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Nr. 88. 34. Jahrg.

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Berliner Volksblatt.

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Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berila",

Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands .

Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3.. Ferniprecher: Amt Moritplak, Nr. 151 90-151 97.

Freitag, den 30. März 1917.

Expedition: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsbrecher: Amt Morinvlag, Nr. 151 90-151 97.

Die Politik des Herrn von Bethmann.

die

Dann fommt der Kanzler auf den Punkt, an dem sich herigen Meldungen sehr gut angelassen, trouvent Scharfe Kritik im Reichstag. Geiſterſcheiden. Die Latfache, daß die Mehr- tereiss jest überall im Sperrgebiet ein fühlbarer Rüdgang ber beit des Reichstags cine Neuordnung noch während Schiffahrt eingetreten wäre und die N- Boote sehr viel weniger des Krieges fordert, kann auf ihn nicht ganz ohne Eindruck Schiffe anträfen. Letzteres sei in der Hauptsache dem Verhal­bleiben. Er ist noch nicht überzeugt, aber er läßt der Hoff- ten der Neutralen zuzuschreiben. Die Marine habe es sehr nung Raum, daß er seine Meinung auch noch ändern könnte. begrüßt, daß die neutrale Schiffahrt das Sperrgebiet meide. Neu­Die. Linke ist still, und von der Rechten fällt hier und da trale Schiffe zu versenken, sei für unsere Streitkräfte schmerza tropfenweise ein sehr richtig!"

lich, eine harte, aber unbedingte Notwendigkeit. Die Marine hoffe, daß ihre eindringliche Warnung, das Sperrgebiet zu befahren, in immer steigendem Maße in neutralen Schiffahrtstreifen Ver­ständnis und Beachtung finden werde.

