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nachzudenken, wohin es führen muß, wenn in einer Zeitfpanne,

in der von allen Mauern der Stadt an großen Plakaten die Aufforderung zur Arbeit ergeht, fünstlich arbeitslose Tage ge­ichaffen werden, und wie infonsequent die Regierung ist, wenn sie heute Arbeit predigt und morgen für das ganze Volf einen Zwangsruhetag verordnet. Wir nehmen den neuerwachten Maieifer des alldeutschen

wieder aufzubauen, nicht nur zu imferem eigenen Wohle, I gumgen Berdächtig war, die Verwaltungspraris erlernen fonnte. sondern zum Wohle der ganzen Welt. Der jezige Oberpräsident von Westfalen , Lothar Das ist es, was der Maifeier für 1919 so außerordentliche Schüding, hat vor Jahren, als er noch Bürgermeister im Bedeutung gibt. Wir proflamieren die Solidarität des ar- Holsteinischen war, eine kleine Schrift herausgegeben Die Reat­beitenden Volkes aller Länder und legen das feierliche Ge- tion in der inneren Verwaltung Preußens", in der dieses löbnis ab, daß wir diese Solidarität beweisen wollen durch die System der Welt enhüllt wurde. Dafür hat ihn die Reaktion Tat. Nicht darin ist das Ende des Krieges, das Ende aller prompt gemaßregelt, aber damit die Wahrheit seiner Striege zu suchen, daß der Sieger dem Besiegten nach Belieben Ausführungen nur bestätigt. Wie wurde man denn früher Drgans gabührend zur Kenntnis. Die Arbeiterschaft aber hohe Lasten auferlegt, sondern darin, daß sich die Völker in Preußen Verwaltungsbeamter? Die Verwaltungslaufbahn fann aus diesen Ausführungen ersehen, mit welch' schmunzeln­gegenseitig helfen, aus dem Sumpf des Lebens herauszu- war angeblich ständig überfüllt", d. 5. jeder Referendar oder dem Behagen die Reaktion es begrüßt, wenn durch Ueber­kommen, daß der Stärkere den Schwächeren stüßt, daß die Assessor, der sich zur Verwaltungslaufbahn meldete, wurde unter treibungen der Maigedanke diskreditiert würde. Erfahrungen des weiter fortgeschrittenen Bandes dem rüd diesem Vorwand zurüdgewiesen, wenn das Geringste in ständigeren zunuze gemacht werden. seinen Personalien der herrschenden Clique nicht paßte. Wer Wenn das arbeitende Volk Deutschlands bereit ist, in nicht aus ad liger oder sehr reicher bürgerlicher solchem Bestreben bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit Familie stammte, nicht als Student einem feudalen zu gehen, so sthadet es sich selber dabei nicht, im Gegenteil, Rorp3 angehört und es nicht zum Reserveoffizier ge­

en Geifte walten wir

Die Stimme der Versunkenen.

Vor einem Jahre.

