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Wir wissen sehr wohl, daß eine ausschließlich aus Zen. Man hofft, die erste Lesung der Steuergesetze und andere Vorlagen Viererrat und die deutsche Regierungskrise.

trum und Sozialdemokraten bestehende Regierung eine sehr bis zum 15. Juli erledigen zu können. Die Ausschuß­wenig bequeme Form des Regierens ermöglicht, aber beratungen über die Steuervorlagen werden dann voraus was wir schon vor zwei Tagen schrieben, bleibt bestehen: sichtlich in Berlin stattfinden. Dies ist die einzig mögliche Form der Regierung, und

Beratungen über die neue Lage.

fie muß deshalb gewagt werden. Was die nationalen" Der Schrei der Feigen nach dem Mutigen. Aufenthalt in Belgien plöglich unterbrochen und im Sonderzug

Parteien so oft als Phrase in die Welt hinauspofaunten, das macht die Sozialdemokratie jekt wirklich und im besten Sinne wahr: Sie stellt das Vaterland über die

Bern , 21. Juni. ( TK.) Aus Baris wird gemeldet, daß Prä. sident Wilson infolge der deutschen Regierungsfrise seinen Ein Mann wird sich schon finden nach Paris zurüdgekehrt ist. Auch Lloyd George trifft Der Friede wird rechtzeitig unterschrieben werden. Trobem mittelbar darauf soll eine Sigung des Viererrats stattfinden, in heute vormittag wieder in der französischen Hauptstadt ein. Un­Partei; fie erweist dem deutschen Volke den letzten benimmt sich die" Freiheit" wie eine Wahnsinnige. Was in Weimar der sich die leitenden Staatsmänner mit der neugeschaffenen schwersten Dienst, um ihm zum Frieden zu verhelfen, ohne geschehe, sei Schande und Verbrechen, jei Schwaken, Kombinieren danach zu fragen, ob sie vom Standpunkt der egoistischen politische Torheit und Feigheit, nationaler Verrat, bewußtes zwischen Clemenceau , Balfour und Lansing statt, in denen die age befassen wollen. und Intrigieren, sei unjühnbares Versäumnis, seniler Marasmus, Bereits im Laufe des gestrigen Tages fanden Konferenzen Parteipolitit flug daran tut. Und dasselbe Opfer, daß die Partei als Ganzes dem Doppelſpiel, Gipfel der Schändlichkeit, frivolites, unverantwort Rabinettsfrise in Deutschland erörtert wurde. Die Aliierten ver­deutschen Volfe bringt, das bringt jeder einzelne der neuen lichstes Treiben, Schindluderspiel mit dem deutschen Volfe, geradezu treten die Ansicht, daß sie mit einer rein unabhängigen Regierung Männer, die sich bereit erklärt haben, dem neuen Kabinett entjeßlich, Narrenspossen, unverantwortliches Verbrechen, unerträg unter feinen Umständen bindende Verträge schließen fönnen, son beizutreten. Nur ein kompletter Narr oder Lügner fönne be. liche Schande, elender Bolfsvertreter. Dies eine fleine Blütenlese bern nur mit einem Stabinett, das eine parlamentarische haupten, diese Männer hätten die Regierung übernommen, das Blatt nach dem einen mutigen Mann: aus einem einzigen Artikel der Freiheit". Dabei schreit mehrheit hinter sich hat. weil sie Gelüfte nach Ministersesseln oder der Herrlichkeit des Herrschens hätten. Sie wissen sehr wohl, daß für eine deutsche Regierung in der jetzigen Situation wohl sehr viel Haß und Anfeindung, aber sehr wenig Dank und Ruhm zu ernten ist, daß ihr einziger Lohn das innere Bewußtsein bleiben wird, in schwerster Stunde dem

haben. Für das Kabinett Bauer gilt das Wort, das vor 400 Jahren der Landsknecht Frundsberg in Worms Martin Luther zurief: Mönchlein, Mönchlein, Du gehst einen schweren Gang, so ich und mancher Kriegstnecht nicht gegangen."

