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Nr.579.36.Jahrg.

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Vorwärts

Berliner Volksblatt

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Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands

Redaktion und Expedition: SW. 68, Lindenstr. 3.

kernivrecher: Amt Morisplas, Nr. 15190-15197.

Mittwoch, den 12. November 1919.

Vorwärts- Verlag G.m. b. H., SW. 68, Lindenstr. 3. Ferniprecher: Amt Moritplay, Nr. 117 33-34.

Wie es kommen mußte.

Der Metallarbeiterstreik.

zur Seite stellen mußte. Aber das Unglück diefer Bewegung| Wochen andauerte, und die Beteiligten einen Rohnverlust in war: furze Zeit vorher hatten die Unabhängigen und Höhe von 70 bis 90 Millionen Mark erlitten hatten, trug die

den Streit votieren!

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Der Streit in der Berliner Metallindustrie ist nunmehr tom munisten sich der Organisationsleitung Streifleitung der sich bemerkbar machenden Streifmüdigkeit endgültig beigelegt. Die Urabstimmung ist für Streitbeendi- bemächtigt. Sie batten sich in den Sattel geschwungen, nicht Rechnung. Den Streifenden blieben auch über die Ver­gung ausgefallen, und die zur Leitung des Streifs berufene und nun sollten und mußten fie reiten, ohne auch nur die handlungen hinaus die Fabriktore verschlossen. Vor dem Fünfzehner- Kommission fordert die Berufskollegen auf, wieder Anfangsstadien dieser Kunst begriffen zu baben. Sie Schiedsgericht wurde die materiellen Forderungen zwar ge­ihre früheren Arbeitspläge einzunehmen. Damit hat eine Be- mußten reiten, denn die, die ihnen den Steigbügel ge- regelt, der Streif aber ging von Woche zu Woche weiter, weil wegung ihr Ende erreicht, die weit über den Rahmen der be- halten hatten, wollten Taten sehen, die nicht auf keine Formel gefunden wurde, eine Einigung auch über die ftreiften Industrie ihre Wellen schlug; ein Streif, der nach dem Gebiete des Verhandelns lagen. Die Rusch, To st Wiedereinstellung der Streikenden herbeizuführen, trotzdem unferer Meinung unnötig war und dessen Führung schwere und Richard Müller wären der Läherlichkeit verfallen, das möglich und nötig war. Fehler aufzuweisen hatte. hätten sie auch nichts anderes getan, als die von ihnen in Und nun holten die Strategen der Unabhängigen und Grund und Boden verdonnerte Wie lagen die Dinge, die zu dem über acht Wochen an­,, beraltete Gewerfichafts- Kommúnisten im Bunde mit der Streifleitung zu dem dauernden Kampie führten? Die Berliner Metallarbeiter methode" zu tun in der Lage war. Sie mußten für Schlage aus, der nach ihrer Meinung den gewerkschaftlichen kündigten Ende Juni die bis dahin geltenden Stollektivverträge für Konflikt und nicht nur diesen zum siegreichen Ende die in der Industrie tätigen Arbeiter. Nach langwierigen Dazu kommt noch ein anderes. Die Leiter der Be- führen sollte. Man blies zum politischen Gene­Verhandlungen, die am 13. August ihren Abschluß fanden, wegung und nicht nur diese haben seit Beginn der Revolu- ral streik! Um der Propanganda für diesen Generalstreif wurde ein Schiedsspruch gefällt, der in fünf Lohntion verschiedene erfolgreiche politische Streits miterlebt und einen politischen nach den eigenen Worten des Unterzeich gruppen Stundenlöhne von 3 M. in der ersten und waren bei vielen davon sehr aktiv tätig. Ihrer ganzen Jdeo- ners des Aufrufs die Wege zu bahnen, mußten zunächst 2,40 W. in der fünften Gruppe vorsah. Zu diesen Grund- logie nach glauben, sie, daß es nur des Willens des etwa 35 000 noch in Arbeit stehende Metallarbeiter in den Löhnen waren noch drei Zuschläge von je 10 f. für revolutionären Proletariats" bedürfe, den Gegner auf die Sympathiestreif eintreten. Wie dieser von unfähigen Leitern alle fünf Gruppen vorgesehen. Im Schiedsspruch wurde nie zu zwingen. Aber der Revolution Maienblüte ist ver- und skrupellosen politischen Drahtziehern gewissenlos insze­außerdem ausdrücklich festgelegt, daß bisher bestehende flogen, es ist Alltag geworden. Erst durch den Ausgang des nierte Generalstreit zusammenbrach, zusammbrech n bessere Löhne nicht verschlechtert werden dürsten Streits mußten die Führer belehrt werden, daß auch die un- mußte, ehe er zur Wirklichkeit wurde, ist noch in aller Gr­und von dem Abbau der Spigenlöhne zurzeit abhängigen Bäume nicht in den Himmel wachsen, daß bei innerung. Aber in den