Ist es wirklich erst ein Jahr her? Es scheint, als müßten

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es nügt sich selber. Aus bre Armut eines Landes fönnen bracht hatte, der war auch bei glänzendster Befähigung ohne Jahrzehnte seitdem verflossen sein. Aber nein, es sind wirklich erst nur Schmaroterklassen, einheimische und ausländische, Vorteil weiteres von der preußischen Verwaltungslaufbahn aus ge- Jahrzehnte seitdem verflossen sein. Aber nein, es sind wirklich erst ziehen; aber noch nie ist ein Volt vom Elend eines anderen schlossen. Unnötig zu erwähnen, daß natürlich auch nur die 365 Tage vergangen, seitdem die nachstehenden Reden gehalten Volfes reich geworden. Hier gilt vielmehr das umgekehrte leiseste politische Betätigung in oppositio- wurden. Gerade vor einem Jahre, am 1. Mai 1918, tobten im preußischen Dreiflassenparlament heftige Kämpfe Gefeß: Wer finkt, zieht andere mit sich, wer steigt, hilft nellem Geiste dieselbe Folge hatte! underen empor. In diesem Geiste wollen wir alle gemeinsam So stellte der von der neuen Regierung übernommene Ver- um das gleiche Wahlrecht. Mit unerhörter Verbissenheit stemmten aufwärts. waltungsapparat eine Musterausleje der preußi- sich die Reaktionäre aller Schattierungen, von den Konservativen bis fchen Reaktion dar. Nur ein Narr kann unter diesen zu den Nationalliberalen, gegen den Abbau ihrer Privilegien. Heute Umständen verlangen, daß die Regierung alles beim alten läßt, flingen diese Stimmen aus dem Grabe wie ein Sput aus längst bis ein neues Geschlecht von Verwaltungsassessoren herange- vergangener Zeit. Herr v. Heydebrand damals noch un­gezüchtet ist, was zirka zehn Jahre und länger dauern müßte. gekrönter König von Preußen- tobte seinen Born 11. a. in folgenden Natürlich weiß die preußische Regierung, daß der Verwaltungs- Worten aus: apparat sabotiert wäre, wenn man mit einem Schlage sämtliche alten Beamten entfernen wollte. Aber das geschieht ja gar nicht. Die Regierung geht den einzig möglichen Weg, indem sie, bei den reaktionärsten Beamten be­ginnend, schrittweise die Erneuerung des alten Apparats betreibt. Aber auf diesem Weg wird konsequent weiter­gegangen werden, trog des Wutgeschreis der Reaktion, die ja nicht nur ihre Macht, sondern auch die Futterkrippe schwinden sicht, an der sie sich solange auf Kosten des Volkes fattgefressen hat.

Aus der Erkenntnis, daß die schlechten Arbeitsbedin­gungen des einen Landes die Verbesserung der Arbeitsbedin gungen im anderen verhindern, ist ja die Feier des 1. Mai geboren. Er fordert internationalen Arbeiterschutz, inter­nationalen Achtstundentag, damit alle gemeinsam aufwärts fönnen. Er verkündet das hohe Ideal der Völkerverbrüde­rung, er predigt mit feurigen Zungen Feindschaft gegen jeden Krieg!

Gegen Berge von Widerständen fämpft die große dee. Sie leidet dabei unter Verzerrungen, die ihr die Leidenschaft der Zeit ins Antlitz geprägt hat, an inneren Reibungen und Splitterungen. Aber sie wird so sicher einmal, wenn nicht heute, dann morgen siegen, wie aus Nacht Tag wird.

Darum, trotz alledem, Arbeitervolf, opf hoch, Nacken steif, Augen klar! Trotz alledem: Glück auf zum 1. Mail

Die Demokratisierung der Verwaltung.

Die Wut der Reaktion.

Fallen seh ich Blatt um Blatt," so kann die Reaktion seufzen. Ein reaktionärer Verwaltungsbeamter nach dem andern wird ausgeschifft, Oberpräsidenten, Regierungs­präsidenten und Landräte fallen wie die Fliegen. Je weiter der Prozeß der Demokratisierung der inneren preußischen Verwaltung fortschreitet, desto größer wird die Unruhe und Besorgnis der Reaktion, die hier ihr legtes Bollwerk zer­bröckeln sieht. Die Gefühle entladen sich in polternden Schimpfartikeln, wie wir jeßt wieder einen in der Deutschen Tageszeitung" finden. In dem Artifel heißt es:

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Der preußische Minister des Innern befigt bie bemerkens­merie Erkenntnis: Mit der Gesinnung offein fann man fein Ami ausüben. Praktische Erfahrung, quter Wille, Hingabe und Fleiß gehören dazu." Die praktische Erfahrung umschließt wohl auch für einen großen Teil der zu beseßenden Stellen eine ent sprechende Vorbildung; deshalb hat die Regierung die Bestimmungen, die bisher über die Qualifikation zum Landrats posten in Geltung waren, furzer Hand beseitigt. Es ist flar, was aus dieser Art der Stellenbesehung in Ver­bindung mit der völligen Neuzusammensetzung der Kreistage ichließlich als Endergebnis herausspringen muß: Die völlige Sabotierung der Selbstverwaltung infolge, der Lähmung ihrer Organe, die zu geordneter Arbeitsleistung gar nicht imstande find.