nicht ihre Hand versagt zu eutschen Volt

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Wenn Herr Müller die Kabinettsbildung nicht trifft und Herr David im letzten Moment nach einem Kompromis zwischen Die englische Presse zum Regierungswechsel Ja und Nein sucht, und an dieser Lächerlichkeit und Unmöglichkeit zugleich scheitert, dann nehme man doch irgendeinen anderen von blad " in London meldet: Die Nachricht vom Rücktritt des deutschen Haag, 21. Juni. Der Korrespondent des Amsterdamer Handelss Sen Dugenden der Abgeordneten, aber man mache doch dieser, Würdelosigkeit endlich ein Ende!.. Einen Mann wird man Kabinetts erregt hier großes Interesse aber teine Sensation. doch wohl finden, der den Mut zur Verantwortung hat und das Man sieht in diesem Ereignis ein sicheres Anzeichen dafür, daß der Notwendige zu tun nicht feige zurückschreckt!" Friedensvertrag unterschrieben wird. Der, Daily Telegraph " Ginen Mann wird man doch wohl finden! Das schreiben die- ist der Ansicht, daß die Unterzeichnung erfolgt und sagt in einenz selben Leute, die uns nun schon zum lleberdruß erklärt haben, daß Leitartikel: Wir sind dankbar dafür, daß Deutschland durch den sie zwar unbedingt fürs Unterschnen wären, aber ebenso unbedingt Beschluß, zu unterzeichnen, die Aliierten von der not Die Schwierigkeiten des neuen Kabinetts werden mit auf keinen Fall felber unterzeichnen würden. Mit dieser Haltung wendigen Erfüllung einer sehr unangenehmen der Unterzeichnung des Friedens erst anfangen. Denn haben die Unabhängigen zum großen Teil die kritische Situation Pflicht enthebt. Wenn die Nationalversammlung den Bes es muß seine Aufgabe sein, unmittelbar nach der Unter- in Weimar geschaffen, über die sie jest zetern. Sie schreien nach schluß, zu unterzeichnen, genehmigen wird, so wird dies der erste zeichnung den Kampf gegen diesen Frieden dem mutigen Mann und decken damit auf, wie feige fie felber aufzunehmen. Dabei wird es vor der verzweifelten find. Lage stehen, das deutsche Wirtschaftsleben trog aller Erdosselungen und Keulenschläge, die dieser Frieden bedeutet, weiter zu führen und aufrecht zu erhalten, erhalten, bis es in diesem Stampf gesiegt hat. Fürwahr,

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Schritt Deutschlands sein, der auch vor der Außenwelf Deutsch­ lands Aufrichtigkeit beweist. Aber bevor die neue deutſce Delegation sich nicht auf dem Wege nach Versailles befindet, und Friftverlängerung bei Unterzeichnung? bevor die Unterzeichnung nicht stattgefunden hat, besteht selbstvers Audernfalls fofortiger Vormarsch. ständlich keine Veranlassung, unserer Freude Ausdruck zu geben. an sich schon eine Aufgabe, vor der auch der Mutigste verzagen heute nacht sei in Paris eine geheime Meldung eingetroffen, daß Versailles , 21. Juni. Chicago Tribune" meldet, Die Stellung der englischen Sozialisten. möchte! Diese Aufgabe wird es aber obendrein zu erfüllen haben, Deutchland den Vertrag unterzeichnen werde. Das Man kann es der deutschen Regierung nicht verübeln, daß sie Das englische Arbeiterblatt Daily Herald schreibt: während von der äußersten Rechten her ein rücksichtsloser An- Blatt erfährt aus bester Quelle, daß Clemenceau , Lloyd George und ihre Unterschrift verweigert. Wir verlangen, daß die Arbeiter sturm erfolgt, der zweifelsohne eine ebenso rücksichtslose Gegen Wilson keine Fristverlängerung auch nur um eine Minute partei Englands sofort eine unzweideutige Erklärung löfen wird. Selten haben in der Weltgeschichte Männer eine fprechen abgibt, daß der Bertrag unterzeichnet flüsse der Friedenskonferenz rüdgängig zu bewegung von seiten der äußersten Binken ausgewähren wollen, außer wenu Deutschland das Ver- abgibt, in der gesagt wird, daß, sobald die Arbeiterpartei ans Ruder kommt, sie alles tun wird, um die scheußlichen Be­solche Herkulesarbeit zu bewältigen gehabt. Nur eine Mög- wird. Eine Woche ist die äußerste Grenze für die Fristver- machen. Durch eine derartige Erklärung der Arbeiterbevölkerung lichkeit gibt es, sie zu erfüllen: Wenn das Volk erkennt, daß längerung, da sowohl Wilson wie Lloyd George Baris schnellstens der Ententeländer würde das Problem für Deutschland gelöst sein. derartiges nicht nur von ein paar Männern geleistet werden zu verlassen wünschen. kann, sondern daß es felber, das ganze deutsche um eine Fristverlängerung nachkommen wird mit der Be­Man glaubt, daß Deutschland morgen Aber ohne diese Erklärung fann Deutschland nicht unterzeichnen. Bolt, mit gleicher Selbstaufopferung und eiserner Pflicht gründung, daß die neue Regierung in Bildung begriffen ist. Berliner und Weimarer Nachrichten wiederum einen günstigen Ein­Haag, 21. Juni. Auf der Amsterdamer Börse haben die erfüllung bis zum Aeußersten die Arbeit des Wieder Dieser Antrag wird von den Alliierten nicht fluß auf die deutsche Valuta ausgeübt, die seit gestern um 1,40 aufbaus unterstützen muß. nden abgelehnt werden können, wenn Deutschland offi- auf 19,90 gestiegen ist. ziell oder in offiziell seine Absicht tundgibt, zn

