Industrie und Handel.
Börse.
Obwohl die Stimmung an der Börse infolge der weiteren Besserung des Markkurses im Auslande recht freundI ich war, fonnte sich doch ein nennenswertes Geschäft nicht ent. wideln. Auf einzelnen Gebieten fanden sogar Abgaben statt, jo namentlich am Montanaftienmarkt, da gerücktweise von einer neuerlichen Streitbewegung im Kohlenrevier verlautete. Bochumer und Phönig gaben nach. Schiff fahrtsattien waren fest, namentlich an sa. Auch Farbund Elektropapiere waren etwas höher bewertet. Va ! uta papiere waren still, Kolonialwerte verkehrten unge fähr auf leztem Stand. Petroleum papiere gaben unwesentlich nach. Schwächer waren auch ausländische Noten, namentlich rumänische Lei. Gute Meinung bestand für Kolo nialpapiere. Von heimischen Anleihen notierte Kriegsanleihe mit 79 Proz, die älteren heimischen Anleihen zogen mäßig an.
Groß- Berlin
Die Küche und die fünfte Barade brannten trob Bewachung gleich an mhreren Eden so umfangreich, daß mehrere Brandherde noch ermittelt werden konnten. Ein Brandstifter fann unmöglich allein die Baraden angezündet haben; es müssen mehrere ihre Hände im Spiel haben.
Rose- Theater: Sommernacht".
Die Erstaufführung dieses von Wilhelm Braun ber faßten Stückes ging am Sonnabend über die Bühne. Eine Siebzehnjährige gewinnt den Liebhaber ihrer verwitweten Mutter, die selbst erst mitte Treißig ist, für sich. Sie gibt sich ihm hin und bewahrt ihn, der des Mordes aus Eifersucht an ihrem Vetter angeklagt ist, vor dem Schafott, indem sie ihre Schande vor Gericht gesteht. Dann geht sie auf den Rat ihrer Mutter ins Wasser. Ernstes Wollen und gutes Können haben hier ein ergreifendes Stüd wahren, wirklichen Lebens gezeichnet. Die Handlung schreitet flott vorwärts, der Dialog ist inapp und fein berzahnt. Nur das fast sadistische Verweilen bei den erschütterndsten Momenten im 3. Aft ist eine zu starte Zumutung an die Nerven der Zuschauer.
Unter der vorzüglichen Regie von Willi Stephan gelangte das Stück zu vollem Erfolge. Gertrud Dittmann als Frau Hertl, Kara von Joé als ihre Tochter Sophie und Friz Hahn als Vetter Taunenichts spielten ibre Rollen hervor. ragend treffend und lebenswahr. Arthur Waldemar als Liebhaber reichte an sie nicht heran. Schauspieler und Dichter wurden mit reichem Beifall gelohnt. K. H. K.
Schutz den Spielplähen.
Die öffentlichen Epielpläge innerhalb des Weichbildes der Stadt fallen durch die Zuchtlosigkeit Erwachsener und der Schuljugend immer mehr der er wüstung anheim, so daß in furzer Beit an die Stelle der Rasenflächen öde Sandflächen treten wer den. Schmucksträucher werden ihrer Blüten beraubt. Umzäunungen werden von jung und alt rücksichtslos niedergerissen, Schulen und Vereine werden bei der Abhaltung ihrer Spiele mit roher Gewalt verhindert. Gegen diese Zerstörungslust sind die Play wächter, die nur in geringer Zahl anwesend fein fönnen, machtlos. Belfen fann nur unterstützung der Abwehr dieses Unwesens durch Eltern, Vormünder und Erzieher und die Schule. Es wird voraussichtlich nur dieses Aufrufes bedürfen, und die wohltätige Wir fung folder tatkräftigen Mithilfe bei der Pflege der Spielpläke wird nicht ausbleiben. Das Spiel der Jugend in gärtnerisch schöner Umgebung ist nicht das geringste Mittel zu geistiger Grziehung.
