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Das Friedmannsche Tuberkulose­heilmittel.

Auf der Tagesordnung der Landesversammlung vom Donners­tag steht zunächst die förmliche Anfrage Bradmann( D.- Hannov.) über das

Friedmannsche Tuberkuloseheilmittel.

des Magistrats Berlin auf Uebernahme der Sitten polizei in die städtische Verwaltung.

Weyl( U.Soz.): Wir wollen ein praktisches Beispiel über die Möglichkeit der Ersehung der Sittenpolizei geben.

Die Bittschrift wird der Regierung zur Berücksichtigung über­wiesen. Dann vertagt sich das Haus auf Freitag 1 Uhr: Sleine Anfragen. Weiterberatung. Schluß 6 Uhr.

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bas Reichspostministerium daher der Meinung ist, daß auch hier etwas zugunsten der letzteren geschehen müsse.

Die durch die Notiz erweďte Meinung, daß die Lage der Be amten unberücksichtigt bleiben soll, ist demzufolge nicht zutreffend. In diesem Zusammenhange ist das Reichspostministerium be reit, Verbesserungen der Einkommensverhältnisse der einzelnen Be­rufsgruppen zuzustimmen, und ist dies den Vertretern des Zentral­verbandes sowohl mündlich und auf Wunsch jogar idrifte

Der Staatshaushaltsausschuß der Preußischen Landesverfammlich erflärt worden. lung gab u. a. auch einem Antrage seine Zustimmung, daß im nächsten Staatshaushalt die Stellen der Hilfsunterbeamten an den Universitäten und technischen Hochschulen in planmäßige Unter­beamtenstellen umgewandelt werden mögen.

Gewerkschaftsbewegung

Die Musiker gegen die verschärfte Kohlenverordnung.

Die Regierung ist zur fofortigen Beantwortung der Anfrage bereit, Bradmaun führt zur Begründung aus: Das Friedmanniche Heilmittel hat sich hervorragend bewährt. Das wird von erfien Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Musikerverbandes Autoritäten bestätigt. In den meisten Fällen ist eine einmalige nahm in ihrer legten Sigung Stellung gegen die auf den gesamten Injektion für die Heilung ausreichend geweien. Bei der ungebeuren Musikerberuf ruinös wirkende Verordnung des Kohlenverbandes Berbreitung der Tuberkulose fann dieses Mittel ungezählten Groß- Berlin über die Herabsetzung der Polizeistunde auf 10 Uhr. Tausenden das Leben retten. Die vielen Millionen, die Diese Verordnung sei getroffen worden, ohne die direkt daran Be­jezt für Heilstätten ausgeworfen werden, können gespart werden. teiligten vorher zu hören. Es wurde betont, daß die Luftbarkeits­Ministerialdirektor Gottstein: Die Medizinalverwaltung steht dem stener, die Verkehrssperre, die Herabiesung der Polizeistunde, wie Friedmannschen Verfahren ohne Boreingenommenheit Ein internationaler Holzarbeiterkongreß. überhaupt alle diese Verordnungen und Verfügungen rüdsichtslos gegenüber, muß aber Vorsicht beobachten. Das Ministerium ist über­die Existenzmöglichkeiten der Musiker untergraben. Hinzu komme Einem Ersuchen des Sekretärs der Internationalen Union der noch die strupellose Konkurrenz der Beamtenmusifer, die trotz aller zeugt, daß ein sicheres Urteil über das Mittel auf Grund der vor­liegenden Untersuchungsergebnisse und fachmännischen Auskünfte Holzarbeiter, Theodor Leipart , folgend, bat der Vorsitzende des ministeriellen Berbote lustig weiter blühe. Auch bezüglich der Aus­noch nicht abgegeben werden fann. Friedmann Riederländischen Möbelarbeiterverbandes eine internationale Kon- weisung von Musikern, die vor dem 1. August 1914 nicht in Berlin erfchwert selbst die Prüfung seines Mittels, denn er behält sich ferenz der Holzarbeiter auf den 8. Dezember nach Amsterdam be- ansässig waren, steht der Berliner Musiker abseits der Verordnung jogar die Auswahl der Batienten vor. Ein Angebot, nach rufen. Auf eine voraufgegangene Umfrage sind Zustimmungser des Demobilmachungskommissars. Die Berliner Musiker fordern dem er eine Krantenabteilung in der Zungenbeilstätte Beelitz überflärungen eingegangen aus Belgien , Dänemark , Deutschland , Eng. die Regierung auf, die gegenwärtige Stohlenfalamität zu heben, nehmen sollte, hat er abgelehnt. Schwierigkeiten werden Friedmann nicht gemacht. Seine Zuficherung, daß sein Heil- land, Frankreich , Holland , Norwegen , Desterreich und Saweden. ohne bestimmte Berufe besonders darunter leiden zu lassen. Die verfahren die Tuberkulose aus rotten tönnte, ist ab toe gig. Auch aus Argentinien ist eine Delegation angemeldet. Voraus- Musiker erwarten, daß die Verordnung der Kohlenstelle schnellstens wieder rückgängig gemacht wird. Solche Zusagen find auch für die Bekämpfung anderer Seuchen ge- fichtlich werden noch weitere Länder auf der Konferenz vertreten macht worden und haben sich niemals bewahrheitet. Das fein. Der Deutsche Holzarbeiterverband wird fünf Delegierte ent­Mittel wird weiter borurteilstos geprüft werden. senden, darunter auch Theodor Leipart , der auch nach der Ueber­nahme des Amtes als württembergischer Arbeitsminister die Funk­tion des internationalen Sekretärs beibehalten hat.