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Die Sitzung des Friedensausschusses.

Nationalversammlung bis Freitag. Weimar , 21. Juni. Die um 6 Uhr anberaumte stark besuchte

Sigung des Friedenausschusses der Nationalversamm. Tung, an der auch Mitglieder des Staatenausschusses teilnahmen, wurde nach dreivirthstündiger Dauer abgebrochen. Nach Be fanntgabe von Telegrammen für und gegen die Annahme des Friedensvertrages, darunter ein Telegramm der Berliner

unterzeichnen. Wird dabei eine solche Zusicherung nicht gegeben, so werden englische, französische und amerikanische Truppen Dienstag bei Tagesanbruch ihren Vormarsch beginnen.

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Der Aufmarsch der Entente gegen den

Bolschewismus.

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Eine Aktion gegen die ungarische Räteregierung. Wien , 21. Juni. Das Acht- Uhrblatt" meldet: Auf Grund von Sonferenzen, Sie in den letzten Tagen hier stattfanden, hat sich die Entente entschlossen, eine größere militärische Altion

,, New York Herald " bestätigt diese Angaben der ,, Chicago Tribune" und meint, daß die Unterzeichnung auf jeden Fall nur eine Frage von Tagen sei. In Versailles würden die Bor­bereitungen für die Zeremonie eilig zu Ende geführt. Die fran­ zösischen Pariser Morgenblätter wissen von dieser eventuellen Frist­verlängerung nichts zu berichten," Watin" schreibt, daß man in islehrer für bedies Ministerpräsidenten gestern abend erklärte, daß die Alliierten keinesfalls unter dem erfährt, richten sich die Transporte nicht allem gegen die Regierimg

Bauer die Ministerliste mit. Auf Anfrage erklärte sowohl Vorwande der Volksabstimmung oder Ministerkrise eine Fristverlänge­Reichsminister Müller wie Reichsminister Erzberger die Breitivillig rung gewähren werden. keit, heute abend den Witgliedern des Friedensausschen trauliche Mitteilungen über die allgemein. Die Blockadevorkehrungen in der Ostsee .

Lage zu machen. Die Sigung findet im Schlosse statt.

gegen die ungarische Räteregierung einzuleiten. Englische Truppen sind auch bereits im Anmarsch und werden zum Teil auf Wien marschieren. Wie das Blatt von zuständiger Seite Bela Kun , sondern gegen alle bolschewistischen 11 m= triebe, die der Entente gefahrdrohend erscheinen. Der Angriff auf Ungarn soll von mehreren Seiten aus erfolgen.