ausgebrochene Streits beendet wurden. In manchen Teilen des Reiches scheint die vom gentralvorstand des Arbeitgeber- Schußberbandes geübte Taftik auch bei den Unternehmern tein Verständnis gefunden zu haben. Auf Grund gepflogener Verhand lungen wurden nicht nur örtliche Verträge, sondern solche für ganze Bezirke abgeschlossen. So z. B. ein Vertrag für Württemberg , ein anderer für Sachsen ; auch für Baben wurde ein Landestarif abgeschlossen, während Verhandlungen zum Abschluß eines Landestarifs für Bayern vorerst nicht von Erfolg gefrönt waren. Dagegen wurde, allerdings mit einer ande ren Arbeitgeberorganisation, ein Vertrag für Rheinlandestfalen abgeschlossen.
zur
So standen die Dinge, als das Tarifamt für das Es war ton Holzgewerbe am 11. August zusammentrat. verschiedenen Stellen angerufen worden, um örtliche Differenzen zu schlichten. Es gelang auch, eine Basis zu finden, die es dem Tarifamte gestattete, die beiderseitigen Zentralvorstände Wiederaufnahme der Verhandlungen einzuladen. Am 20., 21. und 22. August hat nun die zentrale Verhandlungs. tommiffion getagt, und es ist ihr gelungen, sich so weit zu einigen, daß die sofortige Aufhebung der schwelen. den Streiks und Aussperrungen beschlossen werden Die größten Schwierigkeiten hatten die materiellen Forderun gen der Arbeiter verursacht. Hinsichtlich der Arbeitszeit machten die Arbeitervertreter das Bugeständnis, daß die Arbeitszeit nach dem gefällten Schiedsspruch erst ab 15. November eingeführt wird. Demnach geht die nun getroffene Abmachung dahin, daß die möchentliche Arbeitszeit beträgt:
fonnte.
Tarifklasse.. Sofort
I II III IV V VI 46 47 48 48 48 48 Std. 46 ab 15. Nov. 1919 46 47 47 48 48 An Teuerungszulagen war bereits bei Beginn der Verhandlungen im April d. J. zugestanden worden, daß die Löhne der Facharbeiter in den beiden ersten Tarifflassen um 50 Bf., in der britten und vierten Klasse um 45 Pf., in der fünften und fechsten Stiasse um 40 Pf. erhöht werden. Im Laufe der weiteren Verhandlungen waren weitergehende Forderungen erhoben wor den. Jetzt bei Abschluß der Verhandlungen wurde an neuen Teuerungszulagen bewilligt:
I II III IV V VI 85 35 80 30 25 25 Pf. 30 30 25 25 20 20
Tarifllaffe. Facharbeiter/. Silisarbeiter Arbeiterinnen und 20 jugendl. Arbeiter Diese Zulagen werden in zwei Raten bewilligt, von denen die größere sofort, die zweite, meist in Höhe von 10 Pf., am 15. November in Kraft tritt.
25 25
20
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Die Spandauer Kriminalpolizei ist augenblicklich bemüht, eine Schiebung aufzudecken, durch die Millionen an Werten dem Neich berloren gegangen sein sollen. Eine Lokalforrespondenz teilt darüber Der Berliner Magistrat sieht sich genötigt, zum Schutz der mit: Die Berliner Kriminalpolizei hatte vor einiger Zeit fest- Spielpläte sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung zu wenden. gestellt, daß ein in der Rosenthaler Straße wohnender-Althändler Er erklärt: große Mengen von Pferdegeschirren, Sätteln, 3aumzeug, Lederbeden usw. auf Lager hatte, deren Herkunft er nicht einwandfrei nachweisen fonnte. Man beobachtete ihn und konnte in derselben Nacht feststellen, daß ein Lastkraftwagen gegen 4 Uhr morgens vor dem Haus Geschirre und Lederzeug ablud. Die Kriminalbeamten griffen sofort zu und verhafteten sowohl den Hehler als auch den Kraftfahrer und zwei auf dem Wagen befindliche Arbeiter. Es wurde festgestellt, daß das Auto dem Train bepot Spandau zugeteilt war. Die Spandauer Kriminalpolizei wurde sofort benachrichtigt und beobachtete nun das Train depot in unauffälliger Weise. Dabei stellte es sich heraus, daß fait Nacht für Nacht Lastwagen und Pferdefuhrwerte mit Seeresgut nach Berlin gingen, wo sie bei Althändlern und Schiebern abgeladen wurden. Ferner wurde festgestellt, daß große Stisten