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Die Hungerrenten der Invaliden- und Altersrentner find noch mittel. Die Bürgerschaft scheint in demBorgehen August Wilhelms fönne. Die angeführte Summe bringt es mit sich, daß der nächstimmer nicht aufgebessert. Die Erklärung der Regierung in der eine Selbstverständlichkeit zu sehen: sie fühlt sich allein durch die jährige Etat 20 Proz. Steuersoll mehr aufweisen werde. Nationalversammlung , gelegentlich einer Anfrage, ist absolut un- Nähe eines fürstlichen Herrn geehrt. Das ist ehen das Bedauer- In allererster Linie hätte Staat und Reich hier Abhilfe zu befriedigend. Es gibt Tausende, die auf die 20-30 M. monatlich lichte an dem Vorgang, daß der Prinz es wagen kann, so rüdsichts- schaffen. Außer den Arbeitslosen erhalten auch die Ortsarmen, betragenden Renten ausschließlich angewiesen sind, außer der os jeine Herrschaftsrechte geltend zu machen, ohne daß die öffent Striegerwitiven und Rentenempfänger die gleiche Beihilfe. Es erfolgte dann der Bericht des Vertreters im Zweckverband. Armenunterstützung, die sie zu beantragen gezwungen sind. Die liche Meinung jich gegen ihn wendet. Wieder ein Anzeichen, wie Statistiken der Landesversicherungsanstalten beweisen, daß der die Menschen sich geändert haben. Die bestehende Ordnung Dieser ließ es sich angelegen sein, die Mißwirtschaft des Rieselist im November zusammengebrochen. Die Revolution des Denkens gutes Birtholz zu beleuchten. Der frühere Administrator habe es Prozentsatz der verhungernden alten und invaliden Arbeiter recht hat erst geringe Fortschritte gemacht: fie tut uns not, damit jeder verstanden sich Dienstjahre anrechnen zu lassen, damit er jetzt, da hoch ist. Hier kann nicht länger gewartet werden; die Millionen- sich verantwortlich fühle für den Aufbau des neuen Staates und für 10 Jahre um sind, Grund ärztlichen Attestes, seine Pension einvermögen der Landesversicherungsanstalten gestatten eine wesent- die Lösung der kulturellen Probleme, die damit verknüpft sind. reichen konnte. Der Herr erklärte sich auch mit einer Abfindungsliche Aufbesserung bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Umgestaltung Gr beantragte 25 000 M. Der Zweckverband beDie Notschreie der Hungersumme bereit. des Gesches vollzogen sein wird. rentner reden eine erschütternde Sprache. Die Mittel müssen zu beschaffen sein, und zwar sofort. Soll gerade den Veteranen der Arbeit nicht geholfen werden, weil sie weder streifen noch schreien, sondern schweigend dulden??
Der Mieterbund Groß- Berlin schreibt uns zu der Notiz Zur Wohnungenot", daß Herr Kötschke in dem Bunde kein Ehrenamt mehr befleidet und ihm nicht mehr angehört.
Der Bund früherer Helfer und Helferinnen des Baterländischen Silfsdienstes in den Etappen und den besetzten Gebieten wurde am 26. Juni gegründet zum Zweck der Aufklärung über Rechte aus den endgültigen Verträgen bei der Unterbrechung des Dienstes durch den Zusammenbruch der Militärmacht und der dadurch plöglich auf gezwungenen, mit Lebensgefahr verbundenen Rückflucht, welche erhebliche Ausgaben und Verluste verursachte, über Rechte aus Gr. laffen und Verfügungen, die nicht zur Anwendung gelangt sind betr. Aufrechnung und Nachzahlung des vorläufigen Vertrages nach dem endgültigen Vertrage, Gewährung der Angehörigenunterstüßung, Rohnerhöhung und Teuerungszulage. Sodann die Regelung des Gepäckverlustes auf einer Rechtsgrundlage. Es ist heiligste Pflicht jedes Beteiligten, sich dem Bunde anzuschließen. Die Geschäfte führt eine Siebener- Kommission. Anmeldungen schriftlich an Alb. Weidemann, Berlin , Gneisenaustr. Ta. Der Bundestag muß demnächst flattfinden.