Unsere Feinde, vor allem England, versuchten mit allen

Wer noch nicht aufhören will, auf den Reichstag rechts Wer noch nicht aufhören will, auf den Reichstag rechts von der Sozialdemokratie gewisse Hoffnungen zu feßen, der wird den gestrigen Zag der Kanzlerdebatte als einen freundlichen begrüßen dürfen. Nach drei Reden, die einander folgten, gewann es den Anschein, als ob sich im Schoß der deutschen Bolksvertretung ein neues Willenszentrum Es war ein vorsichtig gewählter Ausweg. Aber Herr bilden sollte, als ob sich der Reichstag in seiner Mehrheit der v. Bethmann verkennt noch immer den Ernst der Situation. Bflicht bewußt würde, nicht als Geführter, sondern als Die Frage der inneren Politik ist seit kurzem die Hauptfrage Führender an der Gestaltung deutscher Volksschidsale mit der auswärtigen Bolitik geworden, und darin liegt jest zuwirken. Die Rede des Herrn Peter Spahn , mit der die De die lange Dauer des Arieges ungeduldig macht, sondern weil sprechungen, mit Berheimlichungen und Verschleierungen der Die Rede des Herrn Peter Spahn , mit der die De.! ihre lebenswichtige Bedeutung. Bir drängen nicht, weil uns Mitteln, mit Swang und Schikane, mit Forderungen und Ver­batte eröffnet wurde, ist freilich vom Hauch des neuen Geistes das friegführende Deutschland politisch in eine ungünstige Schiffsverluste, mit falschen Angaben über Versenkung deutscher Zusammenhang mit dem lebendigen Geschehen, und sie be- age gekommen ist. Es kann und darf nicht so u- Boote die Neutralen zu bewegen, weiter die Zufuhr nach England Bufammenhang mit dem lebendigen Geschehen, und sie be- bleiben, daß Deutschland gegenüber allen aufrechtzuerhaften und ihre Sant für fie au Markte zu tragen. Ant ſtärkt uns in der Auffassung, daß das Zentrum immer mehr Gegnern, mit denen es um icin Daiein ringt, 22. Februar habe der englische Marineminister Garson im Varia­einem Zustand der Versteinerung verfällt, der ihm schwerlich als das politisch rädständigste Gebilde er ment erflärt: Niemals würde er sich dazu verstehen, Berlufte zum Vorteil dienen kann. Von dem demokratischen Einschlag fcheint. zu verheimlichen." Wenige Tage später aber habe er die Veröffent der Süddeutschen und der christlichen Arbeiter ist da nichts zu Darum ist die Neuorientierung", über die man vor ein lichungen eingestellt. Der Grund dafür liege für jeden, der spüren. Erft mit der Rede unseres Genossen Nos ke wurde die paar Wochen noch behaglich in der Kaminecke plaudern fonnte, sehen wolle, klar auf der Hand. Wir könnten uns auch hier damit mit einemmal zur nationalen Lebensfrage geworden. begnügen, dem Gebaren unserer Feinde gegenüber die Tat­Debatte im eigentlichen Sinn des Wortes politisch. Denn in Und darum kann uns die Antwort des Reichskanzlers fachen sprechen zu lassen. Die Neutralen hätten selbst zu ent­ihr lebte der starke Pulsschlag einer vorwärts stürmenden nicht befriedigen. Sie übersieht den entscheidenden Punkt. scheiden. Wir müßten und könnten mit aller Ruhe ihren weiteren Zeit. Es war eine Rede von Heute, das schon wieder ganz lind to bleibt uns als Ergebnis des Tages nur die Genug- Entschließungen entgegenschen. In der Marine sei alles baupn anders ist als das Gestern, eine Rede von: 29. März, der fchon wieder ein ganz anderer Tag ist als der 14. März, errung darüber übrig, da er lag in idiner Merturierung vom Fistfuchef an, der mitiren iritz fchon wieder ein ganz anderer Tag ist als der 14. März. Herr heil diefen entscheidenden Puntt doch raicher und richtiger er- hinter den Booten für und ihnen v. Bethmann mochte für die Rede, die er an jenem Zage faßt zu haben scheint. Wag die geftrige Debatte es doch in bildungsmöglichkeit fichele, zum im preußischen Abgeordnetenhaus gehalten hatte, eine bessere alle Gehirne gehämmert haben, daß gehandelt werden muß, daß die übernommene Aufgabe auch Zenjur erwartet haben. Aber inzwischen sind: Weltereignisse cingetreten, die es uns ganz unmöglich machen, uns mit den daß jest gehandelt werden muß, und daß jeder Tag des Ende durchgeführt werden würde. Versäummiffes schwersten Schaden für das deutsche Volk be­guten Absichten des Reichstanzlers zufrieden zu geben. Herr deuict. Wir können nicht so, wie wir müssen, einer Welt von dreifferich, bic tenischen Erwartungen, b. Bethmann hatte früher vielleicht auch geglaubt, wenn die Feinden standhalten, wenn wir ihnen nicht in die Augen unsere U- Boote gefeht worden seien, hätten sich voll erfül Sozialdemokratie die Stanzlerfronde befämpfe, jo tue fie es bliden dürfen als Bürger unseres Staats, die so frei sind wie Damit fei die Gewähr dafür gegeben, daß auch die wirtschaft. feiner Person und feiner Politik zuliebe. Dieses Mißver fie. Wir versperren uns den Weg zu dem erwünschten baldi- lichen Erwartungen erfüllt würden. Der Schiffsverluft ständnis ist nun gründlich beseitigt. Nostes Rede wurde zum Ereignis durch die wohltuende Energie, mit der sie zum Aus- gen Frieden, wenn wir noch weiter die Legende wuchern lassen, unferer Feinde fei heute schon so groß, daß fie, namentlich England, drud brachte, daß die Sozialdemokratie das tut, was sie zum eine Welt der Freiheit fämpfe gegen uns als gegen den alle Anstrengungen machten, um die neutrale Schiffahrt legten Hort der Despotie. Wohl des Volfes für notwendig hält, ohne jede Rücksicht auf Dreimal ist gestern dem Reichskanzler sein eigenes Wort einzelne Bersonen! entgegengerufen worden. We he dem Staatsmann, nichterfennt!" uns nicht genügen, menn fich der Reichskanzler borbehält, diese Zeichen der Zeit später einmal zu erkennen, denn wir und er haben feine Beit zu verlieren.

