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Gewerkschaftsbewegung

Deutsches Reich .

Gauleiter- Konferenz des Buchbinderverbandes. Am Sonnabend, den 28. April, fand im Berliner Gewerkschafts­Hause eine Gauleiterfonferenz des Buchbinderverbandes statt, an der außer den Gauleitern der Verbandsvorstand, der Borsigende des Verbandsausschusses sowie Vertreter der Tariffommission von Berlin , Leipzig und Stuttgart teilnahmen. In einer eingehenden Debatte wurden alle Vorkommnisse der letzten Zeit, insbesondere die wilden Streiks, sowie die verschiedenen Pläne gestreift, melche darauf hinauslaufen, neue wilde Streits hervorzurufen. Wohl wurden die durch den Krieg hervorgerufenen Unzufriedenheit er­meckenden Ernährungsverhältnisse sachlich gewürdigt und bemerkt, daß manches getan und noch mehr unterlassen worden sei, was der Voltsernährung zuträglich sei, aber mit Entschiedenheit wurden von fast allen Rednern die Versuche unverantwortlicher Personen zurückgewiesen, diese Unzufriedenheit gegen das feste Gefüge der Gewerkschaften auszuspielen, um ihre politische Suppe Sabei zu fochen. Die politischen Streitigkeiten müßten von den Gewerk­schaften ferngehalten werden, und diese müßten ihre Angelegen heiten zum Rußen der wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder selbst regeln.

Entsprechend diesen Grundsäßen faßte die Goulettertonferenz, fast einmütig folgende Entschließung, und beschloß, diese schnellstens zur Kenntnis der Mitglieder und der Berufsgenossen zu bringen. An die Mitglieder des Deutschen Buchbinderverbandes. In der Einigkeit liegt unsere Stroft. Das ist ein alter Grund­faß unseres Verbandes, der aber nicht nur im gewerkschaftlichen Stampf, fondern ebenso im Kriege zutrifft. 28ährend der nun fast dreijährigen Kriegszeit haben alle Schichten unseres Voltes zusammengestanden in der Abwehr der dem Deutschen Neiche von einer gewaltigen Uebermacht offen angedrohten Entveißung wert voller Bandstriche, der gewaltsamen Aushungerung Deutschlands und Der Unterbindung seines industriellen Bebens. So muß es auch weiter bleiben, bis der Krieg zu einem glücklichen Ende geführt werden kann. Die mit dem Vorstand und dem Vertreter des Ausschusses versammelten Gauleiter des Verbandes sind einig mit der Generalkommission der Gewerkschaften in dem Verlangen, baß dem Kriege möglichst bald ein Ziel gesezt werde unter Bedin­gungen, bie es fermechin wieder ermöglichen, mit den Nachbar­

vollern in Frieden und Freundschaft zu leben, die aber auch die

Demonstrationsstreifs passen nicht in die jebige, in mehrfacher Hinsicht gefahrbrohende Zeit.

Diese Tatsache ist so selbstverständlich, daß man sich eigentlich nur wundern muß, daß sie als besonders erwähnenswert im Ge Wir vertrauen darauf, daß unsere Kollegenschaft bei aller be fahäftsbericht des R.-.-. betont wird. Die mitten im Produktions rechtigten Wahrnehmung ihrer wirtschaftlichen Interessen, für die prozeß stehenden Arbeiter sehen eben mit eigenen Augen, wo es wir gleichzeitig nachdrücklicht eintreten, nicht durch Beteiligung an, fehlt, ihre praktische Erfahrung läßt die zivcdmäßige Gestaltung wilden Streits sich und ihre Berufsorganisation zvedlos in Gefahr der Schußeinrichtungen an den Maschinen am besten erkennen. zu bringen. Die Organisation ist allein im weiteren Verlauf des Krieges und nach Beendigung desselben in der Lage, die wirt schaftlichen Interessen der Kollegenschaft wahrzunehmen und muß deshalb unter allen Umständen hochgehalten werden. Weist daher alle etiva auf Störung der Einigkeit abzielenden Versuche weit von Euch! Hütet Euch vor Einflüsterungen unverantwortlicher

Ratgeber!