Zum Bau der Nord- Südbahn . Die Baupolizei schreibt uns zu den einer Korrespondenz entnommenen Angaben vom 19. Juni: Der erst am 2. Januar d. 3. von der Städtischen Verkehrsdeputation gestellte Antrag auf Genehmigung des abgeänderten Entwurfs für den Bahnhof Hallesches Tor der Nord- Südbahn ist wahrscheinlich infolge der allgemeinen Unruhen erst am 29. Januar d. J. im Polizeipräsidium vorgelegt worden. Nach der durch die KleinbahnAufsichtsbehörden vorgenommenen Prüfung wurde die Städtische Verkehrsdeputation am 30. März d. J. davon in Kenntnis gesetzt, daß gegen die Verschiebung und die Umgestaltung der Haltestelle Belle- Alliance- Play" der Nord- Südbahn gemäß dem vorgelegte Entwurfe Bedenken nicht zu erheben sind.
Bon drei bewaffneten Räubern überfallen wurde am hellen Tage die Hauseigentümerin Meinert in der Stralsunder Str. 39. Drei Männer, die ohne Zweifel gleich nach dem Erſten viel Geld in der Wohnung der Wirtin vermuteten. Klopften, drangen ein und rerlangten mit vorgehaltenen Schußwaffen und unter Drohungen die Herausgabe des Geldes. Die Ueberfallene fiel vor Schred in Als sie wieder zu sich kan, waren die Räuber mit
Ohnmacht.
500 M. und Schmucjachen verschwunden.
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willigte 15 000 M.
Bom Beigeordneten wurde ausgeführt, daß wir auf diese Beschlüsse keinen Einfluß hatten. Auf Antrag Taubmann wurde beschlossen, den Administrator zu ersuchen, sich gegenüber diesen Ausführungen zu äußern. Dem wurde stattgegeben.
und Wohnungsivucher begegnen zu können, soll bei der LandesLichtenberg. Mieterschuß. Um dem Wohnungsschleichhandel zentralbehörde veranlagt werden, daß auch in Lichtenberg Kündigungen nur mit Zustimmung des Mieteinigungsamtes rechtswirk sam sein sollen. Für den Fall, daß die Erhebungen in anderen Städten günstig sich gestalten, wird beabsichtigt, beim Staatsfom missar für das Wohnungswesen zu erivirfen, daß kein Ver- Tegel. Gemeindevertretung. In der letzten Gemeindever. mieter berechtigt sein soll, einen Mietsvertrag mit einem neuen tretersizung wurde Genosse Spieß als Schöffe verpflichtet und GeWieter von auswärts abzuschließen, dessen Abschluß vom hiesigen nosse Biering als Gemeindevertreter eingeführt. Im März war Mietsamt nicht zugestimmt wird. Stadtbaurat Uhlig teilte mit, beschlossen worden, einen zweiten befoldeten Schöffen anzustellen. daß eine gegen einen Schlosser M. wegen Wohnungswuchers ein- Dies lehnte der Kreisausschuß in Rücksicht auf die Eingemeindung geleitete Strafsache mit der Begründung eingestellt worden ist, daß ab. Die Vertretung beschloß daher erneut, die Einstellung eines Die übermäßige Forderung für eine Wohnungsvermittelung keine zweiten besoldeten Schöffen zu beantragen. Dem Berliner 300strafbare Preissteigerung sei, da sich die Preistreibereiverordnung logischen Garten wurden einmalig 1500 M. als Kriegsbeihilfe nur auf Gegenstände und nicht auf Leistungen bezieht. Es sollen gewährt; dafür sollen die Schulfinder von Tegel freien Gintritt Vorstellungen beim Staatsfommissar erhoben werden. Ueber die durch die Schulen haben. Die vorübergehend beschäftigten HilfsUnterlassung der vorschriftsmäßigen Anmeldung vermietbarer fräfte hatten die Anerkennung des Angestelltenausschusses und die Wohnungen durch die Hauswirte wurde geklagt und vom Vor- Aufbesserung der Gehälter beantragt nach den Berliner Säßen. fißenden festgestellt, daß die Anmeldepflicht der Eigentümer un- Der Gemeindevorstand schlug eine andere Regelung vor, die für die glaublich nachlässig gehandhabt werde. Die Deputation beschloß, hiesigen Verhältnisse befter past. Weiter wurde empfohlen, Kinden Polizeipräsidenten zu ersuchen, gegen die säumigen Melde- derzulagen von 50 M. pro Kind zu