Nr. 4. 36.Jahrg.
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Das, Bormärts erscheint wochentäglich aweimal Sonntags einmal
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Sozialbemotrat Berlin".
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Freitag, den 3. Januar 1919.
Bolfchewiftendebatte in Paris .
Bern , 31. Dezember. Nach Lyoner Zeitungen kam es in der Brockdorff- Rantau über sein Programm.)
Rammer während der Nede Bichons zu einer Reihe von Zwischenfällen. Der Borsigende des Außenausschusses Franklin Bouillon rief: Alle Mitglieder dieser Regierung( nämlich der russischen) sind eingeferkert. Sie sind, fagte er zu Bichon gewendet, erbarmungswürdig schlecht unterrichtet. Sie verlefen eine Rote, die Ihnen von Ihrem Bureau geliefert wurde.( Lebhafte Bewegung, Lärm.) Glemenceau fuhr Bichon an und sagte: Man sagt Ihnen, daß Sie die Note Ihres Bureaus verlesen, die Sie nicht kontrolliert haben. Antworten Sie!( Große Bewegung.)
um fich zu rechtfertigen nnd um Clemenceau mit in den Tumult hineinziehen zu können, verliest Bichon dann Instruktionen Clemenceaus an die französischen Generäle in Rußland vom
13. September. Die allierten Operationen haben keinen offenfiven Charakter. Sie brzweden nur, allen Zuzug der Bolschewisten vom Kaufafus nach der Ukraine und Ostruhland zu verhindern und auf dem Borgelände dieser Gebiete cine Defenfivftellung zu errichten. Wenn ein offensives Borgehen zur Bernichtung des Bolschewismus notwendig würde, so würde der Stoß nur von russischen Kräften geführt werden. Unsere Silfe bezwedt nur, ihnen die materielle Ueberlegenheit über die Bolschewiften zu sichern. In einem Telegramm vom 21. Dezember gab Clemenceau ben Generalen weiterhin an, der Binn der Alliierten laufe auf eine wirtschaftliche Eintreifung der Bolichewift en hinaus.( Zwischenrufe von links: Das ist geradezu niederträchtig!) Unbeirrt fährt Bichon fort: Der Augenblick ist vielleicht gekommen, wo wir in der Ukraine den Blaz der Deutschen ein. nehmen müssen, um dort die Bildung der ukrainischen Armee zu erleichtern, die gegen die Bolschewißten Stellung zu nehmen hat. Das ist unsere feitens aller Alliierten einmütig festgelegte Politit.
Wahrheit und Offenheit.
Der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Gref Brod. dorff- Rangau, hat nach lebernahme seines Ambes einen Mitarbeiter von Wolffs Telegraphischem Bureau gestern empfangen und diesem auf seine Frage über die Richtlinien, die er in der ein Bestreben wird sein, Wahrheit und Offenheit dem Politik zu verfolgen beabsichtige, nachstehende Erklärung abgegeben: eigenen Bolle wie dem Auslande gegenüber. Das deutsche Wolf erniedrigung wie Ueberhebung vermeiden. Zu meinem Teile biergu soll im Unglüd seine innere Größe und Würde bewahren, Selbst. beizutragen, bin ich entschloffen.
Den Frieben will ich verhandeln und schließen als einen & rieden des Rechts. Einen Frieden der Gewalt, der Vernich tung und Verfflabung lehne ich ab. Manche unferer Gegner berdächtigen die Revolution als den Verfuch Deutschlands , fich den aus tungen zu entziehen. Diese Behauptung ist ebenso unwahr toie der der Annahme des Wilsonschen Programme folgenden Berpflich Glaube irrig ist, das Deutschland der Revolution werde fich demütig den Forderungen der reinen Gewalt beugen.
