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Nr. 226+ 36. Jahrgang

Groß- Berlin

Die Fernsprechnot.

1. Beilage des Vorwärts

Sonntag, 4. Mai 1919

Arbeiterräte! Betriebsräte! Funktionäre aller Branchen! Der nächste

feudalen Rudersport auch Arbeiterkreisen zugänglich zu machen. Schon Jahre lang kränklich, blieb er doch bis an sein Lebensende Elektrizitätskursus findet am Montag, den 12. Mai, abends ein eifriger Förderer des Arbeiterrudersports. 7 Uh ,. im Gebäude des Vollzugsrats statt.

Arbeiterräte Groß- Berlins, kommunale Arbeiterräte und Soldatenräte S. P. D. Herrenhauses gemeinsame Sigung. Mittwoch, 7. Mai, nachmittags 3 Uhr, im Plenarsa al des

1. Behandlung der Ernährungsfragen. Referent: Reichsernährungsminister R. Schmidt.

2. Berschiedenes.

Es wird gebeten, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. Legi­timation mitbringen. Der Fraktionsvorstand: P. Haase.

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Vollzugsrat. J. A.: Däumig.

Freie Hochschulgemeinde für Proletarier: Fister. Schwab. Deffentliche Versammlung. Sonntag, vormittag 10 Uhr, in den Kaiserhallen, Oranienstr. 140. Thema: Der Weg zum inneren und äußeren Frieden. Redner: Emil Barth und Max Frank- Dortmund. Eintritt frei.

Sturm auf ein Polizeirevier.

