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Kleine Kriegsnachrichten.
Die Teuerung in England.
In einer Versammlung der Lebensmittelfleinhändler in London wurde festgestellt, daß für die nächsten fünfzehn Wochen nur mehr ein halbes fund Kartoffeln pro Person und Woche im Lande vorhanden ist. Das Handelsamt veröffentlicht Zahlen, aus denen hervorgeht, daß die Lebensmittelpreise durchbichm ttli feit Juli 1914 um 92 Broz. gestiegen sind. Der Preis für Kartoffeln hat sich im letzten Jahre mehr als verdoppelt und Käse und Eier waren am 1. März 1917 um 45 Proz. teuerer, als am 1. März 1916.
Spanien und der französische Bahnwagenmangel.( Funksvruch vom Vertreter des Wiener K. K. Telegr.- Norr. Bureaus.) Durch fönigliche Berordnung wurde verfügt, daß vom 21. März ab der Güterverkehr nach den französischen Grenzstationen so lange suspendiert bleibt, bis dort die seit langem zurüd gehaltenen zahlreichen Waggons entladen und dem Werfehr wieder zurüidgegeben fein werden. Der genannte Mig stand ist eine Folge des in Frankreich herrschenden Wagenmangels. Die verkürzte Note Miliukows. Wolffs Bureau teilt gestern mit: Der Giffelturm Funtspruch von gestern früh will für die Weglassung der auf den Krieg bezüglichen Säße aus der Depesche Miljutows Wolffs Telegraphisches Bureau verantwortlich macen und glaubt aus diesem Anlaß die Neutralen vor dem Wolffdienste warnen zu sollen. Diese Verleumdung ist ein Versuch mit untauglichen Mitteln, denn die Agenturen der Schweiz und in Standinavien wissen natürlich sehr genau, daß sie die vertürate Faifung der Note Miljukows nicht aus Berlin , sondern dirett aus Petersburg erhalten haben.
Balb kein Bier in ganz Europa !„ Daily Mail" teilt mit, daß in allernächster Zeit die Schließung von 30 000 Restaurationen in England wegen Biermangels angeordnet werden wird.
Die Herrschaft in der Luft. Pemberton Billing erflärte nach Zimes" im Unterhause: Bor furzem habe England die Herrschaft in der Luft gehabt, das sei aber heute nicht mehr der Fall.
Der
Bei der Nachwahl in Stockton wurde der Kandidat de Regierung, Watsons, mit 7641 Stimmen gewählt. Kandidat der Friedensanhänger, Badhouse, erhielt
596 fimmen.
Politische Uebersicht.
Reichsamt des Innern.
Es war nur ein bescheidener Fortschritt, der dem Plenum des Reichstags durch eine vom Hauptausschuß bereits angenommene Resolution zugemutet wurde: die Berufung einer Reichsschulfonferenz nach Beendigung des Krieges, zusammengesezt aus Schulsachverständigen, die die mannig fachen, durch den Krieg neu aufgeworfenen oder in neue Beleuchtung gerückten Schulfragen erörtern und darüber Gutachien erstatten sollte. Dennoch- gelang es nicht, die Mehrheit des Plenums für diese Forderung zu erwärmen. Selbst Unterzeichner der Resolution im Hauptausschuß fielen im Plenum um.
Warum dieses bedauerliche Ergebnis? Beim Zentrum und den Konservativen ist es nicht weiter verwunderlich. Beide Parteien fürchten, daß solche Konferenz doch ein erster Schritt auf dem Wege zum Reichsschulgeset sein könnte. Der Konservative b. Graefe sprach es offen aus. Das aber wollen sie nicht. Im preußischen Landtag find die starken Quellen der Kraft der Konservativismus und der Klerifalismus. Die wollen sie sich nicht verschütten. Ungehindert durch den Willen des Volkes wollen sie weiterhin über die Schule gebieten.