Solange ich an dieser Stelle stehe, mird bafür gesorgt werben, daß Deutschland feine Busagen gewiffenbaft ein13ft, aber nicht um die Breite eines Soares über bes hinausgeht, was es als Recht anzusehen hat. Ein Grundrecht der Gegner haben es nicht nur anerkannt, sondern zum Stampfeuf geVölker ist das Recht der Selbstbestimmung. Unsere macht; Deutschland erkennt es gleichfalls an, fordert es aber auch für fich, wenn der Grandjab gelten soll:„ Der Ballen den Ballan bölfern!", fo rieb es auch heißen müssen: Deutschland ben Deutschent"
Schuh unserer Grenzen!
Bon Richard Gädka
bergießen so lange wie irgend möglich vermeiden will. So Ich kann es begreifen, wenn die Regierung Blutbergießen so lange wie irgend möglich vermeiden will. So Kriege bereits geflossen, daß man mit jedem Tropfen geizen unendlich viel kostbares Blut ist in diesem unglückseligen muß. Wenn man aber überfallen wird, wenn es in jedem greifer wahrhaftig nicht fostbarer als das unfrige, dann Falle um das eigene Leben geht, dann ist das Leben der Angreifen die Ueberfallenen nicht zur Gewalt, wenn sie den Angreifer niederschlagen, sondern sie wehren dessen Gewalttat nur ab. Und das ist fittliche Pflicht der Selbsterhaltung. Ein Bolt mag noch sehr durchdrungen sein von dem Ideal eines Gedanken erfüllt find, muß es fechten oder untergehen. ewigen Friedens, wenn seine Nachbarn nicht von den gleichen
Nach lebhaften Zwischenrufen, wiederum von der äußersten Linten Henderson über die internationale Arbeiter austommen zu können, weder im Innern noch an der Grenze.
Fonferenz.
In dieser Lage befinden wir uns an unserer gesamten ftgrenze. Auch die deutschen Arbeiter, und die Berliner insbesondere, werden schwer zu leiden baben, wenn unser Wirtschaftsgebiet mehr und mehr berengt wird. Für uns handelt es sich an unserer Oftgrenze um Leben oder Sterben, feit nach das, was jest kommen wird, vermeiden können durch um unsere ganze Zukunft. Man hätte aller Wahrscheinlicheine rechtzeitige militärische Machtentfaltung im Osten. Das ist in aufgeregten Zeiten das sicherste Mittel, um es zum Blutvergießen erst gar nicht kommen zu lassen; es ist also auch das menschlichste Mittel. Wir sind nun einmal gegenwärtig noch nicht in der Lage ohne eine bewaffnete Macht Aber die Regierung ist wohl irregeführt, worden durch die Berichte, die Herr von Gerlach ihr aus Bosen überbracht hat. Sie waren nach den Beitungsmeldungen von einer ganz ungerechtfertigten Vertrauensseligkeit. Herr von Gerlach besigt Haag, 2. Januar. ( Meldung des Hollandsch Nieuws- einen Optimismus, der die Dinge nicht so sieht, wie sie sind, bureau.) In einem Interview mit einem Reuterschen Ver- sondern wie er sie sich wünscht. Sein überzeugter Pazifismus treter erklärte Senderson, daß man die Absicht habe, eine erschließt sich der Erkenntnis, daß nicht Schwäche ben Frieden internationale Arbeiterfonferenz in Bau- fördert, sondern nur die Kraft, die dem Gegner Achtung einfanne zusammentreten zu lassen, die vermutlich in zwei Ab- flößt. Soweit aber ist es bereits gekommen, daß die polteilungen zerfallen würde, eine für gewerkschaftliche, das doch immer noch besteht, mit Berachtung hinweggehen. nischen Absplitterungsbestrebungen über das Deutsche Reich , und die andere für politische Tätigkeit. Die Versamm lung follte am 13. Januar beginnen, und wahrscheinlich mehrere Wochen dauern. Die wichtigste Aufgabe der Dele gierten werde sein, eine internationale Gesek gebung au formulieren, die dann der Friedenskonferena mit dem Ersuchen vorgelegt würde, ihr im Friedensvertrag
und der Linken, führt Bichon weiter ans: Ein Friebe kann mit der übrigen Welt nicht gefchloffen werben, folange in Rubland der Bürgertrieg wätet und Internationale Arbeitergesetzgebung als Garantie des bie jesige Regierung am Nuder bleibt. Die jetzige bolichewiftische Regierung regiert ausschließlich durch den Terror.