Uns wird geschrieben: Die Oberpoftdirektion hat öffentlich er­flärt, sie wolle die Bedienungsbeamten durch Diensterleichterungen leistungsfähiger machen; sie hat aber nicht nur teine Dienst­erleichterungen geschaffen, sondern den Dienst derart ber= schlechtert. daß die Beamtinnen des Haupttelegraphenamts be­reits vorstellig geworden sind, jedoch wurde die Beschwerde mit In den letzten Tagen hatte der wilde Straßenhandel und das dem Hinweis abgelehnt, daß die neue Regierung daran schuld Treiben der Spielbankhalter auf dem Andreas plaz einen trage! Bei Ausbruch der Revolution hat die Beamtenschaft des ebenso großen Umfang angenommen wie vordem im Schönhauser HTA einen eigenen Dienststundenplan aufgesetzt, der sich sehr gut Die Invaliden der Arbeit werden von der Not diefer 3eit Viertel. Gestern nachmittag war besonders der Spielbetrieb wieder bewährte. Der während des Krieges bedeutend verstärkte Dienst- besonders hart bedrängt. Unter der allgemeinen Teuerung leiden so groß geworden, daß sich die Reviere 24 in der Andreasstr. 62 und plan hat die Beamtinnen des HTA bei der ungenügenden Lebens- ja auch sie, doch ihnen fehlen die Machtmittel zur Steigerung ihres 93 in der Marfiliusstr. 17 veranlaßt sahen, eine umfassende Streife weise törperlich sehr geschädigt. Die neuen Regierungs- Einkommens. Die farge Invalidenrente ist durch eine dürftige vorzunehmen. Hierbei wurden eine ganze Anzahl Bankhalter ab= stellen waren einsichtig genug, das anzuerkennen und verbesserten Teuerungszulage so wenig aufgebessert worden, daß sie gegenüber gefaßt. Als diese nach dem 93. Polizeirevier geführt wurden, gab die Lage der Beamten. Jedoch im Februar wurde ein neuer Dienst- den maßlosen Breissteigerungen für Lebensmittel und Wohnung es großen Lärm. Die Beamten wurden von einer großen Menge plan eingeführt, in welchem sogar der Nachtdienst( von 9 Uhr noch unzulänglicher als in Friedenszeiten bleibt. Aus der Flut der lichischeuen Gefindels, das mit den Verhafteten sympathisierte, ver­abends bis 7 Uhr früh!) nur als einfacher Tagdienst ge- uns zuströmenden Klagen greifen wir den Brief eines Familien- folgt. Sie begnügte sich zunächst mit Johlen und Schreien, schritt rechnet wurde. Hierdurch müssen die Beamtinnen nach voran- baters heraus, der als Lungenleidender pro Monat 32,35 M. Rente dann aber, als auch als auch die Spielhalter selbst gegen ihre gehendem Spätdienst am darauffolgenden Tag Frühdienst von erhält und dabei für seine Wohnung 38 M. Miete zahlen muß. Festnahme protestierten und einige auch Widerstand leisteten, 7 Uhr morgens an tun. Da die meisten Beamtinnen weit entfernt Hätte er gegen die lebte Mietesteigerung nicht das Mieteinigungs- zu Tätlichkeiten. Sie bewarfen die Beamten mit Steinen und wohnen, müssen sie ihre Nachtruhe opfern. As Nacht entschädi- amt angerufen, so müßte er sogar 40 M. zahlen. Wie soll dieser Straßenschmuz. Um die Menge zu zerstreuen, gaben die Beamten gung werden dem Personal 50 Pf. pro Stunde vergütet. Mann mit seinem geringen Rest von Arebits- und Erwerbsfähig einige Schreckschüsse ab. Das nubte jedoch wenig. Die Menge folgte Will die OPD die Fernsprechmot mildern, dann soll sie schnell- feit noch soviel verdienen, daß er die Kosten des notwendigsten nach dem Revier in der Marsiliusstraße und verlangte hier die stens neue Aember einrichten und zu allererst die Arbeitszeit ver- Lebensunterhalts für sich und seine Familie aufbringen und da- Freigabe der Verhafteten. Natürlich kam man ihrem Verlangen türzen und längere Pausen einlegen. neben die in der Zeit seiner Krankheit gemachten Schulden abzahlen nicht nach, und jetzt versuchte die Rotte das Revier zu stürmen und Ferner wird uns vom Fernamt mitgeteilt: Der örtliche fann? Mit Recht fordern die Invaliden der Arbeit, die In die Verhafteten gewaltsam zu befreien. Hierbei kam es zu einer Beamtenausschuß hat im Januar die Ginstellung einer großen Zahl validenrentner und auch die Altersrentner, daß ihnen Schießerei zwischen den Beamten, die das Wachlofal verteidigten, Beamtinnen durchgesezt. Um dem Betrieb aber gerecht zu werden, in ihrer Not wirksam geholfen wird. und dem Janbagel. Der Ansturm der sich wie wild gebärdenden genügt die Personalvermehrung noch immer nicht. Die Abstellung In den Polikliniken fehlt es oft an ausreichenden Warteräumen Menge wurde abgeschlagen, jedoch wurden vier der Beamten des Doppeldienst es ist deshalb noch unmöglich Ist aber für die Hilfe- und Heilungsuchenden. Ganz unzulänglich sind die verlegt, zwei durch Schüsse und zwei durch Steinwürfe. dieser anstrengende Dienst erst wieder eingeführt, hindert nichts die Warteräume in der Universitäts- Poliklinik für orthopädische Das bedrängte Revier hatte während des Ansturms das Polizei­Behörde daran, immer kürzere Pausen dazwischen zu legen. Mehr Chirurgie, die als Abteilung der Charité in dem alten Miet- präsidium benachrichtigt, von dem sofort Militärmannschaft erſchien, Beamtinnen kosten mehr Geld. Aber falsche Sparsamkeit ist Ver- haus 2uisenstraße 3 untergebracht ist. Wir haben eine von die Ruhe und Ordnung herstellte. Wer von der Menge verwundet schwendung. Dieses Fernamt rationell bewirtschaftet, jede Leitung vielen Besuchern dieser Poliklinik gemeinsam unterzeichnete 3u- worden ist, steht noch nicht fest. richtig besest, brächte der Post sicher die Unkosten ein, die heute schrift erhalten, die bitter über die dortigen Zustände klagt. Bei taum gededt werden sollen. Dann fäme es aber schließlich vor, einer daraufhin von uns vorgenommenen Besichtigung des be­daß eine Beamtin eine Minute ſtill ſizen müßte und nicht voll, mängelten Aufnahme- Warteraumes fanden wir zwar nicht die d. h. jede Sekunde ausgenüßt würde! Das Amt ist viel zu klein, Ueberfüllung, die in dem Schreiben geschildert wird. Der Raum Rohstoffe, Material fehlen, alles ist abgenutzt, dazu ein System ist aber so winzig und die paar Bänke und Stühle bieten so wenig in der Aufnahme der Ferngespräche, welches nicht die Anforde- Siggelegenheit, daß bei stärkerem Andrang stundenlanger Aufent­rungen erfüllen tann. Es fehlen praktische Köpfe, die einen Ueber- halt in ihm schwer erträglich sein dürfte. Den Beschwerdeführern blick haben. In die Aufnahme seht man viele Beamtinnen, denen( es sind meist Mütter verkrüppelter Kinder) ist das ohne weiteres Gewandtheit und oft die einfachsten geographischen Kenntnisse zu glauben, und wir unterstüben hiermit ihr Verlangen nach Abhilfe. mangeln. Eine Auswahl der Bewerberinnen muß im Interesse der Teilnehmer getroffen werden. Wer auf einem solchen Posten nicht Gedenket unserer Kriegsgefangenen Brüder spendet! gebraucht werden kann, wird meist im Ortsamt feine Stellung aus­Eine Auskunftstelle für Siedlungswesen wird eingerichtet. Das füllen. Mit den unzureichenden Mitteln von heute ist es ein Hetz- Bureau des Ausschusses für Landarbeit ist von Breitestr. 36 nach betrieb geworden. In diese nervenaufreibende Arbeit können sich C. 2, An der Stralauer Brücke 7 III, verlegt. nicht einmal, mit wenigen Ausnahmen, die Oberaufsichtsbeamten Besucherinnen der Hauswirtschaftskurse für Erwerbslose werden hineinversehen. Giner dieser Herren sagt, nachdem die Beamtinnen schon fünf Stunden hintereinander gearbeitet haben ohne auf­zuschauen, den Aufsichten:" Treten, treten!" Das heißt: Immer wieder die Reihen der Beamtinnen auf und ab gehen und fie in maßregelndem Tone zur Arbeit anfeuern.