Kopenhagen , 21. Juni. Gestern sind in der südlichen Dst- Gegen die Gemeinheit. In der Freiheit" wurde Freitag Weimar , 21. Juni. Das Plenum der Nationalversammlung see gehn weitere englische Kreuzer eingelaufen, so abend Genosse Stampfer bedichtet. Politische Satire ist eine tritt morgen, Sonntag, um 12 Uhr zu einer Sitzung zusammen, daß sich in den Gewässern vom Skagerad bis zum Finnischen schöne Sache. Aber wenn jener Dichter giveifelt, ob Stampfer feine um zu der Friedensfrage Stellung zu nehmen. Meerbusen gegenwärtig über 20 Einheiten aufhalten, die zusammen ihm Mitglieder seiner Redaktion sagen können, vielleicht auch -friegerischen Neigungen auch selbst betätigt habe, sp hätten Nach den bisherigen Plänen wird die Nationalversammlung mit den Torpedojägern die deutschen Stüften blockieren und die müssen- daß Stampfer lange Zeit im Schüßengraben lag, weil bis zum Freitag, den 27. Juni, zusammenbleiben, um die lückenlose Absperrung Deutschlanes in der Ostsee durchführen sollen, er jede Reklamation grundsäßlich abgelehnt hatte und daß er krank Verfassungsvorlage und kleinere Vorlagen zu erledigen. Dann foll falls die Feindseligkeiten Montag abend wieder aufgenommen in seine Heimat zurücfehrte, wo ihn die Aerzte. nach langer Be­eine Pause bis zum Dienstag, den 1. Juli, eintreten. werden. handlung als nicht mehr f.-v. erklärten. Hani