mit Material durch das Verladekommando des Traindepots in Span dau nach Magdeburg gingen. Die Epandauer Polizei teilte dem Führer des Traindepots, Rittmeister v. Lein, ihre Beobachtungen mit und es wurde zugleich eine Revision der Bücher und Auftragserledigungen borgenommen. Es ergab sich, daß zahllose Liefer zettel, die bei den Akten lagen, gefälscht waren. Man verhaftete die Arbeiterräte Herzog und Taube, die Schirrmeister Salomon und Bredow sowie den früheren weldwebel Hagedorn. Herzog hat die Unterschrift des Rittateisters b. 2. auf zahllosen Ausgangsbescheinigungen und Ein Doppelleben führte die Brivatiefretärin eines ebenso den Dienststempel des Traindepots gefälscht. Die Liefe Arates aus dem Westen der Stadt. Der Arzt, der eine große rungsbescheinigungen lauteten auf den Namen von Truppenteilen der Reichswehr, die jedoch, wie bisher festgestellt worden Braris hat, merkte schon seit Jahr und Tag. daß er fortgesetzt be ist, niemals in den Besik der Waren gelangt find. stolen wurde. Gin Detektivinstitut lenkte endlich den Verdacht Herzog verschob mit Hilfe Hagedorns, der in Berlin und Magde - auf seine Privatsekretärin Frau Fr. Sie schien die Unschuld selbst burg den Berkehr mit den Hehlern aufrecht erhielt, geradezu au sein, batte in der Steinmeßstraße die bescheidenste Wohnung für riesenhafte Mengen von Heeresgut. Soweit sich bis jetzt über- 30 M. pro Monat, lebte anscheinend ebenso bescheiden und zeigte An Ferien wurden im Reichstarif zugestanden 3 Tage nach fehen läßt, liegen die Diebstähle schon bis zu Beginn der Revolution ständig ein sehr bedrücktes Wesen, das sie mit ihren unglüdlichen zurück. Mehrere Mitglieder des Arbeiterrates und Arbeiter, Familienverhältnissen erklärte. Die Beobachtungen ergaben jedoch, welche im Depot angestellt waren, wurden ebenfalls verhaftet, da daß sie dieses stille bescheidene und bedrückte Wesen nur in ihrem halbjähriger Beschäftigung, steigend jedes Jahr um einen Tag dürftigen Heim, im Hause und in der Nachbarschaft zur Schau trug. bis 6 Tage. Aus dem umfangreichen Vertragswert sei noch erihnen nachgewiesen werden konnte, daß sie an den dunklen Ge- hr Hauptaufenthalt wat ein feines Hotel in einem benachbarten wähnt, daß in ihm zum ersten Male eine Regelung des schäften teilgenommen haben. Das Kommandanturgericht Span- Kurort, wo sie die Weltba me spielte, auf großem Fuße. lebte tungsvoll ist auch die jetzt durchgeführte Einteilung aller Städte in dau ist zurzeit bemüht, den Umfang der Diebstähle noch weiter und Gelb mit vollen Händen ausgab. Der Verdacht wurde zur Ge- ehrlingswefens in Angriff genommen wird. Bedeuaufzuklären. Welche Summen die Diebe verdient haben, geht mißheit, aber es wollte nicht gelingen, die Frau mit dem Doppel die sechs Tariftlassen. Bis auf einige fleine Rejte ist der daraus hervor, daß einige, die inzwischen das„ Geschäft" aufge- leben genügend zu überführen. Sie hatte ein eigenes Verfahren. Reichstarif fertiggestellt. Diese Streitfragen werden geben hatten, sich in Spandau und Berlin Geschäfte kaufen tonn bas erbeutete Gelb jedesmal so zu verbergen, daß man es bei ihr in den nächsten Tagen vom Tarifamt unter dem Vorsitz eines ten. Ein Teil der Waren fonnte bei den Althändlern beschlag- nicht finden fonnte. Im Hotel berstedte sie es in Den Bimmer Unparteiischen entschieden, und beide Parteien haben im voraus nahmt werden. Der gesamte Arbeiterrat des Train anderer Gäste und nach Bedarf holte sie dann aus dieser ihre Zustimmung zu der Entscheidung gegeben. depots wurde sofort seines Postens enthoben." Sparkasse " heraus, was sie brauchte. Endlich aber kamen die Beschritt in dem Tarifvertragswesen in der Holzindustrie, wo es amten auch hinter diese Schliche, und so gelang es sie zu überführen. Sine ansehnliche Summe wurde bei ihr noch gefunden.
