fr. 37 37.Jahrgang
Beilage des Vorwärts
Die Rede des Angeklagten Helfferich, die wir im gestrigen Abendblatt ausführlich wiedergegeben haben, wird von dem Vorfigenden Landgerichtsdirektor Baumbach wiederholt mit dem Sinweis unterbrochen, daß es doch zweckmäßig wäre, bei dem allgemeinen Teil die Ausführungen möglichst zu beschränken, da es einerseits nicht möglich sein werde, diefe politischen Ausführungen nachzuprüfen, es sei denn, daß darüber weitgreifende Zeugenvernehmungen stattfänden. Im übrigen würden ja bei den einzelnen Gruppen diese Dinge noch ausführlich zur Sprache gebracht iverden. Der vom Angeklagten gebrauchte Ausdrud Reichsverderber gegenüber dem Nebenkläger sei doch ein sehr starter, und es würde irohl genügen, diefen Ausdruc als Kennzeichen für die Ansicht des Angeklagten über die politische Tätigkeit des Nebenklagers hinzunehmen. Es muk natürlich dem Neben= fläger Gelegenheit gegeben werden, sich ausführlich über die aufoeftellten Behauptungen zu äußern. Weitere Zwischenfragen und Borbaltungen des Vorsitzenden dienen dazu, genau festzustellen, welche Bedeutung einzelne seiner Ausführungen haben sollten.
Nach Abschluk der Nede fraat der Vorsitzende den Beschuldigten: Tus Jhren Ausführungen ergibt sich ja schon, warum Sie geglaubt hoben, zu scharfen Verordnungen au greifen, weil sie fich personlich durch den Nebenklager angegriffen fühlten. Nun kommen aber in der Broschüre so
außerordentlich scharfe, beleidigende Ausdrücke
vor, die an sich doch zur Wahrung Ihrer Stellung nicht absolut notwendig getoefen wären. Darf ich annehmen, daß Sie diese usbrüde abfichtlich gewählt haben, um damit die Stellung des Strafantrages zu erzwingen? Dr. Selfferich: Ja!
beritaatsanwalt Krause: Ich will die Sache hier nicht vom nischen, fondern vom rein juristischen Standpunkt betrachten. Menn wir bier auf alle diefe komplizierten politischen Fragen eingeben würden, so würde die Sache bald ins Uferlofe gehen, wir monate und eventuell jahrelang
tverden
hier berhandeln und wir würden troßdem vielleicht teine Klärung ber Frage herbeiführen fönnen, welche Partei als Kriegsber urfacher in Frage kommt. Der Oberstaatsanwalt geht sodann ausführlich auf die politischen Angriffe in der Broschüre ein und berfucht an vei Beiſpielen nachzutveifen, wohin man famme, wenn man die Richtigkeit diefer Angriffe innerhalb der Beweis aufnahme nachprüfen toollte. Die Straflammer des Landgerichts sei nicht das Tribunal, vor dem diese Dinge nach gebrüft werden können. Wir haben uns hauptsächlich mit den Artifeln, soweit Erzberger als Mensch
anaeariffen wird, zu beschäftigen, und da muß ich sagen: die Artifel gehen weit über das leblich e, auch über das, was man parlamentarisch nennt, hinaus. Ich möchte die Barteien bitten, ein Entgegenkommen zu zeigen, so, daß der ebentläger nur die Bestrafung formaler Beleidigung berlangt und Der Angeflaate es bem Greichtshof überläkt, in diefer Beziehung die Entscheidung zu treffen. Dann werden wir die pange Sache enger begrenzen und über die Schwierigkeiten hintoegLommen. Ein foldes Entgegenkommen der Parteien würde nach Vernehmung einer Steihe von Zeugen wohl möglich sein.
-
umgangen toerden. R.-A. Dr. Als berg: Was wir vor allen Dingen erörtert haben wollen, ist die Verquidung der poTitischen und geschäftlichen Tätigkeit des Neben#igers, und die Angriffe meines Klienten richten sich gegen den Stebenfläger als Bolitiber und Mensch. Vorf.: Diefe Aus
4]
Jan Krebsereuter.
Mittwoch, 21. Jannar 1920
führungen mögen die Parteien zum Nachdenken auffordern, ob helfferich weiter behauptet, ich hätte meine eigene Bolitik gemacht, es im Interesse Deutschlands liegen würde, wenn wir die fo gebe ich meine Beziehungen zu dem Hause belgische oder die österreichische Sache bier aufrollen Bourbon- Barma zu, aber ich habe diese Beziehungen stets auswürden.