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lebeit) bekannt geworden. Er hat als erster bei uns das Mujii-| nem Spielglanz wieder auflebte. Offenbachiaden" sagte mm Der Kampf um die Leitung der Staats- trachtet und alle wichtigen Faktoren, die bei der Schaffung des Zifferer einmal geschrieben, daß der Maeſtro im Grunde ge­leben vom entscheidenden soziologischen, Gesichtspunkte aus be- einst verächtlich in Deutschland ; aber nun weiß man, hat Paul theater.amma end nggaben, die des Leiters an Opernhause harren, ist er wie Kunstwerks miirfen, richtig gewürdigt. Für die neuen Auf- ¡ nommen der musikalische Chronist der Geschichte vor 1870 war. gaben, die des Leiters am Opernhause harren, ist er wie n Es ist kein Zufall, daß man einstmals, da der Stern des großen Während die übrigen ehemaligen Hoftheater( in Bayern , Berionals nach Mitbestimmung und Mitverantwortung, er sieht es nachzueifern fuchte, daß die Frauen seitlich gefchlikte Kleider zweiter Kandidat geeignet: er tritt ein für all die Forderungen des Napoleon emporstieg, das Griechentum ernst nahm, daß man ihm Sachsen , Württemberg, Baden) fich ihre neue Verfassung bereits als eine wesentliche Aufgabe einer Staatsoper an, eine Voltsoper im trugen und die Männer mit den Namen antifer Helden paradieca zum Teil seit längerer Zeit gegeben haben, wird in Preußen immer höchsten Sinne zu werden. Sein künstlerisches Programmi hat Paul ten, wie es fein Zufall ist, daß man unter der Regierung des noch an der Lösung des Problems gearbeitet. Genosse Ludwig Better hier im Vorwärts" selber entwickelt, im Gegensatz zu dem dritten Napoleon, des Neffen, eben dieses Griechentum verhöhnte. Seelig, der als Vertrauensmann der Bühnengenossenschaft das Straußschen Allerwelts- und Kompromißsystem zeigt es feste, in die Offenbach verstand seine Zeit, da er seine Helden leichtfertige Theaterreferat übernommen hat, scheint auf vielerlei Widerstände Zukunft weisende Linien. Mit Recht hat das Präsidium der Ge- Couplets fingen ließ. Eine Art Revolution tobte sich in seinen innerhalb und außerhalb des Kultusministeriums zu stoßen. nossenschaft ihn als Kandidaten befürwortet. Das Ministerium Stüden aus, freilich eine glatte und anmutige, der man nicht an Wie aber auch das neue Statut, das den kapitalistischen Privat- sollte ihn nicht fallen lassen, wenn er auch zunächst noch nicht die den Leib rücken konnte." Dies wurde der politische Ruhm des theaterunternehmern nicht minder wie den Kunstautofraten und Majorität der Künstler für sich hat. ,, Orpheus in der Unterwelt " und dann der Schönen Helena". Anhängern des ewig Geffrigen ein Stein des Anstoßes ist, ausfallen Das Personal des Opernhauses sollte sich darüber flar werden, In ganz jungen Jahren, als Schüler des Konservatoriums, möge die Staatstheater verlangen dringend nach einer definitiven daß ihr fünftiger Zeiter einen neuen Kurs steuern muß. Schillings ist dieser aus Köln gebürtige Musikmensch, der Sohn des israeli­Regelung der künstlerischen Leitung. Es war deshalb vom Mi mag ihnen eine gewisse Garantie für die Fortführung in der bis- tischen Vorfängers Juda Ebersch aus Offenbach nach Paris ge nisterium dem Perfonal geivissermaßen als Vorschuß auf die herigen Art zu bieten scheinen. Aber das Geschick der Oper. die kommen. Mit dreißig Jahren, um seines wißigen Plauderns in fünftigen Befugnisse das Recht zugestanden worden, einige Ber - nicht mehr als Lurusbühne wie bisher weitergeführt werden kann, feinen Streisen sehr geschäßt, stieg er aus dem Orchester der Ko­sonen unverbindlich namhaft zu machen, die ihr Vertrauen als verlangt bringend einen Mann, der ihr entschlossen und fühn neue mischen Oper zum Kapellmeister fünftige fünstlerische Leiter genöffen.( Das definitive Wahlrecht Wege zu neuen Bielen zeigt. Im Zusammenwirken ntit ihm tönnten Dann, 1855, Théâtre Français auf. pachtete er wird erst in der neuen Sabung festgelegt.) Das Personal der Schillings wie Strauß ihrem künstlerischen Ghrgeiz bolles Genüge siges Theater in den Champs Elysées , die Bouffes Parijiens, in kühnem Entschluß ein win­Oper nahm nun in einer Vollversammlung am Sonnabendmittag tun, ohne ihre Straft an Aufgaben verzetteln zu müssen, die eines wo er mit nub vier Personen Singspielchen aufführen durfte und zur Kandidatenfrage Stellung und stellte als seinen Kandidaten neu orientierten Organisators und sozialen Kunstführers bedürfen. alsbald mit einer großen Reihe selbstvertonter, recht harmios Max v. Schillings duf, den es dem Ministerium vorschlagen wird. Daneben erhielten Stimmen der interimistische Direktor m tomischer Ginakter Beifall fand. Das Aufsehen, das seine Schöv= Dröscher und Paul Beffer, der Musifreferent der Frankfurter fungen machten, ermutigte ihn, ein Privileg für Aufführungen mit Beitung", sowie der frühere Generalintendant Hülsen. unbeschränkter Personenzahl im Théâtre Comte zu erwerben, dessen Direktion et bis 1866 beibehielt. Nachdem das Unternehmen zu­

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Offenbach .

