Einzelbild herunterladen
 

Frage der Mietsteigerungen oder etwa bei der Frage der Kleinhausiedlungen antippen, es ist immer dasselbe Bild: Behörden arbeiten gegen Behörden.. Die Mieterschaft ist der leidtragende Dritte und der Hauswirt ist der profitierende Dritte.

war aber Hilferdings Versuch, die unflare Haltung der Un­abhängigen im Krieg zu rechtfertigen. Er jagte:

Schon vor dem Kriege hat Rußland aufgehört, der Hort der europäischen Reaktion zu sein, weil es die Revolution in sich trug. Das Land der wirklichen kapitalistischen und militaristischen Reat­

die wichtigste und beliebteste Art des Zeitvertreibes. Was ist mit deit Partei klubs geworden? Die Arbeiter besuchen sie fast nie mehr, und wenn sie schon mal bingeben, so nur, un dort zu rauchen die Klubs sind zu wahrhaftigen Ställen ge­

worden."

merkt nicht, daß er in wenigen Worten das Urteil über das Der Dorffommunist" ist doch zu amüsant, fürwahr! Er famose Sowjet- Regime spricht: der beste, pflichtbewußte Teil der Arbeiterschaft aus den Städten verjagt, ist die sozialistische" famose Sowjet- Regime spricht: der beste, pflichtbewußte Teil der Arbeiterschaft aus den Städten verjagt, ist die sozialistische" Regierung auf den Teil der ehemaligen Arbeiterklasse ange­deren Hauptarbeit das Kartenspielen ist! wiesen, der Parteiflubs in wahrhaftige Ställe verwandelt und

Dr. Oberfohrens Unwahrheiten.

Der deutschnationale Abgeordnete Dr. Oberföhren hat uns neulich mit einer Berichtigung auf Grund§ 11 des Preßge­setzes über seinen in Kiel vor Berufsfoldaten veranstalteten Auf­flärungsabend" behelligt und darin behauptet:

In der betreffenden Versammlung habe ich unter Vermei­dung jedes Eingehens auf politische Angelegenheiten einen sa c treffend des Offiziers- und Rapitulantenentschädigungsgesetzes lichen Bericht über die in Weimar erfolgten Beratungen be­gegeben. Erst die sozialdemokratischen Gegen­redner haben die Verhandlungen auf das politische Ge­biet gezerrt.