Es erhält hierauf das Wort der Nebenkläger Neichsfinanzminister Erzberger:
Ich will dem Wunsche des Herrn Vorsitzenden, möglichst kurz zu sein, gern Rechnung tragen. Sollte es trotzdem länger dauern, so ist das darauf zurückzuführen, daß ich gezwungen bin, die Angriffe des Angeklagten, die er hier in voller Oeffentlichkeit vorgebracht hat, zu widerlegen. Ich stehe seit 17 Jahren in der Oeffent
Post- Abonnenten
D
amit die regelmäßige Zustellung des Dorwärts" im nächsten Monat keine unliebfame Unterbrechung erleidet, ersuchen wir unsere Post- Abonnenten, das Abonnement für Februar bei dem zuständigen Postamt schon jetzt zu bestellen.
Vorwärts- Verlag 6. m. b. H.
genutt zum Wohle des deutschen Volkes. Ich stand dadurch auch in bester Fühlung mit unseren Verbündeten und mußte dies, da ich der Ansicht war, daß der Abfall auch nur eines Verbündeten die Niederlage Denischlands nach sich ziehen würde. Wie recht ich damit hatte, zeigte der am 18. September erfolgte Abfall Bu!- gariens, dem bald Oesterreich folgte.
Minister Erzberger geht sodann ausführlich auf die Momente ein, die ihn zu der sogenannten Friedensresolution
geführt hatten und erklärt, daß diese Maßnahme stets mit gol Senen Lettern in der Geschichte des deutscher Parlaments eingetragen fein wird. In der Politik könne man eben nicht nach Richtlinien gehen, die man sich vorher gezogen habe In längeren Ausführungen geht Minister Erzberger sodann auf seine Wiener Reise und seine Beziehungen zu Czernin ein und betont befonders, daß jener Geheimbericht in der Schweiz längst bekannt und auch schon anderweitig nach Deutschland getommen war.
-
-
-
Sehr scharf protestieren muß ich so fährt Erzbergei fort gegen die Unterstellung des Angeklagten, als ob ich i Compiègne deutsche Interessen preisgegeben habe. Hindenburg fell hat mir die Instruktion gegeben, ich solle nach Möglichkeit in be stimmten Punkten Milderungen zu erreichen fuchen, und wenn id feine Milderungen erreichen könnte, so solle ich und diefe Ju struktion wurde vom Bräsidenten bert bestätigt den Vertrag unterzeichnen, da im Falle der Richtunterzeichnung in der damaligen Situation neues großes Unglück über Deutschland hereingebrochen wäre. falich ist auch, ich hätte die Handelsflotte ausgeliefert. Durch mich ist die Flotte lediglich zur Verfügung gestellt worden, und der Zived war lediglich, fo schnell wie möglich Lebensmittel heranzuschaffen. Wenn das nicht geschehen wäre, so wäre im Sommer der völlige Zusammenbruch
lichkeit, seit zwei Jahren bin ich Minister, und wer die politischen Deutschlands erfolgt. Ich rechne es mir mein Leben lang at Verhältnisse kennt, wird mir zugeben, daß man auch mal Fehler Verdienst an, durch die Unterzeichnung des Ver machen kann, das ist allgemeines Menschenlos! Aber eins habe ich trages einen neuen Krieg verhindert zu haben, es wäre namenloses Unglück entstanden, wenn ich nicht unterzeichnet hätte. mir stets in meiner Tätigkeit vorschweben lassen: Es ist auch unrichtig, daß in den feindlichen Zeitungen gestanden habe, ich fei stets zur bedingungelofen Unterzeichnung bereit gewesen. Ich war mir völlig darüber klar, daß id, wenn ich meinen Namen zum Abschluß der Vertrages hergebe, von vielen Menschen beschimpft werden würde, aber es hieß damals Frieden schließen um
Ich will bis ans Ende meines Lebens dem ganzen deutschen Wolfe dienen!
In meiner parlamentarischen Tätigkeit bin ich schon früher häufig mit dem Angeklagten zusammengestoßen. Eine geradezu lächer liche Behauptung ist es, wenn man versucht, mir zu unterstellen, daß ich.
an einem Diebstahl beteiligt
jeden Preis.