gewähren. Demt rurde ebenpflichtigen vermietbarer oder vermietbar werdender Räume, die falls zugestimmt. Ein Antrag der Festangestellten auf Zahlung Die EntschädiWohnzwecken dienen können, mit aller gebotener Energie vorzu- einer Entschuldungssumme wurde zurückgestellt. gehen und im Interesse der Allgemeinheit auf exemplarische Be- gung der Gemeindevertreter für die Teilnahme an den Sizungen strafung zu bringen. wird erneut geregelt, und zwar auf mindestens 3 M. und höchstens 4 M. Für die Kleinhaussiedlung sind vom Wohnungsverband 788 328. als erste Beihilfe bewilligt. Von den Gesamtkosten in Söhe von 2 Millionen Mark bewilligte die Vertretung 1 Million Mark als Baukosten. Das dazu benötigte Land wird ebenfalls hergegeben werden. Für die Veranstaltung von Spiel- und Schulwanderungen wurden 2250 M. bewilligt. Die Anstellung eines Vertrauensarztes und die Wahl eines Volksbildungsausschusses wurde beschlossen. Vorgeschlagen wird, die Zuschläge zur Einkommensteuer entsprechend dem Gesetz vom 4. Juni 1919 abzuändern; weiter soll auch die Grhöhung des Steuerzuschlages auf 300 Proz. erfolgen. Die ganze Steuerangelegenheit wurde an die Finanzkommission zurückverwiesen. Für das Mieteinigungsam werden neue Sagungen festgelegt und die Erhöhung der Entschädi gung für die Beisitzer auf 9 M. pro Sibung beschlossen. Weiter wird der Bildung eines Ausschusses für die Striegsbeschädigtenfür. sorge zugestimmt gemäß den gefeßlichen Bestimmungen. Die Säße Erträge eintreten wird. der Lustbarkeitssteuer wurden geändert, so daß eine Erhöhung der
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Hohenneuendorf. Gemeindevertretung. Die Bürgerlichen einschließlich der beiden noch nach dem Klassenwahlrecht gewählten Schöffen beantragten am 24. Juni, die Kontrolle der Gemeindeverwaltung( Gemeindevorstand usw.) durch den Arbeiterrat nicht mehr anzuerfennen. Die Arbeiterschaft nahm in einer Versamm lung am vorhergehenden Tage dazu Stellung. Die überfüllte Ver fammlung zeigte, daß die Arbeiterschaft an dem Weiterbestehen des Arbeiterrates außerordentlich interessiert ist. Die bürgerlichen Gemeindevertreter und Schöffen, welche eingeladen waren, zogen es vor, nicht zu erscheinen. Nur einer der Herren sandte seinen Sohn, mit einem Notizblod bewaffnet, hin. Gemeindevertreter Fink beantragte, diesen Bunkt von der Tagesordnung abzusehen, da die Arbeiterräte nicht durch einen Gemeindevertreterbeschluß beseitigt werden könnten. Der Antrag wurde mit 8 gegen 6 Stimmen abaelehnt, trotzdem vom Vorsitzenden des Arbeiterrats Möhl und dem Antrages hingewiesen wurde. Die herausfordernde Redeweise des Gemeindevertreter Weibel mehrmals auf die Unzulässigkeit des Gemeindevertreters Weiß erregte größten Unwillen der sozialdemofratischen Gemeindevertreter und der den Sizungssaal bis in den fleinsten Winkel füllenden Zuhörer. Da der Arbeiterrat eine äußerst nutbringende Tätigkeit entfaltet hat, ist legten Endes der Verdacht berechtigt, daß der bürgerliche Antrag eine reine Brinzipienfrage war und der einsehende Entrüftungssturmt nur zu berständlich. Aber die Herren versuchten immer und immer wieder, fich Gehör zu verschaffen, um nicht mehr den ihnen unbequemen Arbeiterrat bei den Sibungen mitanhören zu müssen. Die Erregung steigerte sich logischerweise und die Sibung mußte schließlich abgebrochen werden. Herr Weiß brachte beim Verlesen des Protokolls den Mut auf, zu verlangen, daß in demselben aufgenommen werde: die Sigung drohte in Tätlichkeiten auszuarten. Die Arbeiterschaft besitzt soviel Anstand, um sich nicht dazu hinreißen zu lassen, und wird auch weiterhin verstehen, ihre Interessen auf anständige Art zu vertreten. Dieser Demokratie" wird die Einwohnerschaft die Quittung schon erteilen!