Laufende von Personen find ohne Urteil erschossen. Die Stimme der ruffischen Nation ist unterdrückt und erstickt. Der Despotismus, ber noch viel schlimmer ist, wird hochgehalten, verursacht eine furatbare ungersnsi und führt das wirtschaftliche Leben zum völligen Ruin. Franzosen und Engländer find eingekerkert und mishandelt worden. Bolen, Jugoflamen, Tschechen wurden gemartet und ermordet. Diefe Regierung, bie fich wie ein Bunbes senoffe Deutschlands gegen uns aufführt, ist in bie eie unferer Feinde getreten. Wenn Deutschland für feine Egpansionsgelüfte das günstige Gelände findet, bas es fich durch den Bolschewismus vorzubereiten hofft, so würde durch die Gefahr Bolschewismus vorzubereiten hofft, fe würde durch biele Gefahr ber ganze Borteil unseres Sieges vernichtet. Diese Gefahr zu be
fämpfen, beabsichtigt unfece Bolitit., Niemals hat unsere Bolitik eine Henderung erfahren.
Clemenceau für Mäßigung?
Er will ,, Opfer" bringen.
Baris, 2. Januar. In einer Kammerrede fagte Clemenfeine moralische Wirkung zum Wohle der Menschheit gebracht ceau u. a. folgendes: Unser ungeheurer Sieg darf nicht um werden. Daß ich fähig bin, für die allgemeinen In tereffen Opfer au bringen, werden Sie sehen, denn Sie werden ja die Friedenspräliminarien er
örtern.
NY
feste Form zu geben.
Friedens.
rein deutsche Truppenteile unter gemeinschaftlichem Es ist die allerhöchste Zeit, daß wir genügend starke entschlossenem Befehl nach Osten in Marsch setzen und die entschlossenem Befehl nach Osten in Marsch setzen und die Waffen abnehmen und ihre Organisationen auflösen. Mit Bolen nicht nur wieder zurüddrängen, sondern ihnen die der Achtung vor der polnischen Sprache und vor berechtigten Wir haben, so führte Senderson aus, allen Grund zu tun; sie sollen um so strenger geachtet werden, je mehr wir Eigentümlichkeiten der Polen hat das nicht das mindeste zu erwarten, daß diese Vorschläge vom Friedenskongreß mit ihre Uebergriffe, wenn nötig mit Hilfe von äußerster Sympathie aufgenommen werden. Er freute sich besonders über die von Barnes angekündigte Sondermission. Er hofft, Gewalt zurückweisen. daß diese Körperschaft zwischen Paris und Zaufanne ver Stadt und die Festung Pofen unter allen UmInsbesondere möchte ich die Notwendigkeit betonen, die mittelnd funktionieren werde. Der Standpunkt der Arbeiter standen wieder in unfere Sand zu bringen. ist der, daß eine internationale Arbeitergeset- Man gebung eine der notwendigen Garantien an scheint bei uns von ihrer Wichtigkeit feine rechte Vorlung eines ausführlichen und detaillierten Programms, das berbängnisvolle Nähe der deutschen Reichshauptstadt. Gebt für den fünftigen Frieden bildet. Die Entwide- tellung zu haben. Sie liegt nur noch 240 Kilometer öftlich von Berlin . Mit ihrem Verlust rückt das polnische Neich in der Friedensfonferenz borgelegt werden müsse, sei mit das mit dieser Stadt, die bisher eine der stärksten Grenzfeftungen wichtigste Ziel der Lausanner Konferenz. Außerdem würden Deutschlands war, die ganze Proving Pofen verloren, dann die Arbeitermaffen in den alliierten Ländern danach trachten, fiegt unfere Oftgrenze nur noch 120 Kilometer von Berlin ab. Auf die Wilsonschen Grundsätze zurückfom- tigten der verschiedenen Länder auszuüben, um zu der Er- bor 400 Jahren die Schlacht von Tonnenberg