Ebenso überlastet sind die Ginzelleitungen, an denen die Ge­spräche zur Ausführung gelangen. Den freien Sonntag alle zwei Wochen will man dem Bersonal auch nehmen! Jeder dritte Sonn­tag soll erst frei sein! Der Dienst, der sich bis in die Nacht er­stredt, an Festtagen nicht aussent an Stärke, ist ohne den Doppel­Dienst mit meist sieben Stunden genügend, aus einem frischen Menschenkinde in einigen Jahren blutarme und lebensunfrohe Ge­schöpfe zu machen. In einem Raum, mit ungefähr 450 bis 500 Menschen besett, der nie gelüftet werden kann, weil es ein Ober­lichtfaal ist, fann wohl auch faum ein gesunder Menschenschlag ge deihen.

Die von der Oberpostdirektion letthin angekündigte Dienst­erleichterung besteht darin, daß nur noch jeder dritte Sonntag frei­gegeben wird, daß der Doppeldienst nicht abgeschafft wird und daß nach dem neuen Dienstplan von 900 Beamtinnen ganze 13( über 40 Jahre alte Damen) bom Doppeldienst befreit werden!!

Durch den Tod des Genossen Mag Thiele, Mitbegründers des Rudervereins Borwärts", hat der Arbeiter- Rudersport einen her­ben Verlust erlitten. Unter großen Mühen und Opfern hatte er es bor 27 Jahren mit einigen Gleichgesinnten durchgesetzt, den einst so

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Ein Doppelgänger.

Erzählung von Theodor Storm . Das hörte das Kind, dessen Kopf daranlag. Vater," sagte fie ,,, was flopft so in dir?" Das Gewissen!"- Er war zusammengefahren. Niemand hatte das gesagt, und war ihm doch, als habe er es gehört, deut­lich, dicht vor seinem Ohr.

"

Mich friert!" sagte die Kleine wieder.

