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Der Untergang üee Tuscania. London  , S. Februar. Räch einer neueren Meldung der Ad« miralilät über den Untergang der TuScania werden jetzt nur noch 186 Mann vermißt. Insgesamt sind 2235 gerettet, darunter 113 amerikanische Offiziere und 1917 Mannschaften, 16 Schiffsosfiziere, 1818 Mann der Besatzung, 6 Passagiere und 2 Marineangehörige. 148 Uebcrlebende wurden in Schottland   gelandet, darunter 134 An« gehörige des amerikanischen   Herres, unter denen sich 7 Offiziere be* finden, 10 Mann der Besatzung und 3 Passagiere. Zu der Erklärung des amerikanischen   KriegöministerS Baker, daß die Versenkung der TuScania  »ür Amerika   einen ÄriegSverlust von denkbar unbarmherzigster Art bedeute und eine neue Herausforderung an die zivilisierte Welt sei, schreibt der Äristianer.Socialdemokioren":.Herr Baker scheint demnach zu der- langen, daß amerikanische   Truppentransporte ungehindert passieren sollten. Er faßt die Torpedierung durch die Deutschen   als Her« ausfarderung an die gesamte zivilisierte Welt aus, wenn aber Amerika   mit Deutschland   im Krieg ist, wird freilich die übrige zivilisierte Welt verstehen, dag auch die Amerikaner ihr Leben riskieren. WeS» halb führt man sonst Krieg?'
Spanisck er Dampfer torpediert. Madrid  , 8. Februar. IHavaS.) Amtlich wird mitgeteilt: Zwei Boote mit der vollständigen Besatzung deö spanischen Dampfer? Sebastian auö Bilbao sind in Santa Cruz de la Palma  eingetroffen. Der Dampfer ist von einem beutscheu Nu» terseeboot torpediert worden. Die Sebastian war auf der Reise von T-rregrosa nachNewDork und hatte 3200 Tonne» Salz an Bord. TaS Unterseeboot hatte die Boote 40 Meilen geschleppt.
Kleine Kriegsnachrichten. Ter Oberkriegsrat der Alliierten. Zur Teilnahme an bem AuS« schug des Obersten Interalliierten KnegSrats in Versailles   ordnete der italienische Ministerrat den General   Gaetano Giar« Hno, Trüberen Kriegsminister und jetzigen Unterchef des General- stabes des General Diaz, ab. Immer noch nicht genug Material gegen Caillaux..Journal de Genöve�.Beruer Tagwacht' und.Berner Tagblatl' melden, datz französische Polizeikommissare»n der Schweiz  Erhebungen anstellen, um sich Material in der Caillaux  -Affäre zu verichaffen. D'.eie Kommissare sind von Schweizer   Polizeiorganen begleitet und durchforschen vor allem die Schweizer   Hoiels.
Jubel in Englanö! Ueber die Sbelluitgnrchme der englischen Presse zu den deutschen�StreikS   berichtet dieN o r d d. A l l g e m. Zeitung" folgendes: Du die englische Originalpresse zum Teil noch nicht ganz voll- ständig, nur bis zum 1. Februar einschließlich vorliegt, läßt fich ein abschließendes Urteil über ihre Stellungnahme zu den Streiks in Teutschland nicht geben. Immerhin läßt sich auch nach den 'vorliegenden Blättern die von den englischen Zeitungen verfolgte Tendenz mit.hinreichender Deutlichkeit feststellen. Die konservativeM omina Post" erklärt in einem langen Sine Mausefalle für die Arbeiter" überschriebenen Leiiartikel vom 31 Januar, daß die gesamten Streiknachrichterk aus Teutschland lediglich für de» Export bestimmt seien. Deutschland   versuche mit allen Mittobn, russische Zustände tn England hervorzurufen. Man gebe sich all« erdenk- Ikche Mühe, auf die englifche Arbeiterschaft einzuwirken; man mache insbesoTchere die Schwierigkeiten, die in England durch das Verhalten der Maschinenarbeiter entstanden seien, zunutze. Ter gemäßigt konservative.Daily Telegraph  " vom *! Zünuar erklärt, daß man die Streiknachrichten aus Deutsch  - land mit der größten Borsicht aufnehmen müsse, da es möglich sei, �6 die deutsche Regierung sie