Neukölln- Brit. Die Freie Turnerschaft Neukölln- Brits eröffnet Montag, den 7. Juli, in der Turnhalle Mariendorfer Weg die 6. Schüler abteilung. Turnzeit von 6 bis 8 Uhr abends. Alle Arbeitereltern werden gebeten, ihre Kinder dortselbst am Lurunterricht teilnehmen zu lassen.
Pferdefleischkarten können vom 3. bis 7. Juli von den BrotTommissionen auf Antrag gegen Quittung abgebolt werden. In Gast- und Speisewirtschaften ist eine Pferdefleischkarte nicht erforderlich. Eintragungen in die Pferdefleischkundenliste vom 8. bis 13. Juli.
85. bis 90., 98., 99., 102., 103., 104., 176. und 230. Brotkommissionsbezirk Berlin . Bis 4. Juli im 105., 180. und 210. und bis 6. Juli imt mebls oder Inlandsmehls( W 8) erst nach Voranmeldung( 3.- 5. Jitli) 125 Gramm Stäse. Ausgabe des halben Pfundes ausländischen Weizenctiva Mitte kommender Woche.
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Schöneberg . Kinder bis zum 6. Lebensjahr verbalten besonderen Bradm zugsschein für Süßigkeiten bei den Brotkommissionen am Freitag und Sonnabend gegen Vollmilchkarte.
Deutschösterreichische Kriegsteilnehmer, Kriegsbeschädigte und Sinterbliebene! Unentgeltliche Rechtsauskunft Montag und Donnerstag von 2-7 in allen Militär- und Hinterbliebenenangelegenheiten bei Stamerad Georg Fiedler, O 17, Stoppenftr. 95, am Schlesischen Bahnhof . Der deutschösterreichische Vollzugsausschuß. Der Deutschösterreichische Hilfs- und Wirtschaftsbund gibt im Auftrage des Bevollmächtigten des liquidierenden österr.- ung. Striegsministeriums folgendes bekannt: Alle in Deutschland wohnhaften, im Beauge von Berforgungsgebühren( Invalidenpension, Verwundungs- oder Personalzulage für Mannschaften, sowie Pensionsgebühren für Ruhestandsgagisten) stehenden Angehörigen der ehemaligen österr.- ung. Monarchie erhalten von nun an die rüdständigen Beträge mittels Bostiched an ihre jeweilige Adresse vom Bevollmächtigten des liquid. österr. - ung. Kriegsministeriums beim preußischen Kriegsministerium in Berlin zugesandt. Grundbedingung für diese Zitfendung ist, daß die Bensionsliquidatur in Wien diese Gebühren als zu Friedrichsfelde . Gemeindevertretersizung. Der GaslieferungsRecht bestehend anerkannt und der Dienststelle in Berlin bekanntgegeben vertrag mit Lichtenberg läuft am 1. Juli 1920 ab. Steglių. 125 Gramm rote Grüße( 39). Anmeldung bis 5. Juli. Die Kündi- 250 Gramm Heringe( 32) jede aufgeruje ne Nummer. bat. Um Unbestellbarkeit der Geldsendungen zu vermeiden, liegt es im Mariendorf . Auf Juli- Bollmilchfarten für Seinder bis zum 6. LebensInteresse eines jeden Bezugsberechtigten, Wohnungsveränderungen sofort gung des Vertrages kann bis zum 31. 12. 1919 erfolgen. Deshalb der Pensionsliquidatur in Wien III., Maroflanergafje( Schwarzenbergfaserne). wurde die Stellungnahme über die weitere Gaslieferung durch jahre je vier Bad Zwiebac oder Stets und 1 Bfund Kindergerstenmedi als auch dem Bevollmächtigten der liquid. öfterr.- una. Striegsministeriums Lichtenberg vertagt. In der Frage der Koblenkommunali in den Gemeindeläden, A- E Mittwoch, F- K Donnerstag, L- 0 Frei beim preußischen Striegsministerium Berlin W 48, Wilhelmstr. 