Unerwartete Unterstügung erhielten diese beiden Bar teien und andere Gegner der Resolution durch den bekannten Münchener Schulmann erschensteiner, der schon ein mal in einer Erziehungsfrage, bei der Novelle zum Vereins. gefes, fich vor seiner eigenen Fraktion, der Fortschrittlichen Boltspartei, getrennt hatte, um Arm in Arm mit der rechten Seite zu marschieren. Herr Kerschensteiner ist ein guter Pädagog und Schulorganisator, aber ein herzlich schlechter Bolitiker; sonst hätte ihm vor der Gemeinschaft, die ihm am Donnesstag zustimmte, bange werden müssen. Von unserer Bartei sprach Genoffe Heinrich Schulz , dem fich Sunert für die Sozialdemokratische Arbeitsgemeinschaft im wesentlichen anschloß. Für die Nationalliberalen sprach in zustimmendem Sinne Ortmann, für die Fortschrittliche Bolkspartei als Korrektur Kerschensteiners der Abgeordnete Siebkovich.
Die Anberaumung des Termins der nächsten Sizung| sche Regierung, sondern private wirtschaftliche Verwurde dem Präsidenten überlassen. Voraussichtlich wird das bände mit weitgehenden Annegionszielen hervorgetreten waren. Haus erst in der legten Aprilwoche wieder zusammenkommen. Ferner: Welchen Grad der Demokratisierung die Revolution Ruß Lands gebracht hat, ist noch nicht festzustellen. Das greifbarfte Re sultat sind bisher Dumawahlen auf Grund des allgemeinen gleichen
Der gemeuchelte Staatssekretär. In einer Anzahl Berliner Blätter findet sich im Reichstags- Bahlrechts. Wenn man so etwas während des Krieges bekommt, bericht vom Donnerstag an Stelle der Rede des Staatssekretärs Dr. dann darf man also sein Vaterland verteidigen. Wenn man aber Helfferich die Bemerkung, daß die Rede wegen Papier einen aus allgemeinen gleichen Wahlen hervorgegangenen Reichsmangels nicht habe gebracht werden können. Natürlich muß tag schon vor dem Kriege gehabt hat, dann ist Verteidigung des es etwas auffällig erscheinen. wenn in fünf oder sechs Zeitungen Vaterlandes ein Frevel. Natürlich wird die„ Bergische Arbeitergleichzeitig der Papiermangel gerade in dem Augenblid afut wird, stimme" jest auch ganz in der Ordnung finden, wenn Tscheidse und in bem Herr Helfferich den Mund auftut. Es handelt sich denn Kerenski die Kriegskredite bewilligen. auch um eine Art organisierten Vorgehens, wir möchten sagen, Das Bild im Spiegel. einen partiellen Streif von fünf Zeitungsverlegern, den diese, In seiner Vorrede zum Dorian Greh spricht Oskar Wilde notabene ohne vorherige Information ihrer übrigen Berufs- von der Wut Calibans, der sein Gesicht im Spiegel steht". Wir follegen, unternommen haben. Weil Herr Helfferich nach Ansicht werden hieran unwillkürlich erinnert, wenn sich jetzt alldeutsche dieser fünf Preßgewaltigen in der Frage der Papierlieferung an Blätter über einen Brief entrüsten, den ein Engländer an seinen die Breffe nicht entgegenkommend genug gewesen ist, haben sie Sohn, einen Fliegeroffizier, geschrieben hat, und in dem es heißt: beschlossen( es handelt sich um die Farmer weit ausgedehnter Inferatenplantagen), Herrn Helfferich an empfindlichster Stelle zu strafen. Er mag reden aber sie bruden es nicht. Herr Selfferich ist nun aber feineswegs gesonnen, es in Ruhe hinzunehmen, wenn die Perlen seiner Beredsamkeit auf diese Weise einem großen und zahlungsfähigen Publikum vorenthalten werden. Der Kampf verspricht fürchterlich zu werden; denn die AntiSelfferichsche Preßtoalition erstreckt sich vom äußersten rechten Flügel der Alldeutscher bis in die Reihen des radikalen Linksliberalismus. Doch Herr Helfferich wird seine Feinde schon zur Kapitulation swingen, wenn er ihnen einen zwar nicht mit Gold, aber mit Papier beladenen Giel in ihre Tore sendet.