Berlin , den 28. April 1917.

Vorstand, Ausschuß und Gauleiter des Deutschen Buchbinderverbandes.

Industrie und Handel.

Der Erfolg der sechsten Kriegsanleihe. Das endgültige Er­gebnis der feciften Kriegsanleihe macht nicht weniger als 12 978 940 700 M. aus ein neuer gewaltiger Rekord! Auch das flache Land hat sich etwas reger beteiligt, wie aus der Steigerung der Zeichmungen bei den Kreditgenossenschaften von 847 auf 1103 Millionen Mark hervorgeht. Es entfallen auf 5% Reichsanleiheftüde Schuldbuchverschreibungen mit Sperre bis 15. April 1918 4% Reichsschaganweisungen 1361,4

"

9 051,4 Millionen Mart 2 566,2

12 979,0 Millionen Mart Ferner wurden angemeldet ältere Kriegsanleihen zum Umtausch in 4% proz. Schazanweisungen der sechsten Kriegsanleihe 492,7 Millionen Mark. Diese 492,7 Millionen find in den obigen Summen nicht inbegriffen.

Das argentinische Weizenausfuhrverbot soll bei einem guten Gr. gebnis der angeordneten Bestandsaufnahme gemildert werden.

Soziales.

Gerichtszeitung.

Beffere Kontrolle auf dem Lande!

Bor dem Schöffengericht in Schwerin ( Mecklenburg ) hatte sich die Erbpächtersfrau E. Meyer in Bitton zu verantworten, weil fie von ihren sieben Kühen ein halb Jahr lang keine Butter ab geliefert hatte. Sie behauptete, daß die Kühe in der fraglichen Zeit fast alle trocken gestanden" hätten. Der als Zeuge vers nommene Dorfschulze mußte erklären, er habe sich nicht parum gefümmert, ob jeder die richtigen Mengen ablieferte;&.01= trolle habe er nicht ausgeübt. Schließlich wurde die Angeklagte, weil das Gericht zu der Ueberzeugung tam, daß sie zweifellos erhebliche Mengen Butter zu wenig abgeliefert hätte, zu 150 M. Geldstrafe verurteilt.

Grundbesizer, sogenannte Häusler . Alle haben offenbar an Milch Bittow hat 11 Vollbauern, 6 Halbbauern und 11 fleinere oder Butter abliefern können, was sie wollten." Kontrolle" hat der Ortsvorsteher nicht geübt". Wenn das in Mecklenburg etiva allgemein so ist, wären dringend die zwingendsten Vorschriften für bessere Kontrolle angebracht. Mit wortreichen und flangschönen Aufrufen ist es nicht getan.

Milde Richter fand der Rittergutsbesiber Graf v. Blücher auf sinden( Mecklenburg ), der vor der Straffammer in Güstrow angeflagt war, im Frühjahr 1915 Mehl und Brotgetreide an feine Sunde verfüttert zu haben. Mit einer Geldstrafe von 100 M. fam cr davon.

Aus aller Welt.