Gräf Frankfurt( Soz.): Die Eindämmung der Tuberkulose ist ohne ausreichende Ernährung nicht möglich. Wenn man die fchredlichen Zahlen über ihre Ausdehnung infolge des Krieges lieſt, tommt man zu dem Ergebnis, daß zur Belämpfung dieser tüdischen Seuche

unbedingt etwas geschehen muß.

Mit Genugtuung stellen wir fest, daß die Regierung dem Mitter Mit Genugtuung stellen wir fest, daß die Regierung dem Mittel borsichtig gegenübersteht und das mit Recht-, über seinen Wert aber andauernd Untersuchungen anstellen läßt. Auch den Aerzten ist fein Vorwurf daraus zu machen, daß sie sich dem Mittel gegenüber zurückhalten. In den letzten Wochen habe ich Zitate von anerkannten Autoritäten über das Friedmannsche Mittel gesammelt und kann zu meiner Freude für die Kranken feststellen, daß eine ganze Anzahl hervorragender Aerzte sich glänzend über das Heilmittel ausgesprochen hat.

In den Streit um das Heilmittel darf sich die Regierung aber nicht einmischen, denn die Professoren tun ja doch das Gegen­teil von dem, was die Regierung will. In besonders unerhörter Weise ist das in Marburg zutage getreten. Die Regierung sollte dem in Frage kommenden Professor eine altwasserfur verabreichen lassen.( Stürmische Heiterfeit.) Ein Allheilmittel für Die Tuberkulose gibt es noch nicht; wir treten für leidenschafts­lose Prüfung des Friedmannschen Mittels ein.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.)

Es steht zu erwarten, daß die Konferenz zu einer Neubelebung der Internationalen Union der Holzarbeiter führen wird. Diese war zwar während des Krieges in ihrem Birken beengt, aber sie batte ihre Tätigkeit keineswegs eingestellt. Das vom Sekretär der Internationalen Union in vier Sprachen herausgegebene Bulletin" ist auch während des Krieges erschienen; durch Vermittlung der Neutralen ist es auch den Organisationen in den Ententeländern sugegangen.

Reichstarifvertrag der Angestellten der Berufs: genoffenschaften.

Die Tarifsvertragsverhandlungen zwischen dem Zentralverband Berlin SO 26, Dranienstr. 40/41, und dem Arbeitgeberberband der Angestellten, Reichsfachgruppe Berufsgenossenschaftsangestellte, Deutscher Berufsgenossenschaften sind nunmehr zum Abschluß ge tommen. Die Angestellten sind nach ihrer Tätigkeit in fünf Gruppen eingeteilt. Die Bezüge bestehen aus dem feiten Gehalt, einem beweglichen Gehaltszuschlag von zurzeit 1000 M. für Lebige und 1400 m. für Verheiratete und einem Drtszuschlag zu den vor­zu 80 Prozent. 30 Außerdem wird genannten Bezügen bis zu ein Kindergeld von 360 m. pro Jahr gewährt. Die Anfangs­Auf der Tageordnung des Kongresses siebt u. a. die Wahl gehälter belaufen sich auf 2500 m. in lajje V. 2900 M. in Rlafie IV, 3300 m. in laffe III, 8800. in Klasse II und einer Stommission zur Beratung eines neuen Statuts, die Wahl des 4200 M. in Klasse I, steigend um 8 Bulagen von 2 zu 2 Jahren Landes, in welchem die Internationale Union ihren Sie haben soll auf 4000, 4800, 5400, 5900 und 6000 W. Ale zurüdgelegten Dienst­und die Neuwahl des Vorstandes. Ob diese Punkte Anlaß zu be- jahre werden angerechnet. Für weibliche Angestellte find die Be­fonderen Auseinandersetzungen geben werden, läßt sich noch nicht züge um 10 Broz. geringer. Der Vertrag gilt hinsichtlich des Ein­übersehen, da ein direkter Verkehr mit den Organisationen in den kommens rüdwirfend ab 1. April 1919. Nach zehnjähriger Dienst­Ententeländern nicht gepflogen wurde und deshalb die dort vorzeit sind die Angestellten ruhegehaltsberechtigt und lebenslänglich herrschende Stimmung nicht bekannt ist. angestellt. Die normale Arbeitszeit beträgt 45 beztv. bei ungeteilter Arbeitszeit 42 reine Arbeitsstunden, der Urlaub 9 bis 24 Beritage. Für die Berechnung des Rubegehalts find Gehalt, Gehaltsaufchlag und des Ortszuschlags in Unrechnung zu bringen. Als Schiedss instanzen find Schlichtungsausschüsse und ein Oberschiedsgericht ein­gefeßt. Der Tarif läuft unfündbar bis 31. Dezember 1920. Der Tarifabschluß bedeutet für die Angestellten eine wesentliche Ber besserung ihrer Bezüge.