Loebell nicht Bethmann.
" Ich wollte, ich hätte etwas au sagen; man würde dann jeden gefangenen Mann eines Unterseebootes wie einen Sund erschießen und ihm auch nicht die geringste Gnade gewähren. Die Engländer find viel zu menschenfreundlich und zu sentimental, sie würden sonst keine Gefangenen machen und töten, was fic fassen."
Wir sind die letzten, die für dieses Schreiben ein Wort der Entschuldigung haben. Aber wurde nicht vor kurzer Zeit auch be uns, und zwar in den„ Berliner Neuesten Nachrichten", von Hern mehr zu geben und feine Gefangenen zu machen? Erkennt man Otto Eichler der Vorschlag gemacht, an der Westfront teinen Pardon das verwerfliche selcher Vorschläge nur, wenn man sie im Spiegel der feindlichen Erregung wiederfindet?!
Bundesratsarbeit. In der Donnerstagiigung des Bundesrats gelangten zur Annahme: der Entwurf einer Befanm machung, betreffend Prägung von 8ebnpfennigstiden
Seit feiner legten Rebe im Abgeordnetenhaus hat es der preußische Ministerpräsident gehörig mit den Ronserbatiben ber borben. Nicht nur, daß die„ Kreuzzeitung " that vorwarf, sich in der aus gint, der Entwurf einer Bekanntmachung über die Befug Bose eines Bolts tribunen gefallen zu haben, auch der freikonsernisse der Reiche bekleidungsstelle, der Entwurf einer Bekanntmachung betreffend den Handel mit Opium und anderen Betäubungsmitteln, vative Herr v. Zeblik, der sich doch ständig dazu drängt, die den En wurf einer Bekanntmachung über den Handel mit Arzneipreußische Wahlreform zu machen( um fie beizeiten bremsen zu mitteln, eine Vorlage, betreffend Beichlüsse und Entwürfe von Vorfönnen), bekommt jest Angst, daß die Geschichte unter Bethmann ichriften zur Ausführung des Impfgeiezes, der Entwurf einer zu radikal werden könnte. Im roten Tag" bezeichnete er es als Verordnung über ausländische Wertpapiere, der Entwurf einer Bes -unerläßliche Voraussetzung der Wahlreform, fanntmachung, betreffend einige die Kriegsverordnungen ergänzende Vorschriften über Einziehung und über Veräußerung beschlagnahmte: Gegenstände. der Entwurf einer Bekanntmachung über die Pfändung bes Rubegeldes der im Privatdienst angestellten Perionen, und der Entwurf einer Bekanntmachung über die Aenderung des Gesezes, betreffend Höchstpreise.
daß die Regierungspolitik fich von Zufionen freihält und den festen Boden des historisch Gewordenen, der Wirklichkeit nicht berläßt. In bezug auf den Ministerpräsidenten sind in dieser Sinsicht gewiffe Befürchtungen nicht abzuweisen, es darf mur an die reichsländische Verfassung und an die Verheißung des König reichs Bolen erinnert zu werden. Sa che des Staats ministeriums wird es sein, etwaigen ideologi. schen Entgleisungen des Ministerpräsidenten rechtzeitig einen Riegel borzuschieben."
Bohlmeinend, wie Herr von Zedlig ist, rät er dem Ministerpräsidenten, seine Finger lieber ganz von der Wahlrechtsreform zu lassen und sie einem Geschickteren, nämlich dem Minister des Innern Herrn von Loebell, anzubertrauen.
Dem Ministerpräsidenten liegt diese Seite der Sache nicht. Es ist ihm, daher dringend zu raten, in bezug auf die parlamentarische Vorbereitung der Wahlrechtsfrage bem Minister des Innern völlig freie Sand zu lassen. Herr v. 2oebe!! stammt aus der Schule des Fürsten Bülow, der in der Inszenierung parlamentarischer Aktionen bekanntlich Meister war. Herr v. Loebell ist auch in dieser Beziehung lange Jahre die rechte Hand bes Fürsten Bülow gewefen, ihm darf man das nötige Geschid in der Behandlung von Personen und Parteien zutragen, die Wahlrechtsvorlage so vorzubereiten, daß bei ihrer Ginbringung für ihre Grundlage eine starte Mehrheit im Abgeordnetenhause gesichert ist.