Gerade am Neichs just iz amt scheint der Haus- tion war Deutschland . Deshalb war die Parole, aus demo­bejiz noch immer feine bleibende Stübe' zu haben. trafischen Gründen gegen das zaristische Rußland zu kämpfen, eine Man kann sich dort mun einmal offenbar nicht von der bis- verlogene Parole. Ein großer deutscher Sieg hätte herigen Denkart, die in Hausbesitz eine besonders zu beeine Stärtung der Reattion in ganz Europa be­borzugende Iaise von besonders nüglichen Bürgern deutet. fah, los machen. Anders ist weder die Verordnung vom Auf der anderen Seite fagte Hilferding, der Frieden von 22. Juni 1919 betr. die mit Sammelheizung und Warm- Versailles sei eine Vergewaltigung der Völker, also ist wohl wasserversorgung verfehenen Häuser und deren späterhin er auch er ein Sieg der Neaktion. Der Unterschied zwischen uns folgte Auslegung zu erklären, noch die Ergänzung der und den Unabhängigen besteht nun darin, daß wir diesen Mieterichuzordnung von demselben Tage, welche vorsieht, daß Sieg der Reaktion, diese Vergewaltigung der Völker, wie sie die Mieteinigungsämter und die ganze Mieterschußgesch in Versailles erfolgte, für eine viel realere Gefahr gebung ab 31. Dezember 1920 zu verschwinden haben. gehalten haben als die blöden alldeutschen Phantasien. Wir Sollen die Unruhen in der Mieterschaft nicht auf die Spize erkannten, daß man im Kampf gegen die ganze Welt nicht getrieben werden, soll für die Massen, die gerade jest nach noch Eroberungen machen, sondern höchstens die Vergewal­Berlin strömen und die Wohnungsnot nicht nur gegenwärtig tigung des eigenen Volkes verhindern kann. Sie zu ver­verschärfen, sondern auch auf vorläufig nicht abiehbare 3eit hindern oder uns wenigstens nicht mitschuldig an ihr zu verlängern, einigermaßen gesorgt werden, dann muß zunächst machen, war das Ziel unserer Kriegspolitik. Aber auch dar­einmal diese Behördenschachtelung aufhören, die es jeder Beum hatten wir vor dem Sieg Deutschlands feine solche Angst, hörde ermöglicht, die Verantwortung von sich auf eine andere weil wir weniger Respekt vor der Reaktion und mehr 3u. abzuwälzen mit dem Resultat, daß letzten Endes nichts trauen zur beutschen Arbeiterflasie hatten als Jetzt veröffentlicht die deutschnationale Boft" unter einer Hez­Bositives geschieht. sie. Diese ewige Angit der Unabhängigen vor einem Sieg überschrift eine Darstellung über die Versammlung Dr. Ober= Man entschließe sich endlich, diefen des eigenen Volkes war unendlich kurzsichtig und schmächlich. fohrens, die ihr von maßgebender Seite" zugeht. In dieser Dar­bureau fratischen 3opfenergisch abzuschnei Seute legen die Unabhängigen großes Gewicht auf die rich- ftellung heißt es: rich- stellung den und das gesamte Wohnungswesen nebit tige Tatsache, daß nicht die Revolution den militärischen Zu- In Wirklichkeit hat Dr. Oberfohren das angefündigte Thema allem, was damit zusammenhängt, aber auch mit allen fammenbruch verursacht hat, sondern umgekehrt der militä Machtvollkommenheiten, die notwendig rische Zusammenbruch die Revolution. Sie wollen begreif find, um etwaige Entichlüsse durchzuje gen, licherweise nicht die Schuld am Frieden von Versailles tragen. ciner einzigen Bentralstelle zu übertragen, Dieie Schuld wollen wir auch nicht haben und wir sind im die dann unter eigener Verantwortlichkeit alle Maßnahmen, intereffe der Arbeiterbeweging froh, mit gutem Gewissen die gegenwärtig notwendig sind, nicht nur auf dem Papier bewilligt, sondern auch in die Praxis umzusetzen die Kraft hat. fagen zu fönnen, daß wir alles get in haben, um diesen Aus­Erst wenn eine solche Zentralstelle geschaffen sein wird, gang zu verhindern, daß alle Schuld an ihm die Reaktion mird es möglich sein, im Einvernehmen mit der Gesamtheit trägt. Dem Vortrag Hilferdings ging die Vorstandswahl vor der Groß- Berliner Gemeinden, das hoffentlich schon vor dem Zusammenschluß von Groß- Berlin in dieser Frage erzielt aus, bei der es eben nicht lieblich zugina, da man sich gegen feitig Schiebung bortvarf. Die Linfe blitte mit ihrem werden wird, fruchtbringende Arbeit zu leisten. Antrag, die Kandidaten auf ihre Stubenreinheit besonders zu Dr. jur. L. Holz. untersuchen, ab. Schließlich wurden Krause und Brühl zu Vorsitzenden gewählt.