für den deutdurch die Konferenz in Lausanne Einfluß auf die Bevollmäch Das bedeutet für Deutschlands Bukunft das gleiche wie einst mend, erklärte Clemenceau , daß fie nicht immer mit den sei- richtung eines Bölkerbundes zu gelangen, nigen übereinstiminten. Wilson sehe nicht wie einer, dessen schen Orden. Der starke Verteidigungsabschnitt der Warthe Land vier Jahre lang verwüstet worden sei. Alte Ungerechtigund der Obraniederung ist dann in den Händen der Polen , teiten seien wieder gutzumachen, aber ich zweifle, fagte die deutsche Grenzberteidigung aber liegt fürderhin an der Clemenceau , ob wir alles gutmachen können, Oder bei Frankfurt und Küstrin , 80 Kilometer denn wir und auch Sie( wobei er auf die Sozialisten zeigt) von Berlin entfernt. Wir entfinnen uns aus der Beschießung find nur Menschen. Verhandlungen haben begonnen: Einige Wien , 2. Januar. ( Eigener Drahtbericht des Borwärts".) spielend überwinden. Es ist aber noch nicht ganz sicher, daß bon Paris , daß die Riesengeschüße unserer Zeit diesen Raum Leute haben dem Präsidenten Absichten untergeschoben, die Aus Jansbrud wird von deutsch - nationaler Seite gemeldet, baß bie der Frieden, den wir erhalten werden, wirklich für alle Beit vielleicht nicht die seinigen sind. Wilson ist ein Mann von Jtaliener im befesten Südtiroler Gebiet Borbereitungen zu einer all- neue Kriege ausschließen wird. Auf so unsichere Grundlage weitem, hochherzigem Geist, der durch die edle Reinheit seines gemeinen Volksabstimmung über die Zugehörigkeit des Landes bis darf keine Regierung, der des Reiches Zukunft und Wohlfahrt Gemüts Achtung einflößt. Wilson hat mir gesagt, er werde zur Brennerlinie treffen. Sämtliche Ortsbehörden hätten von dem am Herzen liegt, ihre Entschlüsse aufbauen. Ich sehe hierbei bersuchen, mich zu überzeugen, vielleicht wäre ich es aber, italienifchen Rommands ben Auftrag erhalten, schleunigft ganz von anderen Fragen ab, die ebenso großes Gewicht beder ihn überzeugen würde. Nichts kann eine bessere Verstän- Berzeichnisse aller in Südtirol heimatberechtigten Einwohner anzu- anspruchen dürfen wie die Erhaltung einer möglichst vorteildigung erhoffen lassen als diese Neußerung. Nach Erwäh- legen und zur Vorlage zu bringen. Es sollen jedoch nicht alle Ein- haften Grenze. Es macht durchaus den Eindrud, als ob die nung seiner Besprechung mit Lloyd George erklärt schließlich wohner, fondern nur bie in Südtirol heimatberechtigten auf Bolen die ganze Brovinz Bosen für sich beanspruchen wollen, Clemenceau : Dieernsten Ereignisse wachsenüber genommen werden. unshinaus. Wir haben große Anstrengungen zu machen, und auf unsere Schwäche und Unentschlossenheit gestützt noch um den alten Geist, wie er uns vor dem Siege beherrschte, bor dem Frieden als vollzogene Tatsache sich sichern möchten. nicht verschwinden zu lassen. Sollen Sie doch bereits im Vormarsch auf Bentschen sein, das nur noch 12 Kilometer von der brandenburgischen Grense abliegt. Damit aber würden rein deutsche Gebiete in ihre gierigen Hände fallen. Die Gefahr ist bereits so groß, daß wohl eine allgemeine Bewaff
Die Nede Clemenceaus wurde mit braufendem Beifall aufgenommen, nur die linksradikalen und sozialistischen Deputierten hüllten sich in eisiges Schweigen.
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