Ich sehe tatsächlich in dem Angetlagten einen der Mitschuldigen
gewesen sein soll. Mein Gewiffen ist rein, und wenn von dem, was der Angeklagte hier gesagt hat, auch nur ein minimaler Prozentjah wahr wäre, so würde ich nicht hier stehen und hätte an dem entfeglichen Ausgange des Krieges. Ja bin auch längst die Konsequenzen gezogen und wäre von der Bildfläche dafür, daß die korruption mit Bech und Shwefel ausgerottet werden muß. Da will der Angeflagte behaupten, ich hätte poliverschwunden. Was die von dem Angeklagten behauptete Art der Material- tische Tätigkeit und Geldintereffen verknüpft? Abbeschaffung anbetrifft, fo fann ich sagen, daß ich von der geordnete follen zwar aus dem Wirtschaftsleben entstammen, Ich fenne Unmenge Material, das mir in meiner parlamentarischen Tätig- fich aber nicht als Aufsichtsräte betätigen. feit angeboten worden ist, nicht 10 Prog. verwendet habe. Auch Dugende, ein halbes Hundert Abgeordnete, bei denen dies nicht die angebliche Indiskretion, die ich mit dem Brief des bei zutrifft. Weil der Abgeordnete Erzberger aber in einen Aufder Waffenftillstandskommission tätigen Majors begangen haben fichtsrat gewählt wurde, da wurde schnell ein Ausnahmegefch sollte, ist frei erfunden. gleich ber
Der Angeklagte fagt weiter, ich hätte mich bei Striegsausbruch geschaffen. Bemerken will ich nur: Es ist nicht richtig, daß ich vermögenslos nach Berlin gekommen Behörde zu Propagandazweden
als ich. Es
ift
Der Vorfibende hält dem Nebenfläger diese Anregung des Oberstaatsanwaltz vor. Geh. Justizrat Dr. v. Gordon er zur Verfügung gestellt. Das gerade Gegenteil ist der Fall! bin, ich muß dies leider sagen und sogar familiäre Dinge Märt sich im Augenblid nicht dazu äußern zu können. Zur Es war gar nicht mein Wunsch, auf Drängen der Marineber- bier zur Sprache bringen: meine Frau befizt Vermögen. Es ist Streckung der Beweis aufnahme äußert sich R.-A. Dr. A Is- waltung bin ich tätig gewesen, ich habe mich sogar gewehrt da- ferner falsch, daß ich ein sehr beträchtliches Vermögen habe, es herg u. a. dahin: Wir haben uns ftets auf den Standpunkt ge- gegen, man hat mich dazu gepreßt, man hat gesagt:„ Sie haben fchwirren ja in der Deffentlichkeit die tollsten Gerüchte über mich stellt, daß wir nicht bestimmen wollen, was wir beweisen wollen, doch gute Beziehungen zum Auslande!" Ich habe mich dann sogar herunt. Mir wird vorgeworfen, daß ich viel mehr ausgebe, als fondern was die Gegenfeite durch uns bewiefen baben will, mit dem damaligen Direktor der Deutschen Bant, Helfferi, mein Ministergebalt beträgt. Ich bin überzeugt, daß der und daß wir den Gegenstand des Prozesses nicht verschoben haben in Verbindung gefeßt, wie die mir übergebenen Gelder berbuchi Angeklagte viel mehr für Miete ausgibt möchten. Der Nebenfläger fühlt sich in bezug auf das Thema werden sollten usw. wirklich herrlich weit in Deutschland gelommen, daß man einem ..beloische Frage" durch die Behauptung des Dr. Selfferich, feine Was meine angeblich schädliche Propaganda im Manne, der im politischen Leben steht, einem Minister, nachrechnet, Ausführungen feien gemeine Lüge", getroffen. Diefer Ausdrud liegt Auslande anbetrifft, so erkläre ich, daß ich nur einen Teil davon wie viel er für sein Abendbrot ausgibt! Ich will aber auch doch innerhalb des Komplexes der anderen