Die Angst vor dem deutschen Sieg. In der gestrigen Generalversammlung der unabhän­gigen Bezirksorganisation für Berlin - Stadt hielt Silfer. ding einen Vortrag über die Internationale, in dem er feinen befannten Standpunft entwidelte. Uebergang zur britten Internationale sei folierung vom Westen und Aus Tieferung der U. S. P. D. an die Kommunisten, Verbleiben in der zweiten Internationale fei nur möglich, wenn die deutsche Sozialdemokratie aus ihr ausgeschlossen werde, wor­über der internationale Sangreß in Genf entscheiden müsse. Silferding weiß natürlich genau so gut wie wir, daß man die deutsche Sozialdemokratie in Genf nicht ausschließen wird, braucht aber diesen Trost für die Unenuvegten, die mit Sad und Bad nach Mosfau laufen wollen. Natürlich mußte Hilfer ding, um sein Ziel zu erreichen, auf die Sozialdemokratie schimpfen wie ein Kommunist. Er tat dabei die Aeußerung, die Sozialdemokratie habe gegen die Demokratie gefämpft, früher hätte sie von der Republik als von einer forrumpie renden Staatsform gesprochen, heute sei ihr die Republik das Höchste. Diese Aftade fann sich faum gegen men anders als gegen den verstorbenen Genossen Bebel richten und feine oft zitierten Aeußerungen über die Stcatsform. Das ganze Gerede Hilferdings läuft natürlich nur auf die be­fannte Tatsache heraus, daß wir als Sozialisten auch gegen die Schattenseiten der Republik nicht blind sind, aber natür­lich wollen wir nicht in die Monarchie zurück, sondern über die bloße Staatsform der Republik hinaus zur sozialen Gleichberechtigung aller Volfsgenossen. Am interessantesten

Die Hexe von Schlagenthien.

Wie verbringen die russischen Arbeiter ihre Zeit?

"

Das Offiziers- und Kapitulantementschädigungsgajez" in völlig fachlicher Weise behandelt, daß er eine Uebersicht über den Gang der Verhandlungen in Weimar und über den Inhalt des Gesetzes gab. Von der Regierung ist in der ganzen Rede mit keinemt Wort die Rede geresen; eine kritische Beleuchtung hat nur das Verhalten der Mehrheitsparteien, namentlich der Sozialdemo­tratie, gefunden.

#

Aus dieser Darstellung des deutschnationalen Blaties geht flar hervor, daß Dr. Oberfahrens Rede einen stark politischen Anstrich hatte, er hat also in seiner Berichtigung die unwahrheit ge­jagt. Im übrigen ist die schlaure Underscheidung, daß sich seine Angriffe nicht gegen die Regierung, sondern gegen die Mittelparteien gerichtet hätten, ein durchsichtiger Trid. So viel wissen heutzutage die Solbaten, daß die Regierung aus Män. nern der Mittelparteien besteht und ihr politischer In­ftinft jagt ihnen sehr richtig, daß ein deutschynationaler Redner, der auf die Mittelparteien schlägt, die je tige Regierung und die Republif meint. Auf alle Fälle steht fest, daß Herr Dr. Oberfohren seine politischen Aufklärungsabende" zu politi­scher Propaganda im Heere und den Berichtigungspara graphen des Preßgejebes zur Verbreitung von Unwahr­heiten mißbraucht hat.

"

Der Seemannsstreik.

Ohne Zweifel, schreibt uns ein russischer Genoise, eine sehr interessante Frage! Wie gestalten die in den Städten noch verbleibenden Arbeiter der sozialistischen Sowjet- Republik" ihr Leben, was tun fie, was treiben jie? Das muß doch ein wundervoll durchgeistigtes Leben sein,( Gigener Drahtbericht des Vorwärts".) burchträuft von Arbeit und Streben im Geifte und Interesse Hamburg , 29. September. In Brake haben die Hochfeefischer des Sozialismus, der Höher- und Weiterentwicklung. So denkt beichloffen, fofort wieder in See zu gehen. In Nordenham sich wohl jeder, der trotz aller verbürgten Schilderungen über das wird der Betrieb gleichfalls im vollen Umfange wieder auf. sozialistische" Reich im Osten und ungeachtet der feitstehenden genommen. Tatsache, daß die übergroße Mehrheit des wirklich arbeitenden ruffischen Proletariats den Städten den Rüden gefehrt Eine französische Bitte. Die franzöfifche Regierung ist hat im Grunde feines Herzens den Glauben an das Märchen an die deutsche Regierung mit der Bitte berangetreten, ihr für die aus dem Sowjet- Land nicht preisgeben kann. Es ist furchtbar trages gelieferten Dampfpflüge Lehrperfonal zur von Deutschland auf Grund des Waffenstillstandsver­traurig, daß das in diesem instinktiven Gefühl zum Ausdrud Einarbeitung französischer Dampfpflugführer zur Verfügung zu fommende tiefe Sehnen der Millionen von Arbeitern nach stellen. dem Sozalismus so schnöde enttäuscht wird, aber die Benötigt werden zunächst etwa 35 Mann, die in Soissons Schuld dafür tragen die gewissenlosen Demagogen. Kein unter einem Bertreter der deutschen Waffenstillstandskommission ge­geringerer als der Dorftommunist"( Derewensti ichlossen arbeiten follen. Stommunist"), das für das Land bestimmte Blatt der am Staatsruder stehenden kommunistischen ( bolschewistischen) Partei Rußlands , stößt den folgenden Stoßseufzer aus:

