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Die Lohnbewegung der Brauereiarbeiter.

Da die Unternehmer bie Lohnforderung der Brauereiarbetter unter Hinweis auf den angeblich die Herstellungskosten nicht becken­den Bierpreis als unerfüllbar bezeichnet hatten, veranstalteten die zuständigen Arbeiterorganisationen am Mittwoch abend eine von etwa 2000 Teilnehmern besuchte Demonstrationsversammlung in

der Bockbrauerei.

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Der Referent Hodapp verwies barauf, daß die Löhne der Brauereiarbeiter während des Krieges nur sehr langsam und viel später als die Löhne der Rüstungsarbeiter aufgebessert wurden. Infolgedessen seien die Brauereiarbeiter batsächlich in eine Not­lage geraten, so daß eine einigermaßen ausreichende Lohnerhöhung jetzt durchaus berechtigt sei. Gegenwärtig erhalten die gelernten Arbeiter 150 M., die ungelernten 120 M. Wochenlohn. Gefordert wird eine Lohnerhöhung von 80 M. wöchentlich. Die Brauereiinteressenten haben am 14. b. M. wegen einer Bier­preiserhöhung mit Vertretern der Regierung berhandelt. Die Unternehmer verlangten eine Erhöhung des Preises von 40 auf 70 t. für den Hektoliter. Die Regierung hat durch Er­bebungen in 18 Brauereien in den verschiedensten Teilen Deutsch lands die Herstellungskosten festgestellt. Auf Grund des Ergebnisses hat der die Verhandlungen führende Regierungsvertreter den Ber­ liner Brauereien eine Erhöhung des Bierpreises auf 65 M. für den Settoliter in Aussicht gestellt. Bei dieser Breisfestiebung ist damit gerechnet, daß die jezigen 23hne um 20 Prozent erhöht werden. Das würde, wie o bapp ausführte, wöchentlich etwa 23 M. ausmachen. Bei den Verhandlungen mit den Unternehmern werden die Vertreter ber Arbeiter mit Nachdruck für ihre Forderung von 30 M. eintreten. In der Diskussion wurde die Notlage der Brauereiarbeiter ge­schildert und unter Hinweis auf die infolge der den Landwirten augebilligten Ablieferungsprämien in Aussicht stehende neue Le­bensurittelbesteuerung ausgeführt, daß auch durch die Bewilligung der Lohnforderung die Notlage nicht behoben werde.

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Angenommen wurde no ein trag, der Sie Beteiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn verwirft.

Eine aus der Versammlung eingebrachte Resolution wurde eben­falls einstimmig angenommen. Sie sagt, unter Hinweis auf die den Landwirten zugebilligten Preiserhöhungen und die Aufhebung des Lebensmittelzuschusses des Reiches, daß die fortwäh rende Steigerung der Lebensmittelpreise den Arbeitern das Festhalten an den Tarifen unmög­lich macht. Die Resolution fordert ein Notgeses, welches alle Löhne, auch die Tariflöhne, zwangsweise erhöht, ent­sprechend der Steigerung der Lebensmittelpreise. Andernfalls würden die Arbeiter genötigt sein, trop aller Bedenken wegen der wirtschaftlichen Folgen, gur Selbsthilfe zu greifen.

berfprachen. Die große Mehrzahl aller Angestellten feht enta schieden auf dem Boden des geterifchaftlichen Kampfes und der neue gelbe Werkmeisterverein dürfte daher keine Lorbeeren einten.

Gerichtszeitung.

Der Mord an den Wächter Schulz in der Bernauer Straße batte ein gerichtliches Nachspiel. Angeklagt wegen gewerbs. cha II, der Händler Wilhelm 3epmeisel und die Pferdehändler mäßiger Heblerei waren der Geflügelhändler Paul Sigalsti und Mar Heinte aus Demmin . In der Nacht zum 8. September waren der inzwischen zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilte Arbeiter" Willi Reinfe und der zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilte Willi Langer mit Zur Illustration der Behauptung der Brauerei- Unternehmer, mehreren Komplizen in das Grundstück Bernaner Straße 65 einge­daß die jetzigen Bierpreise die Selbstkosten der Herstellung des brungen, hatten dort den Wächter Schulz erichossen und waren dann Bieres nicht deden, wollen wir nur die Tatsache anführen, daß 34 000 M. geflüchtet. Die Diebesbeute gelangte durch den schon vielfach unter Mitnahme zweier Wagen mit vier Pferden im Werte von nach den dieser Tage veröffentlichten Jahresabschlüssen der Brauerei mit Zuchthaus vorbestraften Bepmeisel zu Schall nach Reinickendorf , der Engelhardt und der Schultheiß- Brauerei diese Behauptung für die die Pferde dann an 8igalati und nach Demmin an den Angeklagten beiden genannten Brauereien der Wahrheit widerspricht. Heinte weiterverfchob. Das Verfahren gegen Zigalsti und Reinfe Die Engelhardtsche Brauerei zahlte an ihre Aktionäre wurde auf Antrag der Rechtsanwälte Bahn und Beters für das abgelaufene Betriebsjahr eine Dividende von 15 Prozent, Demmin abgetrennt, da Bigalsti erit noch auf se nen Geifte zustand während sich die armen Aktionäre der Schultheiß- Brauerei untersucht werden soll bzw. neue Zeugen geladen werden sollen. mit 14 Brosent mühelosen Gewinnes begnügen müssen. Sieht der Das Gericht erkannte wegen einfacher Hehlerei auf 12 Jahre bzw. 4 Jahre Gefängnis. wirtschaftliche Zusammenbruch im Baugewerbe in den andern maß­gebenden Betrieben etwa ähnlich aus?