Noske kritisierte die auswärtige wie die innere Politit

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Im Anschluß hieran erklärte Staatssekretär

zur Hilfeleistung zu bewegen.

der Regierung und forderte eine politische Neuordnung in der bie 3 eichen der 3 eit nicht erkennt!" Es fan Das neue Rußland und der Krieg

Reich und Staat jo fort!

Die folgende Rede des Fortschrittlichen Volksbarteilers Herrn Dr. Müller- Meiningen flang, soweit sie sich mit der Regierungspolitik beschäftigte, etwas fanfter, fachlich lies aber Der Reichstanzler hat auf der Linken kaum einen periön auch sie auf eine scharfe Verurteilung der inneren till standspolitik hinaus, die der Reichskanzler bisher be­trieben hatte. Auch Herr Müller- Meiningen forderte im Namen feiner Partei die Vornahme freiheitlicher Reformen

fofort!

Die dramatische Spannung stieg, als nun Herr Dr. Stresemann namens der Nationalliberalen gleichfalls von links her gegen den Reichskanzler antrat. Diese Stede des jungen nationalliberalen Führers war ganz bortrefflich, fie zeigte, wie der Mensch wächst, wenn sein Geist einmal frei die Schwingen zu regen wagt. Stresemann sagte bittere Wahrheiten über die Bewährung des bestehenden Systems

Kopenhagen 3 Politiken" behandelt im Leitartikel die Stellung des neuen Rußland zum Krieg und schreibt u. a.: Wir

haben schon einmal darauf aufmertfam gemacht, daß feit dem ersten lichen Feind. Was fie in Gegensatz zu ihr stellt, md was Tage der Revolution bezüglich des imperialistischen Ka dielen Gegenjak zu verschärfen droht, das ist die Sache selbst. dettenprogramms ein vollkändiges Schweigen um die es geht: es ist eine Meinungsverschiedenheit über die eingetreten ist. Die Note, die Miliutow an die ruffi: politischen Maßnahmen, deren Deutschland bedarf, um sich fchen Vertreter im Auslande gerichtet hat, enthielt in der feiner Feinde zu erwehren und bald zu einem gedeihlichen in Kopenhagen eingetroffenen Faffung nichts über die Kriegsziele. Frieden zu kommen. Hier aber wird die Sozialdemo- Charakteristischerweise jedoch ist nun festgestellt, daß jedenfalls der fratie und sollte mit ihr die Reichstagsmehrheit in schärf- Text, der nach Frankreich und Italien ging, den energischen Baffus ser Entschiedenheit beharren, denn in solchen Fragen gibt es über Rußlands Willen, den Kampf gegen den gemeinsamen Feind fein Kompromiß!

( tetstagsbericht fiehe 1. Beilage.)

auf dem Gebiete der auswärtigen Bolitik, er zog einen scharfen Die Erfolge des U- Boot- Krieges.

Trennungsstrich zwischen dem Geist der Volksverteidigung und jenem des militärischen Absolutismus, mit dem und

Geringe Verlufte.

dessen Verkünder, Herrn v. Schorlemer er ordentlich ab- Berlin , 29. März. Im Hauptausschuß des Reichstags machte red nete. Auch ihm scheint eine gründliche Neuordnung im heute der Staatssekretär des Reichsmarineamts Innern noch während des Krieges unerläßlich. Ganz v. Capelle vertrauliche Ausführungen über den U- Boot- Krieg, besonderes intereffe mußte es aber erregen, mit welcher aus denen mit erfreulicher Deutlichkeit erhellt, daß alle Erwartungen Wärme sich der nationalliberale Redner für das par- fich bisher in vollstem Umfange erfüllt haben. Das im Iamentarische System aussprach. Beginnt es zu tagen?

zu Ende zu führen, enthielt. Auch in den zahlreichen Ausführungen der Minister, die in russischen Blättern erschienen, wird man per gebens eine Aufklärung über das Programm der Regierung hinsichtlich der äußeren Politif suchen. Man wird andauernd nur auf die großen inneren Aufgaben hingewiesen.

