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Nr. 221 1H17

Unterhaltungsblatt öes vorwärts

Dienstag, 14. August

Gbstverwertung.

Seit Jahren ist man bestrebt, das Obst voll auszunutzen. Durch die großen Mengen und die Billigkeit des Zuckers waren wir in der Lage, auch die minderwertigsten Obstsorlen als schmackhafte Dauerprodukte zu verarbeiten. Jetzt, wo uns der Zucker in be- schränkten Mengen zugeteilt wird, glaubt manche Hausfrau, sich nun nicht mehr mit dem Einmachen befassen zu können. Auch hier heißt es jetzt, wie so oft während deS Krieges,umlernen". Während sonst ein größerer Zuckerzusatz die Haltbarkeit der Jrüchte bewirkte, erfüllt nun das benzoesaure Natron, ein chemisches Konservierungsmittel, denselben Zweck, allerdings ohne gleichzeitig zu füßen. Eine Tablette von zirka 1 Gramm genügt, um ungesäbr 2 Pfd. Marmelade oder auch einen Liter Saft ohne Zucker haltbar zu machen. Unsere größte Aufgabe muß eS sein, Brotaufstrich für das ganze Jahr einzukochen. Um sich genügend versorgen zu können, muß es sich jede Hausfrau zur Pflicht madben. beizeiten damit anzufangen, um ja alle Früchte voll auszunutzen. Marmeladen von Stachel- beeren, Rhabarber. Himbeeren. Johannisbeeren. Hollunder, Bick- beeren. Brombeeren, Kirschen. Aepfel, Pflaumen, Kürbis und viele andere Früchte, jede Sorte für sich oder auch»ach Belieben ge- mischt gekocht, liefern uns einen abwechslungsreichen und nahrhaften Brotaufstrich. Die Früchte zu diesen Marmeladen werden, nachdem sie ge- säubert und, wenn nötig, zerkleinert sind, mit wenig Wasser unter öfterem Umrühren gar gekocht, durch eine Fruchtpresse, Passiermaschine oder durch ein grobmaschiges Sieb getrieben, dann läßt man den Fruchtbret, indem man ständig riibrt, zur Hälfte einkochen, fügt als- dann den Zucker hinzu sauf b Pfund Brei Vz Pfund Zucker). Um Zucker zu sparen, vermische man saure mit süßen Früchten. Räch- dem die Marmelade genügend eingedickt ist, füllt man sie heiß in Gläser, die auf ein nasses Tuch gestellt werden, um das Zerspringen zu verhüten. Nach dem Erkalten legt man ein Stück Pergament- papier, das man mit einer Lösung von 1 Eßlöffel warmem Wasser und 1 Gramm benzoesaurem Natron tränkt, darauf und bindet mit Wasser angefeuchtetes Pergamentpapicr straff darüber. Aus oben genannten Früchten läßt sich eine unbegrenzt haltbare Marmelade aber auch ohne Zucker herstellen, indem man genau wie vorstehend mit den Früchten