101, bekannt- fierung wurde beschlossen, den Kohlenhandel in eigene tag, P- Z Sonnabend. An Personen über 70 Jahre je Bad Zwicbt Bis 10. Juli fönnen zugeben. Die vorgeschriebenen Quittungen sind wie bisher an die Pensions- Verwaltung zu übernehmen und den Großhandel oder Keks in den Gemeindeläden bis 10. Juli. liquidatur Bien einzusenden. Die Auszahlung kann nur auf Grund der auszuschalten. Mit den Behörden sollen sofort Verhand- ftellungen im Zimmer 20/21 des Rathauses nachholen. Später eingehende Haushaltungen, die bisher noch feinen Brenntorf bestellt haben, ihre BeAnweisung des liquidierenden Kriegsministeriums( Pensionsliquidatur) Iungen aufgenommen werden, damit für die Gemeinde das Be- Bestellungen werden wohl kaum Berücksichtigung finden können. automatisch erfolgen und daher sind an den Bevollmächtigten gerichtete zugsrecht der Kohlen von der Grube gesichert wird. Um die absoBeschleunigungsschreiben überflüssig. Tute Kommunalisierung der Kohlenlieferung vorzubereiten, wurde eine achtgliedrige Kommission gewählt. Beschlossen wurde, die niederen Einkommen bis zu 1500. steuerfrei zu lassen und für Steuerpflichtige bis zu 3900 M. eine Ermäßigung des Steuerfakes um 100 Broz. eintreten au lassen. Die Steuerpflichtigen mit einem Einkommen über 6500 M. follen dafür einen höheren Steuerfab leisten, damit der Ausfall für die Steuerermäkigung bei den niedrigeren Einkommen gedeckt wird. Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, die Vorarbeiten in dieser Sache zu erTedigen. Weiter beschloß die Gemeindevertretung eine Kriegsaefangenenheimkehrkommission zu errichten und eine Fürsorgestelle für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene zu schaffen. Die Schulen und andere Gemeinderäume werden forlab allen Parteien au Versammlungen und anderen Veranstaltungen unentgeltlich freigegeben.
Lohusahlung bei der Flugzeugmeisterei nicht Freitag, sondern Dienstag, den 8. D. M.
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Die Vorwärtsspedition, bisher Immanuelkirchstr. 12, befindet sich bom 1. Juli an Immanuelfirchstr. 24, Laden. Kirchenaustritt. Das Komitee Konfeffionslos" schreibt uns, daß es die Kirchenaustrittspropaganda einstweilen zurückgestellt habe, um nicht weitere Erregung zu schaffen. Nachdem aber dem Stomitee zu Ohren gekommen ist, daß die Gerichtsbehörden den erleichterten Kirchenaustritt in jeder Weise zu erschweren suchen, und da der Friede geschlossen ist, wird es wieder dahin wirken, daß die Kerche nur den Einfluß erhält, der ihr nach der Zahl ihrer Anhänger zukommt. Jeder, der mit der Kirche zerfallen ist und die Kirchensteuer lieber anderen fulturellen Zwecken zuwenden will, sollte noch in den letzten Junitagen austreten, da er dadurch ein Vierteljahr Kirchensteuer spart. Er sollte sich auch nicht davon abfüreden lassen, daß die Amtsgerichte Schwierigkeiten machen. Sowie sich jemand über seine Perion ausgewiesen hat. muß der Beamte den Kirchenaustritt vollziehen. Einreden wie die, ob man sich fchon mit seinem Geistlichen darüber ins Benehmen gesetzt habe, sind einfach gesezwidrig.
Der Beirat der Nationalstiftung hielt am 14 Juni unter Vorsiz des Ministers Heine eine Sibung ab, in der der Beschluß des Präsidiums die Sazung den veränderten politischen Verhältnissen entsprechend umzugestalten, gebilligt. und vorgeschlagen wurde, die von dem Präsidium bereits eingesetzte Kommission zur Sabungsänderung durch Mitglieder des Beirats zu ergänzen. Dieser Kommission soll insbesondere auch die Aufgabe obliegen, die Aufnahme von Vertretern der Hinterbliebenen in die leitenden Organe vorzubereiten. Der Tätigfeits- und Rechnungsbericht wurden genehmigt und dem Vorfchlage zugestimmt, einen weiteren Betrag von 13 Millionen Mark für Unterstügungszwede zur Verfügung zu stellen.