nächsten Monaten erst werden in abgesehen werden sollte. Die Organisationsleitung abgefehen werden sollte. Die Organisationsleitung aller Kampfesfreudigkeit der Arbeiter die Organisationsleitung vollem Umfange die schweren Verheerungen erkennbar wer­der Metallarbeiter lehnte den Sprud) ab, da der vorge- im Interesse der Arbeiter in 99 von 100 Fällen buffer fährt, den, die dem Metallarbeiterverbande durch die demagogische der Metallarbeiter lehnte den Spruch ab, da der vorgewenn des". schlagene Einstellungslohn eine Verschlechterung gegenüber der wenn sie durch Verhandlungen offenliegende Konflitte und nur auf die Person berechnete Führung des de jezt vorhandenen Entlohnung bedeutet". Die Freiheit" mit zu überbrüden und auszugleichen fucht. endeten Streifs zugefügt worden sind. ihren engen Beziehungen zu den U. S. P. Führern in der Und nun zur Bewegung selbst! Die beim Streifbeginn Tener erfauft sind die Lehren, die die Arbeiter aus diesem Metallarbeiterbewegung, unterstrich diese Anschauung ent- eingeschlagene Taftit erscheint sehr anfechtbar. Man entschloß Strel zu zieben haben. Sie zeigen einmal, daß im wirtschaft­fprechend. In der ihr eigenen Art schrieb sie in ihrer Nummer fich im Gegensatz zu früher nicht dazu, den ganzen Betrieblichen Stampf zunächst alle Mittel erschöpft sein müssen, ehe zur 388, A 212 vom 15. August 1919: zu bestreifen, sondern beschränkte sich darauf, für die Pro- letzten Waffe, der des Streits, gegriffen werden kann, und Rann noch jemand im Zweifel sein, wohin die Unternehmer duktion des Betriebes wichtige Arbeitergruppen zum andern daß radikale Phrasen und großsprecherisches Stann noch jemand im Zweifel fein, wohin die Unternehmer her a uszuziehen und dadurch den gesamten Betrieb Draufgängertum burchaus noch nicht die Gewähr für eine steuern? Die Arbeiter sollen au willenlofen Lohn iflaben degradiert werden, damit der Kapita ismus im lahmzulegen. Offen wollen wir die Frage lassen, ob viel wirfiame Anwendung dieser Iekten Waffe bieten. Daß diese neuen Deutichland feine Aurerstehung feiern fann. Dazu fann Staat und Gemeinde, nämlich auf die Erwerbslosenfüriorge mächtigen wird, dafür helfen die unabhängigen Gewerkschafts­neuen Deutichland" feine Auverstehung feiern fann. Dazu fann leicht der Gedanke mitspielte, einen Teil der Streitkosten auf Erkenntnis sich immer weiterer Streise der Arbeiterschaft be­und darf die Arbeiterichait n cht schweigen; fie muß bereit sein, abzuwälzen. Das Bedenkliche einer solchen Taftit aber ist, strategen felber am besten Sorge tragen. Das Hinein. fich dagegen mit allen Mitteln zu wehren." An einer anderen Stelle des Artikels heißt es in wunder. daß durch dieselbe ein gewiffer 8 wiespalt in tragen parteipolitischer Tendenzen in die die Reihen der Beteiligten getragen wurde. Und das Gewerkschaftsbewegung, wie sie jetzt wieder augenfällig und barer Vorausahnung des Kommenden: Die gesamte Berliner Arbeiterschaft kennt den Ernft der u einer Zeit, wo engste Geschlossenheit Vorbedingung strupellos auf dem Metallarbeiterverbandstage in Stuttgart Abschluß erfolgreichen Lage und verfolgt die Vorgänge innerhalb der Metallindustrie ohne Zusammenhang mit dieser Taktif ist das nicht zu Nicht ganz betrieben wurde, sind sprechende Beweise dafür. fehr aufmertiam. Soweit wir unterrichtet sind, dürfte sich leugnende Wiederer starken dergelben Bewegung der Kampf nicht auf die Metallindustrie be in der Metallindustrie. Man stellte an die neugewonnenen iranten. Große, für das Wirtschaftsleben lebenswichtige Mitglieder, noch ebe sie zu wirklichen Mitkämpfern inner­Gruppen tragen sich schon jetzt mit dem Gedanken einer solidarischen halb der Arbeiterbewegung erzogen werden konnten, starte Handlung. Man hört allenthalben, daß die Kohlenproduktion sich erfreulich folidarische Anforderungen, denen sie zum Teil nicht ge- vermehrt. Man hat den Personenverkehr auf ein Minimum be­Also schon damals spielte die gut unterrichtete Freiheit" wachsen waren, weil sie sich durch die von ihnen nicht schränkt, um alle Sträfte freizubekommen, rascher die Kohlen von mit dem Gedanken der Stillegung lebenswichtiger Betriebe. gewollte Stillegung der Betriebe in ihren materiellen den Gruben nach den Bestimmungsplätzen zu fahren. Dennoch Aber dazu sollte es erst später fommen. Zunächst wurden Interessen schwer geschädigt fühlten. Ist es doch ein offenes häufen