Da stieg aufs neue der Brunnen vor ihm auf. Wärme dich ein Stündchen in meinem Bette!" sagte er hastig; dort wirst du schlafen; ich wecke dich dann wieder."

Ja, ja, Christinchen," rief die Alte ,,, ich set mich zu dir; schlaf nur, Kind; die Welt ist gar zu kalt!" John aber stürzte aus der Kammer, dem niedrigen Verschlage zu, der auf dem Hofe war; hier in der Dunkelheit, nach zugeriegelter Tür, schärfte er seine Handsäge und schliff sein Handbeil auf dem dort stehenden Schleifstein.

In der Nacht, die diesem Tage folgte, fiel das Qued filber in den Thermometern noch um mehrere Grade tiefer; die schneebedeckten Felder, auf welche die zitternden Sterne herab­blinkten, schienen wie eine Dede, die nie ein Menschenfuß be­treten. Dennoch vernahmen die Kranken oder in Sorgen wachenden, welche in der Norderstraße ihre Schlafkammern nach den Gärten hatten, aus der Ferne die Schläge eines Beiles, die in der grenzenlosen Stille nach der Stadt hinüberschollen. Bielleicht mochte auch ihrer einer sich erheben und vom Bett aus, wiewohl vergebens, durch die flimmernden Fensterscheiben hinauszubliden fuchen; aber wen fümmerte es weiter, wer draußen noch so geschäftig wach war?

von der Stempelpflicht im Arbeitsnachweis befreit. Dauer der turje: 6-7 Wochen. Beginn 11. Mai. Anmeldungen in den weib­lichen Abteilungen des Arbeitsnachweises, Rüderstr. 9, 8-1 Uhr. Bei regelmäßigem Besuch der Kurse wird die Erwerbslosenunter­stüßung weitergezahlt.

Die neue Polizeistunde. Wie eine Lokalforrespondenz von gut unterrichteter Seite erfährt, ist vom Polizeipräsidenten für den Landespolizeibezirk Berlin eine neue Polizeistunde festgesetzt wor­den. Danach dürfen Gast- und Schantwirtschaften bis um 1 1hr morgens ihre Räume geöffnet halten.

Das Kinderturnen der Freien Turnerschaft Berlin beginnt am Montag durch Eröffnung einer na benabteilung in der Turnhalle Kottbuser Ufer 51 an der Kottbuser Brücke. Für Mädchen ist ebenfalls eine Abteilung in Vorbereitung. Turnzeit 6-8 Uhr abends. Beitrag monatlich 25 Pf., Einschreibegeld 35 Pf. Arbeitereltern! Wollt Ihr gesunde Kinder, so schickt sie zu uns zum Turnen, Wandern und Spielen! Heute, Sonntag, Fa milienpartie aller Turner und Turnfreunde, welche auf dem Boden der parteipolitischen Neutralität stehen, nach Königstal ( Stiekemal). Treffpunkt 1 Uhr mittags Schlesischer Bahnhof . Fahrt bis Sadowa.

Vom 5. bis einschließlich 10. Mai findet die Juristische Sprechstunde von 3 bis 1/25 Uhr statt.

widrig wären, sondern durch Abstimmung n getrennten Räumen ist in Berichtigung. Nicht durch verschiedenfarbige Stimmzettel, die gesetz­Spandau die Grundlage für die Statistik der Abstimmung beider Ge­schlechter gewonnen worden.