erfunden oder entstellt habe, um au; die Arbeiter des feindlichen Auslandes zu wirken. Die Ratgeber des Kaisers hätten enic solche Taktik während des Krieges schon öfters eingeschlagen. DieDaily Mail" vom 1. Februar nimmt die Erklärung desVorwärts ,. daß nunmehr die englischen und französischen   Ar- beiter zeigen könnten, ob sie eL mit dem Frieden so ernst meinten als die deutschen  , zum Ausgangspunkt einer Warnung an die englischen und französischen   Arbeiter. Di« ganze deutsche Bevölkerumg stehe unter militärischer Kontrolle, und es wäre so gut wie sicher, daß während des Krieges kein Streik ausbrechen könne, von dem sich nicht die Regierung einen Vorteil, verspreche. Durch den von der Regierung kontrollierten<!)Vorwärts" fordere Deutschland   die englischen und französischen   Arbeiter zum Streik auf. Wenn diese aber streikten, würde Deutschland   mit um so größerer Energie den Krieg fortsetzen. Die.Times" vom 31. Janllar erklärt in einem Leitartikel, man könne wohl kaum annehmen, daß die deutsch  « Regierung der gut disziplinierten deutschen   Presse die Verbreitung von alar- mierenden Streiknachrichten gestatten würde, wenn sich die deutsche Neuerung vor den Streik» fürchtete. Di« Tatsache, daß dieNordd. Allgem. Ztg." die Bedeutung der Streiks zu verkleinern suche, lege allerdings die Vermutung nahe, daß die Bewegung ernst sein könne. Der Schwerpunkt des Leitartikels liegt aber trotzdem darin, daß die deutsche Regierung, ebenso Wi« e» die öfterreichisch-ungarnche. getan habe, die Streiks ermutige und dulde, um dadurch bei den feindlichen Völkern den An- schein der Demokratisierung der ZentralmaiHte zu er- wecken und um-auf diese Weise die Feinde zu einem baldigen Frieden zu veranlassen. Hiernach beurteilt die rechtsstehende englische   Presse die deutschen   Streiks in erster Linie tu ihrer Wirkung auf die eng- lisch« Arbeiterschaft. Die merkwürdige Auslegung ist vornehmlich zu erklären aus der Besorgnis, die Streiks könnte» auf die englische Arbeiterschaft übergreifen. TaS ablehnende Verhalten der Maschinen- und Schiffsarbeiter zu der Frage des MannschaftSersatzes gibt den rechtsstehenden Blättern den kon- kosten Anlaß zur Besorgnis. Mit der großen Ueberschrift.Streiklawine in Deutschland  " bringt der chauvinistischeDaily Expreß  " seinen Lesern die IkachZchten von da Bewegung in Deutschland  . Gleichwohl stellt «l.uch dieses Blatt die Streiks in Deutschland   und dl«-Haltung der englischen Masch i�nenarheiter nebeneinander. Die Streiks in England würden die deutsche Regierung nur ermutigen. vi I'&eroieDaily C h r o n i c l e". der neuerding» Herrn ?! nahesteht, bringt am 31. Januar ein« große Ueber- ichrift.750 000 Berliner   Arbeiter streiken". Das Blatt sieht di» Bewegung als ernst an, desgleichen derManchester Guardian" im Jeitartn:! vom 30. und 31. Januar. Ueberhaupt sind im lÄegensatz zur rechlsstch�n�n Presse die liberalen Blätter ge- neigt, die Streiks iy Deutschland al« ernst anzusehen. Man ichewn gerade in liberalen Kreisen besonders starke Hoff- nungen au; den Zusammenbruch des preußischen Militarismus durch die A rbeiterbewegung zn legen.
fkjätafterrftifd) ist Ke Gegenüberstellung der Streiks i» Deutschland   und der drohenden Streikgefahr in England. So führt z. B. der»Daily Expreß  " aus, daß die deutschen   Arbeiter für den Frieden streikten, wenn aber die drohende Haltung der englischen Maschinenarbeiter ausgeführt würde, so würde das«in Streik gegen den Frieden bedeuten. Auch die.Daily News" huldigt der Ansicht, daß zwar ein deutscher Streik zu einem volkstümlichen Frieden beitragen werde, ein englischer Streik jedoch nicht.