sich die Alarmrufe von gesteigerter Kohlennot. durch den Reichsarbeitsminister Schlice weitere Verhand- Geheimnis, daß in den letzten Wochen beispielsweise bei Lungen angebahnt. Am 21. Auguſt bereits wurde ein Siemens die gelbe Organisation neu auf­Hier stimmt etwas nicht. neuer Schiedsspruch gefällt, der auf Wunsch der blüht. Und der Generalsekretär des Deutschen Arbeiter- daß er ihm nicht genügend Wagen stelle und der Eisenbahnminister Der Reichskohlenkommissar flagt den Eisenbahnminister an, Arbeiter auch auf die weiblichen und jugendlichen Arbeiter bundes Geißler fonnte auf der Tagung der Deutschen fagt, daß er Wagen nur stellen könne, wenn er Stohlen bekäme. der Industrie ausgedehnt wurde. Auch während dieser Ver- Voltspartei in Leipzig dieser Tage triumphierend darauf Der eine will die Kohlenlieferung von dem Umfang der Wagen­handlungen verstand es die Freiheit", den ihr scheinbar recht hinweisen, daß der freideutsche Arbeiterbund, wie sich die stellung abhängig machen und der andere droht, zur Selbsthilfe zu sympathischen Streit mit allen Mitteln zu fördern. In ihrer Berliner wirtschaftsfriedliche" Organisation nennt, durch den greifen und sich die für den Verkehr notwendigen Kohlen einfach Morgenausgabe vom 20. August stellte sie beispielsweise die Streit starten Zuwachs erhalten hat und weiter Behauptung auf, daß das Reichsarbeitsministerium anscheinend erhält. die Pläne der Unternehmer fördere, und schrieb dann weiter: Nicht weniger unflug abgesehen von allem anderen- war auch die versuchte Stillegung der Indessen steigt die Kohlennot im Lande von Tag zu Tag. Die Troydem die Metallarbeiter wiederholt ganz energiich im wichtigen Betriebe. Ein solcher Riefenstreit istidstoffproduktion, die wir zur Erhöhung der landwirt­Reichsarbeitsamt auf Berhandlungen gedrängt haben, find solche dann aussichtsreich, wenn er auch getragen ist von der Sym- schaftlichen Erzeugung unbedingt notwendig haben, und die der bis heute noch nicht angefest worden. Es hat den An- pathie der Bevölkerung. Das Gegenteil haben wir zum Bei- Kernpunkt unserer schwierigen Nahrungsmittelversorgung ist, liegt ſchein, als ob das Reichsarbeitsamt so lange warten will, bis es spiel beim Verkehrsstreit im Juli d. J. gesehen. Die Lahm aus Mangel an Kohlen darnieder. Kalt und Kali, die uns zum Streit gekommen ist; dann hätte der Vorwärts" wieder legung lebenswichtiger Betriebe greift aber so start in die bei reichlicher Anwendung in der Landwirtschaft eine ungeheure Grund. über die Streitlust der Metallarbeiter zu wettern". persönlichen Intereffen der gesamten Bevölkerung ein, Menge von Nahrungsmitteln mehr verschaffen könnten, find nicht Und das ausgerechnet einen Tag vor der Fällung des daß die solidarischen Interessen zweifelsohne darunter zu haben, weil die Werke keine Rohlen haben. 125 Kaligruben Schiedsspruches. Der Spruch brachte einige kleine Verbesse- leiden müssen. Es ist nicht das Verdienst der Streifleitung, stehen in Deutschland bereits still und es ist zu befürchten, daß ihre rungen für die Arbeiter und wurde von beiden Parteien für daß das nicht ganz zur Auswirkung tam. Die oben wieder Bahl noch erhöht wird, weil sie im kommenden Monat nur mit bindend erklärt. Bei der späteren Eingruppierung in die gegebene Drohung der Freiheit", daß alle Mittel angewendet zinem Biertel der zugesagten Kohlenmengen beliefert werden einzelnen Lohntlassen tam es dann zum Stonflitt. Es wurde würden in der Folge auch Vahmlegung von Gas und Baffer lönnen. Die Papierprobuftion legt darnieber, weil es an von der Organisationsleitung des Verbandes die Behauptung ist leblich daran gescheitert, weil die Führer erkannten, daß Brennstoff fehlt. Die notwendigen Baustoffe können nicht erzeugt ausgestellt, daß dabei die Löhne ganz bedeutend herabgedrückt keine Regierungsgewalt tatenlos zusehen darf, wenn die werden, weil Kohlen fehlen. Die Zentralheizungen werben worden seien, die Freiheit" schrieb fogar von einer Ber wichtigsten Lebensnotwendigkeiten der Gesamtheit gefährdet bald außer Betrieb gesetzt werden müssen, weil Kohlen fehlen. fchlechterung bis zu 50 Prozent. Die Unternehmer werden durch rücksichtsloseste Vertretung persönlicher Inter- Biele Wohnungen starren vor Frost und die Haushaltungen sind dagegen erklärten wiederholt, daß sie entsprechend dem Schieds- essen. noch lange nicht alle mit Kohlen versorgt.