während des Krieges bei der Belieferung der Bäder mit Meh! die

Wilmersdorf . Stadtverordnetenversammlung. Die Stadt hat Mehlhändler ausgeschaltet und das Mehl ab Speicher direkt den Bädern zustellen lassen. Der Petitionsausschuß hat beschlossen, zu empfehlen, über den Antrag der Mehlhändler zur Tagesord­nung überzugehen. Die Sozialdemokraten traten dem selbstver= ständlich bei. Die Deutschnationalen erklärten aber, gemäß ihrer Weltanschauung" für die Auslieferung des Mehles an die Zwischen­händler eintreten zu müssen. Mit noch mehr Ueberzeugungskraft ließen auch die Demokraten verkünden, daß es ihrem Grundsatz ent­spreche, bei der Verteilung der Lebensmittel möglichst viel zwischen­händler dazwischen zu schieben. Gegen die Stimmen der Sozial­demokraten wurde der Mehlhändlerantrag der Lebensmitteldepu­tation zur eingehenden Beratung überwiesen, obwohl auch der Ma­giftrat die Ueberflüssigkeit des Zwischenhandels mit Mehl über­zeugend dargelegt hatte. Als Abgeordneter in den Wohnungsver­band wurde mit den Stimmen der Demokraten der Hausbesizer Leibholz gewählt, als Ersaßmanit Schlegel( Soz.). Eine Petition des Zentralverbandes der Fleischer, die Verteilung des Roßfleisches überwiesen. durch die Stadt vorzunehmen, wird dem Magistrat als Material

Eine Anzahl Maifeierberichte, die uns noch nachträglich zu= gegangen sind, können wegen Raummangels leider nicht mehr ver­öffentlicht werden.

S.- P.- D.- Ve sammlungen in Spandau .

Kollegen der Pulverfabrik und Geschoßfabrit, morgen Montag, 2 Uhr, Konzerthaus, Klosterstr. 13/15, Nähe Bahn­hof West, Gewehrfabrik, Feuerwerkslaboratorium und Munitions­Arbeiterräte der Kriegsorganisationen! Dienstag, fabrik haben Zutritt; Funktionäre Montag 10 Uhr bei Lau, 8½1hr, im Herrenhause, Saal 20, vollzähliges Erscheinen drin Hamburger Str. 107; Betriebsversammlung der Artilleriewerkstatt gend erforderlich. Süd, Artilleriewerkstatt Nord und Geschüßgießerei, Dienstag 10 Uhr, Spandauer Bock.

Der Ausschuß: Gürschke, Oltersdorf, Zienow.

borm.

eines Abends, seinen Spaten auf dem Nacken, aus einer Neben­Am folgenden Tage hatte John den Gefürchteten gasse in die breite Straße ein, um durch diese und deren Ver- nicht gesehen; er war auch nicht durch die Stadt, er war hinter längerung nach seiner Wohnung hinaufzugehen. Alle seine derselben an den Gärten entlang auf seine Arbeit und Gedanken waren bei seinem Kinde; sie kam ihm ja immer wiederum nach Haus gegangen. Am Abend darauf sah er noch entgegen, wenn auch nicht so ungestüm wie früher; denn ihn hier auf sich zukommen; das bleiche Büchtlingsgesicht, um auf den Herbst hatte sie schon ihr siebentes Jahr. Da schlug das jetzt ein Stoppelbart zu wachsen begann, war nicht zu bon rückwärts der Schall eines Fußtrittes an fein Ohr, als verkennen. ob er ihn einzuholen trachte. Er stuzte. Wer ging doch so?" Wie eine unheimliche Erinnerung überfam es ihn; aber er konnte sich nicht entsinnen; ihm war nur, als sei ihm Un­beil auf den Fersen. Er sah nicht um; aber er ging jetzt rascher, denn es war ganz hell noch auf den Gassen. Doch auch das hinter ihm ging rascher; er brütete noch: Wer kann das sein? da schob ein magerer Arm fich in den seinen, und ein bleiches, bartloses Gesicht mit furzgeschorenem Schädel sah ihn aus kleinen scharfen Augen an.

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John erschraf bis in die Fußipizen. Wenzel!" stieß er hervor. Wo kommst du her?"

"

,, Wo du auch einmal sechs Jahre gewesen bist, John! Ich hatte es noch einmal versucht."

,, Raß mich!" sagte John; ich darf nicht mit dir gesehen werden. Das Leben ist schwer genug." Er ging noch rascher; aber der andere blieb ihm zur Seite.

,, Nur die Straße hier hinauf," sagte er. Du trägst das Zeichen der Ehrlichkeit da auf den Schultern; das tät mir gut zu meiner Reputation!"

John stand still und trat von ihm zurück: Du machst linksum, oder ich stoße dich hier zu Boden!"