verfährt. Nachdem da« Mus söhne Zucker)«ingedickt ist, läßt man es abkühlen, löst das benzoesaure Natron(1 Tablette= 1 Gramm) mit i Eßlöffel voll warmem Wasser auf, fügt diese? auf je 1 Kilogranrm Fruchtbrei unter gutem Durchrühren hinzu und verfährt dann weiter wie oben angegeben. BenzoesaureS Natron darf auf keinen Fall mitkochen, da es sonst auf die Haltbarkeit der Früchte nicht einwirken kann. Um neben der Marmelade gleichzeitig Fruchtsaft gewinnen zu können, läßt man beliebige Früchte, jede Art für sich oder auch gemischt, mit soviel Wasser gar kochen, daß sie bedeckt sind. Damit der Saft klar bleibt, darf nicht im Topf gerührt werden. Das Durchlaufen des Saftes geschieht durch einen Spitzbeutel oder ein über Stuhlbeine gespanntes Tuch, unter welches ein Gefäß zum Auffangen des Saftes gestellt wird. Unter Hinzugabe von Zucker <1 Liter Saft'/z Zucker) wird der Saft b Minuten unter Ab- schäumen gekocht und noch beiß in Flaschen gefüllt, zugekorkt, kreuz« weise mit Draht oder Bindfaden Überbunden und Stunde bei 70 Grad sterilisiert. Nach dem Erkalten mit Paraffin oder Lack überzogen. Bei Mangel an Korken kann man auch einen festen, nassen Wattepfropfen benutzen und die Flaschen mit Pergament- papier, das angefeuchtet sein muß. Lberbinden. Wird Saft in Flaschen mit Palentverschlüssen sterilisiert, so läßt man die Flaschen solange offen, bis sie erhitzt sind, alsdann erst werden die Flaschen verschloffen. Ohne Zucker wird mit dem Saft genau so ver- fahren. Die Rückstände de? SasteS, da« Fruchtfleisch, wird nun auch durch ein Sieb oder Fruchtpresse getrieben und weiter damit ver- fahren, wie ich vorstehend angab, um e« zu Marmelade zu ver- werten. Auch dies« Marmelade ist haltbar, wenn auch nicht so wohl- schmeckend. Säfte, Marmeladen, ebenso Früchte aller Art können in Konservengläsern, Krügen oder Büchsen mit ganz geringem Zucker- zusatz sterilisiert werden. Saftige Früchte lassen sich auch ohne Zucker in Konservengläsern, Krügen und zugekorkten Flaschen sterili- sieren. Birnen-, Aepfel- und ZwetschenmuS üst ohne Zucker genieß- bor und haltbar zu machen, wenn e« so dick«ingekocht ist, daß ein Löffel darin stehen bleibt. Auch hierbei fügt man. wie bei den Marmeladen angegeben, benzoesaureS Notron hinzu. Beim Ge- brauch der Früchte, die obne Zucker eingekocht sind, kann man bei Zuckermangel auch mit Süßstoff süßen. Dies muß mehrere Stunden vor dem Gebrauch geschehen.