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Unter dem gleichen Wahlrecht werden wir hier 120 bis 130 Sozialdemokraten, eine sehr verstärkte Polenfrattion und eine sehr starke Vinte haben, und auch bei den anderen Bar­teien wird der mittelständische Charakter sehr stark beeinträchtigt werden. Die Zusammenseßung des Hauses wird ungleich mehr von dem abhängen, was man" Bolfsqunst" nennt. Elemente, die sich mehr durch Sprechanismus( Heiterfeit rechts) und Agitation hervortun, merden auf den Schild erhoben und die, die am meisten versprechen, werden die besten Aussichten im Wahlkampf baben. ( Buruf links: Bund der Landwirte!) Ob es dann möglich sein wird, den stark autoritativen Charakter unseres preußischen Staates aufrechtzuerhalten, ist zweifelhaft. Das steuerliche Stückgrat unseres

Maibegeisterung der Täglichen Rundschau". ganzen Staatshaushaltes find die direkten Steuern auf den Be

Für strengste Arbeitsruhe!

Es geschehen Zeichen und Wunder. Reaktionäre werden zu Fanatikern des 1. Mail Ein orthodorer Rabbi fann nicht ftrenger darüber machen, daß seine israelitische Gemeinde am Sabbath auch die kleinste Bewegung unterläßt, die als Arbeit gedeutet werden könne, als die Tägliche Rundschau" dafür besorgt ist, daß auch der letzte Arbeiter in Deutschland den 1. Mai streng feiert. Ihrer neuerwachten Orthodoxie ist unsere Notiz Verderbt den 1. Mai nicht!" als tezerisch auf die Nerven gefallen und sie tanzelt uns folgendermaßen ab:

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fib, und nun wollen Sie die Befitlosen über die Steuern ents scheiden lassen, die die Besitzenden zahlen sollen?

Gin ähnliches Angstgeschrei wie Herr v. Heydebrand erhob der Nationalliberale Dr. Lohmann:

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Wir befürchten bei einer Gesetzwerdung der Borlage ein Der fehr starkes Anwachsen Sozialdemokra tischen Partei... Ge wird stets eine große Menge des Volkes bier geben, die sich nur eine knappe Lebenshaltung leiften famm. Es ist natürlich, wenn diese große Schicht stärkere Ansprüche an bas Leben stellt als sie befriedigt werden können. Etwas anderes ist es aber, daß man diejenigen politischen Parteien zur Herr­schaft bringen will, die bisher ihre Lebensaufgabe darin gesehen hat, unerfüllbares zu versprechen.

Und Herr Lüdide der Sprecher der Freikonservativen, schlug die. gleiche Kerbe:

Wir sind überzeugt, daß das gleiche Wahlrecht nicht zum Segen Preußens sein wird. Die große Mehrheit meiner Freunde wird nicht dafür eintreten. Wir fönnen die Verantwortung dafür nicht tragen, weil das gleiche Wahlrecht den Bestand des preußischen Staates gefährdet. Wir bedauern den Konflikt im Interesse Preußens, aber wir wissen uns frei von jeder Schuld. Wir sind zum Wahlkampf bereit.