Beleidigungen, es fann batte, neben mir arbeiteten Militär- und Marineftellen, und alles, auf dies alles nicht eingehen, weil dies Sache der Beweiserhebung also wohl die was diese Stellen falsch gemacht haben, wird jetzt auf Konto it. Der Angeklagte wird es dann aber erleben müssen, daß er Aufrollung ber belgischen Frage Graberger berbudt. Mein Auftrag ging dabin, unter den tatsächlich auf recht viel Quatsch und Tratsch Katholiken des neutralen Auslandes und auch in den feindlichen Ländern eine bineingefallen ist. Der Nebentfäger befämpft im einzelnen die günftigere Stimmung für Deutschland zablenmäßigen Ausführungen des Dr. Helfferich über dessen von zu erzeugen, und wohl jeder weiß, wie schwer es war, in diefem ihm zahlenmäßig dargelegte finanzpolitische Tätigkeit und vera Was in Weimar Kriege für Deutschland Sympathien zu erzeugen. Wenn Herr! teidigt seine Finanzpolitit mit Nachdruck. Klarinette für zwei und so Gott will für noch mehr das Brot„ Merki, Madam Krüll!" wehrte Grades ungeduldig ab, berdienen. Am Rhein wäre jeben Sonntag irgendwo Kir- feid so gut, die zwei Kerzfes!" mes, und um Hochzeiten und Kindtaufen wäre er schon gar..Oh, isch verstehen! Bwei Kerßen! Sie wollen machen eine nicht verlegen, wie er die Rheinländer fenne, und, offen ge- große voyage sur mer, n'est- ce pas?( Seefahrt, nicht wahr) standen, so ein Spezereilädchen wäre ihm doch nicht so recht und die Sainte Vierge soll schüßen vor die große Wasser und nach der Müze. Also darum fein Kopfhängenlassen! Und die schlimme Wind.. Oh, Sainte Vierge, mon bien bon schließlich wäre es noch gar nicht ausgemacht, ob nicht die ange tutelaire!"( Seilige Jungfrau, mein sehr guter SchutzBauferuffen und andere Spitzbuben ihnen auf dem unmenschengel) jagte fie und faltete fromm die Hände ,,, ist la mère lich langen Wege nach der Heimat doch noch mach und nach de tout le monde!( Die Mutter von jedermann) 3ft gealles abgenommen hätten. Dann doch lieber der Satz' den wesen bei mir und bei mon bon Matthieu en Russie etTrès bien( meinent Schwanz mit einem Sieb abgeschnitten! Und die Jeanette Dieu bénisse! à la Bérésine! hatte sich unter Tränen lachend an seinen Sals gehängt. gutem Matthieu in Nußland und-Gott sei gesegnet und heute faß sie als Matrone, schon ein wenig gebückt, mit an der Beresina. Sehr wohl), M'sieur Grades, wei grauem Scheitel und Runzeln in dem lebhaften Geficht, auf Serßen für gute voyage!"( Reise). ihrem Klappstühlchen vor der Türe der Franziskaner Kirche und verkaufte Wachsferzen und Rosenkränze. Ihr Matthieu" hatte sich vor etlichen Jahren auf dem winternächtlichen Heimwege von einer Hochzeit nasse Füße und den Tod geholt, der gute Matthieu, der trotz des rückständigen Soldes ihren großen Empereur als einen Halbgott verehrt hatte. Reichtümer hatte er mit seiner fleißigen Klarinette nicht erworben und als er starb, hinterließ er nichts als eben diese Klarinette, eine Witwe und den Fleinen Matthieu.-
Seine Taten, Fahrten und Meinungen. Aufgezeichnet von Hans Müller- Schlöffer. Still, Fernand! Wenn wir auf' m Standesamt unsere Badung gelöscht bant, werfen wir im Sonnenaufgang" Anter aus, dann fanns du dich mit einem Glas oder drei Lagerbier abkühlen."
blieb vor ihr stehen, ich will heut zwei Herzfes opfern, eins für die armen Seelen und eins für die heilige Mutter Goddes."