Eiserne, verzinnte, verzinkte sowie beschädigte Emaillekeffel und Töpfe dürfen unter keinen Umständen zum Einkochen der Früchte benutzt werden, weil sie die Farbe des Obstes beeinträchtigen, das Obst meist ungenießbar machen und weil sie, was weit wichtiger ist, auch gesundheitsschädlich wirken können.

/lllerhanö Nilitaristhes. Das militärische Wesen birgt in seiner Sprache, in seinen Formen und Gebräuchen für den Laien mancherlei Unverständlich- keiten, die immer wieder zu Fragen'Anlaß geben. Was ist zum Beispiel einGefreiter"?Gefreiter ist eigentlich eine Mittelform z» dem altdeutschen Zeitwortfreien", das ursprünglich freimachen. befreien bedeutet." Hieraus entstand in der Landsknechtszeit, als Gegensatz zumgemeinen Knecht", die Bezeichnunggefreyter Knecht" für solche Leute, die zu besonderen Diensten verwendet wurden, wie Anführen der Wachen. Befördern von Arrestanten usw., und die deshalb von den Diensten des gemeinen Soldaten'.befreit blieben. Die BezeichnungGefreiter" kommt bereits im Beginn des 17. Jahrhunderts vor. Wie kommt eS. daß auf der militäri- schen Rangstufe der Generalleutnant über dem Generalmajor steht? Die drei Bcsehlsstufen in den Söldnerheeren und in der ersten stehenden Truppe waren General -, Regiments-, Kompagnie-Befehle s Kommando). In jeder Abstufung gab es 1. einen Befehls­haber: General , Oberst, Hauptmann; 2. einen Stellvertreter: Generalleutnant, Oberstseutnant, Leutnant! 3. einen Wachtmeister: Generalwachtmeister, Oberwachtmcister, Wachtmeister. Um 1700 wurde die Bezeichnung.Oberstwachtmeister" durch das aus dem Spanischen stammende Wort Major stnazwr= Verwalter, Aufseber. Der Oberstwachtmeister hatte für den inneren Dienst und die Ver- pflegung de? Regiments zu sorgen) verdrängt, und diesesMajor" wurde auch, nicht ganz folgerichtig, in den TitelGeneralwacht- meifter" eingeführt, so die Staffel der Generalsbezeichnungen, da nun der Major hinter dem Leutnant steht, zerstörend. Was heißt Zapfenstreich"? Das Wort führt in das Lagerleben des Mittel- alters zurück. Zu einer bestimmten Stunde mußten die Marketender allabendlich auf ein Trommelzeichen den Zapfen oder Spund deS Schantzfaffesstreichen", d. h. hineinschlagen, um da? Faß zu ver- schließen. DaS betreffende Trommelsignal wurdeZapfenstreich" genannt." Das Wortstreichen" hängt mit Streich Schlag sBackenstreich, mit Ruten streichen) zusammen. Die Bezeichnung wurde, als 1788 die Hornsignale in die preußische Armee eingeführt wurden, auch auf diese übertrogen, nachdem der ursprüngliche Sinn längst abgestoßen war. Das bekannte Signal aber soll von Fried- rich II. nach dem Liebe eines Rotkehlchens, das vor seinem Fenster sang, verfaßt worden sein. Woher stammt die Sitte, beim Fahneneid die Fahne, die Kanone oder den Säbel eines Offiziers zu be- rühren? Sie ist wie die Sitte, am Grabe eine« Kriegers zu schießen(um, ursprünglich I die Dämonen zu vertreiben), ein lleberrest der germanischen Heidenzeit.Durch die Berührung des Gegen- stände«, bei dem man schwor, wurde nach der Auffassung der Ger- manen der Zauber de? Eides erzeugt, die Verbindung mit den übersinnlichen EideSmächteu hergestellt." So ist die Armee in Sprache und Einrichtungen voller Dinge, die einen an das Hebbel -Wort erinnern können:Was liegt denn auch in Kronen, Ringen oder rostigen Schwertern, das ewig wäre? Doch die müde Welt ist über diesen Dingen eingeschlasen, die sie in ihrem letzten Kampf errang, und hält sie fest.Wie jede, durch Jahrhunderte sich entwickelnde Institution schleppt sie alte Ueberreste, Zeugnisse ihres Werdens mit sich, deren ursprünglicher Sinn längst verlorengegangen ist. die aber, einmal feststehendes Zeichen geworden, selbst unter veränderten Verhältnissen und in ausgetauschter Bedeu- tuna, die Zeiten überdauern. Der Inhalt wandelt sich oft bis zur Unkenntlichkeit. Manchmal bleibt nichts übrig als ein letzter, äußer- licher Rest, ein Schmuck- oder Paradestück, wie der Ringkragen, den die Offiziere im Wachtdienst tragen, und der auf die schützende Hals- binde des Mittelalter« zurückgeht, oder die Achselschnüre am Paradeanzug der Generale, in denen, wahrscheinlich, die Fan�stricke der altfranzösischen Gendarmen weiterleben. Aber der Konierva- tivismuS der Tradition hält diese Reste fest. Der Laie, der davon nichts weiß, steht vor manchen militärischen Begriffen wie vor einem Rätsel. In Wirklichkeit steckt in diesen Dingen «in gut Stück Kulturgeschichte, auch ein gut Teil Sprach- gcschichte. Werden einem erst die Augen geöffnet, so sieht man durch Zeichen und Bilder hindurch das Wesen der Bildung. Nur bedarf eS eines so sachkundigen Führers wie Max B r u n o w, der in einer kleinen Schrift:Allerlei Militärisches, was mancher nicht weiß"(Verlag von Karl Flemmigg, Berlin u. Glogau ). Antwort auf eine Anzahl Fragen erteilt, die das Heer- Wesen betreffen. In knappen Notizen leitet er Worte und Ein- richtungen zu ihrem Ursprung zurück. Aber da« ist das Interessante:

