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die Tragik der Tragödie.

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vollendete Thatsache sein. Der amerikanische Petroleumring hat mit dem russischen einen Bund geschlossen, wonach sie den Petroleumbedarf der Welt unter sich theilen. Es hav sich einfach eine Konsequenz der kapitalistischen Wirthschafts­ordnung vollzogen, der Akkumulationsprozeß in der Bundesrath. In der am Donnerstag, den 14. d. M., äußersten Zuspizung. Auch auf anderen Gebieten sehen unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten des Staats- wir diesen Prozeß sich fortschreitend entwickeln und das minifteriums, Staatssekretärs des Innern Dr. v. Bötticher Märchen von der durch die Konkurrenz geschaffenen Har­abgehaltenen Plenarsizung des Bundesraths wurde der An- monie zerstören. So lange die Bildung der Ringe sich auf trag Oldenburgs betreffend die Erweiterung der Befugnisse Gruppen der verschiedenen Länder beschränkt, die mit ein­der Zuckerſteuer- Stelle zu Alten den zuständigen Ausschüssen ander konkurrirten, suchte die Bourgeoispreffe immer noch überwiesen.- den Schein jenes Märchens aufrecht zu erhalten. Aber auch

Das

Bei diesen pflegte auf dem Theater der Tragödie eine und bei gehöriger nachhaltiger Wahlarbeit sogar wahr- I Das Petroleum- Weltmonopol wird demnächst eins Komödie zu folgen das sogenannte Satyrspiel. In der scheinlich, trotz der üppig in's Kraut schießenden Sozial­Politik geht es meist umgekehrt zu. Erst kommt demokratie. Unsere Mecklenburger Genossen werden aber, in der Regel das Satyrspiel, dann die Tragödie. Wir wenn es zur Wahl kommt, sicher alles aufbieten, dem sehen das jetzt in Italien und zwar zum zweiten Liberalismus die Hoffnung zu verfalzen. Mal binnen einem halben Jahre. Vor 6 Monaten trat Crispi auf die Bühne und führte in der Kammer die Poffe des Gottesfriedens " auf. Vier Wochen später brach die Hungerrevolution in Sizilien aus dem Satyrspiel war die Tragödie gefolgt, und hunderte von Leichen und vier tausend sechshundert Jahre Zuchthaus - das Tausendjährige Reich" des Herrn Crispi- bezeugen Jezt eben spielt derselbe Crispi wieder eine Komödie. Auch Flunkern kann nicht jeder, der will. Dieses dieser Schein läßt sich nicht mehr behaupten, wo der kapi­und ist noch mitten drin eine Komödie, noch unwürdiger gute Sprüchlein ist von einem hiesigen Antisemitenblatt, talistische Akkumulationsprozeß es zu einem Weltmonopol und noch komödienhafter als die zu Ende des vorigen für das wir durch Nennung seines Namens keine Reklame gebracht hat, das jede Konkurrenz ausschließt. Jahres. Das bankrotte Ministerium, das unter der Wucht machen wollen, unklug vergessen worden. Um seinen muß jezt auch eine Hauptvertreterin des Manchester­des Hafſes und der Verachtung eines ganzen Volts seine Gläubigen, die über die hageldicht herunterraffelnden Miß- Evangeliums, die" Vossische Zeitung" anerkennen, aber sie Entlassung nehmen mußte, hat sich durch eine Hinterthür erfolge und Skandale begreiflicherweise tief niedergeschlagen weiß kein anderes Mittel, als das des" Entspekter Bräfig", wieder in die Regierung eingeschlichen, und stellt sich der sind, die kazenjämmerliche Stimmung etwas zu vertreiben, der die Armuth von der" Poverteh" ableitet, und jene Kammer als neues Ministerium und mit einem neuen hat fragliches Blatt ein Wizblatt"-Scherzlein versucht, durch die Beseitigung dieser aus der Welt schaffen will. Programm vor. Das neue Ministerium ist aber nur das und den Vorstand, die Abgeordneten und die Vertrauens. Etwas anderes ist es doch nicht, wenn das altjüngferliche alte, wie das neue Programm nur das alte ist. Herr leute der sozialdemokratischen Partei für vergangenen Mitt- Blatt an die im allerhöchsten Grade un­Mitt- Blatt Crispi, der von allen anständigen Parteiführern einen Fuß- woch zu Erscheinung aus unserer einer außerordentlichen Sizung zusammen erfreuliche tritt bekommen hat, muß mit seinen abgenutten Kumpanen berufen, in der Maßregeln gegen das lawinen - gegenwärtigen wirthschaftlichen Ordnung" fortwirthschaften. Auflösen kann er nicht. Die Aufregung artige Anschwellen der antisemitischen nur folgende Schlußphrase zu knüpfen weiß: och fluth berathen wurden. Leider hat das Blatt sich im Datum geirrt. Die außerordentliche Sigung hat am Mittwoch gar nicht stattgefunden. Sie ist auf nächsten Sonntag- oder einen anderen Tag verschoben worden, und zwar weil die Abgeordneten Singer, Fischer, Wurm und Liebknecht, die der außer ordentlichen Sigung beiwohnen sollten, am Mittwoch noch im Pinneberger Wahlkreis waren und sich den anti­semitischen Kladderadatsch ausahen.*)

