Aus der Schlichtungskommiffion für Militärschnelber.
Einer, der keine Bücher führt.
In jeder Sigung der Schlichtungskommission für Militärschneider zeigt es sich, mit welch fröhlicher Unbekümmertheit sich biele Unternehmer, besonders Kleinmeister oder Zwischenmeister, über die erste Vorbedingung zu einem geordneten Geschäftsbetrieb, einer geregelten Buchführung, hinwegsehen. Zu welchen Folgerungen und Unzuträglichkeiten ein so bollkommen unfaufmännisches Verfahren führt, davon können die Mitglieder der Kommission und die Vertreter der Kläger ein Lied fingen.
In der letzten Sigung trat wieder mal so ein famoser Geschäftsmann, der Zwischenunternehmer Siforsti, auf. Kunze, als Vertreter der Klägerinnen, flagte auf Nachzahlung für Knopflöcher und der zustehenden 10 Proz.
Auf die Frage der Kommission nach den Lohn- und Geschäftsbüchern erwiderte der Beklagte mit stetem Gleichmut, daß er feine Bücher besitze.
Magistratsrat v. Schulz: Das ist aber doch keine Art für einen Geschäftsmann, Sie müssen doch Bücher führen, um einen Ueberblick zu haben. Sie können doch nicht ins Blaue hinein wirtschaften.
Beklagter: Ich habe keine Bücher.
Kunze: Dann wird er eben ohne Bücher verurteilt. Der Beklagte wird schon wissen, warum er feine Bücher hat. Nun griff der Vertreter des Bekleidungsamtes ein und erklärte dem Beklagten ins Gesicht: Ich will Ihnen mal was fagen: Sie wollen feine Bücher haben, weil Ihre Sache faul ist. Damit Sie es wiffen: Wir können Sie belangen, Sie find strafbar. Ordnung muß auch im fleinsten Betriebe sein. Als Geschäftsmann wissen Sie sicher, daß es Vorschrift ist, Bücher zu führen. Jeder Kaufmann, der keine Bücher führt, kommt ins Zuchthaus. Machen Sie uns also keine langen Geschichten vor. Diese Belehrung blieb nicht wirkungslos und der Beklagte bequemte sich zur Nachzahlung von 164 M.
7 Uhr: Faust I.
Kammerspiele.
8 Uhr: Fasching. Mittwoch: Das Konzert.
Volksbühne.
Ausland.
Internationaler Bericht
der Gewerkschaften des Malergewerbes für 1916.
ex 1048 022 9. auf 1 598 884. Befonbers zugenommen hat die Ausgabe für die inzwischen von mehreren Drganisationen ein geführte Arbeitslosenunterstügung. Diese betrug 1913 nur 134 639 m., im Berichtsjahre trop geringer Arbeitslosigkeit Innerhalb der Gewerkschaften des Malerberufs hat die inter - 256 998 M. Für Kranten und Sterbegeld wurden ausnationale Verbindung und Tätigkeit auch während der Kriegszeit gegeben 108 191 M., für Unterstützung von Kriegernicht geruht. Allerdings gehören der Internationale des Maler- familien( vom deutschen Verband) 77 966 m. Alle Ver gaben aus für die verschiedenen und Ladierergewerbes Organisationen der alliierten Länder nicht an. bände Unterſtügungen Davon der dänische Verband 204 668 M., In Frankreich und Italien sind die Malergehilfen nur wenig und 475 529 M. und steht hier und in England das Malergewerbe in fehr enger Ver- Außer für Lohnbewegungen und Streiks wurden ausgegeben für dazu in den verschiedensten Verbänden organisiert und außerdem der deutsche 183 136 M. der holländische 42 644 M. bindung mit den eigentlichen Baubetrieben, so daß dort ein größerer Unterstügungen 467 417 gegen 973 341 M. im letzten Friedensjahr. Prozentsaz Malergehilfen zu Organisationen der Bauarbeiter ge- Das ist, wie besonders vermerkt wird, inmitten der berheerenden Wirkungen des Strieges eine Leistung, die Zeugnis von dem festen Stande und der Widerstandsfähigkeit der gewerkschaftlichen Organifationen ablegt.
hören.
Die feit 1911 in der Internationale des Malergewerbes zu fammengefchloffenen Verbände unterhielten während des Strieges stets die innigsten Beziehungen, und auch mit Amerika wurde, solange dies die englische Boftsperre und neuerdings der von Amerika proflamierte Kriegszustand nicht bereitelten, freundschaftlichst forre fpondiert. Die deutschen Malergehilfen New Yorks fandten 1916 ihren festländischen Kollegen zur Ünterftügung von Striegerfamilien 2900 M., feit Kriegsausbruch insgesamt 5062 M.
Industrie und Handel.
Keine Zwangssyndizierung der Lederindustrie. Unter Beteiligung sämtlicher Kreise fand am vorigen Freitag Die Mitgliederzahl der Drganisationen des Maler in Berlin , wie der Lokal- Anz." meldet, eine Sigung von Intergewerbes ist infolge des Krieges von 66 614 im Jahre 1913 auf effenten der Lederindustrie statt, die sich mit der Bildung eines 22 923 zurüdgegangen; 1914 um 42 Broz., 1915 um 39,8 und 1916 Bwangssyndikats in der Lederindustrie und einer eventuellen Beum 1,3 Proz. Jm lezten Jahre hatten nur noch Deutschland und triebszusammenlegung befaßte. Man kam zu dem Resultat, vorDesterreich einen Rüdgang aufzuweisen, 1915 dagegen gingen alle läufig von Maßnahmen dieser Art Abstand zu nehmen und die Verbände, mit Ausnahme des schwedischen und holländischen, toeitere Entwicklung in der Lederindustrie abzuwarten. und 1914 mit Ausnahme des finnländischen und holländischen zurüď. Streits fanden 1916 nur 4, und zwar in Norwegen ( mit 89 Beteiligten) statt; 2ohnbewegungen ohne Arbeitseinstellungen jedoch 411 für 17 312 Gebhilfen. Davon in Deutschland 293 für 6380 Beschäftigte. Daneben haben noch zahlreiche Bewegungen für Teuerungszulagen fleineren Charakters stattgefunden, die nicht statistisch erfaßt werden konnten. Die Einnahmen der angeschlossenen Organisationen find zurückgegangen von 2851 522 M. im Jahre 1913 auf 1 002 515 M. im Jahre 1916 Verantwortlich für Politik: Erich Kuttner , Berlin ; für ben übrigen und die Ausgaben von 4 033 142 M.( darunter 1864 976 m. für die Teil des Blattes: Alfred Scholz, Neuföln; für Inferate: Th. Glode, Berlin . Aussperrung in Deutschland ) auf 882 642 M. Die Vermögens. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., bestände der Zentralfassen find indes im gleichen Zeitraum gestiegen
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Friedrich- Wilhelmst. Theater
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Dir. C. Meinhard R. Bernauer.
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7. Uhr: Bürger Schippel.
Theater Königgrätzerstr. Komische Oper
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Die blonden Mädels Theater am Nollendorfplatz
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