z.. H. und Höchstpreise. Wir erhalten folgende Zuschrift: In Nummer 35 Ihres geschätzten Blattes vom 4. d. M. ver- öffentlichen Sie unter der Ueberschrift:Material für Herrn v. Waldow"«ine Notiz, in der behauptet wird, daß die von der Z.E-G. eingerichteten Gruppen-Verteilungsstellen Sieg I und Sieg II an die Arbeiter zweier Kriegsbauten Schweinefleisch zum Preise von 7, M. für 450 Gramm angeboten hätten. Als ein Teil der Arbeiter zu diesem Preis« das Fleisch nicht kaufen wollte, sei ihnen damit gedroht worden, daß sie künstig von der Z. E. G. bztv. deren Gruppenverteilungsstelle auch andere Lebensmittel nicht mehr erhalten würden. Ferner habe am 18. Januar die Gruppen- Verteilungsstelle Sieg I in Troisdorf   der Lebensmittelversorgungs- stelle für die Baubetriebe in Troisdorf   mitgeteilt, daß sie Bohnen- mehl au» Amsterdam   gegen einen Preis von 8, M. das Pfund zu liefern bereit sei. Auch die Königlichen Werke in Siegburg  , deren Belieferung durch die GruppenvertcilungSstellen der Z. E. G. erfolge, hätten deren Arbeitern Speck   zum Preise von 12,80 M. pro Pfund angeboten." Die in dieser Notiz enthaltenen Angriffe sind, soweit sie die Z. E. G. betreffen, unrichtig. Die Z. E. G. hat keineGruppen- vcrteilungSstellen" eingerichtet, sie hat auch weder Schweinefleisch noch Speck oder Bohnenmehl an industrielle Werk: oder Kriegt« bauten verteilt. Dagegen ist es richtig, daß die der Z. E. G. nahestehende Brrwrrtungsstclle G. m. b. H. ausländische Waren auf Anweisung de» militärischen Kommissars de» KriegSernäh» rungsamt» den Oberpräsidenten oder Regierungspräsidenten bzw. den entsprechenden bundesstaatlichen Organen zur Verfügung stellt, die diese Waren ohne irgendwelchen Aufschlag zur Ver- sorgung der Schwerarbeiter der Industrie als Sonderzulage zu- führen. Die Verwertungsstelle berechnet die von ihr verteilten Waren zum Anschaffungspreise einschließlich eine» geringen Aufschlages zur Deckung ihrer Unkosten." Da die im Ausland« gekauften Waren naturgemäß nicht durchgehend zu den deutschen   Höchstpreisen der- schafft werden können, so vermag auch die Verwcrtungsstelle G. m. b. H. diese Waren nicht zu den Höchstpreisen weiter zu ver- teile, l. Selbverständlich unterliegt jede Abweichung von den Höchst- preisen der ausdrücklichen Genehmigung der zuständigen Reichsstellen." «Auf die Preisfestsetzung der industriellen Werke oder deren Verbände, die jedoch unter Aufsicht der Ne- gieruugZstellen stehen, hat die Verwcrtungsstelle ebensowenig Ein- slnh wie die Z. E. G. Das in der Notiz erwähnte angebliche An- gebot von Bohnenmehl aus Amsterdam   zum Preise von 8, M. pro Pfunö kann sich Unmöglich auf Wacen beziehen, die von der Ver wertungs stell« verteilt worden find. Dasselbe gilt ion dem Angebot in Speck  , da? die Königlichen Werke in Siegburg  ihren Arbeitern gemacht haben sollen. Ob das Aiigeboi von Schweinefleisch an die Bauarbeiter in Troisdorf   und Sieg. bürg auf Grund solcher indirekt von der Verwertungsstelle bezöge- ner Waren erfolgt ist, läßt sich mit Slcherbeit nicht fest- stellen. Keineswegs ist jedoch von der Z. E. G. oder der Ver- wertungSstelle die in der Notiz erwähnte Drohung auSgefproch:« worden. Zentral-EinkaufsGesellschaft m. b. H." Aus dieser Zuschrift geht hervor, daß die von uns mitgeteilten exorbitanten Preise, di« auf absolut zuverläij'ger Angabe beruhen, nicht von' der Z. E. G. oder deren Unterorganen, sondern von den belieferten invustriellest Werke» fefizeietzt worden sind, auf deren Preisfestsetzung die Z.E. G. keinen Einfluß zu haben behauptet. DaS zu 7, M. pro 450 Gramm verkaufte Schweine­fleisch soll, wie unser Gewährsmann ausdrücklich betonte, keine Ausland wäre gewesen sein, sondern eZ stammte, soweit er feststellen konnte, aus den, großen Schwcineabschlachten in Deutschland  . Da aber die Z. E.©. mitteilt, daß auch die Preisfestsetzung der industriellen Werke unter Aufsicht der Regierungsstellen steht, so wäre zu wünschen, daß die hier zuständige Stelle sich äußert. Daß die Drohung an die Ar- beiter, die das Fleisch zu dem hohen Preise nicht abnehmen wollten, sie würden überhaupt nichts mehr erhalten, von der Z. E. G. oder der Verwertungsstelle ausgesprochen wurde, haben wir nicht behauptet. Es ist ihnen das, wie der Zu- sammenhang ergibt, in den Betrieben mitgeteilt worden. Noch keine neue Steuervorlage. W. T. B. meldet: Gegenüber etwaigen mißverständlichen Auffassungen von der Meldung, daß der Bundesrat in seiner Sitzung vom 7. Februar den Entwurf eines Gesetzes über die Aenderung des KriegssteuergesctzeS vom 21. Juni 1Sl6 an- genomnien habe, ist festzustellen, daß die beschlossene Aende- rung sich lediglich auf eine Katsrechtliche Verrechnung bezieht. Neue Steuervorlagen wurden im Bundes- rat noch nicht verhandelt, was auch nicht geschehen konnte, weil sie ihm noch gar nicht zugegangen waren. Vielmehr ist die Vorlegung der neuen Steuergesetze beim Bundesrat erstfürdie uächste Zeit tn Aus- ficht genommen. Dementsprechend werden auch dem Reichs- tage die neuen Vorlagen noch nicht mit dem Etat, sondern erst kurz vor der Ost erpause zugehen können.