Die Ernennung des Herrn Schillings ist damit natürlich noch um Jacques Offenbach , den Hundertjährigen, in dem nicht gesichert. Das Ministerium fann ihn natürlich ablehnen, umi jo mehr, da das Personal nur einen Vorschlag gemacht hat. Würde der leichte Lebensfrohsinn des Rheinländers mit dem des Parifers der bisherige Stuttgarter Generalmusifdiretfor die Zeitung der Sprühend und springend ganz in eins verschmolz, ist heute fetu Berliner Oper übernehmen, so bekäme sie zweifellos eine Perfön- Streit mehr. Er wollte ein Meister der komischen Oper werden, lichfeit, die als feinsinniger Komponist( Der Pfeifertag" und ein Meister vollkommener Kunst, viel mehr als das, was er im Mona Lisa " beweisen, daß er mehr als bloßer Wagnerepigone ist) Stampf ums Dasein in der Luft des zweiten Kaiserreiches unter wie hervorragender Dirigent eine gute Figur machen würde. Ob rauschendem Jubel der Gassen und Säle und Salons wurde. Auf­er aber die nachhaltige Straft des Organisators, die Initiative des gestiegen zu glänzender Geltung und abstürzend mit der Gesell Neugestalters und das Verständnis für die neuen, besonders auch schaft, die ihn emporgetragen, erreichte er zwischen Hunderterici fozialen Aufgaben der Staatsoper haben wird, das alles ist un- schnellem Tageswerk endlich mit Hoffmanns Erzählungen " das gewiß. Herr Schillings weist als Gesamterscheinung sicher mehr in ersehnte Ziel hoher Künstlerschaft. Aber der Siegesfranz fiel auf die Bergangenheit als in die Zukunft. tein Grab. Doch auch ohne dieses Wert steht Offenbachs Name in Anders Paul Beffer, der freilich nicht das Prestige eines eine Tafel, die dauert, eingetragen. Denn dieser Musiker war bekannten Komponisten und die Popularität eines Hoffapellmeisters einer, der seine Welt, die Welt der Hehenden, neuen, tapitalistisch noch die guten Beziehungen hat, die leider auch unter dem neuen bewegten großen Städte, losketten half von dem erdrückenden Ge­Regime immer noch eine große Rolle spielen. Er ist Berliner Kind, dränge des Alltags: sein Zaubermittel war das alte Fürrecht fommt von unten und hat von Jugend auf Bühnenpraris. Er hat des Menschen, das Lachen. Offenbach war, mit Paul Betters Wort, als Musiter in der hiesigen Oper geivirit, ist dann Stavellmeister ein echter Sprößling aus dem Geschlecht des Aristophanes, der und schließlich Musikkritiker geworden. Weit über die Stätte seines Wetter Rabelais ' und Heines". So lebt er weiter mit unserer legten Wirtens. Frankfurt a. M. ist er seit zehn Jahren durch weiterhebenden Welt. feine an neuen Gedanken und reformatorischen Vorschlägen reichen Offenbach gehörte dem zweiten französischen Kaiserreich, und Schriften( das Musikdrama der Gegenwart, Beethoven , das Mujita er ist das einzige, was nach langer Pause von dessen verscholle.

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nächst mit Unterbilang gearbeitet hatte, brachte Orpheus in der Unterwelt "( 1858) den entscheidenden Erfolg, jedoch erst durch die Polemiken des sittlich entrüsteten Jules Janin, der die naiven Pariser über die ganze Frechheit und Dreiftigkeit dieser Götter­perfiflage aufklärte und so sie ungewollt scharenweise ins Haus Todte. Paris wurde wieder große Mode in Europa und Offen­ bach gehörte dazu. Er war überall verlangt, studierte in London , Berlin , Wien , Ems, Baden- Baden jeine Neuheiten ein, furz: jett begann jenes maßlos gehehte Dasein des weltberühmten Unter­nehmers, das ihn seither nicht mehr aus den Klauen lassen sollte. 1865 überbot er den Orpheus an Frivolität, Wiß und Deutlichkeit durch die Schöne Helena", der in den nächsten Jahren mit Blaubart ", Bariser Leben", der Großherzogin von Gerolstein " usw. Werte von nicht geringerem Rang und Aufsehen folgten. In bacchantischem Taumel tanzte nicht nur Paris und das zweite Kaiserreich, sondern die ganze Welt, soweit sie sich für elegant und lebenserfahrenen hielt, Cancan nach Offenbachs Melodien. Im letzten Regierungsjahre Napoleons verband der berühmte Komponist sich mit Sardou, um im Roi carotte"( Rönig Mohr­rübe) eine große politische Satire des vor dem erwachenden Sozia­lismus zitternden Kaisertums zu schreibender Sturz des Empires überholte den Plan, und das Stüd kom 1873 int Théâtre