Sie bogen um die Ecke der Zitadellstraße und gingen an der Franziskaner Kirche vorbei. Da faß vor der Türe auf ihrem Klappstühlchen die alte Madam Arill bei ihren Krüll Wachsferzen, die sie als Opfer für die armen Seelen im Begefeuer verkaufte. Als die Witme eines ehemaligen TamBours der bergischen Truppen, die unter Napoleon nach Ruß land gezogen waren, war sie selber ein Ueberbleibsel der napoleonischen Beit. Sie hatte als Marketenderin schon mehrere Feldzüge mitgemacht, als sie ihren späteren Mann, den fleinen Mathias Krüll, ihren Matthieu", in der Gegend von Witebsk fennen lernte. Er war während eines Gefechts an ihren Wagen herangewanft, blaß wie ein Toter, und hatte sich von ihr die Schnapsflasche füllen laffen. Es war dem fleinen Tambour nämlich übel geworden, als er den ersten Verwundeten gesehen hatte, einen französischen ,, Bongschur, Madam Krül!" begrüßte Grades fie und Kürassier, dem die rechte Sand abgeschossen worden war und dem das Blut durch den weißen Mantel tropfte. Die robufte Marketenderin hatte Mitleid mit dem armen Tambour, der fein Blut sehen fonnte, und dem gefiel es bei den vollen Damit warf er ihr das Geld in den Schoß. Riften und Flaschen so gut, daß er lieber der drallen, ewig plappernden Jeanette beim Schnapsverkauf half, als daß er zum Gefecht die Trommel rührte. Und es dauerte nicht lange, Da waren sie sich einig, sich zu beiraten und in Düsseldorf mit Jeanettes gesparten schönen Talern ein Spezereilädchen auf3immachen. Aber bei dem jammervollen Uebergange der zertrümmerten Großen Armee" über die Beresina tippte in Ah, bon Dieu, merci!( Gott sei Dank) Monsieur Grades, dem fürchterlichen Gedränge der vollbepadte Wagen Jeanettes isch bitte zu grüßen die kleine Madame Grades von mir, s'il um, fiel in die Berefina und verfant zwischen den Eisschollen vous plaît( wenns beliebt). Und soll bleiben immer gefund! mit Pferd und allem, was darauf war, auch mit den schönen, ich mag sehen serr gerne die Madame Grades! Oh, ift gesparten Talern. Jeanette wollte in ihrer ersten Verzweif- si jolie, si modeste, si gentille!( fo hübsch, so bescheiden lung nachspringen, aber der Matthieu" hielt fie feft, fo artig). Wenn die Madame einmal haben von bon condrückte sie an sich und sagte, es wäre ja verdammt schade um gestions on ne peut pas savoir! n'est- ce pas- die schönen, blanken Taler, und wenn es jetzt auch mit dem( Blutandrang- man fanns nie wissen, nicht wahr) isch Spezereilädchen nichts gäbe, jo tönnte er doch mit feiner babe von Medikaments ferr gute!"
17
"
„ Oh, Malheur!" rief fie und legte ihren Stridstrumpf auf das geflochtene Henfelförbchen neben sich, Monsieur Grades, Bwei Kerken! Oh, ich bin verschrocken! Die kleine, junge Frau, das liebe Herßchen, ist sie vielleicht geworden malade?"
Nee, Madam Strill, nir malab!"
-
Sie stand von ihrem Klappstühlchen auf und nahm aus einem blauen Papierpaket zwei dünne, gelbe Wachskerzen. ,, Nee, Madam, nix Wojasch! Ich han-"
,, Rig voyage?! Hé, quoi donc? Justement un événement heureux? n'est- ce pas? une affaire heureuse, n'est- ce pas?( ir Reise? Nun, was dann? Also ein glückliches Ereignis? nicht wahr? ein glüdliches Geschäft, nich! wahr?) Ah, die ßwei Kerßen sollen sein ein bien merci dafür, n'est- ce pas?"( fchöner Dank dafür, nicht wahr?)
Sie zündete die beiden Kerzen an den anderen, die auf einem mit Blech befchlagenen Brett flacerten, an und stellte fie auch auf das Brett. Faustdick hatte sich das abfließende Wachs angesammelt und hing in mächtigen, erstarrten Trop fen über dem Rande. Und während sie diese Tropfen abbrachy und auf das Brett warf, plapperte sie weiber:
,,, Oh, isch habe gemerkt an Ihre fröhlisch Gesicht, daß Sie baben eine affaire heureuse!( glückliches Geschäft) Alle beide haben ein Gesicht, ganz freudisch, ganz lustisch, außi le M'fieur Kattelmeschell! Er haben ein Feuer in die Augen mie eine junge Mädchen, wenn sie huscht in dunkle Abend gu bie Bien- aimé( Bielgeliebten), hä, hä!- Sé, m'fieur Grades, plait- il( ift's gefällig), mir Bu fagen, was haben erlebt Schönes heute? Sie müssen wissen, daß isch misch serr freuen, wenn andere Menschen haben Glüd. it so wenig Glück in die Welt, man muß sich freuen auch über eine ganz fleine bißfen!"
Grades strahlte über das ganze Geficht. Er nickte ein paarmal fräftig, spudte weit hinter fich und antwortete: orti. folgt.)