Elmo- Werk. Alle noch Ausgesperrten müssen sich am Sonnabend vormittag im Streiftofal melden, um das restierende Streilgeld abzuholen. Epäter Kommende werden nicht mehr berücksichtigt. Desgleichen haben sich alle, die vom Dienstag, ben 11. 11. in Arbeit getreten, Sonnabend nach Schluß der Arbeitszeit zur Empfangnahme ihrer Restzahlung einzufinden. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend von 9-12 Stempeltage.

Soziales.

Zuwendung von Reichsmitteln für Schäden im Ausland.

Eine Riefenkundgebung der Postbediensteten! Zu der Notiz in Nr. 600 unserer Zeitung erhalten wir vom Referenten im Reichspostministerium Herrn Knöner folgende Sach Schloßmann( Dem.): Das Friedmannsche Mittel habe ich stets darstellung: borurteile los geprüft. Die schlimmsten Feinde Friedmanns find feine Der Zentralverband der Telegraphenarbeiter hatte dem Reichs übereifrigen Freunde. Gegen objektive Beobachtung des poftministerium vor einiger Zeit die Forderung unterbreitet, a llen Mittets wenden wir nichts ein. Es darf durchaus aber feine Reklame Bohnempfängern bei der Reichspost- und Telegraphenverwaltung gemacht werden. In dieser leistet Friedmann einfach Beispielloses. die jezigen Bezüge( Lohn-, Teuerungs- und Kinderzulagen) je um Die Medizinalabteilung hat zur vorurteilslofen Prüfung alles nur 50 Broz. zu erhöhen. Bei den dieserhalb mit den Vertretern des Dentbare getan. Die Berichte der namhafteften Klinifer find Verbandes gepflogenen Unterredungen ist denselben zunächst ganz für das Mittel aber doch wenig günstig ausgefallen. Auch Ge- unzweideutig erklärt worden, daß das Reichspoftministerium dieſe heimrat Krauß, der sich noch am günstigsten ausspricht, hat nur Drganisation nicht allein als Vertreterin sämtlicher Gruppen teilweise Seilerfolge in beschränktem Umfange beobachtet. In von Lohnempfängern anerkennen fönne, weil andere namhafte Berufe feiner Klinit sind auch Schädigungen durch das Mittel vorgekommen. berbände für gewisse Gruppen zuständig seien und für diese auch Das Reichs post­Die wirtsamsten Heilmittel gegen Tuberkulose find: Sonne, bereits Forderungen unterbreitet haben. Luft und Licht. Wenn den Heilstätten die in den Spielministerium steht grundsäglich auf dem Stand­! Iubs verschlemmten Lebensmittel zugeführt würden, dann würden punkt, daßüber alle Streitigleiten aus dem Lohn­diese auch wieder dasselbe leisten wie vor dem Kriege. Fried und Arbeitsverhältnis mit den für die einzelnen Die Reichsregierung macht bekannt, daß die Gewährung von mann bestimmt, wer das Mittel bekommt und wer nicht. Saupigruppen in Frage kommenden Berufsorga= Den von ihm gestellten Bedingungen lann sich ein Arzt nur mit nifationen verbandelt werden foll. Die Interessen Beihilfen für Schäden, die Deutsche im Ausland erlitten haben, großer Selbstüberwindung unterwerfen. Auch die Honorare, von Minderheiten sollen hierbei gewahrt bleiben. Aus diesen Er- auf Vorschlag der Interessenvertretungen der Geschädigten durch bie Friedmann nimmt, find ungeheuer hoch, obwohl die wägungen heraus ist mit den Vertretern genannten Verbandes auch besondere Spruchkommissionen erfolgt. Die Snteressenvertretungen erste Aufgabe der ärztlichen Wissenschaft in der Hebung der Wolfs- nur über die Forderungen der Telegraphenarbeiter beraten worden. gelten als Selbsthilfeorganisationen, sie sind auch in den Spruch­gesundheit, nicht aber in der Herbeiführung bon Geld. Die Lage der unteren Beamten( Postboten, Schaffner usw.) ist das fommissionen, die aus 3 Mitgliedern bestehen, durch 2 Mitglieder gefchäften besteht. Wenn sich das Mittel bewähren sollte, muß her im geschilderten Sinne gar nicht erörtert worden, weil dies- vertreten. Binnen 2 Wochen kann gegen Entscheidungen der Spruch­es der Allgemeinheit nugbar gemacht werden.