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Ein Hilfsansschuß für Rheinländer hat sich in Berlin gebildet. Er soll die Beziehungen zwischen dem besetzten Rheinlande und dem übrigen Deutschland , besonders Berlin , erhalten und festigen helfen. Zunächst ist in Berlin W. 56, Oberwallstraße 22, eine Bera= tungsstelle eingerichtet, die den Rheinländern aus dem beseßten Gebiet mit Rat und Tat zur Seite stehen soll.
Ein morscher Baum verursachte am Sonntag auf dem Neuen See im Tiergarten einen Unfall. Als ein mit zwei Damen und amet Herren besettes Ruderbpot durch einen der engen Kanäle fuhr, türate ein hart am Ufer stehender großer Baum infolge des heftigen indes um und begrub das Boot unter sich. Die vier Insassen fielen ins Wasser, gerieten aber glücklicherweise nicht unter den Baumstamm. Giner der Herren wurde jedoch von einem Zweig am Stopf getroffen und erlitt eine Gehirnerschütterung. Auf die Hilfe rufe der Berunglüdten eilten Boote hinzu und nahmen sie auf.
Mit einem Notschrei wenden sich Parteigenossen aus BerlinMord an die Oeffentlichkeit. Sie flagen darüber, daß im Stadt. teil Gesundbrunnen eine Schule obdachlos ist, weil ihre Räume von der Erwerbslosenfürsorge benutzt werden. Im Frühjahr 1919 mußte in dem Doppelschulhaus an der Gothenburger Straße die 56. Gemeindeschule einem Bureau der Erwerbslosenfürsorge Plas machen und von da ab als flie. genbe Schule" die Räume der in demselben Hause unter gebrachten 208. Gemeindeschule mitbenußen, wodurch ein sich über den ganzen Tag ersteckender Schulbetrieb Eine braune Brieftasche mit namhaftem Geldbetrag und mich nötig wurde. Aufs schwerste sahen die Eltern sich getäuscht in tigen Pavieren sowie Mitgliedsbuch des Wahlorres der.. D., ihrer Hoffnung, daß nach Beendigung des Krieges ihre Kinder Regitimationsfarte für Bartelfunktionäre und Sammellifte für endlich wieder einen regelmäßigen Unterricht in gesunden Räumen ben Agitationsfonds, beginnend mit den Namen Schmidt, Bender, erhalten würden Wieder mußten die Kinder abwechselnd bor ist am Sonnabend, 23. August, in der Bahlstelle des Solzarbeimittags und nachmittags zum Unterricht, woraus sich für die terberbandes in Neukölln, Reuters Ede Donaustraße, berFamilie die empfindlichsten Störungen ergaben foren worden. Es wurde beobachtet, daß der Finder die Tasche Da geht vormittags tas eine Kind, nachmittags das andere zur auf ihren Inhalt prüfte; kurze Beit darauf wurde sie vermißt. Der Schule, und um 5 Uhr fommt der Vater von der Arbeitsstätte. so daß die geplagte Mutter zu verschiedenen Zeiten das Effen finder ist erkannt und wird gebeten, die Teiche gegen Belohnung im bereithalten muß: Für die Schulkinder bringt die vom Morgen Bahlstellenlofal oder beim Eigentümer abzugeben. bis zum Abend dauernde Benutzung der Schulräume auch ge fundheitliche Schädigungen, meil Lüftung und Reinis gung in den Mittagspausen nur unvollkommen ausgeführt werden fönnen. Ueber 1000 ohnedies durch den Hungerkrieg geschwächte Kinder der beiden Schulen leiden unter diesem Zustand, der trob allen bei der Schuldeputation vorgebrachten Klagen bisher nicht beseitigt worden ist. Die Genossen der Abteilungen 44 und 45 unserer sezialdemokratischen Organisation haben der Schuldeputation vorgeschlagen, die 56. Gemeindeschule zum Teil in leerstehenden Räumen einer benachbarten Mädchenmittelschule unterzubringen, aber bis jetzt ist das nicht geschehen. Daß die Ge. fahren des hier geschilderten Zustandes auch der Schuldepu tation nicht unbekannt sind, lehren uns die von ihr selber in ihren Verwaltungsberichten angestimmten Slagen darüber, daß in der Kriegszeit so viele Gemeindeschulhäuser mit Militär belegt werden mußten. Ueber die gesundheitliche Schädigung der Schulfinder durch Doppelbenuzung von Schulhäusern haben Schulärzte sich oft und deutlich genug geäußert, und auch in dem neuesten Bericht über die Tätigkeit der Berliner Schulärzte finden wir wieder solche Klagen. Abhilfe tut dringend not!