Zum Strafverfahren gegen öen �vorwärts". Die»Voss. Ztg." leilt folgendes mit; »Dem Bernehmen nach besteht die Möglichkeit, daß in einiger Zeit die Aushebung der außerordentlichen Kriegs- g e r i ch t e staltfinden wird. Alsdann würden die noch nicht zur Aburteilung gelangten Strafsachen den ordentlichen Gerichten über- Wielen werden. Zu diesen Fällen wird möglicherweise auch ein Ver- fahren gehören, das gegenwärtig auf Veranlassung des Ober» r« i ch S a n w a l t ü bei dem außerordcnllichcn Kriegsgericht gegen den verantwortlichen Redatteue de«»Vorwärts�, Erich Kut'tner, und den Hauptschnstleiter Friedrich Stampfer   wegen ver- suchten Landesverrat» anhängig gemacht worden ist. Da» Ver- fahren gründet fich auf die Ausführungen im Leitartilel in Rummer 20 des.Vorwärts" vom 20. Januar. Die Aburteilung des Falles vor dem ordentlichen Strafgcrrcht ist um so wahrschein- licher, als ein zum nächsten Dienstag anberaumter Termin wegen der noch anzustellenden Ermitttungen voraussichtlich wird vertagt werden müssen." Uns ist von dieser Angelegenheit nicht mehr bekannt, als wa? «vir gestern mitgeteilt haben.
Amtliches Wahlrefuktat vo« Ragnltz-PMakleu. In der am 2. Februar vorgenommenen ReichStagSersatzwahl im Wahlkreis« Gumbinnen 2 wurden von �11 637 Wahlberechtigten 5077 Simmeu abgegeben und zwar für GenerallandschaflSdirektor Dr. K«Hp tn Pilzen, KreiS Pr.-Eylau stons.) 4076, Gutsbesitzer v. Plebwe auf Dwarrischksn, KreiS Pilltallen(kons.), 47. und Gutsbesitzer Sattler auf Klapaten, Kreis Ragnit(kons.), 32 Stimmen, 22 Stimme» waren zersplittert. Dr. Kapp ist somit gewählt.
