Nr. 132. 34. Jahrg.
Abonnements- Bedingungen:
Abonnements. Breis pranumerando Bierteljährl 8,90 mt, monatl 1,30 RL möchentlich 30 Bfg. fret ins Haus Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,30 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost Seitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Tür Deutschland und Desterreich. Ungarn 2,50 Mart, für das übrige Ausland 4 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an Belgien , Dänemar Holland, Italien , Luxemburg , Portugal Rumänien , Schweden und die Schweiz
Ericbeint täglid.
5 Pfennig
Die Infertions- Gebühr
Seträgt für die sechsgefbaltene Solonel. geile oder deren Raum 60 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das fettgedruckte Wort 20 Big.( guläfftg 2 fettgedruckte Borte), jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellenan zeigen das erfte Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buch. staben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächite Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet.
Redaktion: SW. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Morigplas, Nr. 151 90-151 97.
Dienstag, den 15. Mai 1917.
Expedition: Sw. 68, Lindenstraße 3. Fernsprecher: Amt Moritplas, Nr. 151 90-151 97.
Erbittertes kämpfen bei Bullecourt. Gesteigerter Artilleriekampf zwischen Lens und néant, Prunay und Auberive. Amtlich. Großes Hauptquartier, den 14. Mai 1917.( W. Z. B.)
Westlicher Kriegsschauplah. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht..
An der Küste, im Ypern - und Wytschaete- Bogen nahm die Artillerietätigkeit zeitweise zu.
Nachdem das starke Artilleriefeuer auf dem Kampffeld von Arras tagsüber stellenweise nachgelassen hatte, sette es abends zwischen Lens und Quéant mit erneuter Heftigkeit ein. Englische Teilvorstöße bei Oppy und Fampoug scheiterten. Die Kämpfe bei Bullecourt wurden mit Erbitterung fortgesetzt. In zähem Ringen behaupteten wir die Trümmerstätte des Dorfes gegen mehrere feindliche Angriffe.
In St. Quentin wird die Zerstörung durch Beschießung des Feindes täglich größer.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz..
An der Aisne - Front ist die Lage unverändert. In der Champagne erreichte der Artilleriekampf, besonders zwischen Brunay und Auberive, beträchtliche Stärte.
Der Feind verlor am gestrigen Tage 12 Flugzeuge und cin Feffelballon. Leutnant Wolff schoß seinen 30., Leutnant Freiherr v. Richthofen seinen 24. Gegner ab.
Deftlicher Kriegsschauplah.
Geringe Gefechtstätigkeit.
Mazedonische Front.
Zwischen Prespa - See und Vardar blieb die Artillerietätigkeit lebhaft. An einzelnen Stellen gegen unsere Linien vorgehender Feind wurde abgewiesen.
Der Erste Generalquartiermeister.
Ludendorff.
Abendbericht.
Berlin , amtlich, 14. Mai abends.
Wechselnd starke Artillerietätigkeit an den Kampffronten im Westen.
Bei Cravnelle, Gorbany und Berry- auBac blieben französische Teilvorstöße erfolglos.
Der österreichische Bericht. Wien , 14. Mai 1917.( W. T. B.) Amtlich wird verlautbart:
Deftlicher und südöstlicher Kriegsschauplah.
Unverändert.
Italienischer Kriegsschauplan.
Die Artillerieſchlacht am Isonzo geht ohne Unterbrechung fort. Das feindliche Feuer steigerte sich mitunter zu größter Starte.
Die italienische Infanterie versuchte bei Plava einen Handstreich gegen einen unserer Höhenstützpunkte; sie wurde durch ungesäumt zugreifenden Gegenstoß geworfen.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes v. Hoefer, Feldmarschalleutnant.
Verantwortliche Kriegspolitik.