Wir können die Sorge des Vorwärts", daß durch eine all­gemeine Arbeitsruhe auch der Angestellten aus dem Gastwirts­gewerbe usw.( das ist eine fleine alichung, unierer Appell richtete fich nicht an die Gastwirtsgehilfen, sondern an die Gas­und Wasserarbeiter. Med. d. V.) die sozialistische Maifeier für die sozialistische Arbeiterschaft den Wert verliert, vollkommen begreifen, fönnen aber nicht einsehen, weshalb gerade ein Teil der Arbeiterschaft am 1. Mai arbeiten soll, nachdem nun ein­mal der 1. Mai als allgemeiner Ruhetag in weitgehendem Maße bestimmt worden ist. Die Arbeiter in den Gastwirte betrieben, in den Eisenbahnen usw. baben schließlich in gleichem Make Anspruch auf einen völlig freien Tag wie die Arbeiter der anderen Berufe und infolgedessen ist der Appell der Appell des Vor wärts" ant die Arbeiterschaft einzelner Stategorien im Sie mögen das gleiche Wahlrecht jetzt zu Fall bringen, die Grunde genommen unberechtigt. Nachdem die Regierung Macht haben Sie. Aber glauben Sie nicht, daß der Wahlkampf und die Sozialdemokratie nun einmal den 1. Mai in dieser Form dann zur Ruhe kommt. Die Schicksalsstunde Preu­beschlossen haben, als allgemeinen Ruhetag anzusehen, muß Gut gebrüllt, Löwe! Die Sache ist nur die, daß das alte Rens hat geschlagen. Das alte Preußen wird stürzen, aber ein man es als selbstverständlich nehmen, daß am System mit der Verwaltungspraris etwa so verfahren ist, wie besseres Preußen sich aus seinen Trümmern erheben. 1. Mai teine Ausnahmen gemacht werden. Nur eine Magier oder Priestertaste mit ihren dann, wenn die Arbeiterschaft gezwungen ist, infolge der Diese Warnung hat die Reaktion damals nicht verhindert, das Geheimnissen. Auf das ängstlichste wurde dafür Sorge Arbeitsruhe aller Verkehrsmittel usw. zu Hause awischen den vier gleiche Wahlrecht abzulehnen. Von dem damaligen zum heut getragen, daß niemand, der auch nur im leisesten liberaler Nei- Pfählen au figen, wird sie am ehesten Gelegenheit haben, darüber gen Preußen welcher Weg! zu

Ein Lied im höheren Chor.

Bon Richard Dehmel .

I.

Der Auferstandene schreitet dem Frühling entgegen: endlich, endlich können sie frei sich regen, die Mühseligen und Beladenen..

O, nun wird die Erde zum Paradiese!

Und er nimmt einen Tautropfen von der Himmelswiese und leuchtet über die Völker.

II.

Und sieht ein Heer Kriegsgefangene fronden und stöhnen, das fünf andere Heere frohlockend verhöhnen, Menschenheere!

Und ein Volk von Brüdern schwelgt in Straßenkrawallen Und zerfleischt sich selbst mit freien Raubtierkrallen. llud er läßt den Tantropfen zur Erde fallen Und weint über die Völker.

III.

O, fühlt ihr nicht meine Himmelsfaat sprießen? Wollt ihr noch immer nicht Frieden auf Erden schließen und den Hauch der Erlösung genießen,

ist denn nicht Völkerfrühling?

Oder spriest. die Freiheit ohne Grenzen

cwig nur aus Dornenkränzen?

Und er sicht die Welt vom Tau seiner Tränen glänzen und lächelt über die Völker.

Der Führer.

Bon Ludwig Hermann Borgwardt. Die Hochspannung seiner Nerven ließ mit einem Male nach, als er in sein Zimmer trat. Erschöpft sant er in einen Stuhl. Die flare Linie der Gedanken, die er mit dem Aufgebot aller Wil­Lenstraft auf dem Kongreß bertreten hatte, war wie weggeblasen. Bor semen Augen taumelte der Sput der erregten Sizung. Wie­der sah er hundert Menschen brausend vor Wut gegen ihn die Arme heben. Bis auf zivei Schritt vom Rednerpult sprang einer mit drohenden Fäusten heran. Grelle Stimmen schrien, begleitet vom Quatsch! Beifall der andern: Unsinn! Feige seid ihr! so lange habt ihr gerebet, jest wo's zum Handeln kommt, zieht ihr euch zurück!"