P

Für völlige Bewegungsfreiheit, gute Behandlung und Schut gegen jegliche Belästigung hat die französische Regierung alle Ga rantien übernommen. Tagelohn bei freier Wohnung und freier Verpflegung 20 französische Frank gleich, heute etwa 60 Mark. Dauer der Ver wendung mindestens zwei Monate. Eintritt fofort. Gesuche find zu richten an die Waffenstiftandskommission, Abtl. IV, Berlin ,

Entgegen der Formel: 8 Stunden für Arbeit, 8 Stunden zur Erholung und 8 Stunden zum Schlafen" wird jezt nur 6 Stunden gearbeitet, 8 Stunden geschlafen und 10 Stunden Karten gespielt. Kartenspielen und Nichtstun das ist Budapester Str. 14.

-

Also auf ganzer

die er in seiner kurzen Münchener Studienzeit im Hause seines Schlosses sich in alle Winde zerstreuen lassen. Quartiergebers, des Tischlers Schwarz miterlebte, gab ihm An- Linie Raub am allgemeinen deutschen Boltsgut! regungen, aus denen dann ein paar Jahre später 1845 in Paris Die Tagung der Goethegesellschaft, die gestern in' Weimar das Drama wuchs. In Vielem berührt es jetzt befreiend. Der stattfand, stand im Zeichen des Reformkampfs. Für diesmal miß­Schlagenthien? Ein Dorf, in dem es Butter und Eier gibt, aus dem man aber nichts holen kann, denn die Bauern dort sind spätere Naturalismus hat einen im Detail fich der Wirklichkeit lantg aber der Versuch, die aristokratisierte Zeitung durch eine bart. Ein Dorf, 80 Kilometer vom Weichbild der Stadt Berlin enger anpassenden Darstellungsstil entwickelt und heute unter to andere zu ersetzen, durch welche die Gesellschaft besser mit der völlig veränderten Verhältnissen wird man den Meister Anton geistigen Kultur Deutschlands in Zusammenhang gebracht werden entfernt und Ort der Handlung für folgende Geschichte: Der Brudersohn einer 50 Jahre alten Bauernfrau bezichtigt schwerlich, so wie ihn Hebbel dachte, als typische Verförperung eines würde. Der Vorschlag Heinrich Brauns , der Gerhart Hauptmann feine Tante der Hegerei. Er war Krieger und ist Invalide ge­Standes gelten lassen wollen. Doch darum bleibt die Figur in an die Spike eines aus allen Zweigen von Kunst und Wissenschaft gebildeten Borstandes sehen wollte, wurde abgelehnt. Erreicht worden, aber nicht geistig. Seine Mutter ist tuber fulös und sie ihrem urwüchtigen Ehrbarkeitsfanatismus, dieser erbarmungslos wurde nur die Erhöhung der Zahl der Vorstandsmitglieder auf tuberkulös sei das geworden, so sagt der junge Mann, weil die Tante einst eigenwillige Puritaner, dem