( Lebhafter feitigen Erachtens die bezeichnete Vereinigung nicht als Interessen- fommission Beschwerde sowohl vom Antragsteller wie vom Prä­sidenten der Reichsentschädigungskommission eingelegt werden, bertretung anerkannt werden kann. Minister Haenisch: Auch ich bin der Meinung, daß ein Den Vertretern des Zentralverbandes ist weiter fein abworaufhin die Sache einer anderen Spruchkommission zu übertragen folches Mittel gegen die verheerende Seuche nicht zu einem lehnen der Bescheid erteilt worden. bielmehr ist denselben zu einstimmigen Beschluß ändert. Gegen die Entscheidung der zweiten ist, wenn die erste Spruchkommission nicht ihre Entscheidung durch Instrument tommerzieller Ausnugung werden gefidiert worden, daß die Löhne der Telegraphenarbeiter in ent darf, sondern der Allgemeinheit nuzbar gemacht werden sprechender Weise erhöht werden sollen, sobald das beim Reiche Spruchkommission steht nur dem Präsidenten der Reichsentschädi muß. Die Person Friedmanns geht mich nichts ant. arbeitsministerium anhängig gemachte Schiedsverfahren für die gungskommission ein Einspruchsrecht an das Reichswirtschaftė­Ich frage nur, was er leistet. Ich habe es für meine Pflicht Berliner Postaushelfer erledigt ist und das Reichsfinanzministerium gericht zu. Als Stichtag für die Auszahlungen gilt der 1. Januar 1920. gehalten, das Mittel im größten Umfange prüfen au lassen. Die die hierzu erforderlichen Deckungsmittel bewilligt bat. Eine weiter Ernennung Friedmanns zum Profeffor ist auch durch ärztliche gehende Antwort zu geben war das Reichspostministerium gar nicht Bei früherer oder späterer Auszahlung sind 5 Broz. Zinsen in An­Autoritäten gebilligt worden. Ich führe darüber nur an, daß in der Lage, weil ganz selbstverständlich alle den Etat der Reichs- rechnung zu bringen. Durch die gesetzmäßige Heranziehung der Interessenvertre­Profeffor Dürgen- Berlin urteilt: Was Koch erstrebt hat, hat Boft- und Telegraphenverwaltung überschreitenden Mittel Friedmann erreicht... Ich rechne daher Friedmann zu den nächst Reichsfinanzministerium bewilligt sein müssen tungen der Geschädigten werden hoffentlich deren zahlreiche Klagen deshalb notwendig, weil an größten Bohltätern der Menschheit." Dem Lebr- Dies ist auch schon der über die bisherige Sandhabung bei Entschädigungsansprüchen, ble auftrag für Friedmann boffe ich bald ein Institut folgen Gestaltung der Lohnverhälmisse bei der Reichs- Post- und auch uns zugegangen sind, für die Zukunft behoben. laffen zu fönnen zum Heile des gesamten deutschen Volles und der Telegraphenverwaltung auch die übrigen Reichs- und Staatsressorts Menschheit. ( Beifall.) interessiert sind. Hinzu kommt, daß tatsächlich zurzeit die Ein- Berantw. für den redaktion. Teil: Artur Zieler, Charlottenburg : für Anzeigen: Danach wird die Besprechung abgebrochen; ohne Aus- fommensverhältnisse der Lohnempfänger fast durchweg höhere sind Th. Glode, Berlin . Berlag: Borwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin . Drud: Bor fprache erledigt das Haus Bittschriften. Darunter auch eine als die der unteren, ja teilweise auch der mittleren Beamten, und wärts- Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer u. Co. Berlin, Lindenstr. 3.

Beifall.)

bom

zu

Hierzu 1 Bellage.

OSRAMA

OSRAM AZO

AZO

mit Edelgas gefüllt

Ein Meisterstück der Beleuchtungstechnik