-
Die heutige Sigung des Reichstags wird kann zum mindesten ein Ereignis von welthistorischer Bedeutung sein. Denn der Reichskanzler ist von zwei Seiten aufgefordert worden, einwandfreie Klarheit über die Kriegsziele der deutschen Regierung zu schaffen. Was die Begründer der konservativen und der sozialdemokratischen Interpellation von ihrem Standpunkt aus erklären werden, läßt sich voraussehen. Was Herr von Bethmann Hollweg ihnen entgegnen wird, wissen wir nicht.
Es soll hier auch fein Rätselraten gespielt werden. Festzustellen ist nur noch einmal, was ein verantwortlicher Staats.* mann erflären muß in einem Augenblick, der vielleicht mehr Verantwortung birgt als jede der vorangegangenen Situationen, in denen der Kanzler das Wort ergriffen hat. Denn nicht nur in Deutschland lauscht man gespannt auf seine Worte, auch für das Verhalten mindestens eines unserer großen Gegner werden sie von größter Tragweite sein.
Unter diesen Umständen ist es schwer zu glauben, daß ein verantwortlicher Staatsmann sich denen zuneigen sollte, welche die ausgemachte Unverantwortlichkeit zur Zeitschnur ihres Redens und Handelns erforen haben. Was man früher der Sozialdemokratie zu Unrecht vorgeworfen hat, fie agitiere, ohne sich um die Folgen ihrer Agitation zu kümmern, das trifft heute mit Recht und in vollem Umfange auf gewisse Methoden der all deut schen Agitation zu.
"
Die Alldeutschen machen sich die Sache sehr bequem. Sie möchten mit dem Volke verfahren wie ein Erwachsener, der zur Weihnachtszeit ein Kind vor die glänzenden Auslagen der Geschäfte führt und schmeichelnd fragt:„ Willst Du das haben, willst Du das haben?" Das Kind schreit natürlich jubelnd zu allem ja, denn es hat keinen Begriff davon, was die Dinge zahlen.
Die Friedensarbeit in Stockholm . ſchließt, indem er an die Internationale die Forderung richtet, die foſten und ob ſeine Eltern auch das Geld haben, sie zu be
Der Kopenhagener„ Sozialdemocrat" erhielt von seinem Korrespondenten aus Stockholm folgendes Telegramm:
| Internationale entfernt werden. Der Antrag schuldigen Vertreter des deutschen und des österreichischen Sozialismus in den Anklagezustand zu versetzen. Aus dieser Meldung geht nicht hervor, ob der Antrag
Ein Musterbeispiel dieser Andeutschen ist der Geheime Das skandinavische Komitee, bestehend aus Branting , vom Parteivorstand oder von irgend einer Gruppe verrückter Konsistorialrat D. Seeberg, der am Sonntag vor einem Gustav Möller und Söderberg, trat Sonnabend nachmittag Extremisten gestellt ist. Aber die Lage scheint doch geklärt gelben Arbeiterpublikum, dessen Urteilskraft man allerdings zusammen. Als Gäste waren eingeladen: die Belgier Vander- genug, um fagen zu können, daß die deutschen und öfter- nicht allzu hoch einschäßen darf, seine Agitationskünfte hat belde und Huysmans, die Holländer Troelstra und reichischen Sozialisten mit allen Sträften für die Beendi- spielen lassen. In einem Kommandoton, um den ihm Milivan Kol, der Ruffe Rubanowitsch und Borabjerg. Es gung des Krieges eintreten, die französischen Mehrheits- tärs beneiden könnten, erklärt der hohe Kirchenbeamte:„ Die Mehrheits - Flämische Küste wird nicht wieder herausge wurde über die Einladung zum Friedenskongreß verhandelt. sozialisten aber für dessen Fortseßung. Eine InternatioVandervelde erklärte, daß er die Friedenskonferens nale nach dem Herzen der französischen Bourgeoisregierung geben! Kurland und das Stück von Litauen wird unterstützen wolle und versuchen werde, die französischen und eng- und der französischen Mehrheitssozialisten, die für die Ver- nicht wieder herausgegeben! Verbunden sind mit lischen Sozialdemokraten zur Teilnahme zu bewegen.. Borgbjerg nichtung Deutschlands , den zügellosen Eroberungskrieg ein- urland Livland und Estland ! usf. uff." erstattete einen längeren Bericht über seine Reise nach Rußland tritt, brauchte sich gar nicht die Mühe zu geben, die und die Verhandlungen mit dem Arbeiter- und Soldatenrat. Der Deutschen auszuschließen": diese hätten gar kein Interesse Bericht wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen. daran, Mitglieder einer solchen Internationale" zu sein, Man hofft auf ein Zusammengehen der von den Ruffen wie die den blödesten Völkerhaß predigt und in Racheträumen der von dem skandinavischen Komitee geplanten Konferenz. schwelgt. Vandervelde erklärte, daß das Haager Internationale Die Urheber jener Anträge sollten sich ihres verstiegenen Bureau infolge der Verhältnisse nicht imftande war, eine Kon- Schwazes schämen: wenn auch nicht vor uns, so doch vor den ferenz einzuberufen, für die er mit Freuden die Initiative dem Russen! fkandinavischen Komitee überlasse.