äußere bürgerliche Korrektheit höher fünfzehn Personen. Dem mußte der bisherige, jest wieder alz das Leben steht er, der die eigene Tochter durch Drohun- gewählte Borstand selbst zustimmen. Es bleibt also für diesmal durch eine Beigabe zu den Federn das Brautbett verhert habe. Man hat auch schon das Stapffiffen aufgetrennt und wirklich gen, er würde ihre Schande" mit dem Tode büßen, zum Selbst noch dabei, daß nicht die Generalversammlung, sondern der Vor­mord treibt doch eine der wuchtig eindringlichsten Charakter- stand den Vorsißenden der Gesellschaft wählt, und nach wie vor ein Herenstück darin gefunden: nämlich einen Nickelgroschen. mit war die Here in den Augen ihrer Angehörigen überführt und gestalten, die in dramatischem Rahmen je geschaffen wurden. bleiben die Mitglieder, die nicht zur Generalversammlung nach Nerb und Muskeln seiner Wesensart sind mit unnachahmlich Weimar reisen, von dem Recht ausgeschlossen, an den Beschlüssen wie im feligen Mittelalter dringend eine Demotratifierung der Gesellschaft nötig. Hochzeit vor 28 Jahren stattfand, daß die Frau schon zehn Jahre ſicherer Kunst herausgemeißelt. Von ihm und durch ihn lebt das dieser Tagung bestimmend mitzuwirken. In diesem Puntte ist ganze Stüd. Aber eben darum stellt das Werf, wenn das. Eigenste lang frant ist mnd daß der Groschen die Jahreszahl 1914 trägt. Musikalische Hauskomödie. desselben lebendig werden soll, auch an den Darsteller des Anton Im stimmungsvollen Meistersaal Also, die Tante ist eine Here. Sie hat auch schon manches höchste Forderungen. Herrn Giller, der sich verständnisvoll Stud Wich verhert. Niemand aus der schwer betroffenen Familie bemühte, fehlte von anderem abgesehen, schon in der Erscheinung bätte je jo etwas gedacht und man wäre der bösen Here nie auf die Spur gekommen, wenn nicht der Herenaffe von einer guten ganz das Gepräge knorrigen Handwerkertums, das von dem Bilde unabtrennbar ist. So fonnte sich die innere Spann­Here aus Rathenow , die einst ein verbertes Stalb besprach, auf die fraft des Stückes nicht frei entfalten. Aus der sonstigen Be­Bösartigkeit seiner Tante aufmerfiam gemacht worden wäre. segung ragte Leonore Ghns schlicht natürliche sympathische Klara hervor. Conrad Schmidt .

niemand stieß sich daran

-

Das

-, daß die

Nicht jeder Einwohner von Schlagenthien glaubt an Heren; etliche aber sind doch da, die sagen, wenn die eigene Familie davon spreche, mijie doch etwas wahr sein an der Geschichte.

"

