lager weiß eine lokale Korrespondenz noch folgendes zu berichten:Kürzlich sprachen sich auf nationalliberale Einladung die Vertreter der bürgerlichen Parteien im Kreise über die Stellungnahme bei der kommenden Reichstagsersatzwahl aus, ohne zu einem bindenden Ergebnis zu gelangen. Gestern versammelten sich die Vertrauensmänner der fortschrittlichen Volkspartei, um zu derselben Frage Stellung zu nehmen. Nach einem Bericht des Stadtrats Weber- Spandau über den Verlaus der Potsdamer Verhandlungen erörterte man ausgiebig die persönlichen und taktischen Fragen für die Wahl. Man einigte sich dahin, eine weitere Etnscheidung der sozialdemo- kraiischen Partei abzuwarten. Einen Kandidaten der Parteimehr- hcit beabsichtige man des Burgfriedens wegen nicht zu bekämpfen. In diesem Sinne haben sich führende Persönlichkeiten der konser - vatwen und der fortschrittlichen Wahlkrcisorganisationen bereit» geäußert. Teuerungszulage» sür Staatsarbciter. Im Anschluß an die Anweisungen über die einmaligen Krlegsteuerungszulagen für die Beamten ist angeordnet worden, daß solche Zulagen auch den in den preußischen StaatSverwallungen beschäftigten Arbeitern, deren Lohnbezüge während des Krieges nicht wesentlich erhöht sind, zu zahlen sind. Nach den darüber ergangenen Verfügungen betragen die im Dezember 1916 und Januar 1917 zahlbaren Zulagen ins- gesamt für ledige Arbeiter 49 M.> für verheiratete Arbeiter ohne Kinder unter 14 Jahren 199 M., für verheiratete Arbeit« mit einem Kinde unter 14 Jahren 129 M., sür jedes weitere Kind unter 14 Jahren 19 M. mehr. Weibliche Arbeitskräfte werden ebenfalls berücksichtigt, und zwar so, daß Frauen im allgemeinen die gleiche Zulage erhalten wie die ledigen Arbeiter, daß aber die verwit- weten, geschiedenen und eheverlassenen Frauen, die Kinder unter 14 Jahren zu unterhalten haben, den verheirateten Arbeitern uril der entsprechenden Kiuderzerhl gleichgestellt werden. Keine Kriegswnhleu»ach der R B.O. Der Bundesrat hat folgende Verordnung erlassen: Der in der Bekanntmachung, be« treffend die Wahlen noch. der Reichsversicherungsordnung,- vom 18. April 1916(Reichs-Gejetzbl. S- 321) bestimmte Zeitpunkt, bis zu welchem die A m t s d a u e r der Vertreter der Unternehmer oder anderen Arbeitgeber und der Versicherten bei Versicherungsbehörden und Versicherungsträgern sowie der nichtständigen Mitglied« des Reichsversicherungsamt» und der Landes Versicherungsämter längstens erstreckt worden rst, wird auf den Schluß des Kalender« jahreS festgesetzt, daS dem Jahre folgt, in welchem der Krieg beendet ist.

Letzte Aachrichten. Tie Ultimatum-Äommcntare in Athen überreicht. London , 16. Januirr.<W. T. B.) Der diplomatische Mit- arbeit« desDaily Telegraph " schreibt: Ich erfahre jetzt, daff am Sonnabend die alliierte» Mächte mit Einschluß Jta- liens, das an der Note a» Griechenland vom 31. Dezember nicht beteiligt war, ihre Kommentare zur griechischen Rote vom 11. Januar überreicht haben. Die neue Note scheint ziemlich umfangreich zu sein. Die Regierungen verlangen neuerdings die Kontrolle über Post und T e l e g r a p h i e, die sie nach den Ereignisse» vom 1. und 2. Dezember verloren haben. Sie versprachen, die Kontrolle nicht auf eine für die griechische Regierung hinderliche Weise dnrchzu- führen. Ferner verlangen sie öffentliche Genugtuung für ihre Flagge, sofortige Freilassung der gefangenen Brnizelisten, Schadenersatz für alle bei den Ereignissen in den beiden ersten Dezembertagen umgekommenen Personen und die Entfernung des Generals, der da- malSdenBefchl führte. Endlich verlangen sie, daß alle in den Noten vom 14. und 31. Dezember und vom 8. Januar gestellten Bedingungen genau erfüllt werden. Solange das nicht geschehe, könne von einer Aufhebung der Blockade nicht die Rede sein. E s wird kein Termin gestellt. Die vier Regierungen glauben offenbar noch immer, daß sie imstande sein werden, mit König Konstantin das eine oder das andere, befriedigende Abkomme» ab- zuschließen. Der General vom 1. Dezember. P i r ä u s, 13. Januar. Reutcrmeldung. General K all a r i, der während der Ereignisse vom 1. Dezember Kommandant des ersten Armeekorps war, wurde durch den Adjutanten des Königs AannSkitsas, der im Kabinett Sknludis Kriegsministrr war, e r f e tz t. Schweizer Vorsichtsmaßregeln. Bern , 16. Januar. Meldung der Schweizerische» Depeschen- agentur. Tie Berböltnisfe hatten es dem Bundesrat im Einver- ständnis mit der Armeeleitung erlaubt, während der letzten Monate die Truppenbestände an der Grenze erheblich herabzusetzen. Der Bundesrat hat es jedoch seit Anfang des Jahres für angemessen be- trachtet, ausgedehntere Vorsichtsmaßregeln zu treffen und deshalb die Mobilisation der zweite» Division» sowie der noch nicht aufgebotenen Teile der vierten und fünften Division aus den 24. Januar anzuordnen. Tcr Bundesrat ist nach wie vor überzeugt davon, daß die beiden krieg- führenden Parteien auch in Zukunft die Neutralität der Schweiz respektieren werden.