Großfeuer im Militärlager Zoffen.
Treptow - Sternwarte. Mittwoch, 7%, Uhr, Vortrag von Ferd. Nikolai: Frühlingstage in Andalusien ", mit zahlreichen farbigen Lichtbildern. Mit dem großen Fernrohr: die Wega, Ringnebel in der Leher und Sternhausen im Herkules. Kleinere Fernrohre stehen fostenlos zur
Berfügung.
Vorträge, Vereine und Versammlungen. den 29. August 1919, Nonnendamm- Allee, bei Lange. Versammlung der Kriegsbeschädidten des Wernerwerts Freitag,
Groß- Berliner Parteinachrichten.
1. Abteilung. Mittwoch, 27. Auguit, 8 116r, in den Roland- Feftfälen, Elfaffer Str. 26:" Unterhaltungs bend. Reichbaltiges Programm. Charlottenburg . 14. Gruppe. Frauenabend Dienstag, 26. Auguft, Uhr, bei Arndt, Stantstr. 51. Ref. Gen. Moeglich. Die Forderungen der modernen Frauenbewegung". Die Franen der Genossen sind besonders eingeladen.
Gewerkschaftsbewegung
Im Gegensatz zu dem seitherigen Brauch wurden jetzt zwei Rohnnormen eingeführt, nämlich Durchschnittslöhne und Mindest löhne. Für Facharbeiter betragen diefelben: Tariftlasse... I II III IV V VI M. M. W. W. M. M. Durchschnittslohn 2,85 2,55 2,30 2,15 2.00 1,90 Mindestlohn 245 2,25 2,10 2,00 1,90 1,80
Hierbei ist zu bemerken, daß diese tariflichen Lohnnormen in bielen Orten zurzeit nur eine theoretische Bedeutung haben. In Berlin beträgt z. B. der Durchschnittslohn zurzeit schäzungsweise etwa 4 Mt., während der Mindestlohn kaum weit unter 3,50 Mt. heruntergehen dürfte. Zu diesen tatsächlich gezahlten Löhnen kommen nun die vereinbarten Teuerungszulagen.
Der Abschluß des Reichstarifs bedeutet einen großen Fort bisher nur zahlreiche Einzelverträge gegeben hat. Auf eine Vereinheitlichung der Tarife hat der Deutsche Holzarbeiter. Verband schon seit Jahren planmäßig bingearbeitet. Dieses Ziel ist nun durch den Abschluß des Reichstarifs erreicht. Wiederaufnahme der Arbeit in den Hamburger Banken.
Ein Telegramm aus Hamburg meldet, daß die Zentralstreit leitung in einer in den heutigen Morgenblättern veröffentlichten Bekanntmachung die streifenden Angestellten der Hamburger Girobanten auffordert, ihre Tätigkeit bereits am Montag früh wieder aufzunehmen. Diese Maßnahme sei in dem Verhalten des Reichsministeriums begründet. Die Zentralstreifleitung halte nach wie vor an ihren Forderungen fest, die durch zwei Schiedssprüche bestätigt seien und sich auf die Dauer durch Machtmittel nicht aus der Welt schaffen ließen.
Achtung! Volkskonzerte des Philharmonischen Orchesters!
Der Andrang zum Verkauf der Eintrittskarten zu den VolksKonzerten des Philharmonischen Orchesters war am ersten Lage be bereits so start, daß sämtliche Gintrittskarten für alle Stonzerte ausberkauft worden sind. Damit haben die Volkskonzerte des hil harmonischen Orchesters für das Jahr 1919 ihr Ende erreicht.
Die Beamtenmusiker.