Parteinachrichten. Da«Mitteilungsblatt" beklagt sich darüber, daß der Prozeß der früheren.BorwärtS"-Redakteure am 20. Januar von dem Kammergericht abermals vertagt worden sei:Wie lange werde» die aus demVortvärts" hinauSgeworftnen Redaktcure noch um ihr Recht kämpfen müssen... vielleicht sterben die andern auch noch (wie Stadthagen  ), ehe sie zu ihrem Recht kommen," heuchelt das Blatt in sittlicher Errtrustung! Demgegenüber sei festgestellt, daß die/ Vertagung von den» Vertreter der klagenden Redakteure beantragt wurde, weil die Redakteure John und Wielepp angeblich zu mo» bilen Truppenteilen eingezogen worden seien. Nebenbei bemerkt, kann das nicht wahr sein, da John beveits 50 Jahre alt ist! Ferner sei festgestellt, daß der Anwalt der klagenden Re» d a k r e u r e erklärt hat. daß er für das geeignetste halte, wenn der ganze Prozeß bis nach dem Kriege liegen bleibet
Lette Nackrichten. U-Boot-Eerfolge im Kanal. Amtlich. Berlin  , S. Februar. Im Aermelkanal   wurden von unseren U-Booten bei srarkfter feindlicher Gegenwirkung vier Dampfer und zwei Segler versenkt. Sämtliche Dampfer waren beladen und bewaffnet. Die Segler waren die englische» Schlüter Louis Bell und Henriette Willianscn. Eines der U-Boote geriet am 5. Februar nachts unweit der französischn Nordküste mit einem feindlichen Motorboot in ein Ge- fecht, in dessen Verlauf das Mowrboot durch die Artillerie deS U-Bootes mit hoher Wahrscheinlichkeit vernichtet wurde. Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Litauen  . B e r n, 3. Februar.(Frkf. Ztg.) Die deutsche Verwal- tung hat nach rinrr Meldung des litauischen PrcssebnreauS in Lausanne   beschlossen, die bisher voneinander unabhängi- gen Bezirke der Militärverwaltung Litauen  , B i a l y st o k und G r o d n o in einen e i n z i g e n B e z i r k mit der B e- zeichnungLitauen  " und dem Sitze in W'lna umzu- wandeln._ Entente-Solidarität. Lern. 0. Februar. Der Mitarbeiter der.Stampa  " in Rom  will aus bester Quelle erfahren haben,»daß neben den militärischen Beschlüssen der Versaillerkonferenz(Manövrierheer anstelle des ein- hcitlichen Oberkommandos, Verstärkung der Oricntarmee und Bc- schleunigung der amerikanischen   Waffenhilfe) eine interalliierte diplomatische Verständigung erreicht worden sei auf der Basis, daß jeder Verbündete die«ricgSziele der anderen unterstütze. Zum Beispiel würden England und Italien   für die französischen  Forderungen eintreten, Frankreich   und Italien   den spezifischen englischen Standpunkt htnsichllich Belgien» und Luxemburgs einnehmen und Frankreich   und England die italienischen   Forde- rungen unterstützen._ Die Verhaftung Lazzaris. Amsterdam  , 0. Februar. DerTelegraaf  " erfährt aus Rom  : Die Verhaftung von Lazzari, dem bekannten Sekretär der sozial- demokratischen Partei, erfolgte aus Grund eines vom 13. De-' zember datierten Zirkulars, worin Lazzari sein« Parteifreunde an die feindliche Haltung zum Kriege und am das, was die Partei zur schnellen Herbeiführung eines Friedens tue, appelliert und erinnert, sowie darin zu einer Geldsammlung zugunsten aller ailffvrderi, welche von der Reaktion verfolgt würden. Er empfiehlt darin weiter, die Ereignisse in Ruß­ land   sympathisch aufzunehmen. Dieses Zirkular ist in die Hände der Polizei gefallen. Am 25. Januar wurde in dem Parteisekre- tariat eine Untersuchung von Polizeikommissaren und Polizisten vorgenommen. Zahlreiche Dokumente wurden beschlagnahmt, dar­unter eins, das Geheimanweisungen über die Größe der Mittel zum Betreiben der Kriegssabotage enthält. Lazzari er- klärte vor dem Richter, daß er von seinem Wirken in dieser Richtung niemals«in Geheimnis gemacht habe. Er wüßte deshalb auch nicht, was er bei seinem Verhör verbergen solle. Er wäre sich der Folgen seiner Handlungsweise vollkommen bewußt. Gleichzeitig wurden auch in den Wohnungen ver- schiedener anderer Sozialisten Haussuchungen vorgenommen, so unter anderem bei der Sekretärin der Frauen- orgauisation, wo jedoch nichts Verdächtiges gefunden werden konnte., Was die bei Lazzari' gefundenen Schriftstücke anbetrifft, so sollen sich darunter einzelne befinden, welche bewirken können, daß der Prozeß gegen ihn vermutlich vor dem Militärgerichtshof stattfinden wird. An Stelle Lazzari� hat die Partei als vorläuft- gen Sekretär den Abgeordneten Morgari ernannt.
Die Meutereien in Lamia. Bern  , 9. Februar. Aus Athen   verlautet: Das Kriegsgericht in Lamia, da« über die jüngsten Meutereien ,» urteilen hat, ver» urteilte zwei Sergeanten zum Tode. Die Verhaftungen danern fort.
denvorwärts' zu abonnieren hat jetzt jeder denkende Arbeiter mehr den« je Anlaß. Warum? Diese Frage wird sich jeder Leser selbst de- antworten können. Dann wird er dafür sorgen, daß der folgende Bestellzettel nicht unbenützt bleibt: Ich abonniere ab l. Februar 1918 denVorwärts". Abonnement monatlich 1,59 M.
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