Der neue Typus der 4 proz. Sazanweisungen hat also feine allzugroße 8ugkraft ausgeübt tros des großen Vorteils der durch die Auslofung gebotenen Kurssicherung. Die Ein Zug von einer Lawine verschüttet. Zahl der Zeichnungen bis 200 m. beträgt 3 844 884 eine wahrs Sonntag abend 5 Uhr stürzte bei Hochwald am haft stattliche Ziffer, die auch dann nicht von ihrer imponierenden Davoser See von der Druſatscha herunter eine gewaltige Größe verliert, wenn eine Anzahl von Doppelzeichnungen an- Lawine auf den in Davos - Play von Landquart- Stlosters ein­treffenden Zug der Rhätischen Bahn . Der aus einer Zofo­genommen wird. motive, drei Personen- und einem Gepäckwagen bestehende Zug wurde mitten auseinandergerissen, die beiden letzten territoriale Uebersebrtheit und die wirtschaftliche Entwidelungs­Wagen etwa 50 Meter aus dem Geleise geworfen, der übrige möglichkeit des eigenen Landes sicherstellen. Sie sind weiter einig Teil des Zuges von der Lawine teilweise 10 bis 15 Meter mit allen Arbeiterorganisationen in dem Verlangen nach freiheit tief zugedeckt. Die Lawine kam infolge des Zusammenstoßes Tichem Ausbau der inneren Einrichtungen Deutschlands und seiner init dem Zug zum stehen. Die Insassen namentlich der letzten Bundesstaaten, in dem Verlangen nach Rationierung und gleid Die Notwendigkeit der Zuziehung von Arbeitervertretern zur Wagen konnten zum Teil unverlegt aus dem Zug springen mäßiger Verteilung aller im Lande vorhandenen Lebensmittel, Unfallverhütung. oder aus den umgeworfenen Wagen steigen, Feuerwehren in der Bekämpfung wucherischer Ausbeutung des Volkes und in Es ist ein altes Verlangen der Arbeiterschaft, zu allen Maß- md große Scharen der in Davos internierten deutschen der Forderung der Kriegszeit entsprechenden Arbeitslöhnen. nahmen des praktischen Arbeiterschutes herangezogen zu werden. Soldaten sowie zahlreiche andere Hilfsmannschaften wurden Andererseits sind wir Unterzeichnete aber auch überzeugt, daß Die Berechtigung dieses Verlangens findet eine direkte Bestätigung mit einem Hilfszug an die Unglücksstätte geführt. alle Kräfte angespannt werden müssen, um den Bedürfnissen des im nun vorliegenden Geschäftsbericht des Reichsversicherungsamtes Heeres und der im Lande verbliebenen Volksgenossen hinlänglich für 1916. Es wird gesagt, daß die Beratungen gemäߧ 857 der Bis jetzt sind acht Tote geborgen, darunter eine Frau Rechnung zu tragen. Willkürliche Unterbrechungen des Arbeits- Reichsversicherungsordnung, wonach alljährlich der Vorstand der Emilie Frion aus Stuttgart . Der Zugführer wird vermißt. ganges müssen vermieden werden. Auch unsere Tarifgemeinschaften Berufsgenossenschaft unter Hinzuziehung der Vertreter der Ver­erfordern regelmäßige Arbeitsleistungen. Wir warnen deshalb sicherten zu den Berichten der technischen Aufsichtsbeamten Stellung Berantwortl. f. Politit: Dr. Franz Diederich, Berl- Friedenau ; für d. übrigen alle unsere Stollegen und Kolleginnen in Uebereinstimmung mit zu nehmen und die zur Verbesserung der Unfallverhütungsvor- Teil d. Blattes: Alfred Scholz, Neuföln; für Inserate: Th. Glocke, Berlin . dem vom Vorstand unseres Verbandes bereits veröffentlichten Auf- schriften gebotenen Maßnahmen anzuregen hat, zu manchen An- Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet it. Berlagsanstalt Paul Singer& Co ruf vor der Beteiligung an wilden Streits, die der Arbeiterschaft regungen geführt haben, die bei der weiteren Ausgestaltung der zurzeit von ungenannten Personen empfohlen werden. Politische Unfallverhütung verwertet werden sollen. Hierzu 1 Beilnge und Unterhaltungsblatt.

Direktion Max Reinhardt . Deutsches Theater .

7 Uhr: Der Geizige. Mittwoch: Der Geizige. Kammerspiele.

7 Uhr: Fasching.

Mittwoch: Fasching.

Volksbühne. Theat. a.Bülowplatz. 7 Uhr: Volk in Not.

Mittwoch: Die Ratten.

Lessing- Theater.

7 Uhr: Madame Legros. Mittwoch: Madame Legros. Donnerstag: Peer Gynt.

Deutsch . Künstler- Theater.

Allabendlich 7, Uhr: Der Kammersänger. Comtesse Mizzi. I. Klasse.

Theater i. d. Königgrätzerstr. URANIA

Dir. C. Meinhard

R. Bernauer.

7, Uhr: Erdgeist.