Bom Borstand des Deutschen Musikerverbandes er halten wir folgende Buschrift: Die neugegründete BeamtenmusikerVereinigung fündigt in einigen bürgerlichen Tageszeitungen ein Musikdemonstrationskonzert der Beamtenmusiker an, das als Protest gegen die vom Reichsarbeitsministerium erlassene Verfügung eines Verbots des gewerblichen Musizierens der Be. a m ten gelten soll. Wir möchten darauf hinweisen, daß die Zivilmufilerschaft jahrzehntelang durch das gewerbliche Mufizieren der Beamten auf das Empfindlichste geschädigt worden ist. Die Beamten waren stets Lohnbrücker, jederzeit bereit, bei Lohnkämpfen der Mu siker die Arbeitswilligen abzugeben. In der gegenwärtigen Zett schädigt der musizierende Beamte nicht nur den erwerbslosen Mufifer, er schädigt auch die Allgemeinheit, indem er die für die erwerbelosen Musiker zu zahlende städtische Erwerbslosenunterstützung höchstbeträchtlich vergrößert. Der größte Teil der ständig gewerb lich musizierenden Beamten hat nachweislich ein sehr gutes Ginfom men. Teuerungszulagen, Entschuldungssummen und Vergünstigun gen bei Bumeifung von billigen Nahrungsmitteln sind den Beamten, auch den musizierenden, reichlich zuteil geworden. Eine Schädigung
Boffen ist abermals von einem Großfeuer betroffen worden. Der Reichstarif in der Holzindustrie. Gegen 11 Uhr nachts tam dort wiederum im Mühlenlager ein Die große Tarifbewegung in der Holzindustrie geht nun ihrem Brand aus, der bei dem heitigen Winde schnell eine gewaltige Aus- Gnde entgegen. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen den dehnung erlangte. Bier große Militärbaracen standen plöblich in Bentralvorständen war auf Wunsch der Arbeitgeber ein Schieds- der Beamten durch das Verbot des gewerblichen Musizierens liegt Flammen. Als die Bossener Ortsfeuerwache an der ausgedehnten gericht beim Reichsarbeitsministerium zusammengetreten, um über nicht in dem Maße vor, daß ihre Eristenz gefährdet wäre, was aber Brandstätte erschien, war die Situation schon eine recht bedrohliche. Die strittige Arbeitszeit zu entscheiden. Der Schiedsspruch jederzeit durchaus von der Musikerschaft behauptet und nachgewiesen Es wurde deshalb noch die Berliner Feuerwehr um Hilfe ersucht, fiel im Sinne der Arbeiterforderungen aus und wurde, wie der wird, solange das Verbot des gewerblichen Mufizierens der Beamten deren 3. Automobilzug aber erst lange nach Mitternacht an der Vorwärts" im Morgenblatt vom 24. Juli berichtet hat, von den nicht bestand. Durch die von den Beamten aufgegebenen EngageBrandstelle anlam. Inzwischen waren zahlreiche Wehren aus Möl- Unternehmern abgelehnt. Was vorauszusehen war, ments baben viele Musiker eine Eristenz, in vielen Fällen überhaupt len, Wünsdorf . Schünow. Dabendorf, Glienice, Groß- Schulzendorf trat nun ein. Nachdem so die, zentralen Verhandlungen zum erst ein Ginfommen erhalten. Das von dem Reichsarbeitsministe usw. erschienen. Trotzdem tam noch in der Küche und einer fünften Scheitern gebracht waren, feste eine umfangreiche Streitt.rium erlassene Verbot hat nur segensreich gewirkt. Das Verhalten Barade nach Mitternacht Feuer aus das ebenfalls schnell um sich bewegung ein. Die Holzarbeiter versuchten an den einzelnen der Beamten, dieje Verordnung zu versuchen umzustoßen, ist ein griff. Während bei dem Brande der ersten vier Baraden eine Orten das zu erreichen, was sie durch zentrale Verhandlungen nicht zu billigender und nicht zu verstehender Angriff auf die Brandstiftung wegen der Ausdehnung nicht mehr einwand- nicht hatten erringen können. Eristenz vieler Berufsmusiker und ist in sozialer, sittlicher und wirt. frei festzustellen war, fonnte dies bei dem Küchenbrande und dem ber fünften Barade zweifellos mit Sicherheit ermittelt werden.
Vielfach tam es nun zu örtlichen Verhandlungen schaftlicher Beziehung nur zu berurteilen. 90 Prozent der Beamtenund Vereinbarungen, durch die Streits verhütet, zum Teil auch schaft muß mit dem vom Staate oder den Gemeinden bewilligten