Groß- Berliner Parteinachrichten.
Jungsozialistische Vereinigung. Die Veranstaltung fällt wegen der Berkehrsschwierigkeiten aus. Lantwitz. Heute, Donnerstag, 8 Uhr, Gesellschaftshaus Piehl, StaiserBilhelm- Straße 34, Mitgliederversammlung. Vortrag über Rätesystem und Parteipolitik. Ref. Genosse Kalisti. Discussion. Neuwahl des 2. VorWilmersdorf. Heute abend 8 Uhr Ertrazahl abend in den bekannten Lokalen. Aussprache über die politische Lage.
sitzenden. Verschiedenes.
Gerichtszeitung.
Plünderungen, Naubtaten und Erpressungen.
Tempelhof . Aus der Gemeindevertretung. Nachdem die bürgerlichen Schöffen endlich ihre Aemter niedergelegt haben. wurden in der Wegen Landfriedensbruchs und Blünderns standen der Teßten Sizung die Gen. Eiv ald und Burgemeister, der Demo- Kutscher Wilhelm Pornoi, Kaufmann Kurt Challier, Tapezierer frat Richter und von den Rechtsparteien der bisherige Schöffe Fritz Burow, Maschinendrücker Otto Handau und Kaufmann Willi Am 24. Juni ung gewählt. Der in der vorhergehenden Sizung gefaßte Be- Rotkopf vor dem außerordentlichen Striegsgericht. schluß. die Kaiserbilder aus den Schulen zu entfernen, wurde von 30gen mehrere hundert Personen durch den Norden Berlins und dem Bürgermeister mit der Begründung beanstandet, es handele plünderten die Obst- und Nahrungsmittelgeschäfte. Dem in der fich hierbei um Gegenstände des Unterrichts und hierüber babe nur Königsberger Straße wohnenden Händler Paul war von Andie Schuldeputation und nicht die Gemeindevertretung zu befinden. wohnern mitgeteilt, daß der Plündererzug nahe, und dies veranGenosse Ewald und mehrere Redner der Unabhängigen kennzeich. lakte ihn, schleunigst die Körbe mit Waren in das Innere des neten die Saltung des Bürgermeisters gebührend. Es wurde be- Ladens zu schaffen, die Ladentür zu schließen und die Rolljalousie schlossen, die Angelegenheit im Verwaltungsstreitverfahren ent- herabzulassen. Letzteres war aber erst zur Hälfte vollendet, als die scheiden zu lassen und mit der Führung der Klage den Gemeindeverordneten Genoffe Thiele zu beauftragen. Außerdem gab die Vertretung dem Gemeindevorstand auf, das Ministerium zu ersuchen, den Bürgermeister zur Ausführung des Beschlusses anzuhaltert. Die Rahl der Beisitzer des Micteinigungsamts wurde von 10 auf 18 erhöht.