Der schwache Züchtling mochte den Grimm des Mannes fürchten; er zog grinsend seine alte Müße: Auf Wiedersehn, Herr John! Du bist heut' just nicht höflich gegen einen alten Als aber Alt- Marifen am Morgen spät erwachte, da sah Kameraden!" Er steckte die Hände in die Hosentaschen und sie von ihrem Bett aus, daß in dem Beilegeofen schon ein helles ging nach links unter den Rathausschwibbögen zur Stadt Feuer praffelte und ihre Schillinge nicht mehr nötig waren. bhinaus. In furchtbarer Bewegung setzte John seinen Weg In der Kammer stand John neben seinem Töchterlein und fah fort; ihm war, als wäre alles in ihm eingestürzt. Einige schweigend zu, wie sie behaglich sich die Kleider überzog und Häuser vor dem feinen kam ihm das Kind entgegen und hing unterweilen mit ihren Händchen an den Ofen flatschte."," fich an seinen Arm. Du sprichst ja gar nicht, Vatre? Fehlt rief fie fröhlich und zog sie rasch zurück, er hat mich ordentlich dir was?" sagte fie nach einigen Schritten. gebrannt!" Er schüttelte den Kopf: a, Kind; wenn nur, was ein­Und allmählich schmolz der Schnee; die Sonne tam immer mal dagetesen, nicht immer wieder zu uns fommen wollte!" länger auf Besuch; die Schneeglöckchen hatten ausgeblüht, und Die Kleine fah zärtlich, voll unverstandenen Mitleids, zu die Veilchen zeigten dice Knospen; Vögel und allerlei Wander- ihm auf. Kann denn der liebe Gott nicht helfen?" sprach sie gäste kamen; darunter auch, die nicht willkommen waren. zaghaft. John hatte eine Gartenarbeit unten in der Stadt und bog" Ich weiß nicht, Stine; aber wir wollen zu ihm beten!"

" Ei, Freund John!" rief Wenzel ihm entgegen ,,, ich glaub', du suchst mir auszuweichen; bist du denn noch so mürrisch?"

John blieb stehen. Dein Gesicht macht mich nicht fröh­licher," sagte er.

,, Das denn vielleicht?" entgegnete Wenzel und zog ein paar Mark Geldes aus der Tasche. Ich wollt' mich auf eine Woche bei dir einmieten, John! Es ist nicht leicht für mich, Quartier zu friegen!"

Miet' dich beim Teufel ein!" sagte John. Als er auf­blickte, kam aus einem Seitenwege ein Gendarm auf sie zu. John wies auf den Polizeisoldaten; aber Wenzel sagte: Den fürcht' ich nicht; meine Papiere sind in Ordnung."

Noch bevor dieser sie erreicht hatte, zog er sein Taschen­buch hervor und übergab es ihm, der mit amtlicher Würde den Inhalt durchstudierte. Schon streckte Wenzel seine Hand aus, um seinen Schatz sich wieder auszubitten; aber der Gendarm steckte die Papiere ruhig in seine eigene Tasche. Er hat sich auf der Polizei noch nicht gemeldet," sagte er furz. Er geht mit mir!" Und einen raschen Blick auf John werfend, ließ er den Züchtling vorangehen und folgte, die Hand am Säbelgriff.

"

Der Bürgermeister befand sich auf dem Rathause in seinem Arbeitszimmer, als der Gendarm eintrat und den entlassenen Züchtling Wenzel meldete.

Er lächelte. Ein alter Bekannter!" " Ich traf ihn hinten am Rubsteig; der John Glückstadt stand bei ihm," berichtete der Gendarm. Der Beamte sann einen Augenblick: Ja, ja John Glückstadt, das läßt sich denken."

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Freilich, Herr Bürgermeister; das Zusammentreffen schien mir sehr verdächtig, hinter der Stadt und um die Vesperzeit, wo niemand dort zu kommen pflegt." Wie meinen Sie das, Lorenzen?" frug der Bürger­meister. Dieser John Hansen ist jetzt ein reputierlicher Mensch, der sich und seine Kleine ehrlich durchzubringen sucht." Forts. folgt.).