zu

zu einem

war.

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spruce vom 21. August durchaus nicht die Absicht hätten, be- Da die Spekulation auf die Stillegung lebenswichtiger stehende Löhne herabzuiegen. Diese neuen Differenzen Betriebe, die in der Rechnung der Streitleitung offenbar einen führten dann schließlich zum Streit. gewichtigten Fattor spielte, fich als undurchführbar heraus Wir hatten damals und haben auch noch heute den Gin- ftellte, tam man zum Ausgangspunkt zurüd, nämlich zu druck, daß die durch den Streit erreichten Ziele erlangt Verhandlungen. merden tonnten, ohne daß auch nur ein Arbeiter den Schraub- Jezt freilich lagen die Verhältnisse für die Arbeiter me­ftod verlassen brauchte, ein einziger Heizer die Kohlenfchippe sentlich ungünstiger. Trotzdem der Streif bereits sechs

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Das Kohlenelend.

wegzunehmen. Auch hier stimmt etwas nicht.

Die Industrie leidet aufs schytnerste, weil Kohlen fehlen. Des ganze Wirtschaftsleben ist in äußerster Gefahr, weil Nohlen fehlen. Die Kartoffeln liegen zu einem Teil noch in den Nedern und find in Gefahr restlos au verderben, wenn nicht die Kartoffeltrodnereien die Teicht beschädigten Kartof fein trocknen fönnen und wenn nicht die Spiritusbrenne­reien wenigstens die für die Fleisch. Fett und Milchversorgung