Komödienhaus

Taubenstraße 48/49. 8 Uhr:

Zirkus A. Schumann

Dienstag, 1. Mat, abds. 7%, Uhr: Das vollständ. neue Programmi. Gastspiel des weltberühmten Joe Labero. Der Mann mit dem sechsten Sinn! genannt das Rätiel der Welt! Bolt& Leo, der fallende Mann m. der Leiter. Berta Steiner und Bartner, Kunstichüßin. Tato& May, fom. Tanzfünffler. Hadges& Billes i. ibr. neuen Schöpfung. 3 Philipps i. ihr. Auffeh. erreg. Darbietungen. Nur noch kurze Beit!

7%: Die verlorene Tochter. Der Vierwaldstätter- See DieSeeräuber

Berliner Theater

720 Uhr: Die tolle Komteß.

und der Gotthard .

Theater für Dienstag, den 1. Mai.

Deutsches Opernhaus, Charlottenb. Neues Operettenhaus

7 Uhr: Feuersnot.

Die glückliche Inscl. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater.

Schiffbd. 4a. Kassentel.: Nord. 281.

TU.: Der Soldat der Marie.

7 Uhr: Das Dreimäderlhaus. Residenz- Theater.

Gebr. Herrnfeld- Theater. 7% Uhr: Ehe- Urlaub.

Kleines Theater 7. Hans im Schnakenloch.

Komische Oper

7 Uhr Die Dose Sr. Majestät.

20 Min.:

Lustspielhaus

7%, Uhr: Die Warsch. Zitadelle.

Sebiller- Theater O

7.1.M. Der Tartuff. Sganarell.

7% U.:

Schiller - Th. Charlottenb.

7.Uhr: Der Bibliothekar.

Thalia- Theater

25 Min.:

7 Uhr Das Vagabundenmädel. Theater am Nollendorfpl.

3 Uhr: Die Räuber.

7. Die Gulaschkanone.

M: Die blond. Mädel v. Lindenhof Theater des Westens

70:

Metropol- Theater

7 Uhr Die Czardasfürstin.

10 Min:

Reichshallen- Theater.

Stettiner Sänger.

1. M. Stolze Thea.

7 Uhr:

Trianon- Theater

72 Uhr:

Dreheri. Jägerblut.

NATIONAL- THEATER

8. Größter Lacherfolg. 8.

Studentenliebchen.

Cabaret ,, Feldgrau." Boffe mit Gesang. Lanz in 3 Aft.

Anfang 7, Uhr. Für Militärpers. an den Wochentagen vollkommen freier

Eintritt zu den

Mufit von Walter Bromme . Comutag 32 Uhr: Jugend. Vorverkauf ab 10 Uhr ununterbrochen.

Walhalla- Theater.

74 Uhr:

Stettiner Sängern. Der fidele Bauer.

Berliner Konzerthaus

Mauerstr. 82

Zimmerstr. 90/91.

Heute: Großes Konzert

des Berliner Konzerthaus Orchesters,

Anfang 7, Uhr.

Leiter: Komponist Frz. v. Blon. Eintritt 30 Pf.

Anfang 7%, Uhr.

An allen Nachmittags- Konzert hei freiem Eintritt

Wochentagen

und

voller Orchesterbesetzung.

12

Kurzes Gastspiel! Joseph Plaut

dazu dor

glänzende Mai- Spielplan!

Berlin SW.

Rose- Theater. Für jeden Staatsbürger hochbedeutsam

71, Uhr:

1330

Das Findelfind.

Die Erneuerung

Apollo des preußischen Wahlrechts

FRIEDRICHSTR AN DER KOCHST Allabendlich 7, Uhr: Das vielseitige

Varieté- Programm!

Die Kasse ist ab 10 Uhr geöffnet

202

Palast

Theater Tägl. 7

An Zoo Sonut. 3, u 72 Gastspiel der Schlierseer

mit Xaver Terofal . Heute zum 1. Male:

St. Georg, der Drachentöter.

Heiteres Stück in 3 Akten. Morgen dieselbe Vorstellung. Sonntag 3: , Der Herrgottschnitzer

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Hervorragende Svezialitäten.

84, Ubr: Stürmischer Beifall. Großer Heiterkeitserfolg

Wenu's Milüfterl weht.

Sonntag 4 Uhr: Sein Puppchen.

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