er erklärt ein Wort, und eine ganze Entwicklung steht vor einem. Wem ist es je eingefallen, daß Degen ein Lehnwort ist, italienisch äags, französisch dagne? Und mit dieser Ableitung ist die Herkunft der Waffe gegeben, die das alte Schwert verdrängte. Vergangene Zeiten steigen auf. Man sieht die Kriegsheere der Vergangenheit Europa durchziehen, sieht die Waffen und mit ihnen neue Truppen- gattungen herauskommen und erkennt erstaunt die Zuflüsse, aus denen sich die Form gebildet. In Wort« und Sacherklärungeu eine kleine Kulturgeschichte des Kriegswesen«, fesselnd und durch den Reichtum historischen und ethnologischen Wissen? überaus unter- richtend I_ die Ueberschätzung der Seife. Die Kulturvölker hielten eS bislang mit der Weisheit des alten Liebig, nach der der Verbrauch von Seife ein guter Maßstab für die Kultur eines Landes sei. Amerikaner und Engländer scheinen nun gleichzeitig darauf gekommen zu sein, daß die Seife überschätzt wird. Wenigstens beschäftigt sich ein Aufsatz in dem amerikanischenMe- dical Record" mit demMißbrauche der Seife" und führt aus, das Waschen mit Seife geschehe hauptsächlich aus ästhetischen Gründen, nicht aus gesundheitlichen, und werde leicht übertrieben. Ein Aufsatz, den ein Arzt, Dr. Frank Barendt. in dem in Liverpool erscheinendenMedical and Chirurgical Journal" ver- öffentlicht, behandelt den gleichen Gegenstand in, selben Sinne, verurteilt denübermäßigen Gebrauch der Seife" aber noch schärfer und führt eine Reihe von Fällen an, in denen zu viel Seife Schädigungen herbeigeführt habe. Wie olle Alkalien, so schreibt dieser englische Arzt, kann auch die Seife die Haut reizen und eine Art Ausschlag hervorrufe». Wenn jemand einen andern wäscht, wie eS hauptsächlich bei kleinen Kindern und bei Kranken der Fall ist, wird sehr oft zu viel Seife verwandt, die Reizung durch Seife führt zu Ilcinen ausschlagähnlichen Erscheinungen, und so erhalten die Kleinlebewesen an vielen Stellen erleichterten Zutritt zum Körper. Die fettige Ausscheidung der Haut wird durch zuviel Seife entfernt, und die ungeschützte Haut ist dann außerordentlich empfindlich. Sin öüchersegen in Rußland . In einer Geschichte der Zensur würde Rußland ein besonders umfangreiches Kapitel gebühren, denn nirgends ist die behördliche Beaufsichtigung der Literatur bis in die neueste Zeit so streng ge- handhabt worden, wie im Reiche de? Zaren. Seitdem nun aber der Herrscher aller Reußen gestürzt ist und so gut wie republikanische oder sogar anarchische Zustände im Lande herrschen, sind die früheren Einschränkungen fortgefallen. Die Revolutionäre bemächtigten sich der Räume der Gendarmerie und der politischen Sicherheitspolizei. wo die in den früheren Jahren beschlagnahmten Bücher in großen Massen gefunden wurden. Man schätzt deren Zahl aus nicht weniger als zehn Millionen Stück. Da in Ruß­ land von einem Werk durchschnittlich viertausend Stück gedruckt werden, so würde eS sich um 2500 verbotene Werke handeln <1914 erschienen im ganzen 32 338 Werke in Rußland ). Die be- schlagnahmten Bücher wurden ihren Besitzern, zumeist alio den Ver- legern, zurückgegeben. Diese beeilten sich natürlich, die Ware zu Geld zu machen. Sie lassen sie in den Buchhandlungen und aus den Straßen verkaufen und kündigen sie in den Zeitungen an. ES sind darunter viele Schriften aus der Zeit der ersten russischen Revolution, die auch jetzt natürlich noch viele Abnehmer finden, da doch jeder das lesen will, was früher die Polizei verboten hat. Notizen. Die Vorstellungen für KriegSarbeitcr, die auf einer Anregung des KriegSamteS seit Februar eingeführt wurden(teil« gratis, teil« zum Durchschnittspreise von 30 Pf.). Haffen sich nach amtlicher Mitteilung gut bewährt. Die Karlen wurden danach ohne Rücksicht auf parteipolitische und konscisionelle Beziehungen verteilt und durchweg gern benutzt. Weiten Schichten wurde Erhebung und Ablenkung geboten. Die Vor- siellungen werden fortgeführt und iveiter ausgedehnt werden. (Ueber die Auswahl der Stücke hätte man gern Nähere« vernommen. Auch wird nichts über die Heranziehung von Arbciiervertraueusleuten dazu berichtet.) Die Deutsche Bühnengenoffenschaft regt in einer Eingabe an den Reichskanzler an, die Theater in noch größerem Umfange den minderbemittelten Schichten zugängig z» machen und befürwortet, Reichsmitiel etwa aus dem KriegShilfSfondS dafür zur Ver- sügung zu stellen. Die Große Berliner Kunstausstellung, Me in diesem Jahr zunächst in Düsseldorf stattfand, wird Mitte Sep- tcmber in der Akademie der Kunst in Berlin eröffnet werden. Dieser Teil der Ausstellung wird nur neue Bilder bringen.