Das Mißverständnis zwischen Branting und Borgbjerg( das von der bürgerlichen Presse ausgeschlachtet wurde Red. d. B.), klärte fich durch einen Meinungsaustausch auf und war damit aus der
Welt.
Stellungnahme der Italiener.
Der Geheime Konsistorialrat weiß recht gut, daß solche Biele gar nicht zu erreichen sind und gibt zu, daß in den Wein Aber er meint ebenso kleinlich boshaft, wie im großen naiv: dieser Forderungen nach manches Wasser fließen wird. Darum aber brauchen wir noch keine Kamele mit Wassertöpfen mitzuführen!" Um in der Begriffswelt eines Nonsistorialrats zu bleiben, ließe sich erwidern, daß eher ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Kriegsheber in den Himmel kommt.
Im Ernst: Hier haben wir ein Musterbeispiel verantwortungsloser alldeutscher Agitation. Man stellt mit BeBern, 14. Mai.„ Avanti" beschäftigt sich mit der Stellung wußtsein unerreichbare Ziele auf und tröstet sich naiv, wenn nahme der offiziellen sozialistischen Parteileitung zur Stodfie auch nicht erreicht würden, schadet es doch nichts, damit holmer Konferenz und schreibt, daß die italienische Abord- Stimmung" zu machen. Darüber, daß dies bißchen Stimnung sich durch kein sozialdemokratisches Programm, sei es deutsch , mung( die Stimmung, die solcher Hypnose bedarf, schätzen Ein Antrag zum französischen Nationalrat. franzöfifch, österreichisch oder englisch , von den Grundsätzen der wir sehr gering) mit zehnfacher Mißstimmung bestraft wird, Bimmerwalder Konferenz abdrängen lassen werde. gibt man sich keine Rechenschaft. Was geh es die Herren Ausschließzung der Deutschen und Oesterreicher . Gegenüber denen, die dies versuchen würden, zeige sich schon heute Aldeutschen an, wenn durch ihre Reden de. Kriegswillen Die Nachrichtenagentur der französischen Regierung, die tlar, daß gleichzeitig mit der Stockholmer Konferenz der Kongreß unserer Gegner immer und immer wieder aufgepeitscht und Agence Havas, verbreitet folgende Meldung vom 13. Mai: der Zimmerwaldischen Sektionen in Stockholm tagen werde, der der Krieg verlängert wird? In diesem Zusammenhang Dem Nationalrat der sozialistischen Partei, der zum 27. Mai Dem Nationalrat der sozialistischen Partei, der zum 27. Mai entgegen den Versuchen der Verräter an der sozialistischen Sache, möchten wir auch erwähnen, daß es uns nicht gerade geschickt einberufen ist, um über feine Haltung zur internationalen Be- ihren Regierungen zu nügen, die freie Internationale erscheint, wenn Herr General Gröner öffentlich den„ kriegesprechung von Stockholm zu beraten, baben die Angehörigen ohne jegliche nationalistische Verantwortung wiedererstehen lassen rischen Genius" des deutschen Volkes verherrlicht, in einer der Mehrheit der Partei einen Antrag zur Abstimmung vor- werde. Der sozialistische Friede könne nicht betrieben werden, wenn Zeit, in dem die feindliche Agitation unablässig bemüht ist. zulegen beschlossen, durch welchen die Entschließung des Vollzugs- nicht das Proletariat