im Land ist zu groß, als daß eine Auflösung in diesem Augenblick gewagt werden könnte. So sucht er sich um jeden Preis zu halten. Er verspricht alle möglichen Er sparnisse auch im Militäretat.

Doch der eine Namen Crispi genügt, um all diese Versprechungen zu Lügen zu stempeln. Es wird in der alten Weise fortgewirthschaftet, fortgewurstelt", fortgestohlen, fortgewühlt und fortgeschürt. Auf das Windsäen versteht sich Crispidie Sturmernte wird gut sein.

Heute das Satyrspiel, morgen die Tragödie. Und dreimal wiederholt Solches sich nicht. Armes Jtalien!

Was, armes Jtalien? Glückliches Italien .

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Die Zeit der Todesmärsche hat wieder begonnen; und wenn wir bisher auch nur wenig von Hiobsposten ge­hört haben, so verdanken wir das einzig der ungewöhnlich nassen und fühlen Witterung. Doch die Sonne wird wieder Es wird die Tragödie überleben, befreit von seinen in ihr Recht eintreten, und dann beginnt die Gefahr für Drängern, erlöst von seinem Elend. unsere Soldaten. Bölker sterben nicht.

Politische Uebersicht.

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Bis jetzt ist sie( die Erscheinung des Weltmonopols) ver­einzelt, eine Ausnahme, aus der wir eine allgemeine Lehre ziehen tönnen, nämlich daß die Syndikate, Kartelle, Trusts ge­fährliche Gebilde sind und daß alles aufgeboten werden muß, um sie nicht emporkommen zu lassen, um vielmehr die Gewerbefreiheit der Vielen gegen die Ueber­wältigungsfreiheit der Wenigen zu schüßen."

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Die Vossische" weiß nur tein Mittel zu nennen, welches den kapitalistischen Akkumulationsprozeß aufhält, für dessen Entwickelung sie ebenso eifrig arbeitet, wie jedes andere Bourgeoisblatt. Das bloße Altweibergejammer über die Kapitalistenringe hindert sie auch nicht, sich zu sonst un­gewohntem Eifer aufzuraffen, wenn es sich um den Schuh eines solchen Ringes handelt. Die Parteigänger des Ber­ liner Bierringes, der Herren Rösicke und Genossen, dürfen sich doch am wenigsten über die Aufsaugung des Klein­fapitals durch das große beklagen und gegen diese giebt es Wir wollen hier nicht über die Zweckmäßigkeit der in der herrschenden kapitalistischen Wirthschaftsordnung kein militärischen Märsche sprechen. Wir wollen dieselbe sogar mittel. Die Konsequenz derselben führt allerdings auch ohne weiteres zugeben. Aber das steht fest, im Frieden zu ihrer Bernichtung und zwar durch eine sozialistische darf das Leben des Soldaten unter feinen Um- Wirthschaftsordnung, welche durch jene vorbereitet wird. ständen auf's Spiel Spiel gesetzt werden. Und Berlin , den 15. Juni. in Daß dieses durch das Petroleum- Weltmonopol so largelegt Die Stichwahl im Wahlkreise Pinneberg diesem Fall ist es so leicht, jede Gefahr auszuschließen. wird, daß jedes Vertuschen und Verschleiern unmöglich ist, Elmshorn ist, wie das Wolff'sche Bureau merkwürdiger- Verlasse man sich nicht auf den Thermometer, denn der das ist es, wovor die Vosfische" und andere Bourgeois­weise schon vor der amtlichen Feststellung des Wahlresultats Sigegrad kann, je nach der Tageszeit und Dertlichkeit, rasch blätter erschrecken, die sich so lange mit den Thatsachen ruhig zu melden weiß, auf den 23. d. M. festgesetzt worden. Man wechseln es bedarf blos einer zwei Zeilen langen Verabfinden, als sie dieselben noch mit irgend einem Schleier scheint demnach das entgegengesetzte System wie bei der längerer Marich findet statt zwischen Mor­ordnung des Höchst kommandirenden: Rein umhüllen können.- Festsetzung des Tages für die Stichwahl in Plauen befolgen zu wollen. Unsere Genossen werden die Zeit ganz aus gen und Abend! Dann haben die Truppen zwischen der großen österreichischen Streifgebiete gemeldet, wo man Abend und Morgen zu marschiren- also bei Na ch t. zunügen verstehen und alles thun, damit unserer Partei der Der französische Kriegsminister hat eine solche Verordnung schon vor anderthalb Monaten erlassen, wie wir seiner Zeit mittheilten. Ist das Leben deutscher Soldaten weniger werthvoll als das französischer?-