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/tnöers hjarmsteö. Bon Jakob Knudsen .

40 0001" rief Faurholt mit einer Stimme, die vor Zorn stammette,wir wollen dem hier ein Ende bereiten!" Im selben Augenblick brach rings in der Versammlung Gelächter los, Anders begriff nicht, aus welchem Grunde; er war selber ganz überrascht über das Gefühl tiefer, gleich- sam nicht gutzumachender Enttäuschung, das ihn bei diesem letzten Gebot ergriffen hatte, denn jetzt bekam er den Bjerre- Hof nicht. Ha, ha, ha, könnt mans doch wiffen, daß sowas da- hinter steckte", hörte er einen Mann sagen. Doch jetzt sah er plötzlich Erik SkindtoftS kleine, feste Gestalt oben auf dem Tische neben dem Adjunkten: Ihr werdet eure Tücken schon bereuen I" rief er.Oder sollt gleich jetzt zum Narren werden. Ich werd Dich und die andern dazu zwingen, den Hof für 40000 zu-nehmen, Kren Faurholt, oder Du sollst Dein Gebot und Dein Anrecht fallen lassen und zwar auf der Stelle I" Jetzt lachten alle Menschen. Willst Du ihn für 40 000 nehmen?" rief Erik Skindtoft. Nein, bei Gott will ich daS nicht!" sagte Proprietär Faurholt und lachte gezwungen. Dann ist der Hof Dein, Anders Hjarmsted, zu 34 100 l" rief Erik Skindtoft. Nein, dann wird die Auktion fortgesetzt", sagte der Hardesadjunkt.34 100 sind geboten!" Fünf Minuten darauf fiel der Hammcrschlag dann auch auf diesen Preis. Der Hof gehörte Anders. Ein gehöriger Spektakel war in der Versammlung ent- standen, Hinundherschwatzen, aber besonders ganz unbändiges Lachen. Nur wenn die Leute in die Nähe des Proprietärs Faurholt kamen, bemerkte Anders, wurden sie ernst und sahen einigermaßen ehrerbietig auS. Anders war erstaunlich froh darüber, daß er den Bjerre- Hof erhalten hatte. Er verstand eigentlich nicht, warum. Es war doch nicht, weil die Leute ctiva hier drüben gerechter zu sein schienen als auf der Nordseite des Fjords. Aber alles nahm sich so gut aus. Es war fast, als wäre ein Glanz über allem hier drüben. Die Leute gingen schnell von der Auktion auseinander. Teils hatte man ja auf nichts mehr zu warten; teils hatten