läßt jest Gris Fischer ſeine meist heiter gerichteten einfachen Singspielen oder Opern erster klassischer Komponisten wieder auf. Szenen mit ihren Arien und Weisen aus längst verschollenen leben. Nichts da von dekorativen Theaterbehelfen. Auf dem Bodium unverbaut das einzige sinfonische Instrument: ein Flügel, etwa noch ein Tischchen nebit zwei, drei biedermeierschen Sitzgelegenheiten und das Spiel hebt an. Man gerät gleich mit Haydn 3 Teebrett"- Musit in wohligen Kontakt. Sehr glüdlich hat Fischer eine schalf­hafte Handlung und ein erst vor fünf Jahren aufgefundenes, bis her unbekanntes Zied von Mozart gewoben und so in würdiges Der Galerieperkauf des Oldenburger Großherzogs. Der Groß- Art den Manen des unsterblichen Meisters gehuldigt. Derber, Die Here" hat mir mit Tränen in den Augen ihre Geschichte herzog von Oldenburg hat, wie uns von dort mitgeteilt wird, nur grotestfomisch im besten Sinne des Wortes, nimmt sich eine im erzählt. Ich glaube gerne, daß sie nicht heren fann, aber, so jagt ein Drittel seiner Galerie nach Holland verkauft, von wo er Berliner Jargon gehaltene Dialogizene: Roman in der Waschküche" inzwischen schon nach Amerika verfrachtet worden sein soll. Aller- aus. Und die Musif aus fomischen Opern des alten Ditter? fie, in Schlagen hien glaube man das nicht. Weiß jemand, wie Sings ist es der wertvollste Teil seiner 300 Bilder, die aus von Dittersdorf erweist sich vollkommen lebensfähig, zum min­das arme Mütterlein aus ihrer Bedrängnis erlöst werden kann. Tändischen Meister, voran die fünf Rembrandts, ein Rubens, besten ebenbürtig der modernen Operette. Hier begegnet uns zudent ese sie sich selbst aus Verzweiflung einen Strid um den Hale legt? Staliener wie Moroni und Boltraffio . 200 Bilder bleiben in in late Jache als Waschfrau eine Komiferin von verblüffender E. F. Oldenburg , darunter die altdeutschen Bilder von Schongauer, Charakterisierungsfraft und Berivandlungsfähigkeit. Sie hat alles, Cranach , vom Meister des Hausbuchs. Das formale Recht des was von Herzen lachen kann, für sich und heimst jubelnden Beifall Kleines Schauspielhaus. Die vom sozialdemokratischen Be- Großherzogs zu dem Verkauf war leider nicht fraglich. Ganz und ein. Der Raum war vollbesetzt. Und so wird es wohl bleiben. ek. zirts- Bildungsausschuß Groß- Berlin im Einne einer Ausbreitung gar nicht fraglich aber ist, daß dieser Fürst das moralische Recht nicht besaß. der Bolfsbühnenbewegung für die laufende Spielzeit geplanten Borstellungen begannen diesen Sonntagnachmittag mit einer Auf­führung von ebbels Maria Magdalena in dem der Altmannschen Direktion angegliederten Charlottenburger Kleinen Schauspielhaus. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgten die zu schauer, den Naum bis zu dem letzten Blak füllend, dem düsteren Schidfalsgang der Scobelschen Tragödie, die nach des Dichters Intentionen zugleich gewisse typische ,,, aus der Enge und der ichredlichen Gebundenheit" fleinbürgerlichen Lebens sich ergeben. den Tendenzen wiederspiegeln soll. Eine Familienkatastrophe,

Die Bilder waren als Privateigentum anerkannt, und ihr Uebergang in Staatstefiz war Gegenstand langer Verhandlungen mit dem Landtag. Ein Vertrag war zustandegekommen, wonach der Großherzog für leberlassung der Bilder eine Rente von 150 000 M. beziehen sollte. Nach seinem Tode sollte sie das Band für 5 Mil lionen Mark erperben fönnen. Im letzten Augenblic bor der Unterschrift trat der Großherzog blößlich zurüd. Es scheint, day er noch einmal dem Bolte seine absolutistischen Zähne zeigen wollte, und was sich da entblößte, war ein sehr effes Gebiß. Der Großherzog hatte schon seine wertvolle Bibliothet an einen Antiquar nach Osnabrüd verkauft und die Einrichtung seines

Ein Gefehentwurf für Architektenkammern. Das nächste Riel bes jett

in Sildesheim als Deutsche Architektenschaft umgestalteten bisherigen Bundes deutscher Architekten ist die Borlage eines Gefeßentwurfes für eine Architektenfammmer auf Grund der neuen Reichsverfassung. Die Stammer ist der Bauwelt zufolge als Zwangsverband gedacht auf öffentlich- rechtlicher Grundlage mit erheblichen Rechten und Pflichten so­wohl gegenüber den Mitgliedern wie gegenüber der Oeffentlichkeit.

"

Mufit. In der Gebächtnistirche am 800 findet am 4. Ot

tober ein Abendkonzert für Tenor und Bioliniolo, Orgel, awei Sarfen

und großes Orchester statt. Minvirkende Alfred Golz( Tenor). Fris Seitmann( Orgel), Nitolaus Bambinon( Bioline) und das Blüthner­Orchester. Dirigent Carl Güssel