Sieg zufalle.

Eine Nachwahl zum Reichstage wird aller Wahr scheinlichkeit nach demnächst auch im 5. mecklenbur gischen Wahlkreise Rostock stattfinden müssen, weil die schon einmal im Interesse der Erhaltung des fonservative Mandats für die

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Ein fürchterliches Grubenunglück wird aus einem gewohnt ist, die berechtigten Beschwerden der Arbeiter aus den Mündungen der Mannlichergewehre zu beantworten. Die Telegramme lauten:

Troppau , 15. Juni. Auf den Kohlengruben, Johann" und" Franziska" des Grafen Larisch in Karwin fanden Nachts mehrere Explosionen schlagender Wetter statt. Ein Ingenieur und über 150 Bergleute sind todt, die Gruben brennen. die Ventilatoren find zerstört. Die Bergung der Leichen ist vors läufig unmöglich.

Troppau , 15. Juni. Nach Mittheilungen von authens tischer Stelle sind, soweit bisher festgestellt, etwa 180 Bergleute getödtet, 20 zumeist schwer, verwundet 4 davon tödtlich. Bei Den Rettungsarbeiten wurden 10 getödtet. 14 Leichen sind bis jetzt geborgen. Die Bergung der unten in den Schächten be= findlichen ist wegen des noch andauernden Grubenbrandes un­möglich. Die erste Explosion ereignete fich gestern Abend um 91/2 Uhr, die letzte, die fünfte heute Bormittag 10%/ Uhr. Revierbeamte und Sachverständige find eingetroffen.

Das Zur Frage der Bereidigung von Zeugen. Partei verschobene Ernennung des Herrn von Buchka zum Landgerichts- Verfügung erlassen, wonach Zeugen nur bei genügender Ver­württembergische Justizministerium hat dieser Tage eine präsidenten in Rostock jetzt vollzogen werden soll. Wie die anlassung nach ihren Vorstrafen zu befragen sind. Es soll Verhältnisse im Wahlkreise liegen, erklärt ein Mecklenburger dadurch vermieden werden, daß unnöthiger Weise in öffentlicher Korrespondent der Köln . 3tg.", wird derselbe von den Kon- Verhandlung Fragen gestellt und beantwortet werden, die viel­servativen, die ihn jetzt zum ersten Male innehaben, schwer- leicht das Ansehen der Zeugen zu schädigen geeignet sind. Er­lich behauptet werden, wenn die Beförderung des weist sich die Stellung der Meineidsfrage als nothwendig, so soll Der Erlaß schließt Herrn v. Buchka eine Neuwahl zur Folge hat, sondern jede verlegende Form unterlassen werden. er geht entweder wieder in den Besitz der Liberalen sich dem gleichen Erlaß des preußisch en Justisministers an, welcher vor einiger Zeit erging. Es bleibt nun abzuwarten, ob über oder aber, Nicht- Richter'scher Observanz noch wahrscheinlicher ist, in denjenigen der Sozial- derselbe seinen Zweck ebenso wenig erfüllen wird, wie der preußische. Demokraten. Herr v. Buchka hat durch eine gewisse Zurückhaltung gegenüber maßlosen Forderungen manche Ronservative gegen sich in Harnisch gebracht. *) Komischer Weise haben einige Blätter den antisemitischen Bunde der Landwirthe als dessen Kandidat aufgestellt, Schers ernst genommen und natürlich hat sich auch Herr von hat er den Erwartungen der Bündler insofern nicht ent- und ßu Hammerstein von seinem Kollegen auf's Gis führen gleichfalls verloren. lassen. Nicht ohne Interesse dürfte übrigens die Thatsache sein, sprochen, als er bei der Abstimmung über den Kaniz- daß die Wohnung des Abgeordneten, bei dem die Sitzung statt. schen Antrag trotz seiner Anwesenheit im Hause nicht für gefunden haben soll, thatsächlich obfervirt worden ist. D5 die denselben gestimmt hat. Der Korrespondent meint, wenn wachtposten antisemitischer oder polizeilicher Rouleur waren, ist die liberale Partei die Lage gehörig zu nutzen wisse, so uns allerdings unbekannt, aber auch gleichgiltig. Auf alle sei die Rückeroberung des Reichstagsmandats möglich Fälle waren sie gleichwerthig, wer sie auch gestellt haben mag.