Bon Herrn von Loebell wollen wir im Augenblid nur sagen, daß seine Programmrede wesentlich anders geflungen hat, als die Bethmanns. Wo der Ministerpräsident von Neuorientierung und Umlernen durch den Krieg sprach, hieß es beim Minister. des Innern Festhalten an bewährten Grundlagen" ufm. Aber eben deswegen erscheint wohl Herr von Boebell dem flugen Ottanio als ber geeignetere Mann zu einer Wahlreform nach seinen Begriffen.
Kriegsteilnehmer und Lebensversicherung.
Letzte Nachrichten. Amerikanischer Dampfer versenkt.
Haag, 22. März. Das Korrespondenzbureau erfährt, daß in Tarschalling ein Boot mit sieben Schiffbrüchigen des in den Grund gebohrten amerikanischen Dampfers aalbton angekommen ist.
Amsterdam , 22. März. Aus Terschelling wird berichtet, daß der amerikanische Dampfer Healdton in der Nähe der Doggerbant am 21. März, abends 8.20 Uhr, verfenkt wurde. Es wurden drei Boote ausgesetzt. Eines der Boote mit 8 Mann, darunter ein Schwerverwundeter, ist durch ein Torpedoboot nach Terschelling gebracht worden. Ein Mann der Besabung starb. Von den ande ren Rettungsbooten ist nichts Näheres bekannt. Der Healdton tam aus Philadelphia über Bergen nach Rotterdam . Das Schiff hatte 6000 Zonnen Petroleum an Bord.
Der deutsche Rüdzug.
London , 22. März.„ Times" warut in einem Leitartikel vor übereilter Extase über den Vormarsch der Alliierten an der Westfront. Es fei awar erfreulich, daß fo viel franzöfifches Gebiet surüdgewonnen worden sei, aber man müßte auch zugeben, daß der deutsche Rüdaug bisher ziemlich gut gelungen sei, und daß die Deutschen nur sehr wenig Mannschaften und keine Kanonen verloren hätten.
Jagd auf Offiziere.
Stodholm, 22. März
Stockholms Tidningen" erfährt
aus Saparanda, bak die Züge, die aur schwedischen Grenze tommen, in uleaborg und Tornea nach höheren Offi. tommen, in leaborg und Tornea nach höheren Offizieren burghiucht werden. Gestern wurden in leaborg allein fedis Offisiere und ein Oberst festgenommen. In Tornea og man den Chef der Grenzwacht unter der Bank eines Abteils hervor und führte ihn ins Gefängnis; außerdem wurden noch bier Offisiere aufgegriffen. Die finnische Zeitung Dagens Breß" meldet, daß in Kronstadt vor der Ankunft der Dumadelegierten der aus dem ruffifah- japanischen Krieg bekannte Admiral Bir an tommen, bezeugen, daß sich die Bolksmut befonders gegen die bon Soldaten ermordet wurde. Auch Reisende, die aus Petersburg Gendarmerie und die Offisiere wandte.