"

Bezeichnend ist auch ein Artikel in dem großen liberalen Blatte Dien ", das für eine Politik noch etwas weiter nach links als die Kadetten eintritt. Es heißt darin wörtlich: Die konstitu ierende Versammlung muß sich in erster Reihe end­gültig über die Frage flar werden, ob Krieg oder Frieden. Aber schon vorher fann die vorläufige Regierung erklären, daß sic fürzesten Monat tros der ungünstigsten Witterung, tros des Eis. alle Eroberungsziele zurückweißt, die fälschlich Befreiungsziele ge gengs in unseren Flußmündungen, des langanhaltenden Rebels und nannt werden. In dieser Hinsicht ist der Volkswillen so deutlich Der konserbatibe Graf Be starp mußte sich abermals ber fangen Nächte erzielte Ergebnis von 781 500 Zonnen im zum Ausdruck gekommen, daß man nicht im Irrtum darüber sein mit der schon gewohnten Rolle des vorsichtig zurückgehenden Februar eröffne die besten Aussichten für die Zukunft kann, welche Haltung die konstituierende Versammlung ein­Verteidigers begnügen. Er ist flug genug, sich nicht erst von um so mehr, da nicht nur die Zahl der U- Boote in der Front in Nicht ein sozialdemokratisches, sondern ein einflußreiches libe­Jords Spuren schreden zu lassen, er weiß, daß Gerausforde- stetigem Wachsen begriffen sei, sondern auch die Boote selbst rales Blatt spricht diefe Worte. Die Geschichte wird vielleicht rungen Wirkungen haben, die der Absicht entgegengesezt sind. bas Urteil fällen, daß der Frieben an jenem Sonntage einen Schritt vorwärts machte, an dem die Kriegspartei Er gibt nichts auf und wartet ab. glaubte, die Macht in Rußland erhalten zu haben.

Und dann: Der Herr Reichskanzler hat das Wort." Dig Spannung ist nicht gering. Denn Herr v. Bethmann befindet sich in einer Situation, die für einen parlamentari­schen Minister schon recht bedenklich wäre.

an

nehmen wird.

China geht gegen Oesterreich vor.

immer leistungsfähiger würden. Alle in den feindlichen und auch in einem Teil der neutralen Blätter enthaltenen Angaben über die Bernichtung von zahlreichen U- Booten seien erfunden. Die Verluste hielten sich im Gegenteil an der un­teren Grenze deffen, was die Marine von Anfang an in ihre Berechnungen eingestellt hätte. Der Frontzu wachs Er ist so geschickt, die russische Frage an die Spike U- Booten überträfe in den Monaten Februar und zu stellen, in der er seine Uebereinstimmung mit der Meinung März die Verluste bei weitem. Für die Gesamtzahl der Basel , 29. März. Havas meldet: Man berichtet den des ganzen Hauses feststellen kann. Der Bar ist auch für uns Boote käme die Zahl der verlorengegangenen U- Boote über Blättern aus London : Der chinesische Gesandte in Wien erledigt, wir spekulieren nicht auf die mindeste Gegen- haupt nicht in Betracht. Unsere Gegner machten allerdings wurde beauftragt, bei der österreichisch - ungarischen Regierung revolution und haben den Wunsch, mit dem be- die größten Anstrengungen, der U- Boot- Gefahr Herr zu werden. anzufragen, ob sie sich mit Deutschland inbezug freiten russischen Bolf bald einen für beide Wenn diese mit Reden in Parlament und Geschrei in den Zeitungen auf den verschärften Tauchbootkrieg solidarisch er­Teile ehrenbollen dauernden Frieden überwunden werden könnte, dann wäre sie allerdings ichon ver- fläre. ichließen zu können. Da ist es wieder wie in den schwunden. Er könne fich damit begnügen, den Redereien unserer Aus dieser Frage, über deren Beantwortung China vor­bergangenen Lagen, und der Reichskanzler findet auch bei den einde die Tatsachen gegenüberzustellen: große Erfolge, sehr geringe weg tlar sein wird, ergibt sich, daß auch Desterreich- Ungarn Sozialdemokraten Beifall Berluste. Auch der Monat März habe sich nach den bis vom chinesischen Markte berdrängt werden soll.