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Wien, 15. Juni. Die erste Explosion auf dem Franziska­Echachte fand, wie die Abendblätter mittheilen, gestern Abend um 10 Uhr statt; derfelben fielen 120 Menschen zum Opfer. Weitere Explosionen folgten und zwar auch auf dem benach barten Johannes- Schachte, wo 80 Personen getödtet wurden. Fünf am Morgen einfahrende Rettungsmannschaften gingen Die Angaben über die Verluste an Menschenleben schwanken zwischen 180 und 200. Die Mehr zahl der Oberbeamten von den Gruben in Mährisch- Ostrau sind nach Karwin geeilt. Seitens der Behörden find sofort Erhebungen eingeleitet worden.

Auch aus Deutschland ist gleichzeitig von einem Gruben­

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sich entgegenstellte. Wage es Boshafte!" schrie fie: laßt uns darum, dem Teufel zum Troy, Frieden halten. Die lag, in eine Lade des Schreins. Während er noch, wie Wage es, dies Kind zu berühren, und das Tageslicht Hände laßt uns verschränken, daß an diesem Feiertage un- ein Träumender, die Hand am Schlüssel hielt, drehte sich sahest Du zum letztenmale!"- Weib, was ficht Dich an! fers Hauses der unfelige Zauber seine Kraft verliere."-Wallrade rasch um, näherte sich ihm, legte ihre Rechte auf rief Diether, zwischen die Frauen sich werfend: Kennst Du Schmeichelnd bemächtigte er sich der rechten Hand Marga- seine Schulter, und sprach mit Schärfe und greller Be­Deines Mannes Tochter nicht mehr? Und Du, Wallrade, rethens, die wie ein zagender aber versöhnlicher Engel nach tonung:" Gott stärke Euch, mein Vater. Ich werde ferne was deuten die seltsamen Reden des Knaben?" Diese ihm herüber blickte.-Möchtet Ihr doch diese Hand auch sein, und die Zeit Eurer Prüfung wird erst beginnen." Frage löste das Zauberband, das Wallraden's Zunge bis- Wallraden reichen," fuhr er zum Vermittler werdend, fort," Ei, welche Gedanken!" entgegnete Diether, mit Mühe die her gefangen gehalten. Was werden sie deuten?" sprudelte zum Abschiede," setzte er schnell hinzu, da Margarethe Unruhe verbergend, die von der bösen Prophezeiung in fie heftig heraus: was werden sie deuten, diese Neden finster das Haupt schüttelte: zum Abschiede, denn fie be- seiner Seele wieder erzeugt wurde. Friede im Haus eines mit Fleiß eingewurzelten Hasses? Euer Weib wird steht darauf, morgen mit dem Frühesten Frankfurt zu ver- ist ein gut Kissen"; sprach Wallrade weiter: Unfriede mich dem Buben als einen Teufel, einen schwarzen, bösen tauschen mit ihrem eigenen Besitzthum." Das Fräulein zwischen Eheleuten hingegen ein Stachel, dem jeder Tag Geist geschildert haben, und also sieht mich auch des Knaben thue, wie ihm's gefällt," versetzte Margarethe, kein Auge an Schärfe zulegt. Ihr werdet wähnen, der Unfriede ziehe verrücktes Hirn!" nach Wallraden kehrend, die, den Rücken gegen das Bimmer mit mir von dannen aber weit gefehlt. Die Warnerin Pfui, Wallrade!" erwiderte Diether mit strengem Vor- und die Sprecherin gewendet, durchs Fenster sah:" Es hat geht von Euch; das Unheil bleibt."" Du bist ungerecht wurf: Fast möcht' ich selbst Dich einen unsauberen Geist verschmäht, meine Freundin zu werden, und fahre wohl. und grausam zugleich"; äußerte Diether; Du verunglimpfit schelten, da Du Deinen Bruder, meinen geliebten Sohn Ich verschmähe, einen Handschlag zu geben, der nicht von mein Weib, und überlässest mich noch dem bösen Geschick, finnverwirrt und hirnverrückt schelten magst. Das ist sünd- Herzen kommt, und höchstens nur das Behagen ausdrücken das Du voraussagft."" Mein Meierhof fordert seine Ges lich Bungenspiel, das nimmer aus gutem