Aus aller Welt.

Ein Schuhwucherer wurde in Friedberg ( Hessen ) dingfeft gemacht. Berkaufspreis von 48,25 m. weggefragt und benagelt und dann Der Ehrenmann batte Stiefel verkauft, auf denen der amtliche auf 80 m. erhöht worden war!

Tschechisches Regiment. Ein Genosse aus Deutschmähren

Wir haben die Befürchtung, daß die Regierungsvertreter von ben Brau- Interessenten gehörig ladiert worden sind und daß unter dem Vorgeben, nur mit Hilfe der gewaltigen Er­höhung der Bierpreise den berechtigten Lohnforderungen der Ar­beiter wenigstens zu einem Teile entsprechen zu können, ein neuer großer Raubzug auf die Taschen der Kon Der Referent legte eine Resolution vor, die sich mit seinen sumenten geplant wird. Dringend nötig ist es, die Nachschreibt dem Brünner Boltsfreund": Meine Frau erhielt vom Re­Darlegungen bedt und die bestimmte Erwartung ausspricht, daß, prüfung der Produktionsunkosten im Braugewerbe noch einmal vor- gierungsfommissar Weinlich einen Aft, in dem es heißt: Therese ba ben Brauereien eine Erhöhung des Bierpreises zugesichert ist, zunehmen und bei dieser Gelegenheit ettvas kritischer zu verfahren, Schlechta wird mit fünfzig Kronen Geldstrafe oder fünf Tagen die gevechten Forderungen der Arbeiter erfüllt werden. Ferner als man bei der ersten Prüfung vorgegangen zu sein scheint. Arrest bestraft, da sie dem Verlangen des Regierungsfommissars, fagt die Resolution, die Versammelten halten die rechtzeitige und Die Zeit für Wucherdividenden auf Kosten der breiten Masse um 7 Uhr abends bei ihm zu erscheinen, nicht folge leistete. Außer ausreichende Belieferung der Brauereien mit Braugerste für drin- sollte doch nach allerlei wunderschönen Reden vorbei sein. Wo diesem Att erhielt sie noch einen zweiten, der lautete: Therese gend geboten, um durch Aufrechterhaltung der Produktion weitere soll die verlangte Arbeitsfreudigkeit für den Arbeiter sich einstellen, scher Nation ist und ihre Kinder nicht in die tschechische Schule Schlechta wird mit fünfzig Kronen Geldstrafe bestraft, da sie tschechi Arbeiterentlassungen zu verhüten und der biertrinkenden Bevölke- wenn er sieht, daß an allen Ecken und Enden gerüstet wird, ihm schickt, weil ihr Mann es nicht gestattet." Die Kinder besuchen un­nung ein gehaltreiches Produkt bieten zu können. unterbrochen die Schule, aber da ihre Muttersprache die deutsche Aus der Versammlung ging ein Antrag ein, der die Bohnkom- das Fell über die Ohren zu ziehen? ist, natürlich die deutsche Schule. Nicht genug an dieser Be mission beauftragt, ba bie Tette Grhöhung der Teuerungszulage ftrafung, hat man meiner Familie auch die Ausfolgung von Pe­burch die inzwischen eingetretene Steigerung der Lebensmittel­troleum verweigert. Der Regierungskommissar drohte mir preise um das Drei- bis Vierfache überholt ist, bei den Verhand­ohne jeden Grund, daß mir die Wohnung gekündigt werden lungen mit den Unternehmern eine Lohnerhöhung von würde. Bei den ehemaligen Feldgerichten ist man gerechter vor­50 M. zu fordern und, falls sie nicht bewilligt gegangen. wird, in den Streif zu treten.

Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen und Die Resolution des Referenten abgelehnt.

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