Eine große Anzahl der zum Heere Einberufenen, die in der Friedenszeit Berträge mit Lebensversicherungsgesellschaften abge schloffen hatten, tönnen während der Zeit ihres Militärdienstes eine Brämien entrichten und Laufen daher Gefahr, ihre Rechte und den größten Teil der bisher eingezahlten Brämien au berlieren. Diesem Mißstand mill ein fozialdemokratischer Antrag, der jegt beim Reichstag eingegangen ist, vorbeugen. Am Schluß der Sigung kam es zu interessanten und in Danach soll der Reichstag den Reichskangler ersuchen, auf Grund feltener Beise übereinstimmenden Erklärungen sämtlicher des Ermächtigungsgejebes vom 4. August 1914 anzuordnen, baß Parteiführer über eine sonderbare Art der Selbsthilfe fünf alle vor dem 1. August 1914 abgeschlossenen Lebensversicherungen großer bürgerlicher Zeitungen Berlins gegen die Regierung: von Kriegsteilnehmern und deren Angehörigen, für welche während weil sie nach ihrer Meinung nicht genug Papier von Herrn der Dauer des Krieges die Prämienzahlung eingestellt wurde, Selfferich bekommen hatten, boykottierten fie im Sigungs- bis drei Monate nach Friedensschluß in Kraft ge bericht seine große Rede vom Dienstag! Genoffe Scheidefest werden können. Und zwar foll dies in der Weise gemann nannte es mit Stecht ein Gegenstück zu der Benjur, fchehen, daß die Versicherungsnehmer entweder die nichtgezahlten Telegraphen- Agentur.) Mit Rücksicht auf die schwiegegen die sich die Zeitungen sonst mit großer Schärfe wenden. Brämien sinsfrei nach bezahlen oder verlangen fönnen,
Abgeordnetenhaus.
daß der Beginn und Endtermin der Bersicherung ohne Kürzung der Versicherungssumme um den Zeitraum hinausgeschoben werden, während dessen Prämien nicht gezahlt wurden.
Die Heimkehr der Amnestierten. Petersburg, 21. März.( Meldung der Petersburger rige materielle Lage der durch die Amnestie befreiten politischen Gefangenen und der Auswanberer hat der Ministerrat beschloffen, den durch die AmDas Abgeordnetenhaus erledigte am Donnerstag, dem neftie befreiten politischen Gefangenen freie Eisenbahnfahrt Tekten Tage vor der Dfterpause, eine umfangreiche Tages. zu gewähren, und den Minister des Aeußeren ermächtigt, den orbnung. Zunächst wurde die am Mittwoch abgebrochene Arbeitsgemeinschaft für Vaterlandsverteidigung. Auswanderern, die aus der Fremde nach Rußland Debatte über die Eingabe der östlichen und südlichen Vororte Der Standpunkt der Arbeitsgemeinschaft in der Frage der zurückkehren wollen, Geldbeihilfen zu bewilligen. Gleich betreffend Herbeiführung eines 2 aften ausgleichs für Baterlandsverteidigung ist im allgemeinen sehr schwankend. Nun zeitig hat der Ministerrat die Grenzbehörden angewiesen, Groß- Berlin beendet. Der Abg. Cassel( fortschr. Vp.) aber stoßen wir in einem der hervorragendften Blätter der Ar- wegen der Ausweispapiere feine Schwierigkeiten zu machen. faßte alle die Gründe, die gegen einen solchen Lastenausgleich beitsgemeinschaft, der Bergischen Arbeiterstimme", die der AbgeDas hungernde Athen. - Rückkehr der Entente- Gesandten. sprechen, zusammen und wandte sich besonders gegen den von ordnete Dittmann mit Vorliebe als Sprachrohr benutt, auf ein fast Bern, 22. März. Corriere della Sera " meldet aus Athen : fonfervativer Seite erhobenen Einwand, daß Berlin nur des- leidenschaftliches Bekenntnis zur Vaterlandsverteidigung. Ea Nach beinahe neun Monaten der scharfsten Blodade halb Widerstand leiste, weil es nicht zahlen wolle. Die wird dort geradezu als Pflicht des Sozialisten hingestellt, mit aller wurde gestern der erste amerikanische Getreidedampfer im Biräus Debatte, in deren Verlauf die Regierung erklärte, daß fie der Kraft für die Landesverteidigung einzutreten und auf jeden Fall ausgelaben, dessen Anfunft von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt Tendenz der Betition sympathisch gegenüberstehe, aber noch au berhindern, daß Gebietsteile, mögen sie national zum eigenen wurde. Die Brotfrage war in der lebten Zeit so dringend geworden, feine endgültige Stellung dazu genommen habe, endete Staate gehören oder nicht, an frembe Staaten abgetreten werden. daß, 4000 in Patras ansässige Italiener nach Italien zurüdfehren damit, daß die Petition unter Ablehnung eines Antrages auf Freilich wird diese Pflicht nur ausgesprochen für die russi- mußten und 2000 Bergwerksarbeiter in Laurium angewiesen wurZurückverweisung an die Kommission der Regierung zur Be- schen Sozialisten. Die Bergische Arbeiterstimme" schreibt: rücksichtigung überwiesen wurde. Es ist bemerkenswert, daß die Kommission nur Erwägung beantragt hatte, daß aber die städteieindliche Haltung des Zentrums und der Konservativen es zustande brachte, daß das Haus über diesen Befchluk hinausging.