der ganzen Welt von der Verantwortung, das deutsche Volk als eine völlig militarisierte Nation hinzuausschusses bestätigt wird. Die Partei wird danach den Auftrag welche die Bourgeoisie auf sich geladen habe, freigehalten werde. stellen, dessen Gedanken nur auf Krieg und Eroberungen feinem französischen Sozialisten erteilen, die Partei in Stoc ,, Agenzia Stefani" meldet aus Mailand : Der leitende gingen und das jeder Friedensarbeit unfähig sei. Auf einer holm zu vertreten. Der Antrag sagt, die Besprechung Ausschuß der Partei der offiziellen Sozialisten industriellen Versammlung hätte man viel eher darauf hinvon Stockholm sei nicht in ordnungsmäßiger Weise einberufen. nahm folgende Resolution an: In Erwägung, daß alle weisen können, daß die kriegerliche Leistung des deutschen Das Fehlen einer gengsen Tagesordnung und ne feien Seftionen der Internationale mit Ausnahme der anderen Volkes nichts ist als ein Refler seiner in friedlicher Arhafte Beobachtung der Bedingungen für die Vertretung geeignet, die gerechtesten Kritiken und die verdächtigsten Mißverständ- Verbände, wie dieses recht und billig ist, von dem inter - beit gewonnenen Kraft. In der alldeutschen Presse wird Herr v. Bethmann nisse hervorzurufen. Die Internationale sei ohnmächtig gewesen, nationalen sozialistischen Bureau zu der Konferenz in Stockden Krieg zu verhindern, sei vielmehr zurückgewichen. In dem An- holm einberufen wurden, in Erwägung, daß es den Zusammen- Hollweg ganz unverhohlen aufgefordert, sich der alldeutschen trag heißt es weiter: Die sozialistische Partei willigt barein, an fünften von Zimmerwald und Siental bisher nicht gelungen Agitationstaftik der Unverantwortlichkeit anzuschließen. Die der nächsten Zusammenkunft der Internationale teilzunehmen unter ist, eine dritte Internationale ins Leben zu rufen, beschließt Deutsche Tageszeitung" verlangt von ihm, er folle eine Rede der Bedingung, daß die Einberufung in ordnungsmäßiger Weise der leitende Ausschuß, eine gegenteilige spätere Entscheidung halten, die den Siegeswillen des deutschen Volkes klar und geichehe und eine Tagesordnung feſtgeſetzt werde. Die Berants vorbehaltend, an der Konferenz teilzunehmen und deutlich zum Ausdruck bringt. Also eine Agitationsrede für den wortlichteit Deutschlands und Desterreichs foll festgestellt und ihre Regierungen au einben teiligen, um das Programm und die Aktion für alle Sektionen baß ein leitender deutscher Staatsmann etwas anderes fein festgestellt und ihre Regierungen zu Feinden alle Zimmerwalder Sektionen einzuladen, sich daran zu be- Berschmetterungsfrieden. Der Kanzler wird sich darüber klar sein, der Internationale erflärt werden. deutschen und österreichischen Sozialisten als hinsichtlich der Wiederherstellung des Friedens und der muß als ein bloßer Stimmungsmacher und Agitator. Ift er Genossen ihrer Regierungen sollen aus der Reorganisation der Internationale festzusetzen. davon überzeugt, daß der Frieden nur auf dem Wege