Herzen kommt. Könnte, Wallraden Abschied nehmen zu sehen." bieterin," erwiderte Wallrade hingeworfen: die Felder Denn, wie Gott dem Knaben gerade Glieder schenkte, so" Starrsinnige Weiber!" sagte Diether, verlegen, wie sollen bestellt werden,..: in Eurem Hause ist das Feld gab er ihm auch völligen Verstand, und nur ein Herenweib er sich zu benehmen habe, um nicht der Tochter, nicht schon vom bösen Säemann bestellt. Ich thue Euch und fann solches lästerlichen Ausdrucks sich bedienen!" der Gattin allzu wehe zu thun:" Nur Eure Gitelteit sträubt mir eine Liebe, wenn ich gehe."- Du hartherzige Wallrade zuckte mitleidig lächelnd die Achseln. Mar- sich gegen eine Nachgiebigkeit, die in Eurem Herzen ein- Tochter!" versette Diether schmerzlich: Also belohnst Du garethe erwiderte jedoch auf Diethers Rede: Das Kind heimisch ist."- meine Zärtlichkeit. Ich dachte alles wieder ins alte Gleis vertheidigt Ihr; den Leumund der Gattin gebt Ihr aber" Ich gebe das Beispiel der Nachgiebigkeit," antwortete der Sitte zu bringen, Dir das Erbtheil zuzuwenden, dem Du unt.dacht der bösen Zunge einer neidischen Erbschleicherin Margarethe kalt: denn ich gehe und räume Eurer Tochter freiwillig entsagt...."- ,, Gebt mir's vor Eurem Tode, Preis. Meines Körpers Schwäche verhinderte mich, Eure das Feld. Ich würde ein störender Zeuge Eures Abschieds spottete Wallrade, damit ich Euch ernähren könne, ungerechten Beschuldigungen, wie fie's verdienen, zu be- sein, und entferne mich daher. Auch beim Imbiß, für den wenn Euer Weib und Eure Söhne Euch verlassen. Im antworten. Jetzt habe ich aber meine Stärke und mein ich Sorge tragen werde, foll meine Gegenwart nicht be- Ernste aber; laßt uns Abschied nehmen. In dem Hause, Bewußtsein wiedergefunden, und sage Euch: Unwahr ist, schwerlich fallen."-" Löblich von Euch," versetzte Wall- wo man mich einen höllischen Geist, eine Erbschleicherin was Euer Argwohn und die Einflüsterungen dieser bösartigen rade in gleichem Tone, und ohne ihre Stellung zu ver- nennt, weile ich nicht mit Freuden. Laßt uns Lebewohl Maid Euch vorgespiegelt. Dies Kleinod mögt Ihr darum ändern: ich überhebe Euch jedoch dieses Zwanges; denn sagen. Mein Platz im Hause wird bald durch einen will­dem Schultheiß wieder zustellen, und von ihm selbst zu ich finde heute noch an dem Tische der frommen Wald- tommenern Gast besetzt sein." Böses Kind", antwortete Curer Beschämung erfahren, wie es sich damit verhält." Viel burga im Stift der Reuerinnen meinen Platz."" Desto Diether, warst Du nicht der willkommenste?" Sie wollte hinauseilen, Diether hielt sie jedoch zurück, und beffer", schloß Margarethe das wunderliche Gespräch, die leicht für Euch", lachte Wallrade giftig; für Euer Weib sprach mit weicher Stimme: Gott weiß, Margarethe, wie Reue gönne ich Euch von Herzen." ist wahrlich und gewißlich Dagobert der Willkommenere." schmerzlich mir's wäre, Euch Unrecht zuzufügen. Ich will Hierauf verschwand sie schnell und führte den Kleinen Was sprichst Du da, Argwöhnische!" rief Diether. ja gerne glauben, daß Ihr rein seid, wie der Schnee des mit sich hinweg. Diether sah ihr lange beklommen nach, Und wie fäme denn Dagobert, der Pflichtvergessene, hier­Gebirgs; ich will ja zugeben, daß ein neidisch Auge durch stand eine Weile sinnend da, und verbarg alsdann grollend cinen bösen Blick den Unfrieden in unsre Wirthschaft bannte; l mit sich selbst die goldene Rose, welche noch auf dem Tische

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her zu uns, die er meidet?" Er ist schon hier, seit mehreren Tagen hier"; erläuterte Wallrade: so seltsam