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Die leberzeugung haben wir allerdings, bag jest unfere russischen Genossen für die Bandesver teibigung eintreten werden, denn die Landesvertet bigung ist jetzt die Verteidigung der Revolution. Der allergrößte Teil der Sozialisten wird den Russen dieses Recht auch nigt bei neiben wollen, denn eine Revolu Die Beratung des Antrages Heydebrand und Genossen tion, die ihr Regiment damit beginnen würde, auf Versorgung des inneren Marktes durch die Zentral. große Teile des Landes an eine frembe Regie Einkaufs Gesellschaft brachte feinerlei Ueber tung abzutreten, tönnte sich nicht behaupten raschungen. Doch kam in der Debatte eine allgemeine MißDies Bugeständnis ist in der Tat sehr interessant. Die Restimmung über die von der 3 E.G. beliebte Preispolitik zum volution hat Rußland bisher eine großbürgerlich- liberale RegieAusdrud, wenn auch andererseits die großen Verdienste der rung beschert, die noch leidenschaftlicher für Annegionen, nament 8.E.6. um die Boltsernährung nicht verkannt wurden. lich die Eroberung Konstantinopels eintritt, als es der Zarismus Erfreulich ist die bei Beratung der Kleinbahn- tat. Troßbem billigt das Blatt der Arbeitsgemeinschaft den ruffiborlage abgegebene Erklärung des Eisenbahnministers, daß schen Sozialisten schärftes Gintreten für die Landesverteidigung sich die Verkehrsschwierigkeiten in den legten Tagen wesentlich zu. Das ist dieselbe Arbeitsgemeinschaft, welche fich von der verringert hätten, was hoffentlich nicht ohne Einfluß auf fozialdemokratischen Fraktion bekanntlich deshalb trennte, weil diese nufere wirtschaftliche Lage sein werde. noch weiter die Kredite bewilligen wollte, als nicht etwa die deut
au
den, sich zur Abfahrt bereit zu halten. Die arme Bevölke rung lebte ausschließlich von Gräsern und etwas Geo müje, bas Bolt enthielt sich jedoch jeder Kundgebung wegen des Brotmangels. Von den angelommenen 4000 Tonnen Getreide foll nach Anordnungen des französischen Admirals an die bedürftigen Klassen verteilt werden, es darf jedoch nichts in die Regierungsdepots davon lommen. Die Blodabe wird weiterhin streng aufrechterhalten. Selbst die Zeitungen der Alliierten find verboten. Nachdem der französische Admiral die Erlaubnis zum Löschen des Tampfers erteilt hatte, tehrten der englische und ber russische Gesandte mit dem Gesandtschaftspersonal von Sa tamis nach Athen zurück. Vor den Gesandtschaften tourben die griechischen Schildwachen zurüdgezogen. Der franzöfifche Gesandte Guillemin wird im Laufe der Woche nach Athen zurüdfehren. Die Rüdfehr ber Gefandten wird von her griechischen Regierung und dem Volf begrüßt und als endgültige Wiederherstellung der Beziehungen zwischen der Entente und Grieland habe um jeden Preis neutral bleiben wollen, es sei aber ber chenland betrachtet. Die Athener Zeitungen schreiben, GriechenEntente nie feindlich gefinnt gewesen, die griechische Krise werde nun als gelöst betrachtet