Menge, zu der auch Frauen und Kinder gehörten, vor dem Laden Salt machten. Es wurde mit den Stiefelabfäßen das Schaufenster erirümmert und man ging sofort an das Plündern, ohne auf die Bitten des Inhabers zu achten, der der Menge wiederholt zurief: Ich bin auch lange im Felde gewesen und habe keine Reichtümer gesammelt. Als Antwort erichollen aus der Menge freischende Frauenstimmen: Totschlagen!", Jn Stüde reißen!" Dem Weißensee. Aus der Gemeindevertretung. In einer früheren Geschäfteinhaber ist ein Schaden von über 4000 M. entstanden. Schloß Rheinsberg in der Mark war bis vor kurzem der Gemeindevertreterjißung wurde den Arbeitslosen eine einmalige Die Angeklagten sind als mehr oder minder belastete Teilnehmer Oeffentlichkeit zugänglich. Seit einigen Monaten residiert nun Rutvendung für Verheiratete 10 M., Unverheiratete 5 M. zum an der Plünderung festgenommen worden. Das Gericht verurteilte Bring August Wilhelm dort; er hat die Umgebung des Schlosses Kauf für ausländische Lebensmittel bewilligt. Sandau , als Rädelsführer, zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthaus , in weitem Umkreis absperren lassen: ein bedeutender Teil des Es wurde von sozialdemokratischer Seite damals darauf hin- Challier und Burow zu je 9 Monaten Gefängnis und Rotkovf zu Baris mit wertvollen Denkmälern ist dadurch unzugänglich, das gewiesen. daß diese kleinen Mittel nicht lange vorhalten und die 7 Monaten Gefängnis. Wegen eines dreisten Raubüberfalls hatte Innere des Schlosses selbst dem historisch interessierten Besucher Grwerbslosen alle 4 Wochen mit derselben Forderung fomuen sich der Schlosser Isac Uzerniloweki zu verantworten. Am 23. Juni verschlossen. Es handelt sich um ein Kulturdokument, das in werden. Dieser Fall ist jest wieder eingetreten. Unter Führung vormittaas 10 Uhr, hatte die Kontoristin Ecard bei der Dresdner höherem Sinne Besitz der Nation ist. Juristisch kann der Prinz der Kommunisten ging eine Kommission zum Beigeordneten Bant, Königstraße, 3980 M. Gewerkschaftsgeld einkassiert, die sie nach den bisher geltenden Gesezen das unumschränkte Verfügungs- Dr. Klamroth und verlangten Geld oder Lebensmittel. Im Nicht- in einer Ledertasche trug. Als sie in das Haus Aleranderstr. 14c recht auf sein Privateigentum wohl begründen. Kann aber in bewilligungsfalle könnten sie nicht die Verantwortung übernehmen, zurückfehrte. folgte ihr der Angeklagte auf der Treppe, pacte sie diciem Falle und in ähnlichen, es in der Willkür des Einzelnen ge- daß die Erwerbslosen sich dann nicht die Lebensmittel felbst nehmen piöblich und warf sie zu Boden. Die leberfallene schrie laut um stellt werden, wie er über sein Eigentum zu verfügen hat? Auch würden. Gine Deputation, bestehend aus je einem Vertreter der Silfe, der Angeklagte entriß ihr gewaltsam die Tasche und stürmte jeither schon war es möglich, cinen Hausbefizer, an dessen Grund 3 Fraktionen und zwei Vertretern der Arbeitslosen. begaben sich davon. Bassanten fingen ihn auf und brachten ihn zur Polizei. und Boden die Oeffentlichkeit( Staat oder Gemeinde) ein Interesse zum Ernährungsminister und zum Landrat. Die Besprechungen nachdem sie ihn ordentlich verprügelt hatten. Das Kriegsgericht hatte zu enteignen. Es verlautet, eine Kommission sei eingesezt, hatten keinen Erfolg. verurteilte ihn zu 5 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust. un darüber zu entscheiden, was der kaiserlichen Familie Die Finanzkommission sab sich infolge dieses negativen Rejui Dez Müller Bruno Dettmer hatte vom Stadtpontei- Gefängnis aus, als Privateigentum verbleiben kann. Es wäre zu wünschen, daß tates gezwungen, eine nochmalige, wie oben vermerkie Beihilfe der wo er eine Strafe abzusiken hatte, von einer Frau K. in Moabit fie bald zu einem Ergebnis gelangte: der Fall Rheinsberg zeigt Gemeindevertretung vorzuschlagen. Die Redner der 3 Bartcien brieflich unter allerlei dunkle Andeutungen und Drohungen mit Verbeutlich, wie nötig eine Klärung in dieser Frage ist. Der Arbeiter- erkannten ohne weiteres die Notlage an, ließen jedoch keinen haftung 5000 M. zu erpressen versucht. Frau K. zog es vor, den rat von Rheinsberg soll sich mit der Angelegenheit befaßt haben, weifel darüber, daß aus Gemeindemitteln eine derartige Unter- Brief dem Staatsanwalt zu übergeben. Der Erpresser wurde zu doch offenbar bis jetzt ohne Erfolg: es fehlen ihm ja die Macht- stüßung( ie 65 000 2.130 000 m.) nicht mache gezahlt werden 1 Jahr Gefängnis verurteilt.
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