die meisten gewiß das Gefühl eines Familienskandals, den die Mitglieder der alten Familie für sich zu überstehen wünschten. Anders freilich sollte bis zum nächsten Morgen bleiben.- ES dauerte eine Weile, ehe er in die Stube kam; doch da war auch der Streit schon in vollem Gange zwischen Erik Skindtoft und seinen Verwanden. Anders hatte kürzlich ge- hört, daß es etwas gäbe, daS die alte Familie hieß; aber jetzt konnte er sehen, daß noch viel mehr dazu gehörten als Kren Faurholt, Erik Skindtoft und Paul Vinding. Als er hörte, wie heftig die Debatte klang, wollte er sich zurückziehen, aber Erik Skindtoft rief:Stfeht, nein Anders Hjarmsted, bleib Du nur. Hier hast Du bessern Zu- tritt als einer von den andern. Und ich wollt Dich noch nach einem gefragt haben: Du hattest doch Vollmacht von Deinem Vater---" Das weißt Du ja wohl." Das ist ganz recht. Aber nun wollte ich Dich fragen. ob ihr auch miteinander bestimmt hattet, wie hoch Du auf der Auktion gehen dürftest?" Ja, dazu waren wir ja genötigt." Wieviel war es denn?" Anders dachte: Können sie nun daraus auch etwas Böses machen?--Ich durfte bis 35 000 gehn," sagte er. Erik Skindtoft fuhr auf und schlug auf den Tisch: Da könnt ihrs sehen, da könnt ihrs sehen, ihr Teufel l Du bist es, Kresten! Du hast mir die 900 Reichstaler geraubt!" Du hast wahrhaftig genug für Deinen Hof bekommen, lieber Jerrik," sagte Kren Faurholt, der jetzt seine Fassung ganz wiedergewonnen hatte.Und es wär bei Gott niemand gekonimen und hätte über 34 000 geboten, wenn ich nicht ge- schoben hätte.-- Sie hatten aber auch ordentlich Lust auf den Hof," wandte er sich plötzlich an Anders. Dieser fühlte, daß er flammendrot wurde. Er ahnte nicht warum,Ja wahrhaftig," begnügte er sich zu antworten. Und es wurde doch probiert: der Adjunkt bot ja den Hof hinterher aus," sagte Faurholt zu Erik Skindtoft. Ach, wer wollte denn nach so einer Unterbrechung bieten?" Ja, ja, aber jedenfalls ist doch nichts versäumt worden," sagte Faurholt. Erik Skindtoft wandte sich an Anders:wärest Du weitergegangen, wenn die Unterbrechung nicht gekommen wäre?"

Ich hätte mich doch nicht selber überboten." Ein gedämpftes Kichern und ein sprudelndes Gelächter ent- stand rings in der Stube. Erik Skindtoft sah sich wütend um. Hör mal", sagte Faurholt.wir wollen Käufer und Ver­käufer nicht uneinig machen." Aber wenn ein anderer geboten hätte, so wärest Du bis auf die 33 000 gegangen?" sagte Erik zu Anders. Das wäre ich wohl." Da kannst Du sehen. Kren Sauholt!" rief Erik Skindtoft. Ich kann soviel sehen, daß Du jetzt drum herum schivatzcst und Dir selber widersprichst, alter Jerrik", antwortete der Pro­prietär lächelnd.Aber wenn Beelzebubs Reich mit sich selbst uneins geworden ist.--" Alle lachten frei heraus. Hier war eine so grobe Kränkung von feiten Erik SkindtoftS gefallen, die mit einem Lächeln überhört worden war, daß jetzt er sich in verschiedenes finden mußte.Sauholt" wurde wirklich als Schimpfname für den Mann von Stavn gebraucht. Mitten während des Gelächters trat Jungfer Gjatrid zur Tür herein. Ihr unterhaltet euch ja gut", sagte sie.Wer hat denn den Hof bekommen?" Du kommst zeitig zurück, liebe Gjatrid". sagte Faurholt. Hätte der Hardesadjunkt das gewußt, so wäre er geblieben und mit uns gefahren. Aber ich sagte, Du würdest erst um 6 Uhr kommen." Da wars doch gut. daß wir ihm entgangen sind. Wer hat also den Hof bekommen?" Der da", sagte Erik Skindtoft und legte die Hand auf des Anders Arm. Nein, wirklich!" sagte Jungfer Gjatrid.Sie waren es. der mich in Empfang nahm, als die Matrize--" Ja."_ Na nun wollen wir sehen, daß wir fortkommen". sagte Faurholtund jetzt, wo Sic Nachbar von Stavn ge- worden sind" er wandte sich mit einem sehr gewinnenden Lächeln an Anders,da müssen wir ja sehen, gut miteinander auszukommen. Sic sollen fedenfalls willkommen sein, wenn Sie uns aufsuchen wollen." Kurz danach waren alle die Fremden fort.-- (Forts, folgt.)