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So feierte die Reaktion im preußischen Dreiklassenhaus vor einem Jahre den ersten Mai! Aber an ihr erfüllte sich, was Genosse Hirsch damals aussprach:

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Er versant immer tiefer in Ruhe und Traum.

Irgendeiner mußte ihn hinausgeführt haben; er fand seine| Gleichgültigkeit bergraben, wo man Zeitungen und Flugblätter mur Besinnung erst wieder, als er auf der Straße stand. Die fühle als Einwidelpapier benutzt. Alles laufen lassen, wie es will. Es Abendluft weckte ihn, sein Gehirn arbeitete wieder. Als er sich finden sich immer genug Dumme, die Ideen haben und für deren erinnerte. daß die Menschen, mit denen und für die er kämpfte, Verwirklichung ihr Leben ruinieren. Ich bin spät flug ge­ihm das Wort entrissen hatten, lohte sein Born auf. Sein Selbst worden, aber gründlich. Wer weiß schließlich, ob meine Ideen gefühl trieb ihm die Schamröte ins Gesicht; Seit dreißig Jahren die richtigen waren. sebe ich meine Kraft für eure Interessen ein. Wenn's auch viel­leicht in meiner Jugend Eitelkeit war, die mich bewog, eure Sache zu meiner zu machen unter Kämpfen und Verfolgungen habe ich Erstes Tageslicht fiel schwach ins Zimmer, als er aufwachte. erfahren, daß Führer sein der schwerste Beruf im Leben der Ge­sellschaft ist. Und ihr behandelt mich, als sei ich euch heute zu Gr schüttelte den Kopf und wurde allmählich gewahr, daß er die gelaufen wie ein herrenloser Hund. Ihr, die ihr dumpf und stumm Nacht im Stuhl zugebracht hatte. Langsam wurden ihm die Er­hinter der Maschine standet, als ich in heißer Arbeit den Weg eignisse des Vortages flar. Als er wieder dachte jetzt bin ich bahnte, der euch den heutigen Tag brachte. Dankbarkeit? Was frei fröstelte ihn; er wunderte sich, daß nicht mehr wie am verlange ich Dankbarkeit von euch! Nur mein Tun und Handeln Abend freudige Gefühle diesen Gedanken begleiteten. Er nahm sollt ihr anerkennen und nicht dreißig Jahre Schaffen in den das Manuskript zur Hand, das er vor dem Einschlafen geschrieben hatte, und las es aufmerksam durch. Die Säße hatten an Beucht­Schmutz treten. fraft verloren. Er stutte! Was hatte er da geschrieben? Von heute ab habe ich mit euch nichts mehr zu schaffen. Unsere Wege brennen sich. Ihr wollt zerstören, wo ich bauen will."

Als er in sein Zimmer fam, war die flackernde Bornes flamme berpufft. Erschöpft warf er sich in einen Stuhl und versant in tiefes Brüten.

Er lachte bitter auf. Was will ich überhaupt? Hätte ich doch jeben für sich selbst sorgen lassen! Hätte ich mir mein Leben nur nach meinem eigenen Gefallen eingerichtet! Seute fönnte ich in irgend einer fleinen Stadt ehrsamer Handwerksmeister sein, könnte mich nach Lust und Liebe über die Leute luftig machen, die für Wenn ich noch einmal mein Leben begänne, wer weiß, waß ich tun würde. Wert ist keiner, daß man für ihn den Finger rührt. So lange fie in Ketten siken, rufen sie Beifall, wenn man ein Glied nach dem andern durchfeilt. Sind sie frei, werden

andre

fie mailos.

Mit einem plötzlichen Entschluß sprang er auf und ging an den Schreibtisch. Einmal will ich ihnen noch die Wahrheit sagen

und dann Schluß!

Seine Erregung tobte sich auf dem Papier in harten Worten Ein Gefühl der Genugtuung überfam ihn; wenn sie das lesen werden, wird mancher anders denken aber zu spät.

aus.

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Gr warf aufatmend den Federhalter hin und überlas die letzten Säße: Entwickelungen werden durch eine Unsumme von bekannten und unbekannten Faktoren beeinflußt. Nur wenn die uns bekannten in der Mehrzahl sind, kann es uns gelingen, eine Entwicklung nach unserem Willen zu lenken. Absolut Neues aus dem Boden zu stampfen, ist Wahnsinn. Und das wollt ihr! Habt ihr schon einmal einen Ingenieur gesehen, der eine Maschinenanlage baute, ohne jedes einzelne Glied zu kennen und erprobt zu haben? Der In­genieur wäre ein Verbrecher und müßte zur Verantwortung ge­30gen werden. Und ihr auch!"

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Sein Verstand, der heute frei von Zorn und Etel mar, griff ein. Hast du nicht auch zerstört? Hast du nicht selbst die Art und den Hammer geschmiedet, die alte morsche Zeiten zertrümmerten? Willst du jetzt deine Gehilfen im Stich laffen, weil sie die Werk­zeuge des Zerstörens nicht rasch genug mit den Werkzeugen des Aufbauens vertauschen?

Sein Verantwortungsgefühl stieg riesengroß in ihm auf. Du bist der erbärmlichste der Menschen, wenn du in dieser entscheiden­den Zeit, da das Berneinen in das Bejahen umgelenkt wird, die Hände sinken läßt. Du hast geholfen, das Chaos zu schaffen. Nun hilf auch, daß die hohe Weltordnung, die du immer gepr bigt haft, aus dem Chaos aufwächst. Du dachtest, wenn alles zerschlagen wäre, hättest du genug getan; der Wiederaufbau sei sur Spiel. Jest zeige, pas du dreißig Jahre lang dich auf diesen Tag vorbe. reitet hast; jetzt stemme dich dem Strom entgegen, dem du selbst das Bett gegraben hast; leite ihn dorthin, wo er Ruben bringt. Willst du zusehen, wenn er blind, verheerend über das Land hin­wegbraust?

Gin Riß! Das Manuskript flog in den Papierforb. Er nahm das Telephon." Wann ist die Situng heute?" " Ich komme!"

Shakespeares Coriolan" im Schauspielhaus. Und er immer wieder: Nehmt doch Vernunft an. Wenn wir Nur eine ganz ungewöhnliche schauspielerische Kraft wie die des unvergessenen Matkowski, vermag die Hemmungen zu über­überstürzt vorgehen, schaden wir uns am meisten. Die wir unser Leben lang befämpft haben, ziehen den Vorteil daraus." Gellend Ginen Augenblick überfam ihn etwas wie wohlige Müdigkeit; minden , die der Wirkung dieses Damas erwachsen. Wenn auch der überschlug sich eine Stimune:" Schluß!" Einige Gefunden tiefste Gkel und Zorn hatte er sich vom Herzen geschrieben. Scherzend Dichter den ungeheuren Frevel, in den blinder Støla den römischen Feldherrn verstrict, in feiner Weise verhüllt und viel zu gesund Stille. Dann brach der Orfan los. Stein Wort war mehr zu sagte er zu sich: wie schön muß es sein, den ganzen Rummel als empfindet, um irgendwie in einen schillernden Uebermenschen"- verstehen im überschäumenden Tojen von Rufen und Schreien. unbefangener Beobachter mitanzusehen, irgendwo in Stille